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  1. Fuchs
    Avatar von Pielinen
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    AW: Umgang mit Bären

    #81
    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    Hier eine, wie ich finde, sehr interessante und lehrreiche Episode aus Lars Monsens Dokumentation "Quer durch Kanada". Manchmal gewinnt der Bär ganz ohne Blutvergießen, das muss der Mensch dann neidlos anerkennen und die Konsequenzen ziehen.

    (ab Minute 21:30)

    https://www.youtube.com/watch?v=gKIFy5gG-PI

    Da wäre Pfefferspray ganz praktisch gewesen, damals gab es das wohl noch nicht, ich glaub ich besorge mir nächstes Mal doch welches!
    Oder die Knaller?
    Wer nichts weiß muss alles glauben...

  2. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Umgang mit Bären

    #82
    Natürlich ist die Bärendichte in Rußland oder Nordamerika ungleich höher als in Skandinavien. Aber immerhin gibt es in Norwegen, Schweden, Finnland zur Zeit etwa 5000 Braunbären, davon ca. 3000 in Schweden. Und da sie im Süden fast völlig fehlen, konzentrieren die sich auf die Mitte und den Norden. Andererseits wandert, zeltet und paddelt dort gefühlt die Hälfte des Forums. Ohne große Knarre, Bärenspray und martialisches Messer. Es passiert: nichts. Ich fahre seit über 50 Jahren in den Norden, habe noch nie einen Bären dort gesehen und null Angst. Genau so wenig Angst wie vor Wölfen, sei es in Schweden oder hier zu Hause. Die ca. 300 Wölfe in Schweden konzentrieren sich im übrigen auf die bewaldete Mitte, also vorwiegend auf Värmland und Dalarna. Etwa gleich viele gibt es noch auf der norwegischen Seite etwa auf gleicher Höhe. In der Vorstellungswelt der zahlreichen Wanderer, Paddler, Wildcamper dort spielen sie offenbar keine Rolle, ebenso wenig wie die Bären. Ist doch gut so.
    Ditschi
    Geändert von Ditschi (18.12.2019 um 21:50 Uhr) Grund: Man findet immer mal wieder Tippfehler

  3. Erfahren

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    AW: Umgang mit Bären

    #83
    Zitat Zitat von Pielinen Beitrag anzeigen
    Da wäre Pfefferspray ganz praktisch gewesen, damals gab es das wohl noch nicht, ich glaub ich besorge mir nächstes Mal doch welches!
    Oder die Knaller?
    Die Knallerei mit dem Gewehr scheint den Bären jedenfalls nicht allzusehr zu stören.

    und das Bären den Menschen meiden wenn sie können ist auch nicht immer richtig, manchmal sind sie auch verdammt neugierig, jedenfalls fand ich das Video dazu ganz interessant:
    https://youtu.be/pJrPwlgN7OM?t=531
    8:50

  4. Fuchs

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    AW: Umgang mit Bären

    #84
    Sieht man schön, wie das ist, wenn Bär was Interessantes in der Nase hat. Und das Zeug ist schlecht aufgehängt – viel zu schwer. Hätte er besser mal einfach abgelegt bzw. in seinem Zelt gelagert, einfacher zu verteidigen.

    Der Grizzly ist so zivilisationsfern, der hat noch nie einen Menschen gesehen… Schwedisch kann er sicher auch nicht, da dauert es etwas, bis er sicher ist, wer sich da in seinem Revier breit macht, windig ist es auch nicht - Nase. Ob die geduscht haben…

    Leonardo hätte sich besser still hingelegt, dann hätte ihm die Grizzlymama schneller verziehen. Aber er hat es hinbekommen, also, Messerkampf.

    Smoothies im Zelt – er gibt sie irgendwann ab, damit er da rauskommt, weil er lieber weiter filmt statt vorher zu verschwinden; spätestens wenn der Bär sich mit dem Zeltsack befasst, hätte er Gelegenheit dazu – wenn er schon nicht versuchen will ihn zu vertreiben – was vielleicht eine dumme Idee wäre, man weiß es nicht, je nachdem -


    Eine Bärentonne ist leider nicht möglich, da wir zu lange untewegs sein werden. (wurde hier ja schon gut und ausführlich beschrieben)
    Nein, das wird nicht gut und ausführlich beschrieben, sondern es wird immer lapidar gesagt, das ginge nicht - gewöhnlich von Leuten, die es wohl noch nie probiert haben. 3 Wochen - ganze 3 Wochen nur in der Wildnis? Oder mit An- und Abreise etc.? Fische im Speiseplan? Und wie hier auch schon steht: man kann einen "Kompromiss" finden, nach dem so sehnsüchtig gesucht wird. Stattdessen wird nur kategorisch gesagt, geht nicht.
    Geändert von Katun (20.12.2019 um 07:22 Uhr)

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    AW: Umgang mit Bären

    #85
    Zitat Zitat von JulianD Beitrag anzeigen
    ...
    Eine Bärentonne ist leider nicht möglich, da wir zu lange untewegs sein werden. (wurde hier ja schon gut und ausführlich beschrieben)
    Zitat Zitat von Katun Beitrag anzeigen
    ...
    Nein, das wird nicht gut und ausführlich beschrieben, sondern es wird immer lapidar gesagt, das ginge nicht - gewöhnlich von Leuten, die es wohl noch nie probiert haben. 3 Wochen - ganze 3 Wochen nur in der Wildnis? Oder mit An- und Abreise etc.? Fische im Speiseplan? Und wie hier auch schon steht: man kann einen "Kompromiss" finden, nach dem so sehnsüchtig gesucht wird. Stattdessen wird nur kategorisch gesagt, geht nicht...
    Es wurde von BigK eigentlich sehr gut beschieben (auf Seite 1 dieses Fadens), wie es mit Bärentonne auch bei längeren Touren funktioniert:

    Zitat Zitat von BigKahuna Beitrag anzeigen
    ...
    Einfachste Lösung: Bärentonne. Die kann man abseits vom Zelt lagern und sie sind so beschaffen, dass der Bär nicht an den Inhalt kommt. Außerdem kann er sie weder im Maul noch mit den Klauen davon tragen.

    Begrenzt wird der Nutzen durch das Gewicht und die Größe der Tonnen bzw. von der Länge der Tour. Die größten gängigen Tonnen fassen Vorräte für ca. eine Woche. Mehr als eine Tonne würde ich aber auch nicht tragen wollen. Ich habe für mich den Kompromiss gefunden, in Bear Country immer eine große Bärentonne dabei zu haben. Auf Touren >1 Woche verpacke ich den Rest des Proviants geruchsdicht bzw. nutze nur eingeschweißte Lebensmittel. Gleichzeitig sorge ich dafür, dass die Bärentonne immer randvoll ist, solange die Vorräte es hergeben. So ist sicher gestellt, dass mir selbst bei Entdeckung meines Proviantlagers durch einen Bären volle Verpflegung für eine Woche übrig bleibt, die man ggf. auch noch strecken kann. Innerhalb einer Woche sollte man meist in der Lage sein, sich bei Verlust des restlichen Proviants irgendwie aus dem Schlamassel zu befreien....
    In den Pacific Coast Mountains hatten wir das ähnlich gelöst. Wir hatten Nahrung für 17 Tage und Bergausrüstung dabei. Rucksackgewicht bei mir über 35kg (mehr als 50% des Körpergewicht), auch meine Frau war mit 28kg gut dabei. Eine große Bärentonne hatten wir schon dabei, die hat uns den Rückzug abgesichert. Während eines Abstecher in ein abgelegenes Tal zum Bergsteigen hatten wir damit ein Depot angelegt.

    Wir hatten dort keinen Bärenkontakt. Wie erhofft waren sie weiter flussabwärts bei den Lachsen. In den bushwhacking Passagen hatten wir gelegentlich enge Pfade, auf denen kein Ausweichen möglich gewesen wäre. Dort hätten wir keinen Gegenverkehr haben wollen...

    Zur Tonne nochmal die Erinnerung, dass die die Bären nicht grundsätzlich fern hält, sondern nur die eigene Nahrung sichert.

    Wir hatten anfangs auch versucht, die Vorräte, die in die Tonne nicht mehr passten, an Bäumen aufzuhängen. Mit eher erbärmlichen Ergebnissen. Beim ersten Mal hat es noch geklappt, weil der Baum tot und weitgehend ohne Äste war. Aber das klapperige Bäumchen hätte einem wirklichen Interesse eines Bären nicht stand gehalten. Beim zweiten Mal war ich froh, als ich das Bergseil wieder aus dem Baum heraus hatte. Wir haben eigentlich nie einen wirklich geeigneten Baum gefunden.

    Gibt es hier jemanden, der einmal Bärenspray wirklich gegen Bären eingesetzt hat?

    Grüße von Tilmann
    Geändert von TilmannG (20.12.2019 um 09:34 Uhr)

  6. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: Umgang mit Bären

    #86
    Zitat Zitat von Pielinen Beitrag anzeigen
    Da wäre Pfefferspray ganz praktisch gewesen, damals gab es das wohl noch nicht, ich glaub ich besorge mir nächstes Mal doch welches!
    Oder die Knaller?
    Keine Ahnung, ob es da schon Pfefferspray gab. Aber selbst wenn, meinst Du wirklich? Pfefferspray ist doch nicht dafür gedacht, Bären aus ihrem Revier zu vertreiben. Monsen hat sein Lager zufällig da aufgeschlagen wo ein Bär "wohnt". Der lässt sich durch zwei Warnschüsse zwar vorläufig vom Gepäck /Vorräten abbringen, bleibt aber in der Nähe. Also wird das Lager konsequenterweise abgebaut und der Rückzug angetreten. Ich sehe nicht was das Bärenspray bei einem derart beharrlichen Tier hätte bewirken können. bzw. andersherum: Wenn man sich das in voller Länge anschaut und dann überlegt man würde jetzt ein Spray verwenden und der Bär würde sich in die Büsche verdrücken, würde man sich dann entspannt ins Zelt legen und eine ruhige Nacht haben? Ich nicht.
    Wir sind alle ein wenig beim Leben zu Gast
    Das Leben ist reine Gewohnheit
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  7. Fuchs

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    AW: Umgang mit Bären

    #87
    ... was hier grundsätzlich gerne übersehen wird: der Bär ist da zu Hause, wo man Urlaub macht. Man hat überhaupt keine Vorrechte und im Gegenteil die Pflicht und Verantwortung, ihn so leben zu lassen, wie er das eben tut, und dabei eben möglichst nicht stören. (von wegen der Population tut's nicht weh)

    Bärenspray (erfunden in den 80ern, Counter Assault, ich bilde mir ein, zumindest im Westen war das Mitte der 90er schon quasi Standard) würde ich nur bei einem Angriff einsetzen - das ist vielleicht falsch, denke mir bloß immer, wenn er nicht aggressiv ist und halt seiner Nase nachgeht, möchte ich ihn nicht verstimmen. Da muss man dann eben gehen, wenn er nicht geht (und gefälligst das Futter mitnehmen – falls er nicht gerade direkt daneben steht). Genau so, wie Monsen das macht. Wobei man Schwarzbären schon auch mal "aversives Training" zukommen lassen kann. Aber die sind nun mal auch gerne hartnäckig, das überlasse ich dann lieber einem "Experten". Insofern sollte man sich auch mit seiner "nehm ich halt wenigstens eine Tonne"-Haltung nicht selbstgewiss ausruhen.
    Ich habe nur mal ein abgelaufenes so getestet – ist ziemlich einfach, was davon abzubekommen. Abgesehen davon, wenn man es benutzt hat, verschwindet man besser. Wenn der erste Schreck verflogen ist, riecht das auch wieder sehr interessant und es ist nicht unwahrscheinlich, dass Bär zurückkehrt.

    Eigentlich mein Lieblingsbärenvideo.
    Geändert von Katun (24.12.2019 um 04:14 Uhr)

  8. Fuchs
    Avatar von Rattus
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    AW: Umgang mit Bären

    #88
    Schönes Video. Mir scheint, dass Bären weniger erforscht sind als Wölfe.
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

  9. Dauerbesucher

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    AW: Umgang mit Bären

    #89
    Moin Katun!
    Falls deine kleine Spitzen hier gegen meine Beiträge gehen sollten (bin mir da nicht sicher, aber du zitierst ja nicht) möchte ich doch ein paar Punkte verdeutlichen. (Meine ersten Stellungsnahmen waren auch nicht eine Antwort auf die Anfrage von Julian, sondern auf den Angriff gegen Bernies einsamen Trek. Während ich schrub, wurden die Fäden verknäult, was ich nicht glücklich fand.)

    Zitat Zitat von Katun Beitrag anzeigen
    ... was hier grundsätzlich gerne übersehen wird: der Bär ist da zu Hause, wo man Urlaub macht. Man hat überhaupt keine Vorrechte und im Gegenteil die Pflicht und Verantwortung, ihn so leben zu lassen, wie er das eben tut, und dabei eben möglichst nicht stören. (von wegen der Population tut's nicht weh)
    Das ist ganz in meinem Sinn, mein Sprüchlein über die Populationsverluste von Menschen und Bären bezog sich auf die ganz wenigen tödlichen Begegnungen zwischen Wanderern und Bären. Ich denke, jede touristische Einrichtung, jeder Papierkorb an einem Nationalpark Highway, jede geführte/empfohlene Tour, bei der dann dutzende Menschen (die sich natürlich alle vorschriftsgemäß verhalten) an die Lachsflüsse gebracht werden - all das ist ein markant größerer Eingriff in das Zuhause der Bären als eine einsame Tour (die so garantiert niemand wiederholt) eines hageren Wanderers, der mal im Zelt eine Tütensuppe lauwarm nacht.

    Und im Übrigen: da wo ich weiß, dass mein Besuch für den Bären tödlich sein wird, falls er nur ein bisschen neugierig wird, wo also eine Waffe dringend empfohlen wird - da geh ich halt nicht hin.

    Zitat Zitat von Katun Beitrag anzeigen
    ...
    Bärenspray ... würde ich nur bei einem Angriff einsetzen - das ist vielleicht falsch, denke mir bloß immer, wenn er nicht aggressiv ist und halt seiner Nase nachgeht, möchte ich ihn nicht verstimmen. Da muss man dann eben gehen, wenn er nicht geht (und gefälligst das Futter mitnehmen – falls er nicht gerade direkt daneben steht).... Insofern sollte man sich auch mit seiner "nehm ich halt wenigstens eine Tonne"-Haltung nicht selbstgewiss ausruhen...Wenn der erste Schreck verflogen ist, riecht das auch wieder sehr interessant und es ist nicht unwahrscheinlich, dass Bär zurückkehrt...
    Bärenspray ist nun wirklich nur zur Notfallabwehr gedacht - und auch da nicht unumstritten, eben wegen der Punkte die du anführst. Daher meine Frage, ob ihn schonmal jemand verwenden musste.

    Meine Bärentonne ist zwar eine gute Sitzgelegenheit, ausruhen tue ich mich damit gewiss nicht. Es war mir aber nicht immer gelungen auch in den Pacific Coast Mountains die Regeln einzuhalten, die im Denali NP Gültigkeit und Berechtigung haben. Das Ausruhen findet m.E. viel eher auf den Regeln statt: da latscht man genau dorthin, wo viele Bären sind und verteilt dann sein Gerüche auf einem ganzen qkm: Toilette hier, Kochen dort, Waschen am Fluss, Nahrung lagern andere Richtung - und in der Mitte das Zelt. Regeln eingehalten.

    Derartige Regeln sind dazu gemacht, Tourismus zu ermöglichen. Sie sind regional höchst unterschiedlich und berücksichtigen nie individuelle Eigenheiten von einzelnen Tieren. Die kennen die Reglen nämlich nicht und halten sich daher auch mal nicht daran.

    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    ...(Anders als bei Eisbären, die Menschen als Nahrung betrachten.) ...
    Liebe Sylvia, auch von meiner Seite vielen Dank für deinen konstruktiven Beitrag. Nur dieser Satz ist mir aber zu verkürzt. Auch Eisbären betrachten den Menschen nicht als Nahrung. Nirgendwo haben sie eine Jagdstrategie auf Menschen entwickelt. Da wo sie in Siedlungen eindringen gilt ihre "Jagd" zu aller erst dem Müll der Menschen. Sie haben keine Angst, sind neugierig und oft völlig ausgehungert. Von daher sind sie eine klare Gefahr für den Menschen, der ihr Verhalten nicht einschätzen kann. (Aber auch dazu gibt es Schritte: siehe Nikita Ovsyanikov, Polar Bears, Living with the White Bear)

    In Ostgrönland um Ammassalik wird Touristen empfohlen, eine Waffe mit zu führen. Jeder kann dort eine Knarre bekommen. Es gibt keine weiteren Verhaltenshinweise, keine Bärentonnen, keine Zeltwachen oder -Zäune. Aus dem traditionellen Leben heraus kann man das vielleicht verstehen. Inuit sind quasi auch immer auf der (Robben-)Jagd und können natürlich mit Waffen umgehen. Aber als Empfehlung (oder Regel) an Touristen ist das reine Augenwischerei. Das Tragen eines Gewehrs macht einen nicht zum Inuit.
    Nach einigen Kontakten mit dort lebenden "Weißen" (Arzt, Jäger) hatten wir uns entschlossen, dort im Sommer ohne Waffe zu wandern. Eine Einschätzung dazu gibt es auch in meinem Reisebericht (etwas versteckt unter der Galerie). Im Winter (oder ganzjährig am Scoresbysund) kann ich das nicht empfehlen. Aber, wie oben gesagt, dann dringe ich halt auch nicht in den Lebensraum der Tiere ein.

    Schöne Feste mit gutem Essen wünscht Tilmann
    Geändert von TilmannG (24.12.2019 um 10:15 Uhr)

  10. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: Umgang mit Bären

    #90
    Hallo Tilmann!
    Danke für deine Antwort.
    Gerade um Tasiilaq herum bin ich auch ein paarmal unterwegs gewesen.
    Wie du sagst, im Sommer hat man nichts daran gefunden, dass ich dort einfach eine Weile durch die Landschaft gewandert und über die Fjorde gepaddelt bin, auch alleine. Im Winter hat man mir sehr dringend ein Gewehr mitgegeben.

    Dort habe ich von den Einheimischen und von Robert Peroni, den du dann dort vermutlich auch kennen gelernt hast, zuerst gelernt, dass Eisbären eben durchaus den Menschen ohne Bedrohung oder sonstigen Anlass aufsuchen und in der Absicht angreifen, ihn zu verspeisen. Natürlich aus Hunger. Aber das dürfte der Normalzustand im Leben eines Bären sein.
    Braunbären dagegen würden das üblicherweise nicht machen. Sie werden durch Neugierde angelockt, nicht in der Absicht, den Menschen zu fressen. Im Nahbereich können sie natürlich dennoch gefährlich werden, wenn sie sich dann durch die Reaktion des Menschen bedroht fühlen (besonders mit Jungtieren).
    So habe ich das später noch häufiger von Einheimischen gehört, sowohl in Alaska als auch in Kamtschatka.

    Ein Braunbär läuft durchaus an deinem Zelt vorbei und schnüffelt neugierig.
    Der Eisbär fackelt nicht lange und holt dich raus.
    Es heißt, siehst du am Morgen Bärenspuren vor deinem Zelt, war´s ein Braunbär.
    Von einem Eisbären hättest du am Morgen nicht mehr die Gelegenheit seine Spuren zu sehen ...
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    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  11. AW: Umgang mit Bären

    #91
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Dort habe ich von den Einheimischen und von Robert Peroni, den du dann dort vermutlich auch kennen gelernt hast, zuerst gelernt, dass Eisbären eben durchaus den Menschen ohne Bedrohung oder sonstigen Anlass aufsuchen und in der Absicht angreifen, ihn zu verspeisen. Natürlich aus Hunger. Aber das dürfte der Normalzustand im Leben eines Bären sein.
    Der Eisbär denkt sich vermutlich:
    "Der nächste Winter kommt bestimmt, ich habe gerade noch etwas Platz im Magen und da vorne laufen 50+ kg Fleisch und Fett herum, die ich noch nicht in Fettreserven umgewandelt habe - ab dafür!"
    Wandern in Ísland?
    ICE-SAR: Ekki týnast!

  12. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Umgang mit Bären

    #92
    Vor allem lebt der Eisbär in Gegenden in denen er sich nahezu ausschließlich per Jagd ernähren kann. Da muss jede Gelegenheit genutzt werden.
    Braunbären nehmen bis zu 75% (es gibt auch einzelne Quellen, die bis zu 80% sagen, die 75 erscheinen mir gesicherter) pflanzliche Nahrung zu sich, die nicht wegrennen kann. Und keine Energie bei erfolglosen Jagdversuchen verbrennt.

  13. Dauerbesucher
    Avatar von danobaja
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    AW: Umgang mit Bären

    #93
    Zitat Zitat von Moltebaer Beitrag anzeigen
    Der Eisbär denkt sich vermutlich:
    "Der nächste Winter kommt bestimmt, ich habe gerade noch etwas Platz im Magen und da vorne laufen 50+ kg Fleisch und Fett herum, die ich noch nicht in Fettreserven umgewandelt habe - ab dafür!"
    und wenn er an einem igloo vorbeikommt:

    "hmm, i love those things! crunchy on the outside and soft and chewy inside!"



    ist ne vermutung. von eisbären hab ich keine ahnung. noch nichtmal einen gesehen. ok, den im münchner zoo mit seinem bierfass und den pingis die ihn besuchen kommen.
    danobaja
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  14. Fuchs
    Avatar von Pielinen
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    AW: Umgang mit Bären

    #94
    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    Keine Ahnung, ob es da schon Pfefferspray gab. Aber selbst wenn, meinst Du wirklich? Pfefferspray ist doch nicht dafür gedacht, Bären aus ihrem Revier zu vertreiben. Monsen hat sein Lager zufällig da aufgeschlagen wo ein Bär "wohnt". Der lässt sich durch zwei Warnschüsse zwar vorläufig vom Gepäck /Vorräten abbringen, bleibt aber in der Nähe. Also wird das Lager konsequenterweise abgebaut und der Rückzug angetreten. Ich sehe nicht was das Bärenspray bei einem derart beharrlichen Tier hätte bewirken können. bzw. andersherum: Wenn man sich das in voller Länge anschaut und dann überlegt man würde jetzt ein Spray verwenden und der Bär würde sich in die Büsche verdrücken, würde man sich dann entspannt ins Zelt legen und eine ruhige Nacht haben? Ich nicht.
    Das stimmt! Ich auch nicht.

    Ich hatte auch schon so ein Erlebnis, der Schwarzbär hatte Rückenwind und hatte mich nicht gesehen, schnüffelte gerade am Proviantsack.
    Der hat sich genauso erschrocken wie ich.
    Wir sind dann auch weitergezogen und haben den Ruhetag 10km später begonnen.

    Bezüglich Bewaffnung: auch in Jägerforen in USA ist die Meinung nicht einheitlich:
    https://www.hunttalk.com/threads/308...rizzly.279573/
    es wird auch hier empfohlen sich auf der Jagd mit Bärenspray zu wappnen, um keinen angeschossenen Bären zu provozieren. (Neun von Zehn Bärenangriffe sind Scheinangriffe)
    Geändert von Pielinen (31.12.2019 um 14:07 Uhr)
    Wer nichts weiß muss alles glauben...

  15. AW: Umgang mit Bären

    #95
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Ein Braunbär läuft durchaus an deinem Zelt vorbei und schnüffelt neugierig.
    Der Eisbär fackelt nicht lange und holt dich raus.
    Es heißt, siehst du am Morgen Bärenspuren vor deinem Zelt, war´s ein Braunbär.
    Von einem Eisbären hättest du am Morgen nicht mehr die Gelegenheit seine Spuren zu sehen ...
    Sorry, aber das ist Schwachsinn.
    Auch Eisbären sind vor allem neugierig und vorsichtig.
    Umingmaq
    grönl. für Moschusochse

  16. Erfahren

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    AW: Umgang mit Bären

    #96
    Zitat Zitat von Umingmaq Beitrag anzeigen
    Sorry, aber das ist Schwachsinn.
    Auch Eisbären sind vor allem neugierig und vorsichtig.
    Für mich stehen die Eigenschaften neugierig und vorsichtig vorsichtig ausgedrückt in einem gewissen Spannungsverhältnis oder auch Widerspruch. Ängstlich ist Björn in der Regel nicht - jedenfalls nicht nach menschlichen Maßstäben - und daher schnell im Zelt oder Hüttenfenster. Halt alles eine Frage des Hungers...

    Kuckuck

  17. AW: Umgang mit Bären

    #97
    Zitat Zitat von Umingmaq Beitrag anzeigen
    Auch Eisbären sind vor allem neugierig und vorsichtig.
    Ein zentrales Motiv seiner Neugier dürfte jedoch sein: kann ich es essen oder nicht? Wie hoch ist das Verletzungsrisiko beim Erlegen? Wie hoch ist der Aufwand? Wie lohnenswert ist ein Versuch?
    Falls der Bär gerade gesättigt sein sollte, kann auch mal nur Interesse und Spieltrieb im Vordergrund stehen. Aber allgemein sicherlich die Risiko/Energie-Abschätzung.
    Wandern in Ísland?
    ICE-SAR: Ekki týnast!

  18. AW: Umgang mit Bären

    #98
    Umgang mit Bären in Siebenbürgen: Bärenalarm in Transsylvanien | Fokus Europa

    Da wimmelt es von "Problembären".

  19. Gerne im Forum

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    AW: Umgang mit Bären

    #99
    Gerade mit Eisbären sollte man mehr als Vorsichtig sein...
    Auf dem Weg nach Spitzbergen kommt man mit dem Segelboot an der Insel Bjørnøya (Bäreninsel) vorbei.
    Selbst als Deutscher Staatsbürger kann man sich für den Trip ein Gewehr beim Norwegischen Staat leihen..

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