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  1. Gerne im Forum

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    Leichte Schuhe für Trekking

    #1
    Hallo,

    ich habe bisher immer Lowa Leder Bergstiefel für alle meine Wanderungen genommen und auf unserer letzten 60KM Tour im Yukon gemerkt wie viel anstrengender solche Schuhe mit 1.200g (je Schuh) im Vergleich zu anderen Schuhen, die 400-500g leichter sind.

    Jetzt bin ich auf der Suche und tu mir dabei aber auch wegen meiner Schuhgröße (47). Deswegen gibt es nämlich normalerweise in den Shops kaum passende Schuhe auf Lager und ich bin nachher auch nicht klüger. Deswegen hatte ich mir jetzt 7 Paare in einem online Shop bestellt und dabei gemerkt, dass ich total falsch ausgewählt habe und die Hälfte der Schuhe Steigeisentauglich sind - dh. die Sohlen viel zu hart.

    Einsatzgebiet:
    Nächsten Sommer werden wir eine 2-wöchige Trekking Tour in Kirigistan machen abseits von offiziellen Wegen. Auf max. 4.500 Meter; kein Klettern und wir werden auch keine Gletscher überqueren. Wenn wir Pech haben kann es zwischendurch aber natürlich auf der Höhe auch mal schneien.

    Nachdem wir Essen für 1-2 Wochen mitnehmen müssen, wir der Rucksack entsprechend schwer.

    Welche Art von Schuh würdet ihr mir hier empfehlen?

    Eignet sich dafür ein Lowa Renegade Mid noch oder würdet ihr schon was stabileres nehmen? Ich hätte ja eigentlich schon gerne etwas deutlich über den Knöchel, weil man doch immer wieder mal umknöchelt.

    Danke für eure Tipps.

  2. Vorstand
    Alter Hase
    Avatar von derray
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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #2
    Hallo pippo!

    Bis ich deinen letzten Satz gelesen hab dachte ich: Klar, Trailrunner.

    Gerade in welchen mit weicher Sohle knöchel ich deutlich weniger um, als in festen Schuhen, weil Unebenheiten im Fuß ausgeglichen werden können und nicht der ganze Fuß als fest verpacktes Paket am Knöchel abknickt.
    Damit kommt aber auch nicht jeder zurecht. Ausprobieren!

    mfg
    der Ray
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    is the belief someone else will take care of it"
    Robert Swan

  3. AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #3
    ich würde immer einen stabilen schuh empfehlen gerade abseits der zivilisation

    trotzdem gibt es auch leichtere modelle als die klassiker von meindl/ hanwag/ lowa etc.

    persönlich kann ich den aku pilgrim-gtx-combat empfehlen wenn es kälter wird mit dazu passender thermoeinlegesohle 155
    die gibt es auch in hi

    alternativ vielleicht einen zwiegenähten von zamberlan die tragen das kürze "nw" und die leichteren "lite"

    also vielleicht den z86-gardena-lite-nw-gtx

    wenn es nicht leder sein soll ein bekannter klassiker

    scarpa ribelle-lite-od/

    mr
    Geändert von marcoruhland (07.12.2019 um 13:26 Uhr)

  4. Moderator
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    Avatar von Becks
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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #4
    Zitat Zitat von pippo Beitrag anzeigen

    Einsatzgebiet:
    Nächsten Sommer werden wir eine 2-wöchige Trekking Tour in Kirigistan machen abseits von offiziellen Wegen. Auf max. 4.500 Meter; kein Klettern und wir werden auch keine Gletscher überqueren. Wenn wir Pech haben kann es zwischendurch aber natürlich auf der Höhe auch mal schneien.

    Nachdem wir Essen für 1-2 Wochen mitnehmen müssen, wir der Rucksack entsprechend schwer.

    Welche Art von Schuh würdet ihr mir hier empfehlen?

    Eignet sich dafür ein Lowa Renegade Mid noch oder würdet ihr schon was stabileres nehmen? Ich hätte ja eigentlich schon gerne etwas deutlich über den Knöchel, weil man doch immer wieder mal umknöchelt.

    Danke für eure Tipps.

    Trailrunner sind für das Gelände schlichtweg Quatsch. Wenn er passt: La Sportiva Trango Guide Evo GTX.

    Die Schuhe wiegen (in Gr 42) pro Paar 1250g, was Trailrunner zwar unterbieten, wofür man aber derbe Einschnitte bezüglich Nutzbarkeit in Geröll, Schotter und generell abseits der planierten Pisten im Gebirge in Kauf nehmen muss.

    Die Schuhe habe ich hier, und sie sind immer dann am Fuss, wenn ich höher rauf gehe, ohne gleich ständig im Eis herum zu wandern. Ich hatte die z.B. auch beim Trekking in Peru an (Santa Cruz Trek, ohne Guide). Lediglich auf niedrigeren Touren (z.B. auf Madeira oder Gomera) sowie bei Wanderungen im Alpenvorland sattel ich auf Trailrunner um.
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

  5. Erfahren
    Avatar von OutofSaigon
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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #5
    Du wirst auf diese Frage wahrscheinlich von jeder Person eine andere Empfehlung bekommen, weil es eben so viele Optionen gibt. Ich trug auf dem Trek zum Kantschendzönga-Basislager (5100m) den La Sportiva Boulder Mid GTX, und das hat genau gepaßt, ich hätte es nicht besser treffen können. Mit dem knicke ich nicht um, weil die Sohle unter der Ferse recht breit ist. Und wenn du durch das Steingewirre einer Moräne oder eines Bergsturzes krabbelst, ist es sowieso egal, ob das nun die "offizielle" Route ist oder nicht. Ungebahnt ist ungebahnt.
    Anzuschauen z. B. auf der Website von Globetrotter.

  6. Moderator
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    Avatar von Becks
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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #6
    Die Boulder unterscheiden sich nun auch nicht mehr wirklich elementar von den Guides. Die 200g pro Paar weniger Gewicht reissen es nicht raus, dagegen könnte der niedrigere Schaft problematisch bei Geröll sein, und Schnee kommt auch einfacher von oben in die Treter.

    Mit den Guides kann ich problemlos mit Gepäck eben auch tagelang in so etwas herum laufen, ohne mir irgendwelche Gedanken um Bänder/Umknicken etc zu machen, oder die halbe Landschaft hinterher in den Socken zu haben. Schöner Nebeneffekt: Steigeisen mit Korb vorne und Kipphebel hinten gehen auch drauf, falls man damit auch mal auf Hochtour in den Alpen will.



    Ist also Ansichtssache, aber reine Trailrunner fände ich gewagt, vor allem wenn man nicht zu 100% weiss, was so an Gelände auf einen zu kommt.
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  7. Erfahren
    Avatar von OutofSaigon
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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #7
    Natürlich hat Becks irgendwie recht, aber ich habe eben berücksichtigt, daß der Fragesteller ausdrücklich sagte: KEIN Klettern, KEINE Gletscher. Und mit den Boulder kannst du auch mal im Mittelgebirge wandern, ohne gleich ausgelacht zu werden...

  8. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #8
    Zitat Zitat von Becks Beitrag anzeigen
    Trailrunner sind für das Gelände schlichtweg Quatsch.
    Was ich wiederum schlichtweg Quatsch finde.

    Bis vor wenigen Jahren dachte ich auch, je höher der Berg, desto schwerer muss der Schuh sein.
    Trailrunnern gegenüber war ich eher skeptisch, habe es dann aber doch mal probiert.
    In den letzten Jahren habe ich einige 1000 km und viele viele steile Höhenmeter mit Trailrunnern zurückgelegt, die meisten davon im Gebirge, auch und lange über weglose Strecken, Schutt und Geröll. Mit einem Rucksackgewicht von 10-15 kg (bei 50 kg Eigengewicht), je nach dem, wie viel Essen drin war (volles Zeltgepäck).
    Ich fühle mich mit den Trailrunnern überraschenderweise deutlich sicherer als mit den steifen Bergschuhe, der Grip scheint viel besser zu sein. Leicht umgeknickt bin ich vielleicht 1-2 mal, was mit einem steiferen Schuh auch passiert wäre, es hat auch genauso wenig weh getan wie mit Bergstiefeln.

    Besonders in diesem Jahr bin ich auch viel durch Schnee gelaufen damit. Wenn es steiler wurde, kamen Snow Chains drunter - auch über längere Zeit kein Problem. Nur einmal habe ich einen Anflug von kalten Füßen bekommen, weil ich so lange im tiefen Schnee herumgestanden und Fotos gemacht und gestaunt hatte.

    Solange ich weiß, dass ich keine richtigen Steigeisen brauche, werde ich weiterhin mit Trailrunnern durchs Gebirge laufen.

    Dabei sollte man sich aber sehr genau erkundigen und auch ausprobieren, in welcher Art Trailrunner man sich wohlfühlt. Auch hier gibt es große Unterschiede in der Steifigkeit, der Sohlendicke, der Gummimischung, dem Profil, ... und natürlich auch der Passform. Manche gehen sogar über die Knöchel.

    Ich habe mir sehr leichte Mini-Gamaschen dazu besorgt, die nur den Dreck aus den Schuhen halten.
    Mein aktuelles Paar ist aber so gut um meinen Fuß geschnitten, dass ich die sogar weglassen kann.

    Einziger Nachteil aus meiner Sicht: Sie sind nicht so langlebig wie Lederbergstiefel. 1000 km in rauhem Gelände setzen ihnen am Ende doch zu. Der Stoff bekommt Löchlein, das Profil läuft sich ab.
    Die trage ich dann hier bei kürzeren, weniger anspruchsvollen Touren auf.
    Kalender *Papageitaucher 2019*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  9. Gerne im Forum

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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #9
    Vielen Dank allen für die spannend zu verfolgende Diskussion. Die unterschiedlichen Meinungen haben mir zumindest schon geholfen. Ich weiß, dass ich für für "unsere extremeren" Touren gerne einen Schuh über Knöchel haben möchte.

    Und dann werde ich mir wohl für La Gomera (wo ich letztes Jahr auch mit meinen 2,5kg Stiefel war) einmal einen mid-cut besorgen. Vielleicht knicke ich auch häufiger um als andere .. aber in den Stiefeln war mir das dafür bisher immer egal. :-)

    Wir sind auch häufig mit dem Kanu unterwegs und da helfen 5cm mehr Höhe beim ein- & aussteigen auch. :-)


    Ich habe mir jetzt die La Sportiva Modelle "Bergsteigen" angeschaut. Da gibt es den
    - Trango Tech
    - Trango Alp
    - Trango Trk
    - Trango Tower

    .... alle "leicht, flexibel, zum Bergsteigen und Backpacking...". Keine sehr hilfreiche Beschreibungen.
    Würdet ihr sagen gibt es da relevante Unterschiede oder einfach einmal alle 4 bestellen und dann bequemsten nehmen?

  10. AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #10
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    ...Mit einem Rucksackgewicht von 10-15 kg (bei 50 kg Eigengewicht)...
    das ist mit der entscheidenste faktor bei 20-30kg rucksackkgewicht und 100kg eigengewicht oder sogar nochmehr gesammtgewicht scheiden bestimmte schuhe grundsätzlich aus weil sie keine 100km halten würden

    mr

  11. AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #11
    Zitat Zitat von pippo Beitrag anzeigen
    ...Würdet ihr sagen gibt es da relevante Unterschiede oder einfach einmal alle 4 bestellen und dann bequemsten nehmen?
    ich würde vorallem unterschiedliche hersteller testen die meisten haben doch unterschiedliche leisten

    aber es gibt auch innerhalb eines herstellers unterschiede (z.b die art der schnürung der trango serie) dies kann z.b. zu unterschiedlich dicken socken und damit verbunden auch abweichung von 1/2 gr. führen

    mr

  12. AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #12
    Zitat Zitat von pippo Beitrag anzeigen
    Vielen Dank allen für die spannend zu verfolgende Diskussion. Die unterschiedlichen Meinungen haben mir zumindest schon geholfen. Ich weiß, dass ich für für "unsere extremeren" Touren gerne einen Schuh über Knöchel haben möchte.

    Und dann werde ich mir wohl für La Gomera (wo ich letztes Jahr auch mit meinen 2,5kg Stiefel war) einmal einen mid-cut besorgen. Vielleicht knicke ich auch häufiger um als andere .. aber in den Stiefeln war mir das dafür bisher immer egal. :-)

    Wir sind auch häufig mit dem Kanu unterwegs und da helfen 5cm mehr Höhe beim ein- & aussteigen auch. :-)


    Ich habe mir jetzt die La Sportiva Modelle "Bergsteigen" angeschaut. Da gibt es den
    - Trango Tech
    - Trango Alp
    - Trango Trk
    - Trango Tower

    .... alle "leicht, flexibel, zum Bergsteigen und Backpacking...". Keine sehr hilfreiche Beschreibungen.
    Würdet ihr sagen gibt es da relevante Unterschiede oder einfach einmal alle 4 bestellen und dann bequemsten nehmen?
    Neben Passform:
    Das Material scheint anders zu sein. Leder ist schwerer, aber haltbarer.

  13. Moderator
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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #13
    Zitat Zitat von pippo Beitrag anzeigen

    Ich habe mir jetzt die La Sportiva Modelle "Bergsteigen" angeschaut. Da gibt es den
    - Trango Tech
    - Trango Alp
    - Trango Trk
    - Trango Tower

    .... alle "leicht, flexibel, zum Bergsteigen und Backpacking...". Keine sehr hilfreiche Beschreibungen.
    Würdet ihr sagen gibt es da relevante Unterschiede oder einfach einmal alle 4 bestellen und dann bequemsten nehmen?
    Von der Serie gibt es imo zu viele Varianten, und das verwirrt - vor allem wenn einige ältere Modelle schon von der HP des Herstellers verschwunden sind, aber im Handel noch problemlos erhältlich sind. Ich kenne auch nicht jedes Modell, sondern vor allem die Trango Trekkingserie und eben das von mir verlinkte Modell. Die Trekkingtrangos sind für mich persönlich nichts, da sie für die Leistung zu viel wiegen. Da ist (nur so mal herausgegriffen) dieser hier (wohl auch ein Auslaufmodell), der ähnlich viel wiegt wie meiner, aber mir zu viel Stoff hat, welches sich in Felsen zu schnell aufreibt. Daher die Wahl, den Guide zu holen.

    Worauf ich halt achten würde, wäre ein vernünftiges Gewicht (also keine 2kg), hochgezogener Schaft, möglichst abriebfeste Materialien, Geröllschutz und wenn möglich bedingt steigeisenfest. Die Guides sind da praktisch, damit mache ich eigentlich alle Touren, ausser eben wenn es in den Schnee geht, und/oder Firn- und Eispassagen ddabei sind, wo man auf den Frontzacken der Steigeisen herumtrippelt. Das geht mit den Guides nicht (zumindest nicht mit meinen Muskeln).

    Und sobald es flacher wird (Gomera, Schwarzwald, Madeira), kommen die "zivileren" (La Sportiva Uragano GTX) an die Füsse.




    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Was ich wiederum schlichtweg Quatsch finde.
    Bis vor wenigen Jahren dachte ich auch, je höher der Berg, desto schwerer muss der Schuh sein.
    Trailrunnern gegenüber war ich eher skeptisch, habe es dann aber doch mal probiert.
    In den letzten Jahren habe ich einige 1000 km und viele viele steile Höhenmeter mit Trailrunnern zurückgelegt, [...]
    Das ist ein beliebter, klitzekleiner Denkfehler. Die Höhe kratzt zunächst einmal nur hinsichtlich Kälte, und steile Höhenmeter sagen auch nichts aus. Fakt ist, dass steifere Schuhe eine ebenso steifere Sohle besitzen, und man dann noch am Fels auf kleinen Kanten und Tritten antreten kann, wenn die weichen Schuhe längst abrutschen. Auf Reibung/flachem Fels könnte eine weiche Trailrunnersohle ev. minimalst besser haften, aber in der Situation ist das überflüssig. Alleine die 1000km sind da schon Aussage genug. So viel Strecke schafft man ev. im T2-T3 Gelände, nicht aber in T4 und darüber. Und da fangen die Guides erst an, ihre Vorteile richtig gegenüber Trailrunner auszuspielen. Gleiches gilt für Schnee. Einfach mal morgens eine hart gefrorene Firnflanke queren, dann merkt man beim ersten Atritt den Unterschied zw. Trailrunner und Bergstiefel.
    After much research, consideration, and experimentation, I have decided that adulthood is nothing for me. Thank you for the opportunity.

  14. Moderator
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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #14
    Ach ja. Worauf ich meine steilen Thesen aufsetze?

    Ich lebe in den Bergen und bin pro Jahr 60-80 Tage in den Bergen unterwegs. Ich habe das gesamte Sortiment an Schuhen, angefangen von Barfussschuhen bis hin zu 6000er tauglichen Expeditionsgaloschen (sowie kletterpatschen und Skitourenstiefel), und nutze das Sortiment auch durch die Bank. Und nach so abfallenden grob 500 Gipfeln oberhalb der 3000er Marke (mit 1x 6000er und 9x 5000er) kann ich ziemlich genau einschätzen, welcher Stiefel in welchem Gelände etwas taugt, und welcher nicht.

    Mir wäre es zu riskant, irgendwo bei Woche 1 im Hinterland von Kirgisien zu stecken und einsehen zu müssen, dass Trailrunner eben genau den kleinen Tick zu weich/zu dünn/falsch dimensioniert sind, und sich so die vielleicht 300g Gewichtsersparnis gegenüber hochtourentauglichen Stiefeln wie die Guide als Bumerang erweisen.

    Wenn das dort hinten/oben so aussieht wie in den Voralpen oder im Schwarzwald, kein Thema, da sind Trailrunner gut. Aber sobald ies auch mal längere Zeit einfach durch Geröllwüsten geht, sind Trailrunner leichten Bergstiefeln unterlegen.
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  15. Fuchs
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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #15
    Zitat Zitat von Becks Beitrag anzeigen
    Das ist ein beliebter, klitzekleiner Denkfehler. Die Höhe kratzt zunächst einmal nur hinsichtlich Kälte, und steile Höhenmeter sagen auch nichts aus. Fakt ist, dass steifere Schuhe eine ebenso steifere Sohle besitzen, und man dann noch am Fels auf kleinen Kanten und Tritten antreten kann, wenn die weichen Schuhe längst abrutschen. Auf Reibung/flachem Fels könnte eine weiche Trailrunnersohle ev. minimalst besser haften, aber in der Situation ist das überflüssig. Alleine die 1000km sind da schon Aussage genug. So viel Strecke schafft man ev. im T2-T3 Gelände, nicht aber in T4 und darüber. Und da fangen die Guides erst an, ihre Vorteile richtig gegenüber Trailrunner auszuspielen. Gleiches gilt für Schnee. Einfach mal morgens eine hart gefrorene Firnflanke queren, dann merkt man beim ersten Atritt den Unterschied zw. Trailrunner und Bergstiefel.
    Wenn ich den TO richtig verstanden habe, möchte er jedoch wandern (-> Trekkingtour) und nicht klettern oder über wie auch immer gefrorenes Wasser laufen.
    Ich gehe also davon aus, dass das Gelände eher im Bereich T(2-)3 sein wird, nicht T4.
    Sonst hätte ich auch eher zu festen, steifen, ggf. steigeisenfesten Stiefeln geraten.




    OT: Ich ziehe meine Erfahrungen aus z.T. mehrwöchigen Trekkingtouren in den Alpen, Skandinavien, Pyrenäen, Grönland, Alaska, Himalaya, Kamtschatka und auch Kirgistan. Sowohl auf Pfaden wie auch weglos, mit Gletschern, Geröll, Sumpf und Sand. Seltener auch mit Klettereinlagen. Fast immer mit Zeltgepäck.
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  16. Gerne im Forum

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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #16
    Eure Diskussion ist für mich super. :-) Danke euch beiden.

    Ich denke auch das unsere Tour viel zwischen T2-T3 sein aber bei der einen oder anderen Passüberquerung oder dem einen oder anderen Gipfel vielleicht mal T4.

    Becks, du empfiehlst die Schuhe unter anderem auch wegen tlw. steigeisentauglichkeit. Die haben wir nicht einmal mit dh. wird mir das nicht viel helfen. Ist es nicht gleichzeitig aber ein Nachteil, wenn ein Schuh steigeisentauglich ist, weil dann seine Sohle so hart ist, dass es auf flachem einfachen Weg anstregender zu gehen/abzurollen ist?

    Danke

  17. Moderator
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    Avatar von Vegareve
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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #17
    Zitat Zitat von pippo Beitrag anzeigen
    Eure Diskussion ist für mich super. :-) Danke euch beiden.

    Ich denke auch das unsere Tour viel zwischen T2-T3 sein aber bei der einen oder anderen Passüberquerung oder dem einen oder anderen Gipfel vielleicht mal T4.

    Becks, du empfiehlst die Schuhe unter anderem auch wegen tlw. steigeisentauglichkeit. Die haben wir nicht einmal mit dh. wird mir das nicht viel helfen. Ist es nicht gleichzeitig aber ein Nachteil, wenn ein Schuh steigeisentauglich ist, weil dann seine Sohle so hart ist, dass es auf flachem einfachen Weg anstregender zu gehen/abzurollen ist?

    Danke
    So ist es. Zwischen Trailrunnern (die mir für abgeschiedene Gebiete und schwerem Gepäck auch zu unsicher wären) und steigeisenfeste gibts ja noch vieles. Konkret kann ich nur sagen, dass auch verschiedene Trek-Modelle von La Sportiva sich in der Passform unterscheiden. Gut wäre schon ein Laden mit guter Beratung und grosser Auswahl. Und dann die Frage Leder (langlebiger) oder Kunststoff (leichter). Bei letzterem hast Du eben von den Italienern (Sportiva, Scarpa) einiges zur Auswahl.
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

  18. Fuchs
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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #18
    Was ich an den Trailrunnern sehr schätze ist der viel bessere Grip des weicheren Sohlengummis und dass ich meinen Fuß samt Schuh viel besser dem Gelände anpassen kann. Dabei sollte bei Klettereien die Sohle aber nicht breiter sein als der Fuß im Schuh. Bei allen von mir bisher ausprobierten Trailrunnern passte das gut, sodass ich mich auch bei Klettereinlagen an Gipfeln oder Pässen, Steilufern oder einfach Geländestufen immer sehr sicher darin gefühlt habe.
    Was Schuhe mit steifen, härteren Sohlen besser können ist Tritte kerben in Schnee oder sehr matschige, nasse Schlamm- oder Grashänge.

    Beim Laufen auf flacherem Gelände ist es ein wenig Gewöhnungssache.
    Zum Gehen mit leichten, weichen Schuhen brauchst du andere Muskeln als in festen, hohen Schuhen.
    Bist du bisher immer in hohen Lederstiefeln gewandert, kann es sein, dass du in Trailrunnern erstmal Muskelkater bekommst.
    An die Schuhe sollte man sich also zu Hause auf ein paar Wanderungen schon einmal gewöhnen.
    Insgesamt finde ich es viel angenehmer in leichten Schuhen zu laufen.
    Ich habe irgendwo mal gelesen, dass jedes Gramm an den Füßen "4mal so schwer" ist wie ein Gramm im Rucksack.
    Für mich war dann tatsächlich der Umstieg auf Trailrunner eine wahre Offenbarung.

    Muss aber vielleicht jeder selbst für sich ausprobieren.

    Falls du mit der Option liebäugelst, besorg dir ein Paar und mach damit eine Tour durch die heimische Umgebung, mit Gepäck etc. auf möglichst unterschiedlichem Terrain.

    Sollte dir das dann nicht so zusagen, hast du dann ein Paar Schuhe für kleinere Sachen.
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  19. Erfahren

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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #19
    Noch ein paar Gedanken zu Sohlenbauform und Hoch/Mid/Halbschuh: ich hab mir das Seitenband (abseits von Hallensport) bisher zweimal eingerissen: einmal mit hohen Lowa Tibet und einmal mit Scarpa Mescalito, nie mit Trailrunnern oder Barfußschuhen (wenn letztere für die angesprochene Tour natürlich nicht in Frage kommen, aber je flacher der Sohlenaufbau, desto weniger riskant werden die Winkel und Kippmomente und desto eher geht es noch gut aus).

    Die Scarpa Mescalito habe ich heuer erst gekauft, die sind zwar Halbschuhe, haben aber eine recht breite Sohlenkonstruktion Mitte/Ferse und man kann schwer damit umknöcheln. Der Schuh hat guten Grip und kann eigentlich Matsch genauso wie Fels. Ein Zustiegsschuh, gibt es auch in einer Mid-Variante. War damit heuer auf Réunion, den R2 von Nord nach Süd und im Gesäuse war ich auch damit unterwegs und ein bissl in den Hausbergen zum Eingehen.

    OT: Warum ich trotzdem das Seitenbandl eingerissen hab: aus Blödheit. Nach >10k Höhenmetern wollte ich mein linkes Knie schonen und bin auf den rechten Fuß hinuntergehüpft, auf einem einfachen Weg. Unachtsam natürlich, auch kaum auf die Stecken gestützt, nachgedacht habe ich über eine bevorstehende Baueinreichung War natürlich ein Stein genau unter der Ferse auf der Innenseite und ich bin voll drüber. Aber das wäre mit einem anderen Schuh auch nicht besser ausgegangen...
    www.lustwandler.at
    Trekking in Schweden, Norwegen und Island
    Letzte Tour: Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

  20. Erfahren
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    AW: Leichte Schuhe für Trekking

    #20
    Hallo Zusammen!

    So viel Bergerfahrung wie Becks und Co. hab ich nicht, aber seit einiger Zeit diesen Adidas Terrex Skychaser. Beim Trailrunning bin ich auch im Hochgebirge (aber halt mit sehr leichtem Rucksack...) immer nur in flachen Schuhen unterwegs (Altra Superior...) und hab dabei nie Probleme. Jetzt wollte ich für Wanderungen im Mittelgebirge und in den Alpen auf Wegen und gelegentlich mal querweltein einen Schuh haben, der insb. Wasser und Schnee draußen lässt. Der Skychaser passt da perfekt: an dem Schuh ist nicht viel mehr dran als an einem Trailrunner, ich kann damit sogar richtig rennen. Die Sohle hat super guten Grip, da merke ich einen deutlichen Unterschied zu "schlechten" Trailrunning-Schuhen. Und durch den etwas höheren Schaft und die GTX-Ausstattung kommt so schnell kein Wasser rein.

    Für mich der optimale Schuhe für längere Wanderungen und sicher auch mit mehr Gepäck. Mehr Schuh werde ich so schnell nicht brauchen. Allerdings kann ich mich auch nicht erinnern, wann ich das letzte Mal umgeknickt bin. Da hab ich als Trailrunner mit viel Lauferfahrung in Minimalschuhen vermutlich ein ganz gutes Körpergefühl und entsprechende Muskulatur zum Stützen.

    Viel Spaß bei der Auswahl - ich denke halt auch: zwischen Trailrunner und Bergschuh gibt's mega viel Auswahl. Für jeden den richtigen Schuh, wenn er ihn denn findet...
    Ich leide nicht an Realitätsverlust - ich genieße ihn

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