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  1. Erfahren

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    AW: [NO] [SE] Gränsleden mit Schlenker und Sarek-Nordschleife

    #21
    Mitreisende: Blahake
    Wow, Elche - ich würde auch gern wieder mal welche sehen
    www.lustwandler.at
    Trekking in Schweden, Norwegen und Island
    Letzte Tour: Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

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    AW: [NO] [SE] Gränsleden mit Schlenker und Sarek-Nordschleife

    #22
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    Wow, Elche - ich würde auch gern wieder mal welche sehen
    ... und ich hab' immer wie blöd Ausschau nach ihnen gehalten, wenn ich in sumpfigem Gelände war, oder wo viele Weiden wuchsen und im Wald bei Vistas - unbedingt wollte ich endlich mal 'nen Elch sehen. Aber da in diesem felsigen Gelände hab' ich wirklich mit keinem gerechnet...

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    AW: [NO] [SE] Gränsleden mit Schlenker und Sarek-Nordschleife

    #23

    Montag, 12. August Zwei Brücken bei Pauro






    Unser Zeltplatz am nächsten Morgen



    Immer noch sonnig

    Heute soll es endlich nach Pauro gehen. Ich bin gespannt auf die Bootspassage. Der Weg führt noch durch die eine oder andere leichte Furt...






    und dann nördlich am Båvrojávrre lang.







    Båvrojávrre


    Je näher wir nach Pauro kommen, umso häufiger hören wir Hubschrauberlärm. Beim Näherkommen sehen wir dann auch den Hubschrauber, der in regelmäßigen Abständen von Norden her kommt und kurz darauf wieder nach Norden verschwindet. Der scheint wohl irgendwas nach Pauro zu bringen.

    Als wir die Stelle mit der Bootspassage dann erkennen können, sehen wir dort einige Leute. Ich fürchte schon, dass mit den Booten etwas nicht in Ordnung ist.

    Aber vor Ort zeigt sich dann, dass die Tage der Boote gezählt sind. Hier wird eine Brücke gebaut. Der Hubschrauber fliegt das Baumaterial ein und vier Arbeiter schrauben und werkeln schon fleißig. Sie werden aber noch vier Tage brauchen, bis die Brücke fertig ist, so dass wir doch noch in den Genuss der Bootstour kommen.



    Geweihverladung


    Dusselig setze ich mich mit Blick nach vorne ins Ruderboot, wie ich das vom Paddeln gewohnt bin.

    Aber für die kurze Strecke lohnt es sich nicht, das zu korrigieren und so laviere ich uns falschrum über die kurze Passage. Nach ein paar missglückten Ruderzügen klappt das Umdenken und dafür kann ich dann beim Anlanden gut zielen, ohne mich umdrehen zu müssen. Muss trotzdem ein etwas blamables Bild abgegeben haben...

    Die Bauarbeiter sind dann so freundlich, die Rückfahrt des Bootes zu übernehmen, so dass wir nicht dreimal fahren müssen.




    freundlicher Rücktransfer

    Wir machen dann erst mal Kekspause und betrachten dabei die Heliflüge:






    Nach der Pause geht es frisch gestärkt weiter Richtung Noajdejávrre mit wunderschönen Blicken auf den Gihtsejiegŋa.



    Gihtsejiegŋa







    … und den Gåbddåjávrre


    Jetzt sind wir ja auf einem vielbegangenen Weg und kommen schnell voran. Kein Suchen, wo man am besten über irgendwelche Felsen oder Flüsse kommt, stattdessen ein klar ausgetretener Weg mit reichlich Markierungen.





    Bald müssten wir allerdings an diese schwankende Brücke kommen, vor der Andrea mich im Vorfeld noch gewarnt hat. Sie musste da mal bei reichlich Wind rüber, das war knifflig. Und sie weiß ja um meine Höhenangst. Deshalb hat sie mir sogar schon Tipps für eine Alternativroute gegeben. Aber zumindest versuchen will ich die Brücke schon.

    Da ist sie:



    Sie ist tatsächlich ziemlich wacklig und schwankt ein bisschen, wenn man darüber geht. Dafür ist sie aber nicht allzu hoch und man kann sich am Geländer gut festhalten. Für meine Verhältnisse komme ich relativ fluffig rüber. Eigentlich logisch, denn ab einer bestimmten Höhe schwankt nach meinem Empfinden jede Brücke. Da ist das für mich kaum noch ein Unterschied, wenn sie es „in echt“ auch tut.

    Petra ist dann etwas erstaunt, als ich vergleichsweise locker hinter ihr von der Brücke steige.

    Weiter geht der Weg am Gåbddåjávrre am Hang entlang, so dass wir schöne Ausblicke auf den See und die umliegenden Berge haben.





    Und da der Tag schon recht weit fortgeschritten ist, bauen wir das Nachtlager auf, als wir an einer guten Stelle mit Ausblick ankommen. Ist zwar direkt am Weg, aber mit viel Betrieb rechnen wir hier nicht.





    Obwohl wir später beim Abendspaziergang noch ein paar Personen hinter uns und weiter unten am Ufer ausmachen können. Und geradeaus, am Durchfluss vom Båvrojávrre in den Gåbddåjávrre steht ein orangefarbendes Zelt.




    Im Vergleich zu den letzten Tagen ist das schon massenhaft viel.


  4. Erfahren
    Avatar von Bresh
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    AW: [NO] [SE] Gränsleden mit Schlenker und Sarek-Nordschleife

    #24
    Danke für den schönen Bericht bis hierhin!
    Da werden Erinnerungen wach.. ich bin 12 Tage nach dir über die, mittlerweile fertiggestellte, Brücke gelaufen..
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    Avatar von Mortias
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    AW: [NO] [SE] Gränsleden mit Schlenker und Sarek-Nordschleife

    #25
    Cool es geht weiter. Und die Elch Bilder sind ja wirklich mal genial. Ich denke es passiert doch eher selten die im offenen Fjäll so schön lange beobachten zu können.

    Aber die ganzen Veränderungen, wie diese Baustelle im Middagsfjellet, sind schon etwas verstörend wie ich finde. Grundsätzlich habe ich ja nichts gegen Windenergie, aber wenn diese auf einmal zu signifikaten Einschnitten in die Natur führt, dann ruft das doch erstmal Abneigung in mir hervor. Bei Stauseen geht mir das auch immer so. Einerseits ist regenerative Energie ja sauber und auch wichtig. Aber andererseits dann dafür die Natur so verändern? Hmmm, schwierige Sache. Und jetzt wird auch noch in Pauro eine Brücke gebaut. Selbst im Lappland bleiben die Dinge also nicht zwangsläufig immer so wie sie sind. Wie gut, dass immerhin einige Brücken noch so wackelig wie eh und je sind.

  6. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [NO] [SE] Gränsleden mit Schlenker und Sarek-Nordschleife

    #26
    Mich interessiert, was dich vorher so fasziniert hat an Pauro, dass Du da unbedingt hin wolltest - und wie war es jetzt tatsächlich? Doch bestimmt nicht die zwei Brücken ?!

    Einen schönen Zeltplatz mit Blick über dei Durchflussstelle habt ihr da gefunden.

    Ab wo auf dem Weg zum Skogvatnet habt ihr die Windräder nicht mehr gesehen?

  7. Erfahren
    Avatar von Bresh
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    AW: [NO] [SE] Gränsleden mit Schlenker und Sarek-Nordschleife

    #27
    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    ...
    Und jetzt wird auch noch in Pauro eine Brücke gebaut. Selbst im Lappland bleiben die Dinge also nicht zwangsläufig immer so wie sie sind.
    ...
    Wie man in der Paurohytta sehen kann ist das nicht die erste Brücke die dort gebaut wurde^^
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    Avatar von Blahake
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    AW: [NO] [SE] Gränsleden mit Schlenker und Sarek-Nordschleife

    #28
    Zitat Zitat von Bresh Beitrag anzeigen
    Danke für den schönen Bericht bis hierhin!
    Da werden Erinnerungen wach.. ich bin 12 Tage nach dir über die, mittlerweile fertiggestellte, Brücke gelaufen..
    Hallo Bresh,
    dann warst Du ja einer der allerersten, die drübergelaufen sind! Wo bist Du lang?

    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    Einerseits ist regenerative Energie ja sauber und auch wichtig. Aber andererseits dann dafür die Natur so verändern? Hmmm, schwierige Sache.
    Ich find's auch schwierig. Aber wenn ich bedenke, was unsereins so an Energie verbraucht, dann möchte ich nicht zu laut meckern. Auch wenn ich den Windpark bestimmt nicht idyllisch finde...

    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    ...Wie gut, dass immerhin einige Brücken noch so wackelig wie eh und je sind.
    Jaa, da bleibt noch ein bisschen Abenteuer.

    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Mich interessiert, was dich vorher so fasziniert hat an Pauro, dass Du da unbedingt hin wolltest - und wie war es jetzt tatsächlich? Doch bestimmt nicht die zwei Brücken ?!

    Einen schönen Zeltplatz mit Blick über dei Durchflussstelle habt ihr da gefunden.

    Ab wo auf dem Weg zum Skogvatnet habt ihr die Windräder nicht mehr gesehen?
    Was mich an Pauro vorab so fasziniert hat, kann ich gar nicht so genau sagen. Ich hatte halt einige schöne Bilder davon in hiesigen Berichten gesehen und seitdem stand es auf meiner Liste. Und die Lage an den Seen mit den "Kuhfleckenbergen" im Hintergrund und dem Blick auf den Gletscher finde ich schon ausgesprochen schön! Die Bootspassage hat mich zusätzlich gereizt, ein Glück, dass ich vor der Brücke da war!

    Die Windräder verschwanden in etwa aus dem Blick, als wir hinter dem Tverrelvhalsen wieder etwas hinabgestiegen sind, in die Senke in der wir Pause gemacht haben.

  9. Erfahren
    Avatar von Bresh
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    #29
    Zitat Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
    Hallo Bresh,
    dann warst Du ja einer der allerersten, die drübergelaufen sind! Wo bist Du lang?
    Ich bin letztes Jahr den Nordkalottleden gelaufen, und an dem besagten Tag von Pauro nach Roysvattn.
    Die "Wackelbrücke" welche du beschrieben hast, ist mir auch in nachhaltiger erinnerung geblieben^^

    aber genug davon.. nun schreib schnell weiter,auf das ich wieder etwas zum lesen habe =)
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    Avatar von Blahake
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    #30
    Zitat Zitat von Bresh Beitrag anzeigen
    ... nun schreib schnell weiter,auf das ich wieder etwas zum lesen habe =)
    Ich eile...

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    Avatar von Blahake
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    #31
    Dienstag, 13. August Auf dem Nordkalottleden zum Svártijávrre


    Die Nacht verläuft dann auch völlig ungestört und am nächsten Morgen, na ja, eher am nächsten Vormittag machen wir uns auf den Weg. Heute wollen wir weiter auf dem Nordkalottleden Richtung Røysvatn oder unterwegs irgendwo zelten. Vorher hätten wir südlich vom Skuogejávrre noch die Möglichkeit, querfeldein über Vähtjertjåhkkå auf den Gränsleden abzukürzen. Aber so schlecht sind wir ja gar nicht in der Zeit und Røysvatn möchten wir uns schon gerne anschauen.



    Aufbruch


    Der eine oder andere Felsen nebst Möglichkeiten zur Naturbetrachtung hält uns aber doch auf.







    Wer entdeckt ihn?

    Später geht es über die Furt des Márggojåhkå, kurz davor treffen wir auf einen Rentierzaun. Der wird aber zum Glück gerade abgebaut, so dass wir nicht nach einem Durchschlupf suchen müssen und wir unterhalten uns kurz mit den Arbeitern.

    Der Wasserstand ist kein Problem, man muss nur ein bisschen gucken, wo man welchen Arm am besten quert.

    Hier irgendwo muss Volker von links gekommen sein auf seiner Tour ein paar Wochen zuvor.

    Der Nordkalottleden führt uns weiter über einen kleinen Pass zum Skuogejávrre,



    an dessen Ostufer es dann weiter geht. Wobei der Sandstrand natürlich nach einer Pause verlangt.



    Pause am Strand...



    … mit Blick ans gegenüberliegende Ufer...



    … und ans südwestliche Ufer.


    Am Svártijåhkå biegt der Weg dann über die Brücke Richtung Westen. Hier wäre jetzt links die Abkürzung möglich. Aber das wollen wir ja nicht und gehen daher über die Brücke weiter Richtung Svártijávrre.





    Rudolph muss auf der Brücke absitzen

    Zum Svártijávrre windet sich der Weg ziemlich durch felsige und grasige Abschnitte im Wechsel hinauf.

    Am See angekommen finden wir, dass das ein sehr schöner Platz für zwei Zelte ist und bleiben.




    Zeltplatz am Abfluss des Svártijávrre

    Der Abendspaziergang beschert uns schöne Ausblicke:



    Skuogejávrre



    Áhkká macht mir Vorfreude









    Suchbild mit Zelten

  12. Erfahren
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    #32
    Zitat Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
    Ich eile...
    Klasse!
    und danke für die Erinnerungen welche dumit deinem Bericht weckst =)
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    Avatar von Blahake
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    #33
    Hallo Bresh,
    ich habe mal auf Deiner Homepage geschaut, wo Du langgegangen bist. Der ganze Nordkalottleden am Stück! Davon hab' ich auch schon mal geträumt, aber ich bräuchte wohl mindestens doppelt so lange dafür! Hammer, was Du da an Tagesetappen abgespult hast und ein toller Bericht!

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    #34

    Mittwoch, 14. August Nebliger Røysvatn und verregnetes Sårggå


    Heute soll es also weiter nach Røysvatn gehen. Die Wegfindung ist mal wieder schwieriger als wir uns das so gedacht haben. Wir driften dauernd zu weit links in den Hang, weil es da eigentlich am einfachsten aussieht und so wirkt, als müsse da auch der Weg langgehen. Tut er aber nicht. Wir müssen dauernd nach rechts korrigieren. Als wir dann den Anstieg so weit geschafft haben und oben ankommen, wo es auf einer Höhe zwischen Felsen und kleinen Seen langgeht, ist es so neblig, dass wir ordentlich suchen müssen, um das jeweils nächste Steinmännchen zu entdecken. Liegt nicht immer in der Richtung, in der wir es vermuten und in dem diesigen Licht sehen andere Steine oder Schneeflecken verwechselbar ähnlich aus.








    Aber dann kommen doch endlich die Hütten in Sicht.



    Bjørnvatnet



    Die Hütten am Røysvatn

    Hier ist gerade niemand, aber ich habe ja zum Glück einen Schlüssel. So machen wir es uns im Trockenen bequem und zelebrieren eine ausgiebige Pause mit heißem Tee. Beim Gästebuchlesen bin ich etwas irritiert, weil davon die Rede ist, dass die Furt am Sårgåjávrre so schwierig sei. Furt?? Ist da nicht eine Brücke?? Von hüfttiefem Wasser ist da die Rede, das hatte ich in der Planung nicht auf dem Schirm!

    Ich brauche eine ganze Weile, bis ich kapiere, dass hier von einer anderen Stelle die Rede ist, nämlich wenn man von von Süden auf dem Nordkalottleden hierher kommt. Mit unserem weiteren Weg hat das gar nichts zu tun.

    Nach etwa einer Stunde machen wir uns auf den Weg, schließlich sollten wir heute noch ein bisschen Strecke machen, bisher sind wir ja nur sehr langsam vorangekommen. Ziel ist die Rastschutzhütte Sårggå. Die liegt an einem kleinen See, da hoffen wir, einen schönen Zeltplatz zu finden.

    Jetzt geht es nach anfänglich etwas verwirrender Steinmännchensuche aber leichter und flotter voran, spätestens als wir aus den felsigen Höhen in grüneres Gelände kommen und einem glasklar erkennbaren Pfad folgen können.





    Trotzdem zieht es sich ein bisschen, bis wir endlich an der Kreuzung von Nordkalott- und Gränsleden ankommen, die hätten wir irgendwie früher erwartet. Dann sehen wir endlich den umgefallenen Wegweiser, den ich in anderen Berichten hier schon gesehen habe. (Wahrscheinlich habe ich ihn deshalb nicht fotografiert.)

    Jetzt verläuft der Weg nach Markierung viel weiter in nördlicher Richtung, aber nach einer Weile macht er die Biege nach rechts und mein irritierter Orientierungssinn ist wieder beruhigt.

    Gegen halb sieben sind wir dann endlich an der Rasthütte. Das wäre jetzt auch eigentlich ein wunderbares Plätzchen für die Zelte. Aber der Wind pustet uns hier dermaßen den Regen um die Ohren, dass wir ernsthaft darüber nachdenken, im Rastschutz zu nächtigen, statt hier die Zelte aufzustellen. Richtig verlockend ist aber auch das nicht, auf den schmalen Bänkchen hier. Wir überlegen hin und her, schauen ins Tal runter Richtung Sårgåjávvre, ob es da nach besseren Plätzen aussieht. Aber die zeigen sich zumindest in Sichtweite nicht. Mit einem geschützteren Platz können wir, wenn überhaupt, wohl erst ganz unten am See rechnen, wo schon kleine Waldflächen sind. Große Lust weiterzuwandern haben wir eigentlich nicht mehr, vor allem, da wir auch dann nicht wissen, ob sich etwas Besseres findet. Aber schließlich entscheiden wir uns doch dafür.



    Zugig und nass, lieber weitergehen...

    Unten am See findet sich dann auch erst mal nichts.

    Die nächste Brücke bietet mir noch eine weitere etwas unangenehme Überraschung: Sie wirkt zwar sehr solide, schwankt auch kaum und ist für schwindelfreie Menschen völlig lachhaft. Aber für meinen Geschmack sind die Seile, die als Geländer dienen, erstens zu weit auseinander. Da kann man sich nur bei entsprechender Flügelspannweite an beiden festhalten. Das gibt doch keine Sicherheit! Und zweitens ist jeweils nur ein einziges Seil gespannt. Das heißt, wenn man auf dem nassen Holz ausrutscht, hält einen da nix auf und man rauscht direkt runter in den ordentlich strömenden Fluss! Ich wurstele mich ängstlich irgendwie rüber, zum Glück ist sie sehr kurz. Aber da fand ich die schwankende Brücke am Noaidejávri echt angenehmer!

    Hinter der Brücke suchen wir im Gehölz nach geeigneten Zeltplätzen, d. h. ich suche mehr im Gehölz und Petra mehr auf den offenen Flächen. Aber wir finden nichts, was uns beiden recht wäre. Also geht es noch ein ordentliches Stück weiter auf dem Weg, immer mit kurzen Abstechern zur Zeltplatzsuche. So langsam wird es aber echt Zeit...

    Endlich finden wir dann eine Stelle an einem kleinen See. Der Hang bietet zumindest ein bisschen Windschutz und mit einiger Mühe finden wir halb ebene Flächen, auf die die Zelte passen. Bei schönem Wetter wäre das sogar richtig idyllisch hier. Das kleine Inselchen im See mit einer einzelnen Birke drauf, ist schon pittoresk. Aber das lausige Wetter lässt uns das nicht genießen, sondern zwingt mich, im halboffenen Vorzelt zu kochen, während es mir da schräg reinregnet.






    Donnerstag, 15. August Zum Áhkkájaure


    Heute Morgen ist das Wetter zwar immer noch nicht prickelnd, aber zumindest regnet es nur noch leicht und der Wind hat auch nachgelassen. Nach dem langen und anstrengenden Tag gestern lassen wir es heute mal wieder gemächlich angehen und starten ziemlich spät. Es geht immer auf dem gut markierten Weg lang, am Hang zwischen Gálavárddo und Sårgåjåhkå, mit schönen Ausblicken ins Tal.



    keine Ahnung, was meine Kamera da mit meiner Hand veranstaltet hat

    Am nächsten Rastschutz machen wir Pause und ich kann es mir nicht verkneifen, in der Feuerstelle ein bisschen zu zündeln, obwohl wir uns gar nicht so lange hier aufhalten.

    Dann geht’s weiter immer am Hang lang, bis sich der Weg schließlich leicht nach Süden wendet und über ein paar sumpfige Stellen – mit Moltebeeren – weiter runter in den Wald führt. Der Rastschutz ist dann nicht, wie wir das nach der Karte erwartet hätten, direkt am See sondern liegt ziemlich unattraktiv im nassen Wald. Also keine Option zum Nächtigen. Hier sind übrigens gerade vier junge Schwedinnen mit Hund, die von Ritsem hier her gewandert sind, und jetzt zurück gehen. Wir fragen sie nach geeigneten Plätzen für die Nacht und sie sagen uns, dass auf den folgenden Kilometern erst mal keine Stellen mit Wasser kommen. Erst da, wo der Weg ans Ufer des Áhkkájaure trifft. So peilen wir das dann als Ziel an.

    Vorher droht mir allerdings eine Brücke. Sie ist von gleicher Bauart wie die letzte, aber länger. Und tief ist es darunter auch!

    Ich stelle mich mal wieder ziemlich an und hangele mich sehr, sehr langsam rüber.

    Danach führt der Weg nach einem Stückchen Wald höher in fjelligere Gefilde über den Ubmásvársj mit Seeblicken, dann wieder runter ans Ufer. Und wenige Hundert Meter vor einer Hütte, die da steht, finden wir einen wunderbaren Zeltplatz am Áhkkájaure. Das Seeufer besteht aus großen Steinblöcken, die gute Badeuntensilienablegestellen und Einstiege in den See bieten. Obwohl das bei dem immer noch recht lausigen Wetter ein bisschen Überwindung kostet.

    Seltsamerweise habe ich von diesem Tag nur ganz wenige Fotos und vor allem keine vom Übernachtungsplatz. Keine Ahnung, ob (und warum) ich wirklich keine gemacht habe, oder ob da mit dem Speichern was nicht geklappt hat. Vielleicht war's aber auch die meiste Zeit einfach nur zu nass.

    Nachtrag: Aber Petra hat zwei Bilder vom Übernachtungsplatz! Hier sind sie:




    Geändert von Blahake (03.05.2020 um 22:27 Uhr)

  15. AW: [NO] [SE] Gränsleden mit Schlenker und Sarek-Nordschleife

    #35
    Zitat Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
    Das kleine Inselchen im See mit einer einzelnen Birke drauf, ist schon pittoresk. Aber das lausige Wetter lässt uns das nicht genießen, sondern zwingt mich, im halboffenen Vorzelt zu kochen, während es mir da schräg reinregnet.
    So hätte das Inselchen bei besserem Wetter ausgesehen.

    OT: Petra hat auf jeden Fall einen anständigen Rucksack - wenn auch in einer (für mich) ungewohnten Farbgebung.

    Gruss
    Henning
    Es gibt kein schlechtes Wetter,
    nur unpassende Kleidung.

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    #36
    Hallo Henning,

    neben dem Birkeninselbild hast Du da ja noch weitere schöne, die meine fehlenden an diesem Tag ersetzen könnten, hab' Dank dafür.
    Der Rucksack ist ein Berghaus Cyclops 2, oder? Jedenfalls glaube ich mich zu erinnern, dass ich das auf Petras Rucksack gelesen habe und mich darüber gefreut habe, weil meiner ein Cyclops 3 ist. Außerdem finde ich "Cyclops" bzw. "Klops" ist eine ausgesprochen passende Bezeichnung für so ein Ungetüm, besonders, wenn ich meinen wieder zu voll geladen habe...

    Gegen die wunderschöne 80er-Jahre Farbgebung von Petras Variante kommt Deiner aber wirklich nicht an.

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    #37

    Freitag, 16. August Altbekanntes Gelände am Sievgok


    Heute wollen wir bis Ritsem kommen, und das auch nicht allzu spät, damit Petra morgen den Neunuhrbus nehmen kann. Theoretisch würde der Bus am Nachmittag zwar auch noch reichen, aber das würde ungeduschtes Busfahren und überhaupt unnötigen Stress bedeuten. Deswegen stellen wir uns tatsächlich mal den Wecker, um ein bisschen früher loszukommen als sonst. So sind wir dann tatsächlich schon vor zehn unterwegs.

    Ich bin gespannt, weil wir bald auf dem Teil des Gränsleden sind, den ich schon kenne. Habe ich mich doch schon zweimal hier rumgetrieben, als ich nach dem Wandern in Ritsem angekommen war und noch Reservetage übrig hatte. Ab dem Rastschutz Sievgok müsste ich einiges wiedererkennen.

    Zunächst geht es im Wald bergauf, bis der sich zunehmend lichtet und wir den Hang des Stuor Sievgok erklimmen. Da führt der Pfad dann auf etwa 800 Metern Höhe parallel am Hang lang und bietet fantastische Blicke über den Áhkkájaure und später auf das Áhkkágebirge.

    Wir blicken allerdings noch ein bisschen wehmütig zurück in die Richtung, aus der wir gekommen sind:





    Von da kommen wir

    Der Anstieg einerseits, aber auch das erfreulicherweise sich bessernde Wetter, erfordern die eine oder andere Pause zum Umziehen...



    Es wird wärmer

    … und ermöglichen auch wieder schönere Fotos



    mit Gegenlichtflecken





    Auf dem Tisch im Rastschutz Sievgok sitzt ein kleiner Wanderer in der Sonne:



    und wir machen ihm das für eine Weile nach. Der blaue Himmel und die wärmende Sonne sind doch noch mal richtig schön für unseren letzten gemeinsamen Wandertag.

    Dann wird das Licht noch genutzt für ein paar Selfies mit Áhkká und Gegenlicht...





    aber auch mit besserer Beleuchtung und Übermut:



    Überhaupt ist das mit dem Licht eine spannende Sache, ich lerne dabei zum Beispiel auch, dass sich der Gebrauch einer Sonnen- und einer Lesebrille nicht gegenseitig ausschließen!



    Gewusst wie!


    Ab hier kenne ich den Weg und freue mich, Ecken zu sehen, an die ich mich noch erinnern kann. Zum Beispiel mein Abschlussbadeteich vom letzten Jahr.

    Aber vor allem lockt mich auf der anderen Seite des Sees der Nordhang vom Áhkkágebirge, da will ich übermorgen hin...



    Mein Ziel für die nächsten Tage

    … und ich starre öfters mal rüber um zu schauen, wo ich da wohl lang gehen werde.

    Nach diesem schönen Abschlussspaziergang im Sonnenschein kommen wir dann gegen 17 Uhr in Ritsem an und beziehen das Quartier. D. h. ich stelle mein Zelt auf und Petra bezieht ein Zimmer in der Fjällstation.

    Nach Zeltaufbau und Einrichten denken wir zum Glück noch rechtzeitig bevor der Shop zumacht daran, neben Chips und Bier auch das Abendessen zu sichern. Das heißt für mich eine leckere Tiefkühlpizza während Petra sich bei deren Anblick dann doch lieber entschließt, ihre letzte Tüte Treckingessen zu verspeisen.

    Petra teilt das Zimmer mit einer netten jungen Frau, die für zwei oder drei Monate hier oben ist und kürzere Wanderungen unternimmt. Längere gehen nicht, weil sie Probleme mit dem Knie hat.

    Unsere gemeinsame Wanderung findet dann ihren Ausklang bei Tiefkühlpizza, Trekkingessen, Chips und Bier. Auch Petras restlicher Gin wird noch gemeinsam vernichtet.

  18. Erfahren
    Avatar von Bresh
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    AW: [NO] [SE] Gränsleden mit Schlenker und Sarek-Nordschleife

    #38
    Zitat Zitat von Blahake Beitrag anzeigen
    Hallo Bresh,
    ich habe mal auf Deiner Homepage geschaut, wo Du langgegangen bist. Der ganze Nordkalottleden am Stück! Davon hab' ich auch schon mal geträumt, aber ich bräuchte wohl mindestens doppelt so lange dafür! Hammer, was Du da an Tagesetappen abgespult hast und ein toller Bericht!
    Danke!
    Ist aber eher als ein Reisetagebuch zu verstehen.

    Ich hatte zw Roysvatn und Ritsem auch nicht so das pralle Wetter, daher auch wenig Fotos, aber an das Moltebeerfeld kann ich mich sehr gut erinnern!

    Und zu der Etappenlänge, ein jeder sollte soweit laufen, wie es ihm auch noch Spaß macht. Es ist ja kein Wettbewerb alá höher, schneller, weiter.. Für mich ist die Etappenlänge über die letzten Jahre erprobt, und das Zeitfenster letztes Jahr war perfekt für eine lange Tour =)

    btw.. Du warst ja schon öfter in Ritsem.. stimmt es das es dort bis 2018 ein Frühstücksbuffet gab?
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    AW: [NO] [SE] Gränsleden mit Schlenker und Sarek-Nordschleife

    #39
    Sehr schönes und sonniges Ende des ersten Teils. Übrigens kommt mir Eurer Problem mit der Wegfindung bei Røysvatn irgendwie bekannt vor. Ging mir seinerzeit auch so als ich dort war. Und hab die Hütte dann schlichtweg einfach ausgelassen. Freu mich jetzt jedenfalls schon auf den zweiten Teil wenn es dann in den Sarek geht.

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    AW: [NO] [SE] Gränsleden mit Schlenker und Sarek-Nordschleife

    #40
    Zitat Zitat von Bresh Beitrag anzeigen
    btw.. Du warst ja schon öfter in Ritsem.. stimmt es das es dort bis 2018 ein Frühstücksbuffet gab?
    Hm, nicht dass ich wüßte, ich hab' keins in Erinnerung. Aber vielleicht hab' ich es auch immer nur verpennt...

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