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  1. Lebt im Forum
    Avatar von Sarekmaniac
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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #61
    Mitreisende: Sylvie
    Dein Bericht erinnert mich daran, dass ich da gern mal im Sommer, bzw. zur Ruska-Zeit hin möchte.

    Der Gang durch Weglosigkeiten über die atemberaubenden Weiten der Fjälls soll noch mehr Gewicht und Gestalt bekommen. Und auch wenn ich die Hütten liebe, wir wollen uns unabhängiger machen von Hüttenromantik und –komfort. Auf Unwegen werden wir wandeln und unter Zeltplanen ruhen, bis wir uns sattgelüstet haben an Stille und Grenzenlosigkeit.
    Wenn es Euch über der Baumgrenze so gut gefällt, solltet ihr vielleicht fürs nächste mal vielleicht ein anderes Gebiet angehen. So deutest Du es ja in deinem Fazit an, wenn auch aus anderen Beweggründen. Und es muss ja auch nicht Finnland sein.


    Zitat Zitat von Sylvie Beitrag anzeigen
    echt? Du kommst im Winter in eine so abgelegene Hütte? Interessant.
    Auch die Holzknappheit an den Feuerstellen und dass wir den Wald um sein Totholz brachten, hat mich dazu gebracht, umzudenken.
    Nur um das, was auch Zz anmerkte, und was in deinem Fazit anklingt, ein bißchen zu erläutern:

    Anterinmukka würde ich nicht als abgelegen bezeichnen. Eigentlich würde ich keine Hütte im Urho Kekkonen als "abgelegen" bezeichnen.

    Es gibt tatsächlich weit abgelegenere Hütten in Finnland, bspw. im (östlichen) Käsivarsi-Gebiet. Die werden so wenig von Wanderern frequentiert, dass sie nur alle zwei Jahre von den Rangern "gewartet" werden. Das heißt: Im Winter mit Skooter hochfahren, entmüllen, Holzvorräte auffüllen. Einmal in 24 Monaten.

    Ein paar Hütten dort werden gar nicht mehr gewartet, das heißt kein Feuerholz, das muss man sich mitbringen (Öfen gibt es noch) und alles was Wanderer dort hinterlassen, wird zu Müll (falls es sich nicht von vornherein um solchen handelt). Ich habe letztes Jahr aus einer solchen Hütte ca. 3-4 kg mitgenommen bis zurück nach Kilpisjärvi (und noch einmal soviel im Ofen verbrannt).

    Wenn man auf Wintertour geht, und beispielsweise die (auf längerer Tour immer anfallenden) Ruhetage plant oder Notfallpläne macht, tut man gut daran, vorab zu eruieren, wann die letzte Wartung in den einzelnen Hütten erfolgt ist. In einer Hütte, die schon zwei Sommer und eine Wintersaison hinter sich haben, würde ich nicht auf Holz zählen.

    Ich habe schon zwei Mal im Winter unerwartet kein Holz gehabt, einmal im Urho-Kekkonen. Situationen, dass nur noch Langholz und dicke Stammabschnitte da sind, die man nach einem langen harten Tag und bei großer Kälte erst mühsam kleinmachen darf, sind dabei nicht mitgezählt (das ist schon blöd genug). Ich meine Schuppen leer, niente.

    Sämtliches Holz für die Hütten und Zeltplätze dort wird übrigens im Urho-Kekkonen Nationalpark selbst geschlagen. In irgendeiner Touribroschüre steht die Menge zu lesen (müsste ich suchen), ungeheuerlich. Ich bin mal im Winter querfeldein gegangen und ca. 1 km von einer Hütte entfernt zufällig auf ein riesiges überdachtes Langholzlager gestoßen, mit Skooter und Anhänger durchfahrbar, wo Holz gelagert und getrocknet wurde.

    Dem Wald ist es dabei natürlich völlig egal, ob das Holz im Sommer, Herbst, oder Winter von uns verheizt wird.
    Geändert von Sarekmaniac (27.08.2019 um 20:43 Uhr)
    Wir sind alle ein wenig beim Leben zu Gast
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    Avatar von Pfiffie
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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #62
    Hej Sylvie

    Das war ja wie aus einem Buch, toll geschrieben und mit tollen Bildern untermalt. Vielen Dank fürs mitnehmen.

    Viele Grüße Maik
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

  3. Dauerbesucher
    Avatar von Inarijoen Peter
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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #63
    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    Ich habe schon zwei Mal im Winter unerwartet kein Holz gehabt, einmal im Urho-Kekkonen. Situationen, dass nur noch Langholz und dicke Stammabschnitte da sind, die man nach einem langen harten Tag und bei großer Kälte erst mühsam kleinmachen darf, sind dabei nicht mitgezählt (das ist schon blöd genug).
    Wenn Du bei Ankunft in der Hütte kein Kleinholz vorfindest und zuerst sägen und spalten musst, kannst Du das den Vorgängern in der Hütte verdanken. Früher war es noch so, (ungeschriebenes Gesetz) dass man vor dem Verlassen der Hütte die verbrannte Holzmenge wieder ersetzt hat. Die Nachfolgenden freuten sich auch über etwas Birkenrinde oder 1-2 Kiehinen.

    Zitat Zitat von Sarekmaniac Beitrag anzeigen
    Sämtliches Holz für die Hütten und Zeltplätze dort wird übrigens im Urho-Kekkonen Nationalpark selbst geschlagen. In irgendeiner Touribroschüre steht die Menge zu lesen (müsste ich suchen), ungeheuerlich. Ich bin mal im Winter querfeldein gegangen und ca. 1 km von einer Hütte entfernt zufällig auf ein riesiges überdachtes Langholzlager gestoßen, mit Skooter und Anhänger durchfahrbar, wo Holz gelagert und getrocknet wurde..
    Das Holz mag dort gelagert worden sein um es dann später aus dem Lager an die Bestimmungsorte zu verteilen. Geschlagen wurde es jedenfalls nicht im Park, denn Metsähalitus kauft das Holz beim günstigsten Anbieter.
    Dieses Jahr wird zB. im Nationalpark Pallas-Yllästunturi und in den Käsivarsi Wildnis Gebieten sehr viel russisches Holz verbrannt, welches zum Teil bis zu tausend Kilometer Entfernung aus Russland herangekarrt wird.

    Die Mengen an Brennholz sind enorm und man spricht schon von Bezahlung. Für die Sauna muss ja bereits ein Beitrag von 7€ bezahlt werden. Metsähalitus will die Holzmengen und Feuerstellen reduzieren und bittet die Wanderer die vorhandenen Gaskocher oder den eigenen Kocher zu verwenden. Den Leuten ist gar nicht bewusst, dass ein Holzstück mit allem drum und dran wie Holzpreis, Transport und Aufbereitung mit 1€ zu buche steht.
    Um die jährliche Holzmenge für den Urho Kekkonen Nationalpark bildlich darzustellen nehme man einen Holzstapel von einem Meter in der Breite und Höhe sowie einer Länge von 650 Metern.

    Es müssen in Lappland mehr als 200 Wildnis Hütten, ca. 300 Kota und Laavu sowie rund 500 Feuerstellen mit Holz versorgt werden. Um das alles zu transportieren, braucht es ca. 70 solcher Lastwagen.
    Im Käsivarsi muss das zum Marktpreis gekaufte Holz meist zuerst über 100 Kilometer mit Lastwagen transportiert werden und anschließend noch rund 50 Kilometer mit dem Motorschlitten.

    Der Aufwand für die finnischen Nationalparks ist enorm. Es sind noch ausstehende Unterhalts Arbeiten wie Wege, Brücken, Hütten etc. im Betrag von 44 Millionen € zu leisten und es wird jährlich immer mehr.
    Die Kosten für "Hauswart Arbeit" in den großen Parks beträgt 200000-450000€ im Jahr. Darunter fallen zB. Abfallbeseitigung, Fäkalien Abtransport, Gasflaschen sowie kleine Reparaturen.

  4. Fuchs
    Avatar von marcus
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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #64
    Das problem unserer heutigen gesellschaft:

    Alles ist selbstverständlich, keine Wertschätzung, kein Respekt, Egoismus.....




    Zitat Zitat von Inarijoen Peter Beitrag anzeigen
    Wenn Du bei Ankunft in der Hütte kein Kleinholz vorfindest und zuerst sägen und spalten musst, kannst Du das den Vorgängern in der Hütte verdanken. Früher war es noch so, (ungeschriebenes Gesetz) dass man vor dem Verlassen der Hütte die verbrannte Holzmenge wieder ersetzt hat. Die Nachfolgenden freuten sich auch über etwas Birkenrinde oder 1-2 Kiehinen.

    Das Holz mag dort gelagert worden sein um es dann später aus dem Lager an die Bestimmungsorte zu verteilen. Geschlagen wurde es jedenfalls nicht im Park, denn Metsähalitus kauft das Holz beim günstigsten Anbieter.
    Dieses Jahr wird zB. im Nationalpark Pallas-Yllästunturi und in den Käsivarsi Wildnis Gebieten sehr viel russisches Holz verbrannt, welches zum Teil bis zu tausend Kilometer Entfernung aus Russland herangekarrt wird.

    Die Mengen an Brennholz sind enorm und man spricht schon von Bezahlung. Für die Sauna muss ja bereits ein Beitrag von 7€ bezahlt werden. Metsähalitus will die Holzmengen und Feuerstellen reduzieren und bittet die Wanderer die vorhandenen Gaskocher oder den eigenen Kocher zu verwenden. Den Leuten ist gar nicht bewusst, dass ein Holzstück mit allem drum und dran wie Holzpreis, Transport und Aufbereitung mit 1€ zu buche steht.
    Um die jährliche Holzmenge für den Urho Kekkonen Nationalpark bildlich darzustellen nehme man einen Holzstapel von einem Meter in der Breite und Höhe sowie einer Länge von 650 Metern.

    Es müssen in Lappland mehr als 200 Wildnis Hütten, ca. 300 Kota und Laavu sowie rund 500 Feuerstellen mit Holz versorgt werden. Um das alles zu transportieren, braucht es ca. 70 solcher Lastwagen.
    Im Käsivarsi muss das zum Marktpreis gekaufte Holz meist zuerst über 100 Kilometer mit Lastwagen transportiert werden und anschließend noch rund 50 Kilometer mit dem Motorschlitten.

    Der Aufwand für die finnischen Nationalparks ist enorm. Es sind noch ausstehende Unterhalts Arbeiten wie Wege, Brücken, Hütten etc. im Betrag von 44 Millionen € zu leisten und es wird jährlich immer mehr.
    Die Kosten für "Hauswart Arbeit" in den großen Parks beträgt 200000-450000€ im Jahr. Darunter fallen zB. Abfallbeseitigung, Fäkalien Abtransport, Gasflaschen sowie kleine Reparaturen.
    - - - Aktualisiert - - -

    Das problem unserer heutigen gesellschaft:

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    Zitat Zitat von Inarijoen Peter Beitrag anzeigen
    Wenn Du bei Ankunft in der Hütte kein Kleinholz vorfindest und zuerst sägen und spalten musst, kannst Du das den Vorgängern in der Hütte verdanken. Früher war es noch so, (ungeschriebenes Gesetz) dass man vor dem Verlassen der Hütte die verbrannte Holzmenge wieder ersetzt hat. Die Nachfolgenden freuten sich auch über etwas Birkenrinde oder 1-2 Kiehinen.

    Das Holz mag dort gelagert worden sein um es dann später aus dem Lager an die Bestimmungsorte zu verteilen. Geschlagen wurde es jedenfalls nicht im Park, denn Metsähalitus kauft das Holz beim günstigsten Anbieter.
    Dieses Jahr wird zB. im Nationalpark Pallas-Yllästunturi und in den Käsivarsi Wildnis Gebieten sehr viel russisches Holz verbrannt, welches zum Teil bis zu tausend Kilometer Entfernung aus Russland herangekarrt wird.

    Die Mengen an Brennholz sind enorm und man spricht schon von Bezahlung. Für die Sauna muss ja bereits ein Beitrag von 7€ bezahlt werden. Metsähalitus will die Holzmengen und Feuerstellen reduzieren und bittet die Wanderer die vorhandenen Gaskocher oder den eigenen Kocher zu verwenden. Den Leuten ist gar nicht bewusst, dass ein Holzstück mit allem drum und dran wie Holzpreis, Transport und Aufbereitung mit 1€ zu buche steht.
    Um die jährliche Holzmenge für den Urho Kekkonen Nationalpark bildlich darzustellen nehme man einen Holzstapel von einem Meter in der Breite und Höhe sowie einer Länge von 650 Metern.

    Es müssen in Lappland mehr als 200 Wildnis Hütten, ca. 300 Kota und Laavu sowie rund 500 Feuerstellen mit Holz versorgt werden. Um das alles zu transportieren, braucht es ca. 70 solcher Lastwagen.
    Im Käsivarsi muss das zum Marktpreis gekaufte Holz meist zuerst über 100 Kilometer mit Lastwagen transportiert werden und anschließend noch rund 50 Kilometer mit dem Motorschlitten.

    Der Aufwand für die finnischen Nationalparks ist enorm. Es sind noch ausstehende Unterhalts Arbeiten wie Wege, Brücken, Hütten etc. im Betrag von 44 Millionen € zu leisten und es wird jährlich immer mehr.
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    \"wir haben gelernt wie vögel zu fliegen, wie fische zu schwimmen, aber wir haben verlernt wie menschen zu leben\"

  5. Anfänger im Forum

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    #65
    Hallo,

    wieder eine schöne Erzählung über Saariselkä/UKK, danke dafür! Es ist wie Neuigkeiten von alten Freunden zu hören. In den 80-90er Jahren war ich dort - schon an die 10 mal, fast ausschließlich im Winter. Anfangs sind wir fast immer alleine gewesen und die wenigen, die wir getroffen haben waren hauptsächlich Finnen. Es hat sich aber sehr geändert, es wurde immer voller und die "ungeschrieben Gesetze" wurden immer weniger beachtet - auch zum Teil deswegen weil die "Neuen" meistens keine Einheimische waren, was als solches nicht negativ ist, anfangs war es sogar spannend - aber es war schon sehr anders. Letztendlich habe auch ich den Entschluss getroffen, dass Saariselkä/UKK nichts mehr für mich ist. Nun, seit dem sind an die 20 Jahre vergangen und ich habe viele neue schöne Gegenden entdeckt und die Einsamkeit der "Wildnis" wieder gefunden. Natürlich hilft es wenn man eher schwierig erreichbare und eher unbekannte Zielorte aussucht im Zelt übernachtet und soweit es geht Wege und Pfade vermeidet - wenn man die Ruhe sucht.

    Viele Grüße, Fjellsurfer

  6. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    OT: AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #66
    OT:
    Zitat Zitat von marcus Beitrag anzeigen
    Das problem unserer heutigen gesellschaft:

    Alles ist selbstverständlich, keine Wertschätzung, kein Respekt, Egoismus.....
    SCNR: Das Problem "unserer" früheren Gesellschaft: Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Rassegesetze, StGB §175, BGB §1356 (Fassung bis 1977) usw.usf., zeugt eigentlich alles nicht von sonderlicher "Wertschätzung und Respekt"... Ein Glück, dass wir unsere heutige Gesellschaft haben. Frage des bevorzugten Blickwinkels halt.

  7. Fuchs
    Avatar von marcus
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    AW: OT: AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #67
    Zitat Zitat von Ljungdalen Beitrag anzeigen
    OT:

    SCNR: Das Problem "unserer" früheren Gesellschaft: Erster Weltkrieg, Zweiter Weltkrieg, Rassegesetze, StGB §175, BGB §1356 (Fassung bis 1977) usw.usf., zeugt eigentlich alles nicht von sonderlicher "Wertschätzung und Respekt"... Ein Glück, dass wir unsere heutige Gesellschaft haben. Frage des bevorzugten Blickwinkels halt.

    Was bitte haben die weltkriege mig dem heute fehlenden gegenseitigem respekt zu tun?
    \"wir haben gelernt wie vögel zu fliegen, wie fische zu schwimmen, aber wir haben verlernt wie menschen zu leben\"

  8. Erfahren
    Avatar von Ljungdalen
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    OT: AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #68
    OT:
    Zitat Zitat von marcus Beitrag anzeigen
    Was bitte haben die weltkriege mig dem heute fehlenden gegenseitigem respekt zu tun?
    Ich schrieb nicht nur von Weltkriegen. Aus deinem "Das problem unserer heutigen gesellschaft" (Hervorhebung von mir) klang für mich "früher war alles (oder: genau das Aufgezähle) besser". War es nicht, denn das von mir Genannte zeugte in keiner Weise von "Wertschätzung, Respekt" und Altruismus (so verständlich?).

    Davon abgesehen, dass Geschichte *immer* mit gegenwärtigen Zuständen zu tun hat, vor allem, wenn es um "unsere heutige Gesellschaft" im Ganzen geht...

  9. Erfahren

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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #69
    [QUOTE=Sarekmaniac;1763602]

    Wenn es Euch über der Baumgrenze so gut gefällt, solltet ihr vielleicht fürs nächste mal vielleicht ein anderes Gebiet angehen. So deutest Du es ja in deinem Fazit an, wenn auch aus anderen Beweggründen. Und es muss ja auch nicht Finnland sein.


    Richtig. Das war auch unsere Idee. Aber nach all den Berichten, die ich hier schon gelesen habe, soll es im Sarek ja auch nicht unbedingt gerade leer sein. Was kannst Du empfehlen?


    Anterinmukka würde ich nicht als abgelegen bezeichnen. Eigentlich würde ich keine Hütte im Urho Kekkonen als "abgelegen" bezeichnen.

    Anterinmukka beschrieb ich auch nicht als abgelegen, sondern eine ganz alte Hütte am Kiertämäjärvi, die liegt wirklich ganz am nordöstlichen Rand des Parks. Aber letztlich hast Du Recht, auch diese Hütte ist nicht abgelegen, wenn man genau dort an der Raja Jooseppi in den Park einsteigt.

    Wenn man auf Wintertour geht, und beispielsweise die (auf längerer Tour immer anfallenden) Ruhetage plant oder Notfallpläne macht, tut man gut daran, vorab zu eruieren, wann die letzte Wartung in den einzelnen Hütten erfolgt ist. In einer Hütte, die schon zwei Sommer und eine Wintersaison hinter sich haben, würde ich nicht auf Holz zählen.

    Ich habe schon zwei Mal im Winter unerwartet kein Holz gehabt, einmal im Urho-Kekkonen. Situationen, dass nur noch Langholz und dicke Stammabschnitte da sind, die man nach einem langen harten Tag und bei großer Kälte erst mühsam kleinmachen darf, sind dabei nicht mitgezählt (das ist schon blöd genug). Ich meine Schuppen leer, niente.


    Hm... meine Bedenken bezogen sich ja eher auf das Totholz, das wir im Wald verbrannten und damit, meiner Meinung nach ungebührlich in die biologischen Kreisläufe eingriffen. Dann noch auf die Holzknappheit an den Feuerstellen - also an den Feuerstellen im Wald, nicht an den Hütten, da war sehr sehr viel Holz vorhanden, eigentlich so viel, dass ich mir nicht vorstellen konnte, dass man das bis zum nächsten Sommer irgendwie alle kriegen könnte. Andererseits...bei den Massen, die jetzt bereits schon im Sommer im Park waren... Also ja: ich gebe Dir Recht, etwas mehr Achtsamkeit und weniger Leichtsinn beim Verfeuern (auch wegen der Kosten, die weiter unten aufgeführt wurden) werden in Zukunft mein Handeln prägen. Komplett auf Feuer verzichten werde ich aber auch nicht. Man sollte das Kind nie mit dem Bade ausschütten.

    Viele Grüße
    Sylvie

  10. Erfahren

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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #70
    Und auch noch mal zu den Kosten: Wir haben uns immer schon gewundert, warum das Wandern im Park so völlig kostenfrei ist. Es ist ja eben nicht nur Wald, der durchwandert werden darf, sondern die Feuerstellen werden bestückt, die Hütten und Brücken repariert etc. Ich persönlich hätte nichts dagegen, für die Tage im Park zu bezahlen, oder auch für das verbrauchte Holz. Es müsste sich dann ein gutes System erdacht werden, wie man die Gelder einnimmt. Das mit dem Sauna-Eintritt übers Handy funktioniert nämlich zumindest für Ausländer nicht, man kann da nur mit ner finnischen Nummer anrufen. Wir haben es schlussendlich so gelöst, dass wir zwei wackeren Burschen in Kiilopää die Nummer und 15 € gaben und sie baten, für uns dort anzurufen.

    Grüße

    Sylvie

  11. Dauerbesucher
    Avatar von Inarijoen Peter
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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #71
    Zitat Zitat von Sylvie Beitrag anzeigen
    Wir haben es schlussendlich so gelöst, dass wir zwei wackeren Burschen in Kiilopää die Nummer und 15 € gaben und sie baten, für uns dort anzurufen.
    Sehr schlecht organisiert von der Parkverwaltung. Direkt bezahlen kann man nur im Infocenter Kiehinen in Saariselkä oder in Tankavaara beim Koilliskaira Natur Zentrum.
    Ich meine sicher 80% (oder mehr) der Wanderer betreten/verlassen den Park in Kiilopää. Dort sollte man die Saunabenutzung bezahlen können.

  12. Dauerbesucher
    Avatar von danobaja
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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #72
    darf ich hier mal schnell zwischenfragen wie das denn generell geregelt ist?

    hängt ein preisaushang in der hütte? kosten die alle gleich? wieviel ca je nacht? gas und feuerholz extra dazu? kostet zelten dort was, oder nur in der hütte schlafen?

    hernach überweisung? kasse in der hütte? abarbeiten?

    kann man reservieren? wie wird das gehandhabt in der hütte wenn voll ist? der axtmann zb wird keine reservierung brauchen
    danobaja
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  13. Erfahren

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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #73
    Zitat Zitat von danobaja Beitrag anzeigen
    darf ich hier mal schnell zwischenfragen wie das denn generell geregelt ist?

    hängt ein preisaushang in der hütte? kosten die alle gleich? wieviel ca je nacht? gas und feuerholz extra dazu? kostet zelten dort was, oder nur in der hütte schlafen?

    hernach überweisung? kasse in der hütte? abarbeiten?

    kann man reservieren? wie wird das gehandhabt in der hütte wenn voll ist? der axtmann zb wird keine reservierung brauchen
    Hallo Dan,
    der Axtmann braucht nicht mal ne Tür, er schlägt sich so durch... Aber Reservierungen von anderen würde er lieben. :-)

    Die meisten Hütten kosten nichts, auch Gas und Feuerholz sind kostenlos. Es gibt ein paar private Hütten (Varaustupa), da kostet die Nacht 11 Euro. Man "kauft" die Übernachtungen in den jeweiligen Hütten vor Beginn der Tour in der Touristeninfo Sariselkä (oder in Kiilopää ist es glaub ich auch möglich). Dann bekommt man einen Schlüssel mit auf den Weg, der in jeder Hütte passt. Zum gegebenen Tag kann man dann in der jeweils gebuchten Hütte übernachten, theoretisch aber auch in jeder anderen Hütte, falls diese nicht voll ist.

    Keine Ahnung, wie man das Bezahlsystem, falls man es einführen wollte, händeln will. Eine Kasse am Eingang des Parks? Ich würde für jeden Tag eine Pauschale berechnen, egal ob man in Zelt oder Hütte schläft, dazu eine Feuerholzpauschale, fertig. Irgendwann wird man das alles mit Trackern und Apps lösen, schätze ich.

    Auf Deinen wundertollen Kommentar am Ende meines Haupt-Textes antworte ich noch separat. Das wollte ich mir bis zum Schluss aufheben, denn das Beste kommt immer zum Schluss. Ich hatte jetzt nur keine Zeit, da ich schon wieder auf der nächsten Tour war.

    Bis bald

    Sylvie

  14. Dauerbesucher
    Avatar von Pfiffie
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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #74
    Ich finde das System für den Glaskogen zum Beispiel ganz gut wenn es darum geht. Ist quasi wie eine Eintrittkarte.
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

  15. Erfahren

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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #75
    Zitat Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
    Ich finde das System für den Glaskogen zum Beispiel ganz gut wenn es darum geht. Ist quasi wie eine Eintrittkarte.
    Hallo Maik,
    ja, klingt erst mal gut, wie sie es dort handhaben, auch wenn ich 60,- pro Tag bisschen viel finde. Was ich aber sehe, ist der Fakt, dass man praktisch überall einsteigen kann in solche Parks. Dann ist die Kasse an nur einem Platz ungünstig.

    Liebe Grüße

    Sylvie

  16. Dauerbesucher
    Avatar von Pfiffie
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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #76
    Das stimmt, man kann sie aber glaube auch online kaufen und man muss es ja nicht ganz genau so umsetzen.
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

  17. Erfahren

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    #77
    Zitat Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
    Hej Sylvie

    Das war ja wie aus einem Buch, toll geschrieben und mit tollen Bildern untermalt. Vielen Dank fürs mitnehmen.

    Viele Grüße Maik
    Vielen Dank Maik,
    freut mich sehr, dass es Dir gefallen hat. Wir sehen uns, schätze ich, im Forum immer wieder. Mal hier, mal dort. :-)

    Liebe Grüße
    Sylvie

  18. Erfahren

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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #78
    Zitat Zitat von Fjellsurfer Beitrag anzeigen
    Hallo,

    wieder eine schöne Erzählung über Saariselkä/UKK, danke dafür! Es ist wie Neuigkeiten von alten Freunden zu hören. In den 80-90er Jahren war ich dort - schon an die 10 mal, fast ausschließlich im Winter. Anfangs sind wir fast immer alleine gewesen und die wenigen, die wir getroffen haben waren hauptsächlich Finnen. Es hat sich aber sehr geändert, es wurde immer voller und die "ungeschrieben Gesetze" wurden immer weniger beachtet - auch zum Teil deswegen weil die "Neuen" meistens keine Einheimische waren, was als solches nicht negativ ist, anfangs war es sogar spannend - aber es war schon sehr anders. Letztendlich habe auch ich den Entschluss getroffen, dass Saariselkä/UKK nichts mehr für mich ist. Nun, seit dem sind an die 20 Jahre vergangen und ich habe viele neue schöne Gegenden entdeckt und die Einsamkeit der "Wildnis" wieder gefunden. Natürlich hilft es wenn man eher schwierig erreichbare und eher unbekannte Zielorte aussucht im Zelt übernachtet und soweit es geht Wege und Pfade vermeidet - wenn man die Ruhe sucht.

    Viele Grüße, Fjellsurfer
    Hallo Fjellsurfer,
    für den Winter kann ich nicht sprechen, aber im Sommer und Herbst haben wir im Park hauptsächlich Finnen getroffen, Ausländer waren eher in überschaubarer Anzahl unterwegs. Ich weiß nicht genau, ob die Bewanderungsdichte dieses Jahr nur die Ausnahme war oder ob sich hier ein Trend abzeichnet. Ich vermute aber Letzteres, wenn selbst die sonst eher wenig frequentierten Hütten gut besucht waren. Die einzige Möglichkeit, Trends entgegen zu wirken, sehe ich für mich darin, diesen Trend nicht mehr mitzumachen. Spannend bleibt dennoch die Frage, wie sich solche Trends entwickeln. Warum war zum Beispiel auch das Touristenzentrum in Kiilopää (am Rande des Parks) dieses Jahr im Sommer regelrecht überfüllt? Haben die ne Werbekampagne geschaltet, dass der Besuch dieser Gegend durchaus auch im Sommer lohnenswert ist? Wie hat sich das rumgesprochen? Liegt es vielleicht auch am Wetter? Welche Faktoren spielen eine Rolle, dass Menschen sich entscheiden, den Park oder die Umgegend zur gleichen Zeit aufzusuchen? Liegt es ausschließlich an der relativ guten Erreichbarkeit des Parks? Wurde diese eventuell in den letzten Jahren verbessert durch zusätzliche Bus- oder Bahnlinien? Wurde das Wandern an sich in den Medien mehr beworben, so als finnische Tugend? Wurde es in den Schulen mehr zum Thema gemacht? Haben die Leute mehr oder weniger Geld, dass sie sich für einen solchen Urlaub entscheiden? Gibt es die Entwicklung, dass die Menschen mehr gestresst sind und deshalb verstärkt die Erholung in der Natur suchen? Fürchten sie vielleicht auch, dass es die Wälder irgendwann in dieser Form nicht mehr geben wird? Diese Faktoren ausfindig zu machen und zu analysieren, hielte ich für eine spannende Angelegenheit. Trends könnten früher ausfindig gemacht und (im Sinne des Naturschutzes) entsprechend reguliert werden. Falls das nicht passiert, erfolgt eben verzögert und eventuell weniger nachhaltig die Selbstregulation: Park zu voll, Leute gehen nicht mehr hin. Oder aber die Entwicklung geht in Richtung: Jeder geht hin, weil es ist so schön, so viele Menschen dort zu treffen. Eine andere Klientel würde einziehen... na ich weiß nicht...

    Mit diesen offenen Fragen lass ich das Ganze jetzt einfach mal im Raum stehen. Die Zeiten ändern sich, das ist gewiss.

    Viele Grüße
    Sylvie

  19. Erfahren

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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #79
    Zitat Zitat von danobaja Beitrag anzeigen
    vielen dank sylvie!

    hier fehlt ein verbeug-smilie.

    du bist schön zu lesen, ich mag alles von horror über hiker-sadomaso bis finnisch lieblich von dir. und vor allem, dass, wenn man schon die lösung vor augen hat immer noch eine kurve kommt.

    ich freu mich schon wenn dich nächstes jahr der axtmann an der hütte am see besuchen kommt und dem stefan seinen stuhl wegnimmt. oder so ähnlich.

    auf jeden fall brenn weiter, feuerwind! brennen ist das schönste was einem passieren kann!

    das wird jetzt wieder ewig dauern bis du vom nächsten urlaub zurück bist.
    Lieber Dan,
    auch jetzt, Wochen nach Deinem Kommentar hier, bin ich noch immer gerührt davon. Vielen Dank, das macht Mut. Vielleicht wird der Axtmann ja nächstes Jahr im Sommer endlich mal in Lehm gegossen und modelliert, damit er sein klägliches Dasein als unausgereifte Horror-Figur in meinem Kopf beenden kann. Zeit genug wäre ja dann in einer Hütte am See, die inspirierende Landschaft direkt vor Augen, ohne sie mühsam durchwandern zu müssen... Eine Idee, einmal gedacht, wirkt terroristisch irgendwie.... Aber immer ist es der Kleinmut, der mich an vielen Dingen hindert. Das sei nun beendet. Das Feuer ist ja schon da, es muss nur noch gefüttert werden.

    Auf in ein neues Abenteuer! Schneesturm und Feuerwind!!!

    Ich denke an Dich, lass es Dir gut gehen, bis vielleicht ganz bald?

    Sylvie

  20. Erfahren

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    AW: [FI] Über die Fjälls in Lappland: Vom Wandern und Schreiben

    #80
    Wenn die Lokal-Journalisten Deine Beiträge verfolgen und davon recht angetan sind, dann kommt am Ende sowas bei raus. Ich finde, das ist ein krönender Abschluss meiner Schreiblaufbahn hier. Zumindest erst mal vom UKK.



    Ahoi in die Runde!

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