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  1. Erfahren
    Avatar von Fjellfex
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    AW: [FI/NO] Wildnis, weicheigerecht: Øvre Anárjohka und drumherum

    #41
    Mitreisende: Fjellfex
    TAG 6: Abschied vom Øvre Anarjohka NP

    Am Nachmittag dieses Tages sollte ja ein Regengebiet daher kommen, und da wäre es gut, dann schon im Zelt zu sein. Wie praktisch, daß ich für heute eh eine kürzere Etappe geplant hatte: bloß etwa 10km Richtung NO über den nächsten namenlosen Höhenzug hinweg in die Senke Geađgeborgielas vor dem nächsten Höhenzug. Dort unten wäre ich dann auch besser vor dem Schlechtwetter geschützt, als droben im Fjell.

    Schon bald nach dem Start kam ich an einem sehr stattlichen Verdauungsendprodukt vorbei:



    Ich bin da kein Experte, aber das könnte durchaus von einem Bären stammen. (Zum Vergleich: ich habe Schuhgröße 45.)
    Ich hatte noch nie einen Bären gesehen, und war mir auch nicht sicher, ob ich mir das wünschen sollte.
    Nett wäre ja dieses Szenario: ich biege um die Ecke, und 100m entfernt trottet ein Bär quer zu meiner Laufrichtung daher.
    Weniger nett wäre dieses Szenario: ich biege um die Ecke, und in 10m Abstand trottet ein Bär genau auf mich zu.
    Nebenbei bemerkt: ich würde ja nie auf eine derartige Tour in Gegenden gehen, wo die Bären nicht so freundlich zu den Menschen sind, wie in Skandinavien. Erst kurz vor der Tour habe ich von einem französischen Komponisten gehört, der in Kanada von einem Bären getötet wurde. Der Komponist wollte sich Inspiration zu einem neuen Werk holen, und da erlebte er dann die unfreundliche Seite der Natur.
    Einen Bären sah ich dann nicht.
    Aber vielleicht haben mehrere Bären mich gesehen??

    Wie dem auch sei. Vom Lagerplatz ging es also nach NO, mal wieder durch angenehmen Wald. Im Vorfeld der Tour hatte ich eigentlich gedacht, daß die Gegend oberhalb der Baumgrenze leichter zu gehen wäre, als die darunter, aber zumindest an diesem Tag war es genau umgekehrt.



    Es ging südlich von einem See genau in der Senke der beiden Höhenzüge vorbei,



    und dann über Punkt 402 nach Norden den Hang hinauf. Die Sonne kam durch und ließ den Wald noch schöner erscheinen.



    Seit dem Beginn der Tour hatte die Herbstfärbung deutlich zugelegt. Keine 40 Höhenmeter aufgestiegen, und schon war der Blick wieder geweitet, zum Beispiel nach Süden mit dem Noarvváš als Landmarke.



    Das Wetter war richtig schön - sollte da echt bald Regen daherkommen? Hier oben sollte wieder Netz sein - vielleicht gibt es ein Wetterupdate? Das Signal war dann zu schwach. Ich ließ dann den Rucksack stehen und ging 500m nach W in Richtung P. 440. Hier war das Signal stärker, und der erhoffte Bericht trudelte ein. Tatsächlich: Regen vom Nachmittag bis zum nächsten Vormittag. OK, gut zu wissen.

    Also weiter. Auf dem folgenden Bild tut das Gelände so harmlos...



    aber es war wieder sehr kraftraubend: buckelig, feucht-weich und teils verbuscht. So arbeitete ich mich über P.428, 422 und 418 voran, was auch so halbwegs der Nationalparksgrenze entsprach.
    Ich war dann froh, bei P.427 wieder in Wald zu kommen, denn hier ging es wesentlich leichter voran.

    Bei den "Kuriositäten am Wegesrand" hätte ich heute einen Schlitten im Angebot:



    Die Holzkonstruktion erschien recht altväterlich, aber immerhin hatte das Ding Kufen mit Kunststoffbelag.

    Unterhalb vom P.427 traf ich auf eine Piste, die in die Senke hinabführte.



    Das kam aber nicht überraschend. Als ich noch daheim meine Tour per Luftbild schon mal "abgegangen" bin, hatte ich die Spur entdeckt. Überhaupt gibt es in der Gegend mehr Pisten, als in den Karten verzeichnet. Wer hier auf Tour gehen will: einfach mal genauer die Luftbilder betrachten. Auf so einer Piste geht es sich definitiv kraftsparender.

    Überrascht hingegen hat mich ein herumstehender Wohnwagen drunten im Tal am Geađgeborjohka.



    Weiter rechts, im Wald versteckt, gab es noch eine Hütte. Jenseits des Baches gab es kleine Rentiergehege, herumliegendes Baumaterial, kaputte Öfen, Rentierknochen und Müll. Kaum hatte ich die Nationalparksgrenze am Bach endgültig überschritten, wurde das Naturerlebnis also etwas verdünnt. Weit und breit war aber niemand zu sehen. Und da der Bach weit und breit wohl das beste Trinkwasser hatte, blieb ich in der Nähe.

    Als ich den Rucksack ablegte und das Zelt aufbauen wollte, fing es an zu regnen. Wo kommen auf einmal die Wolken her?? Das sah aber für´s erste nur nach einem Schauer aus. Also wartete ich mit dem Zelt aufbauen und nutzte die Zwischenzeit anderweitig: der Untergrund des anvisierten Lagerplatzes war nämlich wieder so, wie derjenige am Karasjohka - mit nur dünner Vegetation auf buckeligen Steinen. Meine Lendenwirbel waren gerade auskuriert, und ich wollte mir nicht schon wieder sowas einhandeln. Also wurden kleine Zweige gesammelt. Als ich meine Federkernmatraze beisammen hatte



    war der Regen vorbei, und ich konnte das Zelt draufstellen.



    Kaum zu glauben, wie so ein paar Zweiglein den Liegekomfort verbessern können.

    Später am Nachmittag hat es sich dann tatsächlich eingeregnet, aber ich war ja trocken und warm im Zelt.

    Da wurde auch mal wieder Inventur gemacht. Das Essen sollte reichen, Klopapier könnte allerdings knapp werden.

    Das GPS wurde auch mal wieder gezückt. Witzigerweise befanden sich Startort Vuontisjärvi und Zielort Karasjok genau gleich weit entfernt, nämlich 65km Luftlinie. Gefühlt hatte ich aber schon mehr als die Hälfte bewältigt. Ich hatte nur noch einen guten Tagesmarsch bis zur Piste, die mich gemütlich weiter Richtung Karasjok bringen sollte, und auch dieser letzte weglose Abschnitt sollte machbar sein.

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    AW: [FI/NO] Wildnis, weicheigerecht: Øvre Anárjohka und drumherum

    #42
    TAG 7: Eine zähe Partie

    Die letzte Etappe war eher kurz, dafür sollte die nächste wieder länger werden. Ich hoffte, bis ans Nordwestufer des Áibmejávri zu kommen. Luftlinie rund 15km im Norden, effektive Entfernung wohl 20km. Am Anfang würde ich noch an ein paar Seen vorbeikommen, aber gegen Ende sah es mit Wasser eher zweifelhaft aus, weswegen ich es am liebsten zu dem genannten großen See schaffen wollte. Und da ich auch unterwegs der Wasserversorgung nicht ganz traute (ich war ja schon an ausgetrockneten Seen vorbeigekommen), bin ich mit knapp 2l Wasservorrat gestartet. Better safe than sorry.

    Durch den Wald konnte ich der ATV-Piste hinauf folgen.



    Oberhalb der Baumgrenze, an einer Markierungsstange,



    fächerte sich die Spur auf. Diejenige Spur, die meinem Kurs weiterfolgte, verlief sich bald, und die anderen Spuren taten das wohl auch.
    Ich war an diesem Tag etwas später gestartet, um die letzten Regenschauer abzuwarten. Hier sieht man noch was von der abziehenden Waschküche.



    Erste Peilung war das Ostufer des Sees 402.



    Dieser See war dann doch noch etwas von einer Senke geschützt und mit Bäumen umgeben - hätte ich anhand der Karte nicht vermutet. Hier hätte man vielleicht auch einen guten Zeltplatz finden können.
    Was man auf dem Bild vielleicht auch erkennt: das Gehgelände wurde elendig. Hohe Vegetation, Buckel, manchmal feucht - das komplette Programm halt. Ab der Baumgrenze folgten so ziemlich die übelsten 8km der Tour. Abgesehen von kurzen Abschnitten verlangte jeder Schritt hohe Konzentration und Kraftanstrengung.
    So kämpfte ich mich voran zum Westufer von See 403



    und weiter in Richtung See 413.
    Hübsche Aussichten gab es ja auch



    aber dafür hatte ich kaum ein Auge.
    Ich muß einen superguten Tag erwischt haben: wenn ich derart weit außerhalb der Komfortzone bin, tritt mein Körper sehr bald in den Generalstreik. Aber er spulte einfach Schritt für Schritt das Programm ab.

    Vorübergehend hatte man mal Hoffnung "Ah, da hinten wird´s besser", nur um dann festzustellen, daß der Spaß weitergeht.
    Ich war erstaunt, wie stoisch ich das nahm, fast schon mit einem hanseatisch-coolen "Nee,ne?"
    Dabei habe ich gar keine Bezüge zu der Gegend.
    Eher zu Köln und Frankfurt,wo das Erregungslevel schon höher wäre:
    "Isset bal joot??"/ "Kerle, was e Gelersch!"
    Seinen Zenit würde die Erregung selbstverständlich in Bayern erreichen:
    " Zäfixkruzifix! Schinderfjell, elendiges! Da ham mir a Graffel beinand, des sog i dir glei! "
    Richtung Österreich würde die Erregung wieder abflauen:
    "A geh, heast...."

    Aber ich schweife ab.

    Die Kuriosität des Tages war übrigens eine Skibrille:



    Immer wieder mussten Rasten eingelegt werden. Wenigstens bei besser werdendem Wetter mit schon ein wenig Sonne.



    ENDLICH, auf Höhe des Skielgan war das Gehgelände plötzlich herrlich.



    Da ging es gleich mit halber Kraftanstrengung, aber doppelter Geschwindigkeit weiter.
    Und es dauerte nicht lange, da kam der Áibmečearru (der Berg mit dem Schatten drauf) in den Blick - den hatte ich mir viel steiler vorgestellt; immerhin ging es vom anvisierten See bis zum Gipfel fast 200 Höhenmeter hinauf - für die dortige Gegend schon Eigernordwand-Verhältnisse.



    Auf dem Weg in diese Richtung (NW) galt es eine kleine sumpfige Senke zu queren. Kurz vorher traf ich auf eine Piste. Die führte zwar Richtung SW, aber einen kleinen Umweg nahm ich in Kauf, um das hüfthohe Gesträuch in der Senke zu vermeiden.



    Endlich kam auch der See ins Blickfeld.



    Die letzten km waren so mittelprächtig zu gehen.

    Ich hatte es tatsächlich zur geplanten Stelle geschafft. Das war dann auch ein sehr schöner Zeltplatz.



    Später am Abend war die Gegend bei herrlichen Wolkenspielen in noch schönerem Licht.



    Jetzt war ich nur noch 2,4km Luftlinie von der Piste weg - ein großer Meilenstein, ab dem die Tour dann wieder gemütlicheren Charakter annehmen sollte.

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    AW: [FI/NO] Wildnis, weicheigerecht: Øvre Anárjohka und drumherum

    #43
    Mit dem Bärenkot hast du wohl recht. Das Bild ist etwas dunkel, aber es sieht danach aus. Hat es Blau- oder andere Beeren darin gehabt?
    Das hüfthohe Gesträuch nennt sich auch Zwerg-Birke (Betula nana) .

  4. Erfahren
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    AW: [FI/NO] Wildnis, weicheigerecht: Øvre Anárjohka und drumherum

    #44
    Zitat Zitat von Inarijoen Peter Beitrag anzeigen
    Mit dem Bärenkot hast du wohl recht. Das Bild ist etwas dunkel, aber es sieht danach aus. Hat es Blau- oder andere Beeren darin gehabt? .
    So genau habe ich mir das nicht angeschaut.
    Erschien auch schon etwas älter, da ziemlich vertrocknet.

    Kleiner Nachtrag zu Tag 7:
    Abends im Lager hatten sich die Gemüter wieder abgekühlt.
    Der Kölner hatte zu stoischem Hanseatentum gefunden ("Et kütt wie et kütt"), dem Frankfurter verklärten sich seine Leiden ("isch war bloß e bissi nebbe der Kapp"), der Bayer war stolz auf das geleistete ("mei Liaba; des hat fei sauber einizaacht"), was vom Österreicher trocken mit einem "Oida!" kommentiert wurde.

  5. Dauerbesucher

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    AW: [FI/NO] Wildnis, weicheigerecht: Øvre Anárjohka und drumherum

    #45
    Ein schöner Bericht bislang; vielen Dank dafür!

    Das Gebiet steht seit Nordkalotten 365 auch auf meiner Wunschliste, aber es scheint schon echt eine der sumpfigeren Ecken der Finnmark zu sein..

    Bärenkot sollte hinkommen:


    Bin gespannt wie es weitergeht - am Ende muss sich Karasjok ja dann angefühlt haben wie eine Metropole (und das Biepmu-Cafe wie ein Gourmettempel)

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    AW: [FI/NO] Wildnis, weicheigerecht: Øvre Anárjohka und drumherum

    #46
    Zitat Zitat von morit.z Beitrag anzeigen
    Ein schöner Bericht bislang; vielen Dank dafür!

    Das Gebiet steht seit Nordkalotten 365 auch auf meiner Wunschliste, aber es scheint schon echt eine der sumpfigeren Ecken der Finnmark zu sein..

    Bärenkot sollte hinkommen:


    Bin gespannt wie es weitergeht - am Ende muss sich Karasjok ja dann angefühlt haben wie eine Metropole (und das Biepmu-Cafe wie ein Gourmettempel)
    Auch Dir Dank für die Rückmeldung.

    Nordkalotten 365 - seufz - was für ein tolles Programm! Ich habe an Lars gedacht, als ich seine damalige Route nördlich vom Noarvváš gekreuzt habe.
    Am nervigsten auf der Tour waren weniger die Sümpfe, sondern die höhere Vegetation mit den Buckeln, wo man dann im Storchengang durch mußte. Teils bin ich lieber durch die Sümpfe (wenn die nur wenig Wasser hatten): die waren wenigstens eben. Insgesamt aber echt machbar. Sowas wie Tag 7 war ja zum Glück die Ausnahme.

    Und Karasjok war echt ne krasse Metropole... da gab es sogar Klos mit Wasserspülung!

    Bärenkot kannte ich nur von Fernsehbildern (Lars Monsen und Jens Kvernmo) - sah wirklich so aus.

  7. Erfahren
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    AW: [FI/NO] Wildnis, weicheigerecht: Øvre Anárjohka und drumherum

    #47
    TAG 8: Die Piste

    Wie gesagt war die Piste nur noch 2,4 km Luftlinie entfernt, und laut Karte sollte man dort gut hinkommen können: vom Seeende einen trockenen Korridor Richtung NW entlang zu einem Pfad, der einen dann zur Piste bringt. Voll easy.
    Na ja. Ich war noch nicht weit gegangen, als ich mich in solchem Gelände wiederfand:



    Schon nach 1,2 km Luftlinie mußte ich rasten, wenigstens mit Aussichten nach Westen.



    Es war mal wieder das komplette Programm. Hohes Buschwerk, Buckel, nachgebender Boden...

    Wie froh war ich, als ich den Pfad erreichte (der sich als eine Nebenpiste entpuppte, wie so ziemlich alles, was in der Gegend als Pfad verzeichnet ist)



    und der mich dann zur Piste hinführte.



    Jetzt knallten bei mir innerlich die Sektkorken - ich hatte es geschafft!
    Zwar waren es immer noch gut 60 zu absolvierende Kilometer nach Karasjok, aber wenigstens keine Buckel und Sümpfe und Buschwerk mehr, höchstens mal ne Furt.

    Wie angenehm es doch war, es einfach mal "laufen zu lassen" und nicht auf jeden einzelnen Schritt aufpassen zu müssen....

    Nach kurzer Zeit kam ich an der ersten Kiefer vorbei, und gleich an einer besonders schönen. Da mußte einfach gerastet werden.



    Hierbei kam mir Georges Brassens in den Sinn: "Auprès de mon arbre je vivais heureux..."
    Aus der Welt des französischen Chansons wurde ich durch ein unerwartetes Geräusch zurückgeholt: wüstes Hundegebell! Hatte die Jagd schon begonnen?

    Ich machte mich wieder auf den Weg und sah dann tatsächlich nach wenigen Minuten etwas abseits von der Piste zwei Kerls neben ihren ATVs stehen mit den Hunden. Die ersten Menschen seit 6 Tagen. Ich hob die Hand zum kurzen Gruß, und sie taten ein gleiches. Die Hunde konnten sich gar nicht mehr einkriegen. Zum Glück waren sie angeleint: sie erweckten nicht den Eindruck, daß sie "nur spielen" wollten.

    Das folgende Bild zeigt eine der Furten - ich glaube den Stuorra Sáđgejohka.



    Dahinter machte ich wieder ein Päuschen. Erneut kam ein ATVler daher. Wieder kurzer Handgruß. Kurz darauf kam er zurück. Erneuter Handgruß mit Grinsen. Hatte er sich bei der Verzweigung etwas oberhalb etwa verfahren? Kaum möglich, so gut wie die Pisten hier von der Straßenmeisterei Karasjok (oder wem auch immer) ausgeschildert sind - wobei wir bei der letzten Folge der "Kuriositäten am Wegesrand" wären. Hier gibt es einige abzweigende Pisten, meist nicht auf der Karte markiert, und diese Abzweige sind recht unorthodox "beschildert". Da gibt es eine blaue Schnur, oder mal 2 weiße Schleifen, oder 2 blaue Plastiktüten



    oder eine blaue und der Rest einer weißen.



    Mein persönlicher Favorit war allerdings eine Flasche:



    Im Sami-Routenplaner wird das so klingen: "Folge der Piste 30km nach Süden, und bieg dann bei der Flasche links ab."

    Kaum, daß ich wieder weiterging, brummte es erneut hinter mir. Da geht´s ja zu wie am Frankfurter Kreuz! Diesmal war´s ein Sami-Papa mit Sohnemann auf einem größerem Gefährt mit großem Anhänger.
    Na ja, wenigstens machen diese ATVs weniger Krach und Gestank als die Scooter im Winter, und man fährt offenbar auch ziviler.
    Ich dachte schon, es geht in diesem Stil weiter, aber das war dann die letzte Begegnung bis kurz vor Karasjok.

    Landschaftlich empfand ich diese Etappe als relativ reizlos, aber vielleicht lag das am trüberen Wetter, oder weil das Gehen entlang einer Piste nicht so "spannend" ist.



    Als Tagesziel hatte ich mir das Südufer vom See Njuovččotláttu ausgeguckt. Hierzu bog ich etwa 2km davor von der Hauptpiste ab auf eine Nebenpiste, die auf der Karte als Pfad markiert war. Auf der Höhe 394 wollte ich weglos nach Osten abbiegen, aber dort gab es dann die dezenten Reste einer Piste in die Richtung, in die ich wollte.



    Nur die letzten Meter zum Seeufer waren weglos (auf angenehme Art).



    Nachmittags kam dann noch die Sonne raus.



    Auf diesem Bild sieht man auch, daß der Wald in dieser Gegend etwas lädiert war: die Stämme vieler Bäume waren kahl und morsch, aber von den Wurzeln her kam neues Grün.
    Richtung Karasjok wurde der Zustand des Waldes wieder besser.

    Da hatte ich also wieder eine ordentliche Etappe zurückgelegt und würde nicht erst auf den allerletzten Drücker in Karasjok ankommen.
    Geändert von Fjellfex (19.09.2019 um 16:16 Uhr)

  8. Dauerbesucher
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    #48
    Wenn dort oben die Birken so aussehen, hatten sie meistens Besuch und die Besucher waren dann der Birkenspanner. Die Viecher fressen oft große Flächen kahl und die Birken können absterben.


  9. Erfahren
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    #49
    Solche Birkenfriedhöfe bekam ich dann auf der abschließenden Busfahrt nach Alta zu sehen, in der Gegend südlich von Skaidi.

    Ich habe gehört, daß ein Wald sich davon erholen kann ... wenn er nicht bald schon wieder heimgesucht wird.

  10. Dauerbesucher

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    #50
    Zitat Zitat von Inarijoen Peter Beitrag anzeigen
    ..und die Besucher waren dann der Birkenspanner
    OT: klugscheiß:Genauer gesagt diese Art. (und mittlerweile auch zwei bis drei andere Arten, die sich dort ausbreiten. B. betularia ist so weit nördlich eher die Ausnahme und tritt nicht in solchen Massen auf, wie die anderen Arten.)

  11. Erfahren
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    #51
    Das soll auch mit dem Klimawandel zu tun haben:

    wenn die Winter dort nicht mehr so grimmig kalt sind, dann überleben mehr der Schädlinge, und das hat negative Konsequenzen für den Wald.

    Und dann nicht nur für den Wald, sondern auch für andere Tiere, die sich von den Blättern ernähren, usw usw.

  12. Dauerbesucher
    Avatar von Inarijoen Peter
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    #52
    Zitat Zitat von morit.z Beitrag anzeigen
    Da hast Du absolut recht, da war ich ungenau.

    Die letzte große Birkenvernichtung in Lappland war in den 1960er Jahren - vielleicht die größte ökologische Katastrophe, die jemals in Lapplands Aufzeichnungen verzeichnet wurde! In der Region Utsjoki fraßen Bergbirkenlarven auf einer Fläche von etwa 1300 Quadratkilometern alle Birkenblätter. Weitverbreitete Birkenschäden sind auch in Ost-Utsjoki von 2006-2008 zu verzeichnen.

  13. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    #53
    Zitat Zitat von morit.z Beitrag anzeigen
    OT: Auch klugscheiß: zu deutsch "Birken-Moorwald-Herbstspanner". Das ist ja mal eine *beschreibende* Bezeichnung... Im Norddalen (davon gibt's ja mehrere, das oberhalb des Skjomdalen) sieht es auch schlimm aus, zum Teil auch im Sørdalen oberhalb von Katterat. Auf der schwedischen Seite ist mir das so nicht aufgefallen.

  14. Erfahren
    Avatar von Fjellfex
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    #54
    TAG 9: Fade Piste, schöne Nebenwege

    Von meinem Lagerplatz ging ich zurück zur Piste und auf dieser weiter nach Osten. Ab der Stelle, wo die Piste den Abfluss des Sees quert, war sie auf der Karte wieder markiert. Es ging rund 100 Hm den Njuvččot hinauf, von wo aus man einen schönen Blick zurück hatte.



    An der Stelle, wo die Piste nach links (Westen) drehte (den Hang wieder hinab), ging ich weiter weglos Richtung Nordost, weil ich noch einen Ausblick nach Norden haben wollte, um danach mit Kurs NW wieder auf die Hauptpiste zurückzukehren. Anscheinend war ich nicht der erste, der diesen Gedanken hatte, denn kurz darauf traf ich auf eine andere Spur, die genau diesen Kurs verfolgte.
    Hier die Aussicht Richtung Norden, mit dem langgezogenen Iškoras im Hintergrund.



    Später war ich dann wieder auf der "Hauptstraße", die tendenziell immer breiter wurde - man näherte sich so langsam wieder der Zivilisation. Das hier würde ich auch nicht mehr als "Wildnis" verkaufen wollen, obwohl der nächste Ort immer noch rund 40km entfernt war und ich für 3 erneute Tage niemanden traf.



    Es ging also wieder für 6km auf der Piste entlang, mit den folgenden Ereignissen:

    Auf diesem Teilstück gab es 2 Flussquerungen. Bei der ersten überschätzte ich die Stabilität eines Graspolsters, das in meinen Plänen eine "tragende" Rolle hatte, und holte mir einen nassen Schuh. Und da einmal keinmal ist, wiederholte ich das Kunststück bei der nächsten Querung nochmal. Bisher hatte ich die gesamte Tour in trockenen Stiefeln zurückgelegt, aber das war jetzt Geschichte. Vielleicht wären die Stiefel eh nass geworden, denn bald darauf begann es für 2 Stunden zu regnen, teils kräftig.

    Außerdem sah ich am Wegesrand mal wieder eine Feuerstelle.



    Das war das erste Mal seit 1 Woche, daß ich sowas sah. Kann man ruhig als Indiz für die geringe Frequentierung der Gegend nehmen. Falls sich übrigens jemand fragt, warum der Feuermacher denn keinen Steinring um die Stelle errichtet hatte: lose herumliegendes Gestein ist in der gesamten Gegend totale Mangelware.

    Und dann war an einer Stelle (vermutlich durch Starkregen) die Piste beschädigt: plötzlich gähnte ein 1 Meter tiefes und 5 Meter langes Loch an der Stelle, wo mal die Piste war. Diese Stelle war jedoch durch die Straßenmeisterei Karasjok vorbildlich gesichert und eine Umleitung ausgeschildert, auf die ortsübliche Weise:





    Nachdem ich die 6km absolviert hatte, wollte ich eigentlich auf einen Nebenweg abzweigen, nämlich an der Stelle, wo die Piste einen markanten Knick von Kurs NO auf Kurs NNO macht, südlich der Anhöhe Mirkkocahca. Hier war aber beim besten Willen kein Pfad oder gar eine Piste auszumachen.
    Daraus lernt man: es gibt hier Wege, die nicht verzeichnet sind, aber dafür auch inexistente markierte Wege.

    Gute 3km später sollte es aber die nächste Möglichkeit für eine Alternativroute geben, und diesen Weg fand ich dann auch. Der kreuzte kurz nach der Abzweigung einen offenen Rentierzaun



    und führte dann Richtung NO die Hänge des Buortnavárri hinauf.

    Das fühlte sich gleich viel schöner an, trotz des nicht so tollen Wetters.

    Auf der Höhe gab es ein wenig Ausblick, zum Beispiel nach Süden.



    Oder nach Nordost.



    Das mochte ich: ein Weg, der einerseits recht naturnah war, aber andererseits angenehmes Vorwärtskommen gestattete.

    Hier weitere Impressionen:







    Insbesondere beim letzten Bild sieht man, was für tolles Gelände ich ohne die Spur gehabt hätte.

    Knappe 4km nach dem Abzweig querte die Spur den Šuolggajohka-Fluss.



    Der Pegel war höher, als der Rand meiner Stiefel, aber die waren eh schon nass. Jenseits wollte ich ohnehin den erstbesten Zeltplatz ansteuern, und so ging ich halt geradewegs hindurch und hatte dann nicht mehr nasse sondern patschnasse Schuhe. Ein Zeltplatz war dann auch schnell gefunden, auf der nächsten Anhöhe.

    Geändert von Fjellfex (20.09.2019 um 14:18 Uhr)

  15. Erfahren
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    #55
    TAG 10: Bummeln auf schönen Nebenwegen

    Daß ich mich wieder der Zivilisation näherte war auch daran abzusehen, daß ich sogar an meinem tiefer gelegenem Zeltplatz wieder ein Netz hatte. Somit war ich dann auch in Sachen Wetterbericht bestens auf dem Laufenden und wußte, daß ein nächtliches Regengebiet am Vormittag abziehen sollte. Das bedeutete: kurze Etappe und später Aufbruch. Ich lag ja bestens in der Zeit - warum dann hetzen?

    Gegen 10:30 bin ich dann gemütlich los, schon unter den ersten Sonnenstrahlen.



    Wieder genoß ich das mühelose Vorankommen auf dem Nebenweg durch hübschen herbstlichen Wald. Gelegentliche Ausblicke gab es dann doch.



    Auch Blicke auf den Iškoras gab es; diesmal ganz ohne Wolken, so daß man auch den dortigen Sendemast sehen konnte sowie ein Gebäude, das aussah wie ein Observatorium.



    Wenn die Blicke in die Weite durch Bäume verstellt sind, dann rückt näherliegendes mehr in den Fokus.





    2,5 bzw. 4 km nach dem Aufbruch hätten laut Karte von Süden her Wege/ Pisten auf den meinigen stoßen sollen, aber hier gab es nicht mal ansatzweise was zu sehen.
    2 Rentierzäune wurden gekreuzt, und teils ging es dann auch einen Zaun entlang.



    2 Bäche wurden im weiteren Verlauf dann auch unfallfrei gekreuzt. Schließlich stieß ich auf den breiten Fahrweg, der auf den Iškoras hinaufführt. Die Fortsetzung "meines" Weges sah ich aber nicht. Karte rausholen. Aha, die Fortsetzung liegt ein wenig nördlicher, und die fand ich dann auch.



    Etwa 1 km hinter dieser Stelle kam dann eine ganz entzückende Passage: eine liebliche Auenlandschaft, eher an Mitteleuropa als an die Nordkalotte erinnernd. Da schaltete ich dann noch einen Gang zurück, um das gebührend genießen zu können.







    In der folgenden Senke sollte ein Bach fließen. Der wäre dann wichtig für mich, da ich hier wieder Wasser bunkern wollte, um mir ein Stück weiter einen von Wasser unabhängigen Zeltplatz suchen zu können.
    Das war dann leider nur ein ganz kleines Bächlein. Geschmacklich nicht ganz optimal, aber zumindest erschien das Wasser unbedenklich.
    Von dort ging es noch einen guten km weiter, auf die Anhöhe Gussavárri. Da die Wetteraussichten gut waren, wollte ich diesmal einen möglichst "freien" Zeltplatz haben; die Nächte begannen nämlich dann doch, richtig dunkel zu werden, und somit bestand die Chance auf Polarlichter. (In dieser Nacht gab es dann aber doch keine.)

    Die Zeugen meiner misslungenen Wat-Versuche vom Vortag brauchten ein wenig, um zu trocknen.



    Morgen um diese Zeit würde ich in Karasjok sein. Wie landfein bin ich eigentlich nach gut 10 Tagen ohne Dusche?



    Na ja ...

    Später am Abend gönnte ich mir noch das archaische Vergnügen eines Lagerfeuers.


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    #56
    TAG 11: Ein schöner Abschluss

    Die Wetteraussichten für den letzten Tourentag sollten sich bewahrheiten: nach etwas Regen in der zweiten Nachthälfte sollte es mit frischem Wind rasch besser werden.

    Und so konnte ich tatsächlich schon mit Sonnenschein starten.



    Der Gussajavri wurde rechts (östlich) liegen gelassen.



    Und dann kam ich beim Gussoaivi bei Punkt 360 zu einem dezenten Abzweig eines nicht auf der Karte markierten Weges Richtung Báhkilvárri.
    Auch das GPS bestätigte, daß ich an der richtigen Stelle war.

    Bei dieser Gelegenheit vielleicht noch ein kleiner Exkurs. In der Finnmark (und auch im nordöstlichen Finnland, in der Gegend rund um den Inarisee) ist es schon mehrmals vorgekommen, daß das GPS-Signal verrückt spielt. Die Störungen werden um so größer, je näher man der russischen Grenze ist. Da liegt die Vermutung nahe, daß Russland schon ein wenig "hybride Kriegsführung" übt.
    Deswegen sind sogar schon die Regierungen Norwegens und Finnlands in Moskau vorstellig geworden, wo man aber jegliche Verantwortung hierfür leugnet.
    Tja, vielleicht hat ja irgendein anderer Bösewicht auf der Kola-Halbinsel sein geheimes Hauptquartier, von dem aus er die Weltherrschaft an sich reißen will, und einzig James Bond kann das noch verhindern...
    Jedenfalls: wenn in dieser Gegend das GPS nicht funktioniert - es muß nicht am Gerät liegen.

    Aber zurück zur Tour.

    Bei Sichtung von Luftbildern hatte ich eine nicht auf der Karte verzeichnete Spur von besagtem Punkt in Richtung des genannten Berges entdeckt, von dem ich mir bei dem schönen Wetter eine ebensolche Aussicht versprach. Wäre halt ein kleiner Umweg und zum Schluß einige Kilometer mehr auf Asphalt.
    Mein Körper war von der langen Tour doch ein wenig angezählt,und ich mußte mir hier erst eine Genehmigung einholen...
    "Na Alter? Noch ein kleiner Umweg auf einen supidupi Aussichtsberg?"
    "Grummel grummel ... na ja .... aber nur noch der!"
    Die Spur war zwar schwach, aber nicht zu verfehlen. Erst ging es noch in eine feuchte Senke hinab.





    Der Körper motzte:
    "He, Moment mal: von sumpfiger Senke war keine Rede!"
    "Ist ja schon vorbei. Dafür gibt´s jetzt auch ein Extrapäuschen..."



    Ich hatte mir wirklich nicht zu viel von diesem Schlenker versprochen. Oberhalb der Baumgrenze gab es schon einen schönen Blick Richtung Iškoras. Der lag inzwischen nicht mehr im Norden oder Osten, sondern im Süden.



    Kurz darauf gab es einen netten Blick nach SW, zum Tal des Karasjohka, und ich sah sogar einen Hof mit landwirtschaftlicher Nutzfläche.



    Wenig später sah ich im NO das Ziel meiner Tour: Karasjok. Nur noch gute 10km entfernt.



    Das letzte Stück hinauf verlief sich die Spur dann doch, aber hier war wegloses Gehen problemlos.

    Droben gab es dann Aussicht nach Norden. Und auch ein Gipfelbuch. Der Báhkilvárri ist nämlich eine "perletur" des Finnmark friluftsråds.



    Das hat sich ja sowas von gelohnt! Im NW die Weite der Finnmarksvidda.



    Ganz besonders hatten es mir aber die Berge um Lakselv angetan. Beim Abstieg Richtung Norden nahm ich wieder extra Tempo raus, um das aufsaugen zu können.



    Dann war ich letztlich doch im Tal auf der Straße, und der countdown nach Karasjok begann.



    Ich hatte schon den sportlichen Ehrgeiz, auch das noch zu Fuß zu machen und auf Anhalter zu verzichten. Höchstens, wenn ein Auto von sich aus halten würde, wäre ich eingestiegen. Die ganz wenigen Autos, die auf dieser Straße unterwegs waren, machten aber nicht die mindesten Anstalten, meinen Ehrgeiz einbremsen zu wollen. Das war aber ok so.
    So hatte ich Muße, die immer wieder sich bietenden schönen Blicke auf den Karasjohka zu genießen.





    Das sah wieder so lieblich aus. Im Winter kann es in dieser Gegend aber auch mal knackige -40° haben.
    Die Kilometer vergingen.



    Etwa 4 km vor Karasjok machte ich doch noch eine Pause, direkt am Ufer.



    Und dann war ich da .... Halleluja!



    Blick von der Brücke:



    Mein Bus Richtung Alta würde erst am nächsten Tag gehen, und so gönnte ich mir den Luxus, auf dem nahe gelegenen Campingplatz mir eine kleine Hütte zu mieten.
    Frisch geduscht genoss ich dort vom Sofa aus den Blick auf den Fluss bei Cola und Crackern.



    Ich legte mich dann doch bald, weil ich etwas erschöpft war, aber nicht ohne meinen Wecker auf 23:30 zu stellen. Vielleicht klappt´s doch noch mit Polarlichtern? Es gab dann tatsächlich ein wenig zu sehen.





    Ich hatte zwar schon spektakulärere Polarlichter gesehen, aber das war dennoch ein hübsches Sahnehäubchen auf einen tollen Tag.

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    #57
    Zitat Zitat von Fjellfex Beitrag anzeigen
    Bei dieser Gelegenheit vielleicht noch ein kleiner Exkurs. In der Finnmark (und auch im nordöstlichen Finnland, in der Gegend rund um den Inarisee) ist es schon mehrmals vorgekommen, daß das GPS-Signal verrückt spielt. Die Störungen werden um so größer, je näher man der russischen Grenze ist. Da liegt die Vermutung nahe, dass Russland schon ein wenig "hybride Kriegsführung" übt.
    Deswegen sind sogar schon die Regierungen Norwegens und Finnlands in Moskau vorstellig geworden, wo man aber jegliche Verantwortung hierfür leugnet.
    Tja, vielleicht hat ja irgendein anderer Bösewicht auf der Kola-Halbinsel sein geheimes Hauptquartier, von dem aus er die Weltherrschaft an sich reißen will, und einzig James Bond kann das noch verhindern...
    Jedenfalls: wenn in dieser Gegend das GPS nicht funktioniert - es muss nicht am Gerät liegen.
    Da bin ich jetzt schon etwas erstaunt. Das müsste den relativ neu sein, denn im Winter war ich nah an der russischen Grenze und hatte keine Probleme. Noch näher an der Grenze war ich beim fischen auf dem Onkamojärvi, wo die Grenze im Osten durch den See verläuft und da musste ich mich auf das Gerät verlassen können.

  18. Erfahren
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    #58
    Darüber habe ich auf nrk.no gelegentlich gelesen.

    Über die Berufsfischer auf dem Inari z.B. hier:

    https://www.nrk.no/urix/finske-fiske...ing-1.14537425

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    #59
    Da hast du recht, es gibt auch in finnischen Zeitungen diverse Berichte bezüglich GPS Störungen.
    Wie gesag, hatte ich persönlich nie derartige Probleme, nehme mal an, daß wird ja auch kein dauernder Zustand sein.
    Habe auf jeden Fall auch im dichten Nebel im Kaldoaivi die Hütte dank GPS gefunden.

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    #60
    Zitat Zitat von Inarijoen Peter Beitrag anzeigen
    nehme mal an, daß wird ja auch kein dauernder Zustand sein.
    .
    Richtig. In dem Artikel steht ja, daß diese Störungen nur sporadisch auftreten. Dabei "hüpft" das Signal dann herum, oder es verschwindet ganz.

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