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  1. Dauerbesucher
    Avatar von Blahake
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #81
    Mitreisende: vobo
    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    ...Kartoffelbrei war klasse, besonders mit Butter verfeinert (habe ein halbes Pfund mitgenommen, hat gut gehalten die 2 Wochen). Nudeln waren auch ok, haben aber 5 min Kochzeit gebraucht...
    Ja, Butter ist immer fein, ich gehe nicht mehr ohne. Braucht aber, besonders bei hohen Temperaturen, ein zuverlässig dicht schließendes Gefäß. Freut mich, wenn meine Vorschläge sich bewährt haben. Dass die Nudeln aber 5min gebraucht haben, wundert mich, Snabmakkaroner sollten höchstens drei brauchen, eher weniger.

    Zitat Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen
    ... rote Linsen. Können je nach Sorte auch schon nach 5 min fertig sein, noch verkürzbar durch vorheriges Einweichen. ... Sojaflocken, gibt's bspw. bei Rossmann oder DM. Die quellen selbst beim kurzen Kochen ganz gut auf, gehen andererseits aber notfalls auch "roh" als Müsli(zusatz).
    Ich war für rote Linsen immer noch zu ungeduldig, 5min sind mir schon zu lang. Das mit dem Einweichen sollte ich aber mal probieren. Wenn man noch zuhause einkaufen kann: Ein-Minuten-Polenta! Aus Drogerie oder Bioladen. Geht superschnell und ist geschmacklich mal ne Abwechslung. Natürlich auch mit Butter zu verfeinern und mit Tomatenmark! Das kann auch die eine oder andere Soße zu den Snabmakkaroner oder CousCous mal ersetzen. Und besonders zur Polenta passen getrocknete Tomaten und/oder Oliven sehr gut.

    Das mit den Sojaflocken klingt gut, die werden auf meine Einkaufsliste fürs näxte Mal gesetzt!

    Oh, jetzt muss ich aber aufhören, sonst missbrauche ich Volkers Bericht noch als Outdoorküchenfaden, den gibt es ja woanders schon...

  2. Erfahren
    Avatar von Borgman
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #82
    Moin Volker,

    jetzt habe ich auch endlich wieder etwas mehr Zeit, um Deinen Bericht sorgfältig mit Karte und Luftbildern zu verfolgen, Du schreibst einfach so schnell, dass ich kurzzeitig den Faden verloren hatte. Mir ist es ja immer noch nicht ganz klar, wie Du mit Essen für 15 Tage, 2 Litern Spiritus und einem Kilo Milchpulver auf nur 23 kg Rucksackgewicht kommst, das müssen wir an anderer Stelle noch mal genauer besprechen. Das wären bei mir schon allein fast 13 Kilo, also eigentlich weniger, weil mir 1 l Spiritus für 12 Tage reicht und pro Woche 250g Milchpulver. Tut mir leid, wenn ich damit auch wieder vom Thema ablenke, aber das beschäftigt mich gerade. Nett, dass Du Dein Essen immer dazu schreibst, mir geht es ja vor allem um genau diese Sachen von Toro, die man in Norwegen problemlos in jedem Supermarkt bekommt.

    Ich hätte ja nicht gedacht, dass norwegischer Spiritus anders brennt als deutscher, bist Du sicher, dass es nicht an der Temperatur lag? Allerdings hab ich auch noch nie was anderes als ein Streichholz oder ein trockenes Heidelbeerzweiglein zum Anzünden benutzt…

    Hab ich das richtig verstanden, dass Du für den Aufstieg am Biedoalgge versehentlich die markierte Route verlassen hast und es eigentlich eine sichere Variante gibt? Was Du gemacht hast wäre mir viel zu gefährlich. In der ut.no-Beschreibung steht zu genau dieser Variante, man komme da schnell und unkompliziert hoch. Tolle Aussicht jedenfalls, Hellemobotn ist schon irrsinnig schön. Deine Bilder machen direkt Lust, da noch mal hinzugehen.

    Dass Du durch Ruonasvágge und nicht westlich am Steintoppen vorbei zum Steinvatn gelaufen bist, kann ich gut nachvollziehen, aber auf Deinen Bildern sieht dieser Übergang sehr spannend aus. Hast Du mal einen Bericht über diese Route gelesen oder was darüber gehört? Ich konnte bei meiner Vorbereitung nichts finden (Dein Vorab-Foto war das einzige...), die würde mich auf jeden Fall reizen. Toll dann auch der Blich vom Sávtsasj – kommt auf meine Liste.

    Elvkjosen, da bin ich dann genau einen Monat später vom Hurre runtergekommen. Bin schon sehr gespannt, wie es da einen Monat früher aussah.

    Liebe Grüße,
    Bernd

  3. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #83
    Vielen Dank Bernd für Deine frühmorgendliche Antwort. Ich möchte den Bericht noch vor Weihnachten fertig kriegen, deshalb ein hohes Tempo...

    Ich würde alle Toro-Produkte kaufen, solange da nicht Schwarzwurzel-Käse-Curry draufsteht ... So schlimm schmeckt es dank der zahlreichen Exxx-Stoffe auch nicht.

    Nicht norwegischer Spiritus allgemein, aber DER in Kjöpsvik gekaufte Spiritus brannte nach meinem Empfinden deutlich mühsamer (er hatte dieselbe EU-Nummer wie mein vorheriger, daher habe ich es nicht getestet). Ich nehme immer ein Feuerzeug und Streichhölzer als Reserve mit. Nach der Tour ist meistens das Feuerzeug ziemlich alle und die Streichholzverpackung kaputt .

    Ja, der Aufstieg am Biedoallge ist durchgehend markiert, teilweise aber nicht leicht zu finden. Da ich aber aufgrund der Karte damit rechnete, mir meinen Weg selber suchen zu müssen, habe ich das halt auch getan... Und dass selbst ut.no nicht auf Markierungen verweist oder die Karte korrigiert, sondern nur von einem gut machbaren Anstieg gesprochen hat, half mir auch nicht ...

    Nein, vom Steinvatnet hatte ich auch nur Google Earth Bilder, aber eigentlich wollte ich den Anstieg gehen, wenn ich nicht gestürzt wäre und am Vortag schon so viele Steine gehabt hätte. Im Nachhinein war es so aber auch genauso gut.

  4. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #84
    Donnerstag, 08.08: Unwahrscheinlichste Begegnung

    Früh gegen kurz nach 8 Uhr ging es los am Morgen, war auch früh wach (vermutlich hat Tillmann mich geweckt ). Die Sonne schien und ich war bester Stimmung.


    Da unten am östlichen Strand des Elvkjosen stand mein Zelt.


    Blick über den Čokuljávri in Richtung Linavággi

    Der Anstieg war gut und einfach bis auf etwa 800 m Höhe, die Berge jedoch umhüllten sich mehr und mehr mit Wolken.




    Blick zurück über Čokuljávri, Boartatjåhkkå und Reinoksfjellet


    Nicht nur in Hellemobotn gibt es Kanonen


    Blick über den Gajtsasjávrre (auf schwedischer Seite)

    Die Bergketten auf gut 800 m Höhe beginnend waren immer wieder gut zu umgehen. Auf knapp 900 m gab es dann eine sehr breite mit Schnee bedeckte Stufe zu überschreiten, die wollte ich nicht umgehen. Bei dem sehr steilen, nur 20 m langen Anstieg begann es zu regnen, so dass ich mich unmittelbar unter der Stufe in den Regenschatten setzen und schützen konnte.





    Mir wurde jedoch zusehends kalt und ich zog die Daunenjacke über, musste aber auch aufpassen, sie an den Felskanten nicht aufzureissen. Ein isolierendes Sitzkissen wäre jetzt schön gewesen. Nach einer Dreiviertelstunde bemerkte ich, dass obwohl der Wind aus Südost kam, im Westen die Wolken aufrissen - welcher Wirbel auch immer dafür verantwortlich war. So ging es weiter und nach einer weiteren Viertelstunde konnte ich aus meinem Unterschlupf hervorkriechen. Da die Berge über mir jedoch unverändert in Wolken gehüllt waren, baute ich erstmal das Zelt auf, um bei weiteren Regen in den warmen Schlafsack kriechen zu können. Aber statt Regen schien die Sonne - also wieder alles einpacken.


    Sonnenschein am Abhang über dem durchstiegenen Schneefeld


    Blick zurück, rechts Gajtsasjávrre, Njoammeljávrre, Miehtjerjávrre und sogar der Slapehjávrre


    Auch der Gaskatjåhkkå schüttelte die Wolken von sich ab.

    Weiter ging es bergauf, ab 1000 m mehr und mehr über Schneefelder.




    Die Grenze (Rr244a) war nie fern, wurde aber nicht überschritten.


    Sallohaure


    Árajávrre



    Hier näherte ich mich den Berg 1161. Da dachte ich mir, dass - wenn ich den Ridoalgitjåhkkå schon nicht besteige - ich vielleicht von diesem Hügel aus noch einen schönen Blick nach Westen haben könnte. Also stellte ich auf der Schneeflanke darunter den Rucksack ab und kletterte hoch.




    Blick nach Norden, Boartetjåhkkå


    Erster Blick über die Hurre-Seen


    Rand der Hurre-Ebene, Vastenjaure im Hintergrund


    Guovddelistjåhkkå


    Der Hügel 1161 mit mir rechts oben [Foto: Hans Nydahl]

    Als ich oben auf dem Berg 1161 war, sah ich unten einen Menschen. Wir konnten uns gerade so mit Rufen verständigen - und waren neugierig welcher andere Mensch sich in diesem einsamen Niemandsland herumschlägt. 5 Minuten später war ich unten und konnte Hans Nydahl begrüßen, dessen Berichte über diese Regionen (z.B. hier) ich vorher verschlungen habe, teilweise die einzigen Quellen über diese Landschaft. Und er kannte meinen Bericht über die 2017er Tour. Hans konnte viel erzählen über die Gegend, z.B. dass der 1161-Berg aus Soapstone (Speckstein) ist und es aktuelle norwegische Interessen gibt, die kommerzielle Nutzung dieser Gesteine und Mineralien voran zu treiben. Das löste bei mir nur ein großes Kopfschütteln aus. Er berichtete von seiner Tour der letzten Tage und war auch sehr begeistert über das Wetter der letzten Tage, das ihm viele schöne Bilder ermöglicht hat. Mittlerweile war er auf dem Rückweg zum Gjerdalen.

    Nach der gut halbstündigen Pause machten wir uns wieder auf unsere getrennten Wege. Was für eine tolle Überraschung entgegen aller Erwartungen auf dieser Tour doch noch einem Menschen begegnet zu sein - und dann noch so nett und interessant. Für uns beide war es der Platz, wo wir am wenigsten erwartet hätten, einem anderen Menschen zu begegnen.


    Weiter ging es in Richtung Hurrevárre [Foto: Hans Nydahl]


    Blick über die Hurre-Seen, links Guovddelistjåhkkå, rechts der Ridoalgetjåhkkå


    Ridoalgetjåhkkå, von dieser Seite deutlicher einfacher zu besteigen als von Norden lt. Hans


    Etwa 100 Höhenmeter ging es steil - aber auf Gras - den Südhang herunter, gut zu gehen.


    Blick zurück zum Berg 1161 und die Abstiegsroute


    Hurre und Ridoalgetjåhkkå

    An den Hurre-Seen sah ich teilweise die Spuren von Hans. Es ging entlang der Seen, und man musste schon aufpassen, nicht auf dünne Eisflächen zu kommen. Laut Hans war die Schneesituation in Hurre für diesen Zeitpunkt vollkommen normal. Wenn ich sie mit Bernds Bildern etwa 1 Monat später vergleiche, bin ich schon überrascht, wieviel Schnee doch noch verschwunden ist.




    See 994, unmittelbar an der Grenzecke zu Schweden

    Mit der Grenze unterhalb des Hurrevárre eröffnete sich auf der Blick auf den Vastenjaure und den Virihaure. Schön!



    Und jetzt sah ich zum ersten Mal den Báktegiesjjávrásj, den See 200 m über dem Vastenjaure, mein Traumzeltplatz von vor 2 Jahren. Hier musste ich einfach wieder hin.


    Báktegiesjjávrásj






    Blick nach Osten, hier bin ich vor 2 Jahren entlanggelaufen.

    Nachdem ich 2017 östlich des Wasserfallss gezeltet hatte, suchte ich diesmal einen Zeltplatz westlich. Es war genau so schön.








    Den Hügel bin ich runtergekommen.

    Ja, es ist und bleibt ein toller Platz. Ich war nur recht ermattet, mit Regenpause und Hans-Treffen war ich fast 10 Stunden unterwegs. Aber ein Video habe ich diesmal von dem Ort gedreht, um mich immer wieder an die Stimmung erinnern zu können.

    Geändert von vobo (20.11.2019 um 21:15 Uhr)

  5. Erfahren
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #85
    Freitag, 09.08.: Ab ins Nirgendwo ...

    Bis etwa halb 8 Uhr habe ich heute geschlafen, ungewöhnlich lange. So bin ich erst kurz nach 10 Uhr losgekommen, musste mich aber auch noch gebührend verabschieden von diesem Traumplatz.


    Aufbruch, im Hintergrund der Rago, rechts der Guovddelistjåhkkå

    Auf dem Bild ist schon der heraufziehende Nieselregen zu sehen, weswegen ich gleich die Weste anzog, die aber auch ausreichend war.


    Abschied, ein letzter Blick von oben

    Die Steilstufe war auch auf dieser Seite gut zu überwinden, kein Problem.





    Durch den Nieselpiesel ging es dann schräg am Hang entlang langsam abwärts, letztlich problemlos zu laufen. Etwa 1 km vor der Mündung des Hurrejåhkå kam ich dann auf Seehöhe an. Beim Hurrejåhkå lag dann ein Boot am Strand, das rechtzeitig vor Bernds waghalsigem Anlegemanöver Reissaus genommen hat .



    In mir stieg sofort der Traum auf: Wenn mich der Bootsbesitzer jetzt über den See mitnehmen könnte ... aber leider war außer seinen recht frischen Fussspuren nichts von ihm zu sehen. So querte ich den Hurrejåhkå direkt an der Mündung problemlos mit Gamaschen und auch ein kleines Päuschen half mir nicht, den Traum zu realisieren.


    Hurrejåhkå


    Am See entlang, Blick auf den Rago

    Nach etwa einer weiteren Stunde kam ich an den Guovddelisjåhkå, den ich möglichst nahe an der Mündung furten wollte. Dort war es aber ein schluchtähnliches Gewässer mit wenig Strömung, keine Ahnung wie tief. Also folgte ich ihm etwa 500 m aufwärts, bis erstmals Steine ein nicht mehr so tiefes Flussbett hoffen ließen. Zur Sicherheit wechselte ich auf die Watsandalen, was die Querung erleichterte (knietief) und mir eine weitere kleine Schokopause brachte


    Guovddelisjåhkå

    Mein Plan sah vor, jetzt östlich der Berge Rástesvárre und Ráhkovárásj etwa entlang der 700 m Höhenlinie auf die Halbinsel zwischen Vastenjaure und Virihaure vorzustoßen. Immer irgendwie am Hang entlang. Und der Plan ging voll auf!


    Links am Schatten ist noch der Abfluss des Báktegiesjjávrásj, wo ich heute morgen gestartet bin


    Hurrejåhkkå


    Blick auf Vastenhaure und Virijaure und die Sarekberge dahinter


    Vastenjaure oberhalb des Rástesluokta

    Als ich dann die Halbinsel erreichte - auf der schwedischen Karte mit Gålmmålåhke bezeichnet - wurde es grün, recht flach und damit wunderbar einfach zu gehen.


    Gålmmålåhke mit Virihaure im Hintergrund


    Vastenjaure in voller Länge


    Der See rechts ist der Gålmmålåhkjávrátj, an dem ich zunächst zelten wollte.

    Das Wetter war nach dem morgendlichen Regen immer sonniger und klarer geworden, daher beschloss ich einen Zeltplatz mit Blick über den Virihaure zu suchen. So umrundete ich den Gålmmålåhkjávrátj und fogte einem Bach aufwärts. Hier fand ich dann einen wunderschönen Platz.


    Zeltplatz südöstlich des Gålmmålåhkjávrátj


    Tolle Aussichten im Abendlicht, der schattenwerfende Berg rechts müsste der Goabrek sein


    Blick auf den Alásluokta und die Berge dahinter


    Halblinks am Ufer ist Staloluokta zu erkennen



    Den ganzen Tag wehte ein guter Wind, so dass ich selbst jetzt am Abend noch gut draußen kochen und essen konnte. Nur jetzt bei der untergehenden Sonne ließ er nach, so dass ich mich dann doch ins Zelt verziehen musste.




    Neue Ziele tun sich auf, wenn ich mir das Ufer so ansehe


    Blick zurück zum Gaskatjåhkkå


    Gaskatjåhkka by night
    Geändert von vobo (20.11.2019 um 05:23 Uhr)

  6. Erfahren
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #86
    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Beim Hurrejåhkå lag dann ein Boot am Strand, das rechtzeitig vor Bernds waghalsigem Anlegemanöver Reissaus genommen hat .
    Komisch, an ein waghalsiges Anlegemanöver kann ich mich gar nicht erinnern . Ursprünglich hatte ich mir fest vorgenommen, an Deinem Traumzeltplatz eine Nacht zu verbringen, was dann wegen der wetterbedingten Verzögerung nicht geklappt hat. Sehr schade eigentlich, dachte ich, als ich eben Dein Video gesehen habe...

  7. Erfahren
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #87
    Samstag, 10.08.: Tagesausflug nach Jávrregasska

    Ein wunderbarer Morgen begrüßte mich - Traumwetter. Der Durchfluss vom Virihaure zum Vastenjaure hat mich schon lange fasziniert, heute bot sich die Möglichkeit dorthin zu kommen. So packte ich den Rucksackdeckel mit dem Notwendigsten und brach gegen kurz nach 9 Uhr auf.


    Aufbruch zu einem tollen Tag


    Virihaure


    Der Berg in der Mitte ist der Allak - schon auf der anderen Seite des Durchflusses



    Ich hatte mich dazu entschieden, entlang der nördlichen Seite der Halbinsel - also mit Blick auf den Vastenjaure hin zu laufen, zurück dann auf der südlichen Seite mit Blick auf den Virihaure. Mitten auf der Halbinsel liegt noch ein großer See, der Råggejávrre, an dem es jetzt nördlich vorbei ging, nachmittags südlich an der schmalen Kante zum Virihaure.


    Råggejávrre mit Virihaure


    Råggejávrre

    Das Gelände war wunderbar einfach zu gehen, tolle Panoramen nah und fern.


    Blick nach vorn zum nördlichen Ende des Durchflusses




    Hurrejåhkå


    Der Wasserfall vom Báktegjiesjjávrásj und der Abfluss in den Virihaure, vorgestern morgen bin ich da aufgebrochen


    Ein Traumblick: Zwischen Guovddelistjåhkkå links und Ridoalgetjåhkkå rechts noch der Gaskatjåhkkå im Hintergrund


    und das ganze Panorama mit Rago (links) und der Uferlinie des Vastenjaure

    Jetzt ging es gut 100 Höhenmeter hoch auf grasigen Flächen zum Vuojatvárásj, von dem ich mir schöne Ausblicke erwartete.


    Blick über den Virihaure, der schneebedeckte Gipfel halbkinks dürfte der namenslose Berg 1014 sein, an dem ich übermorgen links vorbei gehen werde ...


    Auf dem Vuojatvárásj


    Ich bin durchaus stolz, hier gewesen zu sein.


    Blick über die Halbinsel zum Rago


    Gaskatjåhkkå, Ridoalgetjåhkkå und Hurrevárre


    Vom Virihaure (rechts) zum Vastenjaure (links) ...


    Blick auf den Vuojatsavon, das nördliche Ende des Durchflusses

    Da war er also, der Durchfluss. Auf meiner Karte war der Vastenjaure mit 547 m angegeben, d.h. es galt etwa 150 m abzusteigen. Aber ich freute mich riesig auf diesen Durchfluss.


    Im windigen Sonnenlicht sah dieses Pflanzenmeer toll aus.




    Vuojatsavon






    So ist es noch schöner


    oder so?





    Mir ging es so gut, deshalb habe ich auch ein Foto von hier im allerersten Post eingebunden. Seit ich mir den Westpadjelanta beschäftigt habe, hatte ich von diesem Durchfluss geschwärmt. Und jetzt war ich endlich hier, wieder etwas erreicht!


    Irgendwann sage ich auch noch etwas auf dem Video, man versteht nichts außer dem Wort "Wunderbar!"

    Jetzt ging es gegen den Durchfluss entlang am Ufer. Gut zu gehen, nur leider bewölkte es sich langsam.






    Was ist denn da am gegenüberliegenden Ufer?


    Ein Boot, sogar mit Paddeln drin. Wenn es an diesem Ufer gelegen hätte, hätte ich bestimmt einen Abstecher gemacht.


    Südliches Ende des Vuojatsavon, hier beginnt jetzt die "Schlucht", die schmalere Passage


    Vorher galt es jedoch, ein kleines Bächlein zu übersteigen ...




    Blick zurück über den Vuojatsavon


    Die Strömung wird deutlich stärker




    Das Video vermittelt einen guten Eindruck der Strömung dort



    Hier hatte ich jetzt ein leichtes Problem: Von dieser Strömung zweigte ein durchaus stärkerer Bach ab - irgendwo musste das Bächlein unten ja hergekommen sein. Er war jetzt auch nicht schwer zu durchqueren, aber ich hatte ja keine Stöcke dabei. Denn die hielten das Zelt aufrecht, und ich hatte gedacht dass ich sie eigentlich doch nicht brauchen würde ohne den schweren Rucksack. Und ich war zu faul, wieder zurück zum Bächlein zu gehen. Also schmiss ich den Rucksackdeckel auf die andere Seite, damit im Falle eines Sturzes nicht alles durchnässt ist. Sturz war glücklicherweise nicht, aber das schon teilmatte Display der Kamera hat vom Wurf einen mitgekriegt. Von da an war noch schwerer zu sehen was ich so gerade aufnehme .






    Wunderbarer Zeltplatz


    Südliches Ende der Steilstelle


    Hier leuchtet der Name Jávrregasska - Seenschlucht - richtig ein.


    Am Abfluss des Virihaure, rechts am Hügel die Hütte Jávrregasska

    Lange Zeit hatte ich damit geliebäugelt, dass es ausgerechnet mir gelingen könnte, doch hier irgendwo den Durchfluss zu überqueren - das wäre dann doch eine Traumtour gewesen aus dem westlichen Padjelanta rüber nach Staloluokta ... Aber schon vor dem heutigen Aufbruch war ich so desillusioniert, dass ich ja das Zelt und den Rucksack gar nicht mitgenommen hatte. Trotzdem stieß ich hier auf eine Markierung, aber beim besten Willen kann ich es mir nicht vorstellen. Die Strömung geht vielleicht noch, aber das Wasser ist mindestens hüfttief, also deutlich über 1,20 m tief gewesen. Ein Packraft wäre die Lösung für eine Querung.


    "Furtstelle"


    Jávrregasska

    Personalstuga steht auf dem Schild. Das zugehörige Klohäuschen war windschief und kaputt, in der Hütte sah es allerdings relativ aufgeräumt aus. Aber wer legt hier bloss den Müll ab? Ich würde vermuten, dass die Hütte nur im Winter genutzt wird?

    Von hier aus schickte ich einen Gruß vom "the middle auf Nowhere" per Satellit in die Welt. So weit weg von allem fühlte es sich für mich an. Leider zogen langsam mehr Wolken auf, das passte aber für den Rückweg. Denn erstens hätte ich sonst gegen die Sonne fotografieren müssen und zweitens ging es deutlich mehr auf und ab als beim Hinweg. Trotzdem habe ich für beide Richtungen etwa 2,5 Stunden gebraucht, aber mindestens 2 Stunden entlang des Durchflusses verbracht.


    Abfluss des Virihaure


    Links der Abfluss, hinten der Allak. Ohne Sonne gibt es leider kein Bild mehr von Staloluokta.


    Ein Naturhafen nahe Jávrregasska

    Nach einer guten Stunde mit viel Auf und ein wenig Ab kam ich wieder an den Råggejávrre, wo es jetzt an der recht schmalen Stelle zum Virihaure entlang ging.


    Virihaure links und Råggejávrre rechts


    Im Hintergrund wieder der Rago


    Spritztour auf dem Råggejávrre gefällig?

    In der nächsten Stunde ging es wieder rund 100 Höhenmeter hoch auf Zeltsuche. Ich kann es nicht leugnen, so ein GPS-Punkt ist dann echt hilfreich.


    Blick zurück über den Virihaure, die Sonne war wieder da!


    Da ist es ja!

    Ein perfekter Tagesausflug, knapp 20 km. Und ausnahmsweise mal kein Zeltaufbau, auch was Schönes. Nach einem Bad genoss ich das Essen - faul im Zelt liegend.

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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #88
    Der Durchfluss ist wirklich extrem spektakulär!
    Danke und Grüße von Tilmann

  9. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #89
    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Der Durchfluss vom Virihaure zum Vastenjaure hat mich schon lange fasziniert, heute bot sich die Möglichkeit dorthin zu kommen.
    Genial!

    Seit du deine Route gepostet hast, war ich drauf gespannt. Und seit ich das erstmals auf der Karte gesehen habe, habe auch ich das als Topp-Ziel im Hinterkopf ("schon lange fasziniert", you name it).

    Wenn ich erstmal ein Packraft habe wird das auf meiner Route liegen (2021?)

    (Höhö, ohne Packraft: Wenn da ein Boot liegt - ob man sich drauf verlassen kann? - Rucksack & Klamotten rüberbringen, zurückrudern, schwimmen - machbar? Oder halt aus der anderen Richtung das ganze umgekehrt. Das liegt doch an dem "See" Vuojatsavon zwischen den beiden Steilstufen? Bei der schmalen Stelle in der Mitte messe ich 130 m, also wenig. Oder ist da auch (merkliche/erschwerende) Strömung? Und das offensichtlich schwere Boot allein wieder soweit heraus bekommen, könnte ein Problem sein...)

    PS Aha, das Boot sieht man sogar im Luftbild (links bei "Välj bakgrund" "Flygbild" auswählen).
    Geändert von Ljungdalen (21.11.2019 um 13:15 Uhr) Grund: Boot auf Luftbild

  10. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #90
    Zitat Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen
    (Höhö, ohne Packraft: Wenn da ein Boot liegt - ob man sich drauf verlassen kann? - Rucksack & Klamotten rüberbringen, zurückrudern, schwimmen - machbar? Oder halt aus der anderen Richtung das ganze umgekehrt. Das liegt doch an dem "See" Vuojatsavon zwischen den beiden Steilstufen? Bei der schmalen Stelle in der Mitte messe ich 130 m, also wenig. Oder ist da auch (merkliche/erschwerende) Strömung? Und das offensichtlich schwere Boot allein wieder soweit heraus bekommen, könnte ein Problem sein...)

    PS Aha, das Boot sieht man sogar im Luftbild (links bei "Välj bakgrund" "Flygbild" auswählen).
    Spannend mit dem Luftbild, auf Google Maps könnte ein umgekipptes Boot erkennbar sein.

    Tja, schwimmen, herausziehen des Bootes ... Eigentlich eine gute Idee ... die Strömung war kein Problem. Habe ich noch nie ausprobiert, gut 100 m bei den Temperaturen - muss aber gehen nach den Erfahrungen von Pauro 2017 und kälter kann es nicht sein. Allerdings war auf meinem Handy-Display nicht zu erkennen, ob in dem Boot Skulls lagen, aber darauf könnte man es auch ankommen lassen. Irgendwie weiß ich gerade nicht, ob ich diese Einsicht zulassen will, sollte es nochmal zu so einem Bootsfund kommen.

  11. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #91
    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Spannend mit dem Luftbild, auf Google Maps könnte ein umgekipptes Boot erkennbar sein.

    ...

    Irgendwie weiß ich gerade nicht, ob ich diese Einsicht zulassen will, sollte es nochmal zu so einem Bootsfund kommen.
    Auf Google Maps/Earth sieht man es nicht, das ist ein anderes Bild, von 2008.

    Und ich meinte natürlich nur, wenn man tatsächlich auf der anderen Seite weiter will, nicht nur für eine Spaßpartie

  12. AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #92
    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Spannend mit dem Luftbild, auf Google Maps könnte ein umgekipptes Boot erkennbar sein.

    Tja, schwimmen, herausziehen des Bootes ... Eigentlich eine gute Idee ... die Strömung war kein Problem. Habe ich noch nie ausprobiert, gut 100 m bei den Temperaturen - muss aber gehen nach den Erfahrungen von Pauro 2017 und kälter kann es nicht sein. Allerdings war auf meinem Handy-Display nicht zu erkennen, ob in dem Boot Skulls lagen, aber darauf könnte man es auch ankommen lassen. Irgendwie weiß ich gerade nicht, ob ich diese Einsicht zulassen will, sollte es nochmal zu so einem Bootsfund kommen.
    Dann würde ich aber definitiv empfehlen, vorher mal zu üben an einer anderen Stelle nahe des Ufers. Unterschätzen sollte man das nicht. Ertrinken ja jedes Jahr genug Leute in Deutschland in Seen und Flüssen. Keiner von denen wird gedacht haben, dass er jetzt ertrinkt. In nem Fluss mit einem Gletscher in der Nähe ist die Wassertemperatur dann nochmal was ganz anderes..
    https://www.spiegel.de/panorama/gese...a-1218753.html

  13. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #93
    Sonntag, 11.08.: Furten am Virihaure

    Nachts wurde es deutlich windiger. Danach hatte ich die Zeltstelle vorgestern abend nicht ausgesucht, aber es ging alles gut. Mein Schlaf wurde nur unterbrochen, und ich kam erst gegen kurz vor 10 Uhr los.


    Erst auf der Höhe entlang des Virihaure nach Westen...


    ... dann ging es langsam hinab ans Ufer.

    Am gegenüberliegenden Ufer war der große Raddujávrre zu erkennen, den ich auch umlaufen wollte - oder konnte ich vielleicht nahe seinem Ausfluss furten?


    Fokus auf den Ausfluss des Raddujávrre, das sieht doch harmlos aus


    Blick zurück über den Virihaure, ordentlich Wind


    Bootsanlegeplatz



    Am Ende des Virihaure und dem Zufluss des Ráhkojåhkå liegt eine Rentierwächterhütte - Menschen habe ich aber nicht gesehen.



    Jetzt galt es den Ráhkojåhkå zu furten an der auf der Karte markierten Stelle, eine recht breite Furt mit etwa knietiefen Wasser.


    Links unten ist die Furtstelle

    Ich beschloss eine Furt des Raddujávrre zu versuchen, so groß wäre der Umweg bei einem Scheitern nicht gewesen. Am Virihaure entlang war es überraschend einfach und gut zu gehen, nur selten musste ich einen kleinen Absatz erklettern.


    Schönes Ufer des Virihaure

    Dann erreichte ich die Treppen des Ausflusses des Raddujávrre. Ok, das geht schon mal nicht - ein Ausrutschen auf diesen Stufen sollte man nicht riskieren.


    Ausfluss des Raddujávrre

    100 m weiter am See fand sich aber dieses Boot. Nach Ljungdalens Kommentar von oben wäre damit die Querung gesichert gewesen . Es klappte aber auch so.




    Links am anderen Ufer das Boot, der Weg von drüben bis zum Grasbüschel im See war problemlos. Danach wurde es allerdings tief, meine auf 1,30 eingestellten Stöcke waren unter Wasser. Mit einem etwa 10 m weiten Abstecher nach rechts in Richtung des Seeausflusses konnte ich mit gerade noch trockenem Rucksack auch diese Stelle queren.

    Ein Hochgefühl breitete sich in mir aus. Völlig überraschend hatte ich diese Furt geschafft (statt einer mindestens 10 km langen Seeumrundung), das ermöglichte ganz andere Wege in den folgenden Tagen. Zwei Rentierwächterhütten hier auf der anderen Seite waren leer, eine war verfallen. Jetzt ging es leicht bergauf, südwestlich am Lermavárásj vorbei.


    Rechts der Abfluss des Raddujávrre in den Virihaure


    Noch ein Blick über den Raddujávrre, um den ich ja nun nicht mehr herumlaufen musste

    Mittlerweile war es hier auf 700 m Höhe ordentlich windig geworden. So windig, dass mein Hut regelmäßig mir vom Kopf geweht wurde und an den Schnüren am Hals hing. Dies beeinflusste die Wahl meines Zeltplatzes, den ich in einem geschützten Tal suchen wollte.


    Lermajávrásj, im Hintergrund der Biellonjávrre


    Biellonjávrre, in einem der kleinen Täler davor fand sich ein Plätzchen für mich. Der Hügel ist der Sierggavárre, davor am Sierggajåhkå geht es morgen hoch.

    Kurz vor dem Bjellonjávrrre fand ich dann an einem kleinen See ein Plätzchen. Kaum hatte ich das Zelt aufgeschlagen und kletterte nochmal etwas hoch zu einem Blick über den Biellonjávrre und den Weg von morgen, hörte der Wind gefühlt auf ...
    und prompt kamen die Mücken vorbei. Egal, ein schöner Abend wurde es auch so.


  14. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #94
    Zitat Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    In nem Fluss mit einem Gletscher in der Nähe ist die Wassertemperatur dann nochmal was ganz anderes.
    Sicher, aber dies hier ist ja nicht unmittelbar unterhalb eines Gletschers, sondern es ist der Abfluss des großen Virihaure, in dem sich das Wasser im Sommer schon ein paar Grad erwärmt haben sollte. Klar, im flacheren Wasser probieren schadet ja nichts.

  15. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #95
    Montag, 12.08.: Zweiter Tag der Entscheidungen

    Morgens früh begrüßte mich wieder meine Freundin, die Sonne. Der Wind war gestern tatsächlich eingeschlafen, so dass ich beim Zeltabbau einigen Besuch hatte. Der Weg entlang des Sierggajåhkå war schön und hat mich entschädigt. Zunächst musste ich jedoch zur Vermeidung von zu starken Buschwerk schräg am Hang hoch.


    Biellonjávrre links und Sierggaluokta




    Hier kann man schon gut erkennen, dass der Sierggaluokta bereits zum Virihaure gehört.


    Hier gings hoch


    Sierggajåhkå


    Sierggavárre, immer wieder starkes Buschwerk zu erkennen


    Namenlose Seen auf der Passhöhe von rund 780 m, im Hintergrund Gásaktjåhkkå und in den Wolken der namenslose Grenzberg 1663 (Rr240a)


    Der Gásakjávrre taucht auf


    Gásakjávrre, der erste Gletschersee auf dieser Tour


    Den Anblick galt es zu genießen...

    Warum Tag der Entscheidungen? Der Gásakjávrre wird stark vom Leirvatnet, dem Abfluss des großen Gletschers Blåmannsisen gespeist. Da ich ohne große Erfahrungen und alleine auf keinen Fall über den Gletscher gehen wollte, stellte sich die Frage, ob der Abfluss vielleicht furtbar wäre. Ich hatte einige wenige Furtberichte gelesen, im allgemeinen gilt er als unfurtbar. Und es war ja recht trocken die letzten Wochen gewesen. Nun ich war gespannt, aber danach würde sich ja der weitere Tourverlauf richten.


    Auch hier sieht es doch fast furtbar aus - aber eben nur fast.


    Um den See zum gegenüberliegenden Ufer würde ich noch gehen muss, links mündet dann der Abfluss des Leirvatnet ein. Die Schneehänge am Ufer sahen auch schon aufregend aus.




    Tolles Gelände am Gásagjávrre, mit dem Strand vom Eröffnungspost.




    Blick über den Gásakjávrre in Richtung Virihaure


    Tolle Farbmischungen bei Flusseinmündungen


    Blick zum Messingtoppen

    Die Furt durch den Abfluss des Messingmalmvatnan war auch nicht ganz einfach, ich musste rund 50 hm aufsteigen, Gamaschen anziehen und kam so gerade trockenen Fußes durch den Fluss. Auf der anderen Seite waren riesige Schneefelder.





    Das nächste Schneefeld hatten schon die Rentiere für sich eingenommen, aber sie räumten es freiwillig als ich näher kam.





    Das war jetzt schon das letzte Schneefeld vor dem Abfluss des Leirvatnet. Aber mir war schon vom gegenüberliegenden Seeufer mulmig gewesen. Hier habe ich die Grivels angezogen und bin erstmal ohne Rucksack auf die Schräge gegangen. Das Setup hielt gut, so dass ich es dann mit 15 kg mehr versucht habe. Bei voller Konzentration auf jeden Schritt ist es gut gegangen. Mit einem steilen Aufstieg von 200 Höhenmeter hätte man das Schneefeld auch vermeiden können.


    Einmündung des Gletscherbachs, zum ersten Mal verspürte ich hier das Gefühl es doch einfach zu wagen. Aber ich traute mich nicht - vielleicht kommt ja noch etwas Besseres ...


    Ok, hier besser nicht.



    Jetzt kam ich an die potentielle Furtstelle - und es wurde nicht leichter. Sie ist etwas 200 m lang, aber die ersten 4-5 Meter hatten eine starke Strömung, und die Tiefe war ja leider nicht einsehbar. Eine halbe Stunde habe ich hier mit mir und meinen Zweifeln gerungen - und mich aus heutiger Sicht richtigerweise fürs Nicht-Versuchen entschieden.


    Die potentielle Furtstelle, aber die ersten Meter waren gruselig...


    ... also weiter flussaufwärts, vorne erkennt man schon den Beginn des Ausflusses des Leirvatnet


    Erster Blick auf den Blåmannsisen

    Ja, und von der Furtstelle gibt es kein Foto ... . Ich kam an den Leirvatnet, und auf den obigen beiden Fotos kann man noch erkennen, dass von der gegenüberliegenden Seite viele Steine im Fluss liegen. Eine mögliche Furtstelle war auch markiert, vielleicht 20-25 m breit. Hier war die Strömung vertretbar und ich beschloss den einen Versuch. Entweder würde ich auf der gegenüberliegenden Seite mein Zelt aufschlagen oder hier, egal, die Schuhe und möglichen weiteren Sachen könnten in der Sonne trocknen.

    Also Hose aus und mit Wanderschuhen (und ohne Hut und Brille ) rein in den Fluss. Es war wirklich eiskalt und durch die nicht erkennbaren Steinbrocken sehr wackelig im Stand, auch waren die Steine (durch den Gletschersand?) durchaus rutschig. Nach etwa 10 Metern war die Unterhose nass und der Rucksack leicht im Wasser, das Bodenfach konnte noch nass werden. Die Strömung war ok, verlangte aber zusätzlich voll Aufmerksamkeit. Das weitere Tasten mit den Stöcken zeigte mir, dass es noch tiefer ging - und um Alternativen zu suchen war es zu kalt. Schweren Herzens blieb nur die Umkehr und auch die erforderte noch volle Aufmerksamkeit.

    Ich zog die nassen Klamotten aus und baute nach einer Katzenwäsche schnell das Zelt auf. Im Schlafsack wurde mir bald wieder warm, dass ich mich an das Trocknen der nassen Sachen und das Essen machen konnte. Zwischendurch schoss ich je nach Sonnenlicht immer mal wieder Bilder dieser faszienierenden Gegend.


    Der gegenüberliegende Abfluss aus dem Skagmadalen in den Leirvatnet, der Lärm dominiert den See.







    Faszienierde Aussichten auf den Gletscher. Nun da klar war, dass ich auf dieser Seite des Gletschers bleiben würde, nahm ich ihn immer intensiver in Augenschein. Immer wieder brachen einzelne Eisbrocken ab und schwammen über den See. Manchmal blieben sie irgendwo hängen, schmolzen ein wenig und brachen entzwei - schwammen wieder weiter usw. Ich konnte ewig dort sitzen und gucken.






    Der Berg 1315 am gegenüberliegenden Ufer, dahinter ist das Skagmadalen

    Für morgen war noch schönes Wetter vorausgesagt, danach sollte es schlechter werden. Ich freute mich auf weitere Gletscherblicke morgen im Sonnenschein - und hätte fast den tollen Regenbogen hinter mir verpasst, wo auch immer der Regen hergekommen war ... bei schien die Sonne und trocknete und wärmte alle(s).


    Regenbogen über dem Virihaure

  16. AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #96
    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Da ich ohne große Erfahrungen und alleine auf keinen Fall über den Gletscher gehen wollte, stellte sich die Frage, ob der Abfluss vielleicht furtbar wäre.
    Schön dass man sowas hier auch mal liest. Beim Lesen im Forum hat man ja mitunter das Gefühl, jeder würde einfach auf jeden Gletscher spazieren und da wäre nichts dabei.

    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Der gegenüberliegende Abfluss aus dem Skagmadalen in den Leirvatnet, der Lärm dominiert den See.






    [...] Immer wieder brachen einzelne Eisbrocken ab und schwammen über den See. Manchmal blieben sie irgendwo hängen, schmolzen ein wenig und brachen entzwei - schwammen wieder weiter usw. Ich konnte ewig dort sitzen und gucken.
    Tolle Bilder! In der Tat, auf den Gletscher würde ich auch nicht spazieren wollen. Mir fehlt ja z.B. noch komplett das Wissen, einzuschätzen, wann ein Gletscher flach, spaltenfrei und begehbar ist und wann er so aussieht wie dieser Gletscher.

    Das mit dem Beobachten kann ich sehr gut nachvollziehen. Mir würde es auch schwer fallen, mich von sowas loszureißen. Das sind doch mit die schönsten Momente, wenn man einfach mal irgendwo sitzen und beobachten kann.

  17. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #97
    Zitat Zitat von Freedom33333 Beitrag anzeigen
    Schön dass man sowas hier auch mal liest. Beim Lesen im Forum hat man ja mitunter das Gefühl, jeder würde einfach auf jeden Gletscher spazieren und da wäre nichts dabei.
    Höhö, aber nach deiner Beschreibung des Weges durch das Sarvesvágge bleibt mir ja gar nichts anderes übrig, als zu versuchen, das über den Áhkájiegŋa (Gletscher) zu umgehen (so bleiben nur 3-4 km im Sarvesvágge und ich spare insgesamt 10)

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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #98
    Unheimlich spannend Dein Bericht!!! Hab jetzt länger nicht mehr weitergelesen und hatte daher einiges aufzuholen. Ich fand ja schon die Stelle vom Durchfluss zwischen Virihaure und Vastenhaure extrem unterhaltsam. Und dann noch der Furtversuch beim Leirvatnet. Hab richtig mitgefiebert und hätte Dir echt gegönnt wenn Du es geschafft hättest. Aber jedenfalls schonmal Danke für diese beiden extrem wertvollen Informationen. Zugegeben sind mir diese beiden Stellen bei früheren Routenplanungen auch manchmal schon ins Auge gesprungen, so dass ich mich gefragt habe ich sie nicht doch eventuell machbar wären. Dank Dir weiß ich jetzt, dass ich diese Stellen, wenn überhaupt, nur mit nem Packraft überwinden kann.

    Davon abgesehen sind die Fotos natürlich auch echt schön und die Gegend überaus ansehlich. Kann mir nur vorstellen, dass jetzt nach Deinem und Bernds Bericht die Gegend westlich von Virihaure und Vastenhaure nicht mehr ganz so der Geheimtipp sein wird und nächstes Jahr dann weitere Berichte aus der Ecke folgen könnten.

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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    #99
    So schöne Gletscherbilder! So eine schöne Gegend! Seufz!
    Und schon wieder eine mehr auf meiner Muss-ich-auch-noch-machen-Liste!

  20. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [NO][SE] Grensefjellet im sonnigen Sommer 2019

    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    Zugegeben sind mir diese beiden Stellen bei früheren Routenplanungen auch manchmal schon ins Auge gesprungen, so dass ich mich gefragt habe ich sie nicht doch eventuell machbar wären. ...

    Kann mir nur vorstellen, dass jetzt nach Deinem und Bernds Bericht die Gegend westlich von Virihaure und Vastenhaure nicht mehr ganz so der Geheimtipp sein wird und nächstes Jahr dann weitere Berichte aus der Ecke folgen könnten.
    Da freue ich mich auf tolle Reiseberichte, ob von Dir oder Anne ...

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