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  1. Dauerbesucher
    Avatar von Pfiffie
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #21
    Mitreisende: Pfiffie
    @Vintervik: Vorgemerkt!

    Danke Bourne

    Datumsfehler im letzten Beitrag vom 31.07. af 01.07. korrigiert

    Ein Ergänzung zur Packliste (schäm): da war noch die Softsheellweste!



    02.07. 3 Etappe 13,4km Fuße des Nijak bis etwa mitte Ruohtesvagge (Gabelberget)







    Es war früh morgens um 6 oder 5 4?, ich musste wohl schon vor 20 Uhr am schlafen gewesen sein, aber irgendwie hatte ich eh kein Zeitgefühl mehr. Es war stets und ständig hell und froh Novembers Tipp gefolgt zu sein eine Dunkelbrille oder was das war zu haben. Ein Taucherblillenähnliches gummiband mit Fleecedeckel. Mittlerweile hatte es aufgehört zu regnen und es war feucht kalt. Ich kuschelte mich noch eine weile in den Schlafsack, es war mir überhaupt nicht danach jetzt raus zu gehen und auch noch die nassen Sachen an zu ziehen. Irgendwann schaute ich mal vorsichtig durch die Zeltlüftung und was ich da sah war unglaublich. Der Nebel begann sich zu lichten und verschluckte die Berge immer noch etwa zur hälfte. Ich erkannte eine Schneefalllinie wenige Höhenmeter über meiner Lage und realisierte das es die Nacht geschneit haben muss und die harten Tropfen auf meinem Zelt wahrscheinlich vom Schneeregen kam. Ich stand auf und schnapte den Foto, draußen war es geradezu Mytisch und es begann langsam ein Spiel zwischen Sonne und Nebel.





    Hier machte ich das Eingangsfoto aus dem ersten Beitrag. Es ist der Nijak der auf der linken Seite am Anfang des Tales stand das ich durchqueren wollte. Ich erkannte wo ich am Vortag gelandet war und langsam entfaltete sich diese wunderschöne Landschaft. Ok Fotos machen umkehren, alles im Kasten. Aleine dafür hatte sich das alles schon gelohnt. Ich schöpfte Kraft und hollte die ganzen nassen Sachen aus dem Zelt, spannte erstmal sowas wie ein Wäschetrockner und hing alles auf.







    Durch den Wind und später die Sonne war zum Start der Etappe bis auf die Schuhe fast alles trocken oder zumindest so trocken das man es einpacken konnte. Es gab Frühstück und zählte nun ca. 1kg was ich nicht mehr tragen muss, prima der Rucksack wird leichter, nur merken tut man es nicht.
    Der Weg sah noch recht einfach aus und ich erkannte viel Wiese. Es ging am Fluß entlang in das Ruohtesvagge langsam hinauf.



    Auf der linken Seite konnte ich aus der Ferne 2 Wanderer sehen welche gerade auf das Ende einer Insel zu liefen und dachte mir da kommen die doch nicht lang. Was daraus geworden ist kann ich nicht sagen, das war der einzige Moment wo ich bis aus dem Sarek heraus noch Menschen gesehen habe. Das war auch irgendwie ein Problem, denn schon auch im Zelt hörte ich stimmen und auch draußen immer wieder die nächsten Tage. Ich drehte mich immer wieder um oder blickte zur Seite, da war aber niemand. Das war sehr komisch. Zu Hause lebe ich alleine und hab sowas nicht, ich hab kein Problem mal alleine zu sein. Aber offenbar hatte das hier eine Wirkung auf mich.



    Die Sonne kam immer mehr raus und es wurde sogar recht warm. Das Gras war noch braun und die Schneefelder wurden immer größer.







    Oft musste ich diese Queren und ließ vorsicht walten. Trotzdem gab es immer wieder Stellen durch mein Gewicht wo ich tiefer einbrach. Besonders an den Rändern. Es war sehr anstrengend, denn es wurde warm, es hatte drauf geregnet was die Felder zunehmend weicher machte.





    Auf den Feldern konnte ich roten Schnee erkennen, aber keine Fellfetzen. Meine Vermutung war das es von den Rentieren ist die wohl dort ihre Lämmer bekommen haben. Oft sah ich auch so Kulen mit Rentiermurmeln was die Vermutung noch unterstrich.





    Samenhäuschen am Fusse des Berges Ruohtes, das Restaurante war leider noch geschlossen.




    Vor mir öffnete sich langsam die volle Weite des Tals, die Sonne gab alles was sie hatte und der Restschnee reflektierte aus allen Richtungen.









    Verkehrte Welt, hatte es doch erst die ganze Zeit geregnet, hatte den Schlamm bis zum Arsch und musste frieren, so stand ich jetzt im Scheinwerferlicht. Das machte wirklich mut und gab mir unheimlich viel Sicherheit. Das gehen fiel mir recht leicht, gerade weil es überhaupt nicht verblockt war. Ab und zu umging ich Schneefelder und lief im Schlamm darunter, was aber für mich ok war.


    Der Anblick war einfach nicht zu glauben und zur rechten Zeit. Ich glaube eines der schönsten Plätze im Fjäll, schöner ging eigentlich garnich und dann noch so viel Schnee. Die Gipfel sahen alle noch tief winterlich aus, hier war gerade mal Frühlingsanfang.



    Für einige Stunden fiel einiges an Druck von mir ab und ich genoß den Tag. Später kam ich an den Ruohtes und dessen See. Gedanklich war ich hier im Tal gefangen und überlegte nun was ich mache. Maik es ist schönes Wetter, wie es morgen ist weißt du nicht, nur das es immer mal wieder regnen könnte.

    „Nutze den Tag“ beschloß ich und baute an der nächsten Stelle mein Zelt auf.


    Da stand es nun wie ein Porsche vor dem Hilton am Fuße des Gabelberget auf einer kleinen Anhöhe. Genießen war angesagt, Kaffe saufen, Pudding essen und was sonst noch so essbares da war.



    Ich trocknete noch das übrige an Sachen und legte den Schlafsack nun auch in die Sonne und mich selbst. Das war herrlich, ein Seelenwärmer in klein aus der Tasse und in groß durch die Natur.







    Wenn man ein Bild von mir gemalt hätte, würde ich wohl Sabbernd, mit Kinnlade nach unten auf einem Stein in der Sonne sitzend gezeichnet werden.

    Heute war durchatmen angesagt, „Ich habe Zeit“. Der Platz war zu schön um nur daran vorbei zu laufen. Ein paar Kilometer wären sicher noch drinnen gewesen, aber die ersten beiden Tage, vorallem der 2. waren doch recht hart für mich! Und? Ich musste niemanden danach fragen.
    Die Welt ist heute viel zu hastig bzw. schnelllebig, darüber muss ich gerade ernsthaft nachdenken wenn ich diesen Tag hier beschreibe. Was haben wir davon diese besonderen Momente durchzurauschen wie suchties? Ja sicher ein Frage der Einstellung oder eines Sportgedankens. Zeit ist auch kostbar, aber warum denken wir als Kinder das die Zeit lang ist, warum empfinden wir im Alter das die Zeit so schnell an uns vorbei geht? Weil wir als Kinder genossen haben....zumindest meine Ansicht







    Ich schiebe mal den Videolink hier rein, er geht sonst leider etwas unter

    https://www.youtube.com/watch?v=Zgqj...ature=youtu.be
    Geändert von Pfiffie (02.08.2019 um 09:51 Uhr)
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

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    Avatar von geige284
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #22
    Wunderschöne Landschaft, die du toll eingefangen hast!
    Die schneebedeckten Berge, die Wolken, gelbes Fjäll, die Nebelstimmung...
    Wunderbar!
    Bin gespannt, wie es weiter geht.

    Hat sich das mit der gefühlten Einsamkeit im Zelt noch gelegt oder gebessert? Ich kenn das auch, wenn man allein unterwegs ist. Tagsüber, wenn man noch "was zutun" hat, ist alles schick, aber am abend, wenn es ruhiger wird, wäre es schon mal schön, leute um sich zu haben. Auf der anderen Seite ist es auch gut, mit sich auszukommen, oder?
    Ich hatte das bisher nicht so "ausgesetzt" wie du, aber das möchte ich definitiv auch demnächst mal in Angriff nehmen

  3. Dauerbesucher
    Avatar von Pfiffie
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #23
    Danke Geige284

    Ich meine das war nach ein paar Tagen weg, aber da haben mich dann auch ständig diese kleinen Vögel angeschrien

    Ich hab mich eigentlich nicht Einsam gefühlt, aber unbewusst war da was komisch, eventuell die innere Aufregung. Insgesamt habe ich im Sarek immer schlecht geschlafen..... Aber da komme ich im Fazit sicher nochmal drauf zurück!

    Ich hab da noch was, mit schlechter Musik, wirklich schlechter Musik. An schöner Moment an dem Tag, nur Filmen kann ich auch nicht



    https://www.youtube.com/watch?v=Zgqj...ature=youtu.be
    Geändert von Pfiffie (02.08.2019 um 09:47 Uhr)
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

  4. Fuchs

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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #24
    unglaublich!!!

    Ich glaube die Stimmen, die du gehört hast, waren die verzweifelten inneren Schweinehunde dieser Welt, die wussten, wenn sie dich nicht stoppen können, werden sie mit ihren üblichen Argumente: das geht nicht, weil ... nicht mehr viel erreichen.

    Da gibt es einen, der es geschafft hat, trotz vieler realer Hindernisse, allein, autark, weglos!!!!

  5. Anfänger im Forum

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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #25
    Tolle Landschaft, tolle Fotos, danke für's Teilen!
    Die Rotfärbung des Schnees kommt meines Wissens von Schneealgen. Dass die Rentierköttel in kleinen Kuhlen liegen, kommt wohl daher, dass sie sich wegen ihrer dunklen Farbe in der Sonne gut aufheizen und so der Schnee um sie herum schneller schmilzt als der Rest, wa dann zu den kleinen Kuhlen führt.

  6. Erfahren

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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #26
    Danke für den Bericht und die feinen Bilder. Interessant, wie es sich von Jahr zu Jahr unterscheidet, ich bin letztes Jahr genau zu der selben Zeit dort gegangen ( Ruohtesvagge - Rapadalen) und da war praktisch nix mit Schnee, ein oder zwei schneefelder oben im Snavvavagge höchstens.

    Taffi

  7. Dauerbesucher
    Avatar von Pfiffie
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #27
    Am Ende des Beitrag *21 habe ich das Rentiervideo noch eingefügt, ich glaube das geht in dem späteren Beitrag leider etwas unter. Die Aufnahme ist etwas unscharf und die frei verfügbare Musik sehr lustig. Ist aber eine besondere Aufnahme von mehreren kleinen Rentierlämchen!

    @Bergahorn: Danke! Da ist was dran
    @Alle: Danke, es freut mich riesig das es Euch gefällt
    @Tiffinaff: Ja das ist schon komisch und gleichzeitig unglaublich wie unterschiedlich die Begebenheiten von jahr zu jahr sein können. 2017 hätte man dort wahrscheinlich anfang Juli garnich laufen können.

    03.07. 04. Etappe Ruohtes-Mikkastugan-Guohperjahka 17,4km



    Am Morgen bin ich wieder sehr früh wach, die Sonne scheint ist aber noch für ein paar Minuten hinter dem Bergkam. Mittlerweile hat sich bei mir eine Zeltroutine eingeschlichen, welche ich mit Sachenpacksack, Servicebeutel, allg. Fressbeutel, Frühstücksbeutel und meinem Rucksackdeckel frühs und abends fast immer gleich ab halte. Zuletzt kommt das Essenspaket für den Tag in die Seitentasche des Rucksacks.



    Abends sieht das in etwa folgender maßen aus: Zelt aufbauen, Wasser holen und zwar so viel das es bis zum Aufbruch am morgen reicht, Bettzeug fertig machen, aus den Schuhen raus und ggf. Sachen trocknen, Füße mit Hirschtalksalbe versorgen und ggf. das Klebezeugs entfernen, Sachengarnitur einmal komplett wechseln die vorallem trocken ist. Danach gibts erst Essen.
    Morgens natürlich immer Kaffe oder heißen Tee. Gerade im Sarek war es meist kalt am morgen. Meistens lasse ich mir viel Zeit mit dem Frühstücken danach wird langsam alles zusammen gepackt. Die Füße wo das Hirschtalk über Nacht eingezogen ist werden jetzt an den entsprechenden Stellen aus einer Kombi von Tape und Blasenpflaster versorgt, sofern die Stelle Blasen hat. Meine rechte Ferse und mein linker Fußballen bekommen extra Tape da sie von anfangan weh tun was dadurch fast nicht mehr der Fall ist.

    Nächste versorgungen ohne Leuko, nur das blaue und Blasenpflaster dann


    Später habe ich 2 Blutblasen und ein Zähnnagel verloren und konnte aber mit dem Versorgungsprinziep beschwerdefrei laufen. Nur mal so am Rande falls das jemanden Interessiert. Gerade die Kombi über das Blasenpflaster noch ein Dünnes Tape zu machen fand ich gut, da nun auch nix mehr verrutschte. Offene Blasen habe ich abends nicht mit Hirschtalk eingerieben sondern mit Iodsalbe versorgt, da ich als Diabetiker keine Entzündungen am Fuß bekommen sollte, da sie meist sehr Böse enden können.

    Der Tag sieht herrlich aus, genauso wie der Abend nur das die Sonne jetzt auf der anderen Seite war. Das war gut, Kaiserwetter wie letztes Jahr. Ich Knipse die gleichen Berge da sie jetzt anders angestrahlt werden und ich habe richtig Lust darauf zu schauen wie es weiter geht und was da hinter um die Kurve alles so ist. Laut Karte das Centrum des Nationalparks in dem sich 4 Täler treffen, von wo aus man in jede Himmelsrichtung weiter durch den Nationalpark laufen könnte. Hier muss man sich entscheiden was man für ein Abendteuer sucht. Wieder ein besonderer Tag.

    Ich packe zusammen, bleibe noch einen Moment stehen. Einfach schön, gerne würde ich noch bleiben, mich zieht es aber trotzdem weiter. Ihr kennt das Spiel Gutes/Böses Männchen übern Kopf? „Bleib hier“ „Geh weiter“, geh weiter hatte gewonnen.
    Durch die Sonne ist es jetzt recht warm geworden, so das es reicht nur mit dem Shirt zu laufen. Natürlich unten rum auch alles an!



    Ich brauche die Sonnebrille da immer wieder größere Schneefelder zu queren sind und man fast Schneebild wird. Die Felder werden weich und es wird von minute zu minute immer schwerer darüber zu laufen. Ich sinke immer wieder bis über die Knöchel ein, besonders an den Rändern dann noch tiefer. Mit den Stöckern habe ich jetzt schon sehr viel Routine auf den Feldern, trotzdem bin ich sehr vorsichtig. Ich umlaufe Senken und Risse auf den Schneefeldern, schaue wie weit die Stöcker rein gehen an den Rändern, mache einen großen Schritt oder breche kontrolliert ein. Geht der Stock mehr als 30cm rein muss ich damit rechnen ein zu brechen. Auch die Ohren sind gespitzt, Schneefelder wo ich unten drunter schon den Bach höre umlaufe ich komplett. Ich komme mir wie auf einer Wintertour vor, zwar kommen auch immer wieder schneefreie Stücken, aber so mit jetzt knapp 30kg auf den Rücken durch weichen Schnee zu laufen war das nicht geplant und das kostete Kraft.









    Ich wog mit dem Rucksack etwas mehr als 170kg. Was mit den Füßen passierte und was ich dachte in Bezug auf dieses Gewicht und Hohlräumen unter dem Schnee brauche ich glaube nicht zu erwähnen. Ich war gut daran mehr als vorsichtig zu sein, wo vll jeder andere einfach nur drüber läuft. Daher war ich auch bei diesem Wetter abermals hoch angespannt und konzentriert, was ich aber so garnich merkte, das spielte sich wie die anderen Tage alles unterbewust ab. Das sollte ich erst am Ende merken in Staluokta.



    Das erste Moorhuhn


    Zur Mikkastugan läuft man nach der Wasserscheide eher runter als hoch und so nahm die Anzahl und Größe der Schneefelder langsam ab. Ich lief durch alles mögliche, Gletscherschlamm, Sumpf, Schnee in weiß, Schnee in braun, Wiese, kleine Moränen und was sonst noch vor die Füße kam. Es machte irgendwie spaß so frei zu laufen und ich merkte das dieses Weglos laufen sehr schön ist. Klar gab es an manchen stellen immer mal wieder einen Pfad, aber durch die Begebenheiten war der schnell wieder weg. Man hat viel mehr auf einer weglosen Strecke von der Natur als auf einem Weg. Permanent muss man hoch schauen und sich Bezugspunkte suchen. Stures runter schauen auf den Weg und laufen ist hier nicht und somit nimmt man seine Umgebung noch viel mehr wahr.





    Ich kam langsam um die Kurve und konnte ungefähr die Lage der Mikkastugan ausmachen. Jetzt eröffnete sich der Blick auf die anderen Sarekmassive, herrlich. Einzig das Boarekmassiv habe ich bis dato nicht gesehen. Hier ist es verdeckt. Normal wollte ich über die Sommerbrücke und am nächsten Tag zum Gletscher aufsteigen, aber aufgrund der allg. Schneelage habe ich das Vorhaben gleich begraben, da ab 1000/1100m hier eine geschlossene Schneedecke zu erwaten war und die Gletscherzunge erst ab ca. 1400hm anfängt, vll sogar noch höher.





    Blick Richtung Mikkastugan


    An der Mikkastugan angekommen, natürlich nicht ohne auf der anderen Seite die Rentiere zu filmen drückte ich die Daumen das die Hütte leer ist, was sie auch war. Daneben stand eine Nagelneue verschlossene Hütte die noch nicht gestrichen war.



    Wie die Rentierstuga am Ruohtes, ist alles mit dicken Kabeln abgesichert und ich wusste das das hier nicht ohne Grund passiert. Was ein Glück hier bei Sonnenschein und einem lauen lüftchen durch zu watscheln. Es gab wieder das ganze programm in der Hütte. Kaffe, Pudding, Brausetablette etc.. Die Hütte war dreckig und geräumig.





    Hier waren viele Sprüche an den Wänden natürlich auch deutsche unter der Gürtellinie. Andere Antworteten auf Einträge von anderen unter anderem mit „Arschl...“, naja wers braucht. Hier wollte ich mich ins Buch einschreiben, das war aber voll. Ein Zettel fand ich auch nicht und überhaupt sah das nicht so aus als wenn hier mal jemand gucken würde wenn ich gesucht werde. So beließ ich es dabei und dachte mir „Wird schon nix passieren und wenn se dich suchen biste schon längst hobs“. Ich habe nirgendwo bescheid gesagt was wann wo. Ich hatte eine Woche Pufferzeit insgesamt. Nächste mal gibts den Sender. Meiner family hab ich nur gesagt, „ich hab kein Empfang wenn ich mich an dem Tag nicht melde braucht ihr niemanden mehr schicken, da ists eh zu spät“. Ursprünglich hätten sie einen Umschlag bekommen wo alles drinne ist.
    Wo war eigentlich der Kühlschrank mit der Cola und dem Restmittag von Oma? Kein Service hier.
    Ich ließ den Rucksack in der Hütte und erkundete die Gegend, ging zur Brücke und schaute in die Richtung in der der Rahpajahka fließt und in das Tal nach Westen wo ich später abbiege. So eine Größe so komprimiert, wie auf der Karte. Häschtag 2020? Eine Vorstellung gibts schon....aber psst.







    Die Pause war lang, war ja eh immer hell und ich wusste eh nicht wie spät es ist. Und da war auch niemand.... Ich wollte noch ein wenig weiter laufen. Nach meiner Einschätzung sollten es etwa 4-5km bis zum Eingang des Alggavagge sein und dort wollte ich mein Camp aufschlagen.



    So stieg ich durch die Tür am Rentierzaun und lief weiter. Das Gelände war mit einem Schlag anders. Weidenbüsche, Steine, Sumpf und jede Menge Vegetation. Ich war mir nicht sicher wie ich jetzt laufen sollte. Laut Karte musste ich ein Stück absteigen, das sah aber nicht so aus und bischen abgestiegen bin ich ja. Ich blieb oben, ich lauf doch nicht da runter um am Ende alles wieder hoch zu laufen. So stolperte ich durch dieses terassenähnliche Gelände und war ziemlich bald sehr genervt. Wer hat denn den Brocken da her gelegt, wieso hört hier der Pfad auf komische Tiere, kann man die Steine nicht wo anders hinlegen, muss die Pfütze so tief sein, du blööder Hund pass auf hier hilft dir kein Schwein raus wenn was passiert, als ich wieder über irgendwas stolpere. Ich schimpfte mit mir selbst und wurschtelte mich da irgendwie durch.











    Irgendwann am Ende des Tunnels und ca.3h später kam ich da wieder raus. Ich drehte mich um und es war wenn nicht schon vorher klar „egal wie, hier gehtste nicht zurück“ und „hmm weiter unten siehts wirklich besser aus, naja wayne“. Ich stand vor den beiden Tälern welche mich recht durchgezuckert anlächelten und mein Blick schwenkte etwas weiter runter. Hier muss man irgendwo ein Zelt aufstellen können, dabei war ich wählerisch. Schön grade, mit Wasser und wenns geht auch noch weich. Fand ich auf anhieb! Aber was mich so richtig nervt, ich muss meine Sche... vergraben und die Rentiere machen das direkt auf die Wiese...unfair.





    Der Platz war wie alles grad nun genauso schön wie der letzte. 17,4km, 7,4 mehr als geplant. Läuft! Zufrieden und stolz versuchte ich den Stimmen zu zu hören und spulte meine Campplatzroutine ab. Es gab Ahoibrause aus meinem Festivalbecher und summte irgendwelche lieder, läuft. Die Blicke blieben immer wieder im Alggavagge hängen. Das sah nicht so pralle aus, das sah nach viel Schnee aus. Hoffentlich kommste auch über den Fluß, laut einschlägigen informationen hier im Forum (Danke Vobo) war die Furt ggf. eine Unsicherheit, auf der anderen Seite waren bis jetzt alle Wasserstände niedrig, also warum auch nicht dort! Zufrieden heute ein wirklich anspruchsvolles letztes Stück gemeistert zu haben ging ich dann schalfen nachdem ich mein Überraschungsturmat gegessen hatte. Überraschung? Ja ich wollte etwas Abwechslung rein bringen und habe 3 verschiedene Sorten Turmat gekauft und knickte es so das man nicht erkennen konnte was es ist. So war es immer eine kleine Überraschung was es zum Abendessen gab und war natürlich auch enttäuscht wenn es 2 Tage hintereinander Bolognese gab. Aber das ist immer ganz nah zusammen, ohne Enttäuschung keine Freude ohne Aufstieg kein Abstieg ohne Pech kein Glück....ist halt so.



    Mein Körper war in einem guten Zustand. Hunger hatte ich meist wenig und das Essen war ausreichend. Muskelkater hielt sich in grenzen und ich hatte keine Knieschmerzen. Morgens war ich Fit.
    Die Mikkastugan und das anschließende Camp stellte für mich den „Point of no return“ dar. Zum einen weil sie in etwa in der Mitte der Strecke lagen und auf bestimmte abschnitte kein wirklichen bedarf mehr hatte.

    Und noch ein kleines Video von dort:

    https://www.youtube.com/watch?v=lUfT...ature=youtu.be

    Ich wünsche Euch ein tolles Wochenende

    Grüße Maik
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

  8. Gerne im Forum
    Avatar von NF
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #28
    Was für tolle Fotos!!


    Verglichen mit letztem Jahr ist es aber wirklich sehr viel Schnee.

  9. Erfahren
    Avatar von Blahake
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #29
    Mensch Maik!!!
    Hast Du Dich nicht kürzlich noch mühsam von Hütte zu Hütte gekämpft!? Und jetzt balancierst Du einen 30kg-Rucksack flugs querfeldein über weiche Schneefelder!? Hammer!!! Echt Respekt!!!
    Und wieder eine Wonne, Deinen Bericht zu lesen, mit Deinem unvergleichlich ehrlich-menschlichen Stil! Für mich kommt er zur Unzeit, ich habe ihn erst jetzt entdeckt, weil ich mit den Vorbereitungen für meine eigene Reise zu beschäftigt war. In ein paar Tagen geht es los, dann kann ich erst im September Deinen Bericht weiterlesen!
    Freue mich jetzt schon drauf!
    Und wie die jungen Rentiere da auf den Schneefeldern rumtoben, das ist ja der Knüller, das musste ich mir mehrmals ansehen! Die wären fast ein Grund, meine Touren auch mal wieder früher im Jahr zu starten.
    Lieben Dank, dass Du uns wieder an Deiner Tour teilhaben lässt!!
    Gruß, Anne

  10. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #30
    Hei Maik!
    Es ist eine Freude, Deine Reise zu verfolgen! Das ist nicht nur ein Tourbericht, sondern die Entwicklung einer wahren Geschichte. Ich drücke Dir die Daumen, dass neue Träume weitere Kapitel hervorbringen werden. Schön!

    Das Wetter war doch echt ok. Und dass es eine neue Mikkastugan gibt freut mich, ob sie die mit dem Brückenaufbau geliefert haben?

    Bin gespannt, wo Du in zwei Wochen mit Deiner Geschichte bist. Muss jetzt wieder ins Fjäll, sonst stalkt mich die Anne noch
    LG,
    Volker.

  11. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #31
    Gefällt mir gut, wie du die Herausforderungen in diesem Jahr gemeistert hast, zumal ich mich in 4 Wochen ganz in der Nähe befinden werde. Ich bin gespannt, wie es weiter geht.
    Ausgetretene Pfade sind die sichersten, aber es herrscht viel Verkehr. Ergo: Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

  12. Dauerbesucher
    Avatar von Pfiffie
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #32
    Vielen Dank für die Blumen. Es ist für mich selbst auch wirklich interessant diese besonderen Tage jetzt auch noch mal von außen zu erleben, aber das spar ich mir jetzt mal für das Fazit auf.


    04.07. Etappe 5 Eingang Alggavagge bis Rodled Alggajavrre 20km



    Früh morgens ist die Welt in Ordnung. Kaffe, Müsli, tolle Landschaft und ein warmer Schlafsack. Das Wetter ist wie an einem Novembermorgen, es hat etwas zugezogen und es ist draußen noch kalt. Eine Einschätzung wie spät es ist kann man sich getrost sparen, es könnte auch Nachmittag um 3 sein. Es ist immer hell und wenn die Wolken vor der Sonne sind lebt man absolut Zeitlos. Langsam packte ich alles zusammen und kramte mein verdrängten Gedanken von der letzten Anhöhe wieder hervor. Da war viel Schnee zu sehen, hoffentlich geht das gut. Hier machte ich mir wirklich sorgen da selbst die Schneefelder sehr anstrengend waren.

    Blick Richtung Mikkastugan


    Abmarschbreit blickte ich das Tal nach oben, es ist das Guohpervagge. Nach Grundsten gibt es hier eine Tour 11 wo man später auch an der Alkavare Kapell heraus kommt. Allerdings sieht das Tal noch schlimmer aus vom Schnee her und liegt später auch wesentlich höher. Ich laufe los und muss noch ein Stück den Fluß nach oben folgen, denn nach der Beschreibung nach im Wanderführer sollte ich ihn erst queren wenn der Fluß aus dem Alggavagge hineingemündet ist. An der Furtstelle angekommen war ich ziemlich froh das es ziemlich harmlos aussah. Ich konnte ohne Schuhwechsel die Seiten wechseln auch wenn ich dabei wohl die vierfache Breite des Flusses zum Furten zurücklegte darin. Kennt ihr das Spiel wo man sich auf dem Schachbrett diesen beleuchteten Weg merken muss und dann wenn das Licht aus ist nachlaufen muss ohne Fehler? So ungefähr sah das aus. Ich schaute zurück ins Talkreuz, fast schon etwas wehleidig, denn hier war auch der Punkt erreicht wo es wieder aus dem Nationalpark heraus gehen sollte.





    Vor mir war noch ein kleiner Hügel mit ein paar steilen Stufen und später kam der Rentierzaun dessen Tür ich gleich benutzte.
    Meine Befürchtungen bewahrheiteten sich.



    Ich blickte jetzt bergauf in das Tal hinein, in der Mitte grau schwarz von Sedimentschlamm und die Ränder fast eine komplett geschlossene Schneedecke. Ich blieb stehen, verdammt, das musste ich mir erstmal gründlich durch den Kopf gehen lassen.



    Der Blick zurück




    Du kannst nicht das ganze Tal an der Seite über Schneefelder laufen. Die anderen Täler sind keine Option und umkehren? Jetzt wo ich so weit gekommen war. Meine Gedanken überschlugen sich und es war nicht so einfach grad wieder bissel runter zu kommen. Ich setzte den Rucksack ab und holte die Trinkflasche hervor. Jetzt erstmal gut überlegen. Die schaust auf den Nordhang und du siehst fast komplette Steigung, dahinter geht es spätestens nach 6-7km bergab, da dürfte kein Schnee liegen und das andere Stück Tal ist in der wärmsten Zeit der Sonne zugeneigt....so meine Theorie. Das Flußdelta war mind. 500m breit und sah begehbar aus. Ok, wenn du jetzt 4km für umsonst läufst ist eigentlich nix passiert. So beschlloß ich in dem Flußdelta neben den Schneefeldern zu laufen so weit es eben geht. Ich suchte mir ein Orientierungspunkt an dem es wohl irgendwie um die Ecke geht. Da wollte ich erstmal hin und dann weiter sehen. So lief ich los. Mal wars schlammig weich, dann wieder steinig und etwas mehr verblockt. Ab und zu lief ich auf Eisrändern oder querte die kleinen Flußarme.





    Manchmal den selben mehrmals. Dabei versuchte ich mich immer rechts zu halten, das ich nicht am Ende links vom Fluß war, was ja laut Grundsten verkehrt wäre. Naja eigentlich lief ich ja schon verkehrt, aber wollte mir die Möglichkeit offen lassen eventuell doch noch auf die richtige Stelle zu kommen. Irgendwann war ich auch an dem anvisierten Punkt und Gott sei dank sah ich hier eine Möglichkeit weiter zu kommen und später war der Schnee sogar fast ganz weg, das sah man aber von da unten nicht.
    Ich traf auf eine Spur im Schnee, natürlich erzählte ich jeden das wäre eine Vielfrasspur, aber mittlerweile kommt sie mir recht klein vor. Katze? Fuchs? Wiesel?

    Eventuell kann das jemand von Euch deuten.










    Ich kam über die Wasserscheide und mir viel ein Stein von herzen das ich jetzt schön bequem über große Wiesenstücke laufen konnte. Das war schon fast wie Pause machen, ich erholte mich beim laufen. Das Tal war rund und man konnte den See noch nicht sehen, aber es ging berg ab. Das hatte zur Folge das es nun langsam von schöner Wiese in Sumpf über ging. Immer wieder musste ich Grasflächen queren wo ich bis über die Knöchel einsank und sich die Stiefel festsaugen wollten. Hier und da auch mal wieder ein Schneefeld, aber kaum der rede Wert. Ein schönes Tal, leider fehlte heute die Sonne. Darüber wollte ich mich aber nicht beschweren, hatte es doch erst 1 Tag geregnet. Rentiere sah ich leider nicht hier im Tal, aber das war ok.









    Manchmal auch schmal






    Bald kam ich in ein Delta was von kleinen schmalen Tälern an den Seiten gebildet wird. Hier ist es sehr Steinig und man konnte den See hier schon sehr gut sehen. Wenn hier richtig Wasser ist, mein lieber scholli, da willste hier nicht durch. Kiesbänke, teilweise über 1,5m hoch. Alles loses Gestein.







    Die Kraft war schon ganz gut aufgebraucht und ich wusste das jetzt noch ein schwieriges Stück kommt. Eins der Stücke wie nach der Mikkastugan die ich im Vorfeld am wenisgten einschätzen konnte. Hey aber was für ein Glück, ein Pfad. Ich schlug den Pfad ein, der ging bergauf, bis er weg war.







    Ich fand einen anderen Pfad, der ging auch bergauf. Und so ging das weiter, bis ich irgendwann mal auf den See runter schaute und merkte das ich viel zu hoch bin. Was sindn das für blöde Pfade, wer läuft denn hier immer hoch. Jeder dieser (sorry) beschissenen Pfade ging nach oben. Hier waren teils mannshohe Weiden, Steine und teils jede Menge Wasser. Ich stolperte oft und fing wieder an mit mir zu schimpfen „Maaan mach die Glotzen uff“ rief ich laut als ich fast mein Stock zerbrach. Man hat es ja gelesen das hier die Leute oft fluchen. Wisst ihr, sowas überliest man gerne, lach. Irgendwann nach 20 neuen Pfaden ging ich einfach bis runter ans Wasser, Wasser musste doch niedrig sein, du kannst bestimmt am Strand laufen. „Hey Strand, grauer feiner Sand“, das war geil und ging dann leichten Fusses um die kleine Kurve. Ok leider nur 50m Strand, du musst wieder in die Weiden.











    Allerdings blieb ich jetzt bewust unten am Wasser und meine das war einfach leichter. Der See war glasklar und hier gabs auch Elchmurmeln. Es durfte doch nicht mehr weit sein? Für den Tag hatte ich genug, so schön wie das Tal war bin ich doch froh wenn ich am Ziel bin, dachte ich mir so. Zum Ende kamen noch so komische Absätze und kleine Schneefelder die nicht sonderlich sicher aussahen und deswegen umging.
    Das Ende des Sees war erreicht und hüpfte noch über den kleinen Bach, blickte mich nochmal um, schüttelte den Kopf und erblickte plötzlich Richtung des Roadleds ein Zelt.





    Menschen? Da stehen 2 Menschen! Wie kommen dien da hin? Und was machen die auf meinem Campplatz....schnauf. Sonderlich froh war ich nicht die zu sehen. Ich stand da, kaputt, naß bis zum Arsch und drehte mich nun im Kreis. Kurz später, „naja bau ich halt hier auf, genau hier wo ich stehe“, „über den wasserhahn biste ja gerade drüber gehüpft“. So hatte ich meine Ruhe und die beiden (ein Pärchen wie ich am nächsten Tag feststellte) auch. Hinterher ist man schlauer, hätte ich mal hinlaufen sollen, aber ich war so kaputt und auch bissel sauer weil die sich da hin gestellt haben das ich da blieb wo ich war. Es war windig und sie machten ein kleines Lagerfeuer, warm war das bestimmt nicht. Später saß ich im Zelt mit dem Eingang zum See raus und schaute mit meiner warmen Tasse Tee über den Teich. Du bist heut das ganze verdammte Tal gelaufen und überhaupt....im Zelt machte sich Zufriedenheit breit wie so oft am Etappenende, besonders froh war ich das mir bisher nix passiert war und das die Knie durchhielten.







    So ging wieder ein besonderer Tag zu Ende. Ein schwerer Tag, 20km Weglos, das war neu für mich. Es läuft! Gleichzeitig ist das aber der letzte offizielle Campplatz im Sarek wenn man die Darreluopalhütte nicht mit zählt. Trotzdem wird es nicht Uninteressanter und der Weg nach Staluokta der noch vor mir lag brachte mich an gewisse Grenzen.

    PS: Die Socken in Zeltmitte innen auf zu hängen ist sowas von bescheuert. Das stinkt!

    Schönen Urlaub noch Anne und Volker, ich bin auch gespannt was ihr so dieses jahr alles macht und hoffe das ihr was darüber schreibt. Und Falls ihr da vorbei kommt. Ich brauche infos über das Lullihavagge, falls ihr da durch kommen solltet, was ich grad nicht vermute.
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #33
    Aber hallo, sehr interessant geschrieben, mit allen höhen und tiefen vom täglichen Trail Alltag .
    Wie du es wirklich erlebt hast, mit Situationen in der ein mancher schon gewesen ist!
    Welche Schuhe hast du da? Kann sein das du es schon geschrieben hast, aber ich habs dann überlesen!?
    Tolle Bilder, mit den Dingen die ich dort oben im Norden so mag.
    Einfach echt, fesselnd, wäre dein Bericht ein Eis, ich würde sagen, super lecker mit Sahne.
    Macht echt Laune dabei zu sein!
    Richtig wohl fühle ich mich nur draußen !

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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #34
    Zitat Zitat von Dogmann Beitrag anzeigen
    Aber hallo, sehr interessant geschrieben, mit allen höhen und tiefen vom täglichen Trail Alltag .
    Wie du es wirklich erlebt hast, mit Situationen in der ein mancher schon gewesen ist!
    Welche Schuhe hast du da? Kann sein das du es schon geschrieben hast, aber ich habs dann überlesen!?
    Tolle Bilder, mit den Dingen die ich dort oben im Norden so mag.
    Einfach echt, fesselnd, wäre dein Bericht ein Eis, ich würde sagen, super lecker mit Sahne.
    Macht echt Laune dabei zu sein!
    Vielen Dank Dogmann

    Die Schuhe sind von Haix, Nature GTX One. Sie haben die gleiche Sohl wie meine GSG9 von Haix, dafür aber diese Rundrumverstärkung und lassen sich eben verschiedenartig schnüren wie die normalen Bergschuhe auch. Ich war sehr zufrieden damit, sie haben auch dicht gehalten. Allerdings wie bei allen Goretexschuhen, sobald man mit den Zehen die Membrane vorne beschädigt ist aus mit dicht. Eine Stelle habe ich im rechten Schuh da leider schon. Wahrscheinlich werd ich das in Zukunft immer Tapen an den Füßen.

    Es gibt sicher auch vergleichbare günstigere Modelle als dieses für ca. 360Eur, diese hier gibt es aber in Größe 51, das war der größte Entscheidungsgrund!


    Heute abend gibts Nachschlag und im übernächsten Tag komme ich dann zum 2. Teil meiner Reise mit meiner ersten Gipfelbesteigung, es bleibt also tortzdem spannend und es wird blumig.


    Was die Unzeit betrifft. Ja der Zeitpunkt ist durch meinen frühen Start im Sommerloch ungünstig, viele sind jetzt im Fjäll oder fahren gerade los. Aber es frist ja kein Brot und ich muss sowas Zeitnah machen, da die Erinnerungen noch frisch sind und ich mittlerweile schon bei der Vorbereitung der nächsten Tour bin. Was mit Karten studieren und Packliste überarbeiten anfängt, bzw. die Reisezeit wohl diesmal sehr entscheident sein könnte. Wer also mal durch das Lullihavaage von oder nach der Boarekebene im Sarek gelaufen ist kann mir ja mal eine PN schreiben. Vielleicht hat jemand ein Foto von dem im Grundsten Tour 4 beschriebenen Steilhang
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #35
    Hallo Maik,

    nun hab ich es geschafft und deinen Bericht bis hierher gelesen. Vielen Dank fürs Mitnehmen und das Teilen deiner Eindrücke. Die tollen Fotos runden alles wunderbar ab. Verdaddelt sind die wirklich nicht. Die Farben sind fantastisch, der Schnee, der blaue Himmel, einfach wunderschön.

    Ich hab es gar nicht mitbekommen, dass du mit dem Nammatj unterwegs bist. Wie bist du damit zufrieden? Wir fluchen ja immer wieder, wenn der Wind aufs Fußende steht und dort die Schlafsäcke nass werden.

    Dafür, dass in diesem Jahr noch so viel Schnee liegt, hast du dich wirklich wacker geschlagen. Wir freuen uns oft auf den Schnee, da das Gehen vielfach einfacher ist als über schwierigen Untergrund. Das ändert sich aber immer dann schnell, wenn es so warm ist, dass der Schnee weich wird. Ich bin auch schon oft genug bis zur Hüfte eingesunken, mit dem Rucksack auf dem Rücken kommt man sich dann ganz schön dämlich vor. Mit der Zeit lernt man den Schnee aber immer besser einzuschätzen, wo kann ich gehen, was sollte ich lieber meiden.

    Ich schieße mich Volker und Anne an, es ist erstaunlich deine "Entwicklung" mitzuerleben und es freut mich sehr, dass alles so gut geklappt hat, dass du schon über die nächste Sarektour nachdenkst.

    Hast du einen Größenvergleich zu den "Vielfraßspuren"? Und wie sah das Gesamtbild der Spur aus, also wie waren die Abdrücke angeordnet? Ich kann auf dem Bild nur vier Zehen erkennen. Der Vielfraß hätte aber fünf. Das würde eher für einen Polarfuchs sprechen. Kommt nun aber auch auf die Größe der Spur an.

    Gruß Andrea

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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #36
    Vielen Dank Andrea

    Bei der Spur würde ich sagen 3-4cm breit 5-6cm lang. Auf die Anordnung habe ich leider nicht so geachtet, das weiß ich nciht mehr.

    Grüße Maik
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #37
    Hab mal meinen Mann zu rate gezogen. Er sagt der Fuchs hat nicht so eine einheitliche Sohle. Er würde auf Hase tippen. Manches Mal sieht man die langen Pfotenabdrücke nicht. Da wäre halt die Gesamtspur eindeutig. Aber aus dem Bild ist das schwer zu beurteilen. Die Schneehasen haben recht große Pfoten, damit die im Schnee nicht einsinken.

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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #38
    Es freut mich wirklich riesig das es Euch wieder gefällt. Das war diesmal ein extrem großer Schritt von einer Hüttentour zu Weglos in die Wildnis mit Zelt, etwas ungedultig? Das Risiko war groß und das spürte ich auch unterbewusst. Schlaflosigkeit, die Stimmen und allg. Nervösität. Jeder Schritt war der Erste und der viele Schnee ohne Erfahrung. Kein Sender um Hilfe zu holen. Eigentlich ziemlich dumm, auch wenn es gut ging. Auf der anderen Seite die Vorbereitung, das Entspannen der Tour durch wenig Höhenmeter, wenig Steinabschnitte, die Auswahl genau dieser beiden Täler. Ein bischen Spannung gehört hier wohl immer dazu und beide (Vor- und Nachteile) wiegt jeder für sich anders ab. Ich würde das nie wieder ohne einen Sender machen wenn ich alleine bin!
    Ist quasi ein Stückchen Fazit, passt aber gerade rein denke ich.

    @Andrea: wegen dem Nammaji, ja beim 3er ist das sogar noch schlimmer, baue es daher lieber etwas schräg versetzt mit dem Eingang gegen den Wind auf (also nicht paralel gegen den Wind, sondern um ein paar grad versetzt das der Eingang trotzdem etwas im Windschatten liegt. Das drückt sonst wirklich das Außenzelt gegen das Innenzelt! Auf der anderen Seite bei einem Nassen Schlafsackende war Danobias Vorschlag echt Gold wert. In der Nalgenen Flasche kochendes Wasser rein, paar Teebeutel und rein in Schlafsack. Das Fußende Trocknet und auch die Sachen die man dazu tut. Vielen Dank für den genialen Vorschlag Danobia!

    Edit: HASÄÄÄ? Och nö, die gibts doch auch hier, lach


    05.07.19 Etappe 6 11km Roadled bis Alajavrre 1. Östliche Busenspitze




    Also an diese bescheuerten Namen werde ich mich nie gewöhnen. Ich muss auf der Karte drei mal draufglotzen um ihn ab zu schreiben, aussprechen ist meist fast unmöglich, zumindest richtig aussprechen. Also verzeiht mir bitte die kleinen Schreibfehler, damit bin ich schlichtweg überfordert. Den Gabelberget hab ich auch falsch geschrieben, es ist ja der Gavelberget. Und wenn ich jetzt noch nach den Zeichen über den Buchstaben schauen würde, wäre es ganz aus.



    Es ist ca. 6Uhr, im Zelt ist es gemütlich und bin immer noch Müde. Ich liege noch eine weile Rum und Kuschel mich in verschiedenen Positionen in den Schlafsack. Lust hab ich garkeine, weder zum aufstehn, pinkeln, essen und gar noch wandern. Liegen ist gut, der Tag ist lang genug. Und so vergeht dann noch einige Zeit bis ich zumindest so viel Motivation aufbringe zumindest schon mal den Kaffe zu kochen und aus dem Zelt raus zu schauen. Es ist trocken, aber immer noch weht ein leichter kalter Wind, die Berge in den Wolken und die Sonne weg.



    Langsam werd ich aktiver, es werden schon Fotos gemacht und letztlich schaffe ich es auch den Löffel zu bedienen und zu frühstücken. Das zugezogene Wetter gefällt mir garnich. Ich habe das Gefühl das sich das Wetter ändert, die Frage ist nur wann. Für einen Ruhetag ist mir die Stelle dann aber doch nicht so schön und so packe ich als bald alles langsam zusammen. Die Schuhe kommen nochmal raus in den Wind damit sie etwas abtrocknen.



    Das Pärchen ist auch schon aktiv und ich kann erkennen das wir uns wohl bald über den Weg laufen werden. Und so kommt es komischer weise genau so, dass ich an ihren Platz bin als sie auch gerade die Rücksäcke aufsetzen. „Hej“ „How are you“, danach gehts in gebrochenen schlechten Englisch weiter bis, „naja wir können ja auch Deutsch reden“, „ja das wäre vll besser“ Antworte ich und fühle mich dabei sehr wohl. Denn die beiden kommen genau von da wo ich hin will und umgekehrt wollen sie dorthin wo ich her komme. Und so tauschen wir uns aus über die Verhältnisse auf den kommenden Strecken, wo jeder hin will. Ich erfahre wo der Roadled ist und das der Alajavrre noch fast komplett gefroren sein soll und viel Schnee unterwegs zu erwarten ist. Dann erzählen sie mir das beide Boote auf ihrer Seite lagen, da wurde mir das erste mal schlecht. ??? Das darf doch nicht wahr sein und schon war ich wieder mit dem kopf in unserer Gesellschaft heut zu Tage, herausgrissen aus meiner Einsamkeit, das ist einfach unglaublich wie egoistisch heut zu Tage manche Individuen sind.
    Aber auch was für ein Glück das durch die beiden jetzt auf jeder Seite ein Boot ist. Ich sage ihnen das ich jetzt echt Glück habe und so weiter. Sie wollen ins Bastavagge und da irgendwo lang. Wir verabschieden uns und die beiden steigen noch auf zur Alkavare Kapell auf die ich irgendwie doch keine Lust hatte. Schnell lief ich zum Bootsplatz und schaute mir die Begebenheiten an. Jo da sind die Boote, prima, legte den Rucksack ab, ging zum Boot, faste es an und bekam es nicht hoch. Oh Gott sind die schwer. Wie solln ich die da rein bekommen. Und vorallem, die beiden haben doch gewusst wie schwer die sind, die waren aber nun schon oben an der Kirche und die Sympathie schrumpfte etwas ein die sie so schnell aufgebaut hatten.





    Ok, egal, die Boote müssen beide ins Wasser, komme was wolle. Und so versuchte ich den Poppei in mir zu wecken, ruckelte und zog, sprang dagegen, ließ mich fallen. So ruckte das Boot Zentimeterweise die 10-15m Richtung Wasser. Puhh es ist drinnen, sprang rein und paddelte nun nicht weit von den einsamsten Punkt in Schweden über diesen blöden Fluß. Da ich niemanden so eine Situation zumuten mochte spielte ich das Zentimeterrennen oder sagen wir Schneckenrennen der Boote noch 3 mal durch. Das 2. rein und raus und dann wieder zurück mein Boot ans Ufer. 60m in 30min und ich brauch schon eine Pause. Aber!? Ich war drüben und eigentlich! stand jetzt nur noch ein Rentierzaun auf dem Weg nach Staluokta im Weg für den ich eventuell zu Fett bin. Dachte ich zumindest.
    Eine flasche Wasser und ein Schokoriegel später setzte ich den Rucksack auf und startete den Hang hinauf.



    Ich wollte hier die direktere Linie gehen, hauptsache hoch. Das Profil war wellig und in den Senken gab es entweder Schnee, Schnee mit Bach oder kein Schnee und Sumpf. Aber alles kein Thema mehr hauptsache durch.





    So war der Hang relativ schnell geschaft. Hier gab es auch wie am Anfang diese komischen Vögel die einen die ganze Zeit anmiepen. Miiiep, Miiiiep, 20m wegfliegen, Miiiep, Miiiep. „Halt die Fr....“ dachte ich mir irgendwann und sing ein Lied, ich musste etwas lachen. Da wusste ich aber noch nicht das die auch zu zweit miiiepen können. Der Blick fiel immer wieder zurück und der See wurde immer kleiner im Sichtfeld. Ich sah jetzt den kompletten Talabschnitt und konnte auch ein Stück in das Sarvesvagge schauen. Ich war jetzt im Padjelantanationalpark und nicht mehr im Sarek.















    Was aber der Einsamkeit kein Abbruch tat. Mit ein wenig Anstrengung erreichte ich die Hochebene und schon bald verschwanden die Sarekgipfel hinter dem Nuortap Rissavarre.







    Bergkette nördlich des Alajavrre




    Ich wollte den großen See nördlich entlang laufen. Was anderes wäre bei dem Anblick jetzt auch nicht möglich gewesen. Das sah noch schlimmer aus wie beim Eingang vom letzten Tal. Wie soll das hier gehen, fast alles zugefroren, riesen Schneefelder.









    Wie beim letzten mal blieb ich stehen und versuchte meine Kopf zusammen zu nehmen. Ich schaute aufs Handy wo ich denn gerade bin und wo der schmale Durchgang zwischen den Seen ist. Verfolgte meine angezeigte Höhenlinie, auch wenn die etwas versetzt sein könnte, können aber normal maximal 100m +- sein. Ich entschied mich erstmal weder hoch noch runter zu laufen und mich nach norden zu bewegen. Definitv wollte ich nicht ein Schneefeld queren müssen das auf einem größeren See ist. Wegen meiner Unerfahrenheit war das wohl die beste Entscheidung. Immer wieder versuchte ich verschiedene Seestückchen zu zu ordnen und bald konnte ich auch den Rissjavre eindeutig zur Karte deuten, was ein wenig mehr Sicherheit gab. Auf den Karten sieht alles klein aus, man erkennt nicht sofort die Berge die einem vor der Nase stehen. Das ist etwas was ich noch lernen muss. Ich kam trotzdem den Seen zu nah, bald auch richtige Felsabbrüche wo ich umkehren musste oder Schneefelder die bis über das Wasser ragten.



    Bald hatte ich auf dem Handy die Stelle erreicht wo ich um 90° nach Osten abbiegen muss und erkannte auch den Durchgang.



    Das war Mental echt anstrengend, erst das Boot, das wellige Gelände und dann dieses Plateau hier. Ich war jetzt schon richtig kaputt, die 2 erzählten was von fast geschlossener Schneedecke und so sah es jetzt auch aus. Das flöste mir extrem viel Respekt ein und baute sehr viel Druck auf. Du kannst nicht umkehren, du musst hier durch. Vom genießen war ich wieder sehr weit weg. Nervös angespannt, den klaren gedanken suchend ging ich weiter und versuchte zu Beginn und zum Ende der Schneefelder mutig zu sein und mein Gewicht möglichst auch auf die breit gesteckten Stöcker zu bringen.





    Manchmal gings auf dem Schnee hoch oder runter und geradeaus. Teils waren sie steil bis zu See runter und musste mit den Schuhen etwas hacken um nicht aus zu rutschen. Risse und Dellen wurden umlaufen. Naja irgendwie kam ich vorran auch wenn mir überhaupt nicht wohl dabei war, die ungewissheit was unter mir ist und manchmal dachte ich daran gleich 10m ein zu brechen. Kein schönes Gefühl, hätte ja im Forum vorher mal Fragen können wegen Schneefeldern....beschimpfte ich mich mal wieder. Es zog auch immer mehr zu und der Wind legte auch mehr auf. Ich stand nun schon ein Stück nördlich des Sees und sah ein paar grüne Terrassen unterhalb von mir. Wenn es jetzt regnet und später hast du keine Möglichkeit mehr ein guten Zeltplatz zu finden hab ich ein Problem. Und so entschloß ich mich einen Campplatz zu suchen und es heute dabei zu belassen. Du hast immer noch 4 volle Tage für nicht mal 30km, also schluß jetzt und Kraft sammeln. Ich fand einen ganz tollen Platz und wie ich später feststellen durfte genau zwischen 2 Miiiepern die mich die ganzen Stunden in Stereo Anmiiiepen wollten und das auch noch kostenlos.







    Wahrscheinlich hatte ich die Wunschliederliste nicht mit. Naja Natur eben. Der Platz war abendteuerlich und mytisch zugleich, je nach dem wann man raus schaute. Natürlich stellte ich erst nach dem Aufstellen fest das der Eingang wieder mal auf Rentiermurmeln steht die wenn man sie mit den Füssen wegschieben will da liegen bleiben wo sie liegen. Haste ja wieder prima gemacht Maik. „Können die nicht wo anders hinscheißen“ grrml
    Ich suchte vorsichtshalber ein paar größere Steine und machte das Zelt nach Möglichkeit Sturmsicher. Das Wetter sah nicht nach Sonnenschein aus. Ich kam etwas runter, fühlte mich zunehmend entspannter und schaute jetzt wieder interessierter in die Landschaft in der ich mich gerade befand, herrlich, was fürn Platz hier. Fürs Abendbrot war es zu früh und so kochte ich übrige Puddingpulver, Suppen und Brühwürfelchen, alles was warm macht.





    Und Gas hatte ich auch noch genug, die 2. Kartusche war nicht mal angefangen. Ich richtete mich jetzt wieder Häuslich ein und das ging mittlerweile auch recht Fix. Hier gabs tatsächlich richtige Routine, richtigen Ablauf. Wenn jetzt das Licht ausfällt kann ich das Zelt trotzdem abbauen und alles ist an sein Platz.

    Es begann erst mitten in der Nacht zu regnen, der Wind nahm deutlich zu und rüttelte wie ein wahnsinniger an meinem Zelt. Es hörte wieder auf, aber bevor ich ein Blick nach draußen riskierte kam die nächste Böe und es fing wieder an zu regnen. Kleine Pinkelpausen waren irgendwann möglich, mehr war aber nicht drinnen. Es Regnete die ganze Nacht, den ganzen nächsten Tag und dann etwa bis Mitternacht. Ich lernte mein Zelt hassen und schimpfte auf Neptun. Naja bisher war ich eben verwöhnt und so ein richtiger Regen war mehr als überfällig in den letzten beiden Jahren. Und so redete ich mir ein das Das jetzt grad so sein muss, hörte Musik und Kuschelte bis zum Rückschmerz stundenlang mit meinem Schlafsack. Das wichtigste war, ich war im Zelt, ich war trocken egal wieviel Wasser da jetzt runter kommt. Und wenn es drei Tage regnet, dann wäre ich immer noch trocken und hätte genug Zeit bis Staluokta zu kommen. Einen Mittelfinger für Neptun bitte!

    Und so verharte ich der Dinge zwischen Eisseen und Schneefeldern mit Stereomiiiep. Diese Zeit im Zelt ist ganz sicher eine die ich für mein Leben nicht vergessen werde. Hinterher ist das durchaus ein positiver Gedanke, also nicht falsch verstehen bitte.
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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #39
    06.07.19 Etappe 7 Ausharren im Zelt incl. 2mal Pinkeln

    Hier ist alles schon beschrieben, die Bilder sind etwa von 1Uhr Nachts am 07.07. gemacht, etwa 2h vor Beginn der 8. Etappe, die längste auf der ganzen Tour.





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    AW: [SE] Der Weg ist das Ziel [Sarek-Padjelanta_Nationalpark]

    #40
    Ein sehr schöner Bericht und tolle Bilder bis hierher!
    Wir sind am 6.7. von den Versterålen nach Gällivare gefahren und es hat unterwegs durchgehend heftig geregnet. Am 7.7. haben wir dann unsere Tour durch den Sarek begonnen und ab da war das Wetter wieder gut Mit dem Schnee hatten wir allerdings auch zu kämpfen

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