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  1. Erfahren
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #41
    Mitreisende: Taunuswanderer
    26. September 2019, Who let the Dogs out? Wuff, wuff, Wuff-wuff! Mein TCT-Finale

    Morgens um halb sieben im Dilijan Nationalpark...


    Morgenrot, schlecht Wetter droht!

    Heute stehen meine letzten Kilometer auf dem TCT an. Doch zuerst mal Frühstück mit nicht gänzlich überraschendem morgendlichen Besuch...



    Los geht‘s. Weit komme ich allerdings nicht. Nach wenigen hundert Metern werde ich gestoppt. Ich habe drei aggressive Hunde vor mir (ein vierter bellt aus dem Hintergrund).

    Hier komme ich nicht durch

    Wir treten alle den Rückzug an. Schritt für Schritt...



    ...und ich nehme einen steilen Umweg in Angriff...



    ...in der Hoffnung, dass da nicht überraschend eine Felskante oder ein anderes Hindernis kommt. Kommt nicht (Karte und OSM sind hier wirklich sehr gut).

    Ein kurzer Blick zurück zu den Hunden


    hier führt der TCT mitten durchs Gehöft... ...wenig empfehlenswert

    Nach dem Gehöft ist dann auch Ende Gelände, was markierte und ausgebaute Wanderwege anbelangt. Heute ist wieder hohes Gras und mehrere kleine Abschnitte sind weglos...


    irgendwo hier geht’s lang...


    ...oder doch hier?


    hier auf jeden Fall unterhalb vom Fels...


    ...das ist einfacher...

    Mal scheint die Sonne...


    blau blüht‘s am Wegesrand

    ...mal fängt es leicht an zu tröpfeln. Derweil wandere ich durch das nächste Gehöft, wo der der nächste Hofhund um die Ecke lugt, da biege ich doch glatt scharf links ab...



    Zur Mittagszeit erreiche ich das Kloster Haghartsin...





    ...wo ich im Inneren nicht nur einen leichten Regenschauer aussitzen kann, sondern beim Klosterkiosk mich auch für den Nachmittag stärke. Es gibt hausgemachte Limo und traditionelle armenische Backwaren, direkt vor Ort gebacken...



    Nachmittags mache ich noch einen kleinen Abstecher über den „Hidden Waterfall Trail“. Ein touristisch ausgebauter „Premiumweg“. Aber der einzige Tourist bin zu diesem Zeitpunkt ich. Die anderen lümmeln im und am Kloster herum. Mir ist’s recht...











    ...anschließend geht es zurück zum Kloster. Ursprünglich hatte ich geplant hier zu übernachten - quasi alle Klöster in Armenien haben eine „informal campsite“, wo man, wenn man freundlich fragt, sein Zelt aufschlagen darf. Allerdings ist es noch ziemlich früh und noch sind hier ziemlich viele Leute unterwegs. Ich spicke mal etwas auf mein Handy: Wetterbericht: so lala. Nächste Campstelle: in der Nähe eines möglichen Gehöfts - das riecht nach Hund! das nächste Gestehaus: im Tal. Quasi „en Route“ für meinen Erholungstag morgen. Da ist auch noch ein Zimmer frei. Die Gelegenheit nutze ich und mache mich dann auf den Weg ins Tal...
    ...also „same procedure as everytime“... zur Mittagszeit des jeweils 5. Tourtages besuche ich ein Kloster und danach geht es entlang der Straße talwärts in die Unterkunft...

    ...doch zuerst mal noch die Aussicht genießen...



    ...von einer etwas fragwürdigen Plattform aus...


    Könnte mal eine Seilbahnstation gewesen sein? An der Talstation wartet der übernächste Köter

    Die Straße ist mal wieder gesäumt mit dutzenden Picknickmöglichkeiten...



    ...und eine Kuh darf auch nicht fehlen...


    ...bringt nichts aus der Ruhe. Weder Busse noch Taunswanderer können beeindrucken...

    In Teghut angekommen, blicke ich zurück...



    ...und denke mir, dass es nicht die schlechteste Entscheidung war ins Tal abzusteigen. Ich beziehe meine Unterkunft, wasche mich und mein Zeugs und besorge mir dann erst mal ein Bierchen...


    Erfolgreiches Tourende. Da stoße ich mit mir an

    Geschafft.

    Ende Kapitel drei

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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #42
    Encore
    27. September 2019, Von Teghut nach Dilijan mit viel Industriekultur und der Dilijanklamm

    Eine kleine Zugabe gibt es noch: ich nehme nicht das Taxi zu meiner letzten Unterkunft in Armenien, sondern gehe zu Fuß durchs Aghstev-Tal. Ziel ist ein kleines Ökohotel mit Bauernof (oder war es umgekehrt? - egal) drei Kilometer außerhalb Dilijans...


    nimmt auch Zeltgäste. Ich habe jedoch die Weicheivariante zum Abschluss gewählt...

    Los geht es erst mal über den Tbilisi-Highway und kurz danach über eine Seitenstraße, welche auch als Wanderweg ausgewiesen ist...



    Die Route führt vorbei an jeder Menge Höfe, Restaurants und Hotels. In den -Außenbezirken von Dilijan dann zunehmend an (ehemaligen) Industrie- und Gewerbebetrieben. Dilijan war zu Sowjetzeiten nicht nur Kur- und Erholungsort, sondern auch ein kleiner Industriestandort. U.a. gab es hier eine Elektronikfabrik, welche den Fall des eisernen Vorhangs allerdings nicht allzulange überlebt hat...



    ...und wo Industrie war, kann die Bahn ja nicht weit sein...


    ...da fährt schon lange nix mehr...

    Den Bahnhof hätte ich mir gerne noch genauer angeschaut. Allerdings hält mich ein Köter davon ab :-(

    Der spannendere Teil meiner letzten Wanderung verbirgt sich allerdings „hinterm Güter-Bahnhof links“. Da geht es ganz unscheinbar ein kleines Seitental hinein...


    der unscheinbare Einstieg

    ...in die Dilijanklamm. Wobei „Dilijanklamm“ auf meinem Mist gewachsen ist. Offiziell heißt der Wanderweg „Whispering Waterfall Trail“. Alsbald kommen feuchte Abschnitte...







    ...und welche zum kraxeln...


    hier muss ich hoch - ohne Rucksack - den deponiere ich hier

    ...und Abschnitte welche nicht ganz eindeutig markiert sind. Hochwärts folge ich teilweise der alten Markierung mit T3+ Stellen, runterwärts sehe ich die neue Markierung, das ist dann nur noch normales Wandern...


    ...nein hier muss man nicht über den Fels kraxeln, man kann hinten rum...


    ...die „neue“ Wegführung ist noch nicht so oft begangen worden. Die Spuren verlieren sich im Gras...

    Am Ende des Trails wartet dann der flüsternde Wasserfall. Der Name ist natürlich Programm...



    Im zurück verlaufe ich mich dann noch ein wenig...


    Ups. Ausblick auf Dilijan sollte ich eigentlich nicht haben.


    ...irgendwo falsch abgebogen...

    ...GPS vom Handy ist nicht wirklich hilfreich. Zu eng ist die kleine Schlucht und zu viel Bäume verhindern einen guten Empfang. mit etwas Verzögerung finde ich zurück zu meinem Rucksack...


    wie komme ich da vernünftig runter? (Notiz an mich selbst: Rucksack das nächste mal nicht in der Fallzone parken, schon gar nicht mit den Trekkingstöcken nach oben...)

    Nach dem Abenteuer geht es abermals am Bahnhof vorbei. In Dilijan trinke ich ein Nachmittagskäffchen und begebe mich dann über einen bewaldeten Weg zu meiner Unterkunft. Ein entspannter Abschluss...





    - THE END -

    Der Rest ist etwas Entspannen auf dem Urlaubsbauernhof, eine Rückfahrt nach Yerevan bei teils strömenden Regen, eine Touri-Sightseeing-Tour in Armeniens Hauptstadt, sowie etwas Zeit am Flughafen totschlagen. Nichts was ich hier ausführlich beschreiben müsste...


  3. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #43
    Zitat Zitat von Taunuswanderer Beitrag anzeigen
    Könnte mal eine Seilbahnstation gewesen sein?...
    Ja. Wurde zu Sowjetzeiten (in den 1980ern) dran gebaut, aber nie in Betrieb genommen.

    Zitat Zitat von Taunuswanderer Beitrag anzeigen
    ...da fährt schon lange nix mehr...
    Strecke ca. 1985/1986 in Betrieb genommen (inkl. 8,3 km langer Pambak- a.k.a. Meghradsor- a.k.a. Idschewan-Tunnel, längster Armeniens und überhaupt des Kaukasus, plus ca. 1,5 km langer Tunnel in Dilidschan). 1988 grenzüberschreitender Verkehr nach Aserbaidschan und gesamter Personenverkehr (auch innerarmenisch) auf der Strecke eingestellt. 1994 wegen Erdrutsch Strecke Richtung Idschewan stillgelegt. 2012 gesamte Strecke inkl. Tunnel aufgegeben. Da wurde viel Geld verpulvert.

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    #44
    Zitat Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen
    Ja. Wurde zu Sowjetzeiten (in den 1980ern) dran gebaut, aber nie in Betrieb genommen.



    Strecke ca. 1985/1986 in Betrieb genommen (inkl. 8,3 km langer Pambak- a.k.a. Meghradsor- a.k.a. Idschewan-Tunnel, längster Armeniens und überhaupt des Kaukasus, plus ca. 1,5 km langer Tunnel in Dilidschan). 1988 grenzüberschreitender Verkehr nach Aserbaidschan und gesamter Personenverkehr (auch innerarmenisch) auf der Strecke eingestellt. 1994 wegen Erdrutsch Strecke Richtung Idschewan stillgelegt. 2012 gesamte Strecke inkl. Tunnel aufgegeben. Da wurde viel Geld verpulvert.
    Die vielen Tunnel und Brücken rund um Dilijan habe ich gesehen und mir auch schon gedacht, dass das nicht billig war. Überrascht war ich auch vom (post)modernen Bahnhofsgebäude.

    Die Bahn in Armenien fährt ja nur noch auf wenigen Strecken. Für Reinvestitionen fehlt ganz offensichtlich das Geld und so wird es nur noch eine Frage der Zeit sein bis die Metro in Yerevan als einziges Schienenverkehrs-Angebot übrig bleiben wird. Schade. Aber auf der anderen Seite gibt es auch noch dringendere Infrastrukturaufgaben die zu erledigen sind. Allen voran eine gute Wasserversorgung in einem Land, welches eigentlich genug davon hat. Und abseits der Fernstraßen (und Klosteranbindungen) und der Hauptstadt ist die Straßeninfrastruktur auch ziemlich dürftig. Zumindest was Wasser anbelangt scheint die neue Regierung auch investitionswillig zu sein.

  5. Erfahren
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    #45
    Zitat Zitat von Taunuswanderer Beitrag anzeigen
    Überrascht war ich auch vom (post)modernen Bahnhofsgebäude.
    Ziemlich typisch für die UdSSR der 1970er/1980er. Auch an anderen Strecken, die in der Zeit gebaut wurden, bspw. Baikal-Amur-Magistrale in Sibirien.

    Zitat Zitat von Taunuswanderer Beitrag anzeigen
    Die Bahn in Armenien fährt ja nur noch auf wenigen Strecken.
    Ich bin 1991, im (vor)letzten Jahr, als das ging, noch Zug von Kapan nach Jerewan gefahren. Stück durch den äußersten Westen Aserbaidschans (noch nicht von Armenien besetzt), entlang der iranischen Grenze/Araks über Meghri und dann durch das aserbaidschanische Nachitschewan. Bürgerkrieg war schon im Gange, aber im Sommer '91 gerade ruhige Phase, da fuhr der Zug nochmal. Sehr gruselig. Viele Armenier haben sich nicht getraut mitzufahren. An den Grenzen Panzer und Schwerbewaffnete auf beiden Seiten. Über nacht, kein Licht im Zug, solange der durch Aserbaidschan fuhr. Man sollte auf Hinweis des Zugbegleiters auch besser nicht ans Fenster gehen, um keine Steinwürfe zu "provozieren". Ging aber gut, außer dass der Zug immer wieder (offensichtlich grundlos) aufgehalten wurde, sodass er dann auf der nicht sonderlich langen und kaum befahrenen Strecke 4 Stunden Verspätung hatte.

    Später noch Jerewan-Alawerdi und Alawerdi-Tiflis... schon damals heruntergewirtschaftet (die Züge! der Streckenzustand!)...

    Zitat Zitat von Taunuswanderer Beitrag anzeigen
    Zumindest was Wasser anbelangt scheint die neue Regierung auch investitionswillig zu sein.
    Oha, immer noch ein Problem? Auch 1991: in Plattenbausiedlung im Norden Jerewans, wo wir bei Bekannten waren, wurde Wasser pro Tag ein-zwei Stunden angestellt. Kontraproduktiv, obwohl verständlich: in der Zeit drehten *alle* das Wasser voll auf, um Badewannen als Wasserspeicher zu füllen. Das tröpfelte dann nur.

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