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  1. Erfahren
    Avatar von FatmaG
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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 2: Von Candanchú bis Catalu

    #21
    Mitreisende: FatmaG
    Mo., 5.8. - 6. Tag: Vom Refugio de Góriz zum Refugio de Pineta über die Faja de las Olas
    (ca 11,7 km, ↑630Hm ↓1600Hm)

    Hunderttausend heulende Höllenhunde! Und sogar noch ein paar mehr!


    Heute kündigt sich wieder ein langer Tag an. Nach dem Einpacken und einem Frühstück im Refugio ziehe ich erst um 8:30 Uhr los. Es ist traumhaft hier oben. In der Ferne tönen Schafglocken. Viele Wanderer zieht es zum Monte Perdido, der GR11 driftet allerdings süd-südöstlich ab und umrundet den Morón de Arrablo.
    Als ich losziehe, stehen noch viele Zelte – so streng ist das Reglement anscheinend doch nicht. Oder?
    Noch in der Biwakzone steige ich über ein fettes Geschäft, das unglaublicherweise genau auf dem GR11 abgelegt wurde. Es sieht ganz eindeutig nicht nach Hund aus!

    Recht zügig und schnell komme ich an den Collado de Arrablo, wo sich wieder 2 Varianten trennen: Der offizielle Hauptweg steigt ab ins Tal Richtung Fuen Blanca. Die Variante über die Faja de las Olas steigt in luftige Höhen hinauf. Genau diesen Weg werde ich heute einschlagen.




    Am Collado de Arrablo


    Es geht hoch und höher hinauf, sehr beeindruckend! Noch ein Wasserfall, bevor sich das Terrain zur Steinwüste wandelt. Und Edelweiß, diesmal voll erblüht! Die Aussicht ist schier atemberaubend. Man sieht herab in das Arrablo-Tal und auf die langgezogene Añisclo-Schlucht.
    Mit der fantastischen Aussicht mache ich in der Sonne Picknickpause. Kurz vorher hatte ich ein Grüppchen gekreuzt, die ihre Fernwandertour mit Gipfelbesteigungen kombinieren. Hier wollen sie auf die Punta de las Olas.




    Perfektes Wanderwetter




    Edles Weiß




    Steinige Wege in schwindelerregenden Höhen...







    … mit grandiosen Aussichten


    Dann gehe ich weiter, immer in schwindelerregender Höhe und manches Mal doch recht nah am Abgrund entlang. Wie beschrieben komme ich bald an die Stelle, an der Wasser aus dem Felsen herausfließt. Und gleich darauf an die erste der wirklich kniffeligen Passagen. Eine kurze steile Kletterpartie, die jedoch dank der Eisenkette recht gut zu bewältigen ist. (Ohne wahrscheinlich auch). Eine der beiden Spanierinnen, Iskra, hat mich inzwischen eingeholt. Sie ist gestern wegen der Fußschmerzen in ihren Sandalen gewandert. Für diese Variante hatte ich ihr sehr davon abgeraten. Den Rat hat sie wohl befolgt und ihre zu kleinen Wanderschuhe angezogen, weil sie unbedingt über die Faja steigen wollte. Jedoch alleine; ihre Begleiterin, Elena, hat Angst bekommen und kehrt gemacht, um den regulären Weg zu gehen.
    Behände steigt sie hoch. Ein Paar kommt entgegen, die Frau schwitzt an dieser Stelle Wasser und Blut, mit der Hilfe – und dem Zureden – ihres Partners meistert sie schließlich unbeschadet den Abstieg. Sobald sie unten sind, klettere ich los. Kurz darauf kommt die zweite mit Drahtseil gesicherte Stelle. Recht flach geht es ca 20 Meter weiter, bei Nässe kann es jedoch hier gefährlich werden. Heute ist es trocken, und die Stelle sicher zu überbrücken. Nicht lange danach komme ich an die für mich stressigste - nicht gesicherte - Passage: Von oben tropft und träufelt Wasser auf den schmalen Weg und macht den Stein nass und glitschig. Fast rutsche ich aus und gehe daraufhin noch vorsichtiger weiter.




    Ein Blick zurück auf die Faja de las Olas


    Bald jedoch ist alles wieder im grünen Bereich. Eine Schafherde weidet (woran eigentlich) in den Steinen unter mir. Ein Grat mit viel Wind gibt den Blick frei auf das Tal, die Valle de Pineta, wohin es gleich hinabgeht, aber erst führt der GR bis zum Collado de Añisclo, wo die beiden Varianten wieder zusammenkommen. Dort will Iskra auf ihre Partnerin warten, wir machen kurze Rast zusammen, bevor ich gegen 14:30 Uhr den windigen Platz Richtung Pineta verlasse.




    Gratwanderung zum Collado de Añisclo




    Am Collado de Añisclo


    Noch ahne ich nichts Böses, als ich in das Tal unter mir blicke. Bzw. dass es kein Zuckerschlecken werden wird, sieht man der Steile des Terrains natürlich an.
    Wie angekündigt, geht es richtig steil und zu allem Unglück ewige Strecken lang über Schotter und Geröll. Alles, was ich hasse!
    Eine Gruppe steigt ab und an mir vorbei. Etwas tiefer bleiben sie stehen und ein Begleiter erklärt, wie ein solcher Abstieg zu meistern ist. Dann gehen sie zügig weiter, während ich hinter ihnen her schleiche. (Wahrscheinlich bewege ich mich allzu übervorsichtig, aber mein Ausrutscher auf so kleinem fiesen Geröll vor einigen Jahren bleibt mir allzu gut in Erinnerung). Nach den ersten geschafften Höhenmetern durch das Gestein nehme ich langsam auch die Pflanzenwelt auf. Immer wieder Grasbüschel, Glockenblumen sowie andere Bergblumen. Und Edelweiß – noch und nöcher. Als Trostpflaster sozusagen. Zumindest als mein Trostpflaster, denn ich leide ganz schön hier!




    Weit unten zu erkennen: das Parador-Hotel de Bielsa




    Schotter und Geröll, Geröll und Schotter. Grrrr!




    Scharfe Kurven...


    Eine gefühlte Ewigkeit später lande ich an der Baumgrenze (und zugleich an der Grenze zum Nationalpark). Aber es geht munter mit den Hürden weiter, die Schwierigkeiten werden lediglich andere. Immer noch teilweise sehr steil hangelt sich der Weg nun durch Bäume hinab, so manches Mal brauche ich meine Hände, um ein paar besonders knifflige Passagen zu bewältigen. Meine Knie sehnen sich nach Ankommen, ich auch. Endlich, kurz vor 19 Uhr, stehe ich im trockenen Flussbett, der Höllenabstieg liegt hinter mir und das Refugio de Pineta vor mir...

    Als ich die Hütte betrete, sitzt zu meiner großen Überraschung Rudolf, der lange Holländer, an der Bar. Er hatte gestern einen Ruhetag in Torla eingelegt, und hat dann eine Hammeretappe vom Nationalpark über Góriz bis hierher nach Pineta hinter sich gebracht. Jetzt wartete er auf ein Taxi, das ihn nach Bielsa bringen soll. Er sieht aus, als würde er diese Nacht sehr gut schlafen...
    Ich beziehe mein Bett in einer der kleinen Vierer-Kojen, dusche warm und setze mich dann mit einem Bier an den Abendbrottisch. Eine junge Amerikanerin (in Gegenrichtung) spricht mich an. Wir tauschen kurz aus über die Unterschiedlichkeit der Fernwege in Amerika und Europa, dann gibt es Abendbrot. Und – so wie schon gestern in Góriz – tauchen pünktlich zum Essen Iskra und Elena völlig fertig auf. Wir essen wieder zusammen und tauschen aus, bis sie duschen und ich recht zeitig ins Bett gehe.

  2. Fuchs
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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 2: Von Candanchú bis Catalu

    #22
    Wie cool, dass du über die Faja de las Olas gestiegen bist!
    Was für geniale Aussichten von dort!

    Ich bin tatsächlich runter zur Fuen Blanca (auch über 2-3 steile Felsstufen mit Einsatz der Hände) gelaufen, habe dort eine Tagestour durch die Faja Pardina gemacht (sehr lohnend!) und bin am nächsten Tag über den Col de Anisclo zur Ref. Pineta abgestiegen. Bei drohendem Gewitter und Regen. Ich fand auch, dass der Abstieg echt anstrengend war. Als ich in den Wald kam, dachte ich, das Schlimmste sei geschafft, und dann kamen all diese kleinen Kletterstufen ...
    Als ich unten am Bach ankam, war der leer.
    In der Nacht hat es so geregnet, dass dort am nächsten Morgen ein richtiger Fluss geflossen ist, der unmöglich hätte gefurtet werden können. Das hätte noch einen ziemlichen Umweg bedeutet. Glück gehabt!
    Ich habe auch spontan in der Ref. übernachtet, statt mit dem Zelt noch hoch nach La Larri zu steigen.

    Beim nächsten Mal nehme ich dann die Faja de las Olas!
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  3. Erfahren
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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 2: Von Candanchú bis Catalu

    #23
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Wie cool, dass du über die Faja de las Olas gestiegen bist!
    Was für geniale Aussichten von dort!
    ...
    Beim nächsten Mal nehme ich dann die Faja de las Olas!
    Unbedingt lohnenswert. Und bei guten Wetterverhältnissen ganz problemlos zu laufen.
    Man sollte lediglich eher schwindelfrei sein, obwohl ich mich im Nachhinein nicht an ganz problematische Stellen erinnern kann.


    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Ich fand auch, dass der Abstieg echt anstrengend war. Als ich in den Wald kam, dachte ich, das Schlimmste sei geschafft, und dann kamen all diese kleinen Kletterstufen ...
    Ganz genau!!!


    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Als ich unten am Bach ankam, war der leer.

    In der Nacht hat es so geregnet, dass dort am nächsten Morgen ein richtiger Fluss geflossen ist, der unmöglich hätte gefurtet werden können. Das hätte noch einen ziemlichen Umweg bedeutet. Glück gehabt!
    Unglaublich!
    Ich hatte im Vorfeld gelesen, möglicherweise, wenn nicht zu furten, bedeute das einen längeren Umweg.
    Als ich an dem trockenen Flussbett stand, habe ich erstmal nur gedacht, "never ever". Aber Du belehrst mich gerade eines besseren...

  4. Erfahren
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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 2: Von Candanchú bis Catalu

    #24
    Di., 6.8. - 7. Tag: Vom Refugio de Pineta nach Parzán
    (ca 18 km, ↑970Hm ↓1400Hm)

    Die Nacht ist erstaunlich gut – naja, wieso 'erstaunlich' nach all den Strapazen?
    Und abgesehen von meinen Füßen, meinen Knien, meinen Schultern und meinem Nacken geht es mir soweit gut...
    Zum Glück soll der Tag nicht so anstrengend werden, wenngleich auch wieder lang.
    Erst geht es wundersam flach an dem ausgetrockneten Flussbett des Río Cinca entlang bis in den Talkessel von Pineta, bevor der GR11 an der kleinen idyllischen Kapelle Nuestra Señora de Pineta abbiegt und hinter dem Parador-Hotel durch Wald ansteigt. Zum Teil sind in dem Wald natürliche Treppenstufen angelegt, eine jede tut weh! Bei einem Geräusch von links zucke ich zusammen. Entwarnung: Ein älteres Paar kommt gemächlich die Schotterpiste entlang, während der GR11 durch Farnfelder die Schlaufen abkürzt.
    Die beiden treffen kurz nach mir an der Llanos de La Larri ein. „Hauptsache oben“ sagt sie ganz treffend. Ich pflichte ihr bei. Wir stehen auf der netten Hochweide und blicken auf den Talkessel von Pineta und den Monte Perdido.




    Auf zum Talkessel von Pineta




    Toller Blick auf den Monte Perdido – und auf seinen schwindenden Gletscher...


    Nun schlängelt sich der GR11 weiter hoch, bald schon durch ein angenehmes Kiefernwäldchen. Immer wieder eröffnet sich ein Ausblick auf dieses beeindruckende Massiv des Perdido. Und auf meine „Folterstrecke“ vom gestrigen Tag, die mich den ganzen Vormittag fast höhnisch begleitet. Plötzlich höre ich lautes Knacken. Ein schwarz-weißes flinkes Tierchen (wäre es nicht schwarz-weiß hätte ich gesagt, ein Eichhörnchen) flitzt einen Baumstamm hinauf.
    Kurz darauf, fast schon am Kamm, höre ich auf der Bergwiese hinter mir wieder Geräusche. Elegant springen 4 Berggazellen den Hang hinab. Rehe? Gämse? Aus der Distanz kann ich sie leider nicht eindeutig erkennen.

    Der Weg verläuft angenehm weiter erst über die Hochebene Plana Fonda an weidenden Kühen vorbei (zumindest diese erkenne ich auf Anhieb ganz eindeutig) und steigt dann kurz und steil bis zum Collado de las Coronetas an.
    Dort verbringe ich im Windschatten eine Pause, bevor ich das Pineta-Tal und den Monte Perdido endgültig hinter mir lassen werde, um mich ins nächste Tal zu begeben, erst über sanfte Weiden, dann etwas steiler und steiniger und schließlich durch Felsblöcke durch bis zu einer kleinen Brücke, an der eine Kuhherde in der Sonne steht. Vorher jedoch, an einer steileren Passage, taucht wie aus dem Nichts plötzlich ein Mountain-Biker mit seinem Fahrrad auf – er zu Fuß, das Rad auf den Schultern... Heftig sei es. Ich stimme zu, aber es sei ja auch schließlich eher ein Fußweg. Kurz darauf höre ich ihn einige Höhenmeter über mir so etwas wie ein You-Tube-Video drehen und brabbeln. 'Die Menschheit ist ein wundersames Kuriosum...' Denke ich und ziehe gemütlich, entspannt und zufrieden weiter.




    Links im Bild die sehr lange Schotterpiste nach Parzan




    Durst löschen


    Eine der Kühe steht im Bach, die anderen suchen Schatten, genauso wie die Schafherde, die etwas weiter dicht zusammengedrängt steht. Nach der Steinbrücke beginnt die Schotterpiste, die ich nun nur noch bis Parzán hinablaufen muss.
    Wobei „nur noch“ rein rhetorisch ist: Die staubige Piste ist endlos und die einzige Abwechslung bieten eine kleine Dusche (fürs Wasserflaschenfüllen) am Rande der Piste und das Minendörfchen Chisagüés...




    Irgendwo in Chisagüés ist die Zeit stehengeblieben...

    Parzán – endlich erreicht – besteht wie angekündigt eigentlich nur aus einer langen Straße, einem Supermarkt und einer Tankstelle. Dort, auf der Terrasse der angegliederten Bar, esse ich sofort - und ausgiebig - nach meiner Ankunft. Und plane die Nacht. In dem einzigen Hotel des Ortes ist ein Zimmer frei. Ein eigener Raum verspricht eine ruhige Nacht; das lasse ich mir nicht entgehen. Außerdem gibt’s Wlan und ermöglicht mir endlich einen netten Videochat nach Hause...

  5. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 2: Von Candanchú bis Catalu

    #25

    Den Mountainbiker habe ich auch getroffen!

    Trug sein Radl durch lange Schneefelder den Col de la Fache rauf, wir trafen ihn oben.
    Dort drehte er sein Video für seinen Blog, bat uns, von ihm Fotos zu machen mit Kamera, Handy und Tablet, ...
    Meinte noch, die Wege seien für Mountainbiker schon schwer (was ihn zum Helden machte), worauf wir meinten, hier sei Mountainbiken eigentlich auch verboten (was seinem Heldentum nicht zu schaden schien).
    Dann wollte er über Respomuso nach Sallent de Gallego abfahren, wobei ihn dummerweise fast bis zur Respomuso runter wieder Schneefelder, auch steilere, erwarteten. Hat ihm keiner gesagt! Hätte der Held aber schon auf der Homepage der Ref. erfahren können ...


    An zukünftige GR11-Wanderer: Es gibt von dem Pass einen sehr schönen Weg runter nach Bielsa, das auch ein hübsches Dörfchen ist mit netten Unterkünften, Supermärkten und Gastronomie. Zur Not kann man von da mit dem Bus/Anhalter das Tal rauf nach Parzan fahren, ist nicht weit. Oder direkt von dort ohne lange Schotterstrecke zur Ref. Viados (das ist doch der nächste Etappenpunkt?).


    Die La Larri-Ebene fand ich herrlich! Leider hat es bei uns ab da zunehmend feste geregnet und wir haben noch vor dem Pass an einer kaputten Hütte gezeltet, weil ich auch den Blick in die tollen Berge gegenüber haben wollte. Beim Aufstieg haben wir kaum 50 m Sicht gehabt ...
    Der Plan ist aufgegangen :-)
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  6. Fuchs

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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 2: Von Candanchú bis Catalu

    #26
    Ich freu mich schon auf Juni- mal schauen ob Reisen dann Möglich ist. Ist ja noch etwas Zeit ...
    Beim übernächsten mal wird es dann noch mal die Torla/ Ordesa Ecke mit den Schluchten......

    LG Folko
    www.mitrucksack.de
    Ganz viel Pyrenäen ( HRP- Haute Randonnée Pyrénéenne - komplett) und ein bisschen La Gomera

  7. Erfahren
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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 2: Von Candanchú bis Catalu

    #27
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen

    Den Mountainbiker habe ich auch getroffen!
    KRASS!

    Wann genau warst Du nochmal an der Fache, bzw an Respomuso vorbei?


    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen

    An zukünftige GR11-Wanderer: Es gibt von dem Pass einen sehr schönen Weg runter nach Bielsa, das auch ein hübsches Dörfchen ist mit netten Unterkünften, Supermärkten und Gastronomie. Zur Not kann man von da mit dem Bus/Anhalter das Tal rauf nach Parzan fahren, ist nicht weit. Oder direkt von dort ohne lange Schotterstrecke zur Ref. Viados (das ist doch der nächste Etappenpunkt?).
    War das der Pfad rechts am Tal entlang?
    Den konnte man immer wieder gut "von links" erkennen...
    Aber Du schreibst ja "ab dem Pass", also eher nicht...

    Und, ja, nach Parzan ist offizielles Etappenende Viados. Allerdings fand ich den Weg (zumindest ab dem Collado de Urdiceto recht nett, wenn auch nicht unbedingt

  8. Erfahren
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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 2: Von Candanchú bis Catalu

    #28
    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    Beim übernächsten mal wird es dann noch mal die Torla/ Ordesa Ecke mit den Schluchten......
    Hallo Folko!

    Ja, da gibt es definitiv einiges zu erkunden - zum Glück auch abseits der Tagestouristenmassen.
    Faja de las Flores zB reizt mich sehr...
    Und die Übergänge nach Frankreich.
    Allerdings müsste ich weder Ab- noch Aufstieg Pineta-Anisclo nochmal haben

    Un saludo aus Brüssel,

    FatmaG

  9. Erfahren
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    AW: [ES] La Senda Transpirenaica, der GR11 - Teil 2: Von Candanchú bis Catalu

    #29
    Mi., 7.8. - 8. Tag: Von Parzán zum Camping El Forcallo
    (ca 19,1 km, ↑1400Hm ↓920Hm)

    Trotz des vielen Lärms von Bar und Straße eine gute Nacht – Ohrenstöpsel sei Dank!
    Planen, packen, zur Tanke einkaufen, Kaffee plus Frühstück an der Bar. Nun kann es losgehen.
    Mittlerweile sind es läppische 10 Uhr.




    Parzan am Morgen...




    Impressionen von unterwegs


    Erst führt der GR11 etwas oberhalb der Straße Richtung Frankreich entlang, quert diese und schlängelt sich dann wieder auf einer endlos langen Schotterpiste bis zur „Stromfabrik“ hoch, am Stausee von Urdiceto vorbei und - dann als Piste - bis zum Urdiceto-Kamm, der den ersten Blick auf das Posets-Massiv freigibt. Waow!
    Mit dem Rücken an die Hütte gelehnt lege ich eine kleine Kuck-Pause ein. Innen sitzt schon ein junger Wanderer und kocht sich ein Pulversüppchen. Mir ist nach Einsamkeit.




    In der Ferne das Posets-Massiv


    Nun geht es wieder recht lieblich weiter, mit sanftem Ab und Auf bis zu einem zweiten, tiefer gelegenen Kamm. Das Wetter wirkt in der Ferne immer mal wieder angehaucht bedrohlich, auf der entgegengesetzten Talseite laufen die Kühe aufgeregt muhend talwärts.
    Letzten Endes kommen jedoch lediglich ein paar Tröpfen vom Himmel, nicht der Rede wert. Und so gehe ich recht gelassen weiter zu meinem Etappenziel, das jedoch bis zum Schluss undefiniert bleibt.

    Heute ist übrigens der Tag der Cabañas, der kleinen Schutzhütten, die ich allesamt mit einer mehr oder weniger kurzen Pause beehre. Ich genieße die Zeit, das köstliche frische gefilterte Bergwasser und die vielen Himbeeren am Wegesrand.




    Spuren der Verwitterung


    Allmählich melden sich wieder meine Füße; bevor sie jedoch schreien, bin ich im Tal angelangt, am Jugendcamp vorbei und am Camping El Forcallo angekommen. Dort entscheide ich mich auf der Terrasse sitzend spontan fürs Übernachten, und zwar in dem Schlafsaal des Campings, den ich dann ganz für mich alleine haben werde. Es gibt sogar Abendessen. Das seltsamste seiner Art! Als ich um 19:30 Uhr in der Bar ankomme, sind 4 Einzeltische gedeckt, allesamt blicken in Richtung Theke. Nach und nach treffen die anderen „Mitesser“ an ihren Tischen ein, jeder wird nach seinem Rhythmus bedient. Es herrscht Totenstille. Ich kaue zögernd auf dem zähen 'pulpo' rum, der als erstes aufgetischt wird. Eigentlich esse ich keinen Fisch (mein Liebster ist „Sea Sheperd“-Ehrenamtlicher) und schon gar keine Meeresfrüchte und dergleichen (Brrrh!), aber in diesem fast spooky-Rahmen würde ich es nie wagen, mich zu widersetzen.
    Als plötzlich die Türe aufgeht und ein Paar hereinkommt, das sich auch noch gegenüber hinsetzt, wird die wunderliche Symmetrie aufgebrochen. Doch auch die beiden trauen sich nicht so recht, ein lautes Gespräch zu führen. Und so bleibt es weiterhin gespenstig still... Ein wunderbares Horror-Film-Szenario!
    Das recht lieblos aufgetischte Essen schmeckt übrigens „den Umständen entsprechend“...




    Die wundersame Deko der Bar El Forcallo


    Kurz bevor ich ins Bett gehe, fängt es an zu regnen. Wie froh bin ich über meinen trockenen Schlafplatz! Und mal sehen, was der morgige Tag bringt! Vorsorglich verriegele ich noch die Schlafsaaltüre hinter mir – ich habe eine sehr rege Fantasie...

  10. Erfahren
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    #30
    Do., 8.8. - 9. Tag: Vom Camping El Forcallo zum Camping Ixeia
    (ca 23,9 km, ↑1170Hm ↓1360Hm)

    Der Nationalpark Posets-Maladeta, das 'Dach' der Pyrenäen


    Der Morgen beginnt gleich mit einer schönen Steigung und zwar zum wunderschön gelegenen Refugio Viados. In der Sonne vor der Türe animiert Elena einen Spanier zu einer Entspannungs-Yoga-Sitzung. Sie sind vertieft, so ziehe ich weiter.

    Der Weg läuft etwas oberhalb eines Baches an einem grasigen Steilhang entlang – unterhalb des Posets – bis zum in der Tat sehr malerischen Añes Cruzes, wo sich am Morgen viele Wanderer aus allen Richtungen treffen. Manche haben auch dort gezeltet, haben die Zelte noch nicht abgebrochen, füllen Wasser auf, und gar eine Wanderin lässt das Höschen runter und erleichtert sich. (Warum auch nicht, aber so direkt am Bach – naja naja?!)




    Den Posets rechts liegen lassen...




    Añes Cruzes


    Danach wird es so richtig schön heftig. Bis zum Puerto de Chistau auf über 2500 Metern ächze und stöhne ich ununterbrochen. Doch erwartet mich wieder ein umwerfender Blick ins nächste Tal. Und trotz des sehr kalten Windes bleibe ich eine kleine Weile hier oben sitzen.




    Am Puerto de Chistau


    Der Abstieg führt erst lange Zeit durch Schotter und Geröll – mit einem kurzen Stopp zwecks Austauschs mit einem entgegenkommenden Spanier, der aus dem Schwärmen von der Natur weiter unten nicht mehr herauskommt - , dann geht es sanfter weiter durch ein grünes Tal mit vielen Murmeltieren und schönen Pflanzen bis hin zum Refugio de Estós, das leider zu diesem Zeitpunkt weder warmes Essen noch Sandwiches anbietet. Schade! So trinke ich was und knabbere Nüsse.




    Schiefergebirge...




    … mit Schieferschotterpiste


    Auf der Terrasse neben mir ergötzen sich ein Fotograf und sein Modell an dem Ausblick; er hält beides, sowohl Modell als auch Ausblick, auf gefühlten 1000 Aufnahmen fest...
    Nach einer kurzen Pause gehe ich weiter durch das wirklich schöne Tal des Río Estós mit seinen Blumen, Pflanzen und Himbeeren! Das erste Stück des Weges erinnert mich an den „Alice im Wunderland“-, bzw. „Zauberer von Oz“-Weg; aber nicht nur das – meine Füsse beginnen auf dem zum Teil gepflasterten Weg wieder zu schmerzen. Das ändert sich auch nicht, als es durch Wald und über die weichen Nadeln weiter bergab geht. In der Stille, hin und wieder von einem Knacken unterbrochen, muss ich mal wieder an die Pyrenäenbären denken, jedoch begegnen nicht sie mir, sondern Wanderer und Jogger.




    Weg durch das Estós-Tal mit seiner üppigen Vegetation


    Eine sympathische Cabaña (Santa Ana) liegt am Weg. Ich erkunde sie und gönne so meinen Füßen eine kurze Pause. Dann geben die Betonpiste und der Asphalt ihnen den letzten Rest, bis ich an der Puente de San Jaime und am Campingplatz Aneto ankomme. Es gefällt mir hier jedoch nicht und so schleppe ich mich noch ca. 3 Kilometer über einfaches Terrain weiter zum Camping Ixeia, der kleiner und familiärer ist. Er hat eine Bar und serviert Essen. Was will man mehr?!




    Die Cabaña Santa Ana

  11. Fuchs
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    #31
    Zitat Zitat von FatmaG Beitrag anzeigen
    KRASS!

    Wann genau warst Du nochmal an der Fache, bzw an Respomuso vorbei?
    Ich bin am 1.7. über den Col de la Fache gestiegen - aber ich kann mir gut vorstellen, dass er mit seinem Fahrrad unterm Arm und all seinen Selfies schon gut einen Monat für die Strecke gebraucht hat


    War das der Pfad rechts am Tal entlang?
    Den konnte man immer wieder gut "von links" erkennen...
    Aber Du schreibst ja "ab dem Pass", also eher nicht...
    Vom Pass aus sind wir erst links rauf zu den Lagos de la Munia gelaufen. Auf dem Rückweg haben wir da, wo die Schotterstraße diese ewig lange Kurve macht, wo du auch auf die Schotterstraße getroffen bist, den Pfad rechts am Hang entlang genommen, der dann auf der anderen Seite in Espierba auskommt, im Tal des Rio Cinco. Massig Walderdbeeren und Kirschen!


    Viados liegt wirklich wunderschön! Auf der HRP habe ich auch am Anes Cruzes gezeltet :-) und bin dann über den Pass und an der Ref. Estos zum CP Aneto gelaufen. Der Platz war zwar groß, hatte aber super Sanitärausstattung, gratis halbvolle Gaskartuschen und tolles Essen in der Bar!

    El Forcallo klingt ja wirklich etwas spooky
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    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

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