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    Wechsel Tempest 3

    #1
    Hersteller: Wechsel
    Modellbezeichnung: Tempest 3
    Modelljahr: 2019
    UVP: 699,95 EUR
    Kaufdatum: Juli 2019

    Zelttyp: Tunnelzelt
    Max. Personenanzahl: 3
    Material Außenzelt: 100% Nylon (20D Ripstop Nylon); SI/SI-beschichtet
    Weiterreißfestigkeit: 7 kg
    Wassersäule: 3.000 mm
    Material Innenzelt: 100% Nylon (20D Ripstop Nylon)
    Moskitonetz: Nylon NoSeeUm 20D
    Material Boden: 100% Nylon (40D Ripstop Nylon); PU-beschichtet, getapte Nähte
    Wassersäule Boden: 5.000 mm
    Gestänge Material: Aluminium 7001 T6 EF, Shock Tip,
    Gestänge Maße: 9mm, geteilte Länge: 44 cm
    Heringe: Wechsel V-Peg, 17 cm
    Packmaß: 45 x 20 cm (Herstellerangabe) > wenn man optimal packt, geht das schon
    Gewicht: 2,85 kg (Herstellerangabe) > für den kompletten Lieferumfang habe ich 2,92 kg nachgewogen

    Vorgesehener Einsatzbereich: 3 Jahreszeiten, Trekking, Kajak, Fahrrad, Roadtrips als komfortables 2-Personenzelt oder als "Kleinfamilienzelt"

    Ausstattung und besondere Details:
    - AZ wird zusammen mit IZ aufgestellt
    - Längslieger
    - Asymetrisch geschnittenes Innenzelt, für Personen über 2 m geeignet
    - 2 Lüfter am Fußende, 2 Lüfter am Kopfende in der Apsis
    - 1 große Apsis mit 2 Eingängen, kann komplett aufgerollt werden
    - Innenzelttüren oben mit Mesh (nicht verschließbar)
    - 8 Innentaschen im IZ (4 rechts, 4 links)
    - farblich markierte Gestängekanäle

    Pro-Kauf-Argumente (Stärken):
    - Luxuriöses Platzangebot auch für meine Körpergröße
    - AZ wird zusammen mit IZ aufgestellt
    - Gewicht (knapp) unter 3 kg, weniger wäre schön gewesen.
    - Möglichkeit, auf eine 3. Person zu erweitern

    Contra-Kauf-Argumente (Schwächen):
    - Farbe (nur dunkelgrün)
    - Für 2 Personen evtl. überdimensioniert
    - Recht große Stellfläche
    - Nicht freistehend

    Körpergrösse Testperson: (in cm): 1,95 m (& 1,67 m-Freundin )
    Outdoorerfahrung Testperson: (1-wenig bis 7-hoch): 3 (vielleicht 4?)

    Hintergrund

    Auch wenn ich seit einigen Jahren mittlerweile "draußen" unterwegs bin, habe ich bisher nur ein 15 Jahre altes 30 Euro Lidl-Zelt besessen. Entweder ich habe Hüttentouren gemacht oder in Zelten von Reisepartnern oder Verleihern geschlafen - so gern ich wollte, es gab keine Rechtfertigung für mich, ein eigenes anzuschaffen...
    Das änderte sich jetzt - meine Freundin und ich wollen zum Wandern nach Norwegen, die Zeltberatung dazu fand hier statt.

    Am Ende ist es das Tempest 3 geworden, auch wenn ich bis zuletzt die Größe für zwei überdimensioniert fand und es mit 2,8 kg am oberen Limit war. Benchmark waren 2,3 kg vom Mutha Hubba, dass ein Kumpel besitzt und mit dem wir Schottland waren (hier).
    Das Raumangebot war sehr gut. Leider wird das IZ zuerst aufgebaut, was ein Ausschlusskriterium für mich war.

    Etwas leichteres mit vergleichbaren Spezifikationen findet man nicht wirklich... Ich zumindest nicht.
    Aber naja, das Argument war ja, dass es auch mal für 3 reichen sollte. Und für spezielle Sachen geht der Trend dann eher zum Zweitzelt

    Lieferumfang, erster Eindruck, Aufbau

    Das Zelt kommt im Packsack, der auch aus dem Zeltstoff besteht und mir beim ersten Anfassen direkt sehr rutschig vorkam...
    Ansonsten gibt es 3x Gestänge, 1 kürzeres, 2 gleichlange längere. Dazu 19 Heringe. 18 braucht man um es komplett abzuspannen, einer ist offenbar Reserve.
    Eine Reparaturhülse und eine Tube SilNet liegt auch noch drin. Nicht besonderes also




    Im Vergleich zur 800 ml Kleen Kanteen

    Der Aufbau geht sowohl theoretisch als auch praktisch relativ einfach.
    Zelt ausbreiten, IZ ist bereits eingeknüpft, an den hinteren Heringsschlaufen befestigen und dann erstmal die Stangen einschieben.
    Das läuft extrem geschmeidig und hat mich sehr positiv überrascht. Die Gestängekanäle sind markiert. 1x gelb, 2x schwarz. Die schwarz markierten Eingänge zu finden nervt schon. Ich hätte auch nix gegen grün gehabt, aber gut Wahrscheinlich nervt mich das nur noch 1, 2 Mal, dann passt es



    Beim Aufrichten habe ich mich beim ersten Mal bisschen doof angestellt und den ersten Gestängebogen gegriffen anstatt die vorderen Heringsschlaufen... Habe ich irgendwie zu spät bemerkt, weshalb das AZ zwischen den Stangen etwas schlaff hing. Werde ich beim zweiten Aufbau drauf achten...

    Beim ersten Aufstellen habe ich - ohne große Erfahrung mit Tunnelzelten und allein - vielleicht 10 min gebraucht inkl. vielem Gucken und Rumspielen. Dann noch mal bisschen mehr Zeit zum kompletten Abspannen. Wenn man das zu zweit macht und eingespielt ist, sollte das sehr fix gehen.

    Hier mal eine Ansicht von allen Seiten:










    Zweite, kleinere Apsistür


    Blick in die große Apsistür und zum asymetrischen IZ

    Die Details haben mich größtenteils überzeugt, d.h. Verarbeitung, gefühlte Robustheit, Handling...


    Farblich markierter Stangenkanal


    Öse fürs Stangenende und Heringsschlaufe

    Bei den vorderen und hinteren Heringsschlaufen, fand ich, dass sie recht rutschig auf den V-Heringen liefen. Vermutlich muss man die Heringe einfach nur flach genug in den Boden stecken? Zu steil wird es auf jeden Fall uncool, weil oben am Hering eben eine Art Widerhaken oder so fehlt...


    Hintere Heringsschlaufe, feine Längenanpassung


    Befestigung der Abspannleinen

    Es gibt vier kleine Lüfter, zwei vorn, zwei Hinten.



    Gehen wir mal Richtung Innenzelt...
    Die große Tür hat zwei Zipper, man kann also schön morgens drin sitzen und mal kurz das Wetter checken oder nachts noch für mehr Belüftung sorgen.



    Die kleine Tür hat nur einen Zipper und kann nur von unten geöffnet werden.



    Zum Aufrollen der Türen (und des Vorzelts) sind normale Knebel dran. Nichts besonderes.



    Die Innenzelttür... Ich verstehe nicht, wieso so ein Zipper dort verläuft, der quasi nur und der unteren linken Ecke zusammengeführt werden kann. Erstes kann ich mir schwer vorstellen, dass das kompletten mückendicht ist und zweitens muss die Person, die an der langen Seite des IZ liegt (ich...) sich ganz schön Verrenken, um das IZ aufzumachen.
    Schade, dass man keinen umlaufenden Zipper gewählt hat, wobei man die Schieber frei platzieren kann.




    So laufen die Zipper aufeinander. Komisch irgendwie...

    Weiter Richtung Innenzelt wird der Eindruck wieder besser
    Sehr viel Platz und viele Möglichkeiten zur Organisation. Links und rechts gibt es jeweils 4 (!!) Meshtaschen. Das ist wirklich komfortabel.





    Das IZ ist unten mit Clips eingehängt, oben gibt es einfache Gummizüge, die man einfach tauschen kann.
    Der Abstand ist recht großzügig, würde ich sagen.





    Ist der Platz in der riesigen Apsis doch mal zu knapp, kann die lange IZ-Seite per rotem Clip einfach ausgehängt und zurückgeschlagen werden. Vielleicht beim Unna abgeguckt?


    Gut zu finden Rechts sieht man auch die Zugentlastung für kleine Tür, das sieht bei der großen genau so aus

    Falls es zu warm im Zelt wird oder man einfach in den Schlafsack eingekuschelt einen tollen Sonnenuntergang gucken möchte, kann man bei schönem Wetter für den Panoramablick - in eine Richtung - sorgen:


    Schön offener Aufbau...


    ... und der Panoramablick nach außen.

    Das Abbauen geht auch ziemlich schnell, dabei waren wir auch zu zweit Das einzige Thema ist das ordentliche zusammenfalten und in den Packsack stecken, da bin ich noch nicht so ganz routiniert Das Außenzeltmaterial ist ziemlich glatt, vor allem, wenn es aufeinander liegt und man es rollen will oder so...

    Während des Einpackens und den kleinen Frustpäuschen wegen des glatten Materials hatte ich wenigstens ein bisschen was zu gucken





    Wie geht es weiter?

    Wie gesagt - das Zelt kommt nächste Woche mit nach Norwegen, Trollheimen oder Rondane, je nachdem, wo die Wettervorhersage weniger schlecht ist und wird dort einem Praxistest unterzogen, wo ich dann sicher noch ein paar Fotos im Einsatz nachliefere.
    Bis dahin bin ich noch dabei mir ein Groundsheet zu schneiden, das einen Teil der Apsis abdeckt.

    Ansonsten macht das Zelt erstmal einen tollen Eindruck. Komfortabel, einfacher und schneller Aufbau, gute Verarbeitung...
    Die kleinen Kritikpunkte, die ich bisher habe, stellen sich vielleicht weniger praxisrelevant dar, dafür kommen noch andere dazu? Ich werde es sehen und berichten

    Eine Frage habe ich schon mal an die Schlauen hier... Wie läuft das bestenfalls mit dem Zusammenlegen? Außenzelt nach innen falten und dann den Boden aufrollen oder den Boden nach innen falten und das AZ rollen? Oder alles in den Packsack stopfen (Gestänge und Heringe dann natürlich separat...)?

    Ist es egal? Solange es trocken ist zumindest...?

    Naja, soweit erst mal... Danke fürs Lesen

    Geändert von geige284 (06.07.2019 um 00:10 Uhr)

  2. Moderator
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #2
    Also wir als Besitzer des Tempest 2 (=eine Nummer kleiner) schaufeln beim Zusammenlegen erstmal die Apsis auf das Außenzelt des Mittelteils und klappen dann den "Biberschwanz" ebenfalls auf das Mittelteil. Dann falten wir das Mittelteil so oft, dass die so entstehende "Wurst" die gewünschte Breite hat (für einige Rucksäcke ist kurz+dick besser, für andere lang+schmal). Dann rollen wir die "Wurst" mit dem Boden nach außen.

    Deine Verwunderung bzgl der Reißverschlüsse des Eingangs teilen wir absolut. Bei unserem vorherigen Zelt gab einen Doppelreißverschluss rundum. Da werden wir wohl auch noch beim Outdoor-Service-Team eine Änderung vornehmen lassen. Mücken- und sogar midgedicht ist die Reißverschluss-Ecke aber trotzdem.

    Bei unserer jüngsten Schottland-Regentour ist uns außerdem negativ aufgefallen, dass die Innentür geneigt ist. In einer Nacht mit extremem Trommelregen haben die Erschütterungen von außen Kondenswasser von der Apsisdecke durch das Meshteil der Innenzelttür geschleudert.

    Insgesamt ist es aber schon ein schickes, leichtes und gut verarbeitetes Zelt, das kann man nicht anders sagen. Wenn Wechsel jetzt noch mal an die Innenzelttür rangeht, sie senkrecht stellt und ein besseres Reißverschlusskonzept realisiert, wäre es perfekt. (vielleicht liest ja jemand hier mit )
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  3. Fuchs
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #3
    Moin,

    Thema Heringe und „fehlender“ Widerhaken: Einfach den Hering umdrehen! Das mutet zwar merkwürdig an, gehört
    aber so. Schau dir dazu mal das eine oder andere Aufbau - Video von Hilleberg an, da wird es genau so gemacht.
    Ausgetretene Pfade sind die sichersten, aber es herrscht viel Verkehr. Ergo: Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

  4. Dauerbesucher
    Avatar von geige284
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #4
    Ach, danke für den tip mit den Heringen, werde ich gleich ausprobieren beim nächsten Aufbau. Muss eh noch das groundsheet anpassen

    Die schräge IZ Tür ist ja interessant, ist mir noch gar nicht aufgefallen, aber klar, wenn es von oben tropft, ists doof...
    Dnan muss man die Liegelange ausnutzen und weit nach hinten rutschen 😌

  5. Fuchs

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    AW: Wechsel Tempest 3

    #5
    Da mich das Zusammenlegen der rutschigen Silnyl-Zelte ( Wechsel Pathfinder und Halos ) immer nervt , stopfe ich sie einfach in den Packsack . Funktioniert seit 15 Jahren problemlos .

    MfG , windriver

  6. Alter Hase

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    AW: Wechsel Tempest 3

    #6
    Vorab. Danke für die ausführliche Vorstellung des Zeltes.

    Allerdings verstehe ich das Konzept bei Wechsel nicht wie so oft, wenn ein klassischer Zelthersteller leichte Zelte bauen will.

    Leichtbau heißt ja nicht eine klassische Konstruktion einfach mit dünnen Stoffen zu realisieren. Genau das hat Wechsel getan.

  7. Dauerbesucher
    Avatar von geige284
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #7
    Aha? Kann nicht ganz folgen.
    Die Stoffe sind jetzt nicht besonders dünn im Vergleich zu anderen Herstellern.
    Für mich ist es eher das Konzept eines komfortablen 3 Personen Tunnels, mit der Besonderheit des asymmetrischen IZ. Dabei wurden halt nicht schwerere Materialien als nötig verbaut. Find ich aber auch ok

  8. Alter Hase
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #8
    Zitat Zitat von mitreisender Beitrag anzeigen
    Vorab. Danke für die ausführliche Vorstellung des Zeltes.

    Allerdings verstehe ich das Konzept bei Wechsel nicht wie so oft, wenn ein klassischer Zelthersteller leichte Zelte bauen will.

    Leichtbau heißt ja nicht eine klassische Konstruktion einfach mit dünnen Stoffen zu realisieren. Genau das hat Wechsel getan.
    und da verstehe ich dich nicht, schau dir einfach mal das Zelt an, anstatt wie immer durch die theoretische Brille zu gucken.

    Wechsel hat ein klasse Tunnelzelt mit tollen Ausmaßen und einem geringen Gewicht zurecht geschneidert. Natürlich haben die Zelte auch Verbesserungspotenzial. Ich habe mich da im Vorfeld der Käufe mit Pfad-Finder sowie Geige unterhalten. Auch wir wollen die Innenzelttür modifizieren lassen.

    Stell das Wechsel neben Hilleberg (ja ich weiß, nicht UL. Aber für viele die Referenz) da kann Hilleberg kaum Punkte einfahren. Wenige Details sind natürlich bei HB etwas besser im Detail gelöst. Raum-Gewichtsverhältnis ist bei den Wechsel echt schwer zu toppen.

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

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  9. Alter Hase

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    AW: Wechsel Tempest 3

    #9
    Und ich verstehe nicht, wieso hier ein Berliner Zelt jetzt nicht kritisch begutachtet werden darf, während alle anderen UL Zelte, die im Hinblick auf UL konstruiert werden, hier oft müde belächelt werden.

    Ich habe einfach meine Bedenken geäußert (auch die Helsport SUL Reihe im Hinterkopf), dass ich es für wenig sinnvoll halte, ein Zelt aus so leichte Stöffchen wie möglich zu bauen, wenn man nicht auch die anderen Details mit einbezieht. Wozu brauche ich bei einem auf Gewicht getrimmten Zelt zB einen Panoramaausblick?

    Weniger ChiChi und etwas stärkeres Material würde in langlebiges, trotzdem leichtes Zelt schaffen. Im Prinzip hat Wechsel das Outpost aus 20den/40den gebaut. Und attestiert dem Zelt nur 3 JZ Tauglichkeit.

    Wohin das führt liest man ja immer wieder bei den Helsport SUL Zelten.

    Mal abgesehen davon möchte ich nicht wissen, wie oft und stark man das Tempest nachspannen muss bei dem Hauch von SilNylon. Mein GoLite SL3 war diesbzgl schon echt die Hölle.

  10. Dauerbesucher
    Avatar von geige284
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #10
    Zitat Zitat von mitreisender Beitrag anzeigen
    Wozu brauche ich bei einem auf Gewicht getrimmten Zelt zB einen Panoramaausblick?.
    Ist es ja nicht.
    Sonst hätte es auch kaum das extra lange Innenzelt.
    Aber man muss ja auch nicht mehr Gewicht einsetzen als nötig. Wie oben geschrieben, das Konzept ist nicht, UL zu sein. Das bewirbt Wechsel auch nicht offensiv IMHO.

  11. Alter Hase

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    AW: Wechsel Tempest 3

    #11
    Zitat Zitat von geige284 Beitrag anzeigen
    Aha? Kann nicht ganz folgen.
    Die Stoffe sind jetzt nicht besonders dünn im Vergleich zu anderen Herstellern.
    Für mich ist es eher das Konzept eines komfortablen 3 Personen Tunnels, mit der Besonderheit des asymmetrischen IZ. Dabei wurden halt nicht schwerere Materialien als nötig verbaut. Find ich aber auch ok
    20den ist saudünn und nicht wirklich lange haltbar. Überleg mal, was gerade bei einem TZ, das vom Abspannen lebt, da aushalten muss. Zudem hängt ein 20den SilNylon schon deutlich durch bei Nässe. Und der Boden führt dazu, dass dann viele doch eine Zeltunterlage mitschleppen, was den Gewichtsvorteil doch eher zunichte macht.

    Ist n nett konstruiertes Zelt, aber etwas robusterer Stoff und dafür anderes Weglassen hätte meiner Meinung nach mehr geholfen. Ich kriege da bei Wechsel eher das Gefühl, dass die bei einem derzeitigen Trend mitziehen.

    Ist aber nur meine Meinung. Dir wünsche ich jedenfalls viele schöne Nächte darin.

    Und hier mal mein Zitat von der Fa Lightwave zu 20den SilNylon

    The 20 denier flysheet used in our raid tents are as light as we are prepared to go. Depending on the amount of use, you may get 5-10 years usage. (Flysheets made from 15 or even 10 denier yarns will have a short life, representing not only a poor return on the money spent, but are also more irresponsible in environmental terms as you would be replacing these far more often. They do not make good ground-fill.) https://www.lightwave.uk.com/product...oduct=product2

    Sprich. Vorprogrammierter Sondermüll.

  12. Moderator
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #12
    Wir haben das Tempest 2 gekauft, weil unser Kaikialla Tripole 3 - vor neun Jahren extrem günstig gekauft - a) jetzt am Boden schwächelt und b) mir zu schwer wurde (3,6kg ehrlich gewogen). "Man wird nicht jünger..."

    Das Tempest ist genauso wie das Kaikialla unser Zelt für Touren, wo man unter um Umständen auch mal einen Tag abwettern muss. Für alle anderen nehmen wir ein Hubba Hubba. Das ist auch von der Bodenfläche her praktischer als so ein langer Tunnel.

    Hilleberg, Helsport, Fjällräven und Nordisk haben wir uns übrigens auch angesehen (danke an Camp4 fürs Orankecamp). Ausschlussgrund war nie der Preis, sondern vor allem zu kurze effektive Liegelänge ohne Berühren des Innenzelts, gefolgt von unzureichender Innenhöhe, fehlendem Gewichtsvorteil gegenüber Kaikialla, zu wenig Innenbreite. Wenn Wechsel stärkeren Stoff verarbeitet hätte und bei 3kg rausgekommen wäre, hätten wir es auch noch genommen. Das Raumgefühl ist einfach klasse. Man kann dank der assymmetrischen Fläche sogar recht bequem im Innenzelt kochen, ungestört von Midges und ohne die Isomatten wegstauen zu müssen. Die zweite Apsistür haben wir intensiv genutzt - ist also eine gute Idee!

    Einziger Schwachpunkt aus unserer Sicht ist wirklich der Eingang ins Innenzelt. Da sind wir vom Kaikialla verwöhnt: Rundum um eine Mesh-Tür ein Zweiwege-Reißverschluss, die Meshtür mit einem weiteren Rundum-Reißverschluss hinterlegt mit Innenzelt-Stoff. In der insektenfreien Saison haben wir da zwecks besserer Belüftung oben immer einen Schlitz offenlassen.

    Das Durchhängen ist nicht anders als beim Kaikialla; einmal nachspannen reicht also selbst bei Dauerregen.


    In Schottland bei schönem Wetter...


    ... und vor dem Beginn des Regeninfernos südlich von Shiel Bridge.
    Geändert von Pfad-Finder (06.07.2019 um 20:34 Uhr)
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #13
    Zitat Zitat von Pfad-Finder Beitrag anzeigen
    Also wir als Besitzer des Tempest 2 (=eine Nummer kleiner) schaufeln beim Zusammenlegen erstmal die Apsis auf das Außenzelt des Mittelteils und klappen dann den "Biberschwanz" ebenfalls auf das Mittelteil. Dann falten wir das Mittelteil so oft, dass die so entstehende "Wurst" die gewünschte Breite hat (für einige Rucksäcke ist kurz+dick besser, für andere lang+schmal). Dann rollen wir die "Wurst" mit dem Boden nach außen.
    Genua so haben wir es jetzt auch gemacht. Hat sich als extrem zweckmäßig rausgestellt. Man kann das Zelt gleich auf dem. Boden liegen lassen, wie es ist und einfach falten, besonders bei viel Wind von Vorteil! Außerdem rollt es sich sehr angenehm und das entrollen war auch immer sehr bequem.
    Danke für dne Tipp!

  14. Alter Hase
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #14
    Ich rolle unser vierer ebenfalls so auf. Nerven tut mich allerdings, dass die dünne schwarze Schnur die eigentlich unter dem Zelt verläuft dabei irgendwie immer oberhalb der Apsis landet...

    @Geige
    Ich schreib dir zwar gleich noch ne Whatsapp, aber wie hat sich das Zelt denn in Norwegen geschlagen? Seid ihr zufrieden?

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

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    AW: Wechsel Tempest 3

    #15
    Ich schreib noch ausführlicher, aber schon lap so viel... Es musste sich zwar nicht sooo sehr bewähren, aber ja, wir sind sehr zufrieden soweit

  16. Dauerbesucher
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #16
    Das Zelt hat uns in für 6 Tage in Rondane begleitet. Wie versprochen, möchte ich dazu noch mal ein paar Praxiserfahrungen beisteuern

    Aufbau

    Wir haben das Zelt nie während wirklich rauer Bedingungen aufbauen müssen, Regen gab es (zumindest während des Aufbaus) nicht, ein paar mal war es windig. Wenn man schön bodennah bleibt und besonders zu zweit arbeitet (d.h. der eine schiebt die Stangen in die Kanäle, der andere nimmt sie ab, steckt sie in die Öse, der eine schiebt den Rest der Stange durch und steckt sie in die andere Öse) klappt das ziemlich unkompliziert.
    Bis das Zelt steht (ohne Abspannleinen) vom Auspacken des Beutels bis zum "Langziehen" des Tunnels + Setzen der 4 zentralen Heringe (vorn und hinten je zwei), sind ca. 7 Minuten vergangen.
    Finetuning und Abspannen aller Leinen nimmt evtl. noch mal genauso viel Zeit in Anspruch. Dabei haben wir aber nicht zu zweit gearbeitet, da Melli sich schon mal an die Inneneinrichtung gemacht hat

    Ein kleiner Negativpunkt für mich war, die Zeltbahnen zwischen den Gestängebögen ordentlich auf Spannung zu bringen. Ziehe ich den Tunnel in die Länge und lass die Stangen auf dem Boden stehen, wo sie eben aufkommen, ist die Zeltbahn noch nicht ganz so ideal gespannt. Wenn es windiger war, habe ich meist noch etwas nachgeholfen, und die Stangen noch mal manuell von hinten nach vorn weiter nach vorn gezogen. Das war etwas nervig, danach stand es aber gut im Wind.

    Nichtsdestotrotz flattert das Zelt im Wind doch ganz schön, da hab ich etwas weniger erwartet. Ich denke nicht, dass das schlimm ist, ich hatte nie Angst ums Material. Vielleicht ist es auch auf meine Unerfahrenheit mit Tunnelzelten zurückzuführen? Aber andere Tunnel von Hilleberg oder Helsport, die wir unterwegs gesehen haben, waren gefühlt "leiser".

    Abbau

    Easy. Alle Heringe der Leinen und an den Enden der Stangen raus, Abspannleinen aufschießen (hatten immer gutes Wetter und konnten uns die Zeit nehmen. Bei schlechterem würde ich sie einfach hängen lassen und in die Mitte werfen), vordere Heringen raus, Stangen rausschieben und zusammenlegen, hintere Heringe raus, einer vorn, einer hinten, vorn die Apsis Richtung IZ klappen, rechte Seite in die Mitte (Boden oben) klappen, linke Seite darauf, auf dem Groundsheet zusammenrollen.
    Groundsheet, Gestänge und Heringe habe ich immer einzeln verpackt.

    Kritikpunkte

    Wie erwartet hat sich der Reißverschluss des IZ als nicht so praktikabel herausgestellt. Das Handling empfand ich als nervig, mit einem umlaufenden Zipper wäre man mMn besser gefahren.

    Die Knebel und Schlaufen um Türen aufzurollen waren mir etwas knapp bemessen. Da muss man die Tür schon sehr genau rollen, damit das auf Anhieb klappt. Ich glaube, mit Handschuhen ist es ein Ding der Unmöglichkeit (wobei, wenn man Handschuhe trägt, will man vielleicht die Türen nicht aufrollen? ). Hier fände ich Gummischnüre (oder etwas längere Schlaufen) praktischer.

    Die Abspannung der Rückseite. Es kommt vor, dass Regenwasser nicht vom AZ abläuft, sondern sich eine kleine Kuhle bildet, wo es sich drin sammeln.
    Liegt es daran, dass die Spanner der Heringe rechts und links etwas hoch am AZ angesetzt sind und die Zeltbahn so gerafft wird, dass sich die Kuhle bildet? May be...


    Zelt wurde gerade abgeschüttelt, weshalb hier kein Wasser in der Kuhle liegt. Hab erst danach dran gedacht, ein Foto zu machen

    Am Innenzelt ist mir ein Mini-Loch aufgefallen. Keine Ahnung, ob Fertigungsfehler oder eigenes Verschulden? Ist wirklich sehr klein, sodass vermutlich selbst Mücken mühe hätten, durchzukommen...

    Minuspunkt ist - wie schon geschrieben - die Farbe. Ein rotes/oranges Zelt wäre doch mal schön
    Tatsächlich hatte der Fotograf Stephan Wiesner von Wechsel mal ein oranges Pathfinder bekommen (siehe hier, ich meine, das war eine Sonderanfertigung?), wieso gibt es die Farbe nicht fürs Tempest?
    Tatsächlich stehe ich mit Wechsel zurzeit ein wenig in Kontakt, kann ja mal fragen

    Pluspunkte

    Das Platzangebot ist luxuriös. Sowohl in der Länge als auch in der Höhe, Komfort pur, auch bei 195 cm Körpergröße
    Die Apsis ist so großzügig, dass ich beim Kochen meistens draußen saß bzw. mich da hingelümmelt habe, während Melli im IZ saß. Es ist auch sehr angenehm, dass man mit 195 cm in der Apsis sitzen, hocken, knien kann, ohne oben anzustoßen.

    Die vier Netztaschen pro Seite im IZ erlauben eine tolle Organisation.

    Die zweite Apsistür ist schön, wenn man das Zelt einräumt und beide gleichzeitig am Rumrödeln sind.
    Später haben wir sie nicht mehr sonderlich genutzt, dann haben wir eher den Haupteingang benutzt.

    Gewicht & Packmaß fand ich für die Größe absolut vertretbar!

    Fazit

    Rein optisch scheinen die Minuspunkt oben zu überwiegen, aber das stimmt natürlich nicht. Ein tolles Zelt haben sie gebaut, was komfortabel für 2, aber vermutlich immer noch gut für 3 Personen geeignet ist.
    Die Kritikpunkte, die ich habe sind Kleinigkeiten, evtl. kann man übers Outdoor Service Team noch mal was ändern lassen. Ich warte da mal auf Berichte von codenascher und Pfad-Finder

    Als wir von der Tour zurückkamen, ist mir ein gerissenes Loch in der RV-Abdeckung des Haupteingangs aufgefallen. Wir können uns an keine Situation erinnern, in der das passiert sein könnte, aber es ist da. Vermutlich beim einhändigen Öffnen des RV passiert, da ist er immer wieder in den Stoff gelaufen. Mussten uns disziplinieren, das mit zwei Händen zu machen bzw. mit einem Finger den Zipper zu führen...
    Schade, aber zum Glück eine unkritische Stelle. Ich werde das mit einem Stoffrest von dem MYOG-Groundsheet reparieren, lt. Wechsel ist die RV-Abdeckung aus dem Bodenmaterial und hat eine PU- und keine SI-Beschichtung.

    Aber das verbuche ich unter eigener Blödheit. Ansonsten ist alles schick und ich freue mich schon auf den nächsten Einsatz

    Anbei noch ein paar Bilder aus Norwegen.



























    Geändert von geige284 (07.08.2019 um 10:35 Uhr)

  17. Alter Hase
    Avatar von codenascher
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #17
    Hallo Erwin,
    danke für die Ergänzung deines Testberichts, der auch so schon sehr ausführlich und sehr gut geschrieben wurde.

    Ich kann einige deiner Kritikpunkte unterschreiben, gerade der Innenzelteingang ist stark verbesserungswürdig. Aber das haben wir ja schon weiter oben diskutiert. Anfrage an das OST geht an Ende der Saison raus, da mein Summerlite seine erste Wartung benötigt. Pimp my Penntüte.

    Wir haben in unserem Vierer bisher 7 Nächte auf zwei kurzen Touren gepennt. Wenn es ok ist, würde ich mich gerne an deinen Bericht anhängen und ein paar Sätze zu unserem vierer schreiben. Vielleicht mach Pfadi ja noch mit dem Zweier mit?

    Bin im Wald, kann sein das ich mich verspäte

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    Avatar von geige284
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #18
    Na, immer gern doch!
    Dann könnte der Titel evtl. auch geändert werden.

  19. Lebt im Forum
    Avatar von lutz-berlin
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #19
    Aenderungswuensche immer auch an das Wechsel Team senden!
    User Meinungen werden da noch Ernst genommen.

  20. Dauerbesucher
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    AW: Wechsel Tempest 3

    #20
    Ja, ich stehe schon mit Wechsel in Kontakt.
    Sie haben mich auf ein Instagram-Bild hin angeschrieben, auf dem ich sie getaggt hatte.

    Und es kam auch die Frage, ob ich der bin, der hier auch den Reisebericht im Forum geschrieben hat

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