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  1. Anfänger im Forum
    Avatar von Seegurke
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    Radfahren im südlichen Afrika

    #1
    Genau das ist die Idee: Eine Radtour von Windhoek aus. Eine Runde in Namibia oder sogar rüber nach Johannesburg oder in den Süden nach Kapstadt. Bisher ein vager Plan und noch nicht konkret, da es viele offene Fragen gibt. Wir wären zu zweit. Reisezeitraum ist der Sommer 2020. Und es ist das erste mal Afrika. Und ja mit dem Auto kann man viel mehr Sehen und weiter Fahren. Wir sind aber nun mal Fahrradbegeistert

    Hat jemand Erfahrungen mit dem Fahrrad im Süden Afrikas und kann davon berichten? Oder an diejenigen, die schon einmal dort unten waren: Könnt ihr Euch das Vorstellen, dort eine Fahrradtour zu machen? Spricht etwas explizit dagegen?

    Dass das ganze Unternehmen anstrengend und staubig wird ist bekannt. Ebenfalls das Wasserproblem und die langen Strecken zwischen dem Wasser. Damit, denke ich, wird man aber schon fertig.

    Als Übernachtungsmöglichkeit würde ich das Zelt bevorzugen. Wie funktioniert das dort unten? "Wild" zelten möglich? Camp grounds? Wilde Tiere?

    In Namibia mache ich mir wegen der Kriminalität weniger sorgen. Wie sieht das in Südafrika oder Botsuana aus?

    Und wenn wir das Fahrrad nehmen, muss das auch irgendwie dort mit hin. Der Flieger ist eine Option. Hat jemand Erfahrungen mit Speditionen oder der Post gemacht, was den Fahrradtransport in ferne Länder angeht?

    Also wie gesagt, viele Fragezeichen. Ich bin dankbar über Antworten

  2. Anfänger im Forum

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    11

    #2
    Hallo,

    konkret zu Südafrika kann ich dir nichts sagen wir planen eventuell ähnliches für das nächste Jahr aber das sind bisher nur ganz grobe Gedanken, kann auch gut Ostafrika werden da würde ich es vom Eindruck vor Ort durchaus für möglich halten. Wobei es auch auf eure bisherige Erfahrung ankommt. Insbesondere auch die Fähigkeit Defekte am Rad selber zu reparieren.
    Was den Fahrradtransport angeht ist vermutlich der Flug die einfachste Lösung. Wir haben (allerdings Richtung Asien) gute Erfahrungen mit Qatar Airways gemacht. Die nehmen das Fahrrad ohne zusätzliche Gebühren im Rahmen der 30kg Freigepäck mit. Mit der Post habe wir einmal Fahrräder von der Türkei heim geschickt. Das war teuer, hat ewig gedauert und die Räder haben es auch nicht ganz so gut verkraftet. Und wenn ich so an unsere Weihnachtspäckchen nach Tansania denke würde ich glaub ich nicht auf den Gedanken kommen ein Fahrrad da hin zu schicken.
    Das mit dem Zelt würde ich mir ebenfalls gut überlegen. Da wo ich bisher in Afrika war gab es eigentlich überall günstige Unterkünften. Wir waren dies Jahr mit dem Rad zwar nicht in Afrika aber in Laos und Kambodscha und haben das Zelt nicht ein einziges Mal genutzt. Man schafft es mit dem Fahrrad meistens doch in den nächsten Ort und ist dann ganz froh über die Infrastruktur (Wasser, Proviant, Duschen etc.).
    Von der Sicherheit her ist Kriminalität eine Sache aber vor allem unterschätzt den Verkehr nicht. Ich würde auf jeden Fall eine gute Routenplanung und ein Rückspiegel empfehlen. Und auch mit der medizinischen Versorgung ist es wenn was passiert so eine Sache.

    So Mal schauen was die anderen noch so zu sagen haben. Und ich hoffe du schreibst hier wenn eure Planung konkreter wird.

    Gruß Lars

  3. AW: Radfahren im südlichen Afrika

    #3
    Das erste, was mir dazu einfällt, sind die hohen Mordraten. In Südafrika zB 4 mal so hoch wie in Russland und stetig steigend.

    Dieser Radler hier kam mit dem Leben davon.

    Die Verkehrsunfallstatistik sieht auch nicht gut aus. Die Chance, dort im Straßenverkehr zu Tode zu kommen, ist mehr als 7 mal so hoch wie in Deutschland.

  4. Erfahren

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    AW: Radfahren im südlichen Afrika

    #4
    Hallo,
    ich war 2005 in Südafrika (Grenzgebiet zu Namibia, Orange-River, etc.), unter anderem auch beim Radfahren. Auf den Nebenstrecken (Pisten) war es OK, auf Hauptstrecken kann es lebensgefährlich sein.

    Uns wurde nahegelegt keinesfalls in der Dunkelheit zu fahren. Uns wurde nahegelegt teilweise entgegen der Fahrtrichtung zu fahren um den Verkehr besser beobachten zu können. Wir wurden vor zugedröhnten, übermüdeten oder schlichtweg gewalttätigen Autofahrern gewarnt. Es gäbe teilweise einen 'Sport', Radfahrer gezielt anzufahren.
    Im Zweifelsfalle solle man als Radfahrer immer neben die Straße ausweichen, wo dies nicht möglich sei, sei es echt gefährlich (ggf. Straßenseite wechseln).

    Ansonsten ist es wie so oft, in der einen Gegend ist alles gut, in der nächsten eher gefährlich. Pauschal lässt sich das also nicht beantworten.
    Auf der namibischen Seite haben wir uns etwas sicherer gefühlt.

    Rund um Johannesburg würde ich mich keinesfalls aufs Fahrrad setzen, nicht ohne Grund ist es eine der gefährlichsten Städte der Welt und als Radfahrer steht man ganz unten in der Hierarchie.
    Außerdem ist die Luft in der Gegend grottenschlecht.

    Für die Anreise haben wir die Räder beim Flug nach Johannesburg als Sportgepäck für 30-50€ mitnehmen können. Der Inlandsflieger nahm nur vereinzelt Fahrräder mit, wir sind daher auf eine Spedition ausgewichen (auch die hat die Räder erst mit einem Tag Verspätung gebracht).
    Beim Rückflug war ich mir nicht sicher, ob ich mein Rad jemals wiedersehe. Jeder Flughafenangestellte wollte extra Dollar oder Euro haben. Wir haben nichts gegeben (ist auch verboten), waren uns aber bewusst, das dies böses Blut machen kann.

    Achja, ich hatte in einer knappen Woche mehr als 30 Platten (MTB Reifen mit moderatem Pannenschutz, Standardschläuche bzw. Latex). Also viel Flickzeug mitnehmen.
    Geändert von Rollo (12.12.2019 um 16:06 Uhr)
    Cheers
    Rollo
    ***********************************
    Oh, es regnet, da bleib ich heute im Büro!

  5. AW: Radfahren im südlichen Afrika

    #5
    Mit einer vorausschauenden Planung denke ich, dass eine Radreise in Namibia schon machbar ist. Als Individualreisender muss man aber schon einiges an Arbeit reinstecken, denke ich.

    Ich war diesen Sommer dort mit einem gemieteten Geländewagen unterwegs. In einem anständigen Auto ist das meiste kein Problem, aber man sollte sich über folgendes bewusst sein:
    - Der Großteil des Landes gehört Großgrundbesitzern. D.h. man fährt locker mal 100km auf einer Straße die links und rechts von Zäunen begrenzt ist.
    - So gut wie keine Chance auf Wildcampen, siehe oben.
    - Mal kurz rechts ran fahren und an einem Grundstück nach Wasser fragen ist nicht, weil da meist noch ein paar Kilometer üble Piste zwischen Tor und Haus liegen.
    - Nur der Trans-Kalahari HW, der das Land grob von Nord nach Süd durchzieht ist asphaltiert. Andere Straßen sind Pads, d.h. abgezogene Schotterpisten die im Zustand von "geht ganz gut mit einem Mountainbike" bis zu "muss man halt schieben" reichen.
    - Gelegenheiten um einzukaufen, auch wenns nur Wasser ist, sind selten und weit voneinander entfernt.

    Es gibt aber durchaus Leute die da mit dem Radl unterwegs sind. Braucht aber ein gutes Stück Planung und mit Sicherheit auch Leidensfähigkeit. Maximale Temperatur war Ende September 47° C.

    Zelten ist massiv günstiger, als ein Zimmer zu nehmen. Meist haben wir für den Stellplatz inklusive 2 Personen ~20€ gezahlt, die Zimmer/Bungalows am selben Zeltplatz hätten dagegen immer deutlich über 100€ gekostet.

  6. Fuchs
    Avatar von Serienchiller
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    AW: Radfahren im südlichen Afrika

    #6
    Ich war 2012 in Namibia und letztes Jahr in Botswana, beide male mit Zelt und Mietwagen.

    Es gibt in beiden Ländern Zeltplätze, die deutlich günstiger sind als Hotels/Lodges. Gerade in Botswana können Lodges mehrere Hundert Euro pro Nacht kosten. Das Land setzt grundsätzlich statt günstigem Massentourismus auf wenige, sehr zahlungskräftige Touristen. Übernachtungen im Zelt waren dagegen nicht teurer als anderswo. In Gaborone gab es auch Zimmer in Hotels und Guest Houses mit normalen bis günstigen Preisen.

    In Namibia haben wir auch öfter mal bei Lodges angefragt, ob wir da unser Zelt aufstellen dürfen. Oft gibt es ein kleines Stück Wiese mit einem kleinen Toilettenhäuschen, wo man mit Zelt übernachten kann. Diese Info findet man aber oft in keinem Reiseführer, also am besten einfach anrufen und nachfragen.

    Mit dem Mietwagen ist man natürlich um einiges flexibler, sodass wir unsere Übernachtungen nicht im Voraus geplant haben. Mit dem Fahrrad würde ich mir schon eine Route überlegen, und die Übernachtungen vorher buchen, weil du ja nicht mal eben noch 150km weiter fahren kannst.

    Ich würde in beiden Ländern nicht auf wild zelten setzen. In Namibia gibt es wie schon erwähnt das Problem, dass sehr viele Landstriche privaten Großgrundbesitzern gehören und eingezäunt sind. In beiden Ländern wäre es mir auch zu unsicher.

    Sowohl Botswana als auch Namibia sind in vielen Gegenden extrem dünn besiedelt, teilweise fährst du mehr als 100km zwischen zwei Siedlungen. Ausreichende Vorräte und eine gute Routenplanung sind hier mit dem Fahrrad sicher lebenswichtig. Selbst auf der asphaltierten B1 von Windhoek Richtung Süden hatten wir kaum Verkehr. Das kann ein Vorteil sein, auf der anderen Seite gibt es sicherlich viele LKW-Fahrer die auf der schnurgeraden, eintönigen Strecke im Halbschlaf fahren und ganz sicher nicht mit plötzlich auftauchenden Fahrradfahrern rechnen. Es wird auch sehr schnell gefahren, soweit ich mich erinnern kann ist Tempo 120 erlaubt und wir wurden bei dieser Geschwindigkeit immer noch regelmäßig überholt. Auf den unbefestigten "Wellblech-Pisten" fahren viele Autofahrer ebenso mit 80-90 km/h um die Wellentäler zu überspringen und Vibrationen zu vermeiden.

    Was die grundsätzliche Sicherheit anging, hatte ich aber in beiden Ländern nie ein schlechtes Gefühl. In den Städten leben großteils ganz normale Menschen, die ihrem Alltag nachgehen und keinen Ärger haben wollen. In der Pampa begegnet man ohnehin fast nur anderen Touristen. Wenn man auf sein Bauchgefühl vertraut, Gegenden meidet wo man sich unwohl fühlt und die üblichen Grundregeln beachtet, gibt es meiner Meinung nach kein hohes Risiko, überfallen, ausgeraubt oder ermordet zu werden. Südafrika wird oft als gefährlicher eingeschätzt, da kann ich aber keine persönlichen Erfahrungen beisteuern.

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