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  1. Anfänger im Forum

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    SteriPen zur Desinfektion

    #1
    Hallo Forum,

    vielleicht kennt sich jemand damit aus:

    Kann ich einen SteriPen o.ä. auch dazu nutzen um andere Dinge zu desinfizieren?

    Wäre es schädlich für den menschlichen Körper damit beispielsweise die Handflächen zu desinfizieren und würde
    das überhaupt funktionieren? In einigen Warmlufthändetrocknern auf öffentlichten Toiletten gibt es ja auch ein wenig
    UV-Licht. Wie sieht es mit anderen Gegenständen (z.B. Geschirr, Besteck) aus sofern sie gerade gesäubert worden sind?

    Vielen Dank

  2. Gesperrt Alter Hase

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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #2
    Du wirst damit nicht in alle Ritzen und Falten kommen.

  3. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #3
    Desinfektion ist UVC Strahlung.
    Bei der Haut wird sie relativ gut absorbiert durch Hornhaut. Die ist eh tot.
    Aber Obacht mit den Augen. Die Hornhaut kann trüb werden, die ist nicht auf UVC ausgelegt, ebenso wie Sonnenbrillen, da durch die Atmosphäre nur UVA und UVB dringen.
    Bei Ordnungsgemäßen Gebrauch schirmt das Wasser den Steripen auch hinreichend ab.

  4. Moderator
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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #4
    Zumindest "unser" Steripen (so ein schwarz-grüner) geht ohne Eintauchen ins Wasser gar nicht an.
    Schutzgemeinschaft Grüne Schrankwand - "Wir nehmen nur das Nötigste mit"

  5. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #5
    Zitat Zitat von Pfad-Finder Beitrag anzeigen
    Zumindest "unser" Steripen (so ein schwarz-grüner) geht ohne Eintauchen ins Wasser gar nicht an.
    Das ist ja beruhigend.

  6. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von TanteElfriede
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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #6
    ...ich würde es mal so rum versuchen: Wenn UV Licht sehr gut für Sterilisation von Gerätschaften geeignet wäre, würden dann autoklaven noch auf Hitze und Co setzen? Und würde in Kliniken statt Sterilium nicht einfach ein UV-Licht Dings an der Wand hängen?
    Ich denke es könnte einiges schaffen würde aber vermutlich um richtig gut zu funzen die Haut arg in Mitleidenschaft ziehen.

  7. AW: SteriPen zur Desinfektion

    #7
    Der Steripen durchdringt selbst mikroskopische Mengen undurchsichtiges Material nicht (Dreckkrümel unter den Fingernägeln, in den Hautrillen etc, kleine vergessene Fettschlierenl auf Besteck) und ist somit zur Desinfektion bzw. brauchbaren Keimzahlreduktion völlig ungeeignet. Gilt analog auch für Trübstoffe in zu behandelndem Wasser.

  8. Alter Hase

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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #8
    Zitat Zitat von HerrVonPopel Beitrag anzeigen
    In einigen Warmlufthändetrocknern auf öffentlichten Toiletten gibt es ja auch ein wenig
    UV-Licht.
    Vermutlich aber eher um das Gerät keimfrei zu halten, nicht um die Hände zu desinfizieren.

  9. Dauerbesucher
    Avatar von ApoC
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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #9
    Zitat Zitat von TanteElfriede Beitrag anzeigen
    ...ich würde es mal so rum versuchen: Wenn UV Licht sehr gut für Sterilisation von Gerätschaften geeignet wäre, würden dann autoklaven noch auf Hitze und Co setzen? Und würde in Kliniken statt Sterilium nicht einfach ein UV-Licht Dings an der Wand hängen?
    Ich denke es könnte einiges schaffen würde aber vermutlich um richtig gut zu funzen die Haut arg in Mitleidenschaft ziehen.
    Genau so etwas in der Art wollte ich auch schreiben. Meistens ist es bei solchen Ideen ganz gut zu schauen was die Industrie macht und da ist mir sowas noch nicht unter gekommen. Wasser wird natürlich auch da mit UV-Licht sterilisiert.

  10. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #10
    Zitat Zitat von TanteElfriede Beitrag anzeigen
    ...ich würde es mal so rum versuchen: Wenn UV Licht sehr gut für Sterilisation von Gerätschaften geeignet wäre, würden dann autoklaven noch auf Hitze und Co setzen? Und würde in Kliniken statt Sterilium nicht einfach ein UV-Licht Dings an der Wand hängen?
    Ich denke es könnte einiges schaffen würde aber vermutlich um richtig gut zu funzen die Haut arg in Mitleidenschaft ziehen.
    Zur Oberflächensterilisation oder zur Sterilisation von UV transparenten Flüssigkeiten und Pasten wird es industriell eingesichert. Vor allem, weil es abtötet und sich im Dauergebrauch keine resistenten Stämme bilden können wie bei chemischer Desinfektion und es bei Temperatur empfindlichen Materialien schonender ist als Hitze. Problem ist aber immer die Beschattung, sprich es wird aufwändig ausgeleuchtet, damit alle Flächen bestrahlt werden. Und es werden aufwändige Abschirmungen gebaut, damit nur das Gut bestrahlt wird. Was dann auch der Strahlenschutzbeauftragte abnimmt, ähnlich wie bei Laserstrahlung.
    Wie oben beschrieben, die Haut ist nicht das Problem, da ist UVA oder B schlimmer (Stichwort Schweisserdreieck), aber die Augen können dauerhaft geschädigt werden. Und das in Abhängigkeit der Dosis auch bei kurzer bis sehr kurzer Exposition.

  11. Gesperrt Erfahren

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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #11
    Zitat Zitat von LihofDirk Beitrag anzeigen
    Desinfektion ist UVC Strahlung.
    Bei der Haut wird sie relativ gut absorbiert durch Hornhaut. Die ist eh tot.
    Aber nicht gut genug, für einen sehr kräftigen Sonnenbrand und Hautkrebs reicht es.

    Kunststoff wird übrigens auch von UV-Licht geschädigt, weshalb man alles was man alles was einen nennenswerte Menge UV-Licht abbekommt tunlichst aus Glas oder Metall bauen sollte...

    ...ich würde es mal so rum versuchen: Wenn UV Licht sehr gut für Sterilisation von Gerätschaften geeignet wäre, würden dann autoklaven noch auf Hitze und Co setzen?
    Weil nicht alles was zu sterilisieren ist, durchsichtig ist; der Profi setzt bei wärmeempfindlichen Gegenständen auf Ethylenoxid oder Gammastrahlung...

  12. Anfänger im Forum

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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #12
    Hallo,

    ich danke euch allen für die Antworten!

  13. AW: SteriPen zur Desinfektion

    #13
    Bei all den Überlegungen darf aber nicht vergessen werden, dass der Steripen mit UV-LEDs sehr geringer Leistung arbeitet.

    Nimmt man die Daten aus dem Prospekt, nach dem der Steripen mit 4 AA-Akkus (angenommen Eneloops a 1900mAh) 100 x 48s lang arbeitet, kommt man bei einem utopischen DOD 100% auf

    1,9Ah x 4 = 7,6Ah @ 1,2 V --> 9,12Wh
    9,12 Wh / 4800 s ~ 7W

    UV-LEDs haben einen UV-C Wirkungsgrad von ca. 2-3%. Der Steripen hat also eine UV-C-Leistung von 7W * 0,03 = 0,21W. Das ist nicht vergleichbar mit den Leistungen, die herkömmliche Quecksilberdampflampen für den Hausgebrauch mit einem Wirkungsgrad von über 30% oder gar Industrielampen erzeugen, von der Schädlichkeit ebenso wie von der Wirksamkeit.

  14. Alter Hase
    Avatar von markrü
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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #14
    Zitat Zitat von TanteElfriede Beitrag anzeigen
    ...ich würde es mal so rum versuchen: Wenn UV Licht sehr gut für Sterilisation von Gerätschaften geeignet wäre, würden dann autoklaven noch auf Hitze und Co setzen? Und würde in Kliniken statt Sterilium nicht einfach ein UV-Licht Dings an der Wand hängen?
    Sterilisation ist eine Abtötung aller Keime, Desinfektion ist eine Keimreduktion um 106. Von 1.000.000 Keimen darf also 1 überleben.
    Ein Problem mit UV Licht in der Praxis dürfte sein, dass man damit keine Hohlräume erreichen kann. Das ist mit Hitze und Druck weitaus einfacher - und vor allem sicherer. Wenn man sieht, wie wenige Leute sich an die vorgegebene Einwirkzeit u.ä. halten, dürfte das bei der Verwendung UV nicht besser werden...
    Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller Welten leben.
    Der Pessimist fürchtet, dass das wahr ist...

  15. Anfänger im Forum

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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #15
    Hallo,

    ich bin heute beim lesen auf folgende Empfehlung gestoßen:

    Der Tip stammt aus einem Buch von J.Vogel und bezieht sich auf die "Dakin´sche Lösung". Beschrieben wird sie z.B.auch hier

    https://www.pharmawiki.ch/wiki/index...in-L%C3%B6sung

    Der beschriebende Stoff soll nichts anderes sein als "Micropur forte bzw. Certisil forte" und soll laut Empfehlung so dosiert werden:

    1 Tablette für 1 L Trinkwasser
    2 Tabletten für 0.3 L Wundspülung
    1 Tablette für 3-5 ml Wunddesinfektion.

    Sollte also vielleicht geeigneter sein.
    Ich habe allerdings keine Erfahrung damit und möchte keinerlei Empfehlungen aussprechen. Falls sich jemand damit auskennt und darüber berichten kann wäre ich sehr gespannt darüber. Insbesondere ob sich eine Tablette in der geringen Menge Wasser auch lösen würde. Damit sollte sich dann vermutlich auch eine Fläche desinfizieren lassen??

    P.S. das hat nichts mit Corona zu tun

  16. AW: SteriPen zur Desinfektion

    #16
    Dürfte eine Abwägung erfordern:
    - habe ich keine besseren Mittel zur Verfügung?
    - überwiegt das Infektionsrisiko der Verletzung dem Risiko von Komplikationen bei schlechterer/langsamerer Heilung?
    Eine Stichwunde von einem sterilen Messer kann entweder schnell geschlossen und keimdicht sein oder lange offen bleiben und stetig Keimen als offene Pforte dienen.
    Wandern in Ísland?
    ICE-SAR: Ekki týnast!

  17. AW: SteriPen zur Desinfektion

    #17
    Der Hauptwirkstoff von Micropur sind keine Hypochlorit-Salze, sondern Silber. Dein Tip spielt aber wahrscheinlich auf das Natrium/Kaliumhypochlorit in Micropur Forte an, was nix anderes ist als Chlorbleichlauge in Haushaltsreinigern oder Schwimmbad-Chlor oder oder... In Kontakt mit Wasser dissoziert das Kaliumhypochlorit sofort in hypochlorige Säure (HClO), die je nach pH-Wert weiter zerfällt oder deprotoniert.

    Ich hab mal geguckt, ob ich Mengenangaben zum Kaliumhypochlorit in Micropur finde, dann hätte man ja gucken können, ob sich die Menge a) in 5ml löst und b) welche Konzentration erzielt wird. Hab ich aber nicht.

    Insgesamt möchte ich aber davon abraten, auf Grundlage dieser Anleitung Desinfektionsmittel herzustellen. Warum?

    a) HClO ist super empfindlich gegenüber auch natürlich vorkommenden Wasserinhaltsstoffen. Nimmt man beispielsweise Quellwasser mit Ammonium- oder DOC (gelöster Kohlenstoff) in moderaten Konzentrationen, reagiert die HClO mit diesen und steht danach nicht mehr zu Desinfektion zur Verfügung. In manchen Ländern sind selbst die tiefen Grundwasserleiter durch Landwirtschaft und hydraulische Kurzschlüsse derart ammoniumbelastet, dass man HClO weit jenseits des sinnvollen reinballern müsste, um ein sicheres Produkt zu erhalten. Keine Chance im Feld den Ammonium- oder DOC-Wert zu bestimmen, es sei denn man hat zufällig ein Photometer auf Tasche. Für Trübstoffe, Eisen, Mangan etc analog.

    b) Je nach pH der Ausgangslösung liegen unterschiedliche HClO-Spezies unterschiedlicher Wirksamkeit vor. Es ist ohne pH-Streifen oder Messgerät aber nicht möglich, den pH-Wert herauszufinden und damit die Effektivität der entstehenden Lösung.

    c) Es wird schlicht nicht zur Anwendung beim Menschen benutzt. Ich hab auf die Schnelle nicht herausfinden können warum, es wird wohl nen Grund haben, dass es nicht benutzt wird, obwohl es überall erhältlich ist.

  18. Alter Hase
    Avatar von markrü
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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #18
    Zitat Zitat von HerrVonPopel Beitrag anzeigen
    Damit sollte sich dann vermutlich auch eine Fläche desinfizieren lassen??
    Wo siehst Du Outdoors den Bedarf einer Flächendesinfektion?

    Zuhause in der Zivilisation ist so etwas ja recht einfach käuflich erwerbbar und bevorratbar...
    Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller Welten leben.
    Der Pessimist fürchtet, dass das wahr ist...

  19. Gerne im Forum

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    AW: SteriPen zur Desinfektion

    #19
    Zitat Zitat von markrü Beitrag anzeigen
    Wo siehst Du Outdoors den Bedarf einer Flächendesinfektion?
    Wenn ich aufm West Highland Way im Sommer ein Blutbad (Midges & Zecken) hinterlassen habe

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