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  1. Erfahren
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    [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #1
    Mitreisende: 5-oclock-charlie
    Land: Schweden
    Reisezeit: Ende Juli 2018
    Region: Lappland
    Karte: Komoot-Link(etwas runterscrollen)


    Dieser Reisebericht folgt meinem Bericht vom Padjelantaleden (Überall lockt der Luxus), den ich aber von diesem separiert habe, da beide Tour auch als Einzeltouren interessant sein könnten.




    Freitag 27.7.2018 – Von Luleå nach Aktse

    Früh geht es morgens aus den Federn und zum Frühstück. Nachdem ich nochmal gut zugeschlagen habe, checke ich aus und fahre mit dem Bus zum Flughafen Luleå, wo meine Mietwagen auf mich wartet. Wegen der Sperrung der Brücke Bergnäsbron fahren allerdings wir wieder einen riesigen Umweg, der gefühlt ewig dauert.
    Am Flughafen angekommen geht es direkt zu Budget, wo zu meiner Überraschung einen Volvo V90 Cross Country AWD statt eines Kleinwagens auf mich wartet – Luxus allerorten. Schnell verschwinden mein Rucksack und mein Koffer im großzügigen Kofferraum und Kvikkjokk ist als Ziel im Navi einprogrammiert. Gerne würde direkt den Parkplatz am See Tjaktjajávrre parken, allerdings kennt das Navi den See nicht.
    Von Luleå geht es durch endlose Wälder über den Polarkreis und Jokkmokk bis an die Seenkette, die nach Kvikkjokk führt. Kurz nach der Abzweigung von der E45 schaue ich verdutzt nach hinten – stand da nicht eben ein Elch? Ich werfe den Anker, wende und fahre zu der Stelle zurück. Und tatsächlich steht dort ein junger Elch gemütlich nahe der Straße und guckt mich mit großen Augen an. Während er/sie dann unbeeindruckt weiter grast, schaue ich noch ein paar Minuten fasziniert zu, knipse ich ein paar Fotos und fahre dann langsam wieder bestens gelaunt weiter. Das ist jetzt meinte elfte Reise nach Skandinavien und ich habe endlich zum ersten Mal einen freilebenden Elch gesehen.

    Danke fürs stillhalten

    Ich fahre erstmal an der Abzweigung zum Parkplatz am Tjaktjajávrre vorbei, um nochmal einen kurzen Blick auf Kvikkjokk zu werfen. Mit einem Eis aus der STF-Fjällstation mache ich mich wieder auf den Weg zum Tjaktjajávrre. Von der Straße Kvikkjokk-Jokkmokk sind es gute zwanzig Kilometer über verzweigte Schotterstraßen bis zum Parkplatz direkt am Fluss Sijddoädno. Wenn ich mich hier verirre, habe ich immerhin alles für ein paar Tage in der Wildnis mit. Der Weg dorthin ist aber relativ einfach zu finden und so stehe ich bald an der Brücke am Sijddoädno. Auf der Fahrt hatte ich mir noch etwas Gedanken gemacht, ob ich meine teures Mietfahrzeug irgendwo drei Tage abgelegen in die Wildnis stellen soll, jetzt parke ich es in die Reihe zwischen knapp zwanzig anderen teils hochpreisigen Fahrzeugen aus Schweden, Deutschland und den Niederlanden - ein Geheimtipp ist dieser Parkplatz also nicht.
    Nachdem die Schuhe gewechselt sind und der Rucksack gegriffen ist, überquere ich auf der für Fahrzeuge gesperrte Brücke über den Sijddoädno. Hinter der Brücke folgt dann ein fast gerader Fahrweg für Quads und kleine Geländewagen. Dieser führt monoton zehn Kilometer durch einen kleinen Wald am Ufer des Tjaktjajávrre entlang bis hin zu dem Steg, von dem das Boot nach Aktse ablegt. Ich bin allerdings erst nach der Startzeit des Nachmittagsbootes losgekommen und werde diesen Service unter normalen Umständen nicht nutzen.

    Vom Fahrweg ist der Skierffe

    Der Marsch auf dem Schotterweg zieht sich wie Kaugummi. Die Monotonie wird ab und zu durch eine Abzweigung zu einer Hütte oder einen Angriff von Mücken oder Bremsen unterbrochen. Nach sieben Kilometern kann ich immerhin zunächst das Rauschen des wilden Teils des Guolleluoppal hören und dann auch später auch die Gischt durch den Wald sehen. Weitere drei Kilometer später stehe ich an der Anlegestelle des Bootes nach Aktse am See Lájtávrre. Neben einer Infotafel über den Bootstransfer hängt hier auch eine Art Briefkasten, in dem ein Funkgerät zum Rufen des Boots steckt. Ich spar mir den Funkspruch und die mindestens 300 SEK und mache mich nach einem kräftigen Schluck aus dem See auf den Weg nach Aktse.

    Das milchige Wasser des Lájtávrre

    Was für ein Panorama

    Der Weg führt zunächst über Stege durch Sumpfland, dann folgt ein Auf und Ab über große Steine am See entlang – alles viel schöner als die Quadstraße. Danach schlängelt sich der Weg mit wechselndem Charakter durch den Wald. Leider wimmelt der Wald vor Mücken, die versuchen, an mein Blut zu gelangen. Die Angriffe erreichen kurz vor Aktse ihren Höhepunkt und verklingen beim Erreichen der Kreuzung mit dem Kungsleden wieder schlagartig.

    Aus dem Wald komme ich auf eine große Wiede und kann bald schon die gut besuchten Hütten von Aktse sehen. Vor den Hütten sitzen fast zwanzig Leute herum und jede Freifläche ist mit Zelten bestellt. Ich überlege kurz, ob ich noch die nächsten dreihundert Höhenmeter den Kungsleden Richtung Njunjes aufsteigen und oben zelten soll, lasse dann aber den inneren Schweinhund siegen.

    Zeltidylle

    Viel los in Aktse

    Ich melde mich beim Stugvärd, buche erstmal eine Übernachtung und bekomme im unteren Haus ein Bett in einem 10-Betten-Zimmer zugewiesen, in dem wir bisher aber nur zu dritt sind. Im Shop der Hütte erstehe ich noch eine kalte Cola und ein kaltes Bier und bringe dann meine Klamotten in die Hütte. Draußen verquatsche ich mich bei Bier und Cola dann mit einem Texaner, der mit seiner schwedischen Frau den Kungsleden entlang geht.
    Als er dann zum Essen gerufen wird, richte ich mich in meinem Zimmer ein und koche mir ebenfalls etwas zu essen. Nach dem Essen lerne ich noch meine Mitbewohner für heute Nacht kennen, ein dänisch-französisches Pärchen. Ich bleibe der letzte Wanderer, der heute in Aktse ankommt und so ist es bei uns im Zimmer sehr angenehm. Wir quatschen alle noch etwas in der Hütte, bevor um 21:30 der Vorhang fällt und ich wie ein Stein einschlafe. Nachts nehme ich unterbewusst noch ein lautes Rattern wahr, was ich aber nicht näher zuordnen kann.
    Geändert von 5-oclock-charlie (08.11.2019 um 09:00 Uhr)
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  2. Erfahren
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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #2
    Samstag 28.7.2018 – Auf den Skierffe

    Als ich aufwache, scheint etwas Licht durch die Vorhänge – in Schweden ja kein verlässlicher Zeitindikator. Ein kurzer Blick auf den Tacho zeigt 7:30 – alles im grünen Bereich. Ich stehe auf und muss gar nicht leise machen, da das Pärchen im Zimmer auch schon wach ist. Draußen zur Körperpflege erwartet mich wieder Traumwetter – so habe ich mir das für den Skierffe vorgestellt.
    Beim Frühstück erfahre ich, dass das ominöse Rattern heute Nacht der Rettungshubschrauber war, der die Frau des Hüttenwartes mit gesundheitlichen Problemen ausgeflogen hat. Dann wird es plötzlich hektisch in der Unterkunft, als alle zügig aufbrechen, die dem Kungselden nach Süden folgen und das frühe Boot über den See Lájtávrre bekommen wollen.
    Ich packe entspannt meine Sachen und überlege kurz ob ich einen Großteil meiner Ausrüstung hierlasse. Da ich aber noch nicht weiß, ob ich heute Abend hier oder oben auf dem Berg übernachte, nehme ich alles auf dem Rücken mit. Auf Grund reduzierter Ausrüstung und geringerer Verpflegung sind das aber nur noch gute zehn Kilogramm, die gut auszuhalten sind.



    Etwas frisches Wasser kommt noch dazu und dann mache ich mich an den Aufstieg Richtung Skierffe. Nach den Hütten geht es zunächst durch niedrigen Wald und vorbei an eine paar Zeltplätze, die zur STF-Hütte gehören. Auf dem guten Kilometer von Aktse bis zur Abzweigung vom Kungsleden steige ich 250 Höhenmeter auf. Oben treffe ich dann auf einige im Gelände verteilt Zelte, deren Standorte ich mir für heute Abend einzuprägen versuche.

    Blick auf AKtse

    Das Ziel wird größer



    Ich habe die Baumgrenze hinter mir gelassen und werde schon jetzt für den Aufstieg mit einem tollen Blick auf Rapadalen belohnt. Von der Abzweigung vom Kungsleden läuft der Weg zunächst relativ flach parallel zum Seeufer, um dann in einem großen Bogen über zwei steile Stücke bis zum Gipfel des Skierffe zu führen. Auf den flacheren Stück sind zunächst einige matschige Passagen zu durchqueren, in den die vielen Wanderer eine Vielzahl von Furchen ins Sumpfgebiet gelaufen haben.



    Nach einer Pause an einem riesigen Steinbrocken beginnt ein längerer Aufstieg, an dessen Ende der Skierffe in seiner exponierten Lage schon fast zu greifen nah ist. Zunächst kommt aber noch ein riesiges Meer aus Steinen, in denen sich der Pfad verliert. Ab und zu zeigen Steinmännchen den Weg, eigentlich halte ich aber wild auf einen Punkt zu, den ich für richtig halte. Zwischenzeitlich kommen mir Leute entgegen, die links und rechts von mir andere Wege gefunden haben.



    Bei der Querung eines Wasserlaufes treffen wieder alle Wege aufeinander und vereinen sich zu einem Pfad, der in einem weiten Bogen zum Skierffe führt. Kurze Zeit später beginnen dann die Serpentinen des Endanstiegs von gut hundert Höhenmetern. Der Aufstieg ist hier steil, aber einfach ohne Kraxeln zu bewältigen - die Vorfreude auf den Ausblick treib mich nach oben.



    Auf dem kleinen Plateau stürme ich sofort zur Kante – was für ein gigantischer Ausblick. Die Sonne scheint, die Sicht ist super und das Panorama atemberaubend – wenn das kein Luxus ist. Nach ein paar Minuten kann ich meinen Blick dann wieder vom Rapadelta lösen und stelle fest, dass ich das Plateau gerade für mich allein habe. Ich lege erstmal meinen Rucksack ab, erkunde den Ausblick überall hin und mache in alle Richtungen Fotos. Der Blick in eine Himmelsrichtung rechtfertigt schon den Aufstieg, das 360°-Panorama ist einfach überwältigend.





    Während ich immer noch in die Landschaft starre, kommt das französisch-dänische Pärchen aus der Hütte den Berg hinauf. Wir schwärmen etwas von der Aussicht und machen gegenseitig spektakuläre Fotos am Abgrund, bevor ich einen Don Papa Rum als Gipfelschluck ausgebe. Während wie noch die weitgereiste Spirituose genießen, wird es langsam voll auf den Plateau. Bald sind wir über zwanzig Leute, die fleißig ins Tal gucken und die Ruhe ist vorbei.





    Ich lassen den Blick nochmal großzügig in alle Richtungen schweifen und verabschiede mich dann vom Skierffe – ich könnte hier sicher noch Tage sitzen. Auf den ersten hundert Höhenmetern Abstieg kommen mir gleich nochmal zehn Menschen entgegen. Nach der Querung des Baches weiter erwische ich dann einen anderen Weg durch das Steinfeld, in dem mit nochmal fünfzehn Menschen auf verschiedenen Routen entgegen kommen. Bald ist der Skierffe überfüllt.
    Weiter geht es über den zweiten Abstieg zum markanten Felsbrocken, wo ich mitten durch ein ausgedehntes Fotoshooting mit freizügiger Bekleidung laufe. Mittlerweile ist es aber auch echt heiß geworden und ich bin froh, dass ich tendenziell nur noch nach unten laufen muss. Nach Passieren des Sumpfbereichs erreiche ich wieder den Kungsleden, an dem andere Zelte als heute morgen in der Landschaft stehen. Meine Beine haben für heute noch nicht genug und so mache ich mich auf den Weg den Berg hinunter nach Aktse. Auf dem Abstieg von 250 Höhenmeter treffen ich wieder fast zwanzig Leute. Hier ist es mir etwas zu voll und sehne mich wieder an den leeren Padjelanta zurück.
    In Aktse angekommen haben Knie und Waden erstmal genug vom Bergab-Gehen und ich gönn mir eine Pause mit Cola und Bier, die hier im kühlen Bergwasser optimal temperiert werden. Nebenbei stelle ich mir die Frage, wie der Tag heute noch weiter gehen soll. Ich könnte nochmal hier bei STF einziehen und morgen weiterlaufen. Alternativ gehe ich weiter und schaue mal, ob ich auf dem Weg irgendwo ein schönes Fleckchen finde. Auf dem Hinweg war mir zwar wenig aufgefallen, ich habe aber auch nicht aktiv danach gesucht. Im schlimmsten Fall laufe ich bis zum Auto zurück und übernachte in der Nähe Parkplatz oder fahre noch bis an den nächsten größeren See.
    Meine Beine und die Uhr sagen, dass es noch keine Zeit für Feierabend ist. Ich fülle meine Wasservorräte auf, verabschiede mich von Aktse und mache mich auf die sechszehn Kilometer zurück Richtung Auto.



    Zunächst geht es wieder über Wiesen und dann wieder vom Kungsleden weg in den Wald. Während es in der Sonne fast etwas zu warm ist, sind die Temperaturen im Wald sehr angenehm. Negative Begleiterscheinung ist allerdings das Aussetzen des Windes, das jegliche fliegenden Plagegeister aktiviert.
    So laufe ich fuchtelnd durch den Wald und treffe dann auf eine Familie, die mir entgegenkommt. Kaum haben wir unseren Busch-Smalltalk untern Mückennetz beendet, kommt schon die nächste Gruppe, mit der ich mich auch wieder unterhalte. Ein paar hundert Meter weiter treffe ich schon wieder ein Pärchen. So komme ich nicht voran. Während ich gestern hier vollkommen allein gelaufen bin, ist heute richtig was los – das mag vielleicht auch daran liegen, dass heute Wochenende für die Schweden ist.





    Dank dieser und weiterer menschlicher Begegnungen kommen mir die sechs Kilometer bis zum Bootsanleger am Lájtávrre kurz vor und ich freue mich, dass ich schon wieder 300 SEK fürs Boot gespart habe. Ich hole mir etwas milchig aussehendes Wasser aus dem See und schaue mich um, ob hier ein Platz für die Nacht zu finden ist. Hier steht zwar ein Windschutz, der mich aber gerade nicht zum Übernachten einlädt. Ein bisschen kann ich noch gehen, bevor ich weiter nach einem Platz für die Nacht gucke.



    Ich passiere einen kleinen Geländewagen, der hier geparkt ist und mache mich an die zehn Kilometer Richtung Auto. Leider finde ich auf den ersten Kilometern keinen brauchbaren Platz für mein Zelt, was mich zum Weitergehen treibt. Trotzdem zieht sich der monotone Weg weiter, dessen Monotonie wieder nur durch Angriffe von Riesenbremsen unterbrochen wird.
    Je mehr ich gelaufen bin, desto mehr komme ich zur Überzeugung, dass ich zum Auto laufe und mir vom Parkplatz aus einen schönen Platz zum Pennen suche. Jetzt, wo das Ziel feststeht zieht sich der Weg noch mehr. Hinter jeder Kuppe oder Wegbiegung erwarte ich endlich die Brücke über den Fluss Sijddoädno zu sehen, werde aber ein gutes duzend Mal enttäuscht. Irgendwann kann ich dann endlich den Fluss hören und dann schließlich auch die Brücke sehen. Beim Überqueren der Brücke werde ich dann von einem bellenden Hund empfangen, als wäre der Parkplatz sein Revier. Dieser gehört zu zwei Kanuten, die zum Paddeln auf dem Lájtávrre fahren wollen und jetzt auf jemanden warten, der ihnen die Kette an der Brücke für ihr Fahrzeug öffnet.
    Ich tauche mein Gesicht zur Erfrischung in den Fluss, freue mich, dass mein Auto noch da ist und bin nach einem Schuhwechsel dann abfahrbereit … aber wohin? Am einfachsten ist es sicherlich am großen See entlang der Straße von Jokkmokk nach Kvikkjokk eine schönen Platz zu finden. So fahre ich erstmal über die vielen Schotterwege zur asphaltierten Straße und etwas in Richtung Jokkmokk.
    Als mein Smartphone mit wildem Vibrieren der aufgelaufenen Benachrichtigungen wieder Empfang vermeldet, halte ich an und schaue spaßeshalber mal, was es in der Nähe noch so für Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Meine „Mühe“ wird schnell mit eine super günstigen Hotelbuchung für das Hotel Quality Hotel Lapland in Gällivare knapp über STF-Bettenpreis belohnt. Irgendwie war die Erfrischung im Fluss nicht so nachhaltig und eine Dusche kommt mir wie gelegen – der Luxus hat wieder gerufen.
    Während ich noch über den Spottpreis fürs Hotel grübele, mache ich mich auf den Weg nach Gällivare, wo ich nach guten zwei Stunden Fahrt einchecke. Auf wenn es schon 22:00 ist, sind die Straßen von Gällivare und vor allem der Außenbereich des Hotels noch gut bevölkert. Ich checke im Hotel ein, fahre mein Auto noch schnell auf den Hotelparkplatz und steuere zielstrebig die Dusche in meinem Zimmer an. Nach dem Hochgenuss knurrt mein Magen, schließlich habe ich das letzte in Aktse gegessen. Allerdings habe ich aber nicht mehr die Lust runter ins Bistro zu gehen und mache mir auf dem Zimmer noch ein Trekkingessen mit dem Hotel-Wasserkocher … auch irgendwie Luxus
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  3. Erfahren
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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #3
    Sonntag 29.7.2018 – Von Gällivare nach Luleå

    Gut ausgeschlafen kann ich mich bei einem mehr als reichhaltigen Frühstück nochmal über meinen Hotel-Schnapper freuen. Gut genährt geht es dann nach Luleå, wo am nächsten Tag früh der Flieger in die Heimat abfliegt. Von der E10 nach Luleå mach ich einen kurzen Abstecher nach Haparanda und nach Finnland, wo allerdings Dank Sonntag nur Ikea und MAX geöffnet haben. Weiter geht es nach Luleå ins Elite Stadshotellet Luleå, das ich von zu Hause eigentlich zur Abholung meines deponierten Zivilgepäcks gebucht habe.
    In Luleå gibt’s für mich nicht mehr so viel zu entdecken, drum gucke ich mal beim Kino vorbei. Es laufen nicht unbedingt Highlights, aber der neue Jurassic Park wird sicherlich meine Englischkenntnisse nicht überstrapazieren. Leider ist der Spaß nach einer Stunde schon vorbei, weil das Kino einen Stromausfall hat, den es nicht sofort lösen kann. Nach dem Umpacken meiner Sachen für den Flug und den Kocherversand nach Deutschland gehe ich noch etwas durch die Stadt, die Open-Air-Party, wie vor ein paar Tagen findet heute allerdings nicht statt.

    Montag 30.7.2018 - Luleå nach Hause

    Nach einer viel zu warmen Nacht (Schwedische Hotels brauchen ja eigentlich auch keine Klimanlage) und einem schnellen Frühstück düse ich mit Umweg zum Flughafen. Der Self-Service-Check-In geht extrem schnell, dann warte ich allerdings ewig auf den Mitarbeiter von der Sperrgepäckabgabe, um meinen verpackten Rucksack loszuwerden.
    Für den Rückflug habe ich mir für einen fast schon symbolischen Aufpreis auch wieder den Luxus von SAS Plus gegönnt und kann so im SAS Bistro auf meinen Flug warten. Leider wird mein Flug zweimal verschoben, mit fünfzig Minuten Verspätung geht es allerdings nach Stockholm Arlanda. Dort ist dann nicht mehr so viel von meinen 2:15 Aufenthalt übrig geblieben, dank Fast Track Security bleibt aber noch genug Zeit für ein paar Gerstenkaltschalen und ein Mittagessen in der SAS Lounge. Nächste Station auf der Reise ist dann Kopenhagen, wo ich wieder die SAS Lounge bevölkere. Weiter geht es dann für eine kurzen Hüpfer nach Düsseldorf. Ich bin zwar ursprünglich in Berlin gestartet, der Rückflug nach Düsseldorf hat aber nur halb so viel gekostet wie der nach Berlin. Dafür muss ich einmal mehr umsteigen … und einmal mehr in die Lounge.
    Auf dem kurzen Flug nach Düsseldorf bekomme ich das dritte leckere Essen im Flugzeug am heutigen Tag und kann mich zudem noch über zwei Craft Bier freuen. Gut, dass ich nur noch mit dem Zug fahren muss. In Düsseldorf angekommen, ist mein Gepäck dank Priority Gepäck eines der erste und ich kann mich auf die Reise nach Hause machen. Leider stehen jetzt knappe vier Stunden Bummelzug … irgendwann endet jeder Luxus.
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  4. AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #4
    Danke für den Bericht und die Bilder .

    Ja, an die komplett verschlammte Strecke zwischen dem Kamm oberhalb von Aktse und dem Skierffe erinnere ich mich noch gut. Da habe ich ordentlich Komplimente ausgesprochen. Auch ich habe den Pfad unterhalb des Skierffe nicht als sonderlich deutlich in Erinnerung, schön zu wissen dass es nicht nur an mir lag.

    Nicht dass ich es mir nicht hätte denken können, aber trotzem schön zu lesen, wie voll es da oben zur Hauptsaison zugeht. Da hatte ich Mitte September deutlich weniger Betrieb, fast garkeinen.

    Sich von dem Anblick dort oben loszureißen war daann in der Tat auch bei mir einer der schwierigsten Momente der Tour.

  5. Erfahren

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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #5
    Wenn ich versuche die Bilder anzeigen zu lassen bekomme ich eine

    SICHERHEITSWARNUNG !!!

    Hockt da ein Virus oder Trojaner drauf?

  6. Erfahren
    Avatar von 5-oclock-charlie
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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #6
    Zitat Zitat von Gundhar Beitrag anzeigen
    Wenn ich versuche die Bilder anzeigen zu lassen bekomme ich eine

    SICHERHEITSWARNUNG !!!

    Hockt da ein Virus oder Trojaner drauf?
    Die Bilder liegen auf meinem privaten Webserver, der meines Wissen sauber ist und auch noch nie irgendwo sicherheitstechnisch aufgefallen ist. Ich habe die Bilder davon überall im Forum in verschiedenen Thread eingebunden und noch nichts derartiges gehört. Vielleicht ist Dein Browser da etwas sensibel
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  7. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #7
    Ah, sehr schön, danke.

    Hast du zufällig dieses Bild:
    Zitat Zitat von 5-oclock-charlie Beitrag anzeigen
    ...in höherer Auflösung? (Für meine Tourplanung 2020. Da würde ich gerne am Ostende des Vájggántjåhkkå-Massivs, das man da auf der gegenüberliegenden Seite genau sieht, runtersteigen, um so wenig wie möglich durch den Dschungel im Tal laufen zu müssen. In dieser Auflösung sieht es ja durchaus machbar aus )

  8. Erfahren
    Avatar von 5-oclock-charlie
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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #8
    Zitat Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen
    Ah, sehr schön, danke.

    Hast du zufällig dieses Bild in höherer Auflösung? (Für meine Tourplanung 2020. Da würde ich gerne am Ostende des Vájggántjåhkkå-Massivs, das man da auf der gegenüberliegenden Seite genau sieht, runtersteigen, um so wenig wie möglich durch den Dschungel im Tal laufen zu müssen. In dieser Auflösung sieht es ja durchaus machbar aus )
    sicher, schicke ich Dir heute Abend per PN
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  9. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #9
    OT:
    Zitat Zitat von 5-oclock-charlie Beitrag anzeigen
    Die Bilder liegen auf meinem privaten Webserver, der meines Wissen sauber ist und auch noch nie irgendwo sicherheitstechnisch aufgefallen ist. Ich habe die Bilder davon überall im Forum in verschiedenen Thread eingebunden und noch nichts derartiges gehört. Vielleicht ist Dein Browser da etwas sensibel
    Vermutlich, weil https://www.outdoorseiten.net/, die Bilder aber "nur" mit http eingebunden. A.k.a. "Mixed Content". Theoretisch könnte Schadsoftware bzw. "ein Hacker" den Request auf so ein Bild abfangen und umleiten und/oder irgendeinen Unsinn anrichten, bspw. das Bild manipulieren, mal vereinfacht ausgedrückt. Das hätte gar nichts direkt mit deinem Server zu tun. Ist aber relativ unwahrscheinlich; und damit auf dem Zielrechner auch etwas "passiert", müssen da noch ganz andere Dinge im Argen liegen.
    Geändert von Ljungdalen (08.11.2019 um 20:59 Uhr) Grund: typo

  10. Erfahren

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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #10
    Danke, das ist wohl die Ursache.

    Ansonsten: Tolle Bilder!

  11. Erfahren

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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #11
    Vielen Dank für diesen Bericht. Ich lese Deine Bericht schon wegen der kernigen Sprache wirklich gern.

  12. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #12
    Zitat Zitat von 5-oclock-charlie Beitrag anzeigen
    sicher, schicke ich Dir heute Abend per PN
    Hab ich, auch hier vielen Dank.

  13. Fuchs
    Avatar von Pfiffie
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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #13
    Auch hier noch mal vielen Dankfür die tollen Bilder und deinen Bericht. Komischer weise kaufe ich bei den Hütten auch mind. immer eine Cola und ein Bier, Gedankenübertragung in Lappland
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

  14. AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #14
    charlie, mal wieder ein genial geschriebener Bericht. Du hast richtig Glück gehabt mit dem Wetter. Als ich die Tour anno 2012 machen wollte hat es geregnet wie zu Noahs Zeiten, hab dann abgebrochen....

    Vielen Dnak für die Bilder, den Bericht und das Fernweh. Ich hab da noch ne Rechnung mit dem Skierffe offen
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

  15. Erfahren
    Avatar von 5-oclock-charlie
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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #15
    Zitat Zitat von Mika Hautamaeki Beitrag anzeigen
    charlie, mal wieder ein genial geschriebener Bericht. Du hast richtig Glück gehabt mit dem Wetter. Als ich die Tour anno 2012 machen wollte hat es geregnet wie zu Noahs Zeiten, hab dann abgebrochen....

    Vielen Dnak für die Bilder, den Bericht und das Fernweh. Ich hab da noch ne Rechnung mit dem Skierffe offen
    Bei miesem Wetter hätte ich mir die Tour bestimmt auch gespart und mich anderweitig vergnügt.
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  16. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: [SE] Kurzbesuch Skierffe – In 28 Stunden auf den Skierffe und zurück

    #16
    Zitat Zitat von Mika Hautamaeki Beitrag anzeigen
    Ich hab da noch ne Rechnung mit dem Skierffe offen
    He, He, In der Tat, wer nicht, wer nicht!
    Ausgetretene Pfade sind die sichersten, aber es herrscht viel Verkehr. Ergo: Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

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