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  1. Erfahren

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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #41
    Mitreisende: berniehh
    Ganz toller Bericht, wunderbare Gegend und schön geschrieben. Vielen Dank!

    "Der Pfad ist gut und schnell bewanderbar......." und das bei deinem Rucksackgewicht, da kommen mir die Tränen vor Neid. DAS geht bei mir leider nicht mehr (Alter, Knie und Füße...).

  2. Erfahren

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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #42
    Vielen Dank. Bin gespannt, wie es weitergeht.

    Was ist das für ein Rucksack? Ist der neu? Wie gross und leicht ist er?

  3. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #43
    Zitat Zitat von Shades Beitrag anzeigen
    Was ist das für ein Rucksack? Ist der neu? Wie gross und leicht ist er?
    Nein, er ist nicht neu. Es ist der Rucksack, den ich immer dabeihatte, der Bergans Alpinist Large

  4. Dauerbesucher
    Avatar von Pielinen
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #44
    Es ist immer wieder erstaunlich wie gut die jahrhundertealten Wildtierpfade z.T. begehbar sind, nur folgen sie nicht der menschlichen Logik.
    Ich war schon oft in Kanada, aber so eine krasse „Buschtour“ ist nichts für jedermann.
    Bernd weiß was er macht und worauf er sich einlässt , wobei der Busch wohl auch dichter war wie erwartet.
    Wer nichts weiß muss alles glauben...

  5. Fuchs

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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #45
    Outfitter haben sich die Gegend aufgeteilt und reiten entsprechend kreuz und quer rum, ist halt kein Nationalpark.

    Hier immer 35kg-Rucksäcke zu bewundern, aber sich nicht in der Lage sehen, 1kg Bärenkanister einzupacken, da fehlt mir jegliches Verständnis (großer Vorteil: alles komprimierter, am Ende bekäme man noch die Matte in den Rucksack) . Die Unterscheidung "Nationalparkbär" vs. Sonstigem Bär ist mir auch völlig unverständlich und kommt so wohl nur im dt. Outdoorforum vor.

  6. Erfahren

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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #46
    @Katun Ziemlich arrogant. Du hast weniger Erfahrung damit als Bernie (oder ich). Oder die Alaskaner, die häufig auch keinen Bärenkanister mitnehmen. Außerdem geht in einen 1kg Bärenkanister gar nicht alles rein. Alles völlig undurchdacht ...

  7. Erfahren

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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #47
    Was bitte sind diese ominösen "outfitter" die da angeblich ständig rumreiten?
    Als einzige Übersetzung dazu habe ich verschiedene Varianten von Ausrüstern oder Händlern gefunden.... und das meinste ja wohl nicht, oder? Rumreitende Händler bei der Menschendichte halte ich eher für unwarscheinlich.

  8. Fuchs

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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #48
    Wir wollen doch den Bericht nicht zerreden. (es findet wohl jeder was anderes arrogant)

    Es handelt sich um die Muskwa-Kechika Management Area und wenn du etwas rumgooglest, findest du z. B. die Karte mit den Zonen für jeden, naja, sie heißen Guide und-oder Outfitter. Was die alles anbieten, da bin ich nicht informiert, gewöhnlich das besondere Abenteuer.

  9. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #49
    @Katun: in einem Bärenkanister passt geschätzt nur Proviant für drei bis vier Tage rein. Ich müsste also mindestens fünf davon mithaben. Wer die mitschleppen will, kann das ja gerne machen. Ist halt jedem seine eigene Entscheidung.

    Zitat Zitat von Bambus Beitrag anzeigen
    Was bitte sind diese ominösen "outfitter" die da angeblich ständig rumreiten?
    Als einzige Übersetzung dazu habe ich verschiedene Varianten von Ausrüstern oder Händlern gefunden.... und das meinste ja wohl nicht, oder? Rumreitende Händler bei der Menschendichte halte ich eher für unwarscheinlich.
    Outfitter bieten i.d.Regel Jagdreisen an. Sie lassen sich mit ihren gutzahlenden Kunden zu ihren Camps einfliegen und verbringen dort eine Weile. Dabei reiten sie auch innerhalb ihres abgesteckten Bereiches von einem Camp zum nächsten.

    Die Pferde verbleiben über den Winter in den Rockies, in ihren Wintercamps. Kurz bevor die Jagdsaison beginnt werden sie von ihren Wintercamps zu den Jagdcamps getrieben, die mehrere Tagesritte entfernt liegen können. Outfitter, die ihre Camps nicht weit entfernt vom Alaska Highway haben, treiben ihre Pferde zur Jagdsaison wahrscheinlich auch direkt aus der Zivilisation zu den Camps.

  10. Fuchs

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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #50
    Bernie, wenn man will, bekommt man da mehr rein (muss vielleicht hie und da weniger essen). Es ist ja schön, dass du so hervorragend klarkommst, mir wäre das viel zu nervenaufreibend. Der letzte Tragiker ist aus dem Zelt geschleift worden, man weiß nicht warum, vielleicht sein Aftershave. Im Yukon war doch eigentlich nichts dieses Jahr. Man muss es doch nicht herausfordern und die Anschaffung eines Bearikades hätte sich für dich schon längst gelohnt.

  11. Dauerbesucher
    Avatar von Pielinen
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #51
    Man kann normalerweise froh sein überhaupt einen Bären zu sehen.
    Diese hatten im Gegensatz zu „Nationalparkbären“ noch nie Menschenkontakt.
    Schlimmstenfalls steht man plötzlich mit sehr wenigen Proviantresten da.
    Gegen sich atypisch verhaltende, wahrscheinlich kranken Bären hat man eh keine Chance und bleibt am besten zuhause.
    Aber da ist es ja noch gefährlicher....
    Ein Scheinangriff ist laut Literatur nicht so untypisch.

    Ein sehr schöner allgemeiner Artikel:
    https://www.thealaskalife.com/outdoo...cks-statistic/
    Geändert von Pielinen (05.10.2019 um 20:09 Uhr)
    Wer nichts weiß muss alles glauben...

  12. Moderator
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    Avatar von Vegareve
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #52
    Zitat Zitat von Katun Beitrag anzeigen
    Wir wollen doch den Bericht nicht zerreden.

    Post als Moderator
    Genau.

    Bei Nachfragen bitte eine PN an den Moderator senden.  Dein Team der
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

  13. Erfahren

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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #53
    @berniehh, vielen Dank für die ausführliche und klärende Antwort.

  14. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #54
    Zitat Zitat von Katun Beitrag anzeigen
    Bernie, wenn man will, bekommt man da mehr rein (muss vielleicht hie und da weniger essen). ........ Man muss es doch nicht herausfordern und die Anschaffung eines Bearikades hätte sich für dich schon längst gelohnt.
    Klar, da hast du recht, wenn man will bekommt man da natürlich mehr rein und wenn ich mich auf eine Volldiät setze passt da sogar auch locker das Essen für 25 Tage rein

    Ich habe mal gelesen daß es bei erfahrenen amerikanischen Wildniswanderern gar nicht mal so unüblich sein soll, das Essen nachts im Zelt zu belassen Da redet halt nur keiner drüber.

  15. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #55
    9.Tag:

    Im flachen offenen Flussbett und meist auf vage erkennbarer Route wander ich den Talzweig Richtung Westen aufwärts.


    es ist ein Talzweig des Trout Rivers.


    der Fluss muss zwar ständig gefurtet werden, aber das Vorwärtskommen ist gut und so einfach bewanderbare flache Flussbettalböden wie dieses hier hatte ich auf diesem Trek auch noch nicht.


    nach nur 30 Minuten mündet von links dieses kleinere Nebental ein, in das ich reinwander, nun weglos.


    daß das Vorwärtskommen nun deutlich langsamer wird, könnt ihr bei diesem Foto schon erahnen.

    Zwei schluchtige Wasserfallstufen müssen links am steilen Hang mühsam umstiegen werden.


    aber bei der nächsten Gelegenheit muss ich wieder runter zum Bach


    Blick zurück talabwärts


    das Tal weitet sich dann wieder.....eine attraktive Gegend
    Das Vorwärtskommen ist so lala,.....hier gerade mal gut, dann wieder hmm,......Busch



    moorige Gestrüppsenke am Talende


    Mittagspausencamp im Regenschauer, nach 4h10. Eigentlich finde ich diese Gegend zum campen landschaftlich ganz schön, der Boden ist mir aber zu uneben und die Liegequalität echt kacke. Daher baue ich nach dem Schauer das Zelt schnell wieder ab und sehe zu daß ich weiterkomme.


    über einen flachen verbuschten Sattel geht´s an diesen kleinen See vorbei (1383 m)




    vom See folge ich einen Wildpfad für 100 Höhenmeter runter in ein Bachtal......


    ....wo ich auf diesen gut erkennbaren Reiterpfad stoße,


    .....den ich nun rasch und einfach für sechs Kilometer talabwärts folgen kann......






    mein Tal mündet hier ins Lue Creek Valley ein, ein größeres Haupttal mit flachem Flussbett,....wie herrlich
    Hier blickt man talabwärts, wohin der Hauptpfad verläuft. Dieses Tal mündet später ins Trout River Valley ein, das dann runter zum Muncho Lake führt



    aber ich will morgen erstmal nach Westen talaufwärts, finde aber nur einen vage erkennbaren Pfad. Egal, auch ohne Pfad sieht dieses flache Flussbettal einfach bewanderbar aus.


    Camp 9 (1070 m)

    10.Tag:

    Es ist zwar nicht mehr so weit zu meinem Ausstiegspunkt, wo ich erstmal zum Provianteinkaufen zurück nach Fort Nelson trampen will, aber heute ist mal ein richtig grau-nasses Depri-Wetter, Regen oder regnerisch fast den ganzen Tag!
    Natürlich bleibe ich erstmal im Zelt liegen, breche aber um 16:40 trotzdem noch auf.
    Zwei Stunden Wandern heute, größtenteils im leichten Regen. Der Spaßfaktor dabei ist nicht so hoch.....


    zunächst folge ich das Lue Creek Valley weiter aufwärts, meist auf schmalem Pfad im flachen Flussbett, wobei der Fluss ständig gefurtet werden muss.


    nach zweieinhalb Kilometern mündet von links dieses eng-schluchtige Tal ein, in das ich nun reinwander.


    die nächsten zwei Kilometer geht es so weiter......


    dann weitet sich die Schlucht und ich sehe links den flachen bewaldeten Sattel, wo ich rüber muss.

    Mein weiterer Weg durch die nördlichen Rockies soll mich eigentlich nach rechts talaufwärts führen, aber erstmal muss ich zurück in die Zivilisation, also über den Sattel Richtung Alaska Highway. In paar Tagen werde ich also wieder hierher zurückkommen.


    dort oben erwartet mich ein gut ausgetretener Pfad, der für halben Kilometer über eine moorige Gestrüppsenke diesen flachen Sattel quert (1250 m)


    am anderen Ende stoße ich auf ein gutes Jägercamp, wo ich doch sofort mal mein Zelt aufschlage.
    Habe zwar nur fünfeinhalb Kilometer geschafft heute, aber bei dem Regen reicht es mir auch.
    Geändert von berniehh (06.10.2019 um 01:49 Uhr)

  16. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #56
    11.Tag:

    Es regnet mal wieder fast den ganzen Tag und dazu ist es auch noch kalt. Selbst tagsüber steigt das Thermometer kaum über 5 Grad


    ich bleibe natürlich im Camp. Dahinten sieht man mein Zelt, eine echt schöne Campstelle ist dies.
    Der Bach fließt ein kleines Nebental runter, mündet dann ins Lue Creek Valley, das runter zum Muncho Lake, also zum Alaska Highway, führt.


    Damit ich während meines Aus- und Wiedereinstieges nicht zweimal die gleiche Route laufen muss, will ich Richtung Süden übers Tandzie Creek Valley aussteigen, das am Toad River auf den Alaska Highway stößt. Beim Wiedereinstieg geht´s dann vom Muncho Lake übers Lue Creek Valley zurück zu diesem Camp.

    Beide Strecken sind ungefähr gleich weit, übers Lue Creek Valley ziemlich genau 20 Kilometer und übers Tandzie Creek Valley vielleicht anderthalb Kilometer mehr. Also beide Strecken ein Tagesmarsch.

    Der Regen hört erst am Spätnachmittag auf und um 16:40 wander ich los, genau wie gestern. Bis zum Dunkelwerden bleibt es aber grau bewölkt und kalt.

    Der Pfad, der Richtung Süden über einen flachen Sattel ins Tandzie Creek Valley führt, ist sogar auf der topographischen Karte mit eingezeichnet und auf Google Earth erkennbar, recht ungewöhnlich für die nördlichen Rockies. Von daher hatte ich mir einen schnell und einfach bewanderbaren Pfad erhofft.

    Das Gegenteil war der Fall: der Pfad ist ziemlich nass, matschig und von Busch überwachsen, etwas mühsam und nervig begehbar.


    Für zwei Kilometer geht es über eine verbuschte moorige Senke, dann rechts am Hang an einem kleinen langgezogenen See vorbei über den Sattel (2335 m)


    Blicke über den See tun sich durch Busch und Bäume nur wenige auf.


    dann geht´s runter ins offene Bachbett des Tandzie Creek Valley


    nun wird das Vorwärtskommen endlich gut, auch wenn der Bach ständig hin- und hergefurtet werden muss.


    schönes Waldtal


    Sechs Kilometer weiter mündet hier von links ein etwa gleichgroßes Bachtal ein. Der Talboden wird nun etwas weiter und das Vorwärtskommen bleibt schnell, der Pfad gut erkennbar.


    zwei bis drei Kilometer weiter schlage ich mein Zelt auf.
    Camp 11 (1054 m)
    Morgen wander ich endlich raus zurück in die Zivilisation.....


    12.Tag:

    Als ich aus dem Zelt schaue ist es immer noch dunkelgrau bewölkt. Oh Mann, das Wetter wird hier einfach nicht besser.
    Der Himmel sieht aus daß es für mich nicht mehr die Frage ist ob der Regen beginnt, sondern wann er beginnt.

    Ohne zu frühstücken baue ich ziemlich panikartig mein Camp ab und wander um 6:30 los, eine recht unübliche Zeit für mich.
    Ich will noch schnell was schaffen bevor der Regen losgeht, am besten dann schon den Trek beendet haben und irgendwo im Auto auf dem Weg nach Fort Nelson sitzen.


    es geht weiter wie gestern, flach talabwärts mit ständigem Furten, aber gutem Vorwärtskommen.


    nach einigen Kilometern wird das Tal enger


    und dann schluchtig. Beim Furten muss man jetzt schon schauen eine gute Stelle zu erwischen und der Pfad ist nicht immer sofort wiederfindbar.


    der Pfad recht verwachsen.....


    und führt dann vom Fluss weg durch dichten Wald und Busch.


    es geht dann oberhalb einer Schlucht entlang, die sogar recht tief runterführt. Durch den Wald bekommt man aber keine Blicke da runter.


    den letzten halben Kilometer geht es flach auf schönem Pfad durch herrlichen dichten Wald......


    bis der Pfad am Toad River auf die breite Fahrpiste einmündet, auf 829 m Höhe, nach 2h50 vom Camp. Hier endet meine erste Trekkingetappe.


    nach zweieinhalb Kilometern mündet die Piste in den Alaska Highway, wo ich die ersten Menschen seit 12 Tagen sehe.

    Ich blicke zurück in das Tal aus dem ich gekommen bin und sehe daß es dort schon heftig regnen muss. Hier kommen jetzt auch langsam die ersten Tropfen runter......


    Blick vom Alaska Highway auf den mächtigen Toad River


    Toad River

    Es sind 220 Kilometer bis zurück nach Fort Nelson. Ich warte nicht so lange, dann stoppt ein Jäger aus dem Yukon, der ganz runter bis nach Edmonton will, zum Familienbesuch. Er nimmt mich bis nach Fort Nelson mit.


    als es aus den Rockies rausgeht wird das Land wieder flach.
    Etwa 100 m entfernt sieht man auf der linken Seite am Waldrand einen Schwarzbären.



    in Fort Nelson lasse ich mich direkt vor meinem Stammrestaurant absetzen und bevor ich irgendwas anderes mache, verdrücke ich hier erstmal ein Burger-Menü.

    Drei bis vier Tage will ich in Fort Nelson verbringen um meine große Hauptetappe durch die nördlichen Rockies vorzubereiten.
    Nun wird es ernst!! Ich muss Proviant für 55 Tage einkaufen, alles so planen und auf die Food-drops verteilen daß auch zeitlich alles hinhauen wird, damit mir unterwegs nirgends das Essen ausgeht.
    Geändert von berniehh (06.10.2019 um 19:42 Uhr)

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    Avatar von Mortias
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #57
    Alle Achtung Bernd. Wieder einmal ein beeindruckender Bericht. Wobei ich ehrlich gesagt Deiner Tour zwar sehr gerne online folge, allerdings keinerlei Ambitionen hege diese Tour nachzulaufen. Auf soviel Bushwhacking hätte ich keine Lust. Von daher finde ich es echt aufopferungsvoll von Dir, dass Du Dir solche Touren antuest um uns dann im Forum mit so schönen Berichten zu erfreuen.

    Krass finde ich übrigens auch, dass das ja nur Deine "Testtour" war. Für viele Leute hier (zumindest für mich) wäre das bereits als vollwertige Sommerwanderung durchgegangen. Und bei Dir ist es halt nur ein kleines Vorgeplänkel. Da kann man ja gespannt sein, was noch alles kommt. Außerdem muss ich nochmal Deinen Schreibfleiß loben. Kaum kommst Du nach Monaten aus der Wildnis zurück, schon setzt Du Dich an den Rechner und fängst an zu schreiben. Ich wünschte ich würde einen ähnlichen Fleiß an den Tag legen.

  18. Fuchs
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #58
    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    Alle Achtung Bernd. Wieder einmal ein beeindruckender Bericht. Wobei ich ehrlich gesagt Deiner Tour zwar sehr gerne online folge, allerdings keinerlei Ambitionen hege diese Tour nachzulaufen. Auf soviel Bushwhacking hätte ich keine Lust.
    Danke
    Ja der Busch ist zwar nervig, aber da muss man halt durch. Dafür ist die Landschaft mega und ich glaube sie würde dir auch gefallen. Die nördlichen Rockies sind ohne Frage eine ganz besondere Gegend

    Zitat Zitat von Mortias Beitrag anzeigen
    Außerdem muss ich nochmal Deinen Schreibfleiß loben. Kaum kommst Du nach Monaten aus der Wildnis zurück, schon setzt Du Dich an den Rechner und fängst an zu schreiben. ]ch wünschte ich würde einen ähnlichen Fleiß an den Tag legen.
    Dann hoffe ich daß dein Lapplandbericht auch irgendwann mal kommt

  19. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #59
    Organisieren und Entspannen in Fort Nelson

    Sobald ich mein Burger Menü verdrückt habe, ziehe ich mich erstmal für paar Stunden an den Ortsrand zu meiner alten Campstelle in den Wald zurück, bis mein Zelt und sonstige Sachen einigermaßen trocken sind.

    Dann gehe ich zurück ins Father Poullet Hostel, wo ich mich bis zu meiner Abreise einquartiere.




    Ich bekomme wieder das gleiche Zimmer wie beim letzten Mal


    Fort Nelson

    Statt der geplanten drei bis vier Tage, hat mein Aufenthalt in Fort Nelson ganze 9 Tage gedauert. Ich bin alles ziemlich entspannt und stressfrei angegangen, habe ein Großteil der Zeit nichts gemacht, bzw. in der Library am Computer rumgehangen, weshalb es sich solange hingezogen hat.

    An zwei Tagen waren hier Aboriginal Days, die einmal im Jahr stattfinden, mit lokalem Getrommel, Tänzen, workshops etc.... und gratis Essen satt fuer alle!! Sowohl für Einheimische als auch für durchreisende Touristen.
    Normalerweise dauert der Aboriginal Day immer nur einen Tag aber in diesem Jahr finden sie ausnahmsweise mal an zwei Tagen statt.


    hier wird das gratis Frühstück serviert


    Aboriginal Days








    Sage aus Vancouver, der nur für die Aboriginal Days nach Fort Nelson angereist ist


    Fort Nelson

    Wegen meiner food-drops habe ich mit Peter per E-mail kommuniziert, das war einfacher als jedesmal die 9 Kilometer zum Flugplatz zu latschen. Es hat auch ganz gut funktioniert.

    Peter hat mir geschrieben daß er nächste Woche eine Buchung zum Head Camp hat, Material anliefern. Momentan weiss er aber noch nicht wie viel das sein wird und ob dann noch Platz für mein Essenskarton übrig ist, also eine feste Zusage kann er momentan noch nicht geben. Das ist aber schonmal etwas

    Mit den anderen beiden Camps sieht es allerdings schlecht aus. Zum Churchill Creek Camp bekommt Peter normalerweise nie eine Buchung. Leif Olsen, dem das Camp gehört, hat sein eigenes Kleinflugzeug, wenn er mit seinen Kunden dorthin fliegt. Und für das Churchill Peak Camp ist es um diese Jahreszeit auch noch zu früh.

    Mit Leif hatte ich ebenfalls E-mail Kontakt. Er würde mein food drop zwar zum Churchill Creek fliegen, allerdings sieht es momentan so aus daß ich dann wohl auch den vollen Preis zahlen müsste weil er um diese Jahreszeit noch keine Kunden hat.

    Ich halte es daher für effektiver beide food drops mit nur einem Flug zu erledigen anstatt mit zwei verschiedenen. Und ich entscheide alles von Peter Villers machen zu lassen.

    Einen Tag später kommt mir sogar eine noch bessere Idee:
    Wenn ich schon soviel Geld dafür ausgebe mir das Essen einfliegen zu lassen, dann will ich auch selber mitfliegen.
    Einerseits als spektakulären Rundflug, andererseits um selber mit eigenen Augen zu sehen und wo genau mein Essen gelagert wird. Und ich sehe die nördlichen Rockies mal life aus der Vogelperspektive und nicht wie bisher nur auf Google Earth.

    Ich kläre alles mit Peter ab und es geht klar so......

    Meine food-drops will ich nun zu drei Stellen einfliegen lassen, statt wie bisher geplant zu nur zwei.
    Der erste zum Churchill Creek Camp
    Der zweite zum Churchill Peak Camp
    Und der dritte zum Head Camp.

    Es wird also ein Rundflug mit Landung an drei Stellen.
    Peter macht mir dafür ein Angebot von knapp 2300 kanadische Dollar.

    Sobald alles eingekauft und verpackt ist, geht es los.

    Ich kaufe also erstmal nur das Essen für die food-drops ein, also für 33 Tage. Den Proviant für die ersten 20 Tage, den ich von meinem Start am Muncho Lake selber im Rucksack mitschleppe, kaufe ich erst später ein, nachdem wir den ganzen Kram eingeflogen haben.

    Die Lebensmittelpreise sind in Fort Nelson ziemlich hoch, es fehlt nicht mehr viel bis zum norwegischen Preisniveau. Keine Walmartpreise mehr wie in Fort St.John
    Auch alles andere ist hier recht teuer.

    Folgendes habe ich für die 33 Tage eingekauft:
    Nudeln ca. 3 kg
    Schokolade ca. 5 kg
    Müsli ca. 3 kg
    Milchpulver ca. 3,5 kg
    Salami ca. 3,3 kg
    Butter ca. 3,3 kg
    Erdnüsse ca. 1,5 kg
    Rosinen ca. 1,5 kg
    Kartoffelpüreeflocken ca. 2,5 kg
    Zucker ca. 1 kg
    Tütensuppen 4 bis 5 Stück
    Frische Zwiebel und Knoblauch
    5 Orangen und 5 Apfel
    plus Gaskartuschen und Kleinkram den man sonst noch braucht.

    Dann wird noch alles ordentlich verpackt.

    In Fort Nelson gibt es zwei kleine Sport- und Jagdgeschäfte, beide mit nur minimaler Auswahl, in denen selbst die grundlegensten Ausrüstungsgegenstände fehlen.
    Bärensichere Proviantcontainer müssten sie bestellen und das dauert 10 Tage. Klar daß ich nicht solange warten will.
    Stattdessen nehme ich Pappkartons aus dem Supermarkt.
    Alle Lebensmittel stecke ich mehrfach in Plastik um sie einigermaßen geruchsdicht zu machen, dann kommt alles in den Karton.


    und so sieht das dann nachher aus

    Dazu habe ich mir noch eine Packung Moth balls aus dem Baumarkt gekauft und auf jeden Karton werden später einige raufgelegt. Moth balls stinken ganz fürchterlich so daß jeder Essensgeruch, der dennoch aus dem Karton kommen sollte, vom Gestank der Moth balls übertüncht wird. Der Gestank soll sich wochen- oder monatelang halten und nicht nur Mäuse und anderes knabberndes Kleingetier abhalten, sondern angeblich auch Bären.

    Alle drei Camps gehören verschiedenen Outfittern, die verstreut über Westkanada leben. Ich muss sie alle kontaktieren und um Erlaubnis fragen ob ich mein Essen in deren Camp lagern darf.
    Peter hat mir die Namen der jeweiligen Outfitter genannt und da ich keine kanadische SIM-Karte zum telefonieren habe, suche ich mir über Google deren E-mail Adressen und schreibe sie an.

    Alle drei geben ihr OK und schreiben mir noch kurz wo genau ich mein Essen dort lagern kann.

    Als alles erledigt ist, sage ich Peter Bescheid. Dann kann es morgen früh losgehen. Der Wetterbericht ist gut.
    Wir fliegen dann von Fort Nelson fast die gesamten nördlichen Rockies ab und verteilen meine Kartons auf die drei oben genannten Camps entlang meiner geplanten Route..........
    Geändert von berniehh (09.10.2019 um 21:44 Uhr)

  20. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #60
    Wow Bernd... krasser erster Teil, bzw. ordentliche "Einstiegsrunde". Nichts für mich, landschaftlich schön, aber nichts wofür ich mich durch den Busch schlagen würde. Sehr gut das du das für uns übernimmst und wie immer mit deiner gewohnt entspannten Art kommentierst.

    Freu ma auf deine weiteren Erzählungen!

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

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