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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #21
    Mitreisende: Taunuswanderer
    Zitat Zitat von Taunuswanderer Beitrag anzeigen
    Bei der Weinprobe und dem Abendessen komme ich auch schnell mit den anderen Gästen - ein Schweizer Pärchen, sowie ein holländisches Pärchen - ins Gespräch. Nachdem ich erzähle, dass ich hier alleine, wandernd und mit Zelt unterwegs bin, werde ich für etwas verrückt erklärt. schließlich gäbe es hier ja viele gefährliche Tiere... ich ergänze: syrische Braunbären und persische Leoparden! aber von beiden gibt es nicht mehr so viele und scheu seien diese auch...
    klar sind ein paar Bären kein Grund da nicht zu wandern wenn man vorsichtig ist, aber als wir da waren haben wir schon sehr viel Bärenscheiße gesehen. Du vermutlich auch. In dem Zeitraum wurde auch ein polnischer Tourist am Aragats von einem Bären getötet.
    https://news.am/eng/news/533492.html
    Scheint aber ansonsten nie dort so zu passieren

  2. Erfahren
    Avatar von Taunuswanderer
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #22
    Zitat Zitat von tikro Beitrag anzeigen
    klar sind ein paar Bären kein Grund da nicht zu wandern wenn man vorsichtig ist, aber als wir da waren haben wir schon sehr viel Bärenscheiße gesehen. Du vermutlich auch. In dem Zeitraum wurde auch ein polnischer Tourist am Aragats von einem Bären getötet.
    Die Meldung habe ich auch schon in Armenien gelesen. RIP Pyotr.

    Losungen von Wildtieren habe ich in Vayots Dzor viel gesehen. In den anderen Regionen deutlich weniger. Das meiste davon hätte ich Katzen(artigen) zugeordnet. Bär konnte ich nicht sicher identifizieren (bin da aber auch kein Profi, was die Exkremente angeht), war aber vermutlich auch ein paar mal dabei.

    Ich möchte die Gefahren nicht kleinreden und auch keine allgemeine Diskussion dazu eröffnen (dazu gibt es ja eigene Threads hier im Forum). Aber: Auf meiner subjektiven Risikoliste für diesen Urlaub standen andere Dinge viel weiter oben:
    1. Straßenverkehr (sowohl als Beifahrer, als auch als Fußgänger)
    2. Aggressive (Herdenschutz)Hunde
    3. Selbstverschuldete Verunfallung in unwegsamem, abgelegenem Gelände
    4. ...
    5. Große und kleine Wildtiere (Bären, Leoparden, Wildschweine, Schlangen)
    6. Das armenische Kernkraftwerk, welches für dortige Erdbeben zu schwach ausgelegt ist

  3. Erfahren
    Avatar von Taunuswanderer
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #23
    Kapitel zwei: die Geghama-Gebirgstour von Orbelians Karawanserei bis zum Tempel von Garni

    16. September 2019, im Land der 1000 Adler

    Kurz vor halb elf setzt mich der Taxifahrer an der Karawanserei ab. Die schaue ich mir erst mal ausführlich an...


    Orbelians Karawanserei (auch Selims Karawanserei )


    Eingang der Karawanserei


    Eingangsbereich


    drinnen in der Karawanserei

    Vor der Karawanserei logiert der „Hauswart“ der Karawanserei.


    “Bekannt aus Funk und Fernsehen.“

    Mit ihm kann ich mich ganz gut auf Deutsch unterhalten. Er war als Soldat zwei Jahre in Deutschland stationiert. Ganz stolz zeigt er mir auf seinem Handy den Ausschnitt aus „Biwak in Armenien“ (https://www.mdr.de/biwak/biwak-in-armenien-kleiner-kaukasus-100.html, Folge 1, ab ca. Minute 13), in welchem er interviewt wurde. Er hat noch mehr Videoschnipsel anderer Fernsehteams darauf. Immer passend zum Land des Gastes. Danach preist er mir noch die von seiner Frau und ihm selbst produzierten bzw. angebauten Produkte an. Von den selbstgemachte Produkten kaufe ich mir die in Maulbeersirup umhüllten Walnüsse...


    wird mir als Medizin für fast alles angepriesen: Maulbeersirup. Zusammen mit den Walnüssen echtes Powerfood

    Ich packe meine Sachen zusammen und mache noch schnell zwei Fotos an einer Pfütze vor der Karawanserei...





    ...verabschiede mich und los geht es. Zunächst vorbei am Brunnen der Karawanserei...



    geht es zunächst einige hundert Meter entlang der asphaltierten Straße hinauf auf die Passhöhe des Selimpasses. Bevor die heutige Wanderstrecke ausschließlich auf naturbelassenen Feldwegen von statten geht. Wasserversorgung ist heute kein Thema. Auf der Passhöhe gibt es mehrere Tränken...



    ...und auch noch mindestens eine weitere Wasserentnahmestelle.

    Von der Passhöhe (ca. 2400 m Höhe) geht es leicht hügelig, sanft absteigend...



    ...in eine etwas tiefer gelegene Hochebene (ca. 2270 m. Höhe) mit feuchten Wiesen. Irgendwie habe ich in der Beschreibung vom TCT den Begriff „wetlands“ mehrfach erfolgreich überlesen und erst gefunden als ich da war. Macht nix. In der trockenen Jahreszeit ist das kein Problem. Teilweise gibt beim Wandern der oberflächlich trockene Boden etwas nach. Insbesondere, wenn ich darauf stehen bleibe. Also besser weitergehen...


    Feuchtgebiete


    mehr Feuchtgebiete

    Sowohl rund um den Selimpass als auch hier in der Ebene sind heute zahlreiche Adler und Bussarde zu beobachten. Diese fotografisch einzufangen geling nur mäßig...


    Adlerbussard?

    Nach gut 13 km erreiche ich eine kleine Siedlung bzw. Größeres Gehöft...

    Soll ich den Gailadzor sicher furten?


    ...oder mehr Abenteuer wagen?



    Ich entscheide mich fürs Abenteuer. Stolpern sollte man auf dieser Brücke nicht - Chancen dafür gibt es genug. Vom Gehöft aus werde ich beobachtet. Ich grüße aus der Ferne.


    Blick auf den Vulkankegel Argmaghan mit Kloster

    Es folgt die nächste Flußquerung (Argichi) trockenen Fußes...


    ist doch noch gut!


    taugt doch noch für schweren landwirtschaftlichen Verkehr....

    Auch am späten Nachmittag bleibt es eine Flachlandtour...





    Die Ortschaft Karidzi - mehr eine Wüstung mit ein oder zwei bewohnbaren Häusern - möchte ich noch passieren und mir zwei, drei Kilometer danach einen Zeltplatz suchen...


    Kartoffelanbau auf 2280 m Höhe

    Gegen halb sieben habe ich nach knapp 22 km ein passendes Plätzchen gefunden...



    ...an welchem ich auch den Sonnenuntergang genießen kann...




  4. Erfahren
    Avatar von HO
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #24
    Sehr schön! Ich mag diese endlosen Weiten.

    Gruß! Gert

  5. Erfahren
    Avatar von Taunuswanderer
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #25
    Zitat Zitat von HO Beitrag anzeigen
    Sehr schön! Ich mag diese endlosen Weiten.

    Gruß! Gert
    Die haben mir auch absolut gefallen. Ich hätte da öfters mal stundenlang einfach auf der Wiese liegen können und in die Landschaft starren können...

  6. Erfahren
    Avatar von Taunuswanderer
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #26
    17. September 2019, Steife Brise in luftiger Höhe

    Der Morgen beginnt, wie der Abend aufgehört hat: mit bestem Sonnenschein...





    Ich bin gerade mein kondensgetränktes Zelt weg packen...



    ...da höre ich Motorengeräusche. Ein landwirtschaftlicher LKW kommt von hinterm Hügel vor und dreht bei, als er mich entdeckt. Die Besatzung steigt aus. Wir schütteln uns die Hände und versuchen uns etwas in Smalltalk. Ich bekomme zwei Äpfel und zwei Birnen geschenkt und sie verabschieden sich wieder.


    thanks and bye bye

    Auch gestern war schon der ein oder andere LKW unterwegs. Gerade wird das restliche Heu eingefahren. Das meiste ist wohl schon weg, aber auf der ein oder anderen Wiese liegt noch was.

    Zunächst folge ich noch ein wenig dem Flußlauf des Nazarkhana...


    da waren gerade eben noch Krähen am Werk



    ...bevor ich diesen mit meinen Sandalen furte...


    meine einzige Flussquerung, bei der das Wasser knöcheltiefe überstieg...

    Es geht noch ein wenig durch das ebene Tal. Dabei wird das Tal enger und das bequeme Wandern in der Ebene neigt sich dem Ende zu...



    Nach knapp drei Kilometern erreiche ich ein Picknickstelle mit Kapelle. Unterm Picknickshelter hat sich eine Fünfer-Gruppe Weitwanderer breit gemacht und ist am Frühstücken bzw. gerade fertig damit. Ich sage kurz „hello“ und besichtige dann die moderne Kapelle...



    Danach spreche ich einen der Wanderer an und es stellt sich heraus, dass die fünf aus Deutschland kommen und ebenfalls in Richtung Azhdahak (und dann weiter nach Sevan) unterwegs sind. Wir begegnen uns die Tage dann noch öfter. Ich mache mich auf den Weg und es steht die erste Durchquerung eines Nomadencamps an. ich „freue“ mich schon auf die Hunde.
    Die Nomadenfamilie ist gerade am Melken. Ich werde trotzdem kurz begrüßt und werde gefragt woher ich komme und wohin des Weges ich bin. Die Tochter darf dann noch ein Stück des Weges parallel zwischen mir und den Wachhunden hergehen, damit letztere nicht über mich herfallen - Shnorhakalutyun!


    Blick zurück ins Nomadencamp

    Brotzeitpause mache ich dann etwas abseits des Weges an dieser Mineralwasser-Quelle mit angeschlossenem Picknickplatz...


    hier sprudelt es...


    erst mal Zelt trocknen und Schlafsack lüften

    ...ich probiere aus der Quelle. Es schmeckt sehr gut (kein Schwefelstinker) und ist recht mineralisch. Ich fülle mir mal ne Flasche ab...


    jetzt kein Jermuk mehr drin

    Derweil überholen mich die anderen...

    ...was den Vorteil hat, dass ich das Hundegebell vom nächsten Nomadencamp frühzeitig höre und dies oberhalb am Hang umgehen kann...



    Der Weg gewinnt kontinuierlich an Höhe und es wird zunehmend windiger. Und es gibt weiter interessante Tierbeobachtungen...


    ich mach mal kurz Pause und verfolge die Bewegung der großen Schafherde...



    Die Feldwege/Allradwegspuren werden weniger und es gibt mehr und mehr Pfade...


    Dichter Verkehr



    Ich erreiche frühabends den ersten Dreitausender (Tsaghkavet). Hier zieht jetzt schon ziemlich. So‘ne Luft darf sich auch in Ostfriesland Wind nennen.

    Von hier aus gibt es auch einen schönen Einblick ins Khoshrov-Waldreservat, an dessen Nordostausläufer ich nun bin...



    ...nur noch ein wenig bergab und ich erreiche meine heutige Campstelle zwischen dem Tsaghkavet und dem ehemaligen sowjetischen Militärstützpunkt. Gute zwanzig Kilometer bei knapp 900 hm Anstieg sind geschafft.

    Das Wetter macht mir so langsam ein klein wenig Sorgen...


    Richtung Khoshrov-Waldreservat aus dessen Richtung der stärker werdende Wind jetzt noch kommt sieht es erst mal gut aus....


    Richtung Gegasar (Little Spitakasar)/Sevansee sieht es allerdings übel aus

    Wetter/Wind aus Richtung Sevansee möchte man hier nicht wirklich haben, das kann ziemlich eklig, gewittrig werden und tatsächlich dreht der Wind später um 180 Grad...

  7. Erfahren
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #27
    ...ich koche noch schnell Wasser und mache mir die große Portion Pasta und dann geht es auch schnell ins Zelt. Mein Zelt is ziemlich am Flattern und als der Wind noch etwas zunimmt nimmt mein Tarptent auch Bananenform an. Etwas später dreht der Wind um 180 Grad, aber ansonsten das gleiche Spiel. Ich blase meine Uberlite Small auf (das einzige mal, dass diese auf Tour zum Einsatz kommt) und klemme sie zwischen Fly und meinen Rücken. Irgendwie kann ich bei dem Lärm nicht einschlafen und nach ner Stunde oder zwei entschließe ich mich doch die Ohrhörer einzustöpseln und Musik zu hören - als Einschlafhilfe... es hilft.

    18. September 2019, Die Ruhe nach dem Sturm, oder: Gemütliches Höhenwandern

    Das Zelt hält die Nacht über. Kondensproblem habe ich heute keines Früh morgens ist wieder bestes Wetter...



    Blick Richtung Gegasar (Little Spitakasar) - minimal andere Perspektive gegenüber dem Bild vom Vorabend

    ...und packe ich meine Sachen und vertreibe erst mal eine Maus, welche sich hier breit gemacht hat. Erfreulicherweise hat sie es nicht zu meinen Lebensmitteln geschafft und auch meine Ausrüstung nicht angeknabbert. Jetzt gehe ich erst mal hoch zu den Ruinen der ehemaligen sowjetischen Militärbasis. Hier hat man gute Aussicht in die Türkei und bei klarer Sicht auch in den Iran. Ansonsten ist das hier schon verdammt abgelegen, ziemlich zugig und war bei den Soldaten vermutlich nicht besonders beliebt. Zumindest im Winter und bei Sturm würde ich hier kein Dienst schieben wollen. Heute aber lädt das sonnige Wetter zu einem kleinen Rundgang ein...





    ...als ich mich dem nächsten Gebäude nähere, scheuche ich mal wieder einen Vogelschwarm auf. Dieses Mal habe ich aber meine Kamera griffbereit...







    Weiter geht es in Richtung ehemaliger Mannschaftsbaracken...



    ...wo ich mir erst mal ein windgeschütztes Plätzchen suche und mit Blick auf den Ararat frühstücke...


    ziemlich diesig, aber man kann ihn sehen...

    Nach dem Frühstück geht es dann auf in einen recht trockenen Abschnitt des TCTs - einmal morgens Wasser aus dem Bach in B-Qualität und abends dann aus einem See, wo es bis vor kurzem intensive Viehhaltung gab. Dafür ist das Terrain heute recht einfach (solange man sich nicht selbst das Leben schwer macht).


    [i]Ein Heliumballon hat es bis auf über 3000 m geschafft...[/i


    bizarre Farbspiele heute - leider kommt auf dem Foto das schwarze Gestein Mitte links nicht so deutlich rüber

    Immer wieder kann ich einen Blick auf den Ararat werfen...



    ...und auf dem Boden/am Fels findet sich gläsernes Gestein...



    Kurz vor Mittag erreiche ich den kleinen weißen Berg (Little Spitakasar)...


    im Anmarsch auf den kleinen weißen Berg

    ...hier komme ich etwas vom Weg bzw. finde am Fuße des Berges nich den richtigen Pfad. Das hat zur Folge, dass ich zig tiefe Rinnen queren darf. Das ist zum einen lästig und kräftezehrend, zum anderen auch nicht ganz ungefährlich, da das Geläuf tief ist und der Schotter ziemlich locker sitzt. Also Vorsicht: Steinschlaggefahr. Zudem muss man aufpassen, dass man die empfindliche Fauna nicht kaputt trampelt. Also dringende Empfehlung: auf den GPS-Track achte und unten rum wandern und dann aufsteigen. Spart Zeit und Nerven.

    An der Nordflanke des Berges erscheint dann das erste Schneefeld...



    ...für mich geht es allerdings - ein ganzes Stück unterhalb - weiter auf schönen Schotterpfaden...





    Die Landschaft hier ist zwar ziemlich karg, dennoch blüht es auch über 3000m und trotz kurzer Wachstumsperiode noch...



    ...mein Ziel für den kommenden Tag auf - Mount Azhdahak - ist jetzt schon klar zu erkennen...



    Hatte ich eigentlich schon erwähnt, dass man den Ararat heute sehen kann?


    ...zum Greifen nahe und doch nicht zu erreichen...[ich habe hier mal etwas technisch nachgeholfen und etwas Dunst verdunsten lassen...]

    Nach dem Ausflug auf Schotter geht es für die nächsten Kilometer recht bequem auf Gras weiter, zudem ist das Terrain nur sehr sehr leicht ansteigend...


    große Weiten - Great Spitakasr und Mount Azhdahak voraus. Das Nomadencamp (links) ist schon abgeräumt


    interessante Steine liegen hier rum

    Zwischen Little und Great Spitakasar hat man auch einen guten Blick auf den Sevan-See im Osten Armeniens...


    [auch hier habe ich mal etwas technisch nachgeholfen]

    Am Horizont taucht ein Fuchs auf, schaut kurz in meine Richtung ist dann ziemlich schnell in der Senke verschwunden...



    ...nach den Bergpfaden und Querwieseein geht es wieder vornehmlich auf Allradpfaden weiter in Richtung Badi Lich, meinem heutigen Etappenziel...



    ...allerdings nicht, ohne vorher anzustoßen...


    armenische Gastfreundschaft

    Die armenischen Jäger hatten zuvor am Great Spitakasar ein ziemlich gewagtes Fahrmanöver mit ihrem Lada hingelegt (rückwärts am Steilhang gewendet) und sind anschließend zu den fünf Trekkingkollegen gefahren. Ich schließe fünf Minuten später auf und darf auch noch einen Vodka trinken. Weidmanns Heil!

    Kurz danach erreiche ich, nach guten 21 km, mein heutiges Etappenziel. Mein Zelt schlage ich gute 300 m entfernt vom See auf und somit auch in etwas Entfernung und außer Sichtweite anderen 5 Wanderer...



    Am See hole ich schnell noch etwas Wasser...



    ...und mache mein allabendliches Ritual: Kochen, Essen, Zähne putzen, Abendtoilette, Schlafen. Heute in Ruhe.

  8. Erfahren
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #28
    19. September 2019, Königsetappe

    Wie üblich stehe ich kurz nach Sonnenaufgang auf und frage mich, was ist das für ein weißer Belag auf der Wiese Uups. Es gab leichten Bodenfrost (Notiz an mich: Wasserfilter besser verstauen). Ich stärke mich erst mal mit Kaffee und Müsli, packe zusammen und breche dann auf. Es kommen meine Handschuhe zu Einsatz - im Schatten ist es doch Recht frisch. Erfreulicherweise komme ich alsbald in den Genuss der Morgensonne. Das Wetter ist perfekt für den Aufstieg auf den Azhdahak...



    Hierfür habe ich zwei Möglichkeiten:
    Option eins: Aufstieg über den Ostgrat (im Bild rechts), da ist zumindest laut OSM ein Weg eingezeichnet (OSM ist hier im Gegensatz zu Vayots Dzor und Dilijan NP sehr unzuverlässig), oder
    Option zwei: Teilweise wegloser Aufstieg mit viel Geröll über den kleinen Berg zwischen den beiden Schneefeldern. Das ist die im GPS-Track hinterlegte und von TCT beschriebene Variante.
    Ich nehme letztere, auch weil ich hier den schweren Rucksack nicht auf den 3597 m hohen Berg schleppen muss, sondern etwas tiefer deponieren kann.
    Die Geröllfelder sind lästig, technisch allerdings nicht allzu schwierig. Ab und zu sind Steine locker. Das übt meinen Gleichgewichtssinn.
    Nach dem Anstieg zwischen den beiden Schneefeldern geht es erst mal flach über eine Wiese und weiteres Geröll. Im Anschluss daran quere ich ein etwas steiler abfallendes Sand-/Geröllfeld oberhalb eines weiteren Schneefeldes...


    Spur vorhanden, trotzdem sehr weiches Geläuf, in welchem man leicht wegrutschen kann

    Das Geröllfeld sieht ziemlich karg aus. Bei näherem Blick findet man aber auch hier Pflanzen:



    Im Joch zwischen Red Ridge und Azhdahak parke ich mein Gepäck und mache mit leerer Wasserflasche in Richtung Gipfel auf...



    ...aber zuerst einmal einen kleinen Abstecher zum Kratersee: klarstes kaltes Wasser...


    einmal Wasserflasche füllen, bitte.

    ...und auf zum Gipfelkreuz...


    Gipfelkreuz Azhdahak


    Open-Air-Kapelle auf dem Azhdahak

    Es ist der höchste Gipfel auf meiner Armenientour. Ein schöner Wanderdreeinhalbtausender („Besteigung“ ist arg übertrieben). Bestes Wetter und ich bin alleine hier oben. Ein perfekter Tag

    Ich genieße die Aussicht...


    Red Ridge mit Ararat im Hintergrund


    Blick in Richtung Yerevan - auch grob die Richtung in welcher ich gleich unterwegs sein werde


    Panorama mit allem: Red Ridge, Ararat, wenn man genau schaut auch die Spitze des Aragats (leicht rechts der Mitte) und weitere Vulkankegel des Geghama-Gebirges

    Um halb zwölf sammele ich mein Gepäck wieder ein und mache mich auf in Richtung Geghard bzw. Garni, welches ich morgen erreichen möchte. Ab hier verlasse ich den TCT, welcher entlang der weiteren Vulkankegel vorbei am Akna Lich (See) nach Sevan führen würde.

    Für mich folgt erst mal ein Abstieg über feines, rutschiges und teils steiles Geröll. Einmal bekomme ich die Rutschbewegung nicht mehr sauber abgebremst und zack...
    ...liege ich auf dem Hosenboden bzw. auf einem meiner Treckingstöcke...


    Trekkingstock in Bananenform. Gottseidank Alu. Die Tour hält er locker noch durch

    Beim Abstieg begegnet mir dann noch der einzige Wanderer heute. Ein Italiener auf Tagestour mit schmalem Gepäck. Wo die anderen fünf Trekker abgeblieben sind? Keine Ahnung. Waren den Tag zuvor schon keine Frühaufsteher. Als ich schon ne gute Stunde Vorsprung hatte stand mindestens eines ihrer Zelte noch. Mir war‘s Recht, so hatte ich meine Ruhe auf dem Berg.
    Nach ein paar Kilometern geht es dann runter vom Geröll und weiter auf kurzgefressenem Weideland - sehr angenehm. Übrigens: Viele auf OSM eingezeichneten Wege sind hier aber entweder wieder zugewachsen oder....


    Nein, kein Weg, auch wenn auf OSM als solcher ausgewiesen - maschinelle Kartographierung hat ihre Grenzen

    ...waren auch nie welche.

    Für den Nachmittag möchte ich noch ein paar Petroglyphen besichtigen. Im TCT-GPS-Track sind dazu zahlreiche Stellen abseits des Trails markiert. Als ich aus der Ferne ein Nomadencamp entdecke, möchte ich dieses weiträumig umgehen. Das klappt nicht wirklich. Das Pferd kündigt mich schon aus gut einem Kilometer Entfernung an. Das machen die irgendwie immer. Die Hunde derweil liegen da noch faul rum und werden erst aktiv, wenn man sich 50-100 Meter dem Camp nähert. Mein großzügiger Abstand zum Camp hilft nicht. Der Nomade kommt angeritten, lädt mich auf einen Kaffee ein und fragt, ob ich auf der Suche nach den Petroglyphen sei? Exakt. Die könne ich mir ja später noch angucken. Erst mal Kaffee! Ok. Es geht in ein kleines Nomadencamp...



    ...welches aus nur einem Zelt besteht. Die Schafe sind wohl gerade unterwegs. Ich weiß auch nicht, ob das Camp, wie die ganzen anderen, mal aus mehreren Zelten bestand - die meisten haben hier ja schon abgeräumt. Auch er wird den Winter über in Yerevan sein - wenn ich das richtig verstanden habe. Er spricht kaum 50 Wörter Englisch und ich gar kein Russisch. Mit Händen und Füßen und etwas Übersetzungsapp (offline habe ich nur englisch<->Russisch zur Hand) können wir uns mühevoll etwas austauschen. Zum Kaffee gibt es dann ein süßes Stückchen dazu und hinterher einen Kennenlern-Vodka, einen Bruderschafts-Vodka und dann noch einen auf Gott. Mittagessen wäre auch noch da und ich könnte ja auch hier übernachten. Ich lehne dankend ab. Leider habe ich keine Schokolade mehr als Gastgeschenk. So wird es leider etwas Lyofood und eine 10000er Powerbank (Ladezustand ca. 70%). Eigentlich könnte er AAA-Batterien für seine Lampe gebrauchen - habe ich aber keine, dafür eine Powerbank. Ich habe zwei und die Redundanz brauche ich jetzt eh nicht mehr. Er kann sie gebrauchen Er ist sehr technikaffin und hätte auch Interesse an meiner GPS-Uhr. Die ist allerdings nicht zu haben - auch wenn er später entdeckt, dass ich mit GPS etwas „overequipped“ bin: Uhr, Smartphone und inReach...no one needs 3 GPS. Ich schon
    ...zum Abschluss bekomme ich noch Wegzehrung in Form von armenischen Minilebkuchen mit. Auf eine kleine Wegeration Vodka verzichte ich.

    Jetzt bekomme ich noch meine persönliche Führung zu den Petroglyphen...


    unterwegs zu den Petroglyphen


    Petroglyphen


    das Zweitpferd ist auch dabei...


    ...und immer mit Aufpasser...

    Die Petroglyphen sind hier zum Teil sehr alt und in vulkanisches Gestein geritzt. Allerdings sind wohl auch „aktuelle Werke“ aus den 1950er Jahren unterwegs. Wie alt die hier abgebildeten sind? keine Ahnung. Eine Felsen hat auch ein Datum drauf (irgendwann 1950) - da weiß ich allerdings auch nicht, ob das das Dokumentationsdatum von Archäologen ist, ein Gedenkstein oder ganz etwas anderes.







    Nach der Petroglyphen Tour verabschiede ich mich und folge Feldwegen bergabwärts. Auf OSM sind zahlreiche Wasserstellen vermerkt und diese Infos sind ziemlich genau erfasst. Meist sind es irgendwelche offiziellen Brunnen bzw. auf die oder andere Art improvisierte Wasserentnahmestellen für die Nomadencamps. Sämtliche weitere Nomadencamps welche ich heute durchquere - und das sind grob ein halbes Dutzend - sind allerdings schon verlassen...


    bereits geräumte Campsite


    Wasser läuft aber noch - ich fülle meine Vorräte auf


    nächstes verlassenes Camp, Nächster Brunnen

    Nach rund 18 km Tagesdistanz und 1000 hm Abstieg seit dem Gipfel schlage ich heute mein Camp um halb fünf auf. Gut ein bis anderthalb Stunden früher als sonst. Ich möchte noch genügend Abstand zum besiedelten Gebiet halten und nochmals eine Nacht in abgeschiedener Natur verbringen. In der Nähe meiner heutigen Campstelle habe ich auch wieder Mobilfunkempfang (im Gegensatz zu den letzten drei Tagen und Nächten), samt Internet (3G). Letzteres nutze ich für ein Wetter- und Nachrichten-Update, sowie der Buchung meiner Unterkunft in Garni für die zwei Nächte nach dieser Zeltnacht.

    Jetzt noch etwas entspannen, essen, Sonnenuntergang genießen und dann schlafen...

  9. Erfahren
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #29
    20. September 2019, ...mehr alte Steine!

    Frühmorgens in Armenien...


    im Vordergrund rechts übrigens ein kleiner Friedhof

    ...die Nacht war lauwarm - überraschenderweise, denn ich bin noch auf 2590 m Höhe. Aber ich merke, wie der Wind die warme Luft aus dem Westen hier hinaufträgt.

    Heute stehen weitere 1200 hm Abstieg an und ein Großteil der Strecke wird über befestigte Wege und Straßen gehen. Zuerst geht es aber noch ein paar km durch landwirtschaftlich genutztes Gebiet und über angenehme Feldwege...



    ... wieder mit guter Wasserversorgung...


    hier hätte ich besser mehr aufgefüllt - es wird heiß heute

    ...und schon nach fünf Kilometern erreiche ich die Siedlungsausläufer von Geghard. (Wer jetzt auf Natur pur steht kann sich jetzt ausklinken und beim nächsten Kapitel wieder reinschauen )
    Zunächst gibt es nicht ganz unübliche Hinterlassenschaften an den Randgebieten armenischer Gemeinden...



    ... und alsbald folge ich der Straße von Goght bis zum Kloster Geghard...


    ...überfahren...


    sozialistisches Überbleibsel - Teil eines Rastplatzes auf dem Weg zum Unesco-Welterbe


    zahlreiche Bäckereien säumen den Weg. Ich bin allerdings noch früh dran und komme so nicht in Genuß frischen Brotes. Schade


    ...von der Abgeschiedenheit zum Massentourismus in wenigen Kilometern...

    Das Kloster liegt, wie schon Noravank, gut geschützt im hinteren Abschnitt eines engen, früher schwer zugänglichen, Tales. Die Gebäude machen auf mich zunächst einen eher normalen, wenig spektakulären Eindruck...


    Eingangsbereich


    Innenhof


    in Fels gehauene Kreuzsteine (Khachkare)

    Die wahre Pracht verbirgt sich im inneren. Reichhaltige direkt aus dem Fels gehauene Räume samt Altaren und reichhaltigen Verzierungen...






    alles in den bzw. aus dem Fels gehauen





    ...nach der Besichtigung geht es dann erst mal ins nahegelegene Restaurant, von wo ich auch einen schönen Ausblick auf die gegenüber liegende Talseite und das Khoshrov-Waldreservat habe...



    Nach der Stärkung und Löschung des Durstes wandere ich dann entlang der Straße gute zehn Kilometer zu meiner heutigen Unterkunft, einem kleinen, familiär geführten Gästehaus in Garni, wo ich den Abend gemütlich mit einem Glas Chai (Tee) auf der Terrasse mit Blick auf den römischen Tempel ausklingen lasse...



    Ende Kapitel zwei

  10. Moderator
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    Avatar von ronaldo
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #30
    Faszinierende Ecke, Natur und Kultur vom feinsten. Und die Leut so nett. Danke fürs Mitnehmen!
    Die überfahrene Schlange: Sandboa?

  11. Erfahren
    Avatar von Taunuswanderer
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #31
    Zitat Zitat von ronaldo Beitrag anzeigen
    Faszinierende Ecke, Natur und Kultur vom feinsten. Und die Leut so nett. Danke fürs Mitnehmen!
    Die überfahrene Schlange: Sandboa?
    Gerne. Mit Schlangen kenne ich mich nicht so aus. Die Schmetterlingsfänger aus München, welche ich am übernächsten Tag getroffen habe, meinten es wäre eine ungiftige Viper (armenische Viper?) edit: wobei gerade mal nachgeschaut: ungiftig und Viper schließt sich wohl aus...
    Geändert von Taunuswanderer (20.11.2019 um 00:59 Uhr)

  12. Dauerbesucher
    Avatar von simurgh
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #32
    Seit frühester Jugend interessiert und fasziniert auch mich diese Ecke. Schuld daran sind sicher die damals regelrecht "verschlungenen" Bücher von Ananjan Wachtang. Leider war ich immer noch nicht dort! Deshalb ein dickes Danke auch von mir fürs Mitnehmen und Wachhalten von noch nicht erfüllten Reisewünschen.

    Zur Schlange: Auch wenn die Sandboa dort heimisch ist, verrät die eckige Kopfform der Schlange, daß wir diese Art getrost ausschließen können. Auf der Straße liegt mit Sicherheit eine erschlagene/überfahrene Giftschlange!

    Mit großer Wahrscheinlichkeit ist das eine Levanteotter. In der Fachliteratur wir die Unterart Macrovipera lebetina obtusa beschrieben.
    http://reptile-database.reptarium.cz...ecies=lebetina
    https://www.inaturalist.org/taxa/105...ipera-lebetina

    Die Armenische Bergotter käme zwar auch infrage. Diese würde ich trotz eventueller Farbvarianzen fast ausschließen.
    https://www.inaturalist.org/taxa/200...ivipera-raddei

    Herpetologisch gesehen, gibt es in der Gegend einiges zu entdecken.
    Geändert von simurgh (20.11.2019 um 11:37 Uhr) Grund: Tipfehler
    >> Ich suchte Berge und fand Menschen <<

  13. Erfahren
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #33
    Danke für die Schlangenkunde, simurgh. Dass es dort die ein oder andere Giftschlange gibt war mir klar. Erfreulicherweise hatte ich mit diesen keine überraschenden Momente. Von den Reptilien sind mir nur Eidechsen lebendig untergekommen. Und bei denen war ich immer zu langsam zum Fotografieren

  14. Erfahren
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #34
    Intermezzo mit noch mehr alten Steinen
    21. September 2019, Ruhetag in Garni

    Nach 105 Kilometern in den letzten fünf Tag gönne ich mir heute einen Ruhetag in Garni. Natürlich kann ich im Ausland nicht ruhig rumliegen (wenn ich nicht gerade einen Sonnenstich habe). Schließlich könnte ich draußen ja was verpassen. Und so begebe ich mich nach dem Frühstück nach draußen und drehe eine kleine Runde zu Fuß...

    ...erst mal den römischen Tempel genauer inspizieren...


    im 17. Jahrhundert bei einem Erdbeben zusammengefallen und in den Siebzigern wieder aufgebaut...


    ...es stand noch viel Originalbausubstanz zur Verfügung...

    Auf dem Gelände gibt auch sonst noch allerhand Ausgrabungsergebnisse zu bestaunen. Sowohl aus römischer Zeit, als auch aus Zeiten davor und danach...



    Anschließend mache ich einen Abstecher ins Khoshrov Waldreservat. Es gibt dort zwei kurze Routen, welche man ohne Guide machen darf. Dazu muss ich jetzt aber erst mal durch Garni...


    Wer hier wohl begraben liegt?

    ...und durchs Geghard-Flußtal...


    ...hinab...


    ...und auf der anderen Seite wieder hinauf...

    Beim Ranger im Visitor-Center des Waldreservats darf man dann knappe 6 Euro für den Eintritt berappen. Es gibt hier übrigens einen kostenlosen Zeltplatz für diejenigen, die auch in (der Nähe von) Garni lieber draußen übernachten.

    Der Nadelwald duftet ganz fantastisch hier und der (mutmaßlich) natürlich gewachsene Baumbestand ist schön anzuschauen. Was ein Kontrast zu deutschen Monokulturen...



    Die Route zur Klosterruine Havuts Tar hat allerdings auch Nachteile. Sie führt recht zivilisationsnah entlang der Grenze des Waldreservats auf der einen und Garni/Goght/Geghard auf der anderen Talseite entlang. Und so bleiben Tierbeobachtungen größtenteils aus. Schmetterlinge, ein paar kleiner Vögelchen, Eidechsen und Heuschrecken gibt es zu sehen...



    Die einfache Strecke zu Klosterruine ist nur zweieinhalb Kilometer lang, hat aber auch gute 300 Höhenmeter. Da komme ich bei der Sommerhitze hier schon gut ins Schwitzen, auch ganz ohne mein schweres Gepäck heute.


    das Kirchengbeäude von Havuts Tar bzw. die Reste davon




    Reste vom Kloster



    Ist übrigens schwer was los hier: Armenische Familien bei einer der Lieblingsbeschäftigungen am Wochenende: Picknick mit Barbecue. Es wird groß (und damit meine ich GROSS) aufgetischt...



    ...und man kann es schon ahnen, ohne Vodka und etwas Smalltalk komme ich hier nicht vom Kloster-Hof...

    ...nach dem halben Rückweg nehme ich dann ausnahmsweise mal eine angebotene Mitfahrgelegenheit an. Ist ja schließlich mein Ruhetag. 14000 Schritte und damit rund zehn Kilometer stehen dann am Nachmittag dann trotzdem auf der Uhr
    Jetzt lege ich doch noch etwas die Füße hoch, bevor ich das Abendessen auf der Terrasse genieße...



    ...“Angry Cat“ möchte auch etwas abhaben...



    Ein schöner Erholungstag! Der Dilijan Nationalpark kann kommen...

  15. Erfahren
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #35
    Kapitel drei: Eine kleine grüne Abschlussrunde mit viel Erholung im Dilijan Nationalpark

    Nach dem Frühstück nehme ich mir ein Taxi nach Yerevan: ein ziemlich alter alter Lada, dessen Fahrer nochmals ein paar Jährchen mehr auf dem Buckel hat. Eine entspannte Fahrt. Im Außenbezirk von Yerevan buche ich mir dann ein Komfort-Taxi nach Khachardzan. Einen Namen den ich nicht aussprechen kann und ein Dörfchen, was der Taxifahrer auch nicht kennt. Die Taxi-App aber schon und das Navi zeigt auch in die richtige Richtung. Es kann losgehen. Der Taxifahrer kann ein paar wenige Wörter englisch, aber nicht so viel, dass er mir erklären kann, dass er noch LPG nachtanken muss - selbiges dauert nämlich ein paar Minuten länger als Benzin zu tanken und man muss das Auto verlassen. Um mir diesen Sachverhalt zu erklären ruft er seine Tochter an und lässt diese übersetzen. Es geht über eine ziemlich gut ausgebaute Autobahn (M4 Dilijan Highway) nach Sevan. Dort geht es kurz entlang des Sees und bis hier sieht alles noch so aus, wie man es auf den Bildern weiter oben gesehen hat. Es überwiegen Gelbtöne in der Fläche und etwas grün in den Siedlungen. Dann folgt eine Fahrt durch den Sevan-Dilijan-Tunnel. Danach ist man gefühlt in einer anderen Welt. Alles grün. Viel Wald. Dichter Wald vor allem. Wow. Mit dem Taxi geht es jetzt noch eine gute halbe Stunde hinab und durchs Tal. Khachardzan liegt am anderen Ende des Nationalparks...

    22. September 2019, Es grünt so grün in Dilijans Nationalpark

    Der Startpunkt liegt auf gut 1000 m Höhe. Ich bin also deutlich niedriger unterwegs als bislang. Um halb zwölf verabschiede ich mich vom Taxifahrer und wandere los...


    an einem Bauernhof in Khachardzan

    ...nach wenigen hundert Metern kommt ein Auto vorbei und ich werde gefragt, ob ich Hilfe benötige - „I know you‘re hiking. Do you need any help or have any questions?“ - „No. Thanks very much.“ Wow. Schon wieder sehr hilfsbereite Menschen. Nicht die letzten heute. Es geht weiter durch das Dörfchen auf markierten Wegen...



    ...und klapprigen Brücken...



    Die Gegend hier wird auch gerne mal als „Little Switzerland“ oder „Armenian Switzerland“ tituliert. Nicht ganz unpassend aber bei mir weckt die Landschaft eher Assoziationen an den Mittelrhein, was vermutlich an den zahlreichen Laubwäldern (Eiche und Buche) und den bewachsenen grauen Felsen liegt...


    Am Rheinsteig oder im Dilijan NP?

    Gleichwohl sind die Berge hier etwas höher als am Rhein. Nach einem kurzen Talweg geht es dann auch gleich mal auf 1600 m hoch. Unterwegs treffe ich auf die erste Wanderwegmarkung des TCT...


    Vom Bären gestreichelt?

    Weiter geht es durch mehr oder minder dicht bewaldete Abschnitte...




    trotz trockener Jahreszeit gibt es im Dilijan Nationalpark viele matschig-schlammige Abschnitte

    ...und durch Obstgärten (viel Apfel) und über Wiesen. Auf letzteren werden auch gerade die letzten Fuhren Heu eingebracht...





    Heute ist zum ersten Mal etwas Wanderverkehr. Von Wanderautobahn möchte ich aber bei 23/24 Tageswanderern (davon eine Gruppe mit 17/18 Leuten) noch nicht sprechen.


    Die Almkühe erinnern dann eher an die Schweiz...


    Chermakavan - alte Steine gibt es auch hier zu besichtigen.

    Ursprünglich hatte ich mit einer späteren Ankunft am Trailhead gerechnet. Zudem stellten die Höhenmeter und Wanderwegverhältnisse Weniger ein Problem dar. Wetter ist auch gut. So mache ich mich weiter auf zum Gosh Lake, wo der TCT eine „suggested wild camping area“ markiert hat...



    ...diesen erreiche ich gegen 16 Uhr 30...


    Gosh Lake - idyllisch im Wald gelegen und Wochenende ein beliebtes Picknickziel

    ...und treffe dort ein paar Familien beim Sonntagspicknick an. Von der Familie auf dem befestigten Picknickplatz bekomme ich einen Tee angeboten und wir unterhalten uns ganz gut auf Englisch. Die Ehefrau spricht perfektes Englisch und der Ehemann ebenfalls fließend. Ich werde gefragt, wo ich übernachte? „Draußen in meinem Zelt, welches ich dabei habe.“ antworte ich. Ich ernte leicht ungläubige Blicke und den Ratschlag, dass ich vorsichtig sein soll: hier gäbe es gefährliche Tiere. Bären und so.
    Zum Tee gibt’s Kekse und dann noch eine Baked Potato, etwas Grillkäse und Gurken. Ich bin satt.
    Die Familie ist am einpacken und bietet mir noch massenhaft übriggebliebene Picknick-Snacks an. Ich bedanke mich für das Essen und den Tee. Das Angebot der weiteren Snacks lehne ich aber dankend ab: mein Rucksack sei schon voll und ich muss das alles tragen...das ist aber nur ein Grund. Der andere: ich möchte auch keine stark riechenden, offenen Lebensmittel im Rucksack haben - hier gibt es ja Wildschweine und Bären...

    Eine kleine Nebengeschichte: Wieder ein Abendessen gespart. Am Ende meiner Reise fliegen gut 3000 kcal Tütenfutter und 2x580 kcal Notration wieder zurück nach Deutschland. Und das obwohl ich für nur 8 Tage Tütenfutter dabei hatte. Aber zum einen habe ich unterwegs in den festen Unterkünften immer gut gegessen, unterwegs einiges angeboten bekommen und meine Einkäufe in Armenien waren auch großzügig berechnet...

    Ich bleibe noch ein wenig beim Thema Essen. Hier am Gosh Lake werde ich nicht übernachten. Da ist überall Barbecueduft in der Luft und auch Essensreste liegen rum. Meine Teegastgeber darf ich hier lobend erwähnen: die haben alles sauber aufgeräumt und den Picknickplatz in ordentlichem Zustand hinterlassen. Leider ist das in Armenien nicht der Normalzustand. Da wird das wie am Frankfurter Mainufer gehandhabt. Mit dem kleinen Unterschied, dass Frankfurt viel Geld ausgibt um den Müll einzusammeln. Das ist hier (noch) nicht drin. Wobei gerade im Dilijan NP schon viele Mülltonnen (mit passenden Verriegelungen gegen Wildzugriff) aufgestellt wurden. Kurzum: ich schaue auf die Karte und identifiziere einen geeigneten Platz für die Nacht in etwa etwa anderthalb Kilometern Entfernung.

    Auf einer kleine Lichtung übernachte ich.
    Geändert von Taunuswanderer (21.11.2019 um 22:32 Uhr) Grund: Endredaktion vergessen

  16. Erfahren
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #36
    Zitat Zitat von Taunuswanderer Beitrag anzeigen
    Die rechteckig geführten Rohre sind übrigens die Zuleitungen der örtlichen Gasversorgung zu den Höfen.
    Geändert von EbsEls (21.11.2019 um 22:15 Uhr) Grund: Grammatik ein wenig verbessert
    Viele Grüße aus Thüringen (oder von Sonstwo)
    Eberhard Elsner

  17. Erfahren
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #37
    Zitat Zitat von EbsEls Beitrag anzeigen
    Die rechteckig geführten Rohre sind übrigens die Zuleitungen der örtlichen Gasversorgung zu den Höfen.
    Exakt. Die sind auch häufig gelb angestrichen. Wasser sieht dann gegebenenfalls so aus:


    Wasserversorgung in der Nähe von Garni

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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #38
    23. September 2019, Wald, Wald und Wald und ein bisschen Tourismus

    Während des Frühstücks höre ich eine Kuhglocke (gibt es hier sehr vereinzelt) und Hirtenrufe. Es tauchen erst Kühe und später auch zwei Kuhhirten auf...


    im Frühtau zu Berge... ...zieht die Kuhherde

    Zelten auf einer kleinen Wiese im Wald bei Temperaturen knapp über null bedeuten mal wieder ein feuchtes, nein, ein patschnasses Zelt, welches ich auch so einpacke. Bis hier die Sonne hinkommt und das alles trocken wird, wäre Mittag. In gewohnter Manier ziehe ich erst mal los über „taufrische“ bis leicht angefrostete Wiesen...





    ...nach wenigen Kilometern erreiche ich das Dörfchen Gosh, wo ich schon erwartet werde...


    ...wartet auf mich, darf aber trotzdem nicht mit...

    Auch heute komme ich mal wieder an einem Kloster vorbei. Das hat allerdings noch nicht geöffnet und somit sind auch noch keine anderen Touristen unterwegs. Ich kann die Außenanlagen alleine besichtigen...


    Blick auf Goshavank





    Es geht bergauf...


    Rheinsteig oder TCT im Dilijan NP? Teil 2

    ...und auf einem begrasten Hügel oberhalb von Gosh mache ich Brotzeit- und Trockenpause...



    ...und genieße die Aussicht...


    Blick auf den Dilijan NP Rund um Gosh

    Auch heute geht es wieder vielfach durch sehr grüne Wälder...



    ...und falls jemand wissen möchte, ob denn schon Pilze stehen? Ja, das tun sie...





    Gegen Mittag komme ich an den Abzweig zum Parz Lake...



    ...die Gelegenheit nutze ich und mache dort Mittagspause. Doch zuerst erwische ich endlich das „Monster“ aus den trüben Schlammpfützen. Schon mehrfach hat sich heute in den zahlreichen Pfützen etwas bewegt und geblubbert. Doch die Pfützen hatten alle maximal 1 cm Sicht und somit konnte ich außer trübem Wasser nix sehen. Jetzt habe ich „es“ erwischt...


    “Schlammmonster“ in einer ausnahmsweise klaren Pfütze

    Parz Lake ist ziemlich touristisch ausgebaut...



    ...es gibt ein Restaurant mit riesiger Außenfläche (in welchem ich esse und dafür mal wieder eine mitgebrachte Mahlzeit im Rucksack verbleibt), Kinderspielgerät, Privathüttchen zum Mieten, einen kleinen Actionpark mit Seilbahnen, wo man sich dran hängen und über den See gleiten kann, ...und so weiter und so fort.



    Der Ansturm Montag mittags in der Nachsaison ist allerdings ziemlich übersichtlich. Dafür gibt es Action beim reichlich vorhandenen Schwimmgetier...


    noch ist Federpflege angesagt, aber gleich gibt es...


    ...Brotalarm!!!

    Nachmittags geht es dann wieder durch grüne Wälder...


    Naturwald vs. Schilderwald

    ...bis ich kurz vor Dilijan bin und mein Tempo ziemlich drossele, da ich noch im Nationalpark übernachten möchte. Dilijan samt Stadtbesichtigung habe ich mir für den folgenden Tag vorgenommen und dafür auch schon eine feste Unterkunft dort gebucht. Am späten Nachmittag schlage ich mein Zelt an einem schönen Plätzchen auf...


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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #39
    24. September 2019, Dilijan Sightseeing

    Hardcore-Naturliebhaber können diesen Tag überspringen. Ich bewege mich zwar weiterhin mit eigener Muskelkraft fort, aber es wird urban!

    Aber von vorne. Täglich grüßt das Kondens-Murmeltier...





    ...daher begebe ich mich auf die nächste sonnige Wiese...



    ...und genieße die Aussicht...



    ...und beobachte Vögel...



    Ansonsten ist die Gegend hier gut durchsetzt mit Picknickplätzen und Brunnen...



    ...nur wenige Wanderminuten von Dilijan entfernt, dürfte hier Wochenendes einiges los sein. Es gibt sogar Klohäuschen Aus Holz mit Komposttoilletten. Keine zweieinhalb Kilometer bis ins „neue“ Stadtzentrum von Dilijan liegen jetzt vor mir und ich Mache mich auf, nachdem alles getrocknet ist...


    sowjetische Moderne prägt das „neue“ Stadtzentrum (Bilder links oben und unten und rechts oben) - das Dilijan Monument steht an anderer Stelle (Bild rechts unten)

    Ich schlendere weiter durch die Stadt, in der es viele Skulpturen, Mauerverziehrungen, etc. gibt...



    ...jede Menge dem Verfall preisgegebene Gebäude...



    ...aber auch schick renovierte alte Bausubstanz (als Hotel und Touristenattraktion)...



    ...sowie einige hippe Cafés und Restaurants. In einem der letzteren mache ich Mittagspause und speise traditionelle armenische Gerichte von noblen Tellern...



    Nachmittags checke ich dann in meiner Unterkunft ein und dusche und wasche erst mal, bevor ich nochmals raus gehe. Eine glückliche Entscheidung, da später das Wasser in ganz Dilijan abgestellt wird. Und zwar bis 9 Uhr am Folgetag. Die Leute hier sind das schon gewohnt und haben für Nachts und für das Frühstück Wasser gebunkert....

  20. Erfahren
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    AW: [AM] Trekking-Trilogie im kleinen Kaukasus

    #40
    25. September 2019, zurück in die Natur

    Heute geht es steil hinauf (über 1100 hm) auf die Nordseite des Dilijan Nationalpark. Doch zuerst muss ich noch gute 4-5 Kilometer durch Dilijan. Vorbei komme ich auch an diesem Denkmal, welches an den Großen Vaterländischen Krieg (Deutsch-Sowjetischer Krieg, 2. Weltkrieg) erinnert...


    Monumentale Erinnerung an die Gefallenen

    Noch etwas zu Dilijan: hier herrscht gerade ein kleiner Bau-Boom und reichlich Aufbruchstimmung. Nach jahrelangem Niedergang - nach dem Fall des eisernen Vorhangs - wird hier wieder kräftig investiert. Die Nationalbank von Armenien hat ihren Sitz hierher verlegt und es wird auch ganz kräftig neu gebaut. Vieles auch für den wieder aufstrebenden Tourismus...



    ...doch nun zurück zum Wanderweg. Der TCT folgt zunächst dem Fluss Aghtsev und danach dem Bächlein Bldan. Bis zum Kloster Jhukthavank, welches ich heute auslasse. Ab da geht es steil bergauf durch locker bewaldete Abschnitte und zwischendurch gibt es das eine oder andere kleine Fotomotiv am Wegesrand...





    Nach gut achteinhalb Kilometern, der halben Tagesdistanz heute, passiere ich einen Bauernhof. Es Kreuzen ein paar aufgeregte Hühner den Weg, sowie eine tiefenenspannte Schweinefamilie...





    Die Nordseite des Nationalparks ist deutlich trockener als die zuvor durchwanderte Südseite. Die Wälder weniger Dicht und die Baumgrenze scheint etwas tiefer zu sein (vermutlich ist Wasser und Fels hier der limitierende Faktor)...



    Oberhalb des Waldes lockt dafür ein guter Blick ins Tal...



    ...sowie auf die Felslandschaft an der nördlichen Grenze des Nationalparks...



    Der Weg wechselt heute zwischen landwirtschaftlich genutzten Staubpisten, naturbelassenen Feldwegen und extra angelegten Single Trails...


    zugewachsener Feldweg


    extra angelegter Wanderweg


    tote Schlange auf dem staubigen Feldweg…


    der ist noch quicklebendig

    Gegen halb sechs schlage ich dann mein Zelt vor ganz netter Kulisse auf. Kurz zuvor habe ich noch meine Wasservorräte an einem Bach aufgefüllt.

    Auf einen Ebenen Schlafplatz muss ich heute allerdings verzichten, piksende Disteln gibt es hier leider auch


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