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  1. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #41
    Mitreisende: ticipico
    Hallo lieber Klaus!

    Herzlichen Dank für deine sehr ausführliche Antwort und Einschätzung.
    Ich muss gestehen, die Frage kam mir spontan beim Lesen deines Berichtes und ich habe sie dir einfach gestellt, weil ich weiß, dass wir aus den Pyrenäen gleiche Erfahrungen haben und du weißt, wovon ich rede. :-)
    Ich habe mich gar nicht nach anderen Berichten oder Infos nach GTA+Zelt umgesehen. Vielen Dank für deine Links daher, die werde ich mir die Tage einmal ansehen!

    Ich liebe ja nachts eher die Naturkulisse, kann mir aber prima vorstellen, in den Dörfern unterwegs eine Mittagspause mit Jause einzulegen.

    Wie geht´s weiter?

    Gespannte Grüße,
    Sylvia
    Kalender *Papageitaucher 2019*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  2. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #42
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Ich liebe ja nachts eher die Naturkulisse, ...
    Kann ich gut verstehen.
    Zwischen abendlicher Stille und wundervoller (oder voller Wunder?) Naturkulisse auf der einen Seite und zivilisatorischer und kommunikativer Annehmlichkeit auf der anderen Seite schwanke ich oft hin und her und habe mich im Piemont oft für die andere Seite entschieden.

    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Wie geht´s weiter?
    Siehe weiter unter

    LG Klaus
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  3. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #43
    Tag 35, Samstag, 3.8.2019:
    von Balme zum Rifugio Vulpot am Ende des Val di Viù (das letzte Lanzotal)


    Nach dem Ruhetag fiel der Abschied von Villa Tejas ein wenig schwer.


    Die GTA-Familie ist auf Jörg, Elke und mich zusammen geschrumpft.

    Rückblick auf Frazione Fré, einem Ortsteil von Balme. So schön es liegt, leben möchte ich da nicht. Meine Phantasien dazu: Wenig Kultur und hohe soziale Kontrolle.


    An einer Felswand erprobt sich eine Blütenseilschaft im im "Freegrowing".


    Talschluss von Balme, der wegen Pian della Mussa, einem weitläufigen Plateau, mit abschließenden 3600ern, zu einem nochmaligen Besuch einlädt. Gemerkt!


    Nach einem angenehm schattigen Aufstieg erreichte ich nach ca. 2 Std. den Lago Verde, der seinem Namen alle Ehre machte.


    Er verführte zwar nicht zum Bad, - dafür war es noch zu frisch -, sondern zu BildFesthalteVersuchen.





    Jörg übt schon mal für die kommende Passüberschreitung .

    Das ist der Pass, den es heute zu überschreiten galt. Nichts wildes, sondern eher gemächliches.


    Bevor es zum Steilabstieg kommt geht es noch über eine Hochebene mit unendlichen vielen Möglichkeiten, Zelte aufzustellen.


    Vom etwas herausfordernden Abstieg gibt es mal wieder keine Bilder, da ich mich lieber auf die Schritte und meine Füße konzentriere als auf meine Umgebung.


    In Usseglio begegnet man alter Turiner SommerfrischAtmosphäre in Form von Grand Hotels und Flaniergärten. Alles ein bisschen in die Jahre gekommen.


    Außer einem kleinen Lebensmittelladen mit angeschlossener Bar und Trattoria.
    Ein MehrBrauchtManNicht-Laden.

    Chefin ist eine Mathematik-Professorin, die mir mit Stolz ihre selbstgebaute Binäruhr vorführt.


    Kein Wunder, dass der Laden "Il Bivacco Matematiko" heißt.


    Die letzten 8,5 Straßenkilometer überwinden wir mit einem 30 Jahre alten Toyota-Pickup, indem uns der Hüttenwirt zum Rifugio Vulvot kutschiert.


    Es liegt an einem gut besuchten und gelegenen Stausee, der nicht nur Strom sondern auch eine prima Abendabschlussstimmung erzeugt.

    Tag 35: ~8,7 Std. ~11km /~1280m \~1450m (excl. Usseglio -> Rifugio Vulvot (wg. Pickup-Nutzung))

    --- Fortsetzung folgt ---
    Geändert von ticipico (23.09.2019 um 23:04 Uhr)
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  4. Erfahren
    Avatar von TEK
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    AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #44
    Ah, jetzt kommen sie, die Lanzotäler. Mit prominentem Hinweis.
    Eine wirklich schöne Landschaft! Danke Dir für Deinen netten Bericht. Vielleicht im nächsten Sommer? Und danke auch von mir für die Links zum Thema zelten. Bei uns würde es wohl auf eine Kombination aus Zelt und Rifugio hinauslaufen.

  5. Gerne im Forum

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    AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #45
    Am Lago di Malciaussia (Rifugio Vulpot) sind die Lanzotäler leider fast schon wieder vorbei. Folgt nur noch der Übergang nach Susa. Und ich kann nur bestätigen: Die Essensqualität ist (fast) überall ausgezeichnet! Auch, wenn man gerade in den Lanzotälern in manchen Speisesälen möglicherweise alleine sitzt.

  6. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #46
    Zitat Zitat von TEK Beitrag anzeigen
    Ah, jetzt kommen sie, die Lanzotäler. Mit prominentem Hinweis.
    Eine wirklich schöne Landschaft! Danke Dir für Deinen netten Bericht. Vielleicht im nächsten Sommer? Und danke auch von mir für die Links zum Thema zelten. Bei uns würde es wohl auf eine Kombination aus Zelt und Rifugio hinauslaufen.
    Die Lanzotäler habe ich in den Tagen 32,33 und 35 nur eben mal "berührt", da es ja gleich weiter hinauf über den nächsten Pass ging. Doch gibt es einschlägige detaillierte Literatur dazu.

    Eine Kombination zwischen Zelten auf den Höhen und Übernachten und genüsslich Essen in den Tälern ist aus meiner Sicht wirklich ideal.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  7. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #47
    Tag 36, Sonntag, 4.8.2019: vom Rifugio Vulpot auf den Rocciamelone, 3538m

    Für italienische Verhältnisse starteten wir früh (8:15 Uhr) von unserer Unterkunft.


    Rifugio Vulpot (1805m)

    Erst an einem kuriosen, wilden Wochenendzeltplatz vorbei. Dabei habe ich mich gefragt, wie die Menschen bei der Hanglage darin übernachtet haben, ohne ans untere Ende des Zeltes gekullert zu sein.


    Vorbei an dreisten Autofahrenden, die ihr Fahrzeug so sehr lieben, dass sie es bis in den Flusskies mitnehmen müssen. Echt schrill.


    Dann ging es bergauf und schon nahm der Wochenendmenschenstrom exponentiell zur erreichten Höhenmeterzahl ab.

    Nach 2 Std. Aufstieg und 750 hm, am Colle Croce di Ferro (2558m), bemerkte ich es dann:

    Mein mobiltel ist nicht im Rucksack , sondern liegt noch unter dem Kopfkissen meines Nachtlagers im Rifugio Vulpot! Schöne Sch...

    Damit war der gemeinsame Gipfelgang auf den Rocciamelone mit Jörg&Elke wohl erledigt. Immer lagen noch einige Kilometer und über 1000hm vor uns. Ich musste erst wieder 750m runter, das Telefon suchen/finden, dann wieder rauf und danach wäre ich erst wieder da wo ich jetzt stehe.

    Also: Verabschiedung und Verabredung für ein Wiedersehen in Susa, meinem Endpunkt dieses GTA-Abschnittes.


    So ähnlich muss ich ausgesehen haben,
    als ich bemerkt habe, dass mein mobiltel ca. 750hm tiefer unter einem Kopfkissen schlummert.

    Zurück zum Rifugio in ca. 1:15 Std. Die Gastwirtin hatte das Telefon beim Aufräumen bereits sichergestellt. WemAuchImmerSeiDank. Schnell noch eine Cola und ein Eis als Doping und wieder hinauf zum Colle in 1:30 Std. Persönliche Rekordzeit.

    Oben angekommen empfing mich eine wunderbare und motivierende Sicht auf die Cottischen Alpen und den Monviso.


    Ein Blick auf die Uhr. 14 Uhr. Wenn ich jetzt zügig gehe, brauche ich noch 5 Std. bis zum Rocciamelone. Dort müsste am Abend eine phantastische Sicht sein. Also los.

    Zunächst schlängelt sich der Weg schmal und unwirtlich für fast 2 Std. auf gleicher Höhe an Wiesen- und Schotterhängen entlang, überquert steile Bachbette, die ich bei höherem Wasserstand nicht überqueren möchte. Dann ein Schlussanstieg und ich erreiche um 17 Uhr das Rifugio Ca d'Asti auf 2854m.

    Noch 2 Std. Aufstieg liegen vor mir. Ich kaufe zusätzliche 3 Liter Wasser, damit ich genügend Flüssigkeit für Abendessen und Frühstück habe. Weiter geht's.

    Wenn ich auf das Rifugio und das darunter liegende Wolkenmeer zurückschaue, ahne ich, was mich oben Wundervolles erwartet.


    Rifugio Ca d'Asti an Wolkenmeer

    Da der Rocciamelone auch von Wallfahrenden erklommen wird, ist der Aufstieg nicht schwierig und an exponierten Stellen mit Seilgeländern entschärft. Doch die Höhe und mein Tagespensum lassen mich langsamer werden.


    Aufstieg zum Rocciamelone

    Um 19 Uhr bin ich dann endlich oben, auf 3538m, nach 11 Std. Gehzeit und 2700hm Aufstieg und ca. 1000hm Abstieg (selbst versemmelt). Nicht nur die Luft hier oben macht atemlos, auch die Fernsicht sorgt für Stille und fast für Tränen in den Augen (nicht wegen des Windes sondern der Gefühle wegen).


    Jörg&Elke sind seit längerem schon da und haben es sich im Bivacco, dass einige Meter unterhalb des Gipfels liegt, den Umständen entsprechend gemütlich gemacht. Es wird kalt (ca. 0°) und alle warmen Sachen werden eingesetzt. Der Raum ist mit Tisch, Bank, Matratzen und Decken ausgestattet. Ich koche Kartoffelpürree mit Thunfisch. Reicht aus. Das wunderbare Schauspiel findet draußen statt.


    Blick vom Gipfel des Rocciamelone,
    davor das Dach des Bivacco,
    das auch eine kleine Kapelle beherbergt.



    Zum guten Schluss schießt Jörg noch
    ein zur Stimmung passendes Foto.
    Dopamin und Serontonin sind in Überdosis ausgeschüttet.

    Danke für Alles und an Alles.

    Tag 36: ~11 Std. ~22km /~2700m \~1000m (inkl. versemmelter Zusatzstrecke)




    Tag 37, der letzte (schluchz), Montag, 5.8.2019: vom Rocciamelone hinab nach Susa

    5:45 Uhr: über den Lautsprecher meines mobiltel erschallt eine liebliche Melodie. Wir werden geweckt.


    Ich habe, wahrscheinlich wg. der Höhe, nicht so gut geschlafen und bin gespannt, wie wir hier oben den Sonnenaufgang erleben...

    Die Bilder sprechen eine eigene Sprache ...











    Emotional und asthetisch gesättigt gibt es danach noch Kaffee, Brot, Käse, Schinken und Marmelade im Bivacco.

    Kurz vor dem Abstieg statte ich der Gipfelkapelle noch einen Besuch ab, obwohl das so gar nicht mein Ding ist.


    An den Wänden hängen unzählige Danksagungen von Menschen, denen unerwartet besonders Positives widerfahren ist. Auch die Wallfahrt hier herauf hatte für viele bestimmt positive Nachwirkungen. Es gibt viel menschliche Aktivitäten, die weniger Sinn haben und allgemein schädlicher sind.


    Schließlich ging es zunächst auf dem gleichen Weg wieder runter.


    Freie Sicht bis zum ...
    nur das Mittelmeer fehlt noch.

    Wir wollten direkt bis Susa durchlaufen, was in Summe ~3000hm Abstieg, und zwar ziemlich steil, bedeutete.


    Es ging durch Waldbrandfelder ...


    ... an verlassenen Alpen vorbei ...


    ... bis Susa in Sicht kam ...


    ... wieder über holprige Mulattiere ...


    ... über nicht mehr bewirtschaftete Terrassen ...



    ... bis zum Bahnhof in Susa.

    Den kannte ich schon als Startpunkt für meine GTA-Süd-Tour in 2017.

    3000 Höhenmeter Abstieg in 6,5 Gehstunden ohne Knieschmerz. Für mein nächstes Vorhaben, die HRP in den Pyrenäen, bin ich gut vorbereitet.

    Ein bisschen Wehmut, aber nur ein bisschen, und etwas Stolz, auch nur ein bisschen, beschleichen mich.

    Mit Jörg&Elke feiere ich am Abend dieses Ereignis bei Pizza, Bier und AperolSpritz.

    Tag 37: ~6,5 Std. ~14,8km /~30m \~3030m

    GTA-Nord, gesamt: ~230 Std. ~414km /~31500m \~32900m

    --- es geht vorbei, auch die schönste Langzeitbergwanderung ---
    Geändert von ticipico (02.10.2019 um 23:25 Uhr)
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  8. Gerne im Forum

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    AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #48
    WHOW!!!
    Gratulation und Glückwunsch!
    Vor allem zur abschließenden Rocciamelone-Erfahrung!

    DANKE für den Bericht und weiterhin Guten Weg!

  9. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #49
    Was für eine tolle Tour! Ich habe atemlos mitgelesen und die schönen Fotos bewundert. Es war ja anscheinend auch sehr gutes Wetter und die Kälte der Nacht ließ sich auch überstehen?

    Vielen Dank für den lesenswerten Bericht und das Mitnehmen,
    Babs

  10. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #50
    Zitat Zitat von MLO Beitrag anzeigen
    ... Gratulation und Glückwunsch ...
    Danke. Ja das war wirklich mal eine etwas andere Bergwanderung. Insbesondere mit dem zusätzlichen Hintergrundwissen von Werner Bätzing über die Entstehung und das allmähliche Verschwinden der alpigen Kulturlandschaft. Das konnte ich wirklich jeden Wandertag hautnah erfahren.

    Zitat Zitat von MLO Beitrag anzeigen
    ... und weiterhin Guten Weg!
    Den hatte ich gleich danach schon: Von Susa bin ich mit Bahn und Bus in die Pyrenäen gefahren worden und bin dort gleich weiter gelaufen .
    Geändert von ticipico (02.10.2019 um 23:27 Uhr)
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  11. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #51
    Zitat Zitat von Babsbara Beitrag anzeigen
    Was für eine tolle Tour!
    Stimmt! .

    Zitat Zitat von Babsbara Beitrag anzeigen
    Ich habe atemlos mitgelesen und die schönen Fotos bewundert.
    Danke.

    Zitat Zitat von Babsbara Beitrag anzeigen
    ... und die Kälte der Nacht ließ sich auch überstehen?
    Es war nicht wirklich kalt in der Nacht, zum einen weil Sommer war und zu anderen weil die Zeltplätze meist nicht am Wasser (See, Bach) (hohe Luftfeuchtigkeit -> höheres Kälteempfinden) und meist unter 2000hm waren.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  12. Fuchs
    Avatar von Rattus
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    AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #52
    Ein schöner Bericht mit ebensolchen Bemerkungen und tollen Fotos. Danke Und nun der nächste
    Das Leben ist schön. Von einfach war nie die Rede.

  13. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #53
    Zitat Zitat von Rattus Beitrag anzeigen
    Ein schöner Bericht mit ebensolchen Bemerkungen und tollen Fotos. Danke .
    Danke für die Blumen (oder das Bier ).
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


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