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  1. Alter Hase
    Avatar von Goettergatte
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von Chouchen Beitrag anzeigen
    OT: Ach, Kinners, das wissen Bucki-Mausi (und einige andere) doch alles. Es geht ihm hier rein ums Stunk machen und Leute beschäftigen. Zu niedlich!
    OT:
    Es ist aber auch lustvoll Stunktiere* sachlich zu widerlegen und am Nasenring ihrer eigenen Krudität durch die Manege zu führen, oder sie durch die Manege geführt zu sehen

    *Stunktiere, ironisch abgeleitet von Stunk machen - nicht olfaktorisch und beleidigend gemeint
    (sollte sich jemand beleidigt fühlen, so sei gesagt, fühlen und werden sind 2 Paar unterschiedliche Schuhe)
    "Wärme wünscht/ der vom Wege kommt----------------------
    Mit erkaltetem Knie;------------------------------
    Mit Kost und Kleidern/ erquicke den Wandrer,-----------------
    Der über Felsen fuhr."________havamal
    --------

  2. Liebt das Forum
    Avatar von Torres
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von Lobo Beitrag anzeigen
    Jo, oder man bleibt zuhause.

    Sorry, aber wer soll dich denn vor deiner eigenen Angst schützen? Alle anderen? Das ist doch unrealistisch, evtl solltest du etwas gegen deine Ängste tun.

    Ich meine das Ernst, es macht ja keinen Spaß mit so vielen Ängsten täglich am Verkehr teilzunehmen...
    Wir wäre es damit, dass man sich mal an Regeln hält? Natürlich bleibe ich daher nicht zu Hause. Ich zuckel in Baustellen hinter LKWs her, nehme die DBahn statt des Autos, ich fahre Bus und U-Bahn statt das Rad zu nehmen und nehme auch mal den Bus, um Radfahrern aus dem Weg zu gehen. Als Motorradfahrer lernt man sowieso mit diesen Ängsten umzugehen, denn da fährt der Tod ständig mit.

    Ich habe das einfach mal geschrieben, weil es tatsächlich immer mehr Verkehrsteilnehmer gibt, die mit diesem Verkehrsgebahren nicht mehr klar kommen. Die kein Rad mehr fahren, kein Auto fahren, Einkäufe erledigen lassen etc. Ist das nicht furchtbar? Testosteron rules? Fußgänger möchten nunmal ein paar Meter die Seele baumeln lassen, genau wie Wanderer, die nicht ständig von E-Bikern gestört werden wollen oder von Moto Cross Maschinen, die durchs Unterholz brechen.

    Leider gibt es diesen Schutz nicht mehr, zumindest nicht in den stark wachsenden Metropolen, wo immer mehr gebaut und verdichtet wird und immer mehr Menschen unterwegs sind. Jedes Jahr 100.000 Menschen mehr. Aufm Dorf stören mich falsch radelnde Radler nicht die Bohne, ist ja viel Platz und kaum Verkehr.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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    Avatar von lina
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Es gibt ja die leise Hoffnung, dass durch Corona klar(er) wird, dass Nachverdichtung bzgl. diverser Ebenen ein Irrweg ist.

    Abstandsmessung vom Rad aus ist übrigens nicht schwer: Es gibt so kleine Geräte, die am Oberrohr befestigt werden.

  4. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von Lobo Beitrag anzeigen
    Jo, oder man bleibt zuhause.

    Sorry, aber wer soll dich denn vor deiner eigenen Angst schützen? Alle anderen? Das ist doch unrealistisch, evtl solltest du etwas gegen deine Ängste tun.

    Ich meine das Ernst, es macht ja keinen Spaß mit so vielen Ängsten täglich am Verkehr teilzunehmen...
    Na ja, aber es stimmt ja erstens, dass man mit dem Alter empfindlicher wird gegenüber leiblicher Rücksichtslosigkeit. Wenn ich in Prenzlauer Berg zu Fuß unterwegs bin, fällt mir das mangelnde Raumgefühl anderer Leute permanent negativ auf. Außerdem fahren hier nach meiner Zählung zwei von drei Radfahrern sowie die meisten E-Scooter-Torfköpfe auf dem Gehweg. Sie tun das tatsächlich, weil sie sich selbst dort sicherer fühlen. Das ist für meine Begriffe (auch wenn das jetzt stark nach Torres klingt) ein kollektiver moralischer Defekt, sozusagen gelebter Neoliberalismus bzw. Sozialdarwinismus, denn das Sicherheitsargument weist deutlich darauf hin, dass in der eigenen Sicherheitswahrnehmung die "Gefährdung anderer durch mich" überhaupt nicht vorkommt.
    Üblicherweise gehe ich nachts im Kiez spazieren, und zwar in den Wohnstraßen zur Eigensicherung oft auf der Fahrbahn, weil man dort eben kaum Radfahrern begegnet und man ja die wenigen Autos schon frühzeitig bemerkt, so dass man nur kurz zur Seite treten muss. Solche Überlegungen und Verhaltensweisen entstehen aber nur hier in der Metropole; an meinem Zweitwohnsitz wäre das ganz abwegig. Insofern muss man es auch erlebt haben, um es ganz zu verstehen.
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    Avatar von lina
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Üblicherweise gehe ich nachts im Kiez spazieren, und zwar in den Wohnstraßen zur Eigensicherung oft auf der Fahrbahn, weil man dort eben kaum Radfahrern begegnet und man ja die wenigen Autos schon frühzeitig bemerkt, so dass man nur kurz zur Seite treten muss. Solche Überlegungen und Verhaltensweisen entstehen aber nur hier in der Metropole; an meinem Zweitwohnsitz wäre das ganz abwegig. Insofern muss man es auch erlebt haben, um es ganz zu verstehen.
    Hm, jetzt wo Du’s sagst … ich stelle auch fest, dass ich abends in (Kleinstadt-)Wohngebieten lieber auf der Fahrbahn laufe als auf dem Gehweg. Da gibt es wesentlich weniger (umknick-gefährliche) Schlaglöcher, sonstige Unebenheiten, Hunde, Räder, sonstige Kleinfahrzeuge und generell mehr Übersichtlichkeit (man kann besser zur Seite treten). Kurz: Durch die bessere Übersicht ist es weniger stressig. Auf dem Land ist das kein Thema.

    Eigentlich kann man das so zusammenfassen: Auf den Gehwegen ist inzwischen zu viel Unterschiedliches los, so dass die Übersicht leidet und man eigentlich nicht entspannt laufen kann, sondern ständig aufmerksam sein und reagieren muss. Durch Corona hat sich das noch verstärkt, weil man ja zusätzlich ca. 1,50 m Abstand einhalten sollte.
    Geändert von lina (23.09.2020 um 13:12 Uhr)

  6. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Eigentlich kann man das so zusammenfassen: Auf den Gehwegen ist inzwischen zu viel Unterschiedliches los, so dass die Übersicht leidet und man eigentlich nicht entspannt laufen kann, sondern ständig aufmerksam sein und reagieren muss.
    So ist es. Und ganz im Ernst: Ich mache inzwischen oft ganz fahrschulmäßig einen Schulterblick, bevor ich als Fußgänger auf dem Gehweg die Laufrichtung ändere.
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  7. Anfänger im Forum

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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Außerdem fahren hier nach meiner Zählung zwei von drei Radfahrern sowie die meisten E-Scooter-Torfköpfe auf dem Gehweg. Sie tun das tatsächlich, weil sie sich selbst dort sicherer fühlen. Das ist für meine Begriffe (auch wenn das jetzt stark nach Torres klingt) ein kollektiver moralischer Defekt, sozusagen gelebter Neoliberalismus bzw. Sozialdarwinismus, denn das Sicherheitsargument weist deutlich darauf hin, dass in der eigenen Sicherheitswahrnehmung die "Gefährdung anderer durch mich" überhaupt nicht vorkommt.
    Da es auch Situationen gibt, in denen ich auf den Fußgängerweg ausweiche, antworte ich mal aus meiner Sicht darauf.

    Wenn ich auf eine engen Straße fahre ist dort das "Duell" 2 Tonnen Stahl gegen lediglich durch Helm geschützten Menschen. Wenn ich auf den Gehweg ausweiche, ist dort das "Duell" die Geschwindigkeit des Fahrrads gegen einen Fußgänger. Die Gesamtgefährdungslage ist nach meinem Empfinden also wesentlich geringer. Hinzu kommt, dass ich natürlich ohnehin nur auf den Fußgängerweg ausweiche, wenn dort quasi niemand ist, sonst muss ich ja die ganze Zeit bremsen und ausweichen. Somit kann ich dann in Situationen, in denen ich den Fußgängerweg ausweiche schon weit im Voraus Fußgänger sehen und großzügig ausweichen. Und da ich mir bewusst bin verkehrswidrig zu handeln, bin ich natürlich derjenige, der klar sichtbar weit vorher ausweicht.

    Dafür finde ich Wort wie "Neoliberalismus bzw. Sozialdarwinismus" echt unpassend.

  8. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Und ganz im Ernst: Ich mache inzwischen oft ganz fahrschulmäßig einen Schulterblick, bevor ich als Fußgänger auf dem Gehweg die Laufrichtung ändere.
    Dito.

  9. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von herrNick Beitrag anzeigen
    Da es auch Situationen gibt, in denen ich auf den Fußgängerweg ausweiche, antworte ich mal aus meiner Sicht darauf.

    Wenn ich auf eine engen Straße fahre ist dort das "Duell" 2 Tonnen Stahl gegen lediglich durch Helm geschützten Menschen. Wenn ich auf den Gehweg ausweiche, ist dort das "Duell" die Geschwindigkeit des Fahrrads gegen einen Fußgänger. Die Gesamtgefährdungslage ist nach meinem Empfinden also wesentlich geringer. Hinzu kommt, dass ich natürlich ohnehin nur auf den Fußgängerweg ausweiche, wenn dort quasi niemand ist, sonst muss ich ja die ganze Zeit bremsen und ausweichen. Somit kann ich dann in Situationen, in denen ich den Fußgängerweg ausweiche schon weit im Voraus Fußgänger sehen und großzügig ausweichen. Und da ich mir bewusst bin verkehrswidrig zu handeln, bin ich natürlich derjenige, der klar sichtbar weit vorher ausweicht.
    Das ist die übliche Selbstdarstellung der Gehwegradler: Sie fahren alle rücksichtsvoll und vorsichtig. Zudem glaubt auch der Sprecher der Berliner Polizei, dass die meisten Radfahrer sich nur für kurze Zeit auf dem Gehweg befinden, um zum Beispiel einen Hauseingang zu erreichen.

    Es stimmt nur nicht.

    Das mit dem Sozialdarwinismus ist meine Schlussfolgerung aus längerer Beobachtung. Ich bin ja selbst normalerweise Radfahrer und fühle mich auf der Straße wesentlich sicherer als auf dem Gehweg. Wenn ich auf dem Gehweg fahre, nehme ich jeden Hauseingang als Risiko wahr, denn es könnte jederzeit jemand heraustreten (und das geschieht natürlich auch gelegentlich). Mir war es immer unbegreiflich, wieso sich andere Radfahrer (inklusive vereinzelter engster Freunde) dort sicherer fühlen; deshalb habe ich theoretische Überlegungen angestellt, wie deren Sicherheitswahrnehmung strukturiert ist.

    Wenn mir ein Radfahrer auf dem Gehweg entgegenkommt und durch seine Fahrweise zu erkennen gibt, dass er vorhat, sich den Raum mit mir zu teilen, gehe ich ungeachtet der Rechtslage gerne darauf ein und trete etwas zur Seite. Aber das ist eben selten. Die meisten fahren einfach drauflos und erwarten, dass ich ihnen schon rechtzeitig Platz machen werde; wenn ich das nicht tue, fahren sie halt eng an mir vorbei, meistens ohne erkennbare Verlangsamung.
    Geändert von Igelstroem (23.09.2020 um 13:52 Uhr)
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  10. AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Als Motorradfahrer lernt man sowieso mit diesen Ängsten umzugehen, denn da fährt der Tod ständig mit.
    Sobald ich beim Motorradfahren Angst bekomme, höre ich damit auf.

    Ansonsten spiegelt die gesamte Diskussion meine Lebensrealität eigentlich überhaupt nicht wieder.

    Ich bin im dicht besiedelten Rheinland als Radpendler und Radsportler unterwegs. Klar gibt es immer mal wieder Konflikte mit Autofahrern, aber im Allgemeinen fühle ich mich beim Radfahren doch recht sicher.
    Das Gefühl der Sicherheit wurde auch nicht verändert nachdem mich ein Autofahrern bergab bei ca. 45 km/h zu Fall gebracht hat (auf einer Landstraße einfach abgedrängt, dann Fahrerflucht). Geärgert und geschimpft, bis auf Prellungen nicht verletzt, passiert halt. Aber für über 30 Jahre und keine Ahnung wie viele km (es waren viele) auf dem Rad ist ein Unfall (zumindest mit PKW-Beteiligung, einmal hat mich noch ein Fußgänger zu Fall gebracht als er ohne zu schauen auf den Radweg lief) eigentlich ein guter Schnitt.
    Da das Rad mein Firmenwagen ist musste ich nicht mal die Schäden selbst zahlen. und bei meinen Stürzen im Bikepark tue ich mir sehr regelmäßig bedeutend mehr weh...
    Klar würde ich mir Änderungen in den Verkehrskonzepten wünschen. Favorit wäre für mich 30km/h in Städten und keine benutzungspflichtigen Radwege mehr. Oder halt richtig gute Radwege. Nur nicht den Krampf der jetzt existiert.

    Als Fußgänger in Köln / Düsseldorf oder meiner Heimatstadt fühle ich mich nie unsicher oder bedrängt, da scheine ich eine komplett andere Wahrnehmung zu haben als andere Diskussionsteilnehmer.

    Autofahren ist zwar nervig, aber auch hier gibt es meiner Meinung nach keinen Grund für ein Gefühl der Unsicherheit.
    Geändert von recurveman (23.09.2020 um 14:01 Uhr)

  11. Vorstand
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Radfahren auf dem Gehweg ist sicherlich auch eine Folge der unklaren Verkehrsführung.

    Beispiel: Geteilter Weg für Fußgänger und Radler (benutzungspflichtig), der plötzlich endet. Dann muss man auf die Straße wechseln. Hier sagt die Empfindung, dass es sicherer wäre, von Anfang an auf der Straße zu fahren, wo man schon Weitem als fahrender Verkehrsteilnehmer wahrgenommen werden kann.

    Oder: Ärgernis Anforderungsampeln bei Überquerung der Straße (mit Verkehrsinselchen auf der Mitte) auf dem Radweg. Hier kommt man an, mus annhalten, Grünphase anfordern. Grünphase kommt, man quert bis zur Mitte. Wieder anhalten, wieder anfordern, wieder warten. Bei einer weiteren zu querenden Einmündung muss man das Ganze 3 x machen, bei zweien davon 4 x. Würde man auf der Straße fahren, müsste man höchstens 1 x auf Grün warten und könnte dann einfach weiterfahren.
    Geändert von lina (23.09.2020 um 14:02 Uhr)

  12. Anfänger im Forum

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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Das ist die übliche Selbstdarstellung der Gehwegradler: Sie fahren alle rücksichtsvoll und vorsichtig. Zudem glaubt auch der Sprecher der Berliner Polizei, dass die meisten Radfahrer sich nur für kurze Zeit auf dem Gehweg befinden, um zum Beispiel einen Hauseingang zu erreichen.

    Es stimmt nur nicht.
    Ich kann nur für mich sprechen, da stimmt das.

    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Das mit dem Sozialdarwinismus ist meine Schlussfolgerung aus längerer Beobachtung. Ich bin ja selbst normalerweise Radfahrer und fühle mich auf der Straße wesentlich sicherer als auf dem Gehweg. Wenn ich auf dem Gehweg fahre, nehme ich jeden Hauseingang als Risiko wahr, denn es könnte jederzeit jemand heraustreten (und das geschieht natürlich auch gelegentlich). Mir war es immer unbegreiflich, wieso sich andere Radfahrer (inklusive vereinzelter engster Freunde) dort sicherer fühlen; deshalb habe ich theoretische Überlegungen angestellt, wie deren Sicherheitswahrnehmung strukturiert ist.
    Einzelbeobachtungen sind im Prinzip, da muss man auch ehrlich zu sich selbst sein, nicht viel Wert. Man neigt im Zweifel dann doch schnell dazu eher die Fälle wahrzunehmen, die einen bestätigen, als die einem widersprechen.

    Wie ich ja oben schon schrieb, ich fahren auf dem Fußweg, wenn mir das Risiko auf der Fahrbahn deutlich höher erscheint und kein Radweg da ist. In einer Straße mit einem Hauseingang käme ich sicher nicht auf die Idee auf den Gehweg zu fahren, da das eben wieder ein anderes hohes Risiko ist. Wenn Du die Situationen kennen würdest, in denen ich auf dem Gehweg bin, würdest Du das glaube ich nicht als sonderlich tragisch empfinden

  13. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von recurveman Beitrag anzeigen
    Ansonsten spiegelt die gesamte Diskussion meine Lebensrealität eigentlich überhaupt nicht wieder.

    Ich bin im dicht besiedelten Rheinland als Radpendler und Radsportler unterwegs. Klar gibt es immer mal wieder Konflikte mit Autofahrern, aber im Allgemeinen fühle ich mich beim Radfahren doch recht sicher.

    [...]

    Als Fußgänger in Köln / Düsseldorf oder meiner Heimatstadt fühle ich mich nie unsicher oder bedrängt, da scheine ich eine komplett andere Wahrnehmung zu haben als andere Diskussionsteilnehmer.

    Autofahren ist zwar nervig, aber auch hier gibt es meiner Meinung nach keinen Grund für ein Gefühl der Unsicherheit.

    Das kann man jetzt wegen unterschiedlicher Erfahrungshorizonte beliebig fortsetzen:

    (1) Mein Bruder (aus Köln) hat sich "ein bisschen gewundert", als er hier tagsüber zu Fuß unterwegs war.

    (2) Als Autofahrer habe ich in Berlin einfach keine große Routine, d.h. ich fühle mich deshalb unsicher, weil ich nicht immer genau weiß wo ich bin und welche Spur ich wählen sollte und dabei auf viel zu viele verschiedene Verkehrsteilnehmer achten muss. Das Problem verringert sich schnell, wenn man die fraglichen Strecken schon mehrmals gefahren ist.

    (3) Als Autofahrer auf der A5 fühle ich mich ebenfalls unsicher, weil ich nur die Wahl habe, rechts zwischen den LKWs oder auf den beiden anderen Spuren mit der durch den Verkehrsfluss jeweils erzwungenen Geschwindigkeit zu fahren.

    (4) Als Radfahrer in Berlin finde ich dank 30 Jahren Erfahrung (dabei ein einziges Mal schmerzlose Kollision mit einem Auto, sonst keine Unfälle), dass das Verhalten der Autofahrer noch vergleichsweise berechenbar ist. Auch blindes Abbiegen kann man oft antizipieren. Früher habe ich mich eher von Autos bedrängt gefühlt, inzwischen finde ich andere Radfahrer gefährlicher.
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  14. Alter Hase

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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Wege im Grünen sind hier praktisch alle für Radler und Fußgänger. Bei gutem Wetter geht es da zu wie auf einer dicht befahrenen Autobahn und funktioniert auch nur genauso wie dort. Also schön rechts halten und natürlich Schulterblick vor Spurwechsel. Die Radfahrer kriegen das schon hin.

    Für Fußgänger ist das nicht üblich. Für Kleinkinder und Hunde schon gar nicht. Deshalb gibt es ständig Stress und auch Zusammenstöße. Meiner Meinung nach einfach, weil der Platz nicht reicht. Und die Regeln nicht passen. Einige Strecken haben getrennte Spuren, auf denen Fahrräder und Fußgänger aufgemalt sind. Funktioniert aber auch nicht. Hält sich keiner dran.

  15. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von herrNick Beitrag anzeigen
    In einer Straße mit einem Hauseingang käme ich sicher nicht auf die Idee auf den Gehweg zu fahren, da das eben wieder ein anderes hohes Risiko ist. Wenn Du die Situationen kennen würdest, in denen ich auf dem Gehweg bin, würdest Du das glaube ich nicht als sonderlich tragisch empfinden
    Es gibt hier im Kiez keine Straßen ohne Hauseingang. :-)

    An meinem Zweitwohnsitz fahre ich an bestimmten Stellen auf dem Gehweg, etwa weil ich sonst den Verkehr auf der eher engen Kleinstadt-Durchgangsstraße behindere und auf dem Gehweg auf bestimmten Abschnitten sowieso niemand unterwegs ist. Das ist in der Tat nicht vergleichbar mit der Situation hier in Berlin.
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  16. AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Abstandsmessung vom Rad aus ist übrigens nicht schwer: Es gibt so kleine Geräte, die am Oberrohr befestigt werden.
    Gerade entdeckt: https://www.dashbike.de/

    Die kauf ich mir. Vor allem, weil man direkt aus der zugehörigen App eine Anzeige heraus machen kann. Mit Video und gemessenem Abstand.
    Dann hagelts Anzeigen von mir. Versprochen.


    -chinoook
    Geändert von chinook (23.09.2020 um 15:00 Uhr)
    Realität ist ein Problem von Leuten, die nicht mit Alkohol umgehen können.

  17. Fuchs
    Avatar von Igelstroem
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von herrNick Beitrag anzeigen
    Einzelbeobachtungen sind im Prinzip, da muss man auch ehrlich zu sich selbst sein, nicht viel Wert. Man neigt im Zweifel dann doch schnell dazu eher die Fälle wahrzunehmen, die einen bestätigen, als die einem widersprechen.
    Ich beobachte überhaupt nur was, wenn es sich vorher aufgedrängt hat.

    OT: Aber bei der Gelegenheit fällt mir ein, dass ich mir mal vorgenommen habe, nie mehr etwas in Threads zum Radfahren und zur Verkehrspolitik hineinzuschreiben. Werde also jetzt meinen Tretroller nehmen (verglichen mit dem E-Scooter ein sehr nützliches Verkehrsmittel) und einkaufen fahren.
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  18. Liebt das Forum
    Avatar von Torres
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Danke Igelstroem.

    Eben ein Artikel in der Lokalzeitung. Heute war an drei Kreuzungen (meine Stadtteile waren nicht dabei, da sind die Radverstöße höher, aber es ging hier um Autos) Verkehrskontrolle der Radstaffel. 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr. Es ging der Polizei um den Sicherheitsabstand der Autos beim Überholen von Radfahrern. Bilanz der Verstöße:

    Autos:
    13x zu wenig Abstand
    26x Parken auf dem Radweg
    63x zu schnell
    8x kein Sicherheitsgurt
    3x Handy

    Fahrräder:
    9x falsche Radwegseite
    15x Gehweg
    16x Handy
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  19. AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Zitat Zitat von chinook Beitrag anzeigen
    Gerade entdeckt: https://www.dashbike.de/

    Die kauf ich mir. Vor allem, weil man direkt aus der zugehörigen App eine Anzeige heraus machen kann. Mit Video und gemessenem Abstand.
    Dann hagelts Anzeigen von mir. Versprochen.


    -chinoook
    Das ist ja interessant... Die Gerichte werden sich freuen.

    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Danke Igelstroem.

    Eben ein Artikel in der Lokalzeitung. Heute war an drei Kreuzungen (meine Stadtteile waren nicht dabei, da sind die Radverstöße höher, aber es ging hier um Autos) Verkehrskontrolle der Radstaffel. 7.30 Uhr bis 13.30 Uhr. Es ging der Polizei um den Sicherheitsabstand der Autos beim Überholen von Radfahrern. Bilanz der Verstöße:

    Autos:
    13x zu wenig Abstand
    26x Parken auf dem Radweg
    63x zu schnell
    8x kein Sicherheitsgurt
    3x Handy

    Fahrräder:
    9x falsche Radwegseite
    15x Gehweg
    16x Handy
    Und das sagt uns jetzt was?

  20. Liebt das Forum
    Avatar von Torres
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    AW: StVO-Novelle - endlich mehr Rechte für Radfahrer

    Dass 13 Autos und LKW in 6 Stunden zu wenig Abstand gehalten haben.

    Hier wurde der Wunsch nach Fakten laut. Das sind Fakten. Kann jede r interpretieren, wie ersie will
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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