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  1. Fuchs
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    [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #1
    Mitreisende: blauloke
    Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee


    Dies ist die Fortsetzung meiner Wanderungen
    2016, vom Fichtelgebirge zu den Saalestauseen
    2017, Thüringen Ost; vom Wasser zum Himmel
    2018, Harz - Einmal im Leben

    Diesmal sind hinter den Tageskilometern keine GPX-Tracks verlinkt wie sonst bei mir üblich, weil ich mich meistens an den E6 gehalten habe. Ich bin nur zum Einkaufen, Übernachtungsplatzsuche und wegen schlechter Markierungen von ihm abgewichen. Als Markierungslegastheniker habe ich den Weg auch bei guten Markierungen verpasst und verlaufen gehört bei meinen Wanderungen zu den festen Programmpunkten.
    Diese Umwege sind bei den Kilometerangaben mit eingerechnet.

    Bei waymarkedtrails.org kann der Verlauf des E6 verfolgt werden.

    Nur bei der letzten Etappe von Lübeck nach Travemünde habe ich eine eigene Route gebastelt, weil der E6 dort durch den Herrentunnel verläuft. Durch den Tunnel hätte ich mit einem Bus fahren müssen. Das kam für mich nicht in Frage, da ich von der Adria bis zur Ostsee die gesamte Strecke selbst wandern wollte.




    Übersichtskarte: OpenStreetMap - Mitwirkende;


    1.Tag-------- 8.8.2019-----------Gut Grauhof-----------7 km

    Ein paar Minuten vor 17 Uhr komme ich planmäßig in Goslar am Bahnhof an. Weil ich mir die Stadt bereits letztes Jahr nach meiner damaligen Wanderung angesehen habe, gehe ich gleich los. Ich muss nur unter den Gleisen durch und an der Ruine der Stiftskirche Sankt Georg vorbei sehe ich nach ein paar hundert Metern bereits das erste Schild des E6.

    Durch den Köppelsbeckpark durch, komme ich auf eine stärker befahrene Straße. Nach einem halben Kilometer führt der Wanderweg durch eine ruhige Wohnsiedlung. Danach bin ich bereits am Stadtrand von Goslar und über die Felder lugt ein Kirchturm hervor.
    Der Weg bringt mich zum Gut Grauhof in dem die Klosterkirche Sankt Georg steht. Außen wirkt sie wie eine übliche Barockkirche, innen ist sie zu meiner Überraschung ganz in weiß gehalten, nur die Altäre stechen in schwarz oder rot heraus. Die farbige, barocke Pracht wie ich sie aus Bayern kenne fehlt hier, dadurch hat der Innenraum eine eigene Wirkung.
    Übrigens eine der wenigen Kirchen die offen waren, sonst war meistens abgeschlossen.

    Nach der Besichtigung gehe ich noch einen Kilometer bis zum Pfahlteich. Dort koche ich an einer Tischgruppe mein Abendessen und genieße die Abendstimmung. Leider sind zu viele Jogger und Hundegänger unterwegs, sonst würde ich mein Zelt gleich hier auf stellen. So gehe ich noch ein Stück, biege in den Wald ein und auf einem Kiesweg der zu einem verwachsenen Weiherdamm führt stelle ich mein Innenzelt auf. Leider höre ich entfernte Fahrgeräusche von einer Straße und Musik ist ebenfalls von irgendwo her zu hören.


    Ruine der Stiftskirche Sankt Georg in Goslar


    erster Wegweiser des E6


    Gut Grauhof kurz nach Goslar


    Klosterkirche Sankt Georg im Gut Grauhof


    Seitenaltar in der Klosterkirche


    Abendessen am Pfahlteich


    erster Zeltplatz auf Kiesweg



    2.Tag-------- 9.8.2019-----------Wolfswald-----------35 km

    Gegen 7 Uhr wandere ich bei Sonnenschein weiter. Am Waldrand habe ich einen letzten Blick auf den Harz. An Hahndorf vorbei verliere ich den Weg und gehe eine Schlaufe um wieder auf den E6 Weg zu kommen. Die Markierungen des weißen X auf schwarzem Grund sind verblichen, zugewachsen und an den Abzweigungen leicht zu übersehen. Das bleibt die ersten Tage so. Ohne den GPX-Track hätte ich mich öfters verlaufen.
    Vor Groß Döhren weiche ich mit Absicht vom Wanderweg ab, um zum Mausebrunnen zu gehen und die dortige Schutzhütte für unser WIKI auf zu nehmen. Zunächst auf normalen Waldwegen sind die letzten hundert Meter ein zugewachsener Pfad. Ich schlage mich durch, erreiche das Gelände und mache erst mal Frühstück. Dabei entdecke ich zwei Zecken die ich mir auf dem zugewachsenen Pfad eingefangen habe. Nachdem meine verschwitzte Kleidung getrocknet ist, gehe ich weiter durch den Buchenwald, dabei nochmal über einen verwachsenen Pfad. In Groß Döhren stoße ich wieder auf den E6, fotografiere die Eiche auf dem Dorfplatz und bin schnell durch das Dorf durch.
    Hinter dem Dorf kommt die erste lange Gerade in Form eines Teersträßchens mit einer Reihe Bäume, das durch die teils abgeernteten Felder führt. Unterwegs schmücke ich meinen Hut mit einer gefundenen Feder.


    Blick zum Harz


    Waldweg zum Mausebrunnen


    Gelände Mausebrunnen


    Dorfeiche in Groß Döhren


    lange Gerade


    Hut mit Feder

    Es geht auf Mittag zu ich brauche Wasser zum Kochen und Trinken. Das nächste Dorf ist Gielde, ich steuere den Sportplatz an, da habe ich unterwegs bereits öfters gute Erfahrungen gemacht. Zunächst ist niemand zu sehen, aber während ich noch überlege was ich mache kommt ein Auto angefahren. Der Mann der aussteigt ist der Platzwart und ich frage ihn ob ich hier meine Mittagspause machen und Wasser haben kann. Kein Problem für ihn, er spannt mir noch einen Sonnenschirm auf damit ich Schatten habe. Zunächst koche ich mein Essen auf der Terrasse. Als er mit seiner Arbeit fertig ist bekomme ich noch ein Weizen von ihm spendiert und er füllt nochmal meine Wasserflasche auf. Dafür Spende ich dann 5 Euro für die Vereinskasse. Er fährt und ich trinke in Ruhe das Weizen bevor ich weiter wandere.

    Am nächsten Waldrand an dem etliche alte Bäume stehen, sehe ich einen Teil des Ritterguts Altenrode. An einer Waldecke sind die Markierungen wieder unklar und ich erwische die Strecke auf der ich länger entlang einer befahrenen Straße gehen muss. Erst nachdem ich die A36 unterquert habe kann ich wieder einem Waldweg folgen.
    An einem Baum hängt ein Hinweis, dass hier Wolfsgebiet ist mit entsprechenden Verhaltensregeln. Auf breiten Forstwegen geht es lange durch den Wald. Endlich komme ich auf einen schmalen Pfad und merke, dass die X-Markierungen schwarz übermalt wurden. Anscheinend wurde der Weg hier umgelegt, was ich nicht verstehe weil das ein wirklich schöner Pfad ist.Ich folge ihm lange, bis er wieder auf den breiten Forstweg mit den Markierungen trifft.
    Es beginnt leicht zu regnen, so dass ich mich unter die Buchen stelle und das Ende abwarte. Ein Stück gehe ich noch und schlage mich dann seitlich in die Büsche um mein Zelt auf zu stellen.


    Mittag am Sportplatz Gielde


    Tafelbaum


    Pilzbaum


    Rittergut Altenrode


    Kunst am Bau mit weißem X


    Hinweis auf Wölfe


    schöner Waldweg


    schmaler Pfad


    Zeltplatz im Wolfswald


    3.Tag-------- 10.8.2019-----------Wolfenbüttel-----------34 km

    Nach dem abendlichen Regen scheint morgens wieder die Sonne. Ich habe nur noch eine kurze Strecke im Wald und wandere dann über offene Landschaft auf Wolfenbüttel zu. Hier sind fast keine Markierungen, nur hin und wieder lässt sich eine erahnen. Seltsamerweise wird der E6 hier mitten durch die Stadt geleitet.
    In einem Supermarkt kaufe ich erst mal ein, da mein Essen verbraucht ist. Normal trage ich nur Vorräte für zwei Tage in meinem Rucksack. Das Schloss besichtige ich nur von außen, gehe anschließend durch die Fußgängerzone und schreibe eine Ansichtskarte nach Hause. Einige alte Fachwerkhäuser stehen entlang der Straße.
    Durch Wohngebiete verlasse ich Wolfenbüttel um auf mal schmalen Pfaden, mal breiten Forstwegen durch das Lechumer Holz zu wandern. Dort gibt es einen Waldlehrpfad zu dem als Station auch eine höhere Holzplattform gehört.
    Nach dem Wald sehe ich die höheren Gebäude von Braunschweig über die Felder ragen. Jetzt geht es abwechselnd durch Wald, über Felder, entlang eines Waldrands und auf schmalem Pfad wieder durch Wald.
    Seltsamerweise habe ich mir an der linken Ferse eine Blase gelaufen die ich mit einem Blasenpflaster aus meinem Erste-Hilfe-Päckchen versorge. Mit den Schuhen hatte ich bisher noch keine Probleme wegen Blasen.


    Schloss Wolfenbüttel


    Wappen an Hauswand


    Fachwerkhaus in der Fußgängerzone


    Baumplattform


    schmaler Pfad im Lechlumer Holz


    Stadtrand von Braunschweig


    Stadtrand von Braunschweig

    Auf einer Bank raste ich zum Mittagessen und unterhalte mich mit einer älteren Dame die ebenfalls rastet. Gesättigt geht es weiter. Wieder durch ein Waldgebiet, in dem viele Menschen spazieren gehen, werde ich durch die Schranken einer Bahnlinie ausgebremst weil ein Zug kommt.
    Nach dem Wald wandere ich an einem Ried entlang. Am Friedhof von Schapen vorbei leitet mich der Weg durch den Ort und danach längs eines Waldrands.
    Im nächsten Wald verlasse ich den Weg bewusst um zwei Schutzhütten auf zu nehmen die abseits stehen. Es wird langsam Abend. Ich gehe zum E6 zurück bis zum Kral Essehof. Das ist ein offener Rundbau der von der Forstbehörde gemietet werden kann. Zum Übernachten nicht ideal, da auch Mäuse vorhanden sind.
    Ich suche mir einen Platz im Wald. Leider ist die nahe Autobahn A2 zu hören.


    weite Felder


    lange Gerade am Waldrand


    gefallener Baum


    Bahnübergang


    Ried


    Schapen


    Kral Essehof


    4.Tag-------- 11.8.2019-----------Tankumsee-----------31 km

    Morgens ist eine schöne Lichtstimmung im Wald, da stehe ich gerne auf.
    Zunächst gehe ich unter der A2 durch, nachher auf einem Radweg neben der Straße durch einen Wald und in Wendhausen soll ich rechts abbiegen. So biege ich an der ersten Kreuzung ab und ärgere mich weil ich weiter auf einem Radweg neben der Straße wandern muss. Irgendwann dämmert mir, dass etwas nicht stimmt und befrage mein Navi. Natürlich bin ich hier falsch und eine Kreuzung zu früh abgebogen. Da war zwar eine Markierung an der Kreuzung aber wohin die genau gezeigt hat hat mich nicht interessiert. Da hat meine Markierungslegasthenie wieder mal zugeschlagen.
    Zum umkehren bin ich bereits zu weit gegangen und so gehe ich weiter und komme durch den Ort Lehre.
    Der kleine Ort überrascht mich mit schönen Backsteinhäusern und einer sehenswerten Kirche. Am Ortsende raste ich auf einer Bank. Durch Felder und an einem Waldrand entlang erreiche ich wieder den E6. Über offenes Land und nochmal auf einer Teerstraße komme ich nach Jelpke. Dort klingle ich an einer Haustür und bitte um Wasser das ich ohne Probleme erhalte.
    Zwei Kilometer weiter mache ich oberhalb einer Bahnlinie Mittag, koche Couscous mit Waldpilzsuppe und döse kurz im Schatten.
    Abermalig wandere ich durch weites, offenes Land.


    Morgenstimmung


    selber Schuld


    Lichtstimmung in der Ortschaft Lehre


    Kirche in Lehre


    Strom


    Richtung Jelpke


    weites Land und weiter Himmel

    Am Mittellandkanal verläuft der Wanderweg mit der Bahnbrücke übers Wasser. Dahinter in einer Kehrtwende hinunter zum Kanal, bevor er zum Naturschutzgebiet Ilkerbruch abbiegt. Ein großes Vogelschutzgebiet um das viele Leute unterwegs sind. Noch einmal entlang einer Straße geht es in ein großes Waldgebiet. Hier sind lauter lange, gerade Forstautobahnen.. Wenn ich am Ende einer Strecke angekommen bin ist hinter der Kurve oder Abzweigung die nächste lange Gerade. Ich bin froh als ich den Elbe-Seitenkanall erreiche und in einer Unterführung queren kann. Damit habe ich den großen Wald verlassen.


    Brücke über den Mittellandkanal


    Blick von der Brücke


    Ilkerbruch


    Schlote von Wolfsburg


    lange Gerade


    Unterführung Elbe-Seitenkanal

    Hinter dem Kanal ist gleich der Tankumsee, der beim Bau des Mittellandkanals entstanden ist, mit einem Campingplatz auf dem ich heute übernachten will um mal meine Wäsche zu waschen. Neben der Zeltwiese, auf der nur ein Zelt steht, frage ich am Seebistro nach der Anmeldung. Mir wird erklärt, dass die Anmeldung sich noch einen knappen halben Kilometer weiter befindet. Eigentlich reicht mir meine heutige Strecke, gleichwohl es hilft nichts. So gehe ich erst am Strand entlang der gut besucht ist, falle mit dem großen Rucksack auf, bis ich die Anmeldung erreiche. Wie ich bereits befürchtet habe ist die Zeltwiese dort wo das eine Zelt steht. Ich gebe noch meine Powerbank zum aufladen ab und schleppe mich wieder zurück.
    Nach dem Zeltaufbau dusche ich, wasche meine Wäsche und gehe ins Bistro. Dort bestelle ich mir ein Weizen und ein Jägerschnitzel. Wie ich befürchtet habe wird die Soße über ein paniertes Schnitzel gegossen.
    OT: Bei uns in Bayern bekomme ich bei Jäger- oder Paprikaschnitzel ein unpaniertes Schnitzel. Von Köln her kenne ich bereits die Variante mit dem panierten Schnitzel. Weiß jemand ab wo die Schnitzel paniert sind. Gibt es da eine Art "paniertes Schnitzel Äquator"?
    Nach einem zweiten Weizen habe ich mich soweit erholt, dass ich noch etwas im See schwimme und am Strand entlang gehe. Dort komme ich mit einer Frau ins Gespräch deren zwei Töchter noch im Sand herum toben. Sie erzählt, dass sie auch hin und wieder im Wald zelten. Sie will ihren Kinder damit beibringen, dass man auch mit wenig auskommen kann.
    Abends nerven noch ein paar Jugendliche mit ihrer lauten Musik. Meine feuchte Wäsche hänge ich über Nacht in eine Grillhütte, falls es regnen sollte. Ich schlafe schlecht weil die Blase an meiner linken Ferse schmerzt.


    Tankumsee


    Wäsche und Zelt


    paniertes Jägerschnitzel


    5.Tag-------- 12.8.2019-----------Crocs-----------23 km

    An diesem sonnigen Morgen kann ich mir Zeit beim Packen lassen. Meine Powerbank liegt in der Anmeldung und diese öffnet erst um acht Uhr. Bereits auf den paar hundert Metern dorthin merke ich meine linke Ferse. Nachdem ich die Powerbank geholt habe klebe ich mein letztes, zu kleines Blasenpflaster auf die Ferse. So wird das nichts, merke ich bereits nach ein paar Schritten.
    Ich ziehe die Wanderstiefel aus, binde sie oben auf den Rucksack und ziehe meine Crocs an, die eigentlich nur für das Lagerleben gedacht sind. Jetzt kann ich ohne Schmerzen gehen.
    Der E6 führt um Gifhorn herum, ich verlasse ihn um in der Stadt einzukaufen. Dafür muss ich mal wieder eine lange Gerade gehen. Unterwegs sehe ich viele Pferde auf den Weiden.


    eins von vielen Pferden vor Gifhorn


    unterwegs mit Crocs


    lange Gerade nach vorne


    lange Gerade nach hinten

    Als erstes kaufe ich mir in einer Apotheke neues Blasenpflaster und versorge meine Ferse. In der Stadt gehe ich Proviant kaufen und in einem Restaurant Mittagessen. Die Fußgängerzone ist nichts besonderes. Die üblichen Geschäfte und nur ein paar Fachwerkhäuser.
    Am Schloss vorbei verlasse ich die Bebauung. Danach komme ich am Rand des Mühlenmuseums vorbei. Ein größeres Gelände in dem etliche verschiedene Mühlen und eine orthodoxe Kirche stehen. Das Museum ist geschlossen weil heute Montag ist. So mache ich nur von außen einige Fotos.


    Innenstadt Gifhorn, einige der wenigen Fachwerkhäuser


    Schloss Gifhorn


    Mühlenmuseum, Flussmühle


    Mühlenmuseum, Windmühle


    Mühlenmuseum, Stabkirche des Heiligen Nikolaus


    Schlosssee

    Anschließend geht es wieder im Wald weiter. Zunächst auf einem breiten Forstweg, nach dem überqueren einer Straße bin ich wieder auf einem schmalen Pfad unterwegs. Wieder mal eine schöne Strecke im Wald mit Hinweistafeln eines Lehrpfades. In den Crocs läuft es sich überraschend gut.
    Nach dem Wald wechseln sich Felder, Wiesen und kleine Baumgruppen ab, der Wegbelag ändert sich von Schotter zu Asphalt und zurück. Am Himmel erscheinen dichtere Wolken die nicht wissen ob sie regnen sollen oder nicht. Ein paar Kilometer wandere ich noch, dann beende ich den heutigen Marsch an einem Picknicktisch am Waldrand. Hier esse ich zu Abend, warte bis es dämmert. Inzwischen fährt ein Forstauto vorbei, der Fahrer winkt freundlich obwohl ihm klar sein muss, dass ich heute nicht mehr aus dem Wald verschwinde. Auf der gegenüber liegenden Wiese stelle ich mein Zelt auf. Nachts regnet es.


    schmaler Pfad im Wald Dragen


    immer noch mit Crocs unterwegs


    Feuchtgebiet Flachsrotte


    Sonnenblumenfeld


    Galloways
    Geändert von blauloke (28.09.2019 um 10:05 Uhr)
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  2. Fuchs
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #2
    6.Tag-------- 13.8.2019-----------Angler-----------33 km

    Um 6 Uhr stehe ich bereits auf, von der Wiese steigt nach dem nächtlichen Regen Dunst auf. Ein schönes Bild.
    Der Test ob ich meine Wanderstiefel wegen der Blase anziehen kann verläuft gut. Ich spüre sie zwar, aber sie schmerzt nicht. Zunächst auf einem breiten Schotterweg durch den Wald, dann über Felder erreiche ich Westerholz wo ich gleich am ersten Haus nach Wasser frage und meine Wasserflasche auffüllen darf.
    Auf einem folgenden Wanderparkplatz breite ich das Zelt zum trocknen aus, koche Kaffee und Frühstücke.


    Morgenstimmung


    Blumen


    Frühstück und Zelt trocknen auf einem Wanderparkplatz

    Noch durch einen Ort komme ich bald zum Naturschutzgebiet "Heiliger Hain". Hier blüht großflächig das Heidekraut. Eine Landschaft die ich so noch nicht gesehen habe. So bleibe ich länger auf einer Bank sitzen und betrachte das flächig wachsende Heidekraut, das mit Wacholderbüschen durchsetzt ist. Der Himmel ist grau, es beginnt zu regnen, ich ziehe die Regenhülle über meinen Rucksack. Nach dem Naturschutzgebiet befindet sich ein Denkmal für den Heidedichter Hermann Löns.


    Heiliger Hain


    Heiliger Hain


    Heiliger Hain


    Heiliger Hain


    Denkmal fürHermann Löns, den Heidedichter

    Außerhalb der Schutzgebiete sehe ich nur wenig Heidekraut wachsen. Bisher bin ich meist durch Buchenwälder gewandert, diese werden jetzt durch Kiefern abgelöst.
    Nach einer langen Strecke über Äcker fällt mir auf, dass die Markierungen des E6 jetzt häufiger und deutlich zu sehen sind. Ab hier kann ich entspannter Wandern, weil ich nicht ständig befürchten muss, die vorher seltenen und verwitterten Markierungen zu übersehen. Bisher war offenbar der Harzer Wanderverein zuständig, nun ist es ein Norddeutscher Wanderverein.
    Als nächstes komme ich durch den Ort Oerrel. Hier sind an fast jedem Haus die Scheiben des jeweiligen Schützenkönigs angebracht. Das habe ich so auch noch nicht gesehen. Hier gibt es auch ein Jagdmuseum, das natürlich geschlossen hat. So sehe ich mir nur das Gehege mit den Wildschweinen an. Auf einer Bank schlafe ich eine Viertelstunde, das frühe Aufstehen heute Morgen macht sich bemerkbar.


    Heidekraut außerhalb von Schutzgebieten ist nur selten zu sehen


    Wolken am hohen Himmel


    Die Markierungen werden besser


    In Oerrel sind die Schützenscheiben außen an den Häusern angebracht


    Wildschweingehege am Jagdmuseum in Oerrel

    Weiter geht es Richtung Hankesbüttel. Dazu wandere ich zunächst über eine Grasfläche in der etliche Königskerzen stehen, anschließend durch Kiefernwald, da fühle ich mich fast heimisch weil in meiner Gegend ebenfalls viele Kiefernwälder gibt.
    In Hankesbüttel kaufe erst mal wieder ein, der E6 ist dann geschickt in Parks um den Ortskern herum gelegt. Am Ende befindet sich ein Otterzentrum das bereits geschlossen hat um diese späte Uhrzeit. Mit Besichtigungen habe ich bei dieser Wanderung einfach kein Glück.



    Grasweg Richtung Hankesbüttel


    Königskerzen

    Nach Hankesbüttel wieder eine lange Gerade, diesmal ohne begleitende Bäume oder Büsche wodurch sie besonders lang wirkt. In Wentdorf steht wieder einer dieser großen, stattlichen Bauernhöfe die mir bereits öfters aufgefallen sind. Kein Wunder bei den großen Feldern hier.
    Durch das Dorf erreiche ich den Elbe-Seitenkanal. Jetzt verläuft der Weg direkt neben dem Kanal kerzengerade nach Norden. Ich gehe nur noch ein Stück und suche mir oberhalb der niedrigen Böschung einen Platz für mein Zelt. Während ich mir einen in Frage kommenden Fleck noch genauer ansehe bleiben zwei Autos genau bei mir stehen und drei Angler steigen aus. Das war dann nichts und so gehe ich einen halben Kilometer weiter und finde wieder oberhalb der Böschung auf einem Grasweg eine Stelle für mein Zelt. Da es noch hell ist vertrödle ich die Zeit, sitze am Kanal, telefoniere mit daheim, esse etwas.


    Bauernhof in Wentorf


    Elbe-Seitenkanal


    Abendstimmung

    Schließlich beginne ich meinen Rucksack aus zu packen, da sehe ich, dass die beiden Fahrzeuge der Angler auf dem Grasweg in meine Richtung fahren. Direkt bei mir bleiben sie stehen und ich befürchte sie haben was dagegen dass ich hier zelten will. Das ist nicht der Fall, sie verlegen lediglich ihren Angelplatz, weil sie an der ersten Stelle nichts gefangen haben. Nun wollen sie hier ihr Glück versuchen.
    Sie bauen ihre Ruten auf, ich sehe ihnen zu und da ich keine Ahnung vom Angeln habe lasse ich mir einiges erklären. Einer der drei ist Fischhändler und kennt sich etwas in der Oberpfalz aus und wir unterhalten uns ausgiebig.
    In den zwei Stunden die ich bei ihnen bin, fangen sie drei Aale und drei Brassen, sowie eine Wollhandkrabbe die der Fischhändler zertritt. Die Wollhandkrabben sind fremd hier und gelten als Schädlinge erklärt er mir. Ich bitte ihn die tote Krabbe ins Gebüsch zu werfen damit die Mäuse die darin herum rascheln was zum fressen haben. Da sich schon mal eine Maus durch mein Zelt genagt hat hoffe ich dadurch von den Biestern diese Nacht verschont zu bleiben.
    Ich lege mich ins Zelt zum schlafen und werde nur mal wach als die Angler weg fahren.


    7.Tag-------- 14.8.2019-----------Eichen-----------35 km

    Vom Kanal steigt Dunst auf, die Sonne wärmt noch nicht richtig, der Himmel ist wolkenlos. Es verspricht ein warmer Tag zu werden. Ich wandere am Kanal entlang weiter, bis ein Bauzaun den Weg versperrt. Hier muss ich auf einem Weg durch den Wald zur Straße ausweichen. Auf dieser marschiere ich nun am Waldrand entlang Richtung Lüder.
    Der Wald hört auf, die Straße verläuft durch Felder und ich gehe auf einen Eichenwald zu. Je näher ich komme um so mehr Dächer tauchen zwischen den Baumwipfeln auf. Zwischen den hohen, alten Bäumen versteckt sich ein ganzes Dorf. So viele große Eichen habe ich noch nirgens gesehen, sie stehen im ganzen Ort verteilt um die Höfe. In der Mitte bekomme ich die Erklärung. Eine schlaue Tafel schreibt, dass die Eichen auf Anordnung eines Herrschers gepflanzt wurden um bei Bränden den Funkenflug auf benachbarte Häuser zu vermeiden und damit auch gleich Baumaterial vorhanden ist um einen abgebrannten Hof wieder auf zu bauen. Lüder nennt sich das Dorf der tausend Eichen.


    Elbe-Seitenkanal am Morgen


    Der Sonne fehlt noch die Kraft aber es wird heiß heute


    Lüder, Dorf der tausend Eichen

    Meine linke Ferse mit der Blase schmerzt wieder. Das Blasenpflaster hat sich gelöst, ich mache ein neues drauf. Da sich das Polster erst wieder aufbauen muss, habe ich weiter Schmerzen und so wechsle ich die Stiefel gegen die Crocs.
    Nach Lüder überquere ich den Elbe-Seitenkanal, gehe ein Stück am gegen über liegenden Ufer entlang und schwenke nach Bad Bodenteich ab. Vor dem Ort ist der Weg mit den verschiedensten historischen Belägen erhalten. Am schlechtesten gehe ich auf den verlegten runden Flusssteinen. Da geht es sich auf dem folgenden Kopfsteinpflaster schon besser und am leichtesten auf dem modernen Asphalt.
    In Bad Bodenteich kaufe ich etwas Proviant nach und trinke Kaffee. Nach dem Ort gehe ich eine längere Strecke auf einem Wiesenweg der durch ein verlandetes Seengebiet verläuft. Interessante Pflanzen links und rechts nur kenne ich keine davon.


    überquerung des Elbe-Seitenkanal


    unterschiedliche alte Straßenbeläge


    historischer Wegweiser, mit weißem X des E6

    Der Weg biegt ab nach Schostorf, ab hier habe ich eine mehrere Kilometer lange Gerade vor mir bis Thielitz. Auf der ersten Hälfte ist kein Schatten, inzwischen ist es heiß geworden. Glücklicherweise verläuft anschließend ein Teil im Wald wo es kühler ist. Wieder im Freien wandere ich auf einen Eichenwald zu in dem sich das Dorf Thielitz versteckt. Es gehört ebenfalls zu den Eichendörfern. Auf dem Dorfplatz raste ich im kühlen Schatten der Bäume.

    Nach Thielitz kann ich von der Teerstraße auf einen Waldweg abbiegen. Es geht leicht bergauf, von weitem sehe ich oben einen Mann stehen der sichtlich auf mich wartet. Er hat die Arbeitskleidung eines Forstarbeiters an und einen langen Hohlbohrer auf den er sich stützt. Als ich zu ihm komme spricht er mich an und will alles über meine Wanderung wissen. Besonders wundert er sich über meine Crocs. Das ich zelte stört ihn nicht. Anschließend frage ich ihn was er mit dem zwei Meter langen Bohrer macht und er erklärt, dass er Bodenproben nimmt damit festgestellt werden kann welche Bäume infolge des Klimawandels in Zukunft angepflanzt werden können. Zum Abschluss erzählt er mir noch von einer Wanderhütte im nächsten Wald, die aber weit weg ist.


    Rast in Thielitz

    Ich versuche sie für dir nächste Rast zu erreichen. Zunächst bremst mich ein Zug an einem Bahnübergang aus. Nach dem Dorf Varbitz, das ebenfalls voller Eichen steht, geht es wieder leicht, aber lange bergauf. Der Untergrund ist sandig und meine Crocs nicht unbedingt dafür geeignet. Ich wühle mich durch bis ich oben bin, dann wird der Weg fester.
    Ein schöner Kiefernwald in leicht hügeligen Gelände, fast wie bei mir zu Hause. Es ist heiß und die vom Forstarbeiter erwähnte Wanderhütte will und will nicht kommen. So lege ich mich neben dem Weg in den Wald und breite mein Zelt aus, dass noch trocken werden muss. Das habe ich bis jetzt total vergessen.
    Ich liege länger herum, nur eine Reiterin stört mich, sonst ist niemand unterwegs.
    Schließlich packe ich wieder alles zusammen, wandere weiter und nach knapp einem Kilometer stehe ich vor der Wanderhütte.


    Wanderhütte der Trailangels

    Sie ist privat von Trailangels erbaut, die auch die Wegmarkierungen betreuen. Sie haben ihre Telefonnummer angegeben falls jemand Hilfe braucht. In das Wanderbuch trage ich mich ein und bedanke mich dabei für die guten Markierungen.
    Nach dem Wald wandere ich wieder über Felder, durch ein kleines Dorf und komme nach Schnega. Es wird Zeit fürs Abendessen, ich komme am örtlichen Grillplatz vorbei und nutze ihn für meine Kocherei. Wobei das in der Regel nur aufwärmen von Fertiggerichten ist. Wieder werde ich von Eichen beschattet.


    Grillplatz in Schnega


    Eichen in Schnega


    Schutzhütte am Wanderparkplatz

    Ich mache mich wieder auf den Weg und versuche eine Schutzhütte zu erreichen die bei OSM eingezeichnet ist. Der Weg zieht sich mal wieder in die Länge. Es geht auch wieder ständig leicht bergauf. Die Sonne versinkt und ich bin noch weit von der geplanten Schutzhütte entfernt. Hinter einem Wanderparkplatz sehe ich überraschend eine Schutzhütte, in die ich mich auch gleich einquartiere. Die nehme ich auch gleich für OSM und unser Wiki auf. Der Verkehr auf der nahen Straße lässt bald nach und in der Nacht ist kein Auto unterwegs.


    8.Tag-------- 15.8.2019-----------Hoher Mechthin-----------19 km

    Nachts beginnt es leicht zu regnen. Da ich in der Schutzhütte mein Innenzelt aufgestellt habe kann ich es trocken verpacken. Das Blasenpflaster hat ein Polster aufgebaut und so kann ich heute wieder mit den Wanderstiefeln gehen. Zunächst wieder mal eine lange Gerade. Trotz des Regens laufen die Bewässerungsanlagen auf den Feldern.
    Zunächst wandere ich auf den Günneitberg und sehe mir die dortige Schutzhütte an. Durch eine Schneise im Wald habe ich von dort Aussicht auf den nächsten Ort.
    Ab jetzt immer leicht bergab bringt mich der Weg zum Findlingspark. Hier werden Findlinge, die die Gletscher mit gebracht haben ausgestellt. Auf einer großen Lichtung sind sie in einer Spirale angeordnet. Es gibt auch verschiedene schlaue Tafeln, eine Toilettenanlage und Hütten zum unter stellen, die ich bei dem Regen gut gebrauchen kann.


    lange Gerade


    Bewässerungsanlage


    Aussicht vom Günneitberg


    Findlingspark


    Findlingspark

    Eine Werbetafel für ein Restaurant am Weg macht mir Appetit. Heute schaffe ich die halbe Strecke und da will ich mir ein vernünftiges Essen leisten. Als ich zu dem Restaurant komme ist heute natürlich Ruhetag. Na gut, dann eben nicht. Vor mir liegt wieder eine dieser schlecht zu gehenden Pflasterstraßen.
    Der Regen hat zwischendurch auf gehört und so mache ich an einem Picknicktisch Pause bis es wieder regnet. Die Strecke führt abwechslungsreich vorbei an bereits abgeernteten Feldern, durch Wald und Wiesen. Manchmal sehe ich seltsame Pflanzen die ich nicht kenne. Es ist später Nachmittag, ich brauche Wasser für meine Übernachtung. Im Dorf Gohlau klingle ich an einer Haustür und bitte die Frau des Hause um Leitungswasser, das ich ohne Probleme bekomme.
    Nach dem Dorf geht es bald wieder in den Wald. Dort ist ein Wegweiser zu einem Hühnengrab das ich mir an sehe. Es sind jedoch nur einige größere Steine zu sehen, das Grab selber ist zu stark verfallen.


    schlechte Wegstrecke


    abgeerntetes Feld


    seltsame Pflanzen, Stechapfel


    Kunst am Baum


    verfallenes Hühnengrab

    Auf dem weiteren Weg zum Hohen Mechthin beginnt es stark zu regnen. ich stelle mich unter eine große Buche, dort werde ich kaum nass. das Blätterdach des Baumes hält den Regen ab. Als der Regen nach lässt gehe ich weiter und erreiche schließlich den Hohen Mechthin.
    Zunächst steige ich den Aussichtsturm hoch und sehe mich um. Wegen der Wolken ist nicht viel zu erkennen, außerdem ist hier alles flach, es fehlt das Gegenüber, es ist nur Wald zu sehen.


    Aussichtsturm auf dem Hohen Mechthin


    Aussicht vom Aussichtsturm

    So verlasse ich den Turm bald wieder und gehe zur Schutzhütte in der ich heute übernachten will. Irgendwie schlecht gemacht. Sie steht etwas unterhalb des Turms an einem Hang und bei dem vorherigem starken Regen ist Wasser durch die Hütte gelaufen. Außerdem sind der Tisch und die Bänke fest in der Mitte montiert, so dass ich nur wenig Platz neben einer Bank habe.
    Mit einem Stock ziehe ich erst mal einen Drainagegraben um den Eingang und die Lücke an der Unterseite der Bretter fülle ich mit Erde auf. Es ist noch früh am Abend, ich verbummle die Zeit mit Essen, eintragen ins Wanderbuch und erkunden der näheren Umgebung.


    Schutzhütte auf dem Hohen Mechthin vor meinen Grabungsarbeiten

    Als es dämmert richte ich mein Bett her. Ich will wieder mal ohne Zelt schlafen, nur mit Matte und Schlafsack. Gerade blase ich meine Matte auf, da kommt ein Auto angefahren und hält direkt neben der Hütte. Erst denke ich es ist ein Förster und ich bekomme Ärger. Der ältere Mann steigt aus, wir grüßen uns kurz, er nimmt einen Rucksack aus dem Auto und steigt rasch auf den Aussichtsturm.
    Seltsam; ich mache mit meiner Matte und Schlafsack weiter. Nach etwa einer halben Stunde kommt er wieder herabgestiegen. Jetzt bin ich doch neugierig und frage ihn was er auf dem Turm gemacht hat.
    Er ist Hobbyfotograf und wollte vom Vollmond beim Aufgang über den noch grünen Wäldern ein Bild machen. Da waren aber einige Wolken und es ist nichts geworden. Nur ein paar Bilder in die andere Richtung konnte er machen. Ich erzähle von meiner Wanderung, er fragt ob ich durch die Slawendörfer gekommen bin, die es hier gibt und als Rundling gebaut wurden. Als ich verneine bietet er mir an mich in ein solches Dorf zu fahren. Ich lehne dankend ab, es ist inzwischen bereits dunkel und ich will meine Ausrüstung weder zusammen packen, noch sie einfach hier liegen lassen.
    Wir verabschieden uns, er fährt und ich lege mich in den Schlafsack.


    9.Tag-------- 16.8.2019-----------lange Geraden-----------29 km

    Das Regengebiet ist endgültig durch gezogen. ich wandere ohne Frühstück los. Das will ich Zernien nachholen, da ich ohnehin wieder Proviant nach kaufen muss.
    Vom Hohen Mechthin geht es im Wald immer leicht abwärts, angenehm zu wandern. Irgendwann dämmert mir, dass ich keine Markierungen mehr sehe. Bereits kurz nachdem ich los gegangen bin muss ich mal wieder eine Abzweigung übersehen haben. Dafür darf ich nun auf einer Teerstraße in den Ort laufen.
    In Zernien mache ich im Edeka mein Frühstück und kaufe Essen nach. Der Laden gleicht mehr einem Gemischtwarenhandel als einen Supermarkt, es ist alles zu bekommen was man so braucht.
    Nach dem Einkauf suche ich mir einen Weg zurück zum E6 der um Zernien herum führt. Als nächstes komme ich durch das Dorf Riebrau. Es hat eine historische Fachwerkkirche, die wie üblich hier verschlossen ist. So kann ich sie nur von außen besichtigen. Ebenfalls sehenswert ist der stattliche Pfarrhof, ebenfalls ein Fachwerkbau, beides aus dem 18. Jahrhundert.
    Bereits zwei Kilometer nach Riebrau befindet sich das Naturschutzgebiet Breeser Grund. Wieder eine Heidelandschaft, wobei hier die alten Bäume eindrucksvoller sind. Die Eichen sind in allen Stadien zu sehen, vom prallen Leben bis zur Baumruine.


    Fachwerkkirche in Riebrau


    stattlicher Pfarrhof in Riebrau


    Naturschutzgebiet Breeser Grund


    Breeser Grund


    Breeser Grund

    Ich bin jetzt im großen Waldgebiet Göhrde. Nach dem Naturschutzgebiet wandere ich lange durch den Fichtenwald. Eigentlich ja schön, aber hier sind die Waldwege lauter lange Geraden. Wenn ich mal abbiegen muss sehe ich wieder eine lange Gerade vor mir. So geht das mehrmals und nach ein paar Stunden bin ich froh aus dem Wald heraus zu kommen.
    An ein einigen Häusern der Ansiedlung Göhrde vorbei komme ich auf eine schmale Teerstraße. Dieser folge ich, sehe eine Hütte auf einer Wiese stehen die ich mir ansehe. Wieder eine Hütte die privat erbaut wurde, aber laut Aushang für Wanderer offen ist. Hier raste ich und schlafe mal wieder auf einer Bank.
    Im nächsten Dorf sehe ich einen seltsamen Baum in einem Garten stehen.


    lange Gerade


    lange Gerade


    private Schutzhütte


    seltsamer Baum

    Wieder komme ich in einen großen Wald. Zum Glück verlaufen die Wege hier nicht allzu lange ohne Kurven. Unterwegs pflücke ich öfters mal Brombeeren.
    Am Waldrand setze ich mich auf eine Bank und koche mein Abendessen, das übliche Nudelgericht. Nun habe ich kein Wasser mehr. Ich behalte meine leere Flasche gleich in der Hand, da es nicht weit zum nächsten Dorf, Sammatz, ist. Am Dorfeingang ist gleich ein alternativer Kindergarten. Das ganze Dorf besteht anscheinend aus Biobauernhöfen mit Läden und Bio-Cafes.
    Unterwegs hat mir jemand erzählt, dass in der Gegend durch die Gorlebenproteste viele Alternative leben.
    Im Dorf spreche ich einen Mann auf der Straße an und er füllt mir meine Trinkflasche auf.
    Nur rund einen Kilometer nach Sammatz finde ich auf einem Hügel einen schönen Zeltplatz im Kiefernwald.


    schöner Waldweg


    Brombeeren


    Garten des Bio-Cafes in Sammatz


    im Garten des Bio-Cafes


    10.Tag-------- 17.8.2019-----------Campingplatz-----------11 km

    Irgendwie komme ich heute nicht voran. Gut, dass ich heute nur eine kurze Etappe geplant habe. Zunächst länger durch Wald auf schönen Wegen. In einem Dorf sehe ich einen alten Citroen in einem Hof stehen.
    Im nächsten Dorf; Reeßeln, bewundere ich wieder die großen Bauernhöfe, die alle aus Backsteinen gebaut sind.


    Zelt am Morgen


    altes Auto


    Bauernhof in Reeßeln


    Bauernhof in Reeßeln

    Nach dem Dorf wieder im Wald auf schmalen Wegen weiter. Einen Hohlweg abwärts und dann kommt wieder eine der unvermeidlichen langen Geraden. Bald erreiche ich ein Hühnengrab, angeblich das einzige in Niedersachsen bei dem die Grabkammer noch zu erkennen ist. Bei der daneben liegenden langen Steinsetzung ist nicht klar für was die gebaut wurde. Wieder weiter im Wald, schließlich geht es aufwärts und von einem Aussichtspunkt sehe ich zum ersten mal die Elbe.


    schöner Waldweg


    lange Gerade


    Grabkammer


    Steinsetzung


    erster Blick auf die Elbe

    Es geht wieder abwärts, am Campingplatz von Alt Garge entlang. Zur Anmeldung muss ich wieder hoch.
    Nachdem ich mein Zelt auf gestellt habe, wasche ich meine komplette Wäsche und hänge sie unter einem Dach auf, da es immer mal nieselt. Danach gehe ich ins angrenzende Schwimmbad und esse dort am Kiosk zu Mittag. Zurück im Zelt schlafe ich.
    Nachmittags besichtige ich das Dorf, gehe runter zur Elbe und sitze länger am Elbestrand.


    Wäsche trocknet


    Gebäude in Alt Garge


    Elbe


    Blumen an der Elbe

    Abends gehe ich nochmal runter nach Alt Garge, zum Griechen den ich nachmittags gesehen habe. Ich bestelle eine Vorspeise und ein großes Hauptgericht. Beides ist zu viel. Ich habe mich überessen und mein Bauch schmerzt. Zum Campingplatz muss ich mich regelrecht hoch schleppen. Ich lege mich nur noch ins Zelt zum Verdauen. Es wird eine unruhige, schmerzliche Nacht.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  3. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #3
    11.Tag-------- 18.8.2019-----------Elbe-----------32 km

    So lange habe ich bei dieser Wanderung noch nicht geschlafen. Ich komme erst um halbneun Uhr weiter. Auf jeden Fall bin erholt, vom Wandern und vom gestrigen Abendessen.
    Zunächst muss ich wieder durch Alt Garge gehen, biege dann ab in einen Wald und schließlich geht es auf einem Deich weiter, der die Stadt Bleckede vor Hochwasser schützt. Dieser zieht sich etwas, da er mit einer Schleife ein Wohngebiet einschließt, in dem lauter Backsteinhäuser stehen. Ein Baustil der mir gefällt. Ich muss mal wieder einkaufen und gehe in die Stadt zu einer Tankstelle. Weil Sonntag ist bleibt mir keine andere Möglichkeit als das Nötigste teuer zu bezahlen.
    Anschließend komme ich noch am Schloss und etlichen Fachwerkhäusern vorbei.


    Backsteihaus


    auf dem Damm


    in Bleckede

    Nach Bleckede verläuft der E6 auf dem Hauptdamm der weit von der Elbe entfernt ist. Hier verlasse ich bewusst den Fernwanderweg und wandere auf dem Sommerdeich weiter, der niedriger ist, dafür jedoch näher an der Elbe verläuft. Außerdem ist hier ein Grasweg und nicht geteert wie auf dem Hauptdamm und wenn ich schon mal hier bin will ich die Elbe auch sehen.
    Gleich zu Beginn steht eine Schafherde in den Wiesen, einige Spaziergänger sind an diesem Sonntag ebenfalls unterwegs. Die Elbe selber ist nur aus der Ferne zu sehen, Altwasser ziehen sich durch das Grasland in dem Büsche und Bäume stehen. In der anderen Richtung sind nur Wiesen und der Hauptdeich verläuft gut einen Kilometer weit im Landesinneren.
    Das ganze Gebiet ist Biosphrenreservat und man darf die Wege nicht verlassen. Es gibt einige Stellen die extra ausgewiesen sind, an denen man an den Fluss gelangen kann. An einer Stelle mache ich eine längere Pause, breche diese aber ab als es mal wieder zu regnen beginnt. Heute ist der Himmel bedeckt und Regenwolken ziehen durch. Diese sind nicht sehr ergiebig und schnell wieder vorbei.


    Schafherde


    Altwasser, Kleinburger Haken


    Hauptdeich, verläuft vor den Bäumen im Landesinneren

    Beim Hof Heisterbusch muss ich zurück zum Hauptdeich, der kurz darauf in einem Bogen direkt an die Elbe gebaut ist um das Dorf Radegast zu schützen. Die Dorfkirche ist eine der wenigen, die ich auf dieser Wanderung innen besichtigen kann. Im Vorraum brüten Rauchschwalben direkt über der Kirchentür und kacken alles voll. Sinngemäß steht auf einem Zettel, dass die Vögel alles verdrecken wenn sie aber wieder weg sind dann fehlt etwas und so lässt man sie gewähren. Der Innenraum ist relativ schlicht, wie bei evangelischen Kirchen üblich. Beindrucken das Kirchengestühl das laut Schnitzerei aus dem Jahr 1676 stammt. Um die Kirche ist noch der Friedhof angelegt und gegenüber steht ein Haus mit einem großen Reetdach.
    Als ich von der Dorfmitte zum Deich zurück gehe schauert es mal wieder. Am Deich steht ein überdachter Sitzplatz an dem ich vor dem Regen geschützt bin. Es kommen noch zwei Radfahrer die auf dem Elberadweg fahren und sich ebenfalls unterstellen. Sie sind erstaunt, dass ich hier wandere, damit bin ich entlang der Elbe der reinste Exot.


    Kirchenbänke in Radegast von 1676


    Reetdach gegenüber der Kirche


    Bruterfolg von Störchen

    Nach dem Regenschauer wandere ich weiter, jetzt hinter dem Deich. Schon mehrmals habe ich Schilder gesehen die auf die Deutsche Storchenstraße hinweisen und den jeweiligen Bruterfolg in den Nestern auflisten. Bis jetzt habe ich noch keinen Storch gesehen.
    Durch den Elberadweg sind immer wieder Gasthäuser am Weg. In eines kehre ich auf einen Kaffee und eine Johannisbeertorte ein. Trotz des schlechten Wetters bleibe ich im Außenbereich unter einem großen Schirm sitzen. Ein älteres Ehepaar sitzt ebenfalls draußen. Wir kommen ins Gespräch, ich erzähle von meiner Wanderung und sie erzählen mir, dass sie vor 50Jahren mit einem Bulli über Irak und Afgahnistan bis Indien gefahren sind. Auch sonst waren sie in vielen anderen Ländern. Immer wieder interessant welche Leute man unterwegs trifft.

    Beim weiter Wandern regnet es mal wieder. Meist hinter dem Deich manchmal oben, zieht sich die Strecke. Auf einem Hausfirst thront ein Storchennest in dem ein Storch steht. Der Erste den ich sehe, vielleicht hat er den Anschluss verpasst und die anderen sind bereits unterwegs nach Afrika.
    Öfters sehe ich jetzt die Giebel mit Pferdeköpfen verziert, auf der anderen Seite blicke ich über das Elbvorland zum Fluss.


    hinter dem Deich


    Storchennest


    Pferdekopfgiebel


    vor dem Deich

    Der Deich nähert sich der Elbe. Ich komme nach Hohnstorf, das am Gegenufer von Lauenburg liegt. Hier muss ich durch den ganzen Ort, um am anderen Ende zu einem Campingplatz zu kommen. Seltsamer Platz, es gibt keine Rezeption und auf Schildern steht, dass Dauercamper nicht erwünscht sind. Trotzdem stehen Wohnwagen herum. Später erfahre ich, dass der Platz im Herbst geräumt werden muss wegen dem winterlichen Hochwasser das hier regelmäßig die Wiese überschwemmt.
    Ich frage einen Camper wo die Anmeldung ist und er schickt mich zur Parzelle 10. Die würden an einzelne Personen vermieten. Ich klopfe an dem betreffenden Wohnwagen, ein alter Mann kommt raus und bestätigt, dass ich hier zelten kann. Er gibt mir einen Schlüssel für die Sanitärräume, die über der Straße liegen, ich zahle gleich weil ich wieder früh aufbrechen will.

    Zuerst baue ich mein Zelt auf, esse zu Abend und weil der Platz direkt an der Elbe liegt gehe ich runter zum Fluss. Auf einer Sandbank kann ich ein Stück entlang am Wasser gehen, schön hier. Von dort habe ich einen Blick auf die Altstadt von Lauenburg und entlang der Elbe.


    Lauenburg vom Zeltplatz aus


    Abendstimmung an der Elbe



    12.Tag-------- 19.8.2019-----------Lauenburg-----------39 km

    Da ich wieder früh aufbreche verpacke ich das Zelt nass. Erst muss ich zurück zur Elbbrücke, eine eindrucksvolle Stahlgitterkonstruktion die sich über die Elbe und den Elbe-Lübeck-Kanal hinzieht. Am Ende an einer Werft vorbei gehe ich auf dem E6 nun durch eine lange Altstadtstraße die hauptsächlich aus Backstein- und Fachwerkhäusern besteht. Diese ist touristisch ausgebaut mit kleinen Läden, Cafes und Kneipen, die zu dieser frühen Stunde noch geschlossen sind.
    Unvermittelt begegne ich dem Rufer von Lauenburg der über die Elbe nach Hohnstorf hinüber ruft. Die Stadt hat einiges an Kunst im öffentlichen Raum und der Rufer ist sowas wie ein Wahrzeichen von Lauenburg.
    Am Kirchplatz macht der Wanderweg einen engen Bogen und ich muss die Markierungen erst suchen. Es geht nun hoch auf das Steilufer, oben ist Lauenburg eine moderne Stadt.
    Da ich gestern in der Tankstelle nur das nötigste eingekauft habe steuere ich den nächsten Supermarkt an. Zunächst trinke ich beim Bäcker einen Kaffee, lasse meinen Rucksack dort stehen und gehe dann durch den Laden.
    Um meinen umfangreichen Einkauf zu verstauen müsste ich meinen ganzen Rucksack umräumen. Das will ich in der Bäckerei nicht machen, so verpacke ich alles erst mal provisorisch oben. Ichsuche einen besseren Platz um alles ordentlich zu verpacken, finde jedoch nur eine Bushaltestelle in deren Unterstand ich den Inhalt meines Rucksacks ausbreite um dann alles wieder ordentlich zu verpacken.


    Elbbrücke von Lauenburg


    Werft am Elbe-Lübeck-Kanal


    Elbstraße in Lauenburg


    "Der Rufer" von Lauenburg

    Durch den Stadtwald verlasse ich Lauenburg. Nach einem Vorrort kommen zwei lange Geraden, dann biegt der Weg in einen Buchenwald ab. Dort wird der E6 zu einem schmalen Pfad der fast zugewachsen ist. Hier ist zu erkennen dass der E6 selten begangen wird. Der Weg wird nach dem Wald zu einer geteerten Flurstraße, auf der rechten Seite steht ein Windpark. Davon hatte ich mehr erwartet und die Windräder sind um einiges kleiner als in Bayern.
    An einer kleinen Bank raste ich, vor allem um mein Zelt zu trocknen das ich auf der Straße ausbreite. Die Sonne scheint und ein kräftiger Wind weht, da wird es schnell trocken. Während dessen kommt ein Auto angefahren, bremst ab und der Mann will wissen ob ich hier gezeltet habe. Als ich ihm erkläre, dass ich nur das Zelt trockne und bei Lauenburg am Campingplatz war ist er zufrieden und fährt weiter.
    Nachdem das Zelt trocken ist packe ich es wieder ein und wandere weiter. Jetzt muss ich wieder etliche lange Geraden wandern, immer entlang von Feldern. Die Wege werden von Knicks begleitet, wodurch ich vor der Sonne und dem Wind geschützt bin.
    Hinter Büchen überquere ich den Elbe-Lübeck-Kanal, mache am anderen Ufer Pause und sehe dabei den Schiffen zu die auf dem Kanal fahren.


    lange Gerade


    kaum begangener Pfad


    kleiner Windpark


    Feld mit Storch


    Elbe-Lübeck-Kanal

    Nach der Rast am Kanal durch ein Dorf und über Felder geht es in ein größeres Waldgebiet. Im Kiefernwald besteht der Unterwuchs aus Gras, bei mir zu Hause wachsen in den Kiefernwäldern Schwarzbeeren. Ohne erkennbaren Pfad folge ich den Markierungen. Wie ich bereits vormittags feststellte wird auf dem E6 hier kaum gewandert.
    Nach dem Wald gehe ich durch das Dorf Göttin. Danach folgt ein Naturschutzgebiet in dem wieder Heidekraut wächst. Eine lange Gerade weiter trifft sich der E6 mit dem gemeinsamen Verlauf des E1 und E9. Ab jetzt gehe ich auf drei Europäischen Fernwanderwegen gleichzeitig. Ich unterquere noch die A24 und suche mir ein Stück später einen Platz für mein Zelt.


    Hier verläuft der E6 ohne erkennbaren Pfad


    Heidekraut im Naturschutzgebiet


    lange Gerade


    Treffpunkt von E6 mit E1 und E9
    E1 und E9 ziehen von rechts nach links durch, der E6 kommt aus dem Hintergrund und biegt hier nach links ab.


    erste gemeinsame Markierung der drei Fernwanderwege


    13.Tag-------- 20.8.2019-----------Seenkette-----------39 km

    Wieder früh unterwegs wandere ich durch das NSG Hellbachtal, das durch den frei fließenden Bach und kleine Seen, die während der letzten Eiszeit entstanden sind, gekennzeichnet ist. Die Sonne scheint, es wird ein heißer Tag, im Wald habe ich angenehmen Schatten.
    Das NSG reicht bis zum Drüsensee, dem ersten größeren Gewässer von denen ich heute mehrere sehen werde. An dessen Ufer entlang ist es eine schön zu gehende Strecke die immer wieder herrliche Ausblicke gewährt.


    Schwarzsee


    Drüsensee


    Drüsensee


    Drüsensee

    Über eine schmale Landbrücke gelange ich zum Lütauer See. Direkt am Ufer steht eine Gedenktafel für ein Gefecht während der Befreiungskriege von 1813, bei dem Lützow und Turnvater Jahn beteiligt waren.
    Auf einem sonnigen Fleck am Lütauer See mache ich meine tägliche Trockenübung meines Zeltes. Auch hier verläuft der E6 weiter am Ufer entlang. Nach dem Lütauer See folgt der Schmalsee, das ist hier eine richtige Seenkette.
    Der Weg nach Mölln hinein führt durch gärtnerisch gestaltete Wohnsiedlungen und ich komme in die Altstadt ohne erst durch die üblichen modernen Vororte gehen zu müssen.
    Da es Mittag ist nutze ich die Gelegenheit und kehre in einer Pizzeria ein. Deren Garten reicht bis zum Stadtsee und ich sitze mitten in Mölln im Grünen. Nachdem ich satt bin gehe ich noch zum Eulenspiegeldenkmal am Markt das von einer Schulklasse umlagert wird. ich habe Mühe ein Foto zu schießen ohne andere Personen darauf.
    Auch aus der Altstadt hinaus brauche ich nicht lange. Nur eine Wohnsiedlung, dort grenzt der Stadtwald an und auf einem schmalen Pfad den Hang hoch bin ich bereits aus der Stadt. Hier verlaufen viele Pfade und ich muss aufpassen den richtigen zu erwischen. Im Wald stehen einige Kriegerdenkmäler aus verschiedenen Jahrhunderten.

    OT: Wie Wafer die gemeinsame Strecke des E1 und E6 von Mölln bis Lübeck empfunden hat, könnt ihr in seinem Bericht Europäischer Fernwanderweg E1: Ab Reutlingen nach Norden erfahren.


    Gedenktafel für ein Gefecht in den Befreiungskriegen


    Zelt trocknen am Lütauer See


    Eulenspiegelbrunnen in Mölln


    Haus in Mölln


    Kriegerdenkmal 1.Wk im Stadtwald von Mölln

    Einen Kilometer weiter schlägt meine Markierungslegasthenie wieder zu. Ich sehe die Markierung sofort, interpretiere sie falsch und laufe einen halben Kilometer in die falsche Richtung. Erst als ich eine Straße überquere kommen mir Zweifel. Ein Blick auf mein Navi genügt um zu wissen dass ich falsch abgebogen bin. Ich kann nicht mal auf einem kürzeren Weg zum E6, sondern muss den gleichen Weg zurück. An der Markierung angekommen sehe ich sie mir genauer an. Sie ist richtig gezeichnet, bloß ich habe nicht genau hingesehen und deshalb falsch abgebogen.
    Wie ich wieder aus dem Wald heraus komme sehe ich eine riesige Fläche die mit Plastikfolien überdacht ist. Es ist eine riesige Obstplantage auf der gerade die Pflücker das Obst zum Wiegen abgeben.
    Nochmal wandere ich im Wald, dann erreiche ich den Küchensee, der südlich von Ratzeburg liegt. Da ich inzwischen weit gegangen bin lege ich mich auf einen Steg um aus zu ruhen. Am Uferweg kommen ständig Leute vorbei so dass ich nicht lange liege, es ist einfach zu unruhig.
    So gehe ich weiter am Uferpfad entlang, der sich mal näher mal weiter vom Wasser entfernt schlängelt.
    Dann muss ich noch über einen Damm und Brücke und bin damit in Ratzeburg. In einer Metzgerei kaufe ich mir noch eine Scheibe Schinken fürs Abendessen. Ich gehe durch die Stadt ohne sie groß zu besichtigen. Am Ende besuche ich nur eine Eisdiele an den Schlosswiesen.


    Obstplantage mit Pflückern


    Mühlrad am Einlauf des Küchensees


    Küchensee, südlich von Ratzeburg


    Schlosswiesen in Ratzeburg und Ratzeburger See

    Der Weg verläuft jetzt im Wald entlang des Ratzeburger Sees. An einer Badestelle schwimme ich kurz. Frisch erfrischt wandere ich weiter. Da ich Morgen Lübeck erreiche will ich zum Campingplatz bei Buchholz, damit ich meine Wäsche waschen kann. Der Weg zieht sich noch ein paar Kilometer, es ist spät als ich den Campingplatz erreiche. Ich bin der einzige mit kleinem Zelt auf dem Platz, wasche meine Kleidung und lege mich schlafen.


    14.Tag-------- 21.8.2019-----------Lübeck-----------39 km

    Beim Morgengrauen wandere ich los. Ab hier macht der E6 einen Bogen weg vom See, statt weiter am Ufer nach Norden geht es nach Westen. Zunächst unter der stark befahrenen B 207 hindurch wird es es wieder ländlich. Kurz nach Klein Disnack verschwinde ich im Wald, der mich nach einer halben Stunde wieder entlässt. Noch mal so lange und ich überquere den Elbe-Lübeck-Kanal auf einer Fußgängerbrücke in Berkenthin.
    Ab hier geht es fünf Kilometer am Kanal entlang. Es ist nicht so schlimm wie ich befürchtet hatte. Der Kanal ist leicht geschwungen und somit ist nicht die komplette Strecke sichtbar. Da einige Schiffe unterwegs sind habe ich was zum Schauen. Die Kilometertafeln des Kanals nutze ich um meine Geschwindigkeit zu messen. Für einen Kilometer brauche ich 13 Minuten.
    In Krummesse sind fliegende Fische unterwegs. Sie erinnern an die Salzheringe für die früher der Salzhandel wichtig war.


    Ratzeburger See bei Sonnenaufgang


    ländliches Schleswig-Holstein bei Klein Disnack


    Elbe-Lübeck-Kanal


    Schiffe auf dem Elbe-Lübeck-Kanal


    fliegende Salzheringe

    Hier wechsle ich wieder das Ufer und muss etliche Kilometer entlang einer befahrenen Straße wandern, mal auf dem seitlichen Radweg aber auch direkt auf der Straße. Unterwegs passiere ich ein Ortsschild von Lübeck. Es ist kurz nach Mittag, ich werde aber noch bis zum Abend brauchen um in die Innenstadt von Lübeck zu kommen.
    Jetzt noch über die Autobahn, kurz darauf über eine Eisenbahnlinie und die B207, dann kann ich endlich wieder auf einen Waldweg einbiegen. Der Weg steigt an, oben steht eine kleine Bank die ich zu einer Rast nutze. Von dort habe ich einen umfassenden Blick auf den Blankensee der komplett als Naturschutzgebiet ausgewiesen ist und ruhig vor mir liegt.
    Warum der E6 diesen Bogen zum Elbe-Lübeck-Kanal macht verstehe ich nicht. So überwältigend ist der Umweg nicht und entlang des Ratzeburger Sees kann man 13 km sparen.
    Nach der Rast geht es den Hügel wieder abwärts und ich wandere nun unter der Einflugschneise des Lübecker Flughafens hindurch. Es sind nur kleine Flugzeuge unterwegs.


    Teerwanderung


    erstes Ortsschild von Lübeck, zur Stadt bin ich noch sechs Stunden unterwegs


    Autobahn A20


    Naturschutzgebiet Blankensee


    Einflugschneiße Flughafen Lübeck

    Erneut durch Wald in dem Leute unterwegs sind. Hier bin ich bereits in der Nähe von Lübeck und es sind Jogger, Hundeausführer und viele Radfahrer unterwegs. Der Waldboden wird feucht, ich nähere mich der Wakenitz. Ein stilles Gewässer das ebenfalls unter Naturschutz steht. Eine abwechslungsreiche Strecke am Ufer entlang, es gibt ständig was zu sehen.


    Schwanenfamilie auf der Wakenitz


    grüne Wakenitz


    blaue Wakenitz

    Über eine Brücke wechsle ich das Ufer, wandere weiter an der Wakenitz entlang. Jetzt ist das Wasser links und rechts stehen noble Häuser herum, danach geht es entlang einer riesigen Kleingartenanlage. So komme ich nahe an die Innenstadt, nur zum Schluss durch eine Wohnsiedlung und dann auf auf einer belebten Straße in die Altstadt. Dort gehe ich zur Marienkirche, umrunde sie einmal um beim "Teufel" die heutige Etappe zu beenden.


    zugang zum Markt


    Rathaus


    verschachtelte Marienkirche


    ich packe den Teufel bei den Hörnern

    Diese Nacht verbringe ich nicht im Zelt, sondern in einem Zimmer.



    OT: Bei einer Wanderung im Oberpfälzer Wald habe ich diese Tafel gesehen. Sie ist daran schuld, dass ich nachdem ich in Triest war auch noch nach Lübeck gewandert bin. Eigentlich habe ich meine Mission damit erfüllt. Wenn ich schon direkt an der Adria war, will ich natürlich auch an die Ostsee. Deshalb hänge ich noch einen Tag dran.


    15.Tag-------- 21.8.2019-----------Ostsee-----------22 km

    Heute folge ich nicht dem E6 weil er durch den Herrentunnel geht und da müsste ich mit einem Pendelbus durch fahren. Auf diesen Wanderungen bin ich bis jetzt jeden Meter zu Fuß gegangen und das will auf der letzten Etappe ebenfalls machen. Deshalb habe ich mir Richtung Travemünde eine eigene Strecke gebastelt.

    Am "Teufel" starte ich zum letzten Tag meiner Wanderung. Zunächst durch die Haupteinkaufstraße verlasse ich die Altstadt vorbei am Hansemuseum. Von dort sehe ich die nachgebaute Krawell "Lisa von Lübeck" im Hafen liegen.Passiere das Burgtor, durch einen kleinen Park geht es an Schulen entlang zur Brücke über die Trave. Von der Brücke habe ich den Hafen und die dahinter liegende Altstadt im Blick.
    Nach der Brücke ist eine große Baustelle und ich muss den Fußgängerweg suchen um auf meine geplanten Strecke zu kommen. Das ist jetzt mal wieder eine lange Gerade, diesmal durch ein Gewerbegebiet bei strahlendem Sonnenschein.


    Hansemuseum


    "Lisa von Lübeck" eine nach gebaute Krawell


    Das Burgtor von Lübeck


    Blick über den Hafen zur Altstadt


    lange Gerade im Gewerbegebiet

    Nach der langen Geraden biege ich in einen schmalen Weg ein der von Büschen begleitet wird. Dahinter sind Eisenbahnschienen, auf der linken Seite befinden sich die Vereinsgelände mehrerer Segelclubs. Natürlich sehe ich auch das hohe Logo der Schwartauer Marmeladenwerke. An einem Bahnübergang muss ich warten bis ein langer Güterzug vorbei rollt. Dann über die Gleise und gleich unter der Autobahn durch kommt wieder ein schmaler Waldpfad. Schöner Weg im Wald, nur die Fahrgeräusche von der Autobahn stören. Anschließend durch eine Wohnsiedlung von Bad Schwartau, nochmal unter der Autobahn durch und darauf folgt der Ort Seeretz.


    hier wohnt die Marmelade und der Mond sieht zu


    Segelverein


    in Seeretz

    Hinter Seeretz ist wieder Wald, erst bin ich auf guten Waldwegen unterwegs ein geplanter Pfad ist jedoch stark verwachsen und ich schlage mich teilweise durch den Wald um auf die alte Travemündener Landstraße zu kommen. Auf dieser geteerten Straße komme ich gut vorwärts und da sie auf beiden Seiten von Büschen und Bäumen begleitet wird kann ich trotz der heißen Temperaturen schön im Schatten wandern.
    In Kreuzkamp kreutz sich meine eigene Strecke auf ein paar hundert Meter mit dem E6. Dort setze ich mich in eine Bushaltestelle und mache länger Brotzeit.

    Plötzlich wandert jemand mit einem großen Rucksack an mir vorbei. Ich rufe ihm zu stehen zu bleiben, was er auch macht. Er ist Student in Kiel und will von dort auf dem E6 bis Hessen wandern, von wo er herkommt. Es ist seine erste lange Wanderung und er ist mit einer Hängematte unterwegs.
    Wir unterhalten uns länger, ich gebe ihm noch ein paar Tipps was ihn auf seiner Strecke erwartet und zum Schluss noch die Forumsadresse.
    Er ist der einzige Fernwanderer den ich in den zwei Wochen getroffen habe.

    Hinter Kreuzkamp steht noch mal ein Windpark in den Feldern. Die Feldwege werden auf beiden Seiten von Knicks begleitet. Wie ich inzwischen weiß nennt sich so etwas Redder. Auf jeden Fall schützen die Hecken vor Wind und bieten Schatten, eine gute Einrichtung.
    Kurz vor Travemünde stoße ich auf den E9 dem ich noch rund zwei Kilometer folge.


    das ist ein Pfad


    alte Travemünder Landstraße


    Windpark


    Redder, heißen Knicks wenn auf beiden Seiten des Wegs Büsche sind

    Der E9 bringt mich nach Travemünde, das eine kleine Altstadt besitzt wie ich überrascht feststelle. Nach der Altstadt beginnt sofort die Touristenmeile die ich entlang gehen muss. Interessiert beobachte ich den Schiffsverkehr auf der Trave. Große Ostseefähren fahren zum Skandinavienkai. Am anderen Ufer liegt das Segelschiff "Passat", das als Museumsschiff dient.
    OT: Am nächsten Tag besichtige ich es und es ist sehr zu empfehlen. Es ist ähnlich gebaut wie die "Pamir" die gesunken ist.
    Ich komme zum Strand an dem große Hotels stehen. Es sind viele Leute unterwegs, irgendwie passe ich mit meinem Rucksack nicht ins Bild. Zum Fotografieren heuere ich jemand an und marschiere in die Ostsee.


    Museumsschiff "Passat", sehr sehenswert


    große Hotels entlang der Trave


    die letzten Schritte


    das Ziel erreicht


    mein Hut schwimmt zu neuen Zielen


    Wie alles begann
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  4. Vorstand
    Liebt das Forum
    Avatar von lina
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #4
    Vielen Dank für’s Mitnehmen, ich mag solche Reiseberichte sehr. Und immer wieder schön ist es auch, Gegenden, die man selbst durchwandert hat, wiederzuerkennen und weitere Blickwinkel dazu kennenzulernen :-) Die Talhänge bei Göttin sind mein momentaner Anschlusspunkt für den E1 in Richtung Norden, und ich freue mich schon auf die Fortsetzung – je nach Wetter kann ich mich ja für den südlichen oder den nördlichen Anschlusspunkt zum Weiterwandern entscheiden. Auf den CP Buchholz gab es auch schon kleine ods-Treffen – warst Du ebenfalls auf dem Terrassenplatz?

    Zwei Frühlingsfotos der Fernwegekreuzung kann ich auch beisteuern, zu dieser Jahreszeit ist die Gegend verblüffend idyllisch :-)






    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen

    seltsamer Baum
    Das ist eine Araukarie
    Geändert von lina (28.09.2019 um 11:08 Uhr)

  5. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #5
    Danke sehr, schöner, interessanter Bericht!
    Gerade den letzten Teil fand ich interessant.
    Von der Lüneburger Heide über Lauenburg und Mölln bis Lübeck ist mein Hausrevier.
    Hier laufe und radle ich häufig kreuz und quer durch die Landschaft.
    Aber hätte ein Wanderer mich gefragt, wo denn hier der E6 verläuft, hätte ich nur mit den Schultern zucken können.
    Obwohl ich die Teilstrecken alle kenne.
    Hab halt nie drauf geachtet, ob ich auf einem E laufe.

    Von der Adria an die Ostsee - und jetzt? Hast du schon ein neues Projekt?
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    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  6. Gerne im Forum

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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #6
    Vielen Dank für den schönen Bericht und Gratulation zum Abschluss des Projekts! Bin schon gespannt, wohin der schwimmende Hut dich treiben wird...
    Wie gehst du mit den zahlreichen "langen Geraden" launemäßig um? Ich fange bei solchen Strecken ziemlich schnell an, innerlich zu maulen...

  7. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #7
    Vielen Dank für den Bericht, hatte die norddeutsche Tiefebene mir gar nicht so spannend vorgestellt.

    Ja, die schnurgerade Forstautobahnen können schon nerven, auf die Dauer schon sehr eintönig. Zu dem Thema hatte ich bei meinem Solling-Bericht schon eine Diskussion

  8. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #8
    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Auf den CP Buchholz gab es auch schon kleine ods-Treffen – warst Du ebenfalls auf dem Terrassenplatz?

    Das ist eine Araukarie
    Ja ich war auf der Terrasse, direkt unter der Buche. der Platz hat mir von den campingplätzen auf dieser Wanderung am besten gefallen.
    Danke für den Tipp mit der Araukarie
    Deine Bericht auf der gemeinsamen Route E6 + E1 gefällt mir sehr gut. Du hast immer einen Blick für die kleinen Schönheiten am Rande der mir fehlt.

    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Von der Adria an die Ostsee - und jetzt? Hast du schon ein neues Projekt?
    So ein großes Projekt werde ich nicht mehr machen.
    Nächstes Jahr schwebt mir eine Alpenüberquerung vor. Mal schaun ob das klappt.

    Zitat Zitat von Bergahorn Beitrag anzeigen
    Wie gehst du mit den zahlreichen "langen Geraden" launemäßig um? Ich fange bei solchen Strecken ziemlich schnell an, innerlich zu maulen...
    Na ja; ich habe auch immer vor mich hin gegrummelt.
    In meiner Gegend gibts so etwas selten, meisst kann ich da den Weg nur ein paar hundert Meter überblicken.


    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für den Bericht, hatte die norddeutsche Tiefebene mir gar nicht so spannend vorgestellt.
    Ich hatte mir die Wanderung auch langweiliger vorgestellt. Durch die vielen Büsche die an den Wegen stehen konnte ich doch nicht so weit sehen wie ich Anfangs dachte und ich hatte oft den Eindruck auf einen Wald zu blicken und in Wirklichkeit war es nur der nächste Knick.
    Dennoch würde ich dort nicht mehr wandern, es ist doch eine Gegend zum Radfahren. Besonders Niedersachsen zieht sich zu Fuß. In Schleswig-Holstein sind dann doch wieder einige Hügel und die Landschaft abwechslungsreicher.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #9
    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen


    mein Hut schwimmt zu neuen Zielen
    Hallo Locke, das Hutfoto gefällt mir (neben natürlich all den anderen) besonders gut, tolle Idee. Und ansonsten, ein klasse Bericht, eh!

    @ Lina, ich habe die ganze Zeit überlegt wegen dem Baum, dachte gleich, den kenne ich doch, habe schon die Suchmaschine angeworfen, weil in meinem Kopf Akaurie herum flatterte.... Danke für die Auflösung
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #10
    @blauloke: Vielen Dank :-)

    Gegen lange gerade Forstautobahnen hilft (mir), Ausschau nach Pilzen zu halten, das geht im Herbst natürlich besonders gut. Schwierig gestaltete sich mal ein langes gerades Wegstück am Straßenrand, das überhaupt nicht mehr enden wollte. Schlussendlich analysierte ich anhand der weggeworfenen Zigarettenschachteln, Flaschen, Papieren und Tetrapacks, die im Straßengraben lagen, die Konsumgewohnheiten der Reisenden. Aber Pilze suchen ist definitiv besser

    Das Hutfoto finde ich auch super! Bin gespannt, welches Ziel er sich als nächstes aussucht :-)
    Geändert von lina (29.09.2019 um 10:33 Uhr)

  11. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #11
    Hallo Blauloke.

    Triest - Travemünde: eine tolle Weitwanderung, die diese Bezeichnung wirklich verdient! In 4 Jahren von Passau nach Triest und in 4 Jahren vom Fichtelgebirge nach Travemünde. Das' Loch' dazwischen hattest du ein paar Jahre vorher ja schon 'gestopft'. Eine tolle Tour! Dieser Bericht hat mir den Sonntagmorgen sehr bereichert! Vielen Dank für's Mitnehmen.
    Ab Mölln bis Lübeck kannte ich die Strecke ja, wie du netterweise schon angemerkt hast. Trotzdem habe ich nicht alles wiedererkannt. Interessant die eigene Wanderstrecke mit den Augen eines anderen Wanderer zu sehen!
    Den Bogen von Ratzeburger See weg hatte ich mir seinerzeit gespart. Wie ich hier sehe war das damals wohl eine gute Entscheidung. Wie du war ich von Schleswig-Holstein ebenfalls sehr angenehm überrascht. Das ist eine tolle Ecke zum Wandern da oben!

    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen


    Damit bin ich endlich am Ziel meiner Wanderung und bin froh es geschafft zu haben.
    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen


    das Ziel erreicht
    Wie sich deine Zieleinlaufbilder doch gleichen ...

    Ich gratuliere zur erfolgreichen Bewältigung dieses Mamutprojektes und bin gespannt, was dir als nächstes für Dich und deinen Hut einfällt.

    Viele Grüße

    Wafer
    Geändert von Wafer (29.09.2019 um 11:20 Uhr)

  12. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    #12
    Zitat Zitat von Sternenstaub Beitrag anzeigen
    Hallo Locke, das Hutfoto gefällt mir (neben natürlich all den anderen) besonders gut, tolle Idee. Und ansonsten, ein klasse Bericht, eh!
    Danke für das Lob
    Literarisch kann ich mit deinen Berichten leider nicht mithalten.

    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    @blauloke: Vielen Dank :-)

    Gegen lange gerade Forstautobahnen hilft (mir), Ausschau nach Pilzen zu halten, das geht im Herbst natürlich besonders gut.

    Das Hutfoto finde ich auch super! Bin gespannt, welches Ziel er sich als nächstes aussucht :-)
    Pilze suchen ging schlecht. Ich habe nur eine kleine Küche dabei, da kann ich keine Pilze kochen. Ich koche eigentlich nicht, nur Wasser aufwärmen für Kaffee oder irgend ein Fertig-Nudelgericht.

    Mein Hut hat gesagt im Oktober will er mal wieder in der Oberpfalz unterwegs sein. Nur zwei Tage um euch mal wieder was aus meiner Heimat zu zeigen.

    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Hallo Blauloke.

    Triest - Travemünde: eine tolle Weitwanderung, die diese Bezeichnung wirklich verdient! In 4 Jahren von Passau nach Triest und in 4 Jahren vom Fichtelgebirge nach Travemünde. Das' Loch' dazwischen hattest du ein paar Jahre vorher ja schon 'gestopft'.

    Interessant die eigene Wanderstrecke mit den Augen eines anderen Wanderer zu sehen!

    Wie sich deine Zieleinlaufbilder doch gleichen ... Wafer
    Na ja; Triest - Travemünde hört sich schon gut an. Wenn man allerdings genau rechnet habe ich zehn Jahredafür gebraucht. In der Regel immer Wochenwanderungen. Dieser letzte Teil mit zwei Wochen war der längste, ich wollte einfach fertig werden.

    Jeder sieht die Strecke anders. Du legst Wert auf Kultur, Lina sieht die kleinen Schönheiten am Weg und ich habe nur den Blick für die Landschaft.

    Das sich die Bilder der Zieleinläufe gleichen ist Absicht.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  13. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #13
    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Na ja; Triest - Travemünde hört sich schon gut an. Wenn man allerdings genau rechnet habe ich zehn Jahre dafür gebraucht. In der Regel immer Wochenwanderungen. Dieser letzte Teil mit zwei Wochen war der längste, ich wollte einfach fertig werden.
    Hallo Blauloke.

    Mach dir da mal keinen Kopf: Bei solchen Strecken und bei normalen Arbeitsverhältnissen dürfte das die Regel sein! Ich bin auf dem E1 auch seit 2011 unterwegs und bin noch immer nicht in Dänemark. Die Anreisezeiten werden so lang, dass ich nur noch bei sicheren Wetterbedingungen da rauffahren will. Aber so hat man doch auch immer etwas, auf das man sich freuen kann und das einen immer wieder fasziniert. So geht es zumindest mir!

    Gruß Wafer

  14. Vorstand
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    Avatar von lina
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #14
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Hallo Blauloke.

    Mach dir da mal keinen Kopf: Bei solchen Strecken und bei normalen Arbeitsverhältnissen dürfte das die Regel sein! Ich bin auf dem E1 auch seit 2011 unterwegs und bin noch immer nicht in Dänemark. Die Anreisezeiten werden so lang, dass ich nur noch bei sicheren Wetterbedingungen da rauffahren will. Aber so hat man doch auch immer etwas, auf das man sich freuen kann und das einen immer wieder fasziniert. So geht es zumindest mir!

    Gruß Wafer
    Mir auch – Werner stellte neulich erst fest, dass ich den E1 vor 10 Jahren angefangen habe

    Kochen tu ich die Pilze übrigens auch nicht, ich suche nur und rate, was es für welche sein könnten (und sollte vielleicht mal einen auffrischenden Pilzerkennungskurs machen )

  15. Moderator
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #15
    Erst lang erwartet, dann wieder vergessen und dann doch noch gelesen.
    Ein rundum gelungener Bericht zu einer (hoffentlich auch aus deiner Sicht) gelungenen Tour.

    Ich mag die norddeutsche Landschaft ja sehr. Auf Tagestouren habe ich mit langen geraden Strecken oder recht breiten (Forst)wegen auch meine Probleme, auf längeren Wanderungen stören sie mich aber weniger.


    Jägerschnitzel kenne ich aus meiner Kindheit übrigens als panierte Jagdwurst.
    Klar ist überhaupt nichts - aber das dafür umso deutlicher.

  16. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #16
    Zitat Zitat von November Beitrag anzeigen
    Erst lang erwartet, dann wieder vergessen und dann doch noch gelesen.
    Ein rundum gelungener Bericht zu einer (hoffentlich auch aus deiner Sicht) gelungenen Tour.

    Ich mag die norddeutsche Landschaft ja sehr. Auf Tagestouren habe ich mit langen geraden Strecken oder recht breiten (Forst)wegen auch meine Probleme, auf längeren Wanderungen stören sie mich aber weniger.


    Jägerschnitzel kenne ich aus meiner Kindheit übrigens als panierte Jagdwurst.
    Danke für das Lob.
    Die Landschaft hat mir besser gefallen als ich befürchtet hatte, war mal etwas anderes.
    Eine lange Gerade geht ja, aber wenn nach jedem Knick wieder eine kommt, das hat schon genervt.

    Schnitzel mit viel Soße wie Jäger- oder Paprikaschnitzel gibt es bei uns in Bayern nur unpaniert. Im Norden sind die immer paniert. Panade und Soße passt mMn nicht zusammen, aber das ist vermutlich Gewohnheit.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  17. Moderator
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #17
    Du willst nicht wirklich wissen, was unter der Panade ist.
    Schutzgemeinschaft Grüne Schrankwand - "Wir nehmen nur das Nötigste mit"

  18. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #18
    Hallo Blaulocke, auch von mir ein Dankeschön für den Bericht. Da hat es Dich (fast) in unsere Gegend verschlagen. Wenn Du einmal näher dran bist ( Nordsee), schau rein.
    Ditschi

  19. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #19
    Zitat Zitat von Pfad-Finder Beitrag anzeigen
    Du willst nicht wirklich wissen, was unter der Panade ist.
    Damit hast du vermutlich recht.

    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Hallo Blaulocke, auch von mir ein Dankeschön für den Bericht. Da hat es Dich (fast) in unsere Gegend verschlagen. Wenn Du einmal näher dran bist ( Nordsee), schau rein.
    Ditschi
    Danke für die Einladung.
    Wandern werde ich dort vermutlich nicht mehr. Ich habe allerdings eine lange Radtour durch Deutschland im Kopf, dabei könnte ich die meisten Forumsuser besuchen. Bloß dann brauche ich wahrscheinlich dreimal so lang.

    Nächstes Jahr sind erst mal wieder die Alpen an der Reihe.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  20. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE] Auf dem E6 vom Harz zur Ostsee

    #20
    OT: Hallo Blauloke.

    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Ich habe allerdings eine lange Radtour durch Deutschland im Kopf, dabei könnte ich die meisten Forumsuser besuchen. Bloß dann brauche ich wahrscheinlich dreimal so lang.
    Das hört sich ja mal sehr interessant an! Also wenn du hier in der Gegend bist ... Ein Bier gibt es hier immer! Einen Zwiebelrostbraten sicher auch. Und wenn du nicht mehr auf das Rad kommst, dann sicher auch ein Bett.

    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Nächstes Jahr sind erst mal wieder die Alpen an der Reihe.
    Aber diesen Satz finde ich ja geradezu hoch interessant! Da bin ich mal gespannt! Wenn das nur halb so gut ausfällt, wie deine Reise von Triest nach Travemünde, dann hast du hier einen sehr treuen Leser gefunden!

    Gruß Wafer

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