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  1. Fuchs
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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #41
    Mitreisende: TilmannG
    Boooaaah!

    Toll!
    Kalender *Papageitaucher 2021* Familienplaner
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  2. Erfahren

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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #42
    Krasse Bilder.

    Ist das so eine Art Pfad / Strecke die ihr da nachgelaufen seid wo die roten Pfeile sind (ich meine ob es eine bekannte Routenführung ist aus einem Reiseführer etc.) oder habt ihr euch das quasi selbst über Google Earth etc. vorher zusammengesucht?
    Hättet ihr den Abschnitt auch bei schlechtem Wetter / Regen / rutschigem Untergrund machen können?

  3. Dauerbesucher
    Avatar von Echnathon
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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #43
    Ich würde eher auf "live, vor Ort" tippen.

  4. Dauerbesucher

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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #44
    Klasse, die Tagesetappe muss ich auch mal einplanen, das sieht sehr genial aus!

    Danke fürs mitnehmen,
    Heiko

  5. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #45
    Zitat Zitat von TilmannG Beitrag anzeigen
    .. und verlassen dann am E-Ende des Gussajavrre die menschenleere Wanderautobahn.
    Über den folgenden Abschnitt hatte ich keine Informationen, auf den mir zugänglichen Satfotos war er unter Wolken. Aber auf der Karte ist eine markierte Route durch die S-Flanke des Gussatjåhkkå eingetragen.


    Blick nach Norwegen zu Beginn der Querung. Susanne hat sich nicht über die nassen Platten getraut. Unter dem schmalen Vegetationsband bricht es noch einmal steil ab. u Gussajavrre, h l Tjårok

    ...

    Der hufeisenförmige Tjielumtjavrre liegt nun unter uns. Ein kurzer steiler Abstieg bringt uns in einen geschützten, aber unbequemen Talkessel mit vielen überwucherten Blöcken.
    Ich bin mir nicht sicher, ob es unten am See einen Durchschlupf gibt. Wir steigen daher wieder ein bisschen auf, zu einer Gelände-Rampe ca 70m über dem E-Ufer des Sees.
    Tolle Tage, leider nicht mehr mit so einem Top-Wetter. Und schade, dass ihr nicht mehr soviel Zeit am Ende habt.

    Auf norgeibilder.no ist die Strecke nördlich des Gussajávrre ohne Wolken, der Pfad ist immer mal wieder erkennbar. Vor zwei Jahren hatte ich bei diesem Bild gefragt, ob sich jemand vorstellen kann, dass dort ein Wegchen langführt, einer sagte, er wäre da schon mal langgegangen, würde gehen, das hast Du jetzt ja bestätigt.
    Eine andere Frage: Meinst Du, dass man den Ausfluss des Gussajávrre im südwestlichen Rand furten kann? Hatte ich mir damals überlegt und sieht ja auf Deinem Bild oben auch gut aus.

    Danke für die Info über den Tielumjávrre, wenn ich da doch nochmal langlaufe weiß ich jetzt auch dass es oberhalb geht.

    Zitat Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    Hättet ihr den Abschnitt auch bei schlechtem Wetter / Regen / rutschigem Untergrund machen können?
    Zumindest für den letzten Abschnitt über Pt 887 ein klares Nein. Und der Auf- bzw. Abstieg zum Rundajávrre sieht mir auch danach aus.

  6. Dauerbesucher

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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #46
    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    ...
    Eine andere Frage: Meinst Du, dass man den Ausfluss des Gussajávrre im südwestlichen Rand furten kann? Hatte ich mir damals überlegt und sieht ja auf Deinem Bild oben auch gut aus....
    Das hatte ich mir im Vorfeld auch überlegt und dann immer wieder hingeguckt:

    klicken für größere Ansicht
    Ganz sicher bin ich mir nicht, ob es da nicht eine Überraschung gibt, und zu den Felsen muss man auch erstmal hin. Ich dachte mir, wenn die markierte Route außen herum führt, wird das seinen Grund haben. Wobei ich dies nach meinen Überlegungen zu historischen Routen relativieren möchte: Für die Bauern von den Fjordhöfen würde ich ein Ziel eher in den Rentierweiden in Schweden als am Fjordende in Hellmobotn vermuten. Aber das ist alles wirklich sehr spekulativ. Wenn jemand etwas über die historische Bewirtschaftung dort weiß, würden mich Infos freuen.


    Zitat Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    ...
    Ist das so eine Art Pfad / Strecke die ihr da nachgelaufen seid wo die roten Pfeile sind (ich meine ob es eine bekannte Routenführung ist aus einem Reiseführer etc.) oder habt ihr euch das quasi selbst über Google Earth etc. vorher zusammengesucht?
    Hättet ihr den Abschnitt auch bei schlechtem Wetter / Regen / rutschigem Untergrund machen können?
    Vor Ort gibt es keine Spuren, die beiden einzigen Steinmänner hatte ich ja erwähnt. Wir hatten nur die Infos von Bernie. Fremden Routen im Allgemeinen und denen von Bernie im Besonderen sollte man nicht einfach hinterher tappen. Deshalb habe ich mir das natürlich auf GE und den norwegischen Varianten (norge i bilder hatte ich schon auf dem Schirm, die Ecke um den Tjielumtjavrre scheint mir da durchgegangen zu sein) angeschaut.
    Bei Schlecht-Wetter hat man da nix verloren. Der Granit hat zwar auch bei Nässe mehr Grip als man vermutet, die dauerhaft glatten Stellen (schwarze Algen) kann man dann aber nicht mehr erkennen. Hauptproblem sehe ich in der Orientierung, die runden Rücken sind nicht markant genug, bei Sichtweiten von <50m würdest du ständig herumsuchen und über irgendwelchen Abgründen herumhampeln. Dafür gibt es insgesamt viel zu viele Richtungswechsel.

    Zitat Zitat von Echnathon Beitrag anzeigen
    Ich würde eher auf "live, vor Ort" tippen.
    So ist's: die wirklichen Entscheidungen werden so getroffen. Für diesen Übergang hatte ich am Vorabend und während der früh-morgens-Tour auch immer wieder nach Möglichkeiten und Varianten Ausschau gehalten.
    Und das ist es auch, was mir auf großen Trekkingtouren am meisten Spaß macht: Das Gelände lesen und eigene Wege und Lösungen finden. So entstehen dann spontane Gipfeltouren wie am 5. Tag der Svartis-Runde. Wir nutzen dafür Puffertage und nehmen manchmal auch extra zumindest rudimentäre Bergausrüstung mit. Bei dieser Runde jetzt sind solche Extratage nicht so ergiebig ausgefallen, der Verletzung und dem schlechten Wetter am Schluss geschuldet.

    Grüße von Tilmann

  7. Dauerbesucher

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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #47
    10. Tag (13.Aug) Groteske Begegnungen

    Gestern hatten wir wieder mobilen Empfang und Bestätigung der Wettervorhersage. Die Rechnung ist ganz einfach: je mehr wir heute schaffen, desto weniger müssen wir morgen im Regen laufen. Es würde auch keinen Sinn machen, die zu erwartenden Schlechtwettertage im Zelt und am Berg auszusitzen. Aber kein Grund zu rennen - wir freuen uns auf die kommende Strecke.


    Biehtsegana

    Entlang des Tjoaddnejavrre kommen wir unerwartet flott. Immer mal ein bisschen rauf und runter, aber nie höher als so ca. 50m über dem See, finden wir eine gute, dem Gelände angepasste Linie. Die finale Engstelle, nördl der Halbinsel P754, können wir direkt an der Wasserkannte passieren. Auch der Weiterweg nördl von See 738 und dann durch ein flaches Tälchen ist einfach. Nach insgesamt zwei Stunden haben wir freien Blick zum Gihtsejiegna und bald auch nach Schweden. Dort verläuft der Nordkalottleden und würde uns mit einem deutlichen Umweg zum Grensleden führen. Aber die Einreise in die EU möchten wir uns ersparen, mich interessiert ein direkter Weg an den Røysvatn.


    Gihtsejiegna, davor Tjepuris

    Wir queren den namenlosen Fluss, der den Unnaskajdasjjavrre und zahlreiche weitere Seen entwässert, direkt unterhalb eines wunderschönen Wasserfalls. Der Fluss hat dort eine markante Schleife in den Fels gefräst, leider war ich zu blöd, diese Kaskaden vernünftig zu fotografieren. Anschließend ist das Gelände zwar sehr unübersichtlich, aber nirgends wirklich schwer. Wir finden jedenfalls gut durch die zahlreichen Felsbänder, auch wenn wir manchmal die Grundrichtung wieder suchen müssen. Es folgt ein schwach ausgeprägtes Tälchen und bei Biernoalgge noch mal steilere Stufen. Dann stehen wir vor dem Canyon, durch den der Røysvatn abfließt. Wir klettern direkt steil hinunter, ein bisschen schottrig und ein paar schlüpfrige Felsen. Die Furt ist kurz und knackig, dann gleich wieder raus aus dem Canyon, den See 780 umgehend, treffen wir bald auf den markierten Grensleden. Von der ersten Furt bis hierher haben wir gute zwei Stunden gebraucht, eine flotte Linie, es wundert mich, davon noch nichts gehört zu haben.




    bei Biernoalgge

    Wir machen Mittagspause, immer die Hütte an der anderen Seeseite im Blick. Nichts ist los dort, heute wird wohl jeder schauen, dass er weiter kommt. Der Wind hat sich gelegt, eigentlich ist der Himmel blau, doch mächtige Wolkentürme verkünden nichts Gutes.



    Nun haben wir einen Pfad, dort wo er sich halt bildet, und immer wieder Steinmänner. Aufgehalten werden wir nur von einem jungen Ren (-Hirsch?, -Stier?, -Bulle? Gibt es eine gebräuchliche dt Bezeichnung?), der uns auf diesem Pfad entgegen kommt. Mit einer lustigen Mischung aus Neugier und Genervtheit dreht er enge Kreise um uns. Er will schon wissen, wer da auf seiner Route unterwegs ist.


    r ü dem Ren geht es morgen über die Berge









    Bald haben wir dann das erste Mal Blick auf die Baustelle des Windparks. Die Türme sind noch weit weg, uns jucken sie überhaupt nicht. Aber ein Wanderer vor uns, mit einem merkwürdigen weißen Rucksack, ist zur Steinsäule erstarrt.





    Nachmittags truddeln wir dann an der winzigen Hütte am Krokvatnet ein. Wunderschöne Blicke auf den Dappajavrre, eine unglaubliche gemütliche Unterkunft, eigentlich ein schöner Platz zum Bleiben. Doch wir hatten hier auch noch mal Empfang…


    Rückblick, von r kommt der Grensleden über den Rücken Tjepuris




    Weiter geht es also entlang des türkisen Dappajavrre und eine Anhöhe hinauf. Jetzt sehen wir zum ersten Mal die weiteren Ausmaße des Windparks, wähnen die Baustelle aber immer noch weit weg von uns. Der Pfad macht merkwürdige Schleifen, wir versuchen abzukürzen, werden aber von tiefen Felsspalten wieder zurück zu den Markierungen geschickt. Und dann stehen wir auf einmal mitten in der Baustelle.
    Es ist eine unglaublich groteske Situation. Auf der einen Seite das tief eingeschnitten Tal des Riehppejåhkå, traumhafte Blicke auf die Muskvika am Mannfjorden, dahinter Hamarøya - und das bislang beste Licht dieser Reise. Und im Rücken Baumaschinen, dröhnende Bagger und mehr Menschen, als wir bislang zusammengezählt getroffen haben. Wir stolpern weiter, aber immer wieder fotografierend. Die Belichtungssituation ist herausfordernd, doch irgendwie schaffe ich es, das Baugeschehen, in dem ich mich befinde, zu ignorieren.









    Es ist jetzt Abend, wir sind schon 12 Stunden unterwegs und sollten längst zelten. Irgendwo müssten hier, zwischen Baustraßen und Fundamenten, noch ein See und eine weitere Nothütte sein. Wir flüchten weiter, noch ein paar km, bis endlich der Baulärm hinter uns liegt.
    An einem winzigen Karsee finden wir schließlich einen schönen Zeltplatz. Als ich endlich baden gehe, wird es schon dunkel. Der See fällt jäh unter mir ab, ich lasse mich in den eisigen Trichter sacken und kann so das Negative der letzten Stunden abstreifen. Und komme zu dem Schluss, dass man hier, wenn die Windräder fertig sind, auch wieder herrlich wandern kann. Dann läuft man halt kurz drunter durch, wie unter der Stromleitung, die es eh schon gibt.





    Geändert von TilmannG (11.12.2019 um 09:21 Uhr)

  8. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #48
    Zitat Zitat von TilmannG Beitrag anzeigen
    Von der ersten Furt bis hierher haben wir gute zwei Stunden gebraucht, eine flotte Linie, es wundert mich, davon noch nichts gehört zu haben.



    ...

    Der See fällt jäh unter mir ab, ich lasse mich in den eisigen Trichter sacken und kann so das Negative der letzten Stunden abstreifen. Und komme zu dem Schluss, dass man hier, wenn die Windräder fertig sind, auch wieder herrlich wandern kann. Dann läuft man halt kurz drunter durch, wie unter der Stromleitung, die es eh schon gibt.
    Nach deinem Bericht und meinen Blicken dieses Jahr würde ich auch vorschlagen, von der Røysvatnhytta südwestlich um den See zu laufen, mit oder ohne Brücke den Røysvatn-Abfluss zu kreuzen und dann viel weiter oberhalb der Furtstelle des Nordkalottledens den Fluss vom Unnaskájdásjjavrre in den Sårggåjávrre zu kreuzen. Vorausgesetzt der Abfluss des Røysvatn bleibt so "leicht" zu furten wie Du es schilderst (Kurz und knackig).

    Die Ausblicke in Richtung Mann- und Tysfjorden sind echt toll, und es ist schön wenn ihr es so schildert, dass irgendwann die Windräder auch nicht mehr stören werden. Jetzt bin ich gespannt, wie ihr dem aufkommenden Regen getrotzt habt.

  9. Erfahren

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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #49
    Du hast nicht zufällig auch Bilder von den Bauarbeiten? Ich kann mir bei den Landschaftsbildern nur schwerlich vorstellen, wie da ein Bagger reinpasst.

    Tolle Tierfotos! Wie viel mm Zoom hat die Kamera bzw. mit wie viel mm haste die Fotos gemacht?

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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #50
    Zitat Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    Du hast nicht zufällig auch Bilder von den Bauarbeiten? Ich kann mir bei den Landschaftsbildern nur schwerlich vorstellen, wie da ein Bagger reinpasst.

    Tolle Tierfotos! Wie viel mm Zoom hat die Kamera bzw. mit wie viel mm haste die Fotos gemacht?
    Zur Baustelle hab ich nicht fotografiert. Stell dirs lieber nicht vor...Wenn mich da mehr mit befasst hätte, weiss ich nicht ob das Eisbad zum positiven Fazit ausgereicht hätte
    Das Böcklein war wirklich sehr nah. Mein Telezoom reicht bis 200mm(KB-Sensor), für die letzten beiden Aufnahmen musste ich es auf 170mm zurück drehen.

    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Nach deinem Bericht und meinen Blicken dieses Jahr würde ich auch vorschlagen, von der Røysvatnhytta südwestlich um den See zu laufen, mit oder ohne Brücke den Røysvatn-Abfluss zu kreuzen und dann viel weiter oberhalb der Furtstelle des Nordkalottledens den Fluss vom Unnaskájdásjjavrre in den Sårggåjávrre zu kreuzen. Vorausgesetzt der Abfluss des Røysvatn bleibt so "leicht" zu furten wie Du es schilderst (Kurz und knackig).

    Die Ausblicke in Richtung Mann- und Tysfjorden sind echt toll, und es ist schön wenn ihr es so schildert, dass irgendwann die Windräder auch nicht mehr stören werden. Jetzt bin ich gespannt, wie ihr dem aufkommenden Regen getrotzt habt.
    Ich häng hier mal einen Ausschnitt aus unserer Routenskizze rein (immer noch kein GPS-track!)
    Orange - unsere Route
    Grün - Grensleden mit Brücke (intakt?)
    Rot - mögliche Alternative, die Geländespalten (mit Wasser?) könnten Probleme bereiten

    klicken für größere Ansicht

    Furt 2 war kurz und knackig, wird bei höherem Wasserstand sicher schnell kritisch. Habe mich in dem kleinen Canyon nicht weiter umgeschaut und die erst besten Möglichkeiten zum Abstieg und Furten genutzt. Könnte man auf den roten Alternativen umlaufen.
    Furt 1 unter den Kaskaden war lang und flach, siehe Foto. Das Wasser hat sich da beruhigt, es gibt deutliche Reserven.


    Auf denn neuen Satphots von google sieht man jetzt die Baustraßen von dem Windpark. Die wurden wohl nach meinem Gepinsel in der Karte eingestellt, jedenfalls lief unserer Route direkt an der südlichen Trasse (mit zwei Fundamenten) vorbei.
    Grüße von Tilmann
    Geändert von TilmannG (12.12.2019 um 11:08 Uhr)

  11. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #51
    Zitat Zitat von TilmannG Beitrag anzeigen
    Grün - Grensleden mit Brücke (intakt?)
    Wie gesagt, mindestens seit Ende Juli nicht mehr intakt. Und nach meiner Erfahrung mit den Brücken des Gränsleden würde ich wenigstens bis zum Abschluss der Windpark-Bauarbeiten keine Besserung erwarten.

  12. Dauerbesucher

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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #52
    11. Tag (14.Aug) Punktlandung

    Nach nur wenigen Stunden Schlaf klingelt der Wecker, aber die ersten Sonnenstrahlen machen uns gleich munter. Nachdem wir unseren schönen Platz also auch noch bei Beleuchtung genießen durften, wandern wir auf dem Riddabårre weiter, der immer mehr zu einem Rücken wird, mit weiterhin grandiosen Aussichten und Lichtstimmungen.




    hi der Segltindan, wäre ein schönes Ziel gewesen




    Mannfjorden

    Es folgt ein kurzer Abstieg zum Austerskardvatnet, den man spektakulär an der Abbruchkante umgeht. Und dann ein Anstieg zu P978, in weitgehend weglosem Gelände, aber mit durchgehenden Markierungen: Steinmänner und Stangen. Um 7.30 sind wir oben und suchen uns gleich einen Aussichtspunkt zum Inner Tysfjorden hin.


    Rückblick: Austerskardvatnet und Riehppedal. Hi l Gihtsejåhkkå, hi r Biehtsegana.


    Inner Tysfjorden




    Russviktinden


    Stetind

    Der Abstieg zum Vesterskardvatnet ist noch einfach, dann folgt richtig alpines Gelände, in der Charakteristik weit entfernt von einem Weitwanderweg. Über einige Blöcke krabbeln wir steil hinab auf ein noch steileres Schneefeld, immer in Richtung N dem Abfluss des Sees folgend. Im Schneefeld greifen die Bergstiefel gerade so, die Pickel bleiben auf dem Rucksack. Ein paar Grad kälter oder ein bisschen mehr nächtliche Abstrahlung hätten Hilfsmittel erforderlich gemacht, eine Umgehung gibt es nicht wirklich. Nach fast 100m Abstieg geht es über Blockwerk, Schotter und Schnee wieder bergauf. Kleine Steinmänner weisen die Route, die auf der Karte (hatte für diese Passage einen Ausdruck 1:25k von ut.no) gut zu verfolgen ist: entlang der Bäche zu dem Mini-See exakt südl des Sommersetvatnet. Dann wieder nach E erneut steil hinauf zum Sattel oberhalb des Vajsajavrre. Nun noch mal ansteigend Richtung Spisstind, bis man in die steile Flanke queren und zum Vajsajavrre absteigen kann.


    Vajsajavrre, li Vajsajåhkkå, r Tverfjellet

    Wir machen noch mal Pause, unter uns liegt schon alles im Nebel, der schnell ansteigt. Um uns sind schöne Berge, die alle machbar ausschauen. Gern wäre ich noch hier oben geblieben, fürs nächste Mal studiere ich noch Routen, solange die Wolken das zulassen. Und dann tasten wir uns ohne Sicht hinunter zum Vajsajavrre. Nur kurz hatten wir Pfadspuren, im folgenden steilen Grashang verlieren die sich gleich wieder. Diese insgesamt 800Hm gehen uns gehörig auf die gebrauchten Knochen, wir benehmen uns mal altersgemäß und tasten uns ganz langsam, Schritt für Schritt, hinunter. Mit den ersten Büschen findet sich auch wieder ein Pfad, bald wird es flacher und ein Brücklein führt uns über den Bach. Nette Markierungen begleiten uns auf den letzten Schritten durch den lichten Wald.



    Am Storåvatnet stehen neue luxuriöse Häuser und Ferien-Resorts. Es sieht nach deutlich zuviel Geld aus. Wir folgen dem Wirtschaftsweg hinunter in den Ort. Storå selbst scheint weitgehend aufgegeben, die schönen Holzhäuser verfallen. Die Wiesen wurden irgendwann noch mal gemäht, die Himbeeren ernten nur wir. Als wir gegen 12 Uhr beim Anleger eintrudeln, fängt es an zu nieseln. Pünktlich wie vor 4 Tagen vorhergesagt.






    Blick nach Kjøpsvik

    Beim Suchen nach einem Zeltplatz sind wir erst irritiert, den überall stehen Autos. Wohnt hier doch noch jemand? Doch das sind alles Wracks, beim Rückzug blieben auch sie stehen. Für 8km Straßennetz waren sie mal über den Fjord gebracht worden.
    Gegen Abend hört es mal kurz auf zu regnen. Wir ernten noch mal Himbeeren und streifen durch den Ort. Schließlich landen wir in der Schule, wohl in den 90ern aufgegeben, kurz vorher noch mit einem feuerverzinkten barrierefreien Zugang ausgestattet. Lernmittel, Bastelarbeiten, Karteikarten und frisch gedruckte Warenkataloge liegen herum, unglaublich gut erhalten. Gäbe es nicht auch die üblichen Verwüstungen, wäre man zwei Jahrzehnte rückversetzt.






    Schule















    Bald lauschen wir wieder dem Regen auf der Zeltplane. Und kochen ein zweites Mal, Essen habe wir ja noch für zwei Tage. Zeit für ein Fazit: Eine weitgehend weglose Route, mit eher geringen Schwierigkeiten. Die Tage 8,9 und eigentlich auch der finale Übergang setzten sich davon deutlich ab und verlangen stabiles Wetter und Erfahrung in alpinem Gelände. Für uns überraschend, wie wenig Menschen wir getroffen haben und wie unberührt diese lange Strecke von zivilisatorischen Errungenschaften ist. Die Wechsel zwischen den Weiten schwedisch Lapplands und der norwegischen Fjordlandschaft sind extrem reizvoll. Wir werden wieder kommen…

    (15.Aug) Transfer Storå - Steigen
    Um 6.45 Uhr telefonieren wir nach dem Linienboot, dass uns pünktlich um 7 Uhr abholt. Wir sind die einzigen Gäste auf dem hochmodernen Schnellboot. Auch in Kjøpsvik will niemand zusteigen, ohne anzulegen geht es weiter nach Drag. Und dort direkt in den Bus Richtung Bodø. Die ganze Fahrt prasselt der Regen auf die Scheiben, wir sind froh, die Tour so durchgezogen zu haben. Und sind begeistert, wie Infrastruktur in dieser abgelegenen Region aufrecht gehalten wird.
    Natürlich dürfen wir auch ohne Haltestelle aussteigen. In den crogs marschieren ich die Straße hinauf nach Nordfjord zum Auto, das einzige Mal während dieser Reise, dass ich im Regen laufe. Über ein tramptaugliches outfit brauche ich mir keine Gedanken zu machen, es gibt keinerlei Verkehr.
    Nach ausgiebigen Studien des Wetters bei yr.no und dem vergeblichen Versuch, in Straumen einen Kaffe zu bekommen, fahren wir schließlich nach Steigen. Wir möchten draußen am Meer unterwegs sein und lockere Touren unternehmen. Abends finden wir dort schon wieder Sonnenstrahlen. Die weiteren Teile dieses Berichts werde ich aber wohl erst im nächsten Jahr erzählen…


    Alpøya, Lundvika


    Sørskot


    nochmal die Lundvika auf der Alpøya, ganz hinten kann man die Lofoten erahnen
    Geändert von TilmannG (14.12.2019 um 09:05 Uhr)

  13. Erfahren

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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #53
    Vielen Dank nochmal für den tollen Bericht. Im Svartisen NP waren wir dieses Jahr selbst. Aber der Rest Eurer Route scheint auch richtig toll gewesen zu sein. Das müssen wir auch noch ausprobieren.

  14. Erfahren
    Avatar von vobo
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    #54
    Zitat Zitat von TilmannG Beitrag anzeigen

    Mannfjorden


    Rückblick: Austerskardvatnet und Riehppedal. Hi l Gihtsejåhkkå, hi r Biehtsegana.

    ...

    Der Abstieg zum Vesterskardvatnet ist noch einfach, dann folgt richtig alpines Gelände, in der Charakteristik weit entfernt von einem Weitwanderweg. Über einige Blöcke krabbeln wir steil hinab auf ein noch steileres Schneefeld, immer in Richtung N dem Abfluss des Sees folgend. Im Schneefeld greifen die Bergstiefel gerade so, die Pickel bleiben auf dem Rucksack. Ein paar Grad kälter oder ein bisschen mehr nächtliche Abstrahlung hätten Hilfsmittel erforderlich gemacht, eine Umgehung gibt es nicht wirklich. Nach fast 100m Abstieg geht es über Blockwerk, Schotter und Schnee wieder bergauf. Kleine Steinmänner weisen die Route, die auf der Karte (hatte für diese Passage einen Ausdruck 1:25k von ut.no) gut zu verfolgen ist: entlang der Bäche zu dem Mini-See exakt südl des Sommersetvatnet. Dann wieder nach E erneut steil hinauf zum Sattel oberhalb des Vajsajavrre. Nun noch mal ansteigend Richtung Spisstind, bis man in die steile Flanke queren und zum Vajsajavrre absteigen kann.
    Über den Mannfjorden hinweg sieht man wunderbar die Halbinsel mit dem Lossviktinden wo ich dies Jahr lang gelaufen bin, danke. Beim zweiten Bild würde ich immer noch wetten, dass es links nicht der Gihtsetjåhkkå sondern der Bjørntoppen ist...

    Und es wundert mich nicht, dass Euch der Abschnitt so herausfordernd vorgekommen ist. Ich nutzte ja auch die Grivels unter den Schuhen. Aber Steinmännchen habe ich kaum gesehen, vielleicht sind die jetzt mehr von Wanderern aufgebaut worden? Storå stirbt offenbar immer mehr aus, bei mir war noch Verkehr zur Bootsankunft. War denn der Warteraum im Fährhaus noch offen? In Kjerrvika ist da alles zu.

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    #55
    Hei Vobo,
    natürlich ist das der Bjørntoppen. Für mich läuft das ganze Massiv unter dem Namen des Gletschers, aber so schlampig darf man jemanden, der dort sein zweites Wohnzimmer hat, natürlich nicht kommen

    Die Steinmännchen (und ein paar Stangen) oben beim Übergang schienen mir ziemlich planvoll errichtet. Könnte gut sein, dass die lieben Menschen, die die Hütte am Krokvatnet betreuen, noch einmal gebaut haben. In der Hütte gab es noch Infos:
    > Der Zugang ab Sorfjorden war den ganzen Herbst gesperrt, wg Transporte zur Baustelle
    > Der Plan einer alternativen Route über die Berge: nach dem Austerskardvatnet steil hinunter ins Stordal, hinten wieder steil hinauf in den Sattel zwischen Tverfjellet und Vajsajåhkkå, dann zum Ausfluss des Vajsajavrre. Ich habe nicht verstanden, ob das wirklich markiert worden ist. Ich persönlich würde dann, gutes Wetter vorausgesetzt, den NE-Hang hinauf zum Segltindan und über das Tverfjellet zum See.

    Der Warteraum am Anleger war offen und beheizt. In der Wohnung darüber lebt auch noch jemand und pflegt liebevoll den Garten. Diese Dame durfte beim Anlegen auch behilflich sein, der Automatik an der MS Stadda zum Trotz.

    Grüße von Tilmann
    Geändert von TilmannG (14.12.2019 um 21:40 Uhr)

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    Avatar von Intihuitana
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    #56
    Beindruckende Bilder.
    Da kriegt man direkt Lust, auch mal rum zu laufen.

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    Avatar von Mortias
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    #57
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Beindruckende Bilder.
    Da kriegt man direkt Lust, auch mal rum zu laufen.
    Kann ich dem Urteil nur anschließen. Fotografisch wirklich hochwertig was hier geboten wird. Aber auch von der Routenwahl sehr spannend nachzuverfolgen. Wirklich Klasse!!!

  18. Erfahren

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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #58
    Bin grad erst über den Bericht gestolpert - danke fürs Teilen, eine wirklich tolle Tour (mit beindruckenden Lichtstimmungen auf den Bildern) und Susanne ist echt eine harte Socke
    www.lustwandler.at
    Trekking in Schweden, Norwegen und Island
    Letzte Tour: Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

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    AW: [NO] Nordland: Svartisen, Variationen am Grensleden und mehr…

    #59
    Oh, irgendwie ist mir das Ende Deines schönen Berichtes durch die Lappen gegangen, dabei habe ich doch anfangs fasziniert mitgelesen. Und jetzt komme ich erst durch Volkers Hinweis in meinem Bericht wieder hierher. Und hatte ausgerechnet den Part verpasst, wo ich auch langgegangen bin.
    Nun also reichlich spät aber von Herzen ein dickes Danke für den wundervollen Bericht mit den unglaublich schönen Bildern!
    Und ne echt taffe Frau hast Du!

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    #60
    Danke für eure positiven Rückmeldungen!
    Susannes Knie geht es nach viel Physio gut und sie trainiert fleissig für neue Abenteuer. Und ich war endlich wieder auf Skitour!
    Ich hoffe, dass ich im März die noch versprochenen Kapitel einstellen kann.

    Grüße von Tilmann

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