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  1. Fuchs
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    [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #1
    Mitreisende: Meer Berge
    South West Coast Path / England
    Mittelteil von Newquay nach Plymouth rund um Cornwall
    4.4. - 21.4.2019

    überwiegend solo, überwiegend im Zelt (wild)


    Hallo zusammen!

    Da ich gerade umständehalber etwas Zeit habe, möchte ich euch von meiner Frühjahrstour 2019 erzählen.
    Im Frühjahr 2018 habe ich begonnen, den South West Coast Path in England zu laufen.
    Wie der Name schon sagt, verläuft der Pfad entlang der Südwestküste Englands, Gesamtlänge 1014 km.
    Schon da war es, nachdem alles geplant war, nicht ganz klar, ob das Unternehmen klappen würde, denn der Brexit stand im Raum.

    Im letzten Frühling 2019 dann wurde, nachdem alles geplant war, der Brexit mitten in meine Tour hinein verlegt. Sollte ich fliegen - oder lieber nicht? Alles ging gut, wieder kein Brexit.

    Dieses Mal, Frühling 2020, habe ich mit einem Freund zusammen geplant, den 3. und letzten Teil zu laufen. Der Brexit war diesmal schon erledigt, keine Visumpflicht oder sonstige Hindernisse haben sich bisher ergeben, endlich eine in dieser Hinsicht entspannte Tour.
    Bis dann dieses kleine Mistviech kam und schaffte, was der Brexit nicht vermocht hat - die Tour auf Eis zu legen.
    Mein Flug wäre übermorgen gegangen, ich hätte dieses Jahr fast 3 Wochen Zeit gehabt, der Wetterbericht ist phantastisch!
    Mist!

    Na, dann nutze ich eben die Zeit, endlich vom 2. Teil zu berichten.




    Anreise 4.4.2019

    Um 4:11 fährt der Bus vor meiner Haustüre weg, mit Regionalbahn und S-Bahn gelange ich nach 1,5 Std. planmäßig zum Hamburger Flughafen. Es dauerte sehr lange, bis die Schalter öffneten, 20 Min. bis Boarding, dann endlich der Gepäckaufkleber, mit dem im Müllsack verpackten Rucksack wie üblich noch zum Sperrgepäckschalter joggen, von da zur Security düsen - glücklicherweise diesmal nur eine kurze Schlange, jetzt flott zum Gate. Passt!

    Der Flieger hebt pünktlich ab und um 8:30 sitze ich schon in London Heathrow im Cafe Nero.



    Hier muss ich nun 3 Std. warten, bis mein National Express Bus mich nach Newquay bringt. Ich habe extra mit etwas Puffer geplant, da nicht ganz klar war, wie das wohl mit dem Brexit laufen wird, ob evtl. die Kontrollen Zeit kosten etc.

    Ich versuche noch, über die Seite von National Express auf einen früheren Bus umzubuchen, aber die können gerade nicht an "Mainland Europe" verkaufen, da die Lage unklar ist ...
    Egal, ist ganz gemütlich hier.
    Gut, dass der Bus für die Rückfahrt schon gebucht ist!

    Ich frage mich, ob ich wohl am Ende der Reise noch in der EU unterwegs bin oder an genau dieser Stelle in einem Drittstaat sitze und in die EU wieder einreisen muss, und was das dann für meine Rückreise bedeutet. Auch da habe ich vorsichtshalber Puffer eingeplant.

    Ich trinke ein paar Chai Latte und stelle alle Uhren auf Inselzeit um.

    Der Bus bringt mich pünktlich über Plymouth (mein Ziel für diese Reise) nach Newquay, meinen Startpunkt.
    Es regnet während der Fahrt andauernd und heftig.
    Ich denke an die endlosen Passagen durch knöcheltiefen Matsch im letzten Jahr.
    Wie zum Abschluss letztes Jahr übernachte ich wieder im pink dorm des St. Christopher´s Inn. Diesmal habe ich den 8er-Schlafsaal nicht für mich alleine, es sind noch 3 Mädels da.
    Übernachten kann man da ganz gut, das Essen - naja.

    Der Wetterbericht sagt für die nächsten beiden Tage sehr viel Regen an
    Nun ja, dafür habe ich mir die Sealskinz-Socken gekauft, die kann ich morgen wohl gleich testen.
    Ich entscheide mich, online für St. Ives - sollte ich in 2 Tagen schaffen - ein Hostelbett zu buchen. Zum Durchtrocknen, und auch, weil ich mir den Ort etwas ausgiebiger ansehen möchte.

    Den Yogi-Veggie-Burger spüle ich mit Guinness runter und falle ins Bett.
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  2. Fuchs
    Avatar von Rainer Duesmann
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #2
    Klasse!

  3. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #3
    (Newquay) - Perranporth - Portreath 5.4.2019

    Das Frühstück war, wie auch letztes Jahr hier, recht trocken und dürftig.

    Gerade zur Ladenöffnungszeit stehe ich vor dem Millets, um mir noch eine Gaskartusche zu kaufen.
    Ich will überwiegend (wild) zelten.
    Es gibt die ganze Bandbreite an Gaskartuschen dort, hatte ich mir letztes Jahr schon angesehen.

    Gleich neben dem Laden ist die Bushaltestelle. Nach einigem Warten in der Sonne! bringt mich die 87 in 30 Min. nach Perranporth, wo ich im letzten Jahr meine Tour beendet hatte.
    Ich schultere meinen Rucksack und mache mich direkt auf den Weg.




    Der erste Anstieg der Tour bringt mich zur Millennium Sundial, einer Sonnenuhr, die gerade außer Betrieb ist.




    Kurz danach beginnt es dann auch zu regnen, ich ziehe die Regensachen über und packe den Fotoapparat in den Rucksack.
    Da es jedoch auch immer Regenpausen gibt, mache ich doch einige Fotos unterwegs.

    Viel felsige Steilküste, ab und zu ein Strand.













    Gegen Mittag erreiche ich Porthtowan und gönne mir im Café einen heißen Kakao.
    Ich fühle mich noch nicht so richtig in Wander-Form. Ist ja auch der erste Tag nach einem faulen Winter.
    Der Weg ist aber recht leicht zu laufen und von der Matschigkeit nicht zu vergleichen mit dem Morast im letzten Jahr.

    Es geht durch ehemaliges Minengebiet.

    Drahtgeflechte decken offene Schächte ab.




    Minen bei Cligga Head (Abbau von Zinn und Wolfram)







    Weiter geht es an der Küste entlang.




    Der Weg ist insgesamt recht leicht zu laufen. Mal steinig, mal schottrig, trotz Regens kaum matschig.
    Nur wenige steile Taleinschnitte sind zu bewältigen, wenn sie mit Treppen versehen sind, dann sind die Stufen nicht über kniehoch, wie so oft im letzten Jahr.
    Es regnet weiterhin ab und zu, aber nicht so, dass ich die Sealskinz wirklich testen könnte.

    Unterwegs treffe ich nur 1 Wanderer, er kommt von Land´s End und will nach John O´Groats.

    Blumenkohl im April? Ein ganzer Acker voll! Wurde der nicht geerntet im Herbst? Ist das so üblich?







    Als ich gegen 17:30 mein Zelt aufbaue, schaut sogar einmal die Sonne raus.
    Kurz hinter Portreath habe ich ein kleines Tal mit einem Bach gefunden, darin eine zeltgroße, fast ebene Fläche zwischen Primeln und Zwiebeln.





    Insgesamt war das ein schöner erster Wandertag.
    Das Wetter war besser als angekündigt.
    In den Sealskinz bin ich gut gelaufen, habe sie aber nicht auf Wasserdichtigkeit testen können.
    Körperlich fühlte ich mich über den Tag immer besser.
    Ich freue mich, endlich wieder auf dem Trail zu sein und genieße es, im Zelt zu hocken und zu kochen.
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  4. Gerne im Forum

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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #4
    Danke für den Bericht! Bin schon gespannt wie es weitergeht. Nachdem ich die Via de la Plata nach 650km aus allseits bekannten Gründen abbrechen musste, sitz ich nun in Wien fest und lese Reiseberichte.

    Auf diesen freue ich mich besonders da ich vor kurzer Zeit das Buch "Der Salzpfad" von Raynor Winn gelesen habe.

  5. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #5
    Portreath - St. Ives 6.4.2019


    Ich habe meine Strecke nicht mitgetrackt, kann also nicht genau sagen, wie weit ich jeden Tag gelaufen bin.
    Wer das für sich planen will, kann auf der Seite des SWCP den Distance Calculator bemühen.
    Es waren aber i.d.R. so um die 20-25 km. An einigen Tagen kamen dazu noch etliche Höhenmeter, was man von einer Küstenwanderung nicht unbedingt erwartet. Manche Etappe hatte tatsächlich um die 1000 Hm! Dabei ging es kaum über 100m hinauf, aber immer wieder: Meereshöhe, 100 Hm steiler Anstieg, 100 Hm steiler Abstieg, ... oft mit Treppenstufen, die so hoch waren, dass ich froh über meine Stöcke war, an denen ich mich hochziehen konnte

    Heute will ich bis St. Ives kommen. Das ist eine der längeren Strecken, knapp über 30 km, dafür wenige Höhenmeter.
    Zwischendurch muss man durch Hayle, eine unschöne Hafenstadt, deren Hafenkanäle umlaufen werden müssen.

    Gerade habe ich mein Zelt abgebaut, es ist sehr nass durch den Tau im tiefen Gras neben dem Bach.
    Ein erster Aufstieg über Treppen bringt mich zu einem kleinen Parkplatz, dem Ende einer Stichstraße.

    Hier parken 2 englische Autos, deren Besitzer sich zu einer Tageswanderung aufmachen wollen.
    Das Paar aus dem ersten Wagen spricht mich an und wir schnacken eine Weile. Dabei zeigen sie auf einen jungen Mann mit Rucksack, der mit dem anderen Paar in ein Gespräch vertieft ist. Er sei auch Deutscher.
    Der holt mich bald ein, als ich wieder auf dem Weg bin und wir stellen fest, dass wir beide auf dem SWCP unterwegs sind und heute das Cohort Hostel in St. Ives zum Ziel haben. Er ist ohne Zelt unterwegs.
    Daher können wir beim Quatschen ja auch eigentlich weiterlaufen.
    Thorsten ist schneller als ich, wahrscheinlich muss er ein wenig bremsen. Ich muss mich jedenfalls etwas sputen, damit ich mit ihm Schritt halten kann. Bei dem überwiegend flachen Gelände geht das aber ganz gut und mir wird ordentlich warm.






    So könnte Regen gerne immer aussehen. Zumindest beim Wandern.
    Ginster und Schwarzdorn blühen, sonst ist die Natur noch recht vorfrühlingshaft.

    Godevry Lighthouse










    Bis Hayle geht es dann sehr lange durch Strand- und Dünenlandschaften.
    Vor lauter Quatschen vergesse ich aber, Fotos zu machen.

    Auch von Hayle und der wenig schönen Hafenumrundung habe ich keine Bilder. Es war aber weniger schlimm als erwartet.
    Am Anfang stärken wir uns noch mit einem Kakao an einem Kiosk, der heute den ersten Tag geöffnet hat und daher noch keine Marshmellows anbieten kann. Kakao mit Sahne und Marshmellows - sooo gut!

    Erst als wir St. Uny in Leland auf der anderen Fjordseite erreichen, machen wir die nächste Pause und sehen uns ein wenig um.
    Die mittelalterliche Kirche (12.Jh.) ist ganz aus Granit gebaut.




    Viele sehr alte Gräber unter keltischen Kreuzen.










    Jeder hat seinen eigenen Platz mit seinem eigenen handbestickten Sitzkissen.




    Im Turm läuten 6 Glocken.




    Am hinteren Ende des Geländes steht eine (Begräbnis?) Kapelle.




    Das Haus von Rosamunde Pilcher verpassen wir jedoch. Es ist sicher eine dieser großen Villen mit den parkähnlichen Gärten.
    So quatschen wir uns weiter bis nach St. Ives. Die Zeit vergeht wie im Flug, von der heute weniger spektakulären Landschaft bekomme ich gar nicht so viel mit.







    Very british.




    Vor lauter Erzählen laufen wir sogar zuerst an unserer Unterkunft vorbei. Als wir am Ende des Städtchens ankommen, müssen wir also umdrehen und finden etwas aufmerksamer dann schnell das Hostel.




    Wir checken ein, machen uns ein wenig frisch und erkunden dann St. Ives.
    Ein sehr hübsches Städtchen. In der Saison wird es angeblich stark von Touristen überrannt. Heute ist es ruhig.







    Nach einem ShopStop im Co-op gleich gegenüber vom Hostel (7am-11pm) wollen wir unsere leeren Mägen mit einheimischer Küche beglücken.
    Im Castle Inn gibt es keine Pasties auf der Karte.




    So wechseln wir nach einem Bier nach nebenan.




    Zum 2. Bier wird mir Beef Stew with 2 Dumplings serviert, Thorsten bekommt sein Fish Pasty.
    Während wir schlemmen, baut eine kleine Band ihre Instrumente auf.

    Die Musik ist nicht so ganz unser Fall.
    Wir wechseln wieder ins Castle Inn, wo mittlerweile der Boyfriend der Sängerin aus dem Union Inn E-Gitarre in einer anderen Band spielt. Sie kommen sich in Breaks immer mal gegenseitig besuchen und trinken einen Schluck gemeinsam.

    Thorsten ist ganz begeistert von der Musik (meins ist es nicht so ganz), es folgt ein 3. Bier, gegen das ich mich zu spät gewehrt habe und mit dem ich ein wenig kämpfen muss. Oder ist es die Müdigkeit? Gegen Mitternacht packt die Band ein und ich falle auch schon fast vom Stuhl.

    Vor dem Hostel haben wir Probleme mit unseren Schlüsselkarten (oder wie heißt das Ding offiziell?). Nach einigem Probieren mit beiden Karten müssen wir doch einen Mitarbeiter aus dem Bett klingeln, der daran scheinbar schon gewöhnt ist.

    Wir beide verabschieden uns. Thorsten will morgen wieder ordentlich Strecke machen, er muss sein nächstes Hostel erreichen. Ich will ausschlafen und bin mit meinem Zelt viel flexibler.
    Als ich im Bett liege, denke ich, wir hätten noch Adressen und Nummern austauschen sollen. Schade! War echt ein schöner Tag zusammen! Danke! Guten Weg noch!
    Kurz vor dem Einschlafen werfe ich vorsichtshalber noch eine Aspirin in das Bier und schlafe dann wie ein Stein.
    Geändert von Meer Berge (26.03.2020 um 09:41 Uhr)
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  6. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #6
    Zitat Zitat von adriano Beitrag anzeigen
    Auf diesen freue ich mich besonders da ich vor kurzer Zeit das Buch "Der Salzpfad" von Raynor Winn gelesen habe.
    Oh, interessant, das Buch kenne ich gar nicht.
    Den ersten Teil meines SWCP findest du hier, gegen Langeweile.

    Dir alles Gute, und dass es schon irgendwie weitergeht - und auf andere Weise eine interessante Erfahrung wird ...
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  7. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #7
    Sehr schöner Anfang, werde begeistert mit lesen.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  8. Erfahren
    Avatar von FatmaG
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #8
    Hey Sylvia,

    Ich entdecke gerade Deinen Wanderbericht - und eine neue Gegend!
    Dankschön.

    Und auch entdecke ich, dass man die Reiseberichte miteinander verknüpfen kann.
    Ach, die Informatik mit ihren 'ungeahnten' Möglichkeiten...
    (probiere ich gleich mal aus)

    Deine Fotos sind mal wieder wunderbar anzuschauen.
    Und Deine Schilderungen sind Gold wert!

    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Portreath - St. Ives
    Kurz vor dem Einschlafen werfe ich vorsichtshalber noch eine Aspirin in das Bier....
    Wer weiß, vielleicht schaffe ich es auch nochmal zum Wandern auf die Insel und ins europäische Ausland. Eine Freundin wohnt im County Devon und plant für den Sommer 2021 ein Treffen mit ihren belgischen Freundinnen. Es wäre eine gute Gelegenheit, sich dort mal umzusehen...

    Cheers

    FatmaG

    PS
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Bis dann dieses kleine Mistviech kam und schaffte, was der Brexit nicht vermocht hat - die Tour auf Eis zu legen.
    Mein Flug wäre übermorgen gegangen, ich hätte dieses Jahr fast 3 Wochen Zeit gehabt, der Wetterbericht ist phantastisch!
    Mist!

    Na, dann nutze ich eben die Zeit, endlich vom 2. Teil zu berichten.
    Das Gefühl kenne ich... Ich sollte jetzt Anfang April 10 Tage nach Frankreich fahren und wegen Ostern hatte ich sogar ausnahmsweise alles im Voraus gebucht. Annulieren angesagt...
    Aber wie Du ja so treffend schreibst, die Zeit kann man ganz gut nutzen zum Schreiben UND Lesen!

  9. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #9
    Zitat Zitat von FatmaG Beitrag anzeigen
    Wer weiß, vielleicht schaffe ich es auch nochmal zum Wandern auf die Insel und ins europäische Ausland. Eine Freundin wohnt im County Devon und plant für den Sommer 2021 ein Treffen mit ihren belgischen Freundinnen. Es wäre eine gute Gelegenheit, sich dort mal umzusehen...
    Hallo FatmaG!

    Wenn du nach Devon reist, bietet sich der SWCP unbedingt an! Er geht an der Küste von North Devon und South Devon entlang. North Devon war sehr schön! (Bis auf den Matsch und den Regen, im Exmoor hat es feste geschneit ...)

    Schön, dass du mit an die Küste kommst, während ich mit dir durch die Berge steige

    Viele Grüße,
    Sylvia
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  10. Erfahren

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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #10
    [QUOTE]
    Blumenkohl im April? Ein ganzer Acker voll! Wurde der nicht geerntet im Herbst? Ist das so üblich?

    /QUOTE]

    Vielleicht fehlende Erntehelfer (Brexit) ?

  11. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #11
    Sehr schöne Wanderung, ist abonniert

    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Portreath - St. Ives 6.4.2019

    Heute will ich bis St. Ives kommen. Das ist eine der längeren Strecken, knapp über 30 km, dafür wenige Höhenmeter.
    Zwischendurch muss man durch Hayle, eine unschöne Hafenstadt, deren Hafenkanäle umlaufen werden müssen.
    Wieso erwähnst Du denn den Mann mit sieben Frauen nicht, der sich in der Gegend herumtreiben soll?

  12. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #12
    St. Ives - Pendeen Watch 7.4.2019



    Bis auf die Müdigkeit spüre ich keine Nachwirkungen des Gelages der letzten Nacht.
    Ich hoffe, Thorsten geht es ebenfalls gut und er schafft seine Etappe heute problemlos.
    Ich schlafe erstmal aus. Ist ja Urlaub.
    Erst um 9:30 verlasse ich nach 2 Gratis-Kaffees das Hostel.
    Es ist eine sehr schöne Unterkunft mit sehr nettem Personal!
    Daher ist es nicht dramatisch, dass ich noch einmal zurücklaufen muss.
    Nach einigen 100 m bemerke ich, dass ich meine Trekkingstöcke dort vergessen habe.

    Einmal um die Landzunge herum, auf der anderen Seite am Strand entlang.
    Ich treffe eine Hostel-Mitbewohnerin, die hier heute einen Surfkurs machen will, eine andere wollte einen Malkurs belegen, einer dritten begegne ich später auf dem Pfad, sie wird mit dem Bus zurückfahren.











    Erst geht es ein wenig über Asphalt, dann ins Gelände.
    Ein toller, wilder Küstenabschnitt erwartet mich!
    Immer wieder rauf und runter, aber kaum Treppen.
    Ein paar matschige Stellen, aber harmlos und sogar oft durch Trittsteine überbrückt.
    Oft ist der Weg sogar felsig.
    Der Abschnitt bis Zennor scheint recht beliebt zu sein, danach wird es ruhig.
    Auch heute hält sich das Wetter nicht an den Wetterbericht - statt strahlendem Sonnenschein bedecken Wolken den Himmel, ab und zu gibt es auch Sprühregen oder Schauer. Dazu ein kalter NO-Wind. Ich ziehe die Regensachen ein paarmal an und aus.



















    Schwierige Gegend zum zelten. Felsig, steil, viel Gestrüpp.
    Ich will eigentlich bis zum Pendeen Lighthouse laufen, vermute dort aber mehr Betriebsamkeit.
    Dahinter werde ich wieder zu Minenruinen kommen, bei denen auch Arsen abgebaut wurde.
    Das möchte ich nicht in Restbeständen in meinem Trinkwasser haben!

    Als ich über einen Hügel kurz vor Pendeen komme und die Wiesen, den Bach und die Ruine (einer Mühle?) dort sehe, weiß ich sofort: Das ist mein Zeltplatz! Es ist zwar noch recht früh, aber ich fürchte, einen so guten Platz werde ich lange nicht finden.







    Etwas tiefer unten steht schon ein knallrotes Zelt.
    Ich fege ein paar mumifizierte Kuhfladen aus meinem erwählten Schlafbereich, einer herrlich ebenen, weichen Wiese.
    Ich hole Wasser, koche Tee und genieße die nun gelegentlich hervorblinzelnde Sonne.
    Dabei stelle ich fest, dass ich nicht alleine bin, hier warten schon einige auf mich.
    Zecken. Diese ganz winzigen, die ich aus Schottland kenne.
    Ich finde sie am Topf, im Schuh, am Wassersack, an der Gaskartusche, sogar schon im Zelt.
    Wahrscheinlich hat mich die eine oder andere auch schon gefunden.
    Regelmäßig Zecken-Check.

    Ob sie auch den herrlichen Sonnenuntergang genießen?




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  13. Fuchs
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #13
    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Wieso erwähnst Du denn den Mann mit sieben Frauen nicht, der sich in der Gegend herumtreiben soll?

    Ich habe nur den einen getroffen, der hat nur 1 Frau (und 2 Töchter).




    Zitat Zitat von bananensuppe Beitrag anzeigen
    Blumenkohl im April? Ein ganzer Acker voll! Wurde der nicht geerntet im Herbst? Ist das so üblich?

    Vielleicht fehlende Erntehelfer (Brexit) ?

    Der Blumenkohl sah noch richtig gut aus, nicht so als wäre er vergessen worden.
    Es waren 2 solche Äcker. Die hätte man mit wenig Leuten eigentlich abernten können müssen.
    Aber ich bin keine Bauer und habe keine Ahnung.
    Kann natürlich sein, dass der drohende Brexit mitgespielt hat.
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  14. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #14
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen

    Ich habe nur den einen getroffen, der hat nur 1 Frau (und 2 Töchter).
    Ich ging nach St. Ives im Morgengrauen
    und traf ’nen Mann mit sieben Frauen.

    Jede Frau trug sieben Sack’,
    drin sieben Katzen huckepack.
    Sieben Kätzchen jede Katze hat.

    Kätzchen, Katzen, Säcke, Frauen,
    wie viele gingen nach St. Ives im Morgengrauen?

  15. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #15
    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Ich ging nach St. Ives im Morgengrauen
    und traf ’nen Mann mit sieben Frauen.


    Nein, den habe ich nicht getroffen.
    Das wäre mir aufgefallen, denke ich.
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  16. Gerne im Forum

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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #16
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Der Blumenkohl sah noch richtig gut aus, nicht so als wäre er vergessen worden.
    Es waren 2 solche Äcker. Die hätte man mit wenig Leuten eigentlich abernten können müssen.
    Aber ich bin keine Bauer und habe keine Ahnung.
    Kann natürlich sein, dass der drohende Brexit mitgespielt hat.
    In Ländern und Regionen mit mildem Winterklima gibt es Blumenkohlanbau mit Winterernte. Ich konnte das letztes Jahr in der Bretagne sehen.

  17. Fuchs
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    #17
    Zitat Zitat von adriano Beitrag anzeigen
    In Ländern und Regionen mit mildem Winterklima gibt es Blumenkohlanbau mit Winterernte. Ich konnte das letztes Jahr in der Bretagne sehen.
    Ah, interessant! Danke!
    Ja, ich komme hier langsam in recht milde Gegenden.
    Klima und Vegetation an der Südküste wirken bald fast mediterran.
    Und die Bretagne ist gleich nebenan, mit Artischocken und leckeren Sachen.
    Das wird es sein.
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  18. Fuchs
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    #18
    Pendeen - Land`s End 8.4.2019


    Ich habe wunderbar geschlafen! Zecken-Check - nichts.
    Gegen 9 schultere ich meinen Rucksack und sehe den Nachbarn gerade sein Zelt abbauen. Ich freue mich ein wenig, denn sonst bin ich meist die Schlafmütze und Trödeltante.

    Es war genau die richtige Entscheidung hier zu zelten, auf den nächsten Kilometern wird sich nichts Geeignetes finden.
    Dennoch ist der Weg nach Pendeen Watch schön zu wandern. Es ist trocken, bedeckt, ein kalter Wind weht, es geht gerade so ohne Gore-Jacke. Den ganzen Tag kommt die Sonne nicht so recht raus.







    Pendeen Watch Lighthouse







    Bald erreiche ich das ehemalige Minengebiet der Levant Arsenic Mines. Ein Gewirr aus breiten Schotterwegen führt um Ruinen von hohen Häusern und Türmen.
    Solche Steinruinen haben immer einen gewissen Charme. Unsere heutigen Beton-Glas-Stahl-Konstruktionen werden niemals schöne, stimmungsvolle Ruinen abgeben.










    Das Minengebiet zieht sich fast bis zum Cape Cornwall. Das galt lange als der westlichste Punkt Englands, bis man feststellte, dass Land´s End noch westlicher liegt. Bisher hieß das Meer neben mir Bristol Channel, ab hier wird es zum Ärmelkanal gezählt.




    Cape Cornwall




    Weiter geht es über offene Höhen und Wiesen, durch Tunnel aus Ginster und Schlehen, es wird zunehmend grüner, immer mehr Blumen blühen. Der Weg ist überwiegend trocken, an chronisch matschigen Stelle liegen Stepping Stones. Welch ein Unterschied zu letztem Jahr!




    Immergrün




    Weißes Glockenblümchen




    Ich finde heute Abend heraus, dass dieses weiße Glockenblümchen Allium Triquetrum heißt - Glöckchenlauch, eine wilde Zwiebel. Es ist aus mediterranen Gegenden hier eingewandert (worden). Alle Pflanzenteile sind essbar und schmecken sehr lecker, wie eine Mischung aus Frühlingszwiebel und mildem Knoblauch. Davon werde ich auf dieser Tour noch sehr viel pflücken und mit Genuss verspeisen.

    Erstmal beginnt es nun aber feste zu regnen.
    Irgendwo bekomme ich Handy-Empfang und rufe den Wetterbericht für die kommenden Tage ab: Dauerregen, morgen und ein wenig noch übermorgen.
    Ich komme kaum an geeigneten Zeltplätzen vorbei, während ich mich Land´s End nähere. Dort kann ich natürlich auf keinen Fall zelten, Touristen-Rummel-Magnet No.1
    Über einen Strand gelange ich nach Sennen Cove und gönne mir im Inn einen heißen Kakao. Immer noch keine Marshmellows.
    Hier schaue ich im hauseigenen WiFi nach einer festen Unterkunft in der Umgebung als Plan B.
    84 GBP für ein DZ hier im Haus sind mir zu viel. Im Land´s End B&B finde ich ein Bett im Dorm für 28 GBP, buche und bekomme die Zusage.
    Das ist nicht mehr weit, ich laufe eine Runde im strömenden Regen durch die Disney World Anlagen von Land´s End und mache ein schnelles Foto mit dem Handy an dem obligatorischen Schild. Dabei hoffe ich, dass ich morgen vielleicht ein bisschen Glück habe und hier noch einmal zumindest im Trockenen stehen kann.
    Es ist außer mir kein Mensch hier und alles geschlossen.
    Die Scilly Island sind natürlich nicht zu sehen, ich kann gerade so das Longships Lighthouse auf einem vorgelagerten Felsen erahnen.

    Ich laufe den km in das Dorf hinein, finde das sehr hübsche B&B, bekomme ein 4er Dorm (ohne &B) für mich alleine. In einem anderen Zimmer überwintert wohl ein weiterer Mensch, den ich jedoch nicht treffe. Die sehr nette Wirtin zeigt mir auf der Karte 2 Pubs, wo ich zum Abendessen hingehen kann. Ich drehe erst einmal die Heizung voll auf und nehme eine Dusche.




    Land´s End bei Sonnenschein




    Im First&Last Inn sitze ich, esse Fish&Chips mit pürierten Erbsen und Minzsauce (wer sich sowas ausdenkt!? - lecker! ) und beobachte, wie die Sonne herauskommt! Mit der habe ich ja nun gar nicht mehr gerechnet!
    Auf dem Rückweg zum Hostel ist der Himmel sternenklar und es ist ziemlich frisch.
    Mein Zimmer ist jetzt herrlich warm, meine Sachen trocknen, ich koche mir noch einen Instant-Kaffee und falle dann ins Bett.
    Kalender *Papageitaucher 2021* Familienplaner
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  19. Erfahren
    Avatar von FatmaG
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    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #19
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen

    Schön, dass du mit an die Küste kommst, während ich mit dir durch die Berge steige
    Ein perfekter Einstieg in den Tag, an der Küste wachzuwerden ;)
    Leider nicht ganz stilgerecht - ich trinke Milchkaffee statt Tea.


    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen

    Wenn du nach Devon reist, bietet sich der SWCP unbedingt an! Er geht an der Küste von North Devon und South Devon entlang. North Devon war sehr schön! (Bis auf den Matsch und den Regen, im Exmoor hat es feste geschneit ...)
    Danke für den Tipp, ich war nun auch etwas genauer auf der Karte nachsehen.
    Den Weg werde ich definitiv näher ins Auge fassen!
    (Dabei habe ich auch gesehen, dass Du 'ne ganz schöne Strecke zurückgelegt hast!)


    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen

    Dabei stelle ich fest, dass ich nicht alleine bin, hier warten schon einige auf mich.
    Zecken. Diese ganz winzigen, die ich aus Schottland kenne.
    Ich finde sie am Topf, im Schuh, am Wassersack, an der Gaskartusche, sogar schon im Zelt.
    Wahrscheinlich hat mich die eine oder andere auch schon gefunden.



    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen

    Im First&Last Inn sitze ich, esse Fish&Chips mit pürierten Erbsen und Minzsauce (wer sich sowas ausdenkt!? - lecker! )
    Das britische Essen fand ich bisher auch eigentlich gar nicht so schlecht. Erbsen mit Minzsauce habe ich allerdings noch nicht gekostet. Steht auf der Warteliste.

    'nen schönen Tag nach Hamburg!

    FatmaG

  20. Gerne im Forum

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    77

    AW: [GB] South West Coast Path Teil 2: Rund um Cornwall

    #20
    Danke für den tollen Bericht! Ich habe den SWCP mit Zelt auch schon im Hinterstübchen, muss ja genial sein. Deinen ersten Teil werde ich mir mal raussuchen.

    Läufst du (auch) mit 'nem Tarptent? Und welcher Schlafsack hat während Deiner Zeit ausgereicht? Ich habe einen Daunensack von WM, doch aufgrund der Feuchtgkeit von Küste und Wetter überlege ich mir einen aus Kufa zu holen.

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