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    [NO] Hardanger Vidda 1960

    #1
    Mitreisende: Peter35
    Hardanger Vidda 1960

    Im Sommer 1960 begaben sich 6 Freunde aus einer Jugendgruppe im Ruhrgebiet auf die hier beschriebene Reise. Der Plan war eine Wanderung durch das südnorwegische Hochfjell und Naturschutzgebiet „Hardanger Vidda“ von Süden nach Norden, von Haukeliseter an der heutigen Straße E134 bis zur Station Finse an der Bahnlinie von Bergen nach Oslo.

    Dauer der Reise 18 Tage, davon 12 Tage für die Fjellwanderung. Die Wanderroute führte von Haukeliseter über Hellevassbu, Litlos, mit Abstechern in das Kvennatal und in das Gebiet um den 1690 m hohen Harteigen, Sandhaug, Trondsbu, Dyranut, Kjeldebu und östlich am Hardanger Jökulen vorbei nach Finse.


    Die Anreise in solche entfernten Wandergebiete im Ausland war in den 1950/60er Jahren recht zeitaufwendig. Üblich für Jugendgruppen mit schmalem Budget war die Bahnreise, denn es gab die Möglichkeit, für Fahrten im Inland und auch in den meisten Nachbarländern Gruppenfahrkarten mit ermäßigtem Tarif zu buchen.

    Am ersten Tag ging es mir der Bahn nach Hamburg, Übernachtung in der Jugendherberge. Am nächsten Tag weiter mir der Bahn über Flensburg und durch Jütland nach Hirtshals, hier zelten wir in den Dünen. Am dritten Tag frühmorgens mit dem Fährschiff über den Skagerrak hinüber nach Kristiansand in Norwegen, Frühstück auf der Fähre. Wir fahren gleich weiter, erst noch ein Stück mit der Eisenbahn, dann mit einem Postbus durch das Setesdalen bis nach Bykle, hier Übernachtung in der Jugendherberge. Die Tage im Sommer sind lang in Norwegen, so bleibt am Abend noch Zeit für einen Ausflug in das Umland des Ortes. Wir besichtigen die uralte kleine Holzkirche und sehen alte, in traditioneller Blockhausbauweise gebaute Bauernhöfe mit den für diese Landschaft typischen, auf hohen Stelzen stehenden Getreidespeichern. Die Berghänge sind von dichten Nadelholzwäldern bewachsen. Das vom Wildfluss Otra durchflossene Setesdalen ist, wie viele andere Täler in Südnorwegen, seit Jahrhunderten von Landwirtschaft und Holzwirtschaft geprägt.

    Am Morgen des vierten Tages geht es mit dem Postbus weiter. Der Busfahrer setzt uns nach einigen Stunden bei der Fjellstation Haukeliseter ab. Hier beginnt unsere Wanderung. Es ist schönes Sommerwetter mit einer eindrucksvollen Bewölkung. Diese Wetterlage blieb uns während der ganzen Tour treu, wir hatten keinen einzigen Regentag und nur einmal ein nächtliches Gewitter.

    Die vom norwegischen Touristenverein DNT mit Steinhaufen markierte Route durch das Fjell führt, beginnend auf einer Höhe von etwa 1100 m über NN durch flache Täler zwischen den etwas höheren Felsrücken. Oft müssen Fließgewässer durchwatet werden, in den Senken liegen kleine eiskalte Seen und an den Nordhängen sieht man Schneefelder. Das Vegetation steht jetzt, Mitte Juli, in voller Blüte; Heidelbeeren, Moosbeeren, Moose und Flechten, Zwergbirken, Zwergweiden und flache Wacholder bilden den spärlichen Bewuchs zwischen den Felsblöcken, an moorigen Stellen wachsen Binsen, Schachtelhalm, Sonnentau und Wollgras.

    Am Abend erreichen wir eine kleine, mit Erde und Moos bedeckte Steinhütte, sie ist offen, kein Bewohner zu sehen. Eingerichtet ist die Hütte mit einem Schlaflager aus Rentierfellen und einer gemauerten Feuerstelle. Wir lagern neben der Hütte, bereiten unser Abendbrot. Als es dunkel wird, beschließen wir, auf dem Holzfußboden der Hütte unsere Schlafsäcke auszubreiten. In der Nacht klopft es an der Tür, ich öffne und vor mir steht der Bewohner der Hütte, er kam zurück von einer Inspektion seiner Weidetiere irgendwo im Fjell. Ich erkläre mit meinem bisschen Langenscheidt-Norwegisch die Situation, er nickt und haut sich auf seine Lagerstätte. Am Morgen wachen wir auf und treffen ihn bereits vor der Hütte an, er verzehrt gerade sein Frühstück und hat auch schon Kaffee für uns mit gekocht.

    Die Vegetation wird immer spärlicher je weiter wir in das Naturschutzgebiet hineinlaufen weil die Höhe des Fjells über NN nach Norden hin bis auf etwa 1400 m ansteigt. Streckenweise führt die Route nun über blanke, nur von Flechten und Moos bedeckte Felskuppen. Die Fernsichten über die weite Vidda und die täglich wechselnden sommerlichen Wolkenspiele über der nördlichen Landschaft faszinieren uns sehr, wir alle sind zum ersten Male in Skandinavien und haben ein solches Gebirge noch nicht erlebt.

    Die Hardanger Vidda ist im nördlichen Teil für Wanderer gut erschlossen durch ein Hüttennetz des DNT. Im südlichen Teil mit dem landschaftlich schönsten Bereich, dem Kvennadalen, gab es damals nur 2 unbewirtschaftete Hütten, Hellevassbu und Middalsbu. Wir waren durch unsere Zelte unabhängig von den Hütten und hatten auch für einige Tage Lebensmittel dabei. Der Plan, den Proviant in den Hütten zu ergänzen, hat aber nicht gut funktioniert. Es gab in den bewirtschafteten Hütten zwar exzellente Frühstücksbüffets und Abendessen, aber nur sehr spärliche Butterbrote für unterwegs zu kaufen. Wir lösten das „Problem“ dadurch, dass wir immer, wenn eine Hütte in der Nähe war, dort zu einer Mahlzeit einkehrten. Es war eine angenehme Lösung, die nur unsere Reisekasse etwas strapazierte. Einmal, ich glaube es war in Sandhaug, bestellten wir das Abendmenü für 6 Personen. Es wurde die vordere Hälfte eines riesigen gegrillten Lachses auf einer Platte serviert, dazu Kartoffeln, Gemüse und was sonst dazu gehört. Wir putzten natürlich alles bis auf die Gräten weg. Flugs erschien die Bedienung, räumte alles ab und in Windeseile stand die hintere Hälfte des Fisches, wieder mit allen Beilagen, auf dem Tisch! Nachdem auch dieser 2. Gang vertilgt war, gab es zum Nachtisch eine große Schüssel Johannisbeeren mit flüssiger Sahne. Wir waren versöhnt ob der hohen Preise beim DNT, die natürlich berechtigt sind, denn alle Lebensmittel wurden dazumal zumeist noch mit Packpferden zu den Hütten gebracht. Nur wenige Hütten hatten einen Zufahrtsweg für Landrover. Angenehm waren die Hütten auch, weil man gegen eine kleine Gebühr die sanitäre Infrastruktur benutzen durfte.

    Die Hütten des DNT waren in unserem Plan natürlich auch als Unterkünfte vorgesehen für den Fall, dass schlechtes Wetter eintritt. Besonders wetterfest waren unsere damaligen Zelte nicht, sie bestanden aus einzelnen Dreiecksbahnen, aus denen man die Zelte verschieden groß zusammenknöpfte. Auch hatten die Zelte keinen Boden. Wir hatten aber während der ganzen Wanderung beständiges Hochdruckwetter, konnten uns täglich einen schönen Zeltplatz aussuchen und die langen hellen Abende genießen. Einige Male lagerten wir auch bei einer der kleinen Steinhütten am Wege, die wohl in früheren Zeiten den einheimischen Rentierzüchtern als Unterstand dienten und in denen wir unser Gepäck unterstellen konnten.

    Eine unverhoffte Gelegenheit zum Provianteinkauf ergab sich, als wir in einer Hütte an einem kleinen See auf drei Norweger treffen. Sie sind auf Angelurlaub, haben auch ein Boot auf dem See. Sie bieten uns an, in ihrer Hütte zu übernachten, was wir gerne annehmen. Auf einem Schrank liegen Jagdgewehre, ob sie auch Jäger sind? Wir sahen unterwegs in der Ferne oft kleine Gruppen Rentiere. Wir erzählen den Männern unser Problem, sie haben aber keine überflüssigen Lebensmittel für uns. Einer von Ihnen drückt mir einen Autoschlüssel in die Hand, macht ein Kreuz in unsere Wanderkarte und schlägt vor, dass zwei von uns mit seinem dort stehenden Auto ins Tal zum Einkaufen fahren, es wären nur 3 Wegstunden bis zum Auto! Es wurden über 4 Stunden, das Auto war ein alter LKW mit offener Ladefläche. Wir fuhren auf einem abenteuerlichen Schotterweg hinunter bis zu einem kleinen Laden, kauften Vorräte ein und fuhren zurück. Auf dem Rückmarsch überraschte uns die Nacht. Wir biwakierten ein paar Stunden (die Dunkelheit ist ja recht kurz im Hochsommer in Norwegen) in einer kleinen Steinhütte auf einer Passhöhe, liefen bei Sonnenaufgang weiter und kamen schließlich zum späten Frühstück wieder bei den Kameraden an. Sie hatten sich schon Sorgen gemacht.

    Bei Dyranut überqueren wir die Straße, die von Geilo nach Eidfjord über die Hochfläche führt. Da hier auch ein Postbus verkehrt, fährt einer von uns hinunter zum Fjord zum Einkauf von Proviant. Er ist der einzige der Gruppe, der den berühmten Wasserfall Vöringfossen bewundern kann, der am Wege liegt. Etwa entlang der Straße verläuft die nördliche Grenze des Naturschutzgebietes Hardanger Vidda. Die Landschaft wird jetzt gebirgig, in tiefen Schluchten strömen wilde Gewässer zu Tal. Der markierte Wanderweg führt östlich am 1863 m hohen Hardanger Jökulen vorbei und überquert mehrere der Wildbäche auf Hängebrücken. Es führt auch ein Weg über den Jökulgletscher, der aber nicht zu unserem Plan gehört.

    Am Abend des letzten Wandertages erreichen wir die Finsehytta des DNT und übernachten dort. Vor der Bergkulisse des Hardanger Jökulen steht eine Granitstele zum Gedenken an den englischen Polarforscher Robert Scott und seine Mannschaft, die 1912 bei ihrer Expedition zum Südpol ums Leben kamen. Den Wettlauf zum Südpol gewann damals eine norwegische Expeditionsmannschaft unter ihrem Leiter Roald Amundsen.

    Mit dem ersten Zug der Bergenbahn am nächsten Morgen geht die Fahrt nach Oslo, hier Übernachtung in der Jugendherberge. Es ist ein Sommersonntag, die Menschen haben sich fein gemacht, flanieren in der Stadt und besuchen die Cafes. Wir machen auch einen kleinen Stadtbummel, besichtigen die Festung Akershus und den Hafen. Am nächsten Tag beginnt unsere Rückreise mit der Eisenbahn auf der „Vogelfluglinie“ Oslo - Göteborg - Kopenhagen - Nyköping (Falster) - Hamburg und ins Ruhrgebiet.












    Impressionen in Farbe von einem Tag der Wanderung. Die Bilder zeigen die Landschaft nördlich von Kjeldebu, ganz im Hintergrund sieht man auf einem der Bilder den Gletscher des Hardanger Jökulen. Aufgenommen wurden diese Fotos auf einem der damals ganz neuen Farb-Negativfilme, ansonsten verwendete ich SW-Rollfilm. Ich fotografierte mit einer Mittelformat-Spiegelreflexkamera Rolleicord 3,5/75 mm und einem Bildformat von 6x6 cm.




    Erste Etappe der Reise: Hamburg


    Fahrt mir der Eisenbahn ab Hamburg nach Hirtshals in Dänemark


    Überfahrt mit der Fähre von Hirtshals nach Kristiansand


    Fahrt ab Kristiansand durch das Setesdalen mit Bahn und Linienbus


    Übernachtung in der Jugendherberge in Bykle


    Die Holzkirche in Bykle, erbaut 1620, schon im 13. Jahrhundert stand hier eine Kirche





    Bauernhof im Setesdalen mit Getreidespeicher und Nebengebäude


    Start unserer Wanderung bei Haukeliseter





    Die Route durch das Fjell führt durch flache Täler zwischen den etwas höheren Felsrücken, oft müssen Fließgewässer durchwatet werden











    In den Senken liegen kleine eiskalte Seen


    Die Fernsichten über die weite Vidda und die täglich wechselnden sommerlichen Wolkenspiele über der nördlichen Landschaft faszinieren uns sehr, wir alle sind zum ersten Male in Skandinavien und haben ein solches Gebirge noch nicht erlebt






































    Wir hatten während der ganzen Wanderung beständiges Hochdruckwetter, konnten uns täglich einen schönen Zeltplatz aussuchen und die langen hellen Abende genießen





    Die Landschaft wird jetzt gebirgig, in tiefen Schluchten strömen Wildgewässer zu Tal, Der Wanderweg führt östlich am Hardanger Jökulen vorbei und überquert mehrere der Wildbäche auf Hängebrücken











    Vor der Bergkulisse des Hardanger Jökulen steht eine Granitstele zum Gedenken an den englischen Polarforscher Robert Scott und seine Mannschaft, die 1912 bei ihrer Expedition zum Südpol ums Leben kamen





    Die Finsehytta des DNT


    Bahnhof in Finse, mit dem Zug der Bergenbahn geht die Fahrt nach Oslo


    Ausblicke bei der Eisenbahnfahrt durch das Hallingdalen





    Straßenbild in Oslo


    Es ist ein Sommersonntag in Oslo, die Menschen haben sich fein gemacht, flanieren in der Stadt und besuchen die Cafes





    Das Rathaus in Oslo


    Rückreise nach Hamburg, hier die Eisenbahnfähre zwischen Gedser und Großenbrode
    Geändert von Peter35 (12.05.2020 um 17:09 Uhr)

  2. Erfahren
    Avatar von Jogi
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #2
    Was für ein schönes Abenteuer! Danke fürs Teilen und die wunderschönen Fotos!
    So Reisen trägt man ein Leben lang innerlich mit sich.
    JAG HAR KOMPISAR I SKOGEN!

  3. Vorstand
    Alter Hase
    Avatar von Mus
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #3
    Ich hab den Bericht sehr gerne gelesen und die Fotos sind einfach Klasse!

    Auf manchen Bildern ist so ein sperriges, längliches Bündel zu sehen. Ihr habt doch nicht etwa eine Gitarre mitgeschleppt?


    Auf dem Bild hier z.B. Was trägt die Person ganz links da über der Schulter
    https://www.outdoorseiten.net/fotos/...idda_00346.jpg

  4. Dauerbesucher
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #4
    Sensationell!

    Als (auch-)Eisenbahnfan fiel mir natürlich gleich die nichtelektrifizierte Bergenbahn in Finse auf. Lange war das aber nicht mehr so: 1964 war die Elektrifizierung abgeschlossen.

    Überhaupt die Veränderungen im Verkehr... Fähre Gedser-Großenbrode! Hafen Kristiansand - viel bescheidener als heute.

    Nur die Vidda selbst - auf den ersten Blick - wie eh und je...

  5. AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #5
    Zitat Zitat von Mus Beitrag anzeigen
    Auf manchen Bildern ist so ein sperriges, längliches Bündel zu sehen. Ihr habt doch nicht etwa eine Gitarre mitgeschleppt?
    Was denn sonst?

    Zitat Zitat von Mus Beitrag anzeigen
    Auf dem Bild hier z.B. Was trägt die Person ganz links da über der Schulter
    https://www.outdoorseiten.net/fotos/...idda_00346.jpg
    Schau dir das Bild mal in voller Auflösung an:
    https://www.outdoorseiten.net/fotos/...idda_00346.jpg
    Oder das hier:
    https://www.outdoorseiten.net/fotos/...idda_00100.jpg
    Was die Bilder übrigens in meinen Augen allesamt verdient haben Ehrlich gesagt habe ich bis jetzt nur die Bilder angeschaut, den Text muss ich erst noch lesen.

    Gruss
    Henning
    Es gibt kein schlechtes Wetter,
    nur unpassende Kleidung.

  6. Dauerbesucher
    Avatar von rockhopper
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #6
    Von mir auch ein großes Dankeschön für den Bericht und die tollen Fotos!
    Gruß rockhopper

  7. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #7
    Vielen Dank für diesen Bericht, und vor allem für die Bilder.
    Faszinierend ist ja, daß wir hauptsächlich Landschaft fotografieren, aber die ändert sich mit der Zeit gar nicht so sehr. Viel interessanter sind doch Bilder mit Menschen drauf, Verkehrsmitteln (der Bus) usw., eigentlich vieles, was beim machen des Bildes "störendes Beiwerk" ist, aber nach 30 (bzw. 60) Jahren dann das eigentlich interessante.

    Wie immer Memo an mich: Mehr Menschen auf die Bilder.

    Gedser-Großenbrode - das war ja noch vor der Fehmarnsundbrücke - Ich wußte gar nicht, daß Rødby auch erst später zum Fährhafen geworden ist.

    Vielen, vielen Dank, auch für die Bilder aus Jugoslawien.
    Ich hoffe, Du stellst noch mehr Schätze hier rein
    "We aren't lost! We only don't know where we are!" - Cartman

  8. Dauerbesucher

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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #8
    Ebenfalls vielen Dank Schöner Bericht, der ein wenig einordnet und relativiert, wie das heute so geht - auch wie nervig es diesen Sommer sein könnte, mit dem Auto dort hoch zu fahren, weil Nachtzug zu Corona-lastig...

    MfG, Heiko

  9. Anfänger im Forum

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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #9
    Großartig!! Auch von mir vielen Dank!

  10. Dauerbesucher
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #10
    Zitat Zitat von DerNeueHeiko Beitrag anzeigen
    ...auch wie nervig es diesen Sommer sein könnte, mit dem Auto dort hoch zu fahren, weil Nachtzug zu Corona-lastig...
    OT: Hm, dann und wann fahre ich mal ganz gern mit dem Auto. ZB im letzten Jahr bis Nikkaluokta, hin 3 Tage, zurück 4, meine zwei Töchter, die mit waren, und ich haben alle Führerschein und wir haben uns abgewechselt. Dabei nicht stumpf die Hauptstraße gefahren, vor allem zurück. Im Gegensatz zu öffentlichen Verkehrsmitteln auch Abstecher möglich und man kann anhalten, wo man will... So stressig finde ich das gar nicht, hat auch Vorteile.

    Aber OK, wir haben auch nur 30 km in Deutschland
    Geändert von Ljungdalen (04.05.2020 um 20:07 Uhr)

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    Avatar von andrea2
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #11
    Vielen Dank, für diesen wunderbaren Bericht und die Bilder aus einer Zeit, die hier wohl die wenigsten noch erlebt haben.

    Wie war das vor 60 Jahren, wie seid ihr auf die Idee gekommen in Norwegen zu wandern? Wenn ich mich an meine ersten Touren Mitte bis Ende der 80er erinnere, waren Informationen schon damals sehr mühsam zu finden. Das einzige was es gab waren Bücher und die holte man sich in der Regel aus einer etwas größeren Stadtbücherei.

  12. Dauerbesucher
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #12
    Zitat Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen
    Als (auch-)Eisenbahnfan fiel mir natürlich gleich die nichtelektrifizierte Bergenbahn in Finse auf. Lange war das aber nicht mehr so: 1964 war die Elektrifizierung abgeschlossen.
    PS dazu...

    Zitat Zitat von Peter35 Beitrag anzeigen
    Wir fahren gleich weiter, erst noch ein Stück mit der Eisenbahn, dann mit einem Postbus durch das Setesdalen bis nach Bykle...


    Fahrt ab Kristiansand durch das Setesdalen mit Bahn und Linienbus
    Und die Setesdalsbane natürlich, 1962 stillgelegte Schmalspurbahn (heute noch bzw. wieder auf einem kleinen Stück Museumsbahn)!

    Zug auf dem Bild im Hintergrund zu sehen, das ist die Endstation Byglandsfjord (steht ja auch auf dem Bus; späterer/heutiger Zustand siehe bspw. hier).

    Ob es davon noch mehr Bilder gibt?

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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #13
    Total Super! Wir warten auf weitere Fotos aus weiteren Ländern...
    Vielen Dank und liebe Grüße - Tilmann

  14. Dauerbesucher
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #14
    Zitat Zitat von andrea2 Beitrag anzeigen
    Wie war das vor 60 Jahren, wie seid ihr auf die Idee gekommen in Norwegen zu wandern?
    Naja, das wurde auch schon vieeel früher gemacht.

    Habe hier einen Baedeker "Schweden und Norwegen" von 1914, da gibt es - aus heutiger Sicht - lustige Tipps wie "Wer mit Skyds <sic!> zu fahren oder zu Fuß zu wandern beabsichtigt, beschränke sich auf Koffer mittlerer Größe oder Handkoffer, die aber sehr fest sein müssen, da sie gelegentlich als Kutschersitz benutzt werden, ein Rucksack oder eine Handtasche..."

    Sogar Spitzbergen war da schon als Reiseziel erwähnt.

    Ist die 13. Auflage, die 1. ist von 1879 - noch ohne Spitzbergen (und Island) - und ziemlich schwer zu finden. (Die 1. auf Englisch ist auch von 1879 heißt umgekehrt "Norway and Sweden", gibt es vollständig bei Google Books, sehr cool. Hardangervidda ist auf Seite 101, mit Tipps für "travellers or sportsmen traversing this region"...)
    Geändert von Ljungdalen (05.05.2020 um 19:54 Uhr)

  15. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #15
    Super interessant!
    Das waren damals noch ganz andere Unternehmungen als heute.

    Das mit den Personen und Fahrzeugen auf den Bildern stimmt. Da muss ich vielleicht auch mal drauf achten.
    Da ich meist alleine unterwegs bin, will ich keine Fremden auf dem Bild haben. Meist sind eh weit und breit keine Menschen zu sehen. Und von Selfies bin ich noch sehr weit entfernt. Daher gibt es bei mir tatsächlich meist nur Landschaft.

    Sollte ich mal drauf achten. Für später.

    Tolle Eindrücke!
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #16
    Hammer!

  17. Dauerbesucher
    Avatar von Mortias
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #17
    Ach wie cool. Gefällt mir. Muss ja sagen es hat echt etwas einen Bericht aus der Zeit zu lesen. Hat irgendwie etwas unschuldiges zu sehen, wie so 6 Jugendliche ohne vorherige Skandinavienerfahrung dann nach Norwegen aufbrechen und dort die Weiten des Fjells kennenlernen. Und vor allem auch interessant zu sehen mit mit welcher Ausrüstung ihr unterwegs wart (inklusive Klampfe ) und wie selbstverständlich es damals wohl noch war für eine 12 Tage Wanderung eine 18 tätige Anreise in Kauf zu nehmen. Zudem muss ich sagen haben die Fotos echte eine sehr ordentliche Qualität. Hätte ich bei eingescannten Analobildern von vor 60 Jahren so nicht erwartet (aber gut, bin auch kein sonderlicher Experte bei Fotografie ).

  18. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #18
    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    und wie selbstverständlich es damals wohl noch war für eine 12 Tage Wanderung eine 18 tätige Anreise in Kauf zu nehmen.
    wenn ich richtig sehe, waren es wohl nur 6 Tage An- und Abreise - Und das ginge heute auch noch, wenn man die Fähre und Bahn nimmt.

    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    Zudem muss ich sagen haben die Fotos echte eine sehr ordentliche Qualität. Hätte ich bei eingescannten Analobildern von vor 60 Jahren so nicht erwartet (aber gut, bin auch kein sonderlicher Experte bei Fotografie ).
    Ich vermute, daß der Autor hier die Negative eingescannt hat, und das war Rollfilm, also 6x6cm Negativgröße. Da ist die Bildqualität schon sehr ordentlich. Ich habe mal vor einiger Zeit Bilder von meinem Großvater eingescannt, von seiner Hochzeitsreise 1941, s/w ist da auch relativ anspruchslos.
    Was schön ist, ist, daß sich hier die Farben in den Farbbildern so gut gehalten haben.

    Zitat Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen
    Ist die 13. Auflage, die 1. ist von 1879 - noch ohne Spitzbergen (und Island) - und ziemlich schwer zu finden. (Die 1. auf Englisch ist auch von 1879 heißt umgekehrt "Norway and Sweden", gibt es vollständig bei Google Books, sehr cool. Hardangervidda ist auf Seite 101, mit Tipps für "travellers or sportsmen traversing this region"...)
    Danke für den Link, das ist echt spannend
    "We aren't lost! We only don't know where we are!" - Cartman

  19. Erfahren
    Avatar von HO
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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #19
    Echt Klasse! Vielen Dank für die Zeitreise und die Fotos sind grandios!

    Gruß! Gert

  20. Dauerbesucher

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    AW: [NO] Hardanger Vidda 1960

    #20
    Alle Gedanken, die mir beim Lesen und Betrachten in den Kopf kamen, sind schon aufgeschrieben, daher möchte ich mich nur für die Mühe bedanken.
    Geändert von Pedder (06.05.2020 um 10:46 Uhr)

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