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  1. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [SE] Im Sarek 2019: Keine Gipfel, viel Nebel – Am Ende alles gut?

    #81
    Mitreisende: evernorth
    Da hast Du ja echt Pech gehabt mit den Gipfeln. So schlimm hätte ich den Schnee oben auf den Låddebåkte nicht eingeschätzt - aber Du hast ja den Tag auch so wunderbar genossen und darauf kommt es an. Die Geröllwüste vor der Skierffe-Ebene habe ich versucht, mir im Nebel vorzustellen: Nicht gut - das möchte ich nicht im müden Zustand machen.

    Aber mich im müden Zustand über den Sitojaure paddeln lassen - das ist natürlich ein Traum. Mir ging damals die Fahrt mit dem Motorboot viiiel zu schnell. Und dann dieser herrliche Sonnenlicht am Abend - wunderschön. Ich wünsche Dir einen schönen letzten Tag.

  2. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: [SE] Im Sarek 2019: Keine Gipfel, viel Nebel – Am Ende alles gut?

    #82
    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Da hast Du ja echt Pech gehabt mit den Gipfeln. So schlimm hätte ich den Schnee oben auf den Låddebåkte nicht eingeschätzt - aber Du hast ja den Tag auch so wunderbar genossen und darauf kommt es an. Die Geröllwüste vor der Skierffe-Ebene habe ich versucht, mir im Nebel vorzustellen: Nicht gut - das möchte ich nicht im müden Zustand machen.

    Aber mich im müden Zustand über den Sitojaure paddeln lassen - das ist natürlich ein Traum. Mir ging damals die Fahrt mit dem Motorboot viiiel zu schnell. Und dann dieser herrliche Sonnenlicht am Abend - wunderschön. Ich wünsche Dir einen schönen letzten Tag.
    Vielleicht war das mit dem Schnee auf dem Låddebåkte tatsächlich nicht so schlimm, aber wenn ich Einschränkungen bei der Verwendung von Trailrunner Schuhen sehe, dann ist es jene bei Auf- und Abstiegen auf verschneiten Gipfeln. Das ist selbst mir zu heikel. Würde ich mich unsicher und nicht wohl fühlen.
    My mission in life is not merely to survive, but to thrive; and to do so with some passion, some compassion, some humor and some style. Maya Angelou

  3. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: [SE] Im Sarek 2019: Keine Gipfel, viel Nebel – Am Ende alles gut?

    #83
    Freitag, 13.09.19


    Cozy ending… in Saltoluokta


    Selbstverständlich hatte ich gestern Abend den späten Abendhimmel noch ein letztes Mal nach potentiellen Nordlichtern abgesucht - natürlich Fehlanzeige!
    Heute liegt keine große Wegstrecke mehr vor mir. Ich starte um etwa 9 Uhr und mache, bis zu meinem Eintreffen in Saltoluokta nur einmal eine ganz kurze Pause.
    Der weitere Weg ist auch recht unspektakulär, einschließlich dem sogenannten Vindskydd Autsutjvagge, den ich rechts liegen lasse. So strebe ich im flotten Tempo meinem heutigen Ziel entgegen.
    Das Wetter ist überwiegend recht schön, so dass ich regelrecht in einen „Flow“ komme.
    Dieser Zustand tritt bei mir meist dann ein, wenn das Gelände keine allzu großen Schwierigkeiten aufweist, und ich somit schnell und sicher voranschreiten kann.
    Einziger Höhepunkt ist die grandiose Landschaft um den Bietsávvre und den Berg Lulep Gierkav.
    Letzterer bietet sich regelrecht z. B. für eine Tagestour auf den Gipfel an. Ich hoffe, dass ich irgendwann mal, bei gutem Wetter, genügend Zeit habe, um auf seinen Gipfel zu steigen.




    Rechts der Lulep Gierkav, im Zentrum der Slugga, als kleine Erhebung



    Fantastisch: Der Lulep Gierkav



    Der klassische Berg ist wie eine Pyramide: Der Slugga


    Irgendwann beginnt dann der Abstieg nach Saltoluokta, dass ja nur knapp über dem Niveau des Langås - Sees liegt.
    Gegen 13 Uhr treffe ich dort ein, und kaum habe ich meinen Rucksack abgestellt, geht auch schon ein kräftiger Regen - Schauer nieder. Der hatte sich bereits etwa 20 Minuten früher angekündigt.
    Saltoluokta ist eine der ältesten ( und schönsten? ) Hütten im schwedischen Fjell, hat eine wunderbare Küche und eine tolle Sauna mit großem, Panorama - ähnlichem Fenster.
    Es ist bereits mein zweiter Besuch in Saltoluokta und deshalb habe ich diesmal keine Fotos gemacht.
    Die schon etwas älteren Fotos sind leider bei einem Festplatten - Absturz verloren gegangen. Daran habe ich mich aber erst wieder erinnert, als ich bereits zu Hause war.
    Als erstes kaufe ich Bier und Chips und buche meine Unterkunft.
    Es ist das letzte, freie Bett! Puh, Punktlandung, da habe ich ja noch mal Glück gehabt.
    Anschließend reserviere ich gleich für das Abendessen und das Frühstück, ebenso die morgige Überfahrt mit dem Boot nach Kebnats.
    Nachdem ich meine Sachen in meiner Unterkunft „verteilt“ habe verbringe ich die nächsten gut zwei Stunden in der Sauna - einfach herrlich, nach jeder längeren Tour. Gibt es etwas Besseres?
    Dann folgt noch das wunderbar zelebrierte ( und ausgezeichnet schmeckende ) Abendessen.
    Der weitere Abend verläuft gut gelaunt in einer kleinen Runde mit Maria, Lennart und einem Deutschen aus meinem Zimmer, der vorher auch im Sarek unterwegs war.


    Samstag, 14.09.19


    Abreise


    Am Morgen geht es dann mit dem Boot nach Kebnats, wo der Bus schon wartet. In Gällivare esse ich noch mit Maria und Lennart zu Mittag, bevor wir in den Zug steigen, der mich nach Luleå bringt.
    Im Hotel in Luleå verbringe ich meine letzte Nacht, verzichte aber auf einen weiteren, kulinarischen Höhepunkt.
    Mein Rückflug geht erst am Sonntag Nachmittag und nach einem ausgedehnten und guten Frühstück lasse ich mir Zeit.

    Nachdem ich in Stockholm in einen anderen Flieger umgestiegen bin, staune ich nicht schlecht:
    Zwei Reihen vor mir - das ist doch nicht zu glauben - sitzt doch tatsächlich: drtech aus dem Forum!
    Ich wechsle den Platz mit seinem Nebenmann und….ja, der Rückweg vergeht im angeregten Gespräch - gefühlt - sehr viel schneller, sozusagen „wie im Fluge“.


    Epilog


    Enttäuschung und Glück auf einer Tour liegen immer eng beieinander, genau so, wie Plan und Wirklichkeit.
    Oft schon habe ich meine Pläne umwerfen, oder anpassen müssen. Das ist manchmal durchaus schmerzhaft, doch ich habe gelernt, dass Jubel, Euphorie, Begeisterung und Hochgefühl gleich um die Ecke liegen.
    Abzuwettern und - mehr oder weniger - zu wissen, dass der Plan nun eine Änderung verlangt, kam deshalb nur im ersten Moment einer Enttäuschung gleich. Vielmehr war es nicht mehr als ein Dämpfer, denn irgendwo in meinem Inneren wusste ich bereits, dass ein anderes Glück bereits auf mich wartet.

    Unterm Strich waren die kleinen Enttäuschungen vielleicht zahlreicher, aber dafür waren die kurzen Momente des Glücks umso stürmischer und tiefer.
    Ich habe den Sarek als einen besonderen, ursprünglicheren und ja, inzwischen auch vertrauteren Ort kennen- und schätzen gelernt.
    Die Unsicherheit ist mittlerweile gewichen und so verbleibt ein starker Wunsch zurück, der Wunsch nach Wiederkehr, zurück zu seinem Mythos, der ihm, zumindest zum Teil, noch immer innewohnt:
    Der letzten Wildnis Europas.
    Und nochmal: Wie gut, dass Gott auch den Sarek geschaffen hat.
    Am Ende war alles gut.

    Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit.


    Geändert von evernorth (17.07.2020 um 18:42 Uhr) Grund: ergänzt
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  4. Erfahren

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    AW: [SE] Im Sarek 2019: Keine Gipfel, viel Nebel – Am Ende alles gut?

    #84
    Zitat Zitat von evernorth Beitrag anzeigen
    Jeden Moment erwarte ich den Anblick der Skarkistugan, die ich ja schon auf dem Hinweg so „zielsicher“ gefunden hatte, doch genau das passiert nicht.
    Gibt es hier tatsächlich so viele Pfade und Möglichkeiten, um daran vorbeizulaufen?

    ...

    Wir beschließen indes, weiter auf dem Pfad zu bleiben, der sich mitten durch den Wald windet. Teilweise führt der Pfad hinunter bis an die Wasserkante, doch überwiegend verläuft er mitten durch den Wald. Einmal können wir zwei Wanderer weit draußen am Wasser sehen. Das schaut viel interessanter aus, doch an mehreren Stellen, wo es sich scheinbar anbietet, können wir nicht weiter hinaus gelangen. Vermutlich wollen wir es nicht ernsthaft genug, denn schnell haben wir uns auf „unseren“ Waldpfad wieder fest eingelassen. Der Pfad ist schließlich gut und deutlich, doch er windet sich weiter, ein ums andere Mal, so dass wir gefühlt kaum Strecke machen. Ich vermute mal, dass es signifikant länger dauert, durch den Wald zu gehen, als dem Parallel - Pfad am Wasser zu folgen. Nicht unerheblich ist auch der Vorteil der viel besseren Aussicht, die dieser Pfad bietet.
    Oh ja. Auch wenn es in diversen Beschreibungen klar und deutlich erklärt ist, dass ab Skårkistugan der Weg am Strand besser ist und direkt an der Wasserkante entlang geht, kann man den mühelos verfehlen und sich dann kilometerlang unnötig durchs Gestrüpp mühen. Ich habe mich dann seinerzeit bei dem westlichsten der kleinen Seen 593 zum Strand durchgeschlagen, weil es mir im Wald zu blöd ward. Das Gelände zwischen Wald und Strand ist eine interessante Mischung von Weidengestrüpp und Sumpf und war von strömendem Wasser durchflossen, woraus sich die interessanten Fortbewegungsarten des Bushwhacking, Grasbüschelhüpfing und Matschwating ergaben. Am Strand weiterzugehen war es dann das reine Vergnügen.

  5. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: [SE] Im Sarek 2019: Keine Gipfel, viel Nebel – Am Ende alles gut?

    #85
    Zitat Zitat von Taffinaff Beitrag anzeigen
    Oh ja. Auch wenn es in diversen Beschreibungen klar und deutlich erklärt ist, dass ab Skårkistugan der Weg am Strand besser ist und direkt an der Wasserkante entlang geht, kann man den mühelos verfehlen und sich dann kilometerlang unnötig durchs Gestrüpp mühen. Ich habe mich dann seinerzeit bei dem westlichsten der kleinen Seen 593 zum Strand durchgeschlagen, weil es mir im Wald zu blöd ward. Das Gelände zwischen Wald und Strand ist eine interessante Mischung von Weidengestrüpp und Sumpf und war von strömendem Wasser durchflossen, woraus sich die interessanten Fortbewegungsarten des Bushwhacking, Grasbüschelhüpfing und Matschwating ergaben. Am Strand weiterzugehen war es dann das reine Vergnügen.
    Du sagst es, na, dann beim nächsten Mal. Den Wald kenne ich nun, mehr, als zur Genüge!
    Allerdings: Ohne den Wald, bzw. Im Wald gelaufen zu sein: Kein Elch - Kontakt!
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    Avatar von blackteah
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    AW: [SE] Im Sarek 2019: Keine Gipfel, viel Nebel – Am Ende alles gut?

    #86
    Ich bin seit Monaten mal wieder hier und musste natürlich sofort deinen Bericht lesen

    Danke für die schönen Bilder und den spannenden Bericht.

    Wie gut, dass Gott auch den Sarek geschaffen hat!
    Das hast du schön gesagt

  7. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: [SE] Im Sarek 2019: Keine Gipfel, viel Nebel – Am Ende alles gut?

    #87
    Zitat Zitat von blackteah Beitrag anzeigen
    Ich bin seit Monaten mal wieder hier und musste natürlich sofort deinen Bericht lesen


    Das ist mir natürlich nicht entgangen. Umso schöner, dass du mal wieder vorbei schaust.

    Danke für die schönen Bilder und den spannenden Bericht.


    Das hast du schön gesagt
    Gerne und ganz vielen Dank.
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  8. AW: [SE] Im Sarek 2019: Keine Gipfel, viel Nebel – Am Ende alles gut?

    #88
    Vielen Dank!!!!!!!!!!!
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

  9. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: [SE] Im Sarek 2019: Keine Gipfel, viel Nebel – Am Ende alles gut?

    #89
    Zitat Zitat von Mika Hautamaeki Beitrag anzeigen
    Vielen Dank!!!!!!!!!!!
    Gerne. Freut mich, wenn es dir gefallen hat.
    Geändert von evernorth (20.07.2020 um 22:39 Uhr) Grund: Zitier-Funktion optimiert
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