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  1. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #21
    Mitreisende: Intihuitana
    Zitat Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
    Sehr interessant, der Bericht. Klar gibts Jaguare

    Mich würde mal interessieren, ob bei dem Tempo, welches ihr dort stromauf in der Wildnis erreicht habt, ihr die Durchquerung rein rechnerisch tatsächlich geschafft hättet? Hast du mit solch geringen Geschwindigkeiten gerechnet?
    Ja ich denke, dass wir es geschafft hätten. Es wäre nämlich auch ab irgendeinem Punkt wieder bergab und damit stromabwärts an einem anderen Fluss gegangen.

  2. Dauerbesucher
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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #22
    Eine Bootsfahrt die ist Lustig

    So kamen wir also wieder an unsere Einstiegsstelle in den namenlosen Fluss.
    Es war natürlich nicht geplant, dass wir auf dem Rio Huallaga weiter fahren, demenstprechend hatten wir von dem Teil keine Karten, aber ich hatte auf dem GPS Gerät noch Open Topo Maps. Das ist nicht sehr genau, reicht aber zumindest um Dörfer und den groben Flussverlauf zu sehen.
    Tropische Tieflandflüsse haben nämlich die Eigenart ihren Lauf alle paar Jahre zu ändern. Es entstehen immer wieder neue Nebenarme, Inseln und Altarme. Es ist daher nicht schlecht Abkürzungen zu finden wenn man sie denn kennt, anstatt eine riesige Aussenkurve fahren zu müssen.

    Direkt nach dem man wieder auf dem großen Fluss ist, kommt man erneut in eine Engstelle. Der gesamte Durchbruch von den ersten Stromschnellen, an denen wir glücklicherweise übergesetzt wurden, bis zu dieser letzten Engstelle wird "Pongo de Aguirre" genannt. Aguirre? Das kommt doch sicherlich dem einen oder anderen bekannt vor.
    Und ja tatsächlich, die Engstelle ist nach dem spanischen Abenteuerer Lope de Aguirre benannt, welcher diesen Durchbruch ins Amazonastiefland, als erster Weißer mit einer Expedition auf der Suche nach dem sagenhaften El Dorado, durchquerte.
    Der Aguirre, der letzlich von Klaus Kinski in Werner Herzogs berühmten Film - "Aguire, der Zorn Gottes" verkörpert wurde.

    Wir waren hier also gewissermaßen auf prominenten Spuren unterwegs.
    Die Pongo de Aguirre ist in der Regenzeit ein gefährlicher Schlund, der kaum noch mit Booten durchquert werden kann. Die kleinen Dörfer und Weiler, die am Durchbruch liegen, sind dann von manchmal für Wochen von der Aussenwelt abgeschnitten.

    Vor uns lag also die Engstelle, an der der Rio Huallaga durch die allerletzten Ausläufer der Anden durchbricht.
    Da von nun an keine Stromschnellen zu erwarten mehr waren, habe ich auch meine Kamera ins Daypack genommen, so dass ich nun auch vom Boot aus Fotos schießen konnte.


    Die mit dichtem Regenwald dicht bewachsene Engstelle. Zur rechten die Cordillera Azul, zur linken die Cordillera Escalara.




    Es tat natürlich weh zurückzublicken und dran zu denken was uns alle entgangen ist.
    Aber es half alles nix. Es musste irgendwie weiter gehen.
    Nachdem wir aus der Engstelle herauskamen tauchten auch schon einige Höfe auf. Die großen Tropenströme sind ja auch die Hauptverkehrsadern des Amazonasbeckens. Dementsprechend würden wir jetzt auch nicht mehr alleine sein.
    Immer wieder kommen einem Boote entegegen und jeden Tag kamen wir auch an Dörfern vorbei.


    Erster Hof nach der Engstelle

    Wir waren jetzt im Amazonastiefland angekommen. Es kamen zwar noch einige winzige Hügel und hohe Ufer vor, jedoch waren die Andenkordilleren jetzt entgültig zu Ende.


    Familie im Einbaum

    Leute die uns begegneten, reagierten recht zurückhaltend auf uns. Es scheint hin und wieder Rafting Touren auf dem Rio Huallaga zu geben, doch wirklich gewöhnt ist man Touristen hier nicht.


    Blick auf die Cordillera Azul

    Jetzt wo man sich immer weiter von den Berghängen entfernte, tauchten sie auch irgendwann sichtbar auf. So konnten wir wieder einen Blick darauf erhaschen, was uns verwehrt blieb und uns grün und blau ärgern.


    Steilufer

    Der Fluss hatte hier auch noch gut Strömung, so dass man ordentlich voran kam. Was allerdings immer wieder zu Verzögerungen führte, waren die vielen Untiefen und Steinbänke auf denen man plötzlich auflief und das Boot rausziehen musste.


    Truthangeier auf einer Flussbank



    Das finden einer Übernachtungsstelle war allerdings gar nicht so einfach. Wir hatten nun mal nur Hängematten und Tarps dabei. Hier waren die Ufer oft kein Primärwald mehr, sondern meist Bananenplantagen oder Sekundärwald. Dazu kam dass man an den Aussenbiegungen des Flusses oft mehrere Meter hohen Prallhang hatte, den man nicht überqueren konnte.
    Es boten sich die Sandbänke an, wo man natürlich keine Hängematte aufbauen kann.
    So musste halt eine Lösung gefunden werden. Hängematte an der Ridgeline oder dem Stock befestigen, dass man sowas wie ein Moskitozelt, enthält, ging zwar, war aber natürlich nicht wie wie die Sache eigentlich gedacht war, so dass es durch fehlende Luftzirkulation brutal heiß wurde.


    Geht auch so


    Am Feuer hats weniger Sandfliegen ensprechend lange hielten wir uns da auf


    Wer auf dramatische Wolken steht, für dne ist das Amazonasbecken genau richtig




    Cordillera Escalara

    Am nächsten Tag ging es wie immer mit dem ersten Morgenlicht weiter. Die Sonnenauf und Untergänge nah am Äquator sind immer so extrem abrupt. Es gibt kaum eine Dämmerung. Eine halbe Stunde nach Sonnenuntergang ist es bereits Stockfinster und genau so beim Sonnenaufgang. Daher sollte man rasch sein und die kühlen Stunden nutzen.
    Langsam stellte sich so etwas wie eine gewisse Routine ein, was das paddeln angeht. Langsam lernt man den Fluss zu lesen und weiß wo man am besten fährt.
    Im Gegensatz zum Durchbruchstal, wo wir immer in Sorge waren, bloss nicht in Stromschnellen oder Strudel zu kommen, war es hier jetzt genau umgekehrt. Die Strömung des Flusses wurde immer langsamer und unsere Hauptbeschäftigung war es immer den strömungsreichsten Teil zu suchen, welche in der Regel an den Aussenbiegungen der Mäander zu finden waren.
    Da Packrafts nun mal nicht wirklich schnelle Boote sind, musste halt ordentlich gepaddelt werden.
    Vor allem wenn der Strom mal gerade lief und es keine Kurven gab, wurde er sehr langsam und man musste fast alles an Bewegung durch Paddeln rausholen.


    Steilufer werden immer niedriger






    Immer wieder kommt man auch an Dörfern vorbei

    Es tauchten jetzt auch die ersten Flussdelfine auf. Ich hätte nicht gedacht hier schon welche zu sehen. Und vor allem nicht so viele. Jeden Tag haben wir 5-10 Begegnungen mit ihnen gehabt. Leider ist das fotografieren nicht gerade leicht, da die Rückenflosse immer nur kurz auftaucht und dann an einer ganz anderen Stelle wieder hervorkommt.

    Wenn wir die Möglichkeit hatten, dachten wir uns, übernachteten wir in Dörfern, statt an Sandfliegen verseuchten Ufern.
    Das erste Dorf war nach 2 Tagen, Papaplaya.
    Hier wurden wir natürlich wieder, wie Ausserirdische angestarrt.
    An der Plaza de Armas, gab es auch eine kleine Hospedaje, vermutlich in erster Linie für Landarbeiter und Handelsreisende gedacht. Wir kamen für einen geradezu lächerlich günstigen Preis unter.


    Anlegestelle von Papaplaya

    In der Nacht wurde dann T. krank. Es war die typische Montezumas Rache.
    Es war wohl nur eine Frage der Zeit bis es passieren würde. Eigentlich ist es eine normale Reaktion, die zu erwarten war. Der Körper ist all diesen neuen tropischen Keimen ausgesetzt, die große Hitze und Luftfeuchtigkeit sorgen für den Rest.
    Wir filterten Wasser aus den Flüssen und natürlich kann es da immer mal passieren, dass ein paar Tropfen kontaminiertes Wasser unbeabsichtigt in die Flasche kommen.
    Das ich nicht krank wurde (Auf der ganzen Reise kein einziges mal), liegt wohl vermutlich daran, dass ich viel in südlichen Ländern unterwegs bin und Wasser aus allen möglichen Quellen ungefiltert trinke, was mir über die Zeit einen recht stabilen Magen verliehen hat.
    Jedenfalls mussten wir unseren Aufenthalt um einen Tag verlängern und dann sehen wie es ihm am nächstne Tag gehen würde. Ich glaubte nicht, dass die Geschichte länger als nen Tag anhalten würde.
    So hatte ich also einen Tag um das Dorf und die Umgebung zu erkunden, während T. sich ausruhte.

    Interessanterweise haben sich die Leute, jetzt am zweitne Tag plötzlich viel offener gezeigt. Ich habe ca. 3 Stunden mit dem Besitzer des Restaurants wo ich Frühstück aß über Gott und die Welt geredet.
    Danach war ich angeln und fing einen kleinen Fisch. Die Blinker taugten nix im trüben Wasser, aber ich bekam von den Dorfbewohnern ein paar Hühnereingeweide.
    Den Fisch ließ ich nachher von einer der Frauen an einem Straßenimbiss grillen.


    Straßenszene in Papaplaya







    Nachmittags kam noch n Typ mit seinem TukTuk angefahren und fragte ob ich nicht mit ihm durch die Gegend fahren will und er zeigt mir einen Aussichtspunkt.
    Da war ich zuerst etwas skeptisch ob nicht um die Ecke seine Homeys mit der Machete warten um mich auszurauben, aber da er ein Kleinkind dabei hatte, vermutete ich mal keine bösen Absichten und kam mit. Ansonste würds halt ne Keilerei geben müssen.


    Der Aussichtspunkt



    Glück gehabt, der Mann war eine gute Seele und wollte nicht mal auf mein Bitten Geld, für unsere Spritztour durch die Umgebung.
    Abends ging es T. auch wieder deutlich besser. Er konnte auch schon wieder essen und wir am nächsten Tag weiter.

    So ging es wieder auf den Fluss nach diesem unfreiwilligen Zwischenstop.
    Die Tagesabläufe der nächsten Tage waren eigentlich fast immer gleich. Viel passiert halt auf dme Fluss nicht. Und bis auf die Delfine einige Vögel und einen riesigen Arapaima (größter Süßwasserfisch der Welt), der fast mein Boot rammte, war auch nicht allzu viel Wildlife zu sehen.
    Ich muss zugeben, es wurde mir etwas langweilig und das ewige paddeln ohne wirklich schnell voran zu kommen ödete mich etwas an und war froh wenn wir endlich in Yurimaguas ankommen würden.
    Ich machte in den nächsten Tagen kaum noch Fotos, nur wenn mir etwas sehr interessant erschien.


    Hoazin

    Diese Hoazin Vögel, auch Stinkvögel genannt, gehören entwicklungsgeschichtlich zu den primitivsten Vögeln. Was sie ausserdem besonders macht, ist dass sie ein Verdauungssystem ähnlich den Wiederkäuern haben.


    Silberreiher

    Die mit Abstand häufigsten Tiere an den Flüssen des Amazonasbeckens sind die Silberreiher.



    Da man sich nach ein paar Stunden Fahrt auf dem Wasser ordentlich aufheizt, haben wir an solchen Sandbänken auch immer wieder Pause gemacht und haben uns samt unseren Klamotten im Fluss abgekühlt.

    Ein weiteres Dorf an dem wir vorbei kamen, war Shucshuyacu. Hier begrüßte uns der Bürgermeister persönlich und dankte uns tausend mal, dass wir sein schönes Dorf besuchen.
    Bier gabs auch.


    Anlegestelle von Shucshuyacu


    Spektakulärer Sonnenuntergang

    So kamen wir also nach 6 Tagen seit unserem Aufbruch von der Cordillera Azul in die Stadt Yurimaguas.
    Es ist die größte Stadt weit und breit und wichtiger Amazonashafen, da die Straße hier endet und alles auf die Schiffe verladen werden muss.


    Einfahrt nach Yurimaguas

    Die Idee mit dem viel zu langsamen Packraft jetzt noch fast 800 km. bis nach Iquitos zu fahren, ließ mich erschaudern.
    Wir besprachen also das weitere Vorgehen.
    Da es hier Internet gab, schaute ich mir mal auf Google maps die Lage der Umgebung an.
    Ärgerlicherweise ist bei Yurimaguas schon fast alles abgeholzt. Würde man aber mit dem Flussdampfer bis nach Lagunas herunterfahren, dann hätte es dort einen interessanten Schwarzwasserfluss, den man eventuell mit dem Packraft hochfahren könnte um sich dann ein kleines Dschungelcamp zu bauen und von dort den Wald zu erkunden.
    Mein Fuß hatte sich jetzt auch gut erholen können und Wanderungen im Flachland mit wenig Gepäck müsste locker gehen.
    So holten wir uns also unsere Tickets für den Flussdampfer nach Lagunas und erkundeten noch etwas die Stadt, die mit einem hübschen Zentrum aus der Zeit der Kautschutbarone punkten kann.





    Die Fahrt auf dem Flussdampfer ist ein Erlebnis das man sich mal angetan haben sollte.
    Das Boot transportiert sowohl Menschen als auch Güter.
    Eine Trennung zwischen beiden gibt es nicht. Auch in der "Passagierkabine" ist alles randvoll mit Eierkartons, Fernsehern und was man nicht alles braucht.
    Die Leute hängen ihre Hängematten irgendwo auf wo noch Platz ist. So haben wir uns auch so schnell wie möglich installiert.
    Liegt man erstmal in seiner Matte, ist die Fahrt bequemer als mit jedem anderen Verkehrsmittel. Ich bin schwer dafür Hängematten auch in Zügen einzubauen.






    Spaß auf dem Flussdampfer

    Es sind auch immer ein paar ausländische Touristen unterwegs. Für die Fahrt nach Lagunas muss man mit ca. 12 Stunden rechnen. Nach Iquitos wäre man 3 Tage unterwegs.

    In Lagunas existiert ein bescheidener Tourismus, durch den nahegelegene Pacaya Samira Nationalpark, einen der größten Perus.
    Dies war aber nicht unser Ziel, denn man darf das Gebiet nicht ohne Guide und gebucht Tour besuchen.
    Unser Ziel war der nahegelene Rio Aypena.
    Wir erkundigten uns noch im Dorf ob da alles ok ist und man dort rein könne. Alles in Ordnung bescheinigte man uns.

    Mit einem Motorboot setzten wir am nächstne Tage zur Mündung des Rio Aypena über.
    Hier befindet sich ein kleines Dorf von einer indigenen Gemeinde. Man soll sich aber nicht die romantisch verklärten Wilden mit Baströcken und bunter Körperbemalung vorstellen.
    Die Leute hier tragen schon lange Jeans, Gummistiefel und Motorsäge.
    Wir schüttelten erst mal ein paar Leuten die Hand und bauten vor dem versammelten Dorfe unsere Packrafts auf. So etwas hatte man hier noch nicht gesehen.
    Schnell stachen wir in See und konnten den fast strömungsfreien Rio Aypena hochpaddeln.
    Das Wasser war im Gegensatz zum Rio Huallaga Kaffee braun und noch eine Spur wärmer.
    Man konnte direkt an den Ufern sehen, dass diese hier von wildem Wald gesäumt werden und ich freute mich schon was wir wohl entdecken würden.
    Nach ca. einer Stunde paddeln kam plötzlich ein Motorboot angebraust und hielt vor uns an.
    Man ließ uns nicht weiterfahren und befahl uns mitzukommen.
    Völlig verwirrt taten wir vorerst wie uns geheißen wurde und wir wurden zurück ins Dorf gebracht.
    Hier wurde uns erzählt, dass der Fluss Stammesterritorium ist und wir ihn allein überhaupt nicht befahren dürfen sondern nur mit einem lokalen Guide.
    Jetzt sagte man uns das ?! Wir waren von dem selben verdammten Dorf gestartet und da hat man uns nur zugesehen und niemand hat etwas gesagt. Wieso zum Teufel haben sie uns das nicht von Anfang an erzählt? Auch in Lagunas in der Agentur hieß es, das wir ohne Probleme alleine auf den Fluss können.
    Jedenfalls mussten wir jetzt unsere Passdaten in ein Buch schreiben, es wurde telefoniert und irgendwelche Ältesten mussten eintreffen um über uns zu befinden.
    So warteten wir mehrere Stunden bis am frühen Nachmittag endlich die wichtigen Leute eintrafen, wir einen Haufen Hände schütteln mussten und man uns erklärte, man sei zu der Entscheidung gekommen, dass wir nicht bestraft würden, aber das Dorf verlassen sollen.

    Das wars. So viel Pech kann man nicht haben, dachte ich mir. Meine Motivation noch irgendetwas in diesem verdammten Regenwald zu machen war auf 0 gesunken.
    Ein paar Teenager aus dem Dorf hatten Mitleid mit uns, und hatten wohl auch eine andere Meinung über die ganze Geschichte, als die Älteren des Dorfes, und baten uns an, uns mit ihrem Motorboot zurück nach Lagunas zu bringen.

    Ich hatte die Schnauze voll, wir beide hatten sie voll. Ich wollte nur noch weg hier. Ich betrank mich erstmal in der Dorfspelunke. Am nächsten Tag nahmen wir ein Schnellboot zurück nach Yurimaguas und von dort ein Collectivo nach Tarapoto.
    Hier mussten wir uns überlegen, was wir denn jetzt noch als nächstes tun könnten. Ich war kurz davor die Reise abzubrechen...
    Geändert von Intihuitana (06.11.2019 um 19:41 Uhr)

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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #23
    Immer, wenn es besonders spannend ist, hört der Bericht erstmal auf....
    Two roads diverged in a wood, and I—
    I took the one less traveled by,
    And that has made all the difference (Robert Frost)

  4. AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #24
    Hallo, ich habe mal eine Bitte: könntest du deine Fotos mit dem in deiner Galerie angebotenen mittleren Link "Verlinktes Medium:" einbinden? Dann käme man mit wenigen Klicks gleich zur Vollbildvariante. So wie jetzt muss man sich langwierig durch die Galerie wühlen, bis man das Foto in groß ansehen kann. Einfach den Link dort vollständig kopieren und im Text einfügen.

    Und noch eine Bitte: Links zu Google Map mit Markern zB auf der Mündung des Rio Aypena oder auch des Flusses, den ihr am Anfang in die Wildnis rein probiert habt (hier?). Den Rio Aypena habe ich zwar mittlerweile gefunden, aber auch nur, weil ich zusätzlich auf der OSM nachgeschaut habe.

    Gruß Michael

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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #25
    Zitat Zitat von Spartaner Beitrag anzeigen
    Hallo, ich habe mal eine Bitte: könntest du deine Fotos mit dem in deiner Galerie angebotenen mittleren Link "Verlinktes Medium:" einbinden? Dann käme man mit wenigen Klicks gleich zur Vollbildvariante. So wie jetzt muss man sich langwierig durch die Galerie wühlen, bis man das Foto in groß ansehen kann. Einfach den Link dort vollständig kopieren und im Text einfügen.

    Und noch eine Bitte: Links zu Google Map mit Markern zB auf der Mündung des Rio Aypena oder auch des Flusses, den ihr am Anfang in die Wildnis rein probiert habt (hier?). Den Rio Aypena habe ich zwar mittlerweile gefunden, aber auch nur, weil ich zusätzlich auf der OSM nachgeschaut habe.

    Gruß Michael
    Wenn ich den mittleren Link nehme, dann hat man aber im Reisebericht nur einen Link stehen anstatt Bilder.

    edit: Ok habs eben getestet. Das geht.

    Nein die Koordinaten der Einstiegsstelle ist hier: https://www.google.de/maps/place/6%C...!4d-75.8946559

  6. AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #26
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen

    Am Feuer hats weniger Sandfliegen ensprechend lange hielten wir uns da auf
    Oh man, das hätte ich nicht ausgehalten. Bei 40°C noch in der Nähe eines Feuers abhängen? Darum haben wir Kochen nur auf den Abend beschränkt und natürlich nur gekünzelt. Morgens gab es ausschließlich am Abend vorher kalt angerührtes Müsli und kalt angerührten Kaffee. Ich bin jetzt großer Freund von kalter Küche und werde mir wohl noch mal die entsprechenden Fäden zu Gemüte führen, so wie diesen hier oder den da.

    Ich nehme an, ihr hattet angenehmere Temperaturen. Hast du mal gemessen? Weht da vielleicht ab und zu ein frischer Wind von den Bergen runter?
    Geändert von Spartaner (06.11.2019 um 21:48 Uhr)

  7. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #27
    Es war schon recht heiß. Ich schätze schon so 35 °C am Tage und bei der 100% Luftfeuchtigkeit gefühlt deutlich wärmer.
    kühlenden Wind gabs manchmal am Nachmittag.
    Feuer hab ich jeden Tag gemacht, an dem wir draussen pennten.
    Ich schrieb ja bereits, dass mir hohe Temperaturen nix ausmachen und T. gewöhnte sich auch recht schnell an die schwüle Hitze, er war ja auch öfters in den Tropen.
    Kann mir aber vorstellen, dass für Menschen die mit Wärme Probleme haben, so ein Trip noch deutlich anstrengender wäre. Aber schick mich dafür mal in den Sarek

  8. AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #28
    Hier noch die Tageshöchsttemperaturen bei dir und bei mir. War tatsächlich viel angenehmer bei dir.


    edit: Zeigt auch dieser Beitrag hier: https://ipad.fas.usda.gov/cropexplor...=9%2f30%2f2019
    Geändert von Spartaner (07.11.2019 um 17:54 Uhr)

  9. AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #29
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Nein die Koordinaten der Einstiegsstelle ist hier: https://www.google.de/maps/place/6%C...!4d-75.8946559
    Danke. Den Fluss hatte ich aus der Ferne nicht für voll genommen, weil es auf den ersten Blick zumindest anfangs total zersiedelt aussah.
    Jetzt sehe ich, dass das alles abgerutschte Hänge sind, heftige Erosion dort, oder blanke Felsen.

    Ab hier wäre der Fluss sogar wieder zahm geworden, richtig gemütlich mäandriert er dort oben.

  10. AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #30
    Schade, dass Ihr die Tour so abbrechen musstet. Hätte gerne mehr aus Urwald erfahren und mehr gesehen
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

  11. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #31
    Der erste Abbruch ist zwar Ärgerlich aber ließ sich wegen deiner Fußverletzung wohl nicht vermeiden.
    Der zweite Abbruch würde mich dagegen richtig ankotzen, vor allem weil ihr schon so viel Zeit und Energie reingesteckt habt zum Startpunkt zu kommen
    Trotzdem finde ich deinen Bericht sehr inspirierend und ich bekomme Lust selber mal so eine Tour zu machen. Mit dem Packraft solche schmalen Regenwaldflüsse langzupaddeln reizt. Allerdings würde ich die große Hitze vermutlich nicht vertragen.

  12. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #32
    Zitat Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    Der erste Abbruch ist zwar Ärgerlich aber ließ sich wegen deiner Fußverletzung wohl nicht vermeiden.
    Der zweite Abbruch würde mich dagegen richtig ankotzen, vor allem weil ihr schon so viel Zeit und Energie reingesteckt habt zum Startpunkt zu kommen
    Trotzdem finde ich deinen Bericht sehr inspirierend und ich bekomme Lust selber mal so eine Tour zu machen. Mit dem Packraft solche schmalen Regenwaldflüsse langzupaddeln reizt. Allerdings würde ich die große Hitze vermutlich nicht vertragen.
    Ja es war definitiv ein absolutes Motivationstief. Ich weiß nicht ob ich jemals auf ner Reise derartig demotiviert gewesen bin.
    Aber ich habe mich ja letzlich wieder gefangen und es ist nicht aller Tage Ende.
    Und um die Erfahrungen bin ich ja jetzt reicher. Zum Glück habe ich nachher auf dieser Reise noch zwei Touren durch Regenwald gemacht.

    Und die C. Azul ist noch nicht abgeschrieben. Nächstes Jahr wird es auf jeden Fall einen zweiten Versuch geben.

  13. Dauerbesucher
    Avatar von Feurio
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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #33
    Wirklich wieder mal vom Feinsten, Dein Bericht! Ich lese sehr gespannt mit, was noch alles kommt.
    Übrigens würde ich meinen, dass es Seidenreiher sind (schwarze Beine) und keine Silberreiher (gelbe Beine, größer)

  14. AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #34
    Zitat Zitat von Feurio Beitrag anzeigen
    Übrigens würde ich meinen, dass es Seidenreiher sind (schwarze Beine) und keine Silberreiher (gelbe Beine, größer)
    Ich verteidige die Silberreiher!

  15. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #35
    Neu orientieren

    Irgendwie musste wieder Schwung in diese Reise gebracht werden. Hier in Tarapoto zu verweilen, würde uns nur herunterziehen.
    Es musste also ein neues Ziel her, auch wenn nur Backpacking und Sightseeing sein würde. Hauptsache man kann sich mal neu orientieren.
    Das Städtchen Chachapoyas, würde sich anbieten, da es ohnehin auf dem Weg Richtung Küste lag.

    Ich bin bei meinem letzten Peru Besuch schon einmal in Chachapoyas gewesen. Von hier aus haben wir damals die Expedition in den Nebelwald gestartet.
    Lohnt es sich dort noch mal hin zu gehen?
    Ja aus zweierlei Gründen. Erstens ist die Stadt klein und gemütlich. Es geht einem keiner auf die Nerven und man kann sich gut entspannen.
    Darüberhinaus gibt es im Umland sehr viel zu sehen, darunter auch noch einiges was ich nicht gesehen hatte.

    Man kann hier viele Tageswanderungen zu riesigen Wasserfällen oder Ruinen der Chachapoyaskultur unternehmen.
    Ich sah diese Tagestrips als gute Möglichkeiten um zu testen, was meinem Fuß mitlerweile zuzutrauen war.
    Ich hatte ihn durch die Bootstour zum Glück über eine Woche gut schonen können.
    Würde der Fuß sich jetzt habwegs gut anstellen, dann könnte ich eventuell wieder andere Mehrtagestouren in Betracht ziehen, würde er Probleme machen, müsste ich wohl meine gesamte Reiseart von Grundauf umändern müssen, eventuell auch früher nach hause kommen.

    So führte uns die erste Tageswanderung zu den nahegelenen Goctawasserfällen.
    Gocta ist mit 771 Höhe der vierthöchste Wasserfall der Erde, welcher sich auf zwei Ebenen in die Tiefe stürzt.
    Um Gocta ist mitlerweile einiges an lokalem Tourismus entstanden.
    Allgemein scheinen es Peruaner zu lieben, jeden noch so kleinen Wasserfall, der in Straßennähe ist, zum Touristenmagnet zu vermarkten und ein Kassenhäuschen hinzustellen.
    Bei Gocta ist dies immerhin gerechtfertigt. Nicht nur ist der Wasserfall riesig, sondern er befindet sich auch in einer äusserst spektakulären Landschaft.
    Mit dem Collectivo fährt man bis zur Abzweigung und nimmt dort ein Collectivo und daraufhin ein Tuktuk bis zum Dorf San Pablo.
    Hier heißt es Ticket kaufen und man darf das NAturreservat betreten.

    Durch hübschen Nebelwald führt der Pfad zum Wasserfall.








    Epiphyten in allen Formen und Farben






    Erster Blick auf den Gocta Wasserfall


    Ganz nah am oberen Wasserfall


    Fehlen nur noch die Dinosaurier

    Vom oberen Wasserfall läuft man dann hinab zum unteren. Hier hat es reichlich Touristenströme. Zum oberen Wasserfall hingegen verlaufen sich nur wenige.

    Die Wanderung ist nicht nennenswert schwierig. Man läuft auf einem gut angelegten Pfad, hat aber ein paar Höhenmeter zu bewältigen.
    Ich war nach dieser Wanderung aber überrascht wie gut sich der Fuß anfühlte.

    Eine weitere Wanderung führte zu den Wasserfällen von Yumbilla. Diese sind sogar noch höher als Gocta und sollen die dritthöchsten Wasserfälle der Welt sein.
    Über drei Stufen und 870 stürzt dieser Wasserfall in die Tiefe.
    Im Gegensatz zu den schon recht bekannten Goctafällen, kommt fast niemand nach Yumbilla und man läuft fast dne ganzen Tag alleine.


    Blick von oben auf die zweite Stufe

    Zur dritten Stufe kann man nur durch abseilen und einen lokalen Guide kommen. Das haben wir uns gespart und uns nur die oberen beiden Stufen angesehen.


    Erste Stufe

    Auch hier hat der Fuss sich sehr gut angefühlt. Ich war mitlerweile so zuversichtlich, dass ich jetzt wirklich wieder über eine Mehrtageswanderung nachdenken konnte.

    Nachdem wir genug von Wasserfällen hatten, gingen wir noch nach Kuelap. Da war ich zwar schon aber T. nicht und ausserdem gab es einen schönen Wanderweg hoch, den ich noch nicht kenne.
    Ich habe in meinem Chachapoya Bericht von 2017 schon recht ausführlich über das größte präkolumbianische Bauwerk Südamerikas berichtet, darum werde ich hier nix mehr dazu schreiben.



    Das interessante an der Landschaft hier sind die extrem ausgeprägten Mikroklimate. Während auf der Wetterseite eines Hanges tropischer Bergregenwald sein kann, hat man auf der anderen Seite Kakteengesäumte Trockenlandschaften, teilweise nur wenige km. voneinander entfernt.


    Blüte einer Tillandsie


    Trockenwaldbromelie


    Geier im Flug




    Aussenmauer von Kuelap

    Kuelap liegt auf 3000 m. und man steigt knapp 1500 m. Hier zeigt sich, dass wir beide doch recht unterschiedliche Leistungslevel haben und es kristallisierte sich heraus, dass wir uns wohl trennen würden, da T. keine Wanderung in den Anden machen wollte. Es fehlte ihm auch die Ausrüstung dafür.
    Vielleicht auch besser so.

    Nach also gut einer Woche in der Region Chachapoyas, ging es letzlich wieder Richtung Süden. Wir nahmen auf dem Weg noch Trujillo mit.
    Da kann man erstens surfen und sich die Monumente zweier präkolumbianischer Kulturen ansehen.
    Zuerst die größte Lehmstadt der Welt, ChanChan.
    Diese Stadt war die Hauptstadt des Chimureiches, welche vom 13.-15. Jhd. die nordperuanische Küste beherrschten.
    Sie waren die einzige ernstzunehmende Konkurrenz zum Inkareich, wurdne aber letzlich auch erobert.







    Als zweites besichtigten wir die Huaca de Luna, Die Mondpyramide. Diese und die nahegelene Sonnenpyramide gehörten der noch deutlich älteren Mochica Kultur.



    Nach diesem kurzen Zwischenstopp in Trujillo ging es dann zurück nach Lima, wo ich meine Bergwanderausrüstung deponiert hatte und sich letzlich T. und meine Wege trennten.
    Für ihn ging es weiter zu den Sehenswürdigkeiten um Cusco, für mich in die Hochanden, nach Huaraz...

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    Avatar von Sternenstaub
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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #36
    diese Wasserfälle sind schon sehr spannend. Irgendwie finde ich witzig, dass der 4.höchste besuchter als der 3.höchste ist, ist da die Anreise schwieriger?

    Ich hoffe, dass ihr trotzdem im Guten von einander geschieden seid, du und T, auch wenn es für ihn oder dich manchmal durchaus knirschte.

    Das Foto von dem Geier finde ich echt klasse, so einen Vogel würd ich zu gern auch einmal life sehen.

    freue mich auf weiteres!
    Two roads diverged in a wood, and I—
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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #37
    Zitat Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
    diese Wasserfälle sind schon sehr spannend. Irgendwie finde ich witzig, dass der 4.höchste besuchter als der 3.höchste ist, ist da die Anreise schwieriger?
    Yumbilla wurde erst vor recht kurzer Zeit "entdeckt" und ist noch nicht so promoted. Es liegt vermutlich auch an der Landschaft. Die ist nämlich bei Gocta deutlich spektakulärer.

    Zitat Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
    Ich hoffe, dass ihr trotzdem im Guten von einander geschieden seid, du und T, auch wenn es für ihn oder dich manchmal durchaus knirschte.
    Ja letzlich war alles ok zwischen uns. Wir waren offenbar auch einfach etwas zu verschieden. T. ist auf jeden Fall ein guter Kerl, aber es gibt Leute mit denen hat man sich auch einfach nicht gerade viel zu erzählen. Das ist auch immer das Problem, wenn man Reisepartner auf Facebook, oder im Internet allgemein findet.

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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #38
    Bin immer wieder überrascht, mit wieviel Wucht, Reichtum, Schönheit, Verschiedenheit...die zahlreichen präkolumbianischen/präinka Kulturen aufwarten.
    Und bin gespannt wie es in mir bekanntem Terrain nun weiter geht.

    Grüße von Tilmann

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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #39
    Huaraz

    Ich war jetzt also alleine und auf dem Weg nach Huaraz.
    Bereits in Chachapoyas habe ich mich informiert, was man in Huaraz denn so unternehmen könne, aber habe mich noch nicht entschieden. Laut Internet würde es in Huaraz Agenturen und alles mögliche geben um mich zu informieren.
    Letzlich kriegt man meiner Erfahrung nach von anderen Reisenden im Hostel auch oft gute Tips und Ideen für Aktivitäten.
    Huaraz an sich ist nicht unbedingt eine Perle. Die typischen niemals fertig gebauten Klötze, mit den oben heraus schauenden Armierungseisen dominieren das Stadtbild.
    Die wahre Perle sieht man jedoch von fast jeder Stelle der Stadt aus.
    Huaraz liegt direkt an den Füßen der Cordillera Blanca, dem höchsten und am stärksten vergletscherten Gebirgsmassiv Perus.
    Alpinisten, Kletterer und Wanderer aus aller Welt zieht es hierhin zu diesem gewaltigen Gebirge.
    Ich mietete mich im Big Mountain Hostel ein und schaute mich erstmal in der Stadt um.


    Blick von meinem Hostel auf die Cordillera Blanca

    Zu tun gab es in der Umgebung massig. Wichtig für mich war, egal was ich vorhabe, mich erstmal zu aklimatisieren. Also schaute ich nach Akklimatisierungstrips.
    Huaraz liegt bereits auf 3000 m. Das ist schon mal ganz gut für den Anfang, aber ich musste noch etwas höher hinaus.
    Eine oft gemachte und leichte Akklimatisierungswanderung ist die zur Laguna Wilcacocha, etwas südlich von Huaraz.
    Eine Kanadierin, welche am selben Tag wie ich angekommen war, hatte den selben Plan also zogen wir zusammen los.

    Die Wilcacocha liegt auf ca. 3700 m., wo ein einfach Pfad hochführt und es ist für die erste Akklimatisierungswanderung genau richtig.
    Auch musste ich stets auf meinen Fuß achten und sehen was er denn so taugt und was man ihm zutrauen kann.


    Kaktus am Weg


    Blick zurück ins Tal

    Was fast in den ganzen peruanischen Anden auffällt, ist dass praktisch alles mit Ortsfremdem Eukalyptus zugekleistert ist.
    Die ursprüngliche einheimische Polylepis Flora wurde so nahezu vollständig verdrängt, da Eukalyptus schnell und gerade wächst und das ideale Bau und Brennholz ist.




    Großartiger Blick auf die umgebende Bergwelt, welche die Lust erweckt, das alles zu erkunden


    Laguna Wilcacocha



    Nach dieser Wanderung schmiedeten wir schon den Plan für die morgige Aklimatisierungswanderung.
    Da sollte es nämlich noch etwas höher hinaus gehen.
    Sehr berühmt ist in den letztne Jahren die Laguna 69 geworden, die auf keiner "Bucketlist" fehlen darf.
    Das waäre aber sehr weit gewesen und man vebringt mehr Zeit in Collectivos als beim wandern.
    Deutlich näher und mit Sicherheit nicht weniger schön ist die Laguna Churrup welche viel besser zu erreichen ist und auch eine beliebte Tageswanderung darstellt.

    Hier fährt man mit dem Collectivo bereits auf 3900 m hinauf. Der See liegt auf 4450 m, also schon eine ordentlich Höhe.
    Für mich war dies bisher die höchste Meereshöhe und ich war gespannt wie der Körper wohl reagieren würde.
    Bisher habe ich noch nie irgendwie auf Höhe reagiert.
    So ging ich also mit meiner bezaubernden Begleitung, diesen Tagestrek an.




    Aufstieg





    Die Höhe machte mir tatsächlich nix aus, vom kürzeren Atem mal abgesehen.
    Ich hatte nun also zwei Aklimatisierungstreks hinter mir und es wurde Zeit zu überlegen was als nächstes kommen solle.
    Anbieten würde sich der Santa Cruz Trek, eine beliebte 3-4 Tageswanderung, in der nördlichen Cordillera Blanca.
    Dies ist keine all zu schwere Wanderung und wäre für meine Fußgeschichte vielleicht das vernünftigste.
    Allerdings reizte mich ein anderer Trek viel mehr.
    Nach allem was ich von anderen gehört habe, musste die Umrundung der Cordillera Huayhuash eine der spektakulärsten Wanderungen weltweit sein.
    Allerdings ist dies auch eine schwere Wanderung, konstant über 4000 m. und man muss für 8-12 Tage Vorräte mit sich führen. Ob dies so gescheit für meinen Fuß war?
    Ich konnte allerdings nicht anders und entschied mich es einfach zu versuchen. Im Gegensatz zum Niemandsland im Dschungel, ist dies ein beliebter Trek und es kommen immer wieder Leute vorbei. Also sollte es wirklich nicht mehr gehen, würde ich schon irgendwie da weg kommen.
    Es gibt einige Möglichkeiten diesen Trek zu begehen. Die meisten gehen mit einer geführten Tour mit Maultieren, Koch und Guide. Dort muss man nicht mehr als einen Tagesrucksack tragen.
    Keine Option für mich, wenn schon dann richtig.
    Zum Glück bietet Huaraz alles, was das Wandererherz begehrt, also kaufte ich mir noch Handschuhe und eine Inkamütze.
    Darüberhinaus kaufte ich auch eine Wanderkarte vom DAV für die Cordillera Huayhuash.
    Diese ist zwar nicht ganz günstig, aber mit Abstand die beste Karte, die man für diese Region bekommen kann.
    Auch gute GPX Treks zu verschiedenen Varianten, gibt es im Internet. Mit der Opentopo für Locusmaps von Peru, hatte ich so wirklich gutes Navigationsmaterial.

    Neben der bekannten Talroute, gibt es auch noch eine deutlich seltener begangene alpine Route.
    Für einige dieser Pässe braucht es jedoch Kletterausrüstung und man sollte es nicht alleine wagen. Andere Teile der alpine route, kann man allerdings auch ohne diese Ausrüstung machen.
    Ich hielt mir daher offen, an manchen Stellen auf die alpine Route zu wechseln.
    Alle Informationen zur alpine route gibt es hier:
    https://www.huayhuashalpinecircuit.com/

    Umrundung der Cordillera Huayhuash

    Es war also beschlossene Sache. Ich würde die Cordillera Huayhuash umrunden.
    Der übliche Startpunkt für die Umrundung ist das Dörfchen Quartelhuain. Würde man hier starten, würde man allerdings keine komplette Umrundung machen, sondern ein Stück auslassen. Ausserdem gibt es keinen lokalen Transport dahin, sondern man kommt nur mit einer Agenutr hin.
    Ich wollte aber die ganze Runde machen und nahm daher einen Bus nach Llamac, welches zumeist End aber auch Startpunkt für die Komplettumrundung ist.

    In dem Dörfchen Chiquian musste der Bus gewechselt werden.




    Chiquian

    Mit einem kleineren Minibus ging es daraufhin auf einer abenteuerlichen Strecke durch einen spektakulären Kakteengesäumten Canyon.
    Nicht selten sah ich schon mein letztes Stündlein geschlagen.


    Mit dem Minibus durch den Canyon

    Kurz bevor wir in Llamac ankamen, musste ich noch Wegezoll zahlen.
    Davon hatte ich schon gelesen und gehört. Früher wurden offenbar immer wieder Leute in der Cordillera Huayhuash überfallen. Dem wurde entgegengewirkt indem Wanderer jetzt für die verschiedenen Campstellen Wegezoll zahlen müssen, an die jeweiligen anliegenden Gemeinden. (Einige davon kann man übrigens umgehen, wenn man die alpine Route nimmt)
    Ich empfand dieses Konzept irgendwie seltsam. Es fühlte sich für mich immer noch ein wenig nach Wegelagerei an, anstatt dass man für den ganzen Trek einmal zahlt und gut ist.
    Es sei dem Wanderer also angeraten genug Geld, mindestens 200 Soles in kleinen Scheinen dabei zu haben, denn es ist eine peruanische Krankheit niemals Wechselgeld zu haben.

    In Llamac angekommen orientierte ich mich erstmal auf der Plaza de Armas.


    Plaza de Armas von Llamac

    Von der Plaza führt der Pfad direkt hoch ins Gebirge.
    Auf einem steilen Anstieg muss man direkt fast 1000 Höhenmeter bewältigen.
    Zuerst geht der Pfad durch die Terassen des Dorfes.




    Blick zurück ins Dorf

    Nur kurze Zeit nach meinem Start traf ich auf einen Wanderer, der ebenfalls aufstieg. Er stellte sich als Chris aus Oregon vor und hatte ebenfalls vor, die gesamte Umrundung zu machen.
    Wir verstanden uns auf Anhieb gut und hatten ein ähnliches Tempo, also liefen wir vorerst zusammen weiter.

    Der Aufstieg war schon recht heftig, da ich auch noch den schweren Rucksack mit Essen für 12-13 Tage dabei hatte. Das waren vermutlich schon so an die 25-27 kg zu Beginn.



    Nach dem Aufstieg gibt es zwei Möglichkeiten zum weitergehen. Der normale Weg führt über eine Kuppe, ein weitere führt entlang der Wasserleitung für die Bewässerung, nahezu gerade am Berghang entlang.
    Wir entschieden uns für die Wasserleitung.
    Hier läuft man parallel mit dem großen Trogtal zur rechten.


    Terassen bis fast auf den Gipfel


    Erster Blick auf die Gletscher

    Nach einer langen Kurve öffnet sich der Blick auf die Cordillera Huayhuash. Es ist eine gute Einleitung für die spektakulären Landschaften, welche in den nächstne Tagen folgen werden.


    Tillandsien


    Polylepiswald

    Entland des Weges kommt man immer wieder an kleinen Polylepiswäldern vorbei. Dies Bäume bilden in den Anden die Baumgrenze und sind die am höchsten wachsenden Bäume der Erde.
    Diese hier wachsen auf über 4000 m. aber sie kommen noch bis an die 4500 m. vor.
    https://de.wikipedia.org/wiki/Polylepis




    Immer näher kommt man an die vergletscherten Gipfel




    Bis in die unwirtlichsten Täler hat es Menschen verschlagen



    Wir hatten es nun bis zur Campstelle der Laguna Jahuacocha geschafft. Der heutige Tag war unerwartet anstrengend.
    Die aklimatisierung war wohl noch im Gange.
    Der Ausblick vom Camp war beindruckend. Man hat einen grandiosen Blick auf die größten Gipfel der Cordillera Huayhuash, den Jirishanca und den mit 6635 m. zweithöchsten Gipfel Perus, den Yerupaja.


    Campstelle


    Sonnenuntergang am Yerupaja

    Nach dem Sonnenuntergang wird es sehr schnell empfindlich kalt und man muss sich ins Zelt verziehen. Das ist eine der Sachen die schon recht gewöhnungsbedürftig sind beim Hochgebirgswandern so nah am Äquator. Die Nacht bricht schon um 18 Uhr herein und sie dauert 12 Stunden lang. Im Regenwald, kann man ja immerhin noch bis in die Nacht draussen am Feuer sitzen, aber hier wird es schnell so kalt, dass man eigentlich nix mehr machen kann.
    Das bedeutet, verdammt lange liegen, hat aber auch den Vorteil, dass man sich lange ausruhen und damit für den nächsten Tag gut regenerieren kann.
    So bettete ich mich also zu einer langen kalten Nacht...

  20. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: [PER,BOL] Zwischen Dschungel, Eis und Wüste - Abenteuer in Südamerika

    #40
    wirklich schade das es mit der Dschungelrunde nichts wurde, dafür freue ich mich über die spektakulären Bilder der Cordillera Umrundung. Hochgebirge ist doch einfach immer wieder Bombe!

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

    meine Weltkarte

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