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  1. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #21
    Mitreisende: ticipico
    Zitat Zitat von TEK Beitrag anzeigen
    ... Susatäler ...
    Meinst du die Lanzotäler, nördlich von Susa ?
    Die kommen noch ... Geduld
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  2. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #22
    Tag 9, Montag, 8.7.2019: Von Alpe Ciuppinella über Rifugio Alpe Laghetto nach Alpe Preia


    Morgenstimmung auf der verlassenen Alpe Ciuppinella

    Zunächst ging es lange Zeit durch Wälder mit Mittelgebirgscharakter. Nur manchmal ergab sich eine kleine Aussicht.


    Auf dem Rifugio Alpe Laghetto, die von drei Männern bewartet wurde, gab es am Mittag Gemüsesuppe, Alpkäse, Wurst, Brot und Chinotto, die italienische Cola.


    rechts mittig: Rifugio Alpe Laghetto, oben links: Passo Campo

    Dann hinauf zum Passo Campo und steil hinunter über Grasflanken zur Alpe Preia, die mit unterirdischen Ställen aufwartete.



    Das Zelt war mal wieder mein Nachtlager.

    Tag 9: ~4,6 Std. ~8km /~800m \~410m




    Tag 10, Dienstag, 9.7.2019: Von Alpe Preia über Lago Alpe del Cavalli nach Alpe Cheggio

    So allmählich kommt wieder Rhytmus in die Morgenaktivitäten: Anziehen, Geraffel aus dem Zelt raus, Schlafsack und Matte einpacken, Zelt abbauen, frühstücken, Körperpflege (stark vereinfacht), Rucksack packen, - und los geht's.

    Zunächst zum Passo Preia ...


    Hier beginnt der Naturpark des Antrona-Tals.


    Eine fantastische Sicht auf den Talabschluss des Antrona-Tal eröffnet sich, der gleichzeitig die Grenze zur Schweiz bildet.


    ... dann über Geröll und bunte Blumenwiesen hinab zum Lago di Alpe Cavalli mit seiner eigenartigen milchiggrünen Farbe.


    Am Mittag ist das Ziel Alpe Cheggio (sprich: Kedscho), ein kleines Bergdorf, erreicht. Ein halber Ruhetag im Alberto Alpino wird der Tagesausklang.


    Blick vom Balkon auf Oratorio San Bernardo.
    San Bernardo ist der angebliche Beschützer der Bergsteigenden

    Tag 10: ~4,5 Std. ~ 5,8km / ~410m \ ~980m




    Tag 11, Mittwoch, 10.7.2019: von Alpe Cheggio zum Campo Sportivo von Ruginenta


    In der Früh war die Aussicht vom Zimmer des Albergo Alpina noch beeindruckender, auch wenn man mit dem Christentum nichts am Hut hat.

    Heute ging es nur bergab. Zunächst über alte Mulattiere, die mich immer wieder beeindrucken. Denn diese sind sicher nur dann gebaut worden, wenn entlang dieser Wege intensiv transportiert und gehandelt wurde. Muss echt was los gewesen sein ... und wir Wandernde profitieren heute noch davon. Dank an die Vorfahren.


    Es ging bis nach Antronapiana, dem "größten" Ort im wunderschönen Antrona-Tal. Ausgestattet mit Bar und zwei kleinen Dorfläden, gab es fast alles, was das Herz begehrt, - bis auf eine neue Gaskartusche mit Schraubventil. Das war natürlich ziemlich doof, denn die brauchte ich, da die Füllung der aktuellen Kartusche zur Neige ging. Einen Adapter für Kartuschen mit Bajonett-Anschluss hatte ich mit, - nur leider den für Stechkartuschen aus Gewichtsgründen zu Hause gelassen. Pech.


    Mäßiger bergab ging es nach einer längeren Pause weiter durch kleine Weiler, die alle etwas eigenes hätten, wenn ich nur die Augen aufmachte...


    ein Waschplatz mit bereitliegender Bürste und Seife


    eine geschlossene Pizzeria, die
    im Wanderführer noch als Zwischenstop empfohlen wird


    an den Ortsrändern stehen häufig zig Bienenkörbe


    und zuletzt der Festplatz am Sportplatz von Ruginenta!

    Dieser war mit Strom, Wasser und einer ruhigen Schlafecke ausgestattet. Hier war der ideale Lagerplatz kurz vor dem Einstieg in die nächste Tagesetappe.

    Da war doch noch das "Problem" mit der leeren Schraubkartusche ...

    Es war erst Nachmittag und die nächste Kleinstadt, Villadossolla war "nur ein paar Kilometer" weit entfernt. Zwar fuhr kein Bus mehr, doch Trampen ging noch, obwohl nur wenige Autos vorbeikamen. Mit einem älteren Herrn und einem kleinen Fiat ging es talab durch steile Schluchtwände, an denen die Straße klebte wie ein Schwalbennest an der Wand.

    Er fuhr direkt zum nächsten Eisenwarenladen, leider hatten auch die nur die Stechkartuschen. Das weckte seinen Ehrgeiz und wir steuerten in der Umgebung bis Domodossola insgesamt 4 solcher Läden an, bis wir fündig wurden. Dann bot er auch noch an, mich wieder hoch zu fahren, wenn er seine Sache noch erledigt hatte. So wurde eine edle italienische Bar am Bahnhof von Domodossola meine Wartehalle.


    Dort habe ich recherchiert, dass man diese wirklich tolle Gegend mit der Bahn von Kassel innerhalb von 8 Std. erreichen kann, und das zu noch vernünftigen Preisen: gemerkt!

    Und diese Hilfsbereitschaft gegenüber Anderen hat mich stark beeindruckt und soll mir ein Beispiel sein, wenn jemand mal Unterstützung braucht.

    Tag 11: ~4 Std. ~9,7km / ~60m \~960m




    Tag 12, Donnerstag, 11.7.2019: von Ruginenta über Alpe Colma nach Molini


    mal wieder eine Mulattiera

    Sofort ab Einstieg ging es steil los und sollte fast immer so bleiben bis zu Alpe Colma. Teils auf Mulattiere, teils auf steilen Waldpfaden ging es an verlassenen Alpen vorbei oder durch Alpenrosen zugewucherte ehemalige Almwiesen.


    Es war einmal eine Alp ...


    Alpe Colma, als Unterkunft und Verpflegungsstation für Wandernde noch aktiv


    Hier wird die Pasta noch händisch hergestellt.


    Beim Abstieg ins ca. 1000hm tiefer liegende Tal gab es eine noch/wieder betriebene Ziegenalp.

    Die kurz darauf eingelegte Pasta-Mittagspause ...

    ... lockte die Ziegen an. Sie waren hartnäckig und nur durch mehrmaliges Verjagen davon abzuhalten, sich am Verzehr zu beteiligen.

    Der Abstieg bewegte sich durch terrassiertes Gelände mit verfallenen Häusern. Die letzten sind in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts aufgegeben worden.

    Es muss eine gewaltige Anstrengung von Menschenhand gewesen sein, diese kilometerlangen, ans Gelände angepassten Terassen zu erstellen, zu pflegen und zu bewirtschaften (Obst- und Ackerbau).

    Teilweise waren sogar mehrstöckige Anwesen zu sehen, die nun auf ihren natürlichen Einsturz warten.

    Einige nicht mehr begehbare Terrassenwege werden jedoch instand gehalten. Ich habe großen Respekt vor diesem Kunsthandwerk des Trockenmauerbaus.


    Aufstiegstreppe, um von einem Terrassenweg zu einer Terrasse zu gelangen.


    Letztendlich empfing das Locanda del Tiglio in Molini auf 500hm mit morbidem Charme und einem phantastischen WLAN seine abendlichen Wandergäste. Hier ist auch ein guter (Wieder-)Einstiegspunkt für die GTA, so dass die Abendtafel mit 8 Personen für GTA-Verhältnisse gut gefüllt war. Die meisten Wandernden gehen auf der GTA ein bis zwei Wochen, um dann im nächsten Jahr den Weg fortzusetzen. So kann aus der GTA ein bis zu 8jähriges Vorhaben werden.

    Tag 12: ~7 Std. ~10,3km / ~1000m \ ~1110m
    Geändert von ticipico (11.09.2019 um 20:22 Uhr)
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  3. Gerne im Forum

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    AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #23
    Zitat Zitat von TEK Beitrag anzeigen
    Bislang wandern beide gerne. Vielleicht, wenn die Kleine 6/7 Jahre alt ist ...

    Videoüberwachung in einem Rifugio.
    Andere Länder, andere Sitten

  4. Gerne im Forum

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    AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #24
    Und diese Hilfsbereitschaft gegenüber Anderen hat mich stark beeindruckt ...
    Das habe ich einige Etappen weiter südlich auch mehrfach erlebt!
    Und die Schlussfolgerung daraus ist konsequent und logisch!

  5. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #25
    Tag 13, Freitag, 12.7.2019: von Molini zum Bivacco Alpe Pian Lago

    Frühstück in Locanda Tigli mit Elke und Jörg aus der Pfalz. Jörg läuft gerade von Speyer (Pfalz) auch über die GTA ans Mittelmeer. Seine Frau begleitet ihn während der Schulferien für sechs Wochen.


    Über eine Talbrücke und der Möglichkeit zu einem letzten "göttlichen Kontakt" geht es mal wieder steil durch Wald und ehemalig bewirtschaftete Alpi ...


    zum Hochtal der Alpe de Lago, dass jetzt als Bivacco von Wandernden und vielen Mücken genutzt wird.


    Nach einem Nachmittagsnickerchen steht mein Entschluss fest, dass es noch weitergehen soll, auch wg. der Mücken, die sich mehr und mehr versammeln, um eine Blutprobe von mir zu entnehmen. Nochmal eine Rückschau auf die wunderschön gelegene Hochebene ...


    Raus aus der Hochebene und hinauf auf den Passo Camino und noch ein Stück hinab zur Alpe Pian Lago. Anscheinend ist das Mückenvolk gefolgt, denn auch hier ist es nur möglich, sich drinnen bei geschlossener Tür aufzuhalten.

    Räuchern von Kaffeepulver soll ebenfalls Mücken vertreiben. Ich versuche es und bilde mir etwas Erfolg ein.

    Das Bivacco ist gut ausgestattet ...


    Im Aussen wird um spirituellen Beistand gebeten ...


    Tag 13: ~7,4 Std. ~11,1km / ~1570m \ ~300m




    Tag 14, Samstag, 13.7.2019: vom Bivacco Alpe Pian Lago nach Campello Monti - und ein halber zero day

    In dreieinhalb Stunden vorbei am ...


    Lago dell' Usciolo ...


    ... mit Wollgrasfeldern ...

    hinauf zum gleichnamigen Colle. Nach 700hm Abstieg war das Walserdorf


    Campello Monti in Sicht

    mit seiner Albergo "Alla Vetta delle Campezzone" und einer Boccia-Bahn, die zum Spiel einlud.


    Boccia mit großen Kunststoffkugeln, recht ungewöhnlich zu spielen,
    - man kann sie eigentlich nur rollen lassen

    Beim Abendessen gab es Pizza als ersten Gang. Zweiter Gang war Fleisch, Gemüse und Kartoffeln. Zum Schluss eine Schokoladentorte als Süßspeise. Und das alles inmitten walserisch-italienischer Familien mit Kindern, Omas und Opas, eben "tutta la famiglia".

    Tag 14: ~3,5 Std. ~6,0km / ~310m \ ~750m




    Tag 15, Sonntag, 14.7.2019: von Campello Monti nach Rimella

    Nur noch eine Partie Boccia ...


    ... und der Abschied vom idyllischen Campello Monti ist abgerundet.


    das alte Schulhaus leistet seine Dienste noch als einfache Übernachtungsmöglichkeit (Posto Tappa)

    Oder doch noch ein Bild von Mauerblümchen ?


    Dann geht es auf dem "Leichenweg" nach Rimella, einem weiteren Walserdorf. Campello Monti hatte im Mittelalter keinen eigenen Friedhof und es mussten die Toten zum Friedhof nach Rimella transportiert werden. Daher "Leichenweg". Von Dauer und Schwierigkeit war es ein zweiter halber zero day.

    Albergo Fontane in Rimella ist das ultimative SlowFood-SlowMotion-Center.

    Aufziehende dunkle Wolken tragen zur Entscheidung bei, am zeremoniellen Abendessen teilzunehmen.


    Die Belohnung war ein dreizehngängiges!! Essen von 20 bis 23:30 Uhr. Slowfood in Perfektion! Die "Gänge" waren bis auf einige wenige natürlich nur Appetithäppchen, die alle superköstlich waren.

    Tag 15: ~5 Std. ~9km /~650m \~750m




    Tag 16, Montag: von Rimella zum Col di Baranca

    Das ist der erste Regenmorgen bei dieser Tour.


    Die Wetter-App "Warnwetter" vom DWD versprach am Mittag abklingenden Regen mit zunehmender Aufheiterung.
    So wurde bis zum späten Vormittag das gestrige Abendessen weiter verdaut und der integrierte Lebensmittelladen besichtigt.


    Mehr braucht's nicht

    So gegen 11 Uhr kam dann doch Unruhe auf und und trotz allem "slow" wurde in den Regen hineingegangen.
    Belohnt wurde dies durch immer geringer werdenden Regen. Auch die Steine und Wurzeln waren nicht so glitschig wie angekündigt. Nur der Schweiß lief, weil es feuchtwarm war.


    Auf den Gipfeln gab's sogar Zuckergussschnee.

    Ab dem Sattel von Le Res ging es hinunter nach Piana. Eine Pause in einer kleinen Ein-Personen-Osteria bei gefüllten Pfannkuchen mit Schinken und Käse stärkten die Kräfte.

    Talauf, zunächst auf der Straße, dann auf einer Mulattiera in ein enges Tal hinein. Selbst weit hinten im Tal stehen noch mehrstöckige verfallene Häuser ohne jemals Straßenanschluss gehabt zu haben. Welch ein Aufwand, diese hier zu bauen. Wer hat hier gewohnt? Für Alpwirtschaft zu herrschaftlich. Viele Fragen bleiben offen ...


    Die Alpe Baranca liegt bei der Ankunft noch im Sonnenschein. Hier sammeln sich weitere GTA-Wandernde zum Sonnenbade.


    Das heutige Ziel liegt aber noch ca. 45 min. dahinter: Col di Baranca auf 1819m.


    Von Eseln begrüßt wird das Zelt aufgebaut und das Abendessen bereitet, Terrainverteidigung gegenüber neugierigen Eseln und Kühen inbegriffen. Guter Schlaf trotz kalter Nacht folgt.

    Tag 16: ~7,3 Std. ~13,1km /~1250m \~650m
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  6. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #26
    Tag 17, Dienstag, 16.7.2019: vom Col di Baranca nach Carcoforo

    Außer einem neugierigen Besuch um 3 Uhr in der Früh von acht Eseln mit Glocken um den Hals war die Nacht o.k.


    Zum Frühstück zeigen sich die Berge in ihrer ganzen Schönheit.


    Noch eine Schüppe drauf gab es am Col d'Egua (2239m), wo sich das Monte-Rosa-Massiv (ca. 4600m) ganz ohne Wolken zeigte.

    Hier gibt es ein gleichnamiges Bivacco, dass von seiner Terrasse aus eine dauerhafte Aussicht gewährt. Ist für eine Übernachtung vorgemerkt!


    Nun wie immer abwärts über meist verfallene Alpen hinunter nach Carcoforo mit seiner kunstvollen Häuseransammlung.


    Carcoforo

    Im Albergo/Rifugio "Alpenrose" (Walserland) gibt es Sanbitter ...


    ... und ein gemeinsames Abendessen mit einigen anderen GTA-Wandernden.

    Abschließend noch ein typisch italienisches Etagenbett mit durchhängendem Metallrost im Posto Tappa und alles ist tutto bene.

    Tag 17: ~4,3 Std. ~7,2km /~430m \~940m




    Tag 18, Mittwoch, 17.7.2019: von Carcoforo nach Rima

    Der kleine Lebensmittelladen in Carcoforo öffnete offiziell erst um 9 Uhr, in Realität dann erst um 9:30 Uhr. Relaxieren war angesagt.

    Wieder vollgetankt mit dem Lebensnotwendigem ging es heute unspektakulär alperauf zum Col de Termo (2351m) und auf komfortablem Serpentinenpfad alperunter nach Rima. Man gewöhnt sich an die täglichen Auf- und Abstiege.

    Rima ist ein gut herausgeputztes Dorf am Talende. Etwas außerhalb liegt der heutige Geheimtipp von Jörg, das kleine aber feine Rifugio Brusà.


    Der etwas zerzauste Gastgeber hat hier einen Kleinod zum Wohlfühlen geschaffen, inkl. bester Weine und fast ausschließlich selbst hergestelltem Essen: Brioche aus dem Jura, Ziegenfrischkäse mit einen süßscharfen Vinigrette, geschmorte Kalbsscheiben in Weißweinsoße, etc.

    Dazu noch drei französische Wandergäste, mit denen gute Gespräche möglich waren. Welch eine Tischkultur...


    Zum Abschluss lud uns der Hüttenwirt zum Wiederkommen ein, sowohl im Winter als auch im Sommer seien von hier aus ein paar gute Touren möglich, und natürlich stets mit gutem Essen unterfüttert.


    Natürlich eine handgeschriebene Speisekarte!

    Gemerkt!

    Tag 18: ~7,2 Std. ~11,9km /~1060m \~1000m




    Tag 19, Donnerstag, 18.9.2019: von Rima nach Alagna
    Von so einem guten Ort wie dem Rifugio Brusà fällt der Abschied schwer.
    Noch ein Blick in den Vorraum der "kreativen Küche" mit seinem gut sortierten Weinregal ...


    Dann geht es über den bereits bekannten Fußweg zurück nach Rima, wo alte, stolze Walserhäuser in den Himmel ragen ...


    ... und Schönheit und Funktion eine Einheit bilden.

    Dann ist Schluss mit lustig und es geht auf gut gepflegtem Weg steil hinauf zum Colle du Mud, 2324m.


    Noch aktive Alpgebäude begleiten den Weg. Nicht umsonst heißt die Tour "Grande Traversata delle Alpi".

    Kurz hinter dem Colle, in einer windgeschützten Ecke, kocht der Chef de Cuisin Pasta con Pesto verde.
    Lecker und die Energiespeicher werden für den Abstieg aufgeladen.


    Dieser gestaltet sich höchst komfortabel über hunderte von Serpentinen und gelegten Steinstufen ...


    ... bis schließlich Pedemont und dann Alagna, ein touristisch gut erschlossenes Ski- und Bergsteigerdorf unterhalb des Monte Rosa erreicht wird.


    Alagna mit Walsertradition und
    deutschsprachigen (alten) Werbeschriften

    Genächtigt wird auf dem Campingplatz, den eine freundliche Holländerin mit ihrem schweizerischen Mann leitet.

    Tag 19: ~7,2 Std. ~13,2km /~920m \~1120m




    Tag 20, Freitag, 19.7.2019: von Alagna durch das Val Vogno zum Lago Nero

    In der Früh noch einen "Cappucio" in der zentralen "Bar del Guide" (Bar der Bergführenden).

    Alagna ist ein guter Ausgangsort für Bergtouren in der Monte Rosa Region. Es gibt einen achttägigen Rundweg um den Monte Rosa, der wg. Schnee erst ab Mitte Juli begehbar ist - gemerkt!

    Nachdem mal wieder das ganze Geraffel gepackt ist, geht es auf Wirtschaftswegen talauswärts bis zum Taleingang des Val Vogno, einem seeeehr langgestreckten Tal mit alter und noch teilweise aktiver Walserkultur.

    Auch hier laufe ich erst auf ermüdenden Fahrstraßen und Wirtschaftswegen, bis dann endlich wieder abwechslungsreiche, schmale Pfade kommen.


    Die mit Naturstein vor hunderten von Jahren hergestellten Terrassen und Terrassenwege faszinieren mich immer wieder.

    Wie haben die damals bloß diese großen Steine bewegt? Mit welchem Aufwand? Und mit welchem Können! Die Mauern stehen jetzt noch meist stabil da.

    Typische Walserhäuser begleiten den Weg durchs Tal.


    Das Refugio Valle Vogna ist noch mit dem Auto und Kleinbus-Shuttle erreichbar. Es ist Freitag und italienische Tagesausflügler verdichten sich hier zu Picknick und Pranzo (Mittagessen in der Hütte).


    Bei diesem Walserhaus hat es jemand mit dem Blumenschmuck etwas zu gut gemeint.


    Auch hier wieder eine mehrere hundert Stufen lange Natursteintreppe, ein Indiz dafür, dass dies mal ein ökonomisch wichtiger Weg war.


    Wer hat diese wie und wann hier gebaut? Ich bin immer wieder platt. Unsere Betonbauten, perfekt aussehend und hauptsächlich mit Maschinen hergestellt, werden wohl nicht so lange überdauern.


    Wolfs-Eisenhut

    Die Alpwirtschaft ist hier noch ein bisschen aktiv und auf der dritten Alpe stoße in auf eine Herde "Angusrinder"
    Zitat Zitat von codenascher Beitrag anzeigen
    Nix Angusrind, sondern Schottisches Hochlandrind.
    , deren Hörnerbesatz doch etwas beunruhigen können.




    Ob sie wahrgenommen haben, dass ich gestern Abend ein "Entrecote del Angus" verspeist habe?


    Überall dort, und hauptsächlich in der Nähe von Alpen, wächst dieses Kraut in Massen, so dass ich den Weg nur erahnen kann.
    "Der Alpen-Ampfer ist eine ausgesprochen stickstoffliebende Pflanze und gilt als Düngerzeiger. Im Gebirge ist die Pflanze häufig rund um Almhütten und in der Nähe von Viehtränken zu finden. Die durch das Vieh verursachte hohe Stickstoffzufuhr der Mist- und Lägerflora verträgt diese Pflanze besonders gut. Sie kann nach Ende der Almwirtschaft Jahrzehnte, manchmal sogar Jahrhunderte weiterbestehen, wenn von der ursprünglichen Almhütte kaum noch sichtbare Überreste existieren." (Wikipedia:Alpen-Ampfer)


    Alpe Lago Maccagno, leider geschlossen. Ansonsten gäbe es hier eine gute Alpvesper.

    Etwas später mein "Campingplatz" am Lago Nero auf 2322m.




    Hier richte ich mich häuslich ein, tausche meine Bergschuhe gegen Schläppchen und koche Kartoffelpürree angereichert mit Parmesan und Makrele in Öl aus der Dose. Datt nennt man Camping, datt nennt man schön ...

    Tag 19: ~7,5 Std. ~17,8km /~1310m \~200m

    -- Fortsetzung folgt --
    Geändert von ticipico (Heute um 08:24 Uhr)
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


  7. Gerne im Forum

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    AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #27
    Viel Bekanntes von vor zwei Jahren, nur anders dargestellt,
    Danke!

  8. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #28
    Zitat Zitat von ticipico Beitrag anzeigen
    ....

    Die Alpwirtschaft ist hier noch ein bisschen aktiv und auf der dritten Alpe stoße in auf eine Herde Angusrinder, deren Hörnerbesatz doch etwas beunruhigen können.




    Ob sie wahrgenommen haben, dass ich gestern Abend ein "Entrecote del Angus" verspeist habe?

    ...
    Nix Angusrind, sondern Schottisches Hochlandrind. Angusrind ist schwarz, bullig, hat kurze Beine und KEINE Hörner. Also das Gegenteil von den Viechern die du gesehen hast.

    schottische Grüße
    Sven

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

    meine Weltkarte

  9. AW: [IT] GTA - Grande Traversata delle Alpi (Teil Nord)

    #29
    Zitat Zitat von codenascher Beitrag anzeigen
    Nix Angusrind, sondern Schottisches Hochlandrind.

    Danke. Jetzt kenne ich mich wieder ein bisschen mehr aus.
    „Wie komm ich am besten den Berg hinan? Steig nur hinauf und denk nicht dran!“ – Friedrich Nietzsche


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