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  1. Dauerbesucher
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #41
    Mitreisende: andrea2
    Zitat Zitat von Borgman Beitrag anzeigen
    Hallo Andrea,
    puh, was für ein Glück, dass Dir nicht mehr passiert ist, als Du zweimal gestürzt bist, der Gedanke an so was macht mir immer ein bisschen Sorge. Das verspricht ja wieder ein sehr schöner Bericht zu werden, ich mag auch die Bilder vom herbstlichen Fjäll vor grauen Wolken. Die Ahnung vom Winter, die letzten Wochen, bevor die Landschaft für viele Monate unter Schnee begraben sein wird. Und irgendwie passt die Jahreszeit ja auch zu der Tour ohne Euren treuen Begleiter Benny…
    Viele Grüße,
    Bernd
    Ein bisschen war Benny noch immer dabei, auf jeden Fall haben wir oft von ihm gesprochen auf der Tour.

    Zitat Zitat von Linnaeus Beitrag anzeigen
    Gut, dass du es auch nochmal wiederholst. (Nützliche Infos kann man nicht oft genug wiederholen!)

    Und vielen Dank für die detaillierten topographischen Erläuterungen zu den Landschaftsfotos!

    OT: Sorry, ich bin noch gar nicht so weit, dass ich von deinen Stürzen gelesen habe.
    So schlimm war es nun auch wieder nicht mit den Stürzen.

    Zitat Zitat von toppturzelter Beitrag anzeigen
    Ein schöner Start. Ihr seid auf jeden Fall weiter gekommen als ich, so viel ist klar
    Ich freu mich auf die Fortsetzung.

    Zum Wasser/dass zwischen den drei Bächen und den Seen nichts kommt (wurde mir auf der Bootsfahrt auch erzaehlt): ich hab kurz hinter Prinskullen gezeltet, dort waren auf der linken/suedwestlichen Seite noch ein paar kleinere Bäche. Knapp ueber der Baumgrenze. Oder war's nur Schnee, der in der Sonne geschmolzen ist?
    Es war auf jeden Fall noch feucht/sumpfig hinter dem Prinskullen, ob es dort noch trinkbares Wasser gab, daran kann ich ich nicht erinnern, aber ich hab auch nicht besonders drauf geachtet, da wir sowieso bis zum See wollten.

  2. Dauerbesucher
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #42
    Samstag 14.09.2019, Slihtavagge – Låptåvágge


    Quelle: BaseCamp / Fjällkartan von http://bengt.nolang.se/kartor/fjallkartan/

    Morgens sieht es draußen etwas heller aus. Als ich um 6 Uhr aus dem Zelt schaue, scheint im Osten die Sonne ein bisschen unter dem Rand der Wolken hervor. Die Nacht war mehr oder weniger trocken, aber ziemlich kalt. Es ist alles gefroren, der Boden, die ganze Nässe auf Gras, Sträuchern und dem Zelt, sogar die nassen Stiefel in der Apsis. Der Schnee ist noch etwas weiter runter gekommen. Wir haben absolut noch keine Lust aufzustehen und drehen uns noch mal eine Runde um.



    Erst um 7.30 Uhr schaffen wir es aus dem Schlafsack. Nun sieht das Wetter so lala aus. Neben ein bisschen blau ist der Himmel zum großen Teil grau. Wir frühstücken erst mal in Ruhe. Seit wir Gas dabei haben, gibt es jeden Morgen warmes Frühstück. Das ist doch um Längen komfortabler als immer mit dem Spiritus herumhantieren zu müssen. Während das Wasser langsam warm wird, rufe ich den Wetterbericht ab. Für heute sieht es gar nicht so schlecht aus, erst gegen Abend ist eine Niederschlagswahrscheinlichkeit von 30 % angegeben. Aber für morgen sieht das Wetter nicht gut aus, den ganzen Tag 30 – 40% Wahrscheinlichkeit von starkem Schneefall. Dass es am Sonntag nass werden soll, das zeichnete sich schon länger ab, aber bisher war es Regen oder höchstens Schneeregen, der angesagt war. Auf jeden Fall sollten wir heute Abend rechtzeitig einen guten Zeltplatz suchen, an dem wir gut einen Tag abwettern können.

    Nach dem Frühstück geht’s ans Packen. Bei den Temperaturen haben wir etwas Probleme uns zum Aufbruch zu motivieren. Wenn man erst mal läuft, dann geht es, aber bis man das gemütliche Zelt verlassen hat kostet es Überwindung. Das Zelt ist klitschnass, wir schütteln es aus, aber dadurch, dass das Innenzelt noch im Außenzelt eingehängt ist, bleibt viel Feuchtigkeit im Zelt.



    Um 10 Uhr sind wir startklar. Wir laufen wieder mit der langen Unterwäsche und Fleecejacke unter Regenjacke, lassen aber erst mal die Regenhose weg, da der Wind nachgelassen hat und es so beim Laufen hoffentlich etwas wärmer ist.

    Es geht durch die Hügel des Slihtavagge an dem kleinen See vorbei auf den Pass zu.


    Blick auf den Pass

    Viel müssen wir nicht mehr steigen, dann sind wir oben. Ohne den starken Wind ist das Wandern viel angenehmer. Auch der Boden ist inzwischen nicht mehr gefroren und die Steine trocknen langsam ab.

    Nun sind wir also an dem kleinen See im "Horrorpass". Irgendwo hier müssen wir gezeltet haben. Ich kann mich nicht mehr dran erinnern. Das einzige Bild, das ich noch vor Augen habe, wie wir im Zelt sitzen und uns gegen die Stangen stemmen, die der Wind immer wieder runter drückt.


    See im "Horrorpass", Blick nach NW

    Wir gehen rechts am See entlang. Teilweise ist der Weg etwas sumpfig. Bald können wir auf den Buojdes hinunter blicken. Hier scheuchen wir ein paar Rentiere auf, die hinter dem Pass lagen.




    Blick zurück, man kann noch den Pass aus dem Vállevágge erkennen




    Buojdes

    Wir folgen nun nicht dem Bach, der hier beginnt, sondern halten uns am Hang entlang nach Norden und steigen langsam ab zum Ausfluss des Buojdesjåhkå ins Tjuoldavágge. Es geht über einfaches Gelände aus Gras und Heide. Der Fluss ist harmloser als er von oben aussah, wir können ihn in Stiefeln queren.

    Jetzt wird es spannend, noch können wir nicht ins Tjuoldavágge sehen. Wir wenden uns nun nach Osten und gehen noch vor bis wir das Tal überblicken können. Hier machen wir eine Pause und sondieren erst mal das Gelände. Der Weiterweg am Hang entlang bis zum Tjuoldajåhkå sieht gut machbar aus, führt aber durch einiges an Weidendickicht. Ein bisschen sollten wir allerdings absteigen, da wir sonst einen zu großen Umweg machen müssen.


    Tjuoldavágge, links der Einschnitt des Tjuoldajåhkå, dort geht’s hoch zum Låptåvágge

    Nachdem wir nun eh schon Pause mache, pflücken wir auch gleich noch von den herrlichen Blaubeeren. Noch wissen wir nicht, dass es die letzten sein werden für dieses Jahr. Es ist erstaunlich, dass sie trotz mehrerer Frostnächte immer noch so gut schmecken.



    Als wir gerade weiter wollen, fängt es an zu schneien, also wieder mal Regenhose und Poncho anziehen. So wird es uns heute noch öfter gehen. Immer wieder gehen Schneeschauer runter. Bald ist der Schnee wieder vorbei und wir können den Poncho über den Kopf nach hinten auf den Rucksack schieben. Die Ponchoärmel stecke ich seitlich unter den Hüftgurt. So stört der Poncho nicht, kann trocknen und ist bei Bedarf schnell wieder über den Kopf gezogen.

    Das Tjuoldavágge sieht fantastisch aus mit den gelben Birken. Teilweise scheint sogar die Sonne, dann gehen wieder irgendwo Schauer runter.




    Da oben sind wir lang gelaufen


    Wunderschöne Herbstfarben, Tjuoldavágge

    Es geht jetzt den Hang entlang, zuerst ein bisschen runter, dann möglichst auf gleicher Höhe weiter. Wir kommen nur langsam voran. Oft müssen wir uns durch Weiden durchkämpfen und zudem ist es in den Regenklamotten viel zu warm, dadurch fühlen wir uns etwas schlapp.

    Bevor es richtig hoch geht am Tjouldajåhkå, machen wir noch einmal eine lange Pause, essen eine Schokolade und suchen das Tal mit dem Fernglas ab. Elche können wir leider keine entdecken, dafür gibt es viele Rentiere. Die Renvaktarstugan unten am Fluss kann man erkennen und dann sehen wir noch drei Wanderer die oberhalb des Zusammenflusses von Buojdesjåhkå und Tjuoldajåhkå an einem Hügel den Fluss furten.


    Wunderschönes Tjuoldavágge


    Blick zurück auf den Buojdes


    Weidendickicht

    Es geht noch eine Weile anstrengend durch die Weiden hindurch, aber mit der Schokolade geht es nun deutlich besser. Dann können wir endlich ins Tal schauen und sehen, dass wir hier gut weiterkommen. Die Weiden haben ein Ende und es geht nun über einfache Fjällheide weiter bergauf. Das Tal ist steil, die Schlucht des Tjuoldajåhkå (Tjuoldagårsså) ist tief eingeschnitten. Eine Rippe folgt der anderen.


    Tjuoldagårsså


    Blick zurück


    Links der Ruonas, dahinter sind wir lang gelaufen


    Ein letzter Blick über das Tjuoldavágge, mit Hábres und Ruonas, im Hintergrund links der Pass ins Vallevágge

    Talaufwärts kommen nun weitere Einschnitte mit Blockfeldern. Um diese zu umgehen wollen wir am Skievvun noch etwas ansteigen und dann auf ca. 1000 m über das Plateau Richtung Seeende laufen. Das geht wunderbar, nach einem kurzen Anstieg können wir wieder über wunderschöne Fjällheide laufen. Wir kommen an einem großen Steinmännchen vorbei, das weithin sichtbar oben auf einem Hügel steht.



    Es geht vorbei an einigen kleinen See und allmählich kann man ins Låptåvagge hineinschauen, und dann sehen wir auch das erste Mal in Richtung Luohttoláhko. Sehen ist allerdings zu viel gesagt, denn jetzt zieht es ganz schnell zu. Von Westen kommen dicke Wolken mit Schneeschauern.


    Hinter dem Sattel "sieht" man das Luohttoláhko

    Als die Sicht ins Tal dann innerhalb kurzer Zeit völlig weg ist, beschließen wir trotz der frühen Stunde hier zu zelten. Der Wetterbericht sagt ja schlechtes Wetter voraus gegen Abend. Schön wäre es, wenn wir noch bis ans Ende des Låptåvákkjávrre gekommen würden. Dort soll es laut Grundsten wunderschöne Zeltwiesen geben. Aber das ist für heute wohl eh zu weit, wie die Situation an der Watstelle ist, wissen wir nicht und wollen das bei dem Wetter auch nicht mehr ausprobieren.

    Eigentlich wollen wir ja einen besonders guten Platz suchen, aber nun muss es schnell gehen, die ersten Schneeflocken fallen bereits. Gerade hatten wir noch schöne Stellen gesehen, aber hier finden wir nichts Gutes. Überall sind Felsen bzw. Steine oder Sumpf und dort wo der Untergrund etwas besser ist, pfeift der Wind drüber. Wir laufen etwas hektisch hin und her und entscheiden uns dann für eine trockene aber windgeschützte Stelle mit Steinen. Es schneit immer heftiger. Einmal müssen wir das Zelt noch umstellen, da wir mit den Heringen für die Apsis auf einen großen Felsen kommen und so nicht abspannen können.

    Dann steht das Zelt, aber es ist total nass vom Kondenswasser der letzten Nacht. Wir packen die Rucksäcke in die Apsis und quetschen uns dazu. Gerettet, aber nun muss erst mal geputzt werden. Der Lappen, den wir extra dafür dabei haben, taugt nicht wirklich etwas. Jetzt fällt uns auch wieder ein, dass wir das in den letzten Jahren immer mit Bennys Handtuch gemacht haben. Also muss nun eines unserer Handtücher herhalten. Ganz trocken ist es immer noch nicht, aber wir räumen trotzdem ein. Unter den Zeltboden stecken wir an zwei Stellen, an denen ganz besonders spitze Steine drunter sind die kleinen Isomatten, die wir für die Pausen dabei haben und hoffen dass das gut geht.

    Inzwischen hat der Schnee wieder nachgelassen, wir können etwas ins Tal blicken, es wird immer weißer. Wir beschweren die Heringe noch mit Steinen und holen Wasser. Das ist etwas weiter und mühsam, da wir an einen kleinen See müssen. Es ist immer noch überall wenig Wasser drinnen und so muss man erst mal über die Felsen am Ufer klettern und beim Auffüllen hoffen, dass man keinen Verschluss verliert.


    Blick zurück übers Tjuoldavagge


    Blick ins Låptåvágge

    Nun können wir endlich trockenen Sachen anziehen. Kurz aufwärme, dann kochen wir Wasser und es gibt für jeden einen Seelenwärmer. Dazu trinken wir Kaffee, während draußen langsam alles weiß wir. Immer wenn der Schnee vom Zelt runter rutsch gibt es lustige Schmatzgeräusche. Noch lachen wir darüber…

    Wir machen es uns in den Schlafsäcken gemütlich und lesen etwas, bis es gegen 18.00 Uhr Zeit ist sich ums Abendessen zu kümmern. Heute essen wir Spaghetti Bolognese von Summit to eat. Auch sehr lecker! Im Anschluss trinken wir noch den üblichen Tee. Inzwischen ist es draußen trocken und der Schnee ist auch wieder weggetaut. Mein Mann füllt noch einmal die Wasservorräte auf, was wir haben, das haben wir. Ich schreibe derweil Tagebuch. Zeitweise kann man auf den Tsähkkok und das Luohttoláhko schauen.


    Rechts hinten das braune Luohttohláko, links in den Wolken Tsahtsa und in der Sonne die Wand des Tsähkkok

    Gegen 19.30 Uhr wird es langsam dämmrig und eine halbe Stunde später ist auf einmal alles gefroren draußen. Das Zelt hat einen Eispanzer und beim Laufen knistern die überfrorenen Pflanzen. Langsam geht der Vollmond auf und man hat eine fantastische Sicht auf die eingeschneiten Berge rundherum. Doch bald verschwindet der Mond wieder hinter den erneut aufziehenden Wolken.

    Wir gehen schlafen und sind gespannt was uns der morgige Tag bringen wird.
    Geändert von andrea2 (02.11.2019 um 23:34 Uhr)

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    Avatar von Intihuitana
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #43
    Aah es ist wieder Sarekberichtezeit. Sehr schön.
    Obwohl ich noch nie nördlicher als Flensburg war, lese ich immer wieder die Sarekberichte gerne. Erstens wegen der Landschaft, welche für mich witzigerweise exotischer als Savannen oder Regenwälder ist und zweitens wegen der Menschen und der unterschiedlichen Angehensweise an die Touren, die Sicht auf die Natur und die Art des Reisens allgemein.
    Da der Sarek hier im Forum gewissermaßen eine feste Größe ist, kann man da gut vergleichen.
    Ich nehm mir ja immer wieder vor, da auch mal hin zu fahren, aber es kommt mir immer irgendwas (sub)tropisches dazwischen.

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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #44
    Wow, die Herbstfarben sind wirklich sehr schön. Vor 10 Jahren bin ich auch in der Gegend gewesen (mit Zeltplatz am Buojdes). Schon irgendwie cool dann dieselbe Gegend in solch herbstlichem Gewand zu sehen. Schade nur, dass ihr scheinbar mit dem Wetter nicht so Glück hattet. Zumal es sicherlich alles andere als spaßig ist bei Schneefall dann noch das Zelt umzustellen.

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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #45
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Aah es ist wieder Sarekberichtezeit. Sehr schön.
    ....
    Da der Sarek hier im Forum gewissermaßen eine feste Größe ist, kann man da gut vergleichen.
    Ich nehm mir ja immer wieder vor, da auch mal hin zu fahren, aber es kommt mir immer irgendwas (sub)tropisches dazwischen.
    Ja, ja der Sarek. Ich hab ja so oft gesagt, es gibt so viel Ecken, die genauso schön oder schöner sind. Trotzdem hat es uns nun auch wieder hingezogen ohne Hund.

    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    Wow, die Herbstfarben sind wirklich sehr schön. Vor 10 Jahren bin ich auch in der Gegend gewesen (mit Zeltplatz am Buojdes). Schon irgendwie cool dann dieselbe Gegend in solch herbstlichem Gewand zu sehen. Schade nur, dass ihr scheinbar mit dem Wetter nicht so Glück hattet. Zumal es sicherlich alles andere als spaßig ist bei Schneefall dann noch das Zelt umzustellen.
    Vor 10 Jahren, da gibts ja gar keinen Reisebericht von dir. Mir ging es genauso nur anders herum. Ich hab unsere Herbstfarben vor Augen und sehe dann die grünen Bilder von der Juli/August Berichten.

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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #46
    Sonntag 15.09.2019, Låptåvágge

    In der Nacht fängt es erst leise an zu fieseln, aber schnell wird der Schneefall stärker. Morgens ist alles weiß und durch den starken Wind "fällt" der Schnee waagrecht. Auch in der Apsis haben wir schon kleine Schneewehen. Wir ziehen uns den Schlafsack über die Ohren und bleiben einfach lieben. Nachdem wir schon auf Abwettern eingestellt sind, haben wir auch keine Eile mit dem Frühstück.

    Gegen 9.00 Uhr siegt die Neugier und ich schalte das InReach ein, um den Wetterbericht abzurufen. Heute wähle ich den teureren Premiumwetterbericht, der für den Tag das Wetter in zweistündigen Intervallen vorhersagt und eine Vorschau für die nächsten 5 Tage bietet. Kurze Zeit später zeigt das Klingeln die eingetroffene Vorhersage an.

    Es soll heute den ganzen Tag weiter schneien bei starkem Wind, für morgen ist ein trockener und sonniger Tag angesagt, aber dann soll es den ganzen Rest der Woche weiter schneien. Das sind nicht die Aussichten, die wir sehen wollten, aber damit müssen wir zu dieser späten Jahreszeit rechnen.

    Also heute wird definitiv abgewettert. Einmal ist das ganz gemütlich, zumal wir uns schon morgens entscheiden und nicht noch den halben Tag auf Besserung hoffen. Wir können uns also Zeit lassen und bleiben einfach liegen. Bis dann doch die Blase drückt und wir raus müssen. Gemütlich ist was anderes, aber wenigstens wird man mit dem Schnee nicht so nass wie mit Regen.

    Um 10.30 Uhr gibt es Frühstück. Der Schnee in der Apsis ist etwas weniger geworden, zudem hat der Schnee, der immer wieder vom Zelt runter rutscht einen kleinen Wall gebildet, so dass der Wind den Schnee nicht mehr so gut unter dem Außenzelt hindurch blasen kann.



    Der Wind rüttelt immer wieder Kondenswasser vom Außen- aufs Innenzelt. Es ist feucht im Zelt. Das Fußende des Schlafsacks ist schon ganz schön nass, da wir damit immer wieder an die Zeltwand stoßen. Zum Schutz kommt da jetzt der Rucksackschutz drüber.



    Raus gehen wir nur wenn es unbedingt sein muss, Wind und Schnee sind schon sehr ungemütlich. Sicht hat man nur wenige Meter. So vergeht der Tag mit Lesen und Hörbuch hören, ab und zu mal etwas essen und trinken. Den ganzen Tag schneit es weiter. Allerdings wird der Schnee gegen Nachmittag etwas feuchter. Wir haben das Gefühl, er fällt ein bisschen in sich zusammen. Durch den Sturm haben sich Schneeverwehungen gebildet und man sieht kaum wo man hintritt, ob dort ein Stein oder ein Loch oder Wasser ist.



    Wir diskutieren den weiteren Weg. Das Luohttohláko werden wir uns wohl abschminken können. Jetzt müssen wir erst mal sehen, dass wir Richtung Padjelantaleden kommen. Ganz oft taut der erste Schnee im Herbst noch mal komplett weg, aber in den nächsten Tagen sieht das nicht so aus. Und bei so einem Wetter wollen wir ganz sicher nicht weiter durch den Sarek laufen. Vielleicht geben wir zu schnell auf, aber die Sicherheit ist uns wichtiger. Selbst wenn wir jetzt auf dem Padjelantaleden zurück wandern, brauchen wir noch ein paar Tage. Aber auf dem Weg kommen wir selbst bei Schnee irgendwie zurück und wir hätten auch noch die Hütten wenn es ganz hart kommt.

    Die erste Frage wäre also geklärt. Die zweite Frage ist der Weg zum Padjelantaleden. Eigentlich wollen wir den Pass am Ende des Låptåvákkjávrre nehmen. Grundsten spricht von einem schmalen, tief eingeschnittenen Pass, das kann alles heißen. Wie wird dieser Pass mit dem Schnee zu gehen sein? Was ist wenn wir morgen am Pass stehen, nicht weiter kommen und alles zurück gehen müssen? Wir rechnen im Moment nur mit einem schneefreien Tag. Die Alternative ist zurück bis zum Buojdes und dann von da runter auf den Padjelantaleden. Aber dann müssen wir uns wieder durch die Weiden kämpfen, allerdings wissen wir dort was auf uns zu kommt. Am Ende beschließen wir den Weg über den Pass zu nehmen, wenn morgen früh gutes Wetter ist und nicht zu viel Schnee liegt. Immerhin müssen wir auch noch durch den Fluss. Sollte es unsicher aussehen, treten wir den Rückzug an.

    Abends sieht man ab und zu blauen Himmel durch die Wolken hindurch, aber es schneit trotzdem weiter. Immerhin ist es im Zelt trockner geworden, allerdings auch wieder kälter. Der Schnee bleibt jetzt auf dem Zelt liegen, rutscht nicht mehr herunter. Immer wieder müssen wir nachhelfen und den Schnee runter schieben. Ich höre noch bis spät abends mein Hörbuch weiter, müde bin ich gar nicht. Es schneit und schneit und schneit. Inzwischen liegt der Schnee schon ganz schön hoch. Hoffen wir, dass der Wetterbericht recht behält.
    Geändert von andrea2 (09.11.2019 um 17:17 Uhr)

  7. Erfahren
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #47
    Bei solchem Schneefall wäre ich wahrscheinlich auf dem kürzesten Weg ins Tal gelaufen, Weidendickicht hin oder her. Und Ihr wolltet sogar noch über den Pass?? Wie es da wohl aussieht? Hattet Ihr keine Angst, dass der Schnee irgendwelche fiesen Stolperfallen verdeckt? Ich finde das immer sehr beunruhigend, wenn ich nicht wirklich sehen kann, wo ich hintrete.

    Interessant auch, wie völlig anders das Wetter bei Euch am 15. war, ich hatte südwestlich davon (OK, viele Kilometer entfernt) einen fast niederschlagsfreien Tag. Ist wohl alles zu Euch hin gezogen...

  8. Fuchs
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #48
    Oha und Donnerwetter, das nenne ich mal einen kapitalen Wintereinbruch....
    My mission in life is not merely to survive, but to thrive; and to do so with some passion, some compassion, some humor and some style. Maya Angelou

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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #49
    Zitat Zitat von Borgman Beitrag anzeigen
    ...Hattet Ihr keine Angst, dass der Schnee irgendwelche fiesen Stolperfallen verdeckt? Ich finde das immer sehr beunruhigend, wenn ich nicht wirklich sehen kann, wo ich hintrete.

    Interessant auch, wie völlig anders das Wetter bei Euch am 15. war, ich hatte südwestlich davon (OK, viele Kilometer entfernt) einen fast niederschlagsfreien Tag. Ist wohl alles zu Euch hin gezogen...
    Es war schon anstrengender mit dem Schnee, und wir kamen auch nur langsam voran, weil fast jeder Schritt mit den Stecken geprüft werden musste. Zumindest dort wo es blockig war. Anders als beim alten Schnee im Frühjahr, trug der Schnee überhaupt nicht. So standen wir schon mal im Wasser, weil man es unter dem Schnee nicht sah oder sackten in einen Spalt zwischen Steinen.

    Es sieht so aus als hätte sich mal wieder alle Wolken am Sarek gestaut und erst hier den ganzen Schnee verloren.

    Zitat Zitat von evernorth Beitrag anzeigen
    Oha und Donnerwetter, das nenne ich mal einen kapitalen Wintereinbruch....
    Warst du zu der Zeit nicht auch noch unterwegs oder gerade schon raus aus dem Sarek?

  10. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #50
    Zitat Zitat von andrea2 Beitrag anzeigen
    Warst du zu der Zeit nicht auch noch unterwegs oder gerade schon raus aus dem Sarek?
    Nein, am 15.09. ging bereits mein Rückflug.
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    #51
    Zitat Zitat von evernorth Beitrag anzeigen
    Nein, am 15.09. ging bereits mein Rückflug.
    Perfektes Timing.

  12. Dauerbesucher
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #52
    Montag 16.09.2019, Låptåvágge - Tarradalen


    Quelle: BaseCamp / Fjällkartan von http://bengt.nolang.se/kartor/fjallkartan/

    Ich schaue nachts immer mal wieder raus, es schneit und schneit und schneit. Zumindest die Intensität hat etwas nachgelassen. Am frühen Morgen war es dann auf einmal ganz still. Der Sturm hatte aufgehört und auch das Rieseln der Schneeflocken aufs Zelt war weg. Sehen kann man draußen allerdings absolut gar nichts, wir sind mitten in den Wolken. Es ist kalt, alles ist wieder einmal gefroren. Um 5 Uhr zeigten sich erste zaghafte Lücken in den Wolken, der Mond schien ab und zu aufs Zelt.

    Um 6.00 Uhr stehen wir auf, es hält uns nicht mehr in den Schlafsäcken. Die Unsicherheit wie der weiter Weg ist, lässt uns keine Ruhe mehr. Nun liegen all die tief verschneiten Berge vor uns. In Richtung Vallevágge scheint schon die erste Morgensonne auf den Schnee. Fantastisch. Über den Bergen hängen teilweise noch Wolken.




    Blick übers Tjuoldavágge zum Vallevágge


    Links Máŋgitjårro, rechts der Hang des Tjuollda


    Über dem Luohttohláko hängen noch Wolkenreste


    Tsahtsa


    Skievvun


    Låptåvágge


    Tsahtsa

    Wir frühstücken und machen uns ans Packen. Inzwischen scheint die Sonne aufs Zelt und bald sind nur noch wenige Wolken zu sehen. Es sieht nach einem traumhaften Wintertag aus. Der Zeltabbau gestaltet sich schwierig. Durch das Beschweren der Heringe mit Steinen sind sie nicht komplett zugeschneit, trotzdem sind sie teilweise festgefroren und es dauert eine Weile bis wir alle aus dem Boden raus haben. Die Abspannleinen müssen auch erst von den Eisklumpen befreit werden. Den restlichen Schnee auf dem Zelt schütteln wir ab und dann wird es nass eingepackt. Heute Abend werden wir dann erst mal wieder wischen müssen.


    Tarrekaise mit dem Pass ins Vallevágge


    Låptåvágge mit dem Låptåtjåhkkå links, in der Mitte Låptåvárásj und rechst der Tsahtsa. Unser Pass ist der zweite Einschnitt von links. Für vergrößerte Ansicht 2 x klicken


    Tsahtsa und der Übergang zum Njoatsasvágge, im Hintergrund einige Spitzen von Tsähkkok (evtl. Bulkas) und das flache Luohttohláko. Für vergrößerte Ansicht 2 x klicken


    Tsähkkok und Luohttohláko


    Tsahtsa


    Låptåvágge mit dem Låptåtjåhkkå links, rechts Låptåvárásj. Unser Pass ist der zweite Einschnitt von links.




    Und noch einmal Luohttohláko

    In der Sonne ist es fast angenehm, wir laufen ohne Jacke, aber mit Fleece und langer Unterhose. Um 8.30 Uhr geht es los. Das Laufen ist mühsam. Oft geht es durch mehr oder wenig blockiges Gelände. Hier muss jeder Schritt erst mit den Stöcken getestet werden. Trotzdem passiert es immer wieder, dass wir in Löchern einsinken oder im Wasser stehen, das man unter dem Schnee nicht sehen konnte. Zum Glück sind die Steine noch nicht so glatt wie befürchtet, da der verharschte Schnee darauf festgefroren ist.

    Es geht nach Norden und schon nach kurzer Zeit können wir den Fluss sehen. Kuoika beschreibt ihn ihrem Bericht [SE/NO] Kreuz und quer durch den Süden Laponias eine Furt, die mit Steinmännchen markiert ist. Danach halten wir nun Ausschau, können aber von oben nichts finden. Wir halten auf eine möglichst breite und hoffentlich nicht zu tiefe Stelle zu. Aus der Entfernung kann man das nicht so genau beurteilen. Am Ufer müssen wir erst mal über die Felsen klettern, bevor wir die tiefe des Flusses beurteilen können. Mit Stiefeln geht hier nichts, aber wir haben auch keine Lust lange nach einer besseren Stelle zu suchen. Die Strömung sieht moderat aus, es sollte also kein Problem sein.


    Tjuoldajåhkå


    Låptåvágge mit Tjuoldajåhkå und Låptåvákkjávrre


    Tjuoldajåhkå mit Tsahtsa

    Nun müssen wir uns erst mal ein schneefreies Plätzchen suchen zum Umziehen. Durch das Wasser, das noch deutlich wärmer ist als die Luft, ist der Schnee im Uferbereich schon teilweise weggetaut. Wir ziehen die Stiefel aus und ich zippe vorsichthalber auch die Hosenbeine ab. Dann geht es durch den Tjuoldajåhkå und damit überqueren wir auch die Grenze zum Sarek. Das Wasser ich maximal knietief und die Strömung nicht sehr stark. Unangenehm ist nur der Untergrund der aus großen rutschigen Steinen besteht, quasi ein Blockfeld unter Wasser.


    Tjuoldajåhkå

    Nachdem wir uns wieder umgezogen haben, geht es weiter. Anfangs ist die Anstrengung willkommen um wieder warm zu werden. Wir wenden uns nun nach NW um dem Tjuoldajåhkå aufwärts zu folgen und dann am Ufer des Låptåvákkjávrre entlang zu laufen. Das Gelände ist anstrengend und kommt uns sehr blockig vor. Wahrscheinlich ist es das gar nicht in dem Maße, aber wir können unter dem Schnee die gute Wegführung nur schlecht erkennen, können oft nicht zwischen Gras, Heide und Blockfeldern unterscheiden. Zum Glück finden sich aber auch immer wieder Abschnitte, die einfacher zu gehen sind. Im Laufe des Vormittags schmilzt der Schnee auch etwas zusammen, das macht die Wegfindung etwas einfacher, aber auch die Steine rutschiger.


    Blick Richtung Pårte, welche Spitzen das genau sind ??


    Låptåvákkjávrre mit Låptåtjåhkkå


    Låptåvákkjávrre mit Låptåtjåhkkå und Låptåvárásj, unser Pass ist nun genau in der Mitte


    Unangenehme Blockfelder unter Schnee

    Der Weg führt uns nun zwischen dem See und dem Tsahtsa entlang. Grundsten beschreibt in seinem Buch einen Flugzeugabsturz am Tsahtsa. Am 05.09.1942 ist ein britischer Bomber auf 1700 m Höhe in den Südhang des Berges geflogen. Nur zwei von fünf Insassen überlebten den Absturz und konnten sich bis nach Kvikkjokk durchschlagen. Die Maschine wurde erst im Jahre 1976 gefunden, was lt. Grundsten zeigt wie einsam und selten begangen das Massiv ist.

    Nachdem wir etwa die Hälfte der Strecke am See hinter uns haben, machen wir eine Pause. Die Luft ist immer noch kalt und beißt etwas in der Nase wenn man tief einatmet, es riecht förmlich nach Winter. Aber es ist nach wie vor fast windstill und trotz des Wintergefühls ist es so angenehm in der Sonne, dass man die Pausen wirklich genießen kann. Das erste Mal auf dieser Wanderung. Wir essen eine Schokolade und erfreuen uns an der herrlichen Aussicht.


    Blick zurück Låptåvákkjávrre mit Tjollda


    Låptåvákkjávrre mit Låptåtjåhkkå


    Tsahtsa


    Låptåvárásj

    Leider haben wir heute noch einiges vor uns und müssen bald weiter. Inzwischen können wir den Pass zum Tarradalen schon teilweise einsehen. Was wir sehen, sieht nicht schlimm aus und sollte gut machbar sein. Wir suchen uns nun den Weg weiter durch Schnee und Blockfelder. Zum Seeende hin wird es langsam weniger Schnee.


    Unser Pass


    Låptåvárásj



    Pünktlich um 12 Uhr zur Mittagspause erreichen wir die im Grundsten beschriebene herrliche Zeltwiese unterhalb des Låptåvárásj. In der Tat könnte hier wohl eine ganze Kompanie problemlos schöne Zeltplätze finden. Bevor der Aufstieg zum Pass beginnt, machen wir hier noch mal eine schöne lange Pause. Es ist wärmer geworden, der Boden ist hier schneefrei und die Aussicht ist einfach nur fantastisch.


    Seeende mit Pass


    Låptåvárásj


    Blick zurück über den See


    Zeltwiese









    Nach einer halben Stunde machen wir uns an den Aufstieg. Der Pass ist von hier aus fast komplett einsehbar und sieht recht einfach aus. Im unteren Teil gibt es sogar noch schneefreie Passagen über Gras. Doch bald geht es wieder in den Schnee und in die Blockfelder. Wir folgen dem Bach, der hier die Grenze des Sareks bildet, talaufwärts. Auf der Suche nach dem besten Weg queren wir den Bach viel Male. Direkt am Bach ist das Geröll meist kleiner und besser zu gehen. Teilweise laufen wir auch einfach im Bach, da man hier ohne Schnee sehen kann, was zwischen den Steinen ist. Bald kommen wir in den Schatten des Låptåtjåhkkå. Hier liegt wieder viel Schnee und was noch unangenehmer ist, die Steine sind zum Teil überfroren und spiegelglatt.







    Nach einer guten halben Stunde haben mit einer Höhe von 1100 m den Pass fast erreicht. Es geht nun ein Hochtal entlang an einem See vorbei. Noch können wir nicht ins Padjelanta sehen. Wir kommen wieder in den Schatten des Låptåtjåhkkå mit sehr viel Schnee und vor allem tiefen Schneewehen. Am Ende es kleinen Tales geht es über einen Felsriegel und nun sind wir wirklich am Pass oben. Vor uns liegt das fast schneefreie, braune Padjelanta. In Richtung Westen scheint es deutlich weniger bis gar nicht geschneit zu haben.


    Fast oben




    Am Pass, im Westen ist alles schneefrei


    Blick zurück

    Nach einer kurzen Pause beginnen wir den Abstieg. Wir wollen nun endlich raus aus dem Schnee. Eigentlich sah meine Routenplanung hier vor, weiter am Westhang des Låptåvárásj nach Norden zu laufen. Aber darüber brauchen wir gar nicht mehr zu diskutieren, soviel Schnee wie im Moment liegt, ist die Tour weiter durch den Sarek gestrichen. Klar hadern wir im Moment ein bisschen, gerade bei dem schönen Wetter heute. Aber das Luohttohláko ist noch einmal 300 m höher und die Wetteraussichten sind alles andere als gut. Es wäre schon sehr unvernünftig jetzt nicht den Ausstieg in Richtung Padjelantaleden zu nehmen. Das Gelände ist immer noch sehr blockig und so folgen wir dem Tal ein Stück abwärts, anfangs durch einige tiefe Schneewehen, bevor es machbar aussieht die Ausläufer des Låptåtjåhkkå nach Süden zu queren und weiter abzusteigen. Das geht sehr gut und bald sehen wir das Tarradalen unter uns. Nun haben wir es nicht mehr weit, bis wir den Schnee endlich hinter uns lassen können.


    Im Abstieg, Blick zurück


    Im Abstieg, Blick zurück langsam wird der Schnee weniger


    Im Abstieg, hier etwa wenden wir uns nach Süden


    Tarradalen nach Westen, die Namen der einzelnen Berge kann ich hier nicht nennen. Für vergrößerte Ansicht 2 x klicken


    Tarradalen nach SW, markant die spitze Pyramide des Staika (links). Für vergrößerte Ansicht 2 x klicken


    Blick nach NW, dort liegt kaum Schnee


    Blick nach Osten Låptåtjåhkkå

    Wir halten uns nun südlich und wollen erst hinter dem Nuortop Gárránistrjåhkkå ins Tarradalen absteigen. Unser Ziel ist der kleine See auf ca. 800 m Höhe NW-lich des Nuortop Gárránistrjåhkkå um sicher aus dem Schnee raus zu sein. Aber dann können wir nicht wiederstehen heute noch hier oben zu bleiben. Die Aussicht ist so fantastisch und wir wollen einfach noch nicht ins Tal. Hoffentlich bereuen wir es morgen nicht.


    Gleich sind wir raus aus dem Schnee, im Vordergrund im Schatten der Nuortop Gárránistrjåhkkå

    Also halten wir nach einem schönen Platz Ausschau. Auf etwa 1000 m Höhe stoßen wir auf einige Steinmännchen. Erst schalten wir nicht richtig und denken uns, naja die Samen haben hier halt ihre eigenen Markierungen. Es dauert eine Weile bis es klick macht und uns klar wird, wir sind wieder auf dem Präststigen. Ok, hier waren wir schon mal, damals am Tag als der Sturm auf dem Horrorpass wütete.

    Wir kommen an zwei sehr markanten Felsformationen vorbei. Die erste sieht aus wie ein Drache und die zweite ist für mich ein Adler. Kurz nach dem Adler, westlich des Nuortop Gárránistrjåhkkå finden wir eine sehr schöne Zeltstelle zwischen zwei Bächen auf ca. 980 m Höhe. Obwohl wir nur knapp 12 km gelaufen sind, sind wir ziemlich kaputt. Das war echt anstrengend heute. So machen wir sehr gerne Schluss für heute auch wenn es erst 15.30 Uhr ist.


    Drache…


    … und Adler, rechts im Hintergrund Staika

    Wir bauen gleich das Zelt auf, damit es trocknen kann, es ist klatschnass. Während mein Mann Steine sucht für die Heringe, wische ich schon mal aus. Während es nun trocknen kann, holen wir den Kocher raus und kochen Wasser für Kaffee. Endlich können wir mal draußen Kaffee trinken und dazu noch die herrliche Aussicht. Was geht es uns doch gut. Danach ist das Zelt trocken und wir können einräumen. Die Schlafsäcke packen wir gleich aus zum Trocknen, lassen sie aber im Zelt, da ist es wärmer. Jetzt müssen wir die letzten Sonnenstrahlen nutzen, endlich können wir uns mal waschen ohne gleich zu frieren.




    Alpen-Bärentraube


    Bei dem schönen Wetter kommt sogar Balto raus.





    Leider verschwindet die Sonne bald hinter den Bergen, und sofort wird es kalt. Wir verziehen uns ins Zelt, ziehen die Zeltklamotten an und kriechen in die Schlafsäcke. Das Zelt bleibt offen, wir wollen ja schließlich die Aussicht auf den Staika genießen. Mein Mann kocht, ich beginne mit dem Eintrag ins Tagebuch. Es gibt Chicken Tikka von Summit to Eat. Sehr lecker mit großen Stücken Huhn drinnen. Im Anschluss trinken wir noch einen Tee und dann gibt es zur Belohnung für den Tag noch ein Snickers für jeden.



    Ich muss nun noch den Eintrag ins Tagebuch fertig schreiben. Jetzt ist es schon 19.30 Uhr und gar nicht so dunkel wie die letzten Tage. Wir unterhalten uns ein wenig und sind, schwups, schon eingeschlafen. Eine Stunde später wachen wir wieder auf, das Zelt ist noch offen und es ist jetzt echt kalt geworden. Schnell noch mal raus, um den Tee wegzuschütten und Zähne zu putzen. Es ist sternenklar und über dem Låptåtjåhkkå sehen wir ein schwaches Polarlicht.
    Geändert von andrea2 (10.11.2019 um 14:31 Uhr)

  13. Fuchs
    Avatar von Pfiffie
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #53
    Was für ein Wintereinbruch, richtig abendteuerlich, wenn das jetzt noch paar Tage geschneit hätte?

    Euren Campplatz kenne ich irgendwie, im Hintergrund ist der Berg den ich im Hochsommer hochgewatschelt bin, vll bin ich genau über euer Grasstück vom Zelt gelaufen


    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

  14. Erfahren
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #54
    Tolle Bilder eines abenteuerlichen Tages. Es war bestimmt richtig, in ein Tal abzusteigen. Aber es tut mir echt leid, dass ihr es wieder nicht auf die Luottholahko-Ebene geschafft habt, habe ich Euch so was von gegönnt.

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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #55
    Was für ein schöner Tag - da wär ich gern dabei gewesen!

    Grüße von Tilmann

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    Avatar von andrea2
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #56
    Zitat Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
    Was für ein Wintereinbruch, richtig abendteuerlich, wenn das jetzt noch paar Tage geschneit hätte?

    Euren Campplatz kenne ich irgendwie, im Hintergrund ist der Berg den ich im Hochsommer hochgewatschelt bin, vll bin ich genau über euer Grasstück vom Zelt gelaufen
    Wir hatten ja zum Glück das InReach dabei und wußten so, dass es nach dem Sonntag wieder besser werden soll, zumindest für einen Tag. Hätte das anders ausgesehen, wären wir wohl schon am Buojdes auf den Padjetantaleden raus gelaufen.

    Ich hab mir jetzt deinen Bericht noch mal angesehen. Ich hatte zwar gelesen, dass du auf einen Berg gestiegen bist, das aber nicht mit dem Låptåtjåhkkå verknüpft. Auf einem deiner Bilder ist sogar der Låptåvákkjávrre zu sehen.

    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Tolle Bilder eines abenteuerlichen Tages. Es war bestimmt richtig, in ein Tal abzusteigen. Aber es tut mir echt leid, dass ihr es wieder nicht auf die Luottholahko-Ebene geschafft habt, habe ich Euch so was von gegönnt.
    So bleiben noch Ziele für die nächsten Jahre.

    Zitat Zitat von TilmannG Beitrag anzeigen
    Was für ein schöner Tag - da wär ich gern dabei gewesen!

    Grüße von Tilmann
    Ja, es war wirklich ein ganz besonderer Tag, der immer in Erinnerung bleiben wird.
    Geändert von andrea2 (27.11.2019 um 19:55 Uhr)

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    Avatar von andrea2
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #57
    Dienstag, 17.09.2019, Nuortop Gárránistrjåhkkå - Slihtavágge


    Quelle: BaseCamp / Fjällkartan von http://bengt.nolang.se/kartor/fjallkartan/

    Um 6.00 Uhr riskiere ich einen Blick nach draußen. Alles ist grau in grau, die Wolken hängen tief. Nichts ist mehr über von dem wunderschönen Wetter. Aber das hatte der Wetterbericht ja vorher gesagt. Schon lustig, bei schlechten Vorhersagen glaubt man viel eher mal, dass sich der Wetterbericht irren könnte. Bei schönem Wetter geht man davon aus, dass der Wetterbericht schon recht haben wird. Auf jeden Fall haben wir noch keine Lust aufzustehen und ziehen uns den Schlafsack noch mal über die Ohren. Irgendwie ist nun auch die Luft ein bisschen raus. Kein Sarek mehr, nur noch den Padjelanta entlang laufen und das mit reichlich Zeit. Wir haben also keine Eile. Bis zum 22.09. wollen wir in Kvikkjokk sein um noch den letzten Tag mit offiziellem Bootsverkehr zu erwischen. D. h. wir hätten noch 6 Tage Zeit.

    Eine Stunde später wache ich auf, als mein Mann meint, es schneit schon wieder. Das hab ich nicht gehört, mit Mütze und Schlafsack über den Ohren. Ich schaue raus, und tatsächlich es ist schon wieder alles weiß. Zum Glück lässt der Schneefall schon bald wieder nach. Es ist kalt und wieder ist alles gefroren, sogar das Wasser in der nur halb vollen Flasche, die in der Apsis lag. In den Wassersäcken ist mehr Wasser, das ist zum Glück noch nicht gefroren.







    Um 7.30 Uhr stehen wir dann doch mal auf. So sehr viel Schnee war es nicht. Ich mache ein paar Fotos und dann gibt es erst mal Frühstück. Der heiße Kaffee ist bei diesen Temperaturen mehr als willkommen. Wir trödeln heute so richtig rum. Nach dem Frühstück hole ich erst mal den neuen Wetterbericht ein. Für heute sagt er bewölkt mit 10 % Regen/Schnee Wahrscheinlichkeit voraus. Das ist doch schon mal gar nicht so schlecht.





    Wir packen nun gemütlich zusammen und studieren noch mal die Karte. Auf den Padjelantaleden hab ich mich überhaupt nicht vorbereitet, obwohl er ja eine Einstiegsalternative war. Aber mehr als die Karte braucht man eigentlich auch nicht. Irgendwann gibt es wirklich nichts mehr zu tun und wir müssen raus und das Zelt abbauen. Wieder ist es klatschnass, ein paar Mal ausschütteln muss reichen, dann kommt es in den Rucksack.

    Aufbruch ist um 10.30 Uhr. Wir starten mit Fleece und Regenjacke aber ohne Regenhose. Inzwischen ist der Schnee schon etwas weggetaut. Wir folgen dem Bach abwärts, suchen uns den besten Weg, um die Weiden, die bald beginnen, zu umgehen. Schnell lassen wir den Schnee hinter uns und steigen gemütlich ab. Eine kleine Pause muss sein, um Preiselbeeren, die hier massenhaft wachsen, zu sammeln. Die paar Blaubeeren, die es noch an den Sträuchern gibt, schmecken nun nur noch wässrig nach den vielen Frostnächten.


    Abwärts am Bach, Blick zurück


    Im Abstieg


    Leckere Preiselbeeren


    Blick zurück, die Schneegrenze ist immer noch sehr tief

    Noch ein kleines Stück weiter, dann können wir den Padjelantaleden unter uns sehen und haben ihn wenig später erreicht. Perfekt getroffen, bevor im Tal der Wald beginnt. Besser voran kommen wir nun aber nicht unbedingt. Der Weg ist streckenweise sehr sumpfig und zugewachsen. Immerhin sieht man noch ein paar relativ frische Stiefelabdrücke im Matsch. Mal sehen, wie viele Wanderer noch unterwegs sind. Im Sommer ist der Weg ja vielbegangen.


    Tarradalen mit Padjelantaleden


    Tarradalen talabwärts

    Das Tarradalan ist wunderschön, auch wenn die bunten Herbstfarben ohne Sonne nicht ganz so leuchtend aussehen. Die beigen Moore, die gelben Birken und der Fluss im Tal, an den Hängen die braunen Zwergbirken und immer wieder das rot der Bärentraube, darüber die schneebedeckten Berge.


    Padjelantaleden, talaufwärts …


    … und talabwärts

    Auf und ab geht es nun das Tal entlang, immer mal wieder über Bohlen und oft durch Matsch. Offene Abschnitte mit weiten Mooren oder Heide wechseln sich ab mit lichten Birkenwäldern und dichtem Weidengestrüpp. Anfangs dominiert das Tarrekaisemassiv auf der linken Talseite, später der markante Staika auf der rechten Seite. Die Flüsse sind meist ohne Brücke zu queren aber alle ganz einfach, das Wetter kalt aber dafür fast windstill. Die Sonne kommt nur ganz selten mal kurz hervor.


    Wunderschöne gelbe Birken


    Talaufwärts


    Tarrekaise


    Tarrekaise


    Staika

    Kurz vor der Brücke über den Fluss aus dem Slihtavágge sticht uns eine von weitem erkennbare Feuerstelle nahe am Fluss ins Auge. Feuerstellen markieren sehr oft gute Zeltstellen und so gehen wir vom Weg ab, um uns das anzusehen.
    Es ist erst 15. 00 Uhr, aber wir haben ja keine große Eile. Die Stelle liegt fantastisch direkt oberhalb des Tarraätno mit freiem Blick talauf und talab. Eine flache Wiese und eine Bank gibt es auch noch, da können wir wirklich nicht mehr weiter gehen.







    Wir bauen das Zelt auf und lassen es erst mal trockenen, während wir Kaffee kochen und dazu unseren restlichen Tagesproviant verzehren. Dann wird eingeräumt und eingerichtet. Erst als wir damit fertig sind, fängt es an zu tröpfeln. Da haben wir heute ja Glück gehabt. Bis es Zeit fürs Abendessen ist, machen wir ein Nickerchen, dann wird gekocht. Heute gibt es Stew von Trek´n Eat mit Couscous, es schmeckt ein bisschen fad. Nach dem Tee werden gleich die Zähne geputzt, es ist gerade wieder trocken. Nun ist es 19.30 Uhr und so dämmrig, dass ich das Tagebuch im Licht der Stirnlampe schreiben muss. Draußen ruft immer wieder mal ein Schneehuhn.

    Geändert von andrea2 (10.11.2019 um 16:47 Uhr)

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    Avatar von Mortias
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #58
    Wow, was für wundershöne Bilder. Besonders die vom Vortag (16.09) sind echt herrlich. Da sieht die ganze Landschaft eigentlich mal krass anders aus als im Sommer. Faszinierend. Wobei ich es selbst meist gar nicht so faszinierend finde sowas selbst zu erleben. Son Wintereinbruch ist nunmal erstmal immer auch ein bisschen eklig und erschwert das Wandern ungemein. Kann daher durchaus nachvollziehen, dass es nicht leicht war den Sarek dann endgültig hinter Euch zu lassen. Ich finde ja der Herbst kann mitunter die schönste Reisezeit sein (wenn's Wetter mitspielt und die Birken goldbelb leuchten etc.). Aber es kann mit Pech halt leider auch bereits extrem bissig werden, so wie es Euch ja jetzt wiederfahren ist.

  19. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #59
    16.09.: Schick, schick.....coming into a winter - wonderland! Auch, wenn es das Ende für den Sarek bedeutete ( sehr schade ),
    sieht es wunderschön aus. Ein bisschen leide ich aber auch mit......
    My mission in life is not merely to survive, but to thrive; and to do so with some passion, some compassion, some humor and some style. Maya Angelou

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    Avatar von Intihuitana
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    AW: [SE] Der Winter naht - Südlicher Sarek im Spätherbst 2019

    #60
    Sehr beindruckend die letzten Bilder.
    Den Wintereinbruch kann ich gut nachfühlen. Hatte ich in den Anden eine sehr ähnliche Situation und wenn man bedenkt, dass ich 2 Tage vorher im Regenwald gestartet bin, schon fast eine surreale Situation

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