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  1. [US] Wintertrekking im Grand Canyon und Road Trip dorthin

    #1
    Mitreisende: mariusgnoedel
    Diesen Januar ging es beruflich nach Las Vegas und anschließend in der "näheren" Umgebung für ein paar Tage in den Urlaub.

    Der ursprüngliche Plan und der Shutdown

    Ursprünglich wollte ich den Death Valley Nationalpark nochmals besichtigen und „bergsteigen“ und im Grand Canyon wandern.

    Leider gab es einige Tage vor der Abreise eine schlechte Nachricht: der Government-Shutdown wird noch nicht vorbei sein, wenn ich dort sein werde

    Das Death Valleys wurde deshalb gestrichen: manche der Orte waren wegen des Shutdowns nicht erreichbar und andere Bereiche waren gesperrt und einiges kannte ich schon von vorherigen Besuchen.


    Road Trip
    Stattdessen ging es zuerst mit dem Auto und zu Fuß los:
    Valley of Fire:
    Am 1. Tag ging es durch das Valley of Fire, ein State Park nördlich-östlich von Las Vegas, somit nicht vom Shutdown betroffen.

    Man kann dort wandern und es gibt

    a) einige Petroglyphen (In Felsen/Wüstenlack eingeritzte/eingeschabte Zeichnungen)



    b) viele Felsen: z.B. in Elefantenform



    oder c) Felse mit Maserungen



    und noch einiges mehr (versteinertes Holz,...).

    Zion Nationalpark
    Am 2. Tag ging es weiter zum Zion Nationalpark. Der Park war etwas vom Shutdown betroffen (keine Führungen), aber man musste deshalb auch keine Eintrittsgebühr zahlen Wegen des Winters (Eis, Steinschlag/Erdrutsche, Baustellen) waren trotzdem einige Sachen zu.

    Leider war es relativ nebelig, regnerisch und sehr matschig

    Bryce Canyon Nationalpark
    Den 3. Tag habe ich den Bryce Canyon Nationalpark besucht. Dieser war nur teilweise offen wegen Schnee/eingeschränktem Winterdienst durch Shutdown. Es wurde dafür kein Eintritt erhoben.

    Man konnte bis zum ersten Parkplatz fahren und dann "oben" bis zum Inspiration-Point weiterlaufen, ab Sunset-Point durch den 30cm Schnee. Auch die 8er-Kombi (Queen’s Garden, Peekaboo & Navajo Schleife) in den "Canyon" runter und rauf war möglich, mit entsprechender Ausrüstung (Trekkingstöcke + Spikes für die Schuhe) sogar relativ einfach.

    Am Anfang war es sehr nebelig und kaum Hoodoos (Felstürme) sichtbar Zum Glück wurde es besser

    Bryce Canyon im Winter:





    Monument Valley
    Das Monument Valley (und einige andere Sehenswürdigkeiten) kam am 4. Tag dran (kein Nationalpark=kein Auswirkung des Shutdowns) und durch den Wüstensand, Felsen und Matsch ging es zu den verschiedenen Felsen/Tafelbergen.


    Monument Valley mit Schnee:



    Monument Valley mit Schnee und Matsch:


    Es ging abends weiter Richtung Grand Canyon: es gab keine Wolken und somit durch den Vollmond relativ hell.

    Nach einem Tank- und Essensstop ging es nachts im Nebel am Grand Canyon entlang (auf dem Desert View Drive im NP) nach Tusayan (einem Dorf am Eingang des Nationalparks und letzte Übernachtung vor der Trekkingtour).

    Anschließend konnte ich meine Trekking-Tour im Grand Canyon mehr oder weniger wie geplant durchführen (siehe 2. Beitrag) und es ging anschließend wieder zurück ins kalte Deutschland.


    Fazit Road Trip:
    Super Road Trip abgesehen bis auf schlechtes Wetter und Nebel. Es war wenig los in den Parks.

    Trotz Winter waren die Straßen nicht vereist und zumeist auch gut geräumt. Es war viel zum Fahren, aber im Dunkeln ist es halb so schlimm.
    Geändert von mariusgnoedel (22.10.2019 um 21:44 Uhr)

  2. AW: Wintertrekking im Grand Canyon und Road Trip dorthin

    #2
    Wintertrekking im Grand Canyon


    Grand Canyon Nationalpark im Winter
    Im Winter ist der Nordzugang des Parks für Autos nicht erreichbar, aber man kommt an den Südrand (South Rim) des Grand Canyon.
    Prinzipiell kommt man auch im Winter vom Norden aus in den Grand Canyon. Allerdings sind es von Jacob Lake bis zum Nordrand ca. 70 km, man braucht dafür Langlaufski oder Schneeschuhe usw.

    Meine Tour - Kurzfassung
    Deshalb war mein grober Plan: am ersten Tag zum Besucherzentrum (Autoparkplatz) fahren, dann den Südrand entlang und den South Kaibab Weg hinunter zum Fluß wandern und auf der anderen Seite übernachten (Bright Angel Campground). Am nächsten Tag über den Fluß und den Bright Angel Trail hinauf bis zum Indian Garden Campground wandern und schließlich am dritten Tag den Bright Angel Trail voll hinauf und zurück zum Auto.

    Permit und Logistik
    Für die Übernachtungen braucht man ein Permit. Bei mir reichte es ein Formular auszufüllen und als Fax an den Nationalpark zu senden und einen Tag später gab es das Permit Im Sommer muss man früh dran sein und Glück in der Permit-Lotterie haben.
    Alternativ könnte man das Permit auch vor Ort bekommen, sofern die Büros nicht wegen eines Shutdowns geschlossen sind.

    Das meiste Essen (Instantpudding, Instantkaffee, Tütenessen, ...) für die Mini-Trekkingtour habe ich von Deutschland mitgebracht und es gab beim Zoll keine Probleme.

    Alkohol gibt’s in Las Vegas genug und fast überall - Brennspiritus für den Kocher gibt es auch, aber man muss länger im Walmart suchen.

    1. Tag (Mit Rucksack ca. 14 km und ca. 1400hm Abstieg)

    Es ging relativ früh los am Morgen. Zuerst gab es noch im Hotel ein Superfrühstück (für amerikanische Verhältnisse) mit frischem Obst, Vollkornbrot, Joghurt, Käse und Pancake-Automat .

    Dann bin ich mit dem Auto zum Canyon gedüst. Zum Glück gab es keine Warteschlangen an den verwaisten Zugangshäuschen und man brauchte auch keinen Eintritt zu entrichten.

    Vom Parkplatz am Besucherzentrums ging es zum Rand. Leider war das Wetter beim Sonnenaufgang so wie vorhergesagt: nebelig, bewölkt

    Was soll man bei so einem Wetter machen? Ich habe mich entschieden zurück zum Hotel zu fahren, den Pool zu benutzen, nochmals das Frühstücksbuffet zu besuchen und warten bis das Wetter besser wird.


    Nach einiger Zeit ging es zurück zum Park und endlich richtig los. Vom Besucherzentrum ging es zu Fuß dem Randweg (teilweise Schnee/Glätte) entlang zum Start des South Kaibab Trails.

    Zum Glück wurde das Wetter allmählich besser.




    Nach einem kurzen Besuch des Yaki Points (Aussichtspunkt) ging es abwärts. Zuerst ging es noch über Schnee und teilweise Eis.






    Kurz vor dem Ooh Aah Point war es vorbei mit dem Eis/Schnee auf dem Weg



    Es ging immer weiter abwärts vorbei am Cedar Ridge



    über viele Stufen, Serpentinen




    Nach einiger Zeit sieht man zum ersten Mal den Fluß beim Tipoff




    Unten in der Talsohle ging es dann über die schwarze Brücke über den Colorado



    und vorbei an einigen prähistorischen Ruinen der Anasazi zum Bright Angel Camp.


    Es gab (noch) genügend Auswahl an freien Plätzen. Ich habe mir ein Platz nicht zu nahe am Bright-Angel-Bach (relativ laut) und nicht zu nahe am Toilettenhaus ausgesucht. Nach dem Aufstellen des Zelts inklusive Verbiegen einiger Heringe (harter Boden) hatte ich genügend Zeit meine Sachen zu sortieren, Flaschen aufzufüllen, ...

    Jeder Platz verfügt über einen Tisch mit Bänken und eine relativ große Box zum Verstauen/Verstecken der Lebensmittel vor Tieren. Zudem gibt es einen Pfosten zum Rucksack aufhängen (wegen den Erdhörnchen) und eine “Schaukasten” für den Permit.



    Nach dem Abendessen habe ich noch an der Phantom Ranch vorbeigeschaut und bin eine kleine Rundtour gegangen: über die silberne Brücke auf die andere Seite des Colorados und dann über die schwarze Brücke wieder zurück. Das Tal war schon im Schatten, aber manche Felsen waren noch in der Sonne.

    Später Abend wurde es zuerst richtig dunkel. Aber später stand der Vollmond hoch genug und man konnte wieder ohne Stirnlampe unterwegs sein.
    Nachts wurde es richtig kalt: von ca. 9°C fiel das Thermometer auf 1°C. Zum Glück war mein Schlafsack warm genug

    2. Tag (Mit Rucksack ca. 400hm Aufstieg und ca. 8 km)

    Nach einem ersten kleinen Frühstück ging es nochmal eine Runde über beide Brücken. Langsam kam die Sonne raus und einige Teile des Canyons waren schön beleuchtet



    Danach ging es zurück zum Zelt: Sachen packen und anderen beim Frühstücken zuschauen



    Nachdem ich mein Zelt und die anderen Sachen im Rucksack verstaut habe, ging ich noch kurz meine Flaschen auffüllen. Als ich zurückkomme passiert es: zwei Raben versuchen aus meinem Rucksack Müsliriegel zu stehlen. Leider haben sie nur die leeren Verpackungen erwischt

    Schließlich ging es mit dem ganzen Gepäck über die Silberbrücke auf den Bright Angel Trail. Zuerst geht es einige Zeit relativ flach dem Fluß entlang bis zum River Rest House (im Winter kein Frischwasser), dann geht es bergauf Richtung South Rim



    Schneller als gedacht war ich schon am Indian Garden Campground. Hier sind die Campingstellen sogar besser ausgerüstet: Es gibt ein Dach über dem Tisch/den Bänken.

    Nach einem “Reservieren” eines Platzes (Zelt aufstellen) und Mittagessen ging ich den Tontotrail entlang bis zum Pipe Creek


    Auf dem Trail ist man zu dieser Jahreszeit fast alleine - es kam mir nur ein
    Trailrunner entgegen. Es ging zurück und weiter zum Plateau-Point.



    Nach dem Sonnenuntergang und Vollmondaufgang ging es zurück ins Zelt (Essen, Lesen, ...).


    3. Tag (Mit Rucksack ca. 900hm Aufstieg und ca. 11km)

    Auch in dieser Nacht wurde es kälter und morgens gab es Frost. Nach dem Frühstück und dem Packen der Sachen ging es früh los. Trotzdem kamen mir von oben schon die ersten Leute entgegen, zumeist Trailrunner.

    Unterwegs kam ich noch an Großohrhirschen vorbei die noch am Frühstücken waren und (versuchten sich zu verstecken?)




    Kurz vor dem Three Mile Resthouse gab es im Schatten ab und zu Eis: nach der Pause am Häuschen geht’s mit den Spikes weiter.

    Zudem begegnet man je weiter man nach oben kommt umso mehr Touristen kommen einem entgegen (zum Teil schlecht ausgerüstet frierend).



    Bright Angel Trail von unten



    Blick zurück Richtung Bright Angel Canyon



    Blick zurück zum Upper Tunnel

    Oben ging es den Randweg entlang zurück zum Besucherzentrum. Nach dem ich meine Sachen im Auto verstaut hatte und fuhr ich noch zum Mather Campground zu den Münzduschen :-)

    Rückreise
    Frisch geduscht startete ich die lange Fahrt nach Las Vegas. Unterwegs gab es
    noch einige Zwischenstopps (Essen, Tanken, Sachen sortieren, Koffer/Rucksäcke umpacken, ...).

    Leider hatte ich die Zeitumstellung zwischen Arizona und Nevada nicht berücksichtigt und ich war einiges zu früh am Flughafen.

    Fazit Trekking:
    Super! Einfacher als gedacht und trotz Shutdown durchführbar.

    Ausrüstung:
    Kleidung etwas zuviel dabei, das Meiste für schlechteres Wetter (Regen, Wind, Kälte) wurde nicht benötigt.

    Essen und Getränke (Kaffee ) hat gepasst - Kocher war wegen kalten Temperaturen hilfreich. Gaskocher wäre vermutlich leichter.

    Trekkingstöcke waren sehr hilfreich, vor allem wegen dem Schnee.

    Mein Spikes/Schuhkombi hatten leider kein Antistollvorrichtung (Schnee setzte sich fest).

    Zelt (Wechsel Scout), Schlafsack (Sea to Summit Spark III, alte Version mit Komforttemperatur 2°C) und Isomatte (Therm-a-Rest NeoAir Xlite) haben gepasst.

    Das Buch zum Lesen war relativ langweilig.

    Hilfreich waren die Ohrstöpsel (lauter Bach im Phantom Canyon).
    Geändert von mariusgnoedel (29.10.2019 um 13:56 Uhr) Grund: Fehler

  3. AW: [US] Wintertrekking im Grand Canyon und Road Trip dorthin

    #3
    Geht ja schon gut los...


    Nachtrag: Geniale Bilder. Schön den Ort mal zu einer anderen Jahreszeit zu sehen. Ist Schnee im oberen Bereich der Normalfall?
    Geändert von Mika Hautamaeki (24.10.2019 um 21:34 Uhr)
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

  4. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [US] Wintertrekking im Grand Canyon und Road Trip dorthin

    #4
    Wow, das erste Bryce-Bild ist der Hammer!
    Bin gespannt, was du noch im Kasten hast ...
    Kalender *Papageitaucher 2019*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  5. Fuchs
    Avatar von Rattus
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    AW: [US] Wintertrekking im Grand Canyon und Road Trip dorthin

    #5
    Überhaupt: Hammer-Fotos
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

  6. Dauerbesucher
    Avatar von blackteah
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    AW: [US] Wintertrekking im Grand Canyon und Road Trip dorthin

    #6
    Ich freu mich schon auf den Trekkingbericht.

    Toll zu sehen, wie es da überall im Winter aussieht! Hast du in Zion auch Fotos gemacht? Die Bryce Bilder sind echt der Hammer, wie sich der Schnee in den Hoodoos sammelt, einfach toll. Lag auf den Wegen den Canyon runter viel Schnee?

    Aber da hattest ja ein ganz schön strammes Programm für 4 (!) Tage.

  7. AW: [US] Wintertrekking im Grand Canyon und Road Trip dorthin

    #7
    Zitat Zitat von blackteah Beitrag anzeigen
    I
    Toll zu sehen, wie es da überall im Winter aussieht! Hast du in Zion auch Fotos gemacht?
    Ja, sind aber nicht so gutl. Es war zu regnerisch, bewölkt, matschig etc.

    Zitat Zitat von blackteah Beitrag anzeigen
    Lag auf den Wegen den Canyon runter viel Schnee?
    Es lag einiges an Schnee, aber nicht ganz so viel. Oben am Rand waren es ungefähr 30 cm.


    Zitat Zitat von blackteah Beitrag anzeigen
    Aber da hattest ja ein ganz schön strammes Programm für 4 (!) Tage.
    Ja. Allerdings kann man im Winter und mit Shutdown, Baustellen (z.B. kein Zugang zum Kolob Canyon im Zion), etc. nicht so viel machen wie im Sommer.


    Zitat Zitat von blackteah Beitrag anzeigen
    Ich freu mich schon auf den Trekkingbericht.
    Der ist jetzt da - 2. Beitrag.
    Geändert von mariusgnoedel (29.10.2019 um 10:29 Uhr)

  8. AW: [US] Wintertrekking im Grand Canyon und Road Trip dorthin

    #8
    Der Trekking Bericht ist im 2. Beitrag verfügbar.

    Zitat Zitat von Mika Hautamaeki Beitrag anzeigen
    Nachtrag: Geniale Bilder. Schön den Ort mal zu einer anderen Jahreszeit zu sehen. Ist Schnee im oberen Bereich der Normalfall?
    Jein. Im Januar wohl eher schon, Anfang Dezember eventuell noch nicht.
    Geändert von mariusgnoedel (29.10.2019 um 13:59 Uhr)

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    Avatar von blackteah
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    AW: [US] Wintertrekking im Grand Canyon und Road Trip dorthin

    #9
    Danke für den Bericht deiner Trekkingtour. So anders sieht es gar nicht aus als im Sommer . Die Strecke ist vermutlich auch viel angenehmer zu gehen, ohne die Affenhitze... Wobei mir bei den schneebedeckten Wegen wahrscheinlich schon ein bissl mulmig geworden wäre.
    Interessant auch, wie schlammig / braun der Colorado bei dir war.

    Schöne Fotos von den Hirschen. Ich hab mich immer so gefreut wenn ich die gesehen habe

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