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  1. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #61
    Mitreisende: berniehh
    der Flugtag (1)


    Helen fährt mich am Morgen zum Flugplatz.
    Meine drei Proviantkartons haben wir gestern abend schon gebracht.



    in der Halle von Villers Air


    hier wird viel geschraubt

    Ich bin mit Dan geflogen, der die Firma in einigen Jahren übernehmen wird, wenn Peter in Rente geht.


    die Maschine wird startklar gemacht


    dann geht´s auch schon los


    kurz darauf sind wir in der Luft.
    Unser erstes Ziel ist das Churchill Creek Camp.



    Wir verlassen Fort Nelson - beim roten Kreis liegt das Father Poullet Hostel


    der Alaska Highway kurz hinter dem Ortsausgang von Fort Nelson


    dort unten der Muskwa River




    der einzelstehende Felsen da in der Bildmitte ist das Steamboat - unten der Alaska Highway, von dem wir uns gleich entgültig entfernen. Ab nun überfliegen wir die unerschlossene Wildnis.


    ach du Kacke es wird sich doch wohl nicht bewölken??


    die nördlichen Rockies im Anflug


    whow, es wird spektakulärer


    die Rocky Mountain Foothills






    Nebental zum North Tetsa River Valley


    dort vorne das obere Tetsa River Valley mit namenlosem See






    oberes McDonald Creek Valley




    oberes McDonald Creek Valley


    Wokkpash Lake & Wokkpash Creek Valley


    Nebental des Racing Rivers - der Schneeberg links am Horizont nennt sich The White Tower (2732 m)


    ein anderes namenloses Nebental des Racing Rivers


    und hier das nächste namenlose Nebental des Racing Rivers - hinten am oberen Talende der Yedhe Mountain mit Icefield.
    Gleich setzen wir zur Landung an.



    erste Landung im Churchill Creek Valley - auch ein Nebental des Racing Rivers.


    Hütte im Churchill Creek Camp - rechts im Feuerholz- und Pferdesattelschuppen stelle ich meinen Essenskarton.


    Churchill Creek Airport


    gleich geht´s weiter


    nächster Stop Churchill Peak Camp




    namenloses Nebental des Churchill Creek Valley - dieses Tal bin ich später abwärts gewandert auf meiner Route vom Churchill Peak zum Churchill Creek Camp. Zu Fuss war ich da drei Tage unterwegs.




    hier das nächste Nebental zum Churchill Creek - dahinten der Grizzly Pass, wo ich rüber bin.


    meine zweite Passüberquerung auf dem Weg vom Churchill Peak zum Churchill Creek Camp.


    Gletscher am Tehran Peak


    kurz vor der Landung nochmal eine Drehung


    Landebahn in Sicht! - der Name dieses Tales steht nicht auf der topographischen Karte, es ist ein weites Nebental des Gataga Rivers.




    geschafft!! - hinten rechts der Tehran Peak (2729 m)


    laut Craig, dem Eigentümer dieses Camps, soll hier irgendwo eine bärensicher verschließbare Tonne liegen. Die kann ich zwischen all dem Gerümpel aber nicht finden.


    also hänge ich mein Essenskarton in der Hütte unter dem Dach auf.
    Geändert von berniehh (10.10.2019 um 23:30 Uhr)

  2. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #62



    Guten Morgen Bernd,
    geile Täler an denen du vorbei geflogen bist! Da hast du goldrichtig geschaltet, als du entschlossen hast mitzufliegen.

    Vielleicht war die blau weiße Kuhlbox als bärensicher angesehen?

    Viele Grüße aus Berlin
    Sven

    - - - Aktualisiert - - -




    Guten Morgen Bernd,
    geile Täler an denen du vorbei geflogen bist! Da hast du goldrichtig geschaltet, als du entschlossen hast mitzufliegen.

    Vielleicht war die blau weiße Kuhlbox als bärensicher angesehen?

    Viele Grüße aus Berlin
    Sven

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

    meine Weltkarte

  3. Fuchs
    Avatar von Pielinen
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #63
    Genial, gut das du die Gelegenheit genutzt hast.
    Aus der Luft sieht die Landschaft sehr spektakulär aus.
    So ein Flug ist sein Geld wert. Der Preis ergibt sich halt aus den Spritkosten.
    Ich bin gespannt.
    Wer nichts weiß muss alles glauben...

  4. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #64
    Zitat Zitat von codenascher Beitrag anzeigen
    geile Täler an denen du vorbei geflogen bist! Da hast du goldrichtig geschaltet, als du entschlossen hast mitzufliegen.
    das finde ich auch. Im Nachhinein wunder ich mich aber noch daß ich nicht schon eher drauf gekommen bin mitzufliegen, sondern erst zwei Tage vor dem Flug.

    Zitat Zitat von codenascher Beitrag anzeigen
    Vielleicht war die blau weiße Kuhlbox als bärensicher angesehen?
    haha Ne die ist ganz bestimmt nicht bärensicher

  5. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #65
    der Flugtag (2)


    und weiter geht´s - dort unten verläuft meine spätere Trekkingroute zum Churchill Peak Camp


    wir fliegen jetzt zum Head Camp, wo mein letzter Essenkarton deponiert werden soll




    die Battle of Britain Range mit dem 2770 m hohen Churchill Peak in der Bildmitte (Hintergrund)


    dort unten das Gataga River Valley, eines der größten Hauptflusstäler der nördlichen Rockies.
    Meine Route führt später durch andere Bereiche des Gataga River Valleys, nicht direkt hier unten.



    das Gataga River Valley weiter Richtung oberem Talende


    hier und auf den folgenden Fotos blickt man in verschiedene Talzweige des oberen Gataga Rivers








    am Horizont sieht man die Gipfel um das Lloyd George Icefield in der Kwadacha Wilderness


    direkt hinter den Bergen hier vorne wird meine Route verlaufen


    und hier sieht man meine spätere Campstelle im oberen Gataga Valley


    Kwadacha Wilderness




    Kwadacha Wilderness - in dem Tal dort unten, das vom schneebedeckten Rücken im Vordergrund bedeckt wird, verläuft meine Route


    ich würde Euch ja gerne sagen wie die Berge alle heissen, aber auf den topographischen Karten stehen keine Namen.
    Nur ganz links am Horizont der Criccieth Mountain (2858 m), Mount Lloyd George (2938 m) und Mount Glendower (2928 m) am Lloyd George Icefield.



    Kwadacha Wilderness


    dahinten an der Talkurve sieht man den Tuchodi Lake im Tuchodi River Valley, auch ein großes Haupttal im Northern Rockies Provincial Park


    oberes Tuchodi River Valley - dort unten verläuft meine Route


    Northern Rockies Provincial Park






    Northern Rockies Provincial Park


    Gathto Creek Valley - Northern Rockies Provincial Park


    Gathto Creek Valley


    namenloser Berg in einem Nebental


    es dauert noch ne Weile bis zum Head Camp


    hier kommt erstmal das Muskwa River Valley, das ich abwärts gewandert bin und am linken Bildrand das Nebental das ich wieder hochwander. Der höchste Berg im Hintergrund ist der Muskwa Peak (2785 m).
    Beim roten Kreuz dort unten am rechten Bildrand war meine Campstelle, das schlimmste Mückencamp dieser Tour



    es folgen noch weitere Bergketten - Northern Rockies Provincial Park


    ein größeres Nebental vom Muskwa River




    Nebental vom Prophet River - gleich setzen wir zur Landung an


    Prophet River Valley und meine Route zum Head Camp




    Head Camp im Prophet River Valley




    mein Essenskarton stelle ich in diesem above the ground cache. Werde dieses Camp erst in 37 Tagen erreichen.




    dann ne Plasktikwanne darüberstülpen als Schutz vor Regen mit paar Moth balls, und gut ist.


    das Head Camp, sowie auch die beiden anderen Camps, wären gute Stellen für jeweils einen Ruhetag.


    in einer der Hütten ist ein Bär eingebrochen und hat das Innere verwüstet




    größerer Bach beim Camp


    nun geht´s zurück nach Fort Nelson - hier das Prophet River Valley


    altes Waldbrandgebiet, das jetzt mit undurchdringlichem Busch bedeckt ist - mich hier durchzuplackern war kein Vergnügen


    Prophet River Valley




    kurz vor der Landung am Head Camp musste ich kotzen und auf dem gesamten Rückflug ging es mir sauschlecht. Daher ist dies das letzte Foto.


    wieder zurück in Fort Nelson - links Dan, rechts Peter
    Dies war mit eines der spektakulärsten Flüge, die ich jemals gemacht habe



    hier in deren Büro
    Geändert von berniehh (12.10.2019 um 13:31 Uhr)

  6. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #66
    Aufbruch

    Nach dem Flugtag habe ich noch anderthalb Tage in Fort Nelson verbracht um den Proviant für die ersten 20 Tage einzukaufen.

    Am Ortsrand steht ein junges Pärchen aus Argentinien am Strassenrand, die per Anhalter ins Yukon und weiter nach Alaska wollen. Als ich gestern von meinem Flug zurückkam standen sie auch schon da, haben gestern über zehn Stunden gewartet und heute auch schon sechs, sehr frustrierend.
    Die gleiche Strecke muss ich morgen auch wieder trampen.
    Als ich zwei Stunden später nochmal geschaut habe, standen sie zum Glück nicht mehr da.


    Fort Nelson


    Mit Helen und Randy


    Abschied von Helen

    Am nächsten Tag geht es endlich wieder los. Wird auch höchste Zeit nach neun Tagen in Fort Nelson.

    Habe zwar keine Ahnung was mich was mich auf dem kommenden großen Hauptteil meiner Route erwarten wird, bin aber zuversichtlich daß zumindest die ersten zwei Tage entspanntes Wandern auf Pfade wird.

    Es soll wohl nur sehr wenige Trekker geben, die lange Touren durch die nördlichen Rockies machen. Der letzte, von dem Peter weiss, war der Franzose vor sieben oder acht Jahren. Er lies sich einfliegen und wollte sich anderthalb Monate später von einer anderen Stelle wieder abholen lassen, ist aber nie wieder aufgetaucht. Irgendwann wurde dann sein Rucksack gefunden.

    Ich habe mal wieder rumgetrödelt und mich erst um 14 Uhr zum trampen an den Alaska Highway gestellt. Es sind 240 Kilometer zu meinem Wiedereinstiegspunkt.
    Überraschenderweise warte ich keine 10 Minuten, dann hält auch schon ein Auto an. Es ist Sandra aus Fort Nelson, zusammen mit Louise, die älteste Einsiedlerin im weiten Umkreis. Sandra fährt Louise zurück zu ihrer Hütte, 20 Kilometer hinter Toad River am Alaska Highway.


    Stone Mountain Provincial Park


    es gibt hier ein paar Relikte von früher




    ach wie süß






    in Toad River gibt es eine Tankstelle mit Café, hier kurzer Stop.
    Links Sandra, rechts Louise.
    Sandras Eltern sind deutschstämmig, aber sie ist hier in Kanada geboren, spricht noch gebrochen deutsch.



    Von Louises Hütte fährt Sandra mich freundlicherweise noch 20 Kilometer weiter zu meinem Startpunkt, der zwei Kilometer vor dem Muncho Lake liegt.


    Abschiedsfoto am Trekkingstartpunkt.
    Es ist zwar schon 18:30 aber ich starte heute trotzdem noch und wander gleich vom Highway runter wieder in die Wildnis rein.



    Northern Rockies Traverse / großer Hauptteil

    kurzer Überblick und Gesamteindruck

    Mit 625 Kilometern und 51 Tagen war dies die längste durchgehende Wildnistour ohne Straßenüberquerung und ohne Zivilisationskontakt, die ich jemals gemacht habe.
    Zwar habe ich schon längere Treks gemacht, aber dann spätestens nach 20 bis 25 Tagen mal eine Straße gequert und falls nicht zumindest einen Provianteinkaufsabstecher zurück in die Zivilisation gemacht.

    Wenn man fast zwei Monate lang komplett von der Aussenwelt abgeschnitten ist und dann ungewöhnliche Ereignisse vorkommen, wie die zwei Tage Dauerschneefall mit fast halben Meter Neuschnee, macht man sich schon seine Gedanken: Ist so ein heftiger Wintereinbruch mitten im Sommer normal oder hat sich durch eine Megakatastrophe die Erdachse verschoben?
    Oder die Tage als ständig irgendwelche Kampfflieger über die nördlichen Rockies flogen. Was war da los?? Man bekommt nichts mehr mit, keine einzige Nachricht von der Aussenwelt für fast zwei Monate. Wenn in der Zwischenzeit ein Krieg ausgebrochen wäre, hätte ich davon nichts gemerkt.

    Den ersten Menschen habe ich erst nach 35 Tagen getroffen, ein Jäger aus Fort Nelson, der sich von Peter Villers hat einfliegen lassen.
    Ausserdem habe ich am 47.Tag nochmal eine vierer Gruppe Angler auf der anderen Flusseite gesehen, und das war´s dann auch schon mit Menschenbegegnungen.

    Es war eine erlebnisreiche Tour durch phantastische Landschaften, aber auch anspruchsvoll. Mal wieder viel Buschgeplackere und die für die nördlichen Rockies übliche Mischung aus weglos, Wildpfade und sehr verwachsene Reiterpfade.

    Die Trails sind zwar oft für Tage gut folgbar, aber sie sind halt für Pferde gemacht sind und nicht für Trekker. Klar kann man sie auch als Trekker zu Fuss bewandern, aber die Trails in den nördlichen Rockies haben die Angewohnheit ständig die Flusseite zu wechseln, auch wenn der Fluss für Menschen absolut unfurtbar ist. Für Pferde ist der dann immer noch problemlos querbar.

    Ich habe nicht mehr mitgezählt wie oft ein Pfad in den Fluss reinführt und am anderen Ufer weiterverläuft, aber der Fluss unfurtbar ist. Das war die Normalität hier. Oft bin ich auch vor Flüssen geendet, wo ich gedacht habe da würde auch niemals ein Pferd rüberkommen. Aber die Jäger kommen ja eh erst ab dem Spätsommer/Herbst, wenn die Wasserstände niedriger sind.

    Auf einer Trekkingtour durch die nördlichen Rockies sollte das „Problem Flussquerungen“ unbedingt an oberster Stelle der Routenplanung stehen! Brücken gibt es in den gesamten nördlichen Rockies keine einzige!

    Als ich nach dem Trek Einheimische von meiner Tour erzählt habe, kam von denen gleich als erstes die Frage, wie ich es denn über die ganzen Flüsse geschafft habe,….Muskwa River, Prophet River, Tuchodi River, Gataga River, Racing River und was da sonst noch so alles rumfließt.

    Im Gegensatz zu meiner Testtour, wo die Flüsse in der Regel blau, klar und leicht furtbar waren, sind sie auf dem großen Hauptteil meiner Route oft schlammig, von Gletschern gespeist und unfurtbar.

    Das Geheimnis, ohne Packraft oder Pferd, dennoch "relativ" problemlos über 700 Kilometer durch die nördlichen Rockies zu kommen, liegt darin, die Route so zu planen daß größere Flüsse gar nicht erst gefurtet werden müssen.
    Nach einer Passüberquerung sollte man schon gleich auf die richtige Flusseite gelangen, bzw am oberen Talende, wo die Flüsse noch furtbar sind, sofort auf die richtige Seite queren, über die man das Tal später wieder verlassen will.

    Wenn ich also tagelang einen verwachsenen Trail talabwärts folgte, wanderte ich i.d.Regel nur auf der Hälfte der Strecke auf dem Pfad und plackerte mich auf der Reststrecke weglos durch den Busch, weil der Pfad gerade mal wieder auf der anderen Flusseite verlief.
    Falls ich mal eine gute Furt fand, querte ich natürlich rüber, das machte die Sache einfacher. Weiter talabwärts muss man jedoch gut abwägen, ob man später nochmal eine Furt finden wird um wieder zurück auf die richtige Seite zu gelangen. Sonst steckt man irgendwann fest. Mit der Zeit bekommt man ein ganz gutes Gefühl dafür.

    Was Flussquerungen anbelangt bin ich generell der vorsichtige Typ und probiere im Zweifel eine Furt gar nicht erst, auch wenn der Fluss unter gewissem Risiko noch furtbar ist. Wird man erstmal fortgerissen, hat man vermutlich nur noch geringe Überlebenschancen. Peter Villers vermutet auch daß der Franzose beim Versuch einen Fluss zu furten umgekommen ist.

    Viele Gletscherflüsse waren schon fünf bis zehn Kilometer unterhalb des Talendes nicht mehr furtbar oder nur noch an gut ausgesuchten Stellen. Generell waren die Wasserstände morgens am niedrigsten und am Spätnachmittag waren selbst vermeintlich kleinere Flüsse oft unfurtbar, jedenfalls im Sommer.

    Als Fazit zum Abschluss muss ich sagen daß mir so eine lange Tour ohne Zivilisationskontakt sehr gefallen hat und ich mir gut vorstellen könnte sowas nochmal zu machen.
    Dafür muss man aber erstmal die richtige Gegend finden. Viele Länder kommen nicht mehr in Frage,.....ausser Kanada fast nur noch Alaska, Grönland, Russland und Neuseeland. Vielleicht noch Südchile.
    Die nördlichen Rockies sind dafür das perfekte Ziel und landschaftlich überaus spektakulär, vorrausgesetzt der dichte Busch schreckt einem nicht ab.

    Diese Tour würde ich definitiv mit zu den Top-Touren zählen, die ich bisher gemacht habe!


    der Trekverlauf

    13.Tag (1):


    der Trekkingstartpunkt liegt auf 837 m.
    Auf gut erkennbaren Pfad wander ich das weite flache Flussbettal des Trout Rivers aufwärts.
    Da es schon abend ist, schaffe ich heute natürlich nicht mehr viel.



    im Wald ist der Pfad gut erkennbar


    der Fluss muss ständig hin- und hergefurtet werden, was aber kein Problem ist.


    nach vier Kilometern gabelt sich das Tal. Ich nehme den linken Zweig, das Lue Creek Valley.


    auch auf offene Flussenken ist der Trail gut erkennbar.


    nach fünfeinhalb Kilometern schlage ich mein Camp auf (887 m).

    14.Tag (2):


    Lue Creek Valley.
    Es geht weiter talaufwärts, wie gestern auf gut erkennbaren Pfad, auch wenn man ihn manchmal verliert.



    mein Ziel für heute ist meine Campstelle vom zehnten Tag, wo ich wieder zurück auf meine ursprüngliche Route komme.




    Lue Creek Valley


    auch heute muss der Fluss ständig gefurtet werden





    Nach dreieinhalb Stunden (=11 Kilometer) mündet von links ein kleines Tal ein, das ich hochsteige zu meinem Camp.


    der Pfad führt das Haupttal weiter aufwärts und dieses kleine Nebental geht es weglos hoch.
    Etwas überraschend, ich hatte vermutet daß hier auch ein Pfad hoch zum Camp führt.



    schluchtige Abschnitte müssen passiert werden und das Vorwärtskommen verlangsamt sich drastisch.


    weite Nebentaleinmündung oberhalb der Schlucht.

    Nun sind´s noch anderthalb Kilometer zum Camp, aber es folgt ein schwieriges Gelände und ich brauche 2h15 für das kurze Stück. Zunächst muss ich wieder umkehren, weil ich mich orographisch links oberhalb der Schlucht am Hang festlaufe. Ich probiere dann die andere Hangseite, was schließlich von Erfolg gekrönt wird.
    Am Ende der Schlucht steige ich wieder runter zum verbuschten Bachlauf, den ich nun bis zum flachen Sattel aufwärts folge, bis zum Camp.


    Camp 14 (1250 m), ich schlage mein Zelt wieder an der gleichen Stelle auf.


    Camp 14
    Geändert von berniehh (16.01.2020 um 22:37 Uhr)

  7. Fuchs
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #67
    Als fleißiger Mitleser habe ich mich ja an Bernds Stil schon gewöhnt.
    Früher hätte ich so eine Tour für ummöglich erachtet.
    Ich würde mit dem Rucksack bei dem Gelände keinen Kilometer weit kommen.
    Wer nichts weiß muss alles glauben...

  8. Fuchs
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #68
    Zitat Zitat von Pielinen Beitrag anzeigen
    Ich würde mit dem Rucksack bei dem Gelände keinen Kilometer weit kommen.
    Ich auch nicht Ich weiß auch nicht - oder doch - wie ich mit dem langen Abgeschiedensein klarkäme. Ich bräuchte wohl ein Lebewesen an meiner Seite, Mensch, Pferd, Hund ...
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #69
    Zitat Zitat von Rattus Beitrag anzeigen
    Ich auch nicht Ich weiß auch nicht - oder doch - wie ich mit dem langen Abgeschiedensein klarkäme. Ich bräuchte wohl ein Lebewesen an meiner Seite, Mensch, Pferd, Hund ...
    Ja, das Alleinesein stelle ich mir auch heftig vor, obwohl ich eher wenig Menschen um mich vertrage. Aber 50 Tage ist schon ne Ansage. Ich glaube ich würde (noch mehr) "seltsam" werden...

  10. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #70
    Zitat Zitat von Rattus Beitrag anzeigen
    Ich auch nicht Ich weiß auch nicht - oder doch - wie ich mit dem langen Abgeschiedensein klarkäme. Ich bräuchte wohl ein Lebewesen an meiner Seite, Mensch, Pferd, Hund ...
    Zitat Zitat von Bambus Beitrag anzeigen
    Ja, das Alleinesein stelle ich mir auch heftig vor, obwohl ich eher wenig Menschen um mich vertrage. Aber 50 Tage ist schon ne Ansage. Ich glaube ich würde (noch mehr) "seltsam" werden...
    das ist nicht so schwierig. Wer kein Problem damit hat zwei Wochen ohne Menschen auszukommen, der schafft es auch zwei Monate.
    Aber ich habe ja noch den Jäger getroffen

  11. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #71
    15.Tag (3):

    Als ich aus dem Zelt schaue sieht das Wetter echt herrlich aus
    Mein heutiges Ziel ist es über den nächsten Pass zu kommen.


    Ich folge den Pfad zurück über diesen moorigen Sattel, dann runter in das Bachtal aus dem ich am 10.Tag gekommen bin.


    es ist ein Nebental des Lue Creek Valley. Vor meinem Ausstieg bin ich ja von talabwärts gekommen, aber nun geht´s talaufwärts.


    einfaches Wandern auf schmalem erkennbaren Pfad


    im Bachbett verliert sich der Pfad zwar oft, macht aber nichts.




    nach 2h erreiche ich diese Talgabelung. Der Pfad löst sich langsam auf und das Gelände wird ab hier sehr verbuscht
    Ich wander ins linke Tal rein.



    oh je! ich finde zwar bald wieder einen schmalen verwachsenen Pfad, aber der zwängt sich durch diesen Mörderbusch Richtung Pass und verliert sich dabei ständig. Vom Bach sieht man kaum was, da er fast komplett vom Busch überwuchert ist


    die Passhöhe (1585 m) liegt noch in der alpinen Busch- und Gestrüppzone und nach 3h30 komme ich oben an. Hier blickt man zurück ins Tal aus dem ich hochgestiegen bin.


    auf der anderen Seite geht´s hier wieder runter.


    auf dieser sumpfigen Gestrüppsenke verliert sich der Pfad.




    alles Gestrüpp - aber wo ist der Pfad?


    nach etwas rumsuchen finde ich den sehr verwachsenen Pfad wieder, den ich nun talabwärts folge


    die Landschaft ist ja ganz schön


    aber ich muss in diesem dichten Gestrüpp immer wieder nach dem Pfad suchen


    und dann verliere ich auch noch mein Bärenspray, das aussen am Rucksack befestigt war, finde es aber zum Glück wieder.




    nach über fünf Kilometer vom Pass komme ich von der Buschzone langsam in den dichten schönen Nadelwald rein.


    dies ist ein Nebental des Otelsas Creek



    Nach drei Stunden durch den Wald mündet das Tal in ein etwas größeres Haupttal ein, das Otelsas Creek Valley. Hier quert der Pfad rüber auf die andere Flusseite und scheint weiter talabwärts zu führen. Der Fluss sieht absolut unfurtbar aus, aber ich will ja eh nach rechts talaufwärts und finde nach etwas rumsuchen orographisch links einen Pfad, der durch den dichten Urwald das Tal hochführt. Für heute ist es aber schon zu spät und nach neuneinhalb Stunden reicht es mir auch.


    Camp 15 (1015 m) auf weichem Moospolster im dichten Wald

    16.Tag (4):

    So schön wie gestern ist das Wetter heute leider nicht mehr. Es ist bewölkt, aber immerhin noch regenfrei.
    Ich schaffe es heute fast 20 Kilometer talaufwärts......


    der Trail führt durch dichten Urwald, so macht die Wanderung Spass


    Otelsas Creek Valley



    Nach einer Weile quert der Pfad rüber auf die andere Flusseite. Da das Furten mir zu riskant erscheint, bleibe ich auf dieser Seite, wo das Weiterwandern nicht mehr so lustig wird. Auf einer Mischung zwischen verwachsene Wildpfade und weglos plackere ich mich weiter talaufwärts....


    eine weglose Steilhangtraverse, ein ganzes Stückchen oberhalb des Flusses entlang, darf da natürlich auch nicht fehlen. Sowas ist immer mega anstrengend


    nach einer ganzen Weile stoße ich unten am Fluss wieder auf den Trail, der jetzt wieder rüber auf diese Seite gequert ist. Hier ist erstmal Frühstückspause angesagt.

    Ich folge nun wieder den Pfad, aber nach nur kurzer Zeit quert er wieder rüber auf die andere Seite
    Es folgt gefühlt über eine Stunde Geplackere bis ich eine Stelle zum Furten finde. Natürlich nutze ich sie um wieder zurück auf den Trail zu kommen.
    Blöderweise quert der Trail nur paarhundert Meter weiter wieder zurück auf die andere Seite. So eine Kacke, wäre ich doch blos nicht auf diese Seite rübergewatet
    Da ich keine Lust habe wieder zurückzuwandern, bleibe ich erstmal auf dieser Seite und folge einen verwachsenen Nebenpfad. Er führt 200 Höhenmeter nach oben über Bergrücken und irgendwann wieder runter zum Fluss. Kurz darauf finde ich eine Stelle zum Furten, und auf der anderen Seite stoße ich wieder auf den Hauptpfad.


    Wildpfad durch dichten Wald




    dies ist auf jeden Fall eine abenteuerliche Route durch ein schönes Tal. Solche Waldtäler liebe ich.




    hier der Hauptpfad




    Otelsas Creek Valley


    nach über fünf Stunden lichtet sich der Wald und geht langsam über in die dichte Buschzone. Hier scheint sich auch der Pfad aufzulösen, aber das ist ja nichts neues und war zu erwarten




    die nächsten fünf Stunden geht´s nun durch dichten Busch, teils am Fluss entlang, aber größtenteils davon weg. Und immer wieder die übliche Suche nach den sehr verwachsenen Pfad.


    nach ein bis zwei Stunden erreiche ich diese Stelle hier, mit guter Campstelle direkt am Fluss.

    Bin erst am überlegen mein Zelt aufzuschlagen, entscheide mich dann aber zum Weiterwandern, obwohl es stark nach Regen aussieht. Ein Fehler!


    Blick zurück zum Fluss....

    Dann fängt der Niesel an, der schnell stärker wird und sich zu einem heftigen Dauerregen entwickelt. Bei der nächstbesten Stelle will ich mein Zelt aufschlagen, aber leider kommt die nicht!
    Der Busch ist allgegenwärtig und für die nächsten dreieinhalb Stunden findet man nichtmal die kleinste Campstelle! Und falls dochmal dann ist es eine scheiss Stelle
    Eine echt nervige Route ist dies!! Der Pfad teils sehr nass, unter Wasser oder matschig, mit permanenten Mega-Gezwänge durch den klitschenassen Busch. Trotzdem versuche ich zügig zu wandern um dieses Übel schnellstmöglichst hinter mich zu bringen.
    Spass macht das absolut nicht.
    Und dann sehe ich auch noch einen Grizzly.

    Als gegen 21 Uhr die ersten niedrigen alpinen Nadelbäume beginnen, finde ich erste Freiflächen, wo ich bis auf die Unterhose durchnässt im strömenden Dauerregen schnell mein Zelt aufschlage und mich gleich verkrieche.
    Mit über 10 Stunden war heute ein langer Tag.
    Geändert von berniehh (15.10.2019 um 00:35 Uhr)

  12. Dauerbesucher

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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #72
    Zitat Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    das ist nicht so schwierig. Wer kein Problem damit hat zwei Wochen ohne Menschen auszukommen, der schafft es auch zwei Monate.
    Aber ich habe ja noch den Jäger getroffen
    OT: Besser als umgekehrt... -- sorry, die Steilvorlage konnte ich nicht auslassen

  13. AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #73

    Ein bisschen frage ich mich ja immer, wo der Spaß bleibt. Wenn ich mir vorstelle, mich stundenlang mit Wahnsinnsgepäck durch den Busch zu hacken und dann pitschnass noch ewig nach ner Campstelle zu suchen...

    Schön zu lesen, ist es aber wie immer und die Fotos sind es natürlich auch. Aber vielleicht kannst du mal was zu deiner Motivation schreiben, warum es unbedingt immer total einsam und oft weglos sein muss.

    LG,
    Babs

  14. Erfahren

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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #74
    Ich mag auch kein extremes Bushwhacking, finde es aber total entspannend auf der Couch zu liegen und dabei zu lesen, wie sich Bernie da durchquält ;)

  15. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #75
    Zitat Zitat von Babsbara Beitrag anzeigen

    Ein bisschen frage ich mich ja immer, wo der Spaß bleibt. Wenn ich mir vorstelle, mich stundenlang mit Wahnsinnsgepäck durch den Busch zu hacken und dann pitschnass noch ewig nach ner Campstelle zu suchen...

    Schön zu lesen, ist es aber wie immer und die Fotos sind es natürlich auch. Aber vielleicht kannst du mal was zu deiner Motivation schreiben, warum es unbedingt immer total einsam und oft weglos sein muss.
    stundenlang durch den nassen Busch zu plackern macht keinen Spass, das habe ich ja auch im Text geschrieben. Aber da muss man halt durch, das Leben ist kein Ponyhof.
    Dafür wandert man auf solchen Routen durch spektakuläre Landschaften und unerschlossenen Gegenden, wo kaum Menschen hinkommen. Das ist die Motivation.

    Es muss nicht immer total einsam und weglos sein. Ich habe nichts dagegen Menschen zu treffen und von mir aus können entlang meiner Route auch Pfade verlaufen, solange es keine Straßen oder Fahrwege sind. Meine letzte und vorletzte Reise (China/Indien) führten ja durch Gegenden wo viele Nomaden/Hirten lebten. Und auf dieser Reise war es halt mal total einsam

    - - - Aktualisiert - - -

    Zitat Zitat von Shades Beitrag anzeigen
    Ich mag auch kein extremes Bushwhacking, finde es aber total entspannend auf der Couch zu liegen und dabei zu lesen, wie sich Bernie da durchquält ;)

  16. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #76
    Also ich für meinen Teil liebe Buschgeplackere. Jeder Meter muss sich hart erkämpft werden und umso größer ist der Erfolg wenn man mal raus ist.


    Würdest du rückblickend betrachtet für eine ähnliche Tour wie diese, ein Packraft in Betracht ziehen, damit Flussüberquerungen machbarer werden und man sich auch mal ein Stück flussabwärts treiben lassen kann?
    Ich hab für meinen Teil gute Erfahrungen mit dem Packraft im Amazonas gemacht. Bzw. Wäre eine der Touren ohne überhaupt nicht möglich gewesen.

    Dafür muss man aber erstmal die richtige Gegend finden. Viele Länder kommen nicht mehr in Frage,.....ausser Kanada fast nur noch Alaska, Grönland, Russland und Neuseeland. Vielleicht noch Südchile.
    Die nördlichen Rockies sind dafür das perfekte Ziel und landschaftlich überaus spektakulär, vorrausgesetzt der dichte Busch schreckt einem nicht ab.
    Na du könntest vom Nil im Sudan ein paar Tausend km. nach Westen laufen ohne auf eine Siedlubg zu treffen, oder von Chinguetti nach Osten. Je nach Geschmack.
    Im Amazonasgebiet ließen sich auch noch solche Touren machen, evtl. in Australien auch?

  17. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    #77
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Würdest du rückblickend betrachtet für eine ähnliche Tour wie diese, ein Packraft in Betracht ziehen, damit Flussüberquerungen machbarer werden und man sich auch mal ein Stück flussabwärts treiben lassen kann?
    Ich hab für meinen Teil gute Erfahrungen mit dem Packraft im Amazonas gemacht. Bzw. Wäre eine der Touren ohne überhaupt nicht möglich gewesen.
    Naja, wenn sich die Mitnahme eines Packraftes vermeiden lässt, würde ich immer darauf verzichten und meine Route dementsprechend planen. Ich hatte ja schon Steigeisen und Eispickel mit, da wollte ich nicht auch noch ein Packraft mitschleppen.
    Aber falls ich eine Route planen sollte, die ohne Packraft nicht möglich wäre und die sich auch nicht so umplanen lässt dass man darauf verzichten könnte, würde ich natürlich eins mitnehmen.

    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Na du könntest vom Nil im Sudan ein paar Tausend km. nach Westen laufen ohne auf eine Siedlubg zu treffen, oder von Chinguetti nach Osten. Je nach Geschmack.
    Im Amazonasgebiet ließen sich auch noch solche Touren machen, evtl. in Australien auch?
    Ich meinte damit megalange Touren ohne die Querung einer Straße/Piste/Geländewagenfahrweges. Da würde Australien definitiv rausfallen. Die Sahara vermutlich auch, aber mit der Sahara habe ich mich noch nie richtig befasst und müsste mich erstmal schlaumachen. Und mal davon abgesehen, wäre Wüste eh nicht so mein Ding.
    Regenwald dagegen schon. Im Amazonasgebiet könnte ich mir Touren bis 20 Tage vorstellen, aber dafür braucht man keine Food-drops. Für noch längere Touren wäre es mir glaube ich auf Dauer zu langweilig und flach. Mir würde dann das Hochgebirge fehlen.

  18. Dauerbesucher

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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #78
    Zitat Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    Ich meinte damit megalange Touren ohne die Querung einer Straße/Piste/Geländewagenfahrweges. ...
    Auch wenn es dem TienShan ähnelt, schau dir mal in der Mongolei den westlichen Altai bzw. das Gebiet westlich des Chowsgol-See bis zur Russischen Grenze an. Oder die nord-östlichen Regionen.
    Nicht völlig menschenleer wie hier in den Northern Rockies aber sehr, sehr menschenarm und ohne relevante politisch/polizeiliche Hindernisse.

  19. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    #79
    Zitat Zitat von Bambus Beitrag anzeigen
    Auch wenn es dem TienShan ähnelt, schau dir mal in der Mongolei den westlichen Altai bzw. das Gebiet westlich des Chowsgol-See bis zur Russischen Grenze an. Oder die nord-östlichen Regionen.
    Nicht völlig menschenleer wie hier in den Northern Rockies aber sehr, sehr menschenarm und ohne relevante politisch/polizeiliche Hindernisse.
    nehm ich in meine to-do-Liste auf, sieht nicht so schlecht aus.

  20. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Northern Rockies Traverse 2019

    #80
    17.Tag (5):

    Es ist bewölkt mit Sonnendurchbrüche. Ich lasse mir am Morgen Zeit und versuche meine noch klatschnassen Klamotten einigermaßen trocken zu kriegen, bevor ich um 10:45 starte.


    Camp 16 (1440 m)


    Blick zurück talabwärts von meiner Campstelle

    Heute will ich über den nächsten Pass und die schlimmste Buschzone habe ich gestern glücklicherweise schon hinter mich gebracht. Trotzdem geht´s noch durch einen nervigen Bereich aus undurchdringlichen alpinen Nadelbusch, ohne richtigen Pfad. Ein wirres Durcheinander von verwachsenen Wildpfaden, die sich immer wieder verlieren und zahlreiche Freiflächen zwischen den Busch machen die Route aber erträglich.


    nach einigen Kilometern komme ich ins offene alpine Gelände. Weglos geht´s Richtung Pass


    das bisschen Gestrüpp, das jetzt noch kommt, ist nicht mehr der Rede wert. Das lässt sich auch umgehen,.....und wenn nicht dann geht´s einfach da durch




    erst noch weiche Gras-Moospolster, aber dann endlich angenehmes Wandern


    über Steine und Geröll geht´s hoch zum Pass, teils auf vage erkennbaren Wildpfad


    Blick zurück talabwärts


    Pass Nr. 8 (1927 m) - nach 3h40 komme ich oben an.




    Blick zurück


    steil und weglos geht´s auf der anderen Seite den alpinen Grashang runter in dieses Hochtal rein












    hier erstmal Mittagspause




    es geht talabwärts, zunächst Grasland, dann lockerer alpiner Nadelbaumbewuchs, später mehr und mehr mit Busch versetzt.

    Das Buschgeplackere wird härter, aber im Vergleich zum letzten Tal ist dieses hier schon fast Genusswandern
    Ein Regenschauer macht den ganzen Busch wieder klatschnass, aber nach einer Weile stoße ich auf einen gut erkennbaren Reiterpfad, zwar sehr modderig und naß, aber gut folgbar.
    Nach zwei Kilometern mündet das Tal in ein größeres ein, wo ich eine Pfadabzweigung erreiche.


    Einmündung in dieses größere Tal - es ist ein Nebental des West Toad River Valley (1360 m)

    Ich biege nach rechts talaufwärts und will über den nächsten Pass. Der Pfad ist eine echte Zumutung, wenn man es überhaupt Pfad nennen kann: Völlig verwachsen, kaum wiederzufinden, versumpft, vermoddert und ständig unter Wasser
    Es sieht so aus daß es für die nächsten Stunden so weitergehen wird, durch die undurchdringliche Buschzone, ohne Campmöglichkeiten und es sieht wieder nach Regen aus.

    Auf sowas habe ich heute keinen Bock mehr
    Ich kehre wieder um und entscheide mich stattdessen talabwärts zu wandern.
    Nach vier bis fünf Kilometern mündet dieses Tal ins größere Haupttal des West Toad Rivers ein, wo ich vor der Reise auf Satellitenfotos (nicht Google Earth) eine Hütte mit Landebahn entdeckt habe.


    ich wander nun talabwärts

    Auch hier ist der Pfad zunächst ständig unter Wasser, vermoddert und verwachsen, zwängt sich durch dichten alpinen Wald und Nadelbusch. Später im moosigen Nadelwald wird der Pfad besser und als es runter zum West Toad River geht, sogar richtig gut.


    langsam wird der Pfad besser


    West Toad River Valley (1180 m)
    Breiter flacher verbuschter Talboden, die Landebahn dort vorne als langer Strich durch den Busch erkennbar. Aber wo ist die Hütte?



    die findet sich auch schnell. ....nach 9h45
    Sie gehört den Gundahoo River Outfitters und diese Stelle hier wird Burnoff Camp genannt.



    kein Mensch weit und breit und es sieht nicht danach aus daß in letzter Zeit jemand hier war.


    zumindest ist das Hütteninnere sauber und aufgeräumt.


    Porcupines gehören bei jeder Hütte, die man in den nördlichen Rockies erreicht, mit zum Inventar.




    Nebenan finde ich eine absolut perfekte Campstelle.
    Camp 17 (1180 m)


    18.Tag (6):

    Dies ist ein traumhafter Spot für einen halben oder ganzen Ruhetag, das beste Camp bis jetzt auf dieser Tour.


    die Landebahn


    der West Toad River beim Camp

    Trotz Traumwetter verbringe ich einen gemütlichen Vormittag im Camp und wander erst um 14:50 los. Heute soll mal ein entspannter Tag werden, ich will nur sechseinhalb Kilometer talaufwärts bis zu einer größeren Gabelung. Ein guter Reiterpfad führt in die Richtung.


    der Pfad führt talaufwärts

    Meine Hoffnung nach einem entspannten Wandertag zerschlägt sich schon nach einem Kilometer. Der Pfad wird immer schmaler und verwachsener


    dann kommt die erste Furt, die noch problemlos machbar ist

    Bei der zweiten Furt komme ich nicht mehr rüber, bleibe erstmal auf dieser Seite und folge verwachsene Wildpfade durch dichten Busch am Flussufer entlang. Später an ausgebreiteten Stellen furte ich noch paarmal hin und her.


    West Toad River Valley


    Buschgeplackere am Flussufer

    Irgendwann bin ich scheinbar wieder auf dem Hauptpfad, den ich aber immer wieder im dichten Busch verliere. Manchmal suche ich bis zu 20 Minuten rum. An sich ist es ein schönes wildes Tal, aber der Busch nervt


    verbuschtes Tal - die Suche nach dem Pfad gestaltet sich schwierig


    Busch soweit man schauen kann. Schwierige Wegfindung auf einem Durcheinander von schwer zu findene Wildpfade. Irgendwie zwängt man sich da schon durch. Der richtige Pfad ist schon seit längerem nicht mehr da.
    Dahinten sieht man jedenfalls schon die große Gabelung, mein heutiges Ziel.






    Nach sechseinhalb Kilometern erreiche ich mein Tagesziel, die weite Talgabelung. Hier im dichten Busch finde ich weder Campstellen, noch eine gangbare Route zum Weiterwandern.

    Irgendwie muss ich eine Möglichkeit finden ins linke Tal reinzukommen, das mich zum nächsten Pass führen soll.
    Ich lasse meinen Rucksack am Fluss liegen, speicher mir die Stelle im GPS-Gerät ab, damit ich den Rucksack später auch wiederfinde und mache mich auf die Suche. Nach einer halben Stunde finde ich orographisch rechts etwas weiter oben am Hang einen gangbaren Wildpfad, der scheinbar ins linke Tal reinführt. Das wird meine Route für morgen, heute habe ich keinen Nerv mehr drauf.

    Auf der anderen Flusseite ragen paar höhere Nadelbäume aus dem Busch, dadrunter finde ich eine kleine Top-Campstelle.


    Camp 18 (1211 m).
    Vom Zelt aus kann man ohne Buschgeplackere paar Meter weit wandern bis zum Fluss, aber ansonsten ist die Bewegungsfreiheit hier ziemlich eingeschränkt.



    beim Camp
    Geändert von berniehh (16.10.2019 um 23:44 Uhr)

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