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  1. Erfahren
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    AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #21
    Mitreisende: Bresh
    Auf die Gefahr hin, ein klein wenig "OT" zu werden, hier ein paar Ergänzungen zu den Statskog-Hütten, welche man mieten kann:
    Ab dem 01. Juni ist mieten wieder möglich, unter Beachtung von ein paar zusätzlichen Hygienebestimmungen.
    Skandinavische Sprachkenntnisse sind definitiv von Vorteil, da manche Infos nur auf Norwegisch zu haben sind.
    Und zu den Schlüsseln: manche sind auf die beschriebene Weise in einer Box neben dem Eingang erhältlich, andere müssen unter Vorlage der Buchungsbestätigung irgendwo abgeholt werden (zum Beispiel einem Supermarkt oder einer Tankstelle - hier wird "spontanes Buchen" schwieriger, wenn dieser Ort nicht zufällig auf der Route liegt).

  2. Erfahren
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    AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #22
    Ein wenig OT ist okay, noch hat es ja mit dem Reisebericht zu tun, aber in einem eigenem Faden finden sich die Informationen zu den Staatskog-Hütten später sicherlich besser wieder.
    btw.. in einer habe ich auch übernachtet.. doch dazu dann mehr zu gegebener Zeit.
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  3. Erfahren
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    AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #23
    Tag 3: Reisavannhytta – Nedrefosshytta ca 30 Km

    Donnerstag, der 1. August

    Auch wenn es am Vortag das erste mal abends etwas zu quatschen gab, so bin ich nicht so zu spät zu Sack. Abgesehen davon gewöhnt mein Körper sich wieder an das -im Zelt schlafen- so das dies meine erste gute Zeltnacht war. Entsprechend erholt werde ich also wach, als erster. Ich frühstücke leise und als ich dann am zusammenpacken bin fängt es leicht an zu nieseln, richtiger Regen ist das nicht aber ich beeile mich etwas mehr beim packen.
    Mittlerweile ist Patrik wach, so das wir noch kurz über das wohin des Tages reden.

    Ich hatte mir, aus welchen Grüden auch immer, in den Kopf gesetzt in sieben Tagen nach Kilpisjärvi zu gehen. Wahrscheinlich weil sich das mit dem Hüttenabstand gut gemacht hat bei der Planung?!

    Entsprechend wollte ich an dem Tag bis zur Nedrefosshytta. Patrik hat gleich abgewunken und ist in seiner Planung von 12 Tagen oder so bis Kilpis ausgegangen. So haben wir uns also verabschiedet, in der Annahme uns nicht wieder zu treffen.
    Der Wanderer aus der Nacht hatte sein Zelt etwas abseits direkt neben der Hütte aufgebaut und schlief noch als ich los bin.


    zusammenpacken im Niesel


    Sandstrand im hohen Norden!

    Die erste Zeit ging es dann am See entlang bis kurz vor des Mündungsgebiet des Cieknaljohka. Dies war sehr supfig, also ging der Weg erstmal etwas Flussaufwärts bis der Flusslauf etwas definierter war, und das direkte Umland nicht einfach nur Sumpf.
    Dort war dann meine erste erwähnenswerte Flussquerung dieser Tour, welche allerdings absolut keine Herausforderung darstellte. Nicht lang danach machte ich meine erste Pause des Tages und traf Patrik wieder wir grüßten uns kurz und er ging seiner Wege. etwas später überholte ich ihn dann wieder bei seiner ersten Pause.

    Dann kam die zweite nennenswerte Flussquerung über den Njargajohka, an welcher Patrik Patrik eintraf bevor ich meine Fuß-Trocknepause abgeschlossen hatte. Ich musste hier meine Stiefel das erste mal ausziehen, um sie nicht zu fluten.
    Patrik gab dann ein ganz brauchbares Fotomotiv ab und wir tauschten schnell Emailadressen damit ich ihm die Bilder später zusenden könnte.
    Ich bin mir nicht ganz sicher aber ich denke das dies so ein bisschen der Moment gewesen sein könnte an welchem er sich entschloss es zumindestens zu versuchen meine Tagesetappenlängen zu laufen. Wir verstanden uns echt gut, und er bekäme einen Fotograf für seine Tour

    Auf jeden Fall sagte er mir das er mal schauen wöllte ob er bis zur Nedrefosshytta geht an diesem Tag und wir liefen weiter, jeder für sich.
    Wir haben uns dann verloren, und soviel vorweg, am Nachmittag/Abend in der Hütte wieder getroffen.


    erste größere Flussdurchquerung kurz nach dem Start


    Patrik und Mauri bei der zweiten größeren Flussdurchquerung

    Der restliche Wandertag war weitestgehend einfach zu laufen, ab und an gab es ein paar unklarheiten was hier der Wanderweg und was ein 4WD-Track sein soll, aber alles in alles war es gut zu laufen und einfach wunderschön.
    Die Aussicht war klasse!


    entspanntes Wegprofil

    Nach der Flussquerung ging es sanft Bergan, und der Jierta kam in Sicht, und Schritt für Schritt näher, etwas später löste ihn dann das Reisedalen als optischer Fixpunkt und Highlight ab. Wirklich beeindruckend dieser Canyon!


    Jierta1


    Jierta2


    Jierta3


    Jierta4


    Reisadalen1


    Reisadalen2


    Reisadalen3


    Reisadalen4

    Beim Abstieg in den Canyon kam dann noch ein neugieres Schneehuhn in Reichweite meiner Kamera so das ich ein Andenken mehr auf der SD-Karte hatte. Der Weg in den Canyon war ganz gut zu gehen doch leider habe ich den Abzweig zum Immofossen übersehen, bzw konnte den Weg nach dem Hinweisschild nicht erkennen, mittlerweile war es wieder dicht bewaldet, und da ich mich nicht verlaufen wollte hab ich mir gesagt das ich den Imofossen einfach das nächste mal anschaue wenn ich hier bin. Da hätte ich wenigstens nochmal einen Grund herzukommen.
    Abgesehen davon hatte ich schon einige Kilometer in den Beinen und wollte dann auch mal ankommen.
    Das letzte Stück hatte es dann in sich, der Weg ging vielleicht 10-20 Meter über dem Fluss entlang einer scharfen Abbruchkante entland welche über längere Zeit so schmal war das sie mit Ketten und Stahlseilen in der Wand als Handlauf gesichert war. Leider war ich zu dem Zeitpunkt offenbar mit mir selber beschäftigt das ich keine Fotos von dem Abschnitt gemacht habe, aber vielleicht hat ja jemand von euch eins?
    Dann ging es nur noch über die erste norwegische Hängebrücke meiner Wanderkarriere, ich dachte zu dem Zeitpunkt das diese Brücke richtig schlecht gewesen sei, wenn ich da gewusst hätte was ich noch an Brücken zu erleben hatte
    Und schon war ich da.
    Ich war wirklich erschöpft und in der halben Stunde in der ich einfach nur Pause auf einer Bank gemacht habe kam ein Pärchen an welches schonmal die Hütte bezog.
    Ich gesellte mich dann auch zu ihnen, die Aussicht auf ein echtes Bett war zu verlockend, und ich bin ja nicht umsonst Mitglied des DNT geworden.. da wollte ich den Hüttenrabatt auch auskosten
    Das Norwegische Pärchen war Norge Pa langs unterwegs und so kamen wir ins Gespräch und währenddessen auch auf Simon zu sprechen, sie hatten ihn wohl bei einer seiner Tour mit seiner Freundin kennengelernt, ich habe ihn auf dem Treff in Hessen getroffen. So klein ist die Welt manchmal.

    Nicht viel Später kam Patrik an, und wir hatten noch etwas mehr zu quatschen. Das Pärchen heizte die Sauna ein, und nach den beiden gingen Patrik und ich. Rückblickend muss ich sagen, die Sauna an der Nedrefosshytta ist die die beste Sauna der Tour gewesen, da der Fluss dort ein wunderbares Badebecken ausgespült und dennoch nicht zu viel Strömung hatte.

    Als wir dann erfrischt und sauber waren kamen noch zwei Schweden, der eine war unser Wanderer von letzter Nacht, dieser War UL unterwegs von Kautokeino nach Kilpisjärvi mit 7 oder 8 Kilo Gepäck. Es gab also etwas Geartalk allerdings ganz frei von quasirelgiösem Eifer zwischen UL und UH Wanderern.. Patrik war mit einem riesen Monster an Rucksack unterwegs welcher sogar voll war oO (Bergans Alpinist 130 oder so hieß der).

    An diesem Tag wurde es dann das erstemal etwas später, aber genau für solche Begegnungen bin ich unterwegs, heute war zwar ein wirklich anstrengender aber auch unglaublich schöner Tag!
    Und das beste.. abends Gab es ein echtes Bett und Vorhänge die es dunkel im Zimmer machten!


    Schneehuhn


    Alpenglühen (ganz ohne Alpen) an der Nedrefosshütte
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  4. Erfahren
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    AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #24
    Tag 4: Nedrefosshytta – Abzweig hinter Saraelv ca 26 Km

    Freitag, der 2. August

    Nach dem langen Abend gestern, geht es heute etwas später los. Obwohl ich kein Zelt abbauen musste komme ich erst halb neun los.
    Die Nedrefosshytta kann ich nur jedem wärmstens empfehlen welcher mal in der Ecke ist, definitiv eine der schöneren Hütten auf der Tour!

    Ansonsten war der Weg heute nicht zu verfehlen, klar ging ja immer in einem recht engen Canyon entlang, und obwohl dieser dicht bewachsen war, gab es einfach nicht viel Platz zum verlaufen. Das Norge Pa langs Pärchen von gestern ist am frühen abend noch weiter gezogen, sie wollten unweit der Hütte noch den dierekten Anstieg ins Kahlfjell nehmen und irgendwo oben mit Aussicht zelten. Als ich dort die steilen Wände betrachte kann ich mir gar nicht vorstellen wie man da hoch laufen soll.

    Ansonsten war heut ein recht ereignisarmer Tag, es gab eine längere Fotosession am Mollisfossen, dem höchsten Wasserfall Norwegens. Bei den Pausen haben Patrik und ich uns immer wieder getroffen und ab der Sieimmahytta sind wir dann mehr oder minder gemeinsam gegangen. Wenn wir zu diesem Zeitpunkt gewusst hätten wie lange wir den Weg gemeinsam laufen..

    An der Sieimmahytta traf ich noch ein Pärchen aus dem Vogtland, mit dem ich ein nettes schwätzchen halten konnte. Ansonsten war bis auf ein wenig Bootsverkehr für die Angler auf dem Reisaelva nichts los




    Mollisfossen


    Pause


    Voumadakkagammen


    dichte Vegetation

    Nach Sieimma war der Weg dann ein wenig stärker verblockt aber das war nicht weit bis es wieder einfach zu gehen war.
    Ich weiß garnicht so richtig warum aber ich habe heute wenig fotografiert.
    Vielleicht da es keine weiten Aussichten gab, vielleicht auch weil wir den zweiten Teil mehr oder minder zusammen gelaufen sind, und uns unterhalten haben, keine Ahnung.

    Jedenfalls habe ich weder den großen Lagerplatz kurz vor Saraelv fotografiert, welcher ein idealer Tagesendpunkt gewesen wäre, noch unseren späteren Lagerplatz direkt am abzweig des Wanderwegs ins Fjell.
    Wir haben uns dann schon geärgert das wir den Lagerplatz am Fluss nicht genommen haben, aber da es nochmal etwas Wasser auf dem weiteren Weg gab, sind wir mit dem perfekt ebenen Platz an der Parkbucht neben dem Abzweig ins Fjell gut zurecht gekommen.
    Später kam noch ein Norweger mit Tochter und Hund vorbei, welcher sehr interessiert an dem woher und wohin war, ansonsten nutzen wir das vorhande Mobilfunksignal um uns zu Haus zu melden.

    --

    Ach ich hab ganz vergessen die Mücken zu erwähnen, in diesem Tal gab es zwar weniger Mücken als anderswo auf der Tour, aber diese hier waren besonders durstig. Ich hatte am Abend dutzende Mückenstiche, fast ausschließlich an beiden Ellbögen. Und das obwohl ich reichlich Mücketötolin verwendet habe..
    Geändert von Bresh (30.05.2020 um 20:28 Uhr)
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  5. AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #25
    Sehr schön! Das Reisadalen sieht ja großartig aus, auch der Mollisfossen ist beeindruckend! Irgendwie habe ich mir die Gegend da oben immer ganz anders vorgestellt, viel flacher und sumpfiger. Freue mich auf Fortsetzung

  6. Erfahren
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    AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #26
    Ja das Reisadalen ist einen Besuch wert, die Nedrefosshytta war wie bereits erwähnt eines der Highlights meiner Tour auch die vielen Wasserfälle und dichte Vegetation.. einmalig da oben!
    Dazu kommt das der Reisaelva ein beliebtes Lachsgewässer ist, die Angellizenzen dort sind ziemlich teuer und es gibt lange Wartelisten!
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  7. AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #27
    Zitat Zitat von Bresh Beitrag anzeigen
    Das Norge Pa langs Pärchen von gestern ist am frühen abend noch weiter gezogen, sie wollten unweit der Hütte noch den dierekten Anstieg ins Kahlfjell nehmen und irgendwo oben mit Aussicht zelten. Als ich dort die steilen Wände betrachte kann ich mir gar nicht vorstellen wie man da hoch laufen soll.

    Das geht schon, ist aber wohl nicht ganz einfach... Einige NPL-Läufer die durchs Nabar gegen Norden laufen steigen da auf.
    Auch die beiden sind hoch gekommen (Hätte bei ihr auch nichts anderes erwartet), aber wohl nicht ganz im ersten Versuch.
    https://www.ginajohansen.com/post/20...reisadalenmasi
    Ihr werdet auch erwähnt.

    Gruss
    Henning
    Es gibt kein schlechtes Wetter,
    nur unpassende Kleidung.

  8. Erfahren
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    AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #28
    Danke für das teilen des Links, und ja das waren die beiden!
    Ich spreche leider kein norwegisch, so musste mir die Google translate Übersetzung genügen, aber die genügt mir um meinen Eindruck zu bestätigen das der Auf- und Abstieg dort nicht viel Spaß macht^^

    Edit: ich hab soeben bemerkt das ganz unten eine englische übersetzung der Texte der jeweiligen Tage steht
    Geändert von Bresh (30.05.2020 um 21:32 Uhr)
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  9. Erfahren
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    AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #29
    Soo.. nachdem das Pfingswochenende ab vom Rechner verbracht wurde geht es nun weiter.

    Tag 5: Abzweig hinter Saraelv – Somashytta ca 29 Km

    Sonnabend, der 3. August


    Die War war angenehm ruhig, und so wachen wir am morgen ausgeruht auf. Heute ist geplant bis zur Somashytta zu gehen, das wird wieder ein langer Tag, falls wir doch nicht vorher irgendwo zelten.
    Grad der Beginn des war anstrengend, da ging es ziemlich weit hinauf von unsren 200m am Übernachtungsplatz, zwischendurch bis an die 900m Höhenlinie heran. Die ersten 200 Höhenmeter gab es zum Frühstück auf dem ersten Kilometer zum Sarafossen. Anstrengend aber schön!


    Sarafossen

    Etwas weniger steil ging es dann die nächsten Kilometer bis auf ca 800 Meter hoch, ab hier war das Gelände dann recht flach und gut zu gehen. Der Kontrast zum gestrigen Tag mit seiner dichten Vegetation hätte garnicht größer sein können.
    Kahlfjell in alle Richtungen!
    Ich liebe ja die sanften Hügel in Nordskandinavien, wenn man da mal oben ist hat man eine Aussicht welche unbeschreiblich ist. Besonders da es dort oben kaum Menschen gibt, kann man ewig weit sehen ohne irgendwelche Straßen oder Städte zu erblicken. Diese enorme Weite macht etwas mit den Menschen die man dort trifft. Ich habe noch nie beim wandern im Norden Leute getroffen die dieses beeindruckende Gefühl nicht auch teilten.


    Kahlfjell!


    Weite Sichten



    Zwischenzeitlich ging es über eine längere Passhöhe, hier fehlte mittlerweile jegliche Vegetation gänzlich. Bis Kilpisjärvi ist mir das bei jedem Pass ab ca 900 Meter Höhe aufgefallen. Aber wenns keine Pflanzen gibt, so gab es immerhin (alt)Schnee im August. An einem Schneefeld haben wir Pause gemacht, Mauri hat den Schnee sehr genossen auch wenn es heute nicht zu warm war.


    steiniger "Pass"

    Auch wenn Aufstieg zu beginn des Tages echt anstrengend war, so war der Weg anschließend gut zu gehen, sodas wir nicht auf die Idee gekommen sind den Tag eher zu beenden. Wir waren an dem Tag also also insgesammt gut 11 Stunden unterwegs bis wir an der Somashytta angekommen sind.
    Zum Weg an sich ist noch zu sagen das dieser wohl eher selten begangen wird, über weite Strecken fehlt ein erkennbarer Pfad, allerdings ist die Wegmarkierung gut genug und die Landschaft auch ohne diese Markierungen übersichtlich.


    der Somajavri kommt in sicht


    Somashytta

    In der Somashytta ist bereits ein Finne mit seinen 2 Kindern und seinem Vater, ein drei Generationen Familienausflug quasi.
    Die 4 Sind heute 18 Kilometer von der nächsten Straße hier her gelaufen. Respekt! besonders wenn man bedenkt das die Kinder ungefähr 10 Jahre jung waren. Leider sprechen sie kaum Englisch aber Patrik spricht gut Finnisch ;)
    Die Familie ist zum Angeln hier, das rohe Fischmus lehne ich allerdings dankend ab, auch so wird es aber ein schöner Abend.

    Die Hütte ist recht Klein, und den eigentlichen Schlafbereich haben die Finnen bereits bezogen, so entscheiden Patrik und ich, das wir in dem "Notübernachtungsbereich" direkt unterm Dach schlafen, da liegen Rentierfelle aus und Platz ist dort für uns beide reichlich vorhanden.
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  10. Fuchs
    Avatar von Pfiffie
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    AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #30
    Klasse , man bekommt direkt mal Lust auf diese Strecke, naja wer weiß. Was die Aussicht betrifft kann ich das total nachvollziehen. Es ist schon bemerkenswert bei der Bevölkerung heut zu tage mal 20-30km weit zu schauen und noch mehr ohne nicht mind. eine blöde Antenne zu sehen. So sehr man sich anstrengt, man sieht nix außer Steine und grünes selbst wenn man aufn Berg hochwatschelt. Das ist dann wirklich was besonderes. Ich denke es geht jedem Ähnlich der nach 1, 2,3 oder mehr Wochen mal wieder ein Auto sieht
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

  11. Erfahren
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    #31
    Tag 6: Somashytta – Meekonjärvi ca 26 Km

    Sonntag, der 4. August

    An diesem Tag ging es bei uns etwas später los, wir hatten ja gestern wieder einen längeren Abend ;)
    Am Vormittag flog dann auch ein Flieger über unsere Köpfe, welcher grad auf dem Somasjavri gestartet war.
    Offenbar mochten mehr Menschen diese Gegend, und nicht alle wollten laufen ;)
    Nichts desto trotz, sind wir dann los und habem kurze Zeit später unsere erste Grenze der Tour überschritten.
    Insgesamt werde ich bis zum Ende der Tour 16 Grenzen überschreiten, oft auch ohne auch nur das geringste Anzeichen dafür das dort eine wäre. Die großen gelben Grenzsteine sind nicht immer ins Sichtweite, und manchmal auch garnicht mal so groß und gelb^^


    Flieger über dem Somajavri


    Das erste Rentier


    Grenze NO-FI

    Nach überschreiten der Grenze sind nun also finnische Steine unter meinen Stiefeln, wenn mir eins in Erinnerung geblieben ist, dann das es in Finnland keinen Mangel an Steinen gibt, zumindestens in der Region dort oben sind geügend für alle da =)
    Kurz nach Kobmajoki treffen wir dann die Gruppe Finnen welche sich hat alles, wirklich alles (!) was man für Luxusclamping in der Wildnis braucht, hat einfliegen lassen. Sogar Bier haben die Palettenweise!
    Etwas neidisch und auch ein wenig ratlos, warum man sowas tut, ziehen wir nach kurzen Smalltalk weiter.


    Na was bist denn für einer?


    Kobmajoki


    Da ist dann wohl wieder mal jemand ohne Rückrat unterwegs..

    Der weg bleibt sehr steinig, über einen Höhenzug, welcher uns an die 1000 Meter Marke bringt geht es dann ab an den Pihtsusjärvi , der Anblick ist wundervoll. Die gleichnamige Hütte ist wirklich sehr schön gelegen und da es heute angenehm warm ist, gibts zum Mittag ein erfrischendes Bad mit anschließender Sonnenpause!
    Ich entschließe mich den restlichen Tag dann sogar in kurzer Hose zu Wandern. Gestrüpp welches einem die beine zerkratzt gibt es hier eh so gut wie nicht. Generell zeichnet sich der Tag heut hautpsächlich durch Steine und schöne Gewässer aus.
    Auf dem Weg zum Meekonjärvi wird es sogar richtig heftig verblockt, allerdings haben die Finnen über die "schlimmsten" Passagen dicke Bohlen verlegt, an eine Blockhalde kann ich mich noch erinnern, da waren Steine so Groß wie Wohnwagen irgendwann mal einen Hang runtergepurzelt, und lagen nun so halb im See, von 1x1 Meter bis 3x3 Meter war da alles dabei^^


    Anzeichen der Zivilisation


    spärliche Vegetation


    Pihtsusjärvi


    Phitusjärvi

    Doch zuvor ging es ein einem größeren Wildbach entlang welcher Pihtsusjärvi und Meekonjärvi verbindet. Es gab auch einige Wasserfälle zu bestaunen. An der Brücke über den Bach sind wir erstmal ein ganzes Stück vorbei gelaufen. Wir haben sogar überlegt das Flüsschen an der Einmündung am Meekonjärvi zu furten anstelle zurückzugehen. Mein Wanderführer sprach auch das dies bei niedrigem Wasserstand möglich sei, allerdings haben wir uns dann doch dagegen entschieden und sind zurückgegangen um die Brücke zu finden.


    klarer Fall von Wasser


    Brücke


    Stromschnelle

    Am Ende war die Entscheidung wohl die richtige, im Mündungsgebiet war der Bach ein echter Fluss welcher mindestens eine tiefere Rinne gebildet hat. Mit meiner Selbstsicherheit zum Ende der Tour hätte ich es an dieser Stelle, bei dem perfekten Wetter, allerdings wohl drauf ankommen lassen.
    Schwierig zu schätzen wenn man nicht drinnen stand, aber ich würde die Rinne als ca Hüfttief einschätzen (als wir dort waren).


    Meenkonjärvi

    Kurz bevor wir dann waren, man kommt bei den Meekonjärvihütten raus, welche man reservieren muss, sind wir zu den freien Hütten etwas vom Weg abgekommen und kamen am Bach an einer Stelle raus an denen ich nochmal die Watschuhe rausholen musste, 20 Meter später kann ich dann sehen das ichs hätte auf einfach haben können.. Aber egal, so haben wir noch etwas zum lachen und freuen uns da zu sein.
    An den Hütten sind schon einige Finnen, einer liegt auch krank in der Hütte. Wir bauen unsere Zelte auf und kümmern uns um unsere Abendroutine.
    Patrik als ehemaliger Offiziersanwärter erkennt das sich bei einer der Gruppen scheinbar um Armeeangehörige handelt und kommt mit ihnen ins Gespräch. Sie wundern sich, wie er mir später berichtet, wie der dicke deutsche denn mit einem Bild von einem Mann wie ihm schritt halten könne. Er erklärt ihnen dann das es eher umgekehrt ist.
    Als er mir das berichtet bin ich schon irgendwie Stolz, obwohl mir dieser Wettbewerbsgedanke eigentlich gänzlich fremd ist. Und ich hatte nicht den Eindruck das Patrik gerne langsamer/weniger weit laufen wöllte.. Eigentlich haben wir genau das selbe Wandertempo und auch unser Pausenrythmus harmoniert sehr gut, in diesen Tagen merken wir das wir die nächsten Wochen gemeinsam unterwegs sein werden.


    Mauri, immer ein Foto wert
    Geändert von Bresh (04.06.2020 um 20:36 Uhr)
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    AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #32
    Zitat Zitat von Bresh Beitrag anzeigen

    Na was bist denn für einer?
    Eine Falkenraubmöwe (Stercorarius longicaudus).

    PS kleine Korrektur, falls mal jemand deinen Bericht ergoogeln möchte: der eine der genannten Seen (+ Hütte) heißt nicht Phitusjärvi, sondern Pihtsusjärvi (gelegentlich auch Pitsusjärvi geschrieben). Übrigens von nordsaamisch Bihčosjávri, und das nun vmtl. wieder von ''bižus" = Goldregenpfeifer. Goldregenpfeifersee, wie schön. Man weiß zu wenig darüber, was die ganzen kompliziert klingenden geographischen Bezeichnungen eigentlich bedeuten, sage ich mir gelegentlich. (Nein, ich kann weder Finnisch noch Saamisch, habe etwas herumgesucht, und gefunden in diesem "Finnischen Ortsnamenbuch" - Suomalainen paikannimikirja - S. 84 unter "Bihčosgorži"...)
    Geändert von Ljungdalen (03.06.2020 um 08:45 Uhr) Grund: Pihtsusjärvi

  13. Erfahren
    Avatar von Bresh
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    #33
    Oh danke für deinen Hinweis, ich werde es korrigieren.
    Und ja schöne Herleitung des Names!
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  14. Erfahren
    Avatar von Bresh
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    #34
    Tag 7: Meekonjärvi – Kilpisjärvi ca 31 Km

    Montag, der 5. August

    Heute geht es nicht zu spät los, wir haben uns sogar einen Wecker gestellt, da wir heut bis Kilpisjärvi kommen möchten, und dann Zeitverschiebung zw No und Fi haben wir in Kilpis eine Stunde weniger..

    Das Wetter sieht vielversprechend aus, und so geht es für mich wieder in kurzer Hose los. Besser kann ein Nordlandurlaub nicht laufen ;)

    Insgesammt war heute offenbar ein relativ ereignisloser Tag, ich habe keine Notizen zum Weg gemacht und außer einem kranken Wanderer in der in der Hütte am Saarijävri kann ich mich auch an keine besonderheiten des Weges erinnern.
    Es lief sich ganz gut, und so kommen wir auch schon vor um 4 (Finnischer Zeit) in Kilpisjärvi an und bekommen noch ein Hotelzimmer in welches auch Mauri mit rein darf, Abends geht es dann noch ins Hotelrestaurant, für mich gibt es Rentierburger und Bier! Morgen ist Ruhetag!


    Kalottireitti


    Aussicht am Meekonjärvi

    Das einzige was mir in Erinnerung geblieben ist, ist das wir sehr oft Rentiere gesehen haben, mal vereinzelte und mal eine relativ große Gruppe. Soviele Tiere wie hier und heute sollte ich auf der weiteren Tour nicht mehr erblicken.
    Die Rentiere streiften so oft unseren Weg das sich selbst Mauri irgendwann nicht mehr wirklich für sie interessiert hat.


    Rentiere 1


    Rentiere2

    Dafür hat sich allerdings ein Hermelin sehr für uns interessiert, bei einer kleinen Trinkpause haben wir es bemerkt und es schien so als ob dies Hermelin sehr Neugierig und Interessiert sei.
    Wir haben es darauf geschoben das es Mauris Hundefutter riechen konnte.
    Wir haben sicherlich 15 Minuten die Aufmerksamkeit des Hermelin genossen, bevor wir uns losreissen konnten und weiter sind.


    Hermelin




    Bohlenwege!




    Rentiere 3


    Kurz vor Kilpisjärvi
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  15. Erfahren
    Avatar von Fjellfex
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    AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #35
    Schon mal jetzt vielen Dank für den Bericht!

    Insbesondere der Abschnitt nach Kilpisjärvi hat mich besonders interessiert, da man hierüber seltener lesen kann. Alle Achtung vor Deinen/ Euren Etappen! 142 km in 5 Tagen ... da hätte ich schon längst die weiße Fahne geschwenkt ...

  16. Erfahren
    Avatar von Bresh
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    AW: [NO/FI/SE] Der Nordkalottleden von Kautokeino nach Kvikkjokk Sommer 2019

    #36
    Sorry das es hier nicht weitergeht, aber ich hab grad viel um die Ohren, ich seh zu das ich bald weiter schreibe!

    @Fjellfex

    Ich habe schon öfter gehört das ich wohl recht ausdauernd bin, allerdings ist die Navigation dort oben insgesammt recht einfach, das ist meist ein sehr übersichtliches Gelände, und es gibt für viele Kilometer keine Abbiegemöglichkeiten die man verfehlen könnte (Wenn man auf den markierten Wegen läuft) ich verfalle dann nach einigen Tagen des Wanderns wie in eine innere Trance, und laufe einfach, ohne Nachdenken.. das ist (mental) sehr erholsam. da bekomm ich die Weiten Distanzen nicht so mit. (Meine Wohlfühldistanz liegt bei so ~25Km je nach Terrain.
    Wirklich erschöpft war ich auf der Tour nur einmal, als wir in der Nedrefosshytta angekommen sind, die Sauna dort hat aber alles wieder Wett gemacht!
    Die Region dort oben bietet sich allerdings auch locker für kürzere Tagesetappen an, wir haben an fast allen Tagen eine Hütte "übersprungen" und auch sonst gab es reichlich stellen zum Zelten.
    Mein Tourtagebuch --->www.bresh.eu<---

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