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  1. Dauerbesucher
    Avatar von Baciu
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    Erfahrungen zu Hängematten

    #1
    Hallo,
    mal an die Hängemattenprofis. Irgendwie verlagern sich meine Wanderungen immer mehr vom baumlosen Hochgebirge in waldreiche Gefilde. Da hab ich mir überlegt, wäre eine Hängematte mit Tarp als Biwakausrüstung durchaus mal eine Überlegung wert.
    Leider habe ich keine praktische Erfahrung im Internet bin ich öfter auf die „Koma“ Hängematte von Dendronaut gestoßen. Leider gibt es den Laden nicht mehr und auch nicht die Matte.
    Als Alternative fand ich noch das Modell Warbonnet Ridgerunner. Hat jemand Erfahrung mit der Matte? Welches Tarp wäre dafür geeignet? Und was gibt es noch so zu beachten beim Mattenkauf? Alle Tipps willkommen…


    p.s. Falls des Thema hier bei den Schlafsäcken nicht passt, bitte verschieben...

  2. Anfänger im Forum

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    AW: Erfahrungen zu Hängematten

    #2
    Hi, am besten du gehst mal ins https://www.haengemattenforum.de. Dort erfährst du alles was du wissen willst.
    Tree Girl ist dort die Expertin mit einem eigenen Laden. http://www.shop-016.de/shop-campinghammock.htm
    Viel Spass beim hängen!

  3. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von TanteElfriede
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    AW: Erfahrungen zu Hängematten

    #3
    ...yepp ich glaube auch da sind andere Bereiche besser informiert als wir hier.

    Ich nutze eine Expeed Hängematte wo Tarp und Moskitonetz mit dabei sind. Aber ich nutze sie selten, weil ich als hektischer Drehkreisel Schläfer mit dem Setup nicht so wirklich klar komme. Aber hin und wieder ist es mal lustig.

  4. Erfahren
    Avatar von xuanxang
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    AW: Erfahrungen zu Hängematten

    #4
    Als Besitzer einer Dendronautbrückenhängematte kann ich bestätigen, dass diese Hängematte das Tüpfelchen auf dem i darstellt und bin glücklich einer der wenigen zu sein die ein solches Exemplar besitzen. Nein, ich gebe die nicht her, die Warbonnet Ridgerunner aber ist in keinem Fall schlechter, halt nur etwas kürzer. Sich gleich so etwas Teures zuzulegen um mal auszuprobieren ob das funktioniert wäre meiner Meinung nach unsinnig, zumal solches Material nicht so häufig auf dem Gebrauchtmarkt zu finden ist.
    Vor kurzer Zeit hatte das schon erwähnte Hängemattenforum ein Treffen in Bayern, da hättest du die Gelegenheit gehabt die verschiedensten Modelle auszuprobieren. Leider ist dieses Treffen vorbei und das kommende muss erst einmal geplant werden und das ist nicht so einfach da ein Platz benötigt wird an dem sich mehrere Leute zwischen die Bäume hängen können und von denen gibt es nicht so viel. Von meiner Seite aus könnte ich dir Anbieten meine Hängematten zu begutachten und probe zu liegen, ich empfehle aber mindestens eine komplette Nacht in einer Matte geschlafen zu haben um beurteilen zu können ob das was für einen ist, oder nicht. Wenn du aus dem Rhein/ Main kommst wäre das überhaupt kein Problem, dann würden wir einfach mal einen oneneighter machen, wenn du weiter weg wohnst würde sich das etwas schwieriger gestalten. Am kommenden Wochenende bin ich im Allgäu, falls das bei dir in der Nähe sein sollte wäre das vielleicht eine Möglichkeit.
    Was das Tarp betrifft bietet Warbonnet auch solches an, meiner Meinung nach je größer umso besser, meine Empfehlung: Superfly
    Es gibt natürlich Hängematten, die auch viel gekauft werden, die sich in einer ganz anderen Preisklasse befinden, bei Globi gibt es schon ab 25 € so was, aber es ist schon begründet wenn wir fast das zehnfache dafür bezahlen wenn es was aus Amerika sein soll und die sind halt mal ganz weit vorne mit dieser Schlafstätte. Es gibt auch andere europäische Hängemattenherateller die wesentlich günstiger ihr Zeug verkaufen, aber auch hier gilt: warum gebe ich so viel mehr aus um ein Warbonnet, Dream, oder von anderen Herstellern haben zu wollen?
    Erwähnen möchte ich noch das ein setup nicht nur aus der Hängematte besteht: ohne Wärmeisolierung von unten geht nix außerhalb des Äquators. Und was zum zudecken brauchst du dann auch noch.
    Kann aber auch alles selbst genäht werden wenn die Fähigkeit und Möglichkeit vorhanden ist, im Hängemattenforum gibt es da alles darüber zu lesen und Ratschläge noch obendrauf, gewichtseinsparend zum wandern ist das nicht unbedingt, aber dafür liegt man nicht auf dem Boden, bei einer richtig gescheiten Hängematte liegt man da gerne drin und in der kalten Jahreszeit willst‘e da gar nicht raus weil’s so kuschelig ist.

  5. Dauerbesucher
    Avatar von Baciu
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    AW: Erfahrungen zu Hängematten

    #5
    Hallo Rolf,

    Danke für den ausführlichen Beitrag. Das ist doch schon mal gut Info.
    Zu den Kosten:
    Nun, in mehr als 30 Jahren Erfahrung im „Outdoor“-Bereich habe ich gelernt. Wer billig kauft, kauft zweimal… Und ich will die Matte ja nicht weil sie aus Amerika kommt… Was ich so gelesen habe, bieten diese Matten den bestmöglichen Schlafkomfort.
    Nun mal von Freiburg bis Bayern oder sonst wo hin zu fahren, um mal auf einer Matte zur Probe zu liegen ist meiner Meinung nach Unsinn…
    Auch danke für dein Angebot mal auf deiner Matte zu liegen. Aber ich wohne halt nicht gerade um die Ecke und auch organisatorisch wäre das für mich eher umständlich.
    Und klar UL ist das nicht, aber wie du schon sagst die Bodenverhältnisse sind da völlig wurscht und zwei Bäume im Wald finden sich immer. Und es gibt noch ein paar andere Annehmlichkeiten gegenüber 'nem Zelt oder Tarp…

  6. AW: Erfahrungen zu Hängematten

    #6
    Es gibt auch Hänger in Deiner Nähe. Am besten, Du begibst Dich mal ins Hängemattenforum. Da wird sich schon eine Lösung für Dein Problem finden.
    Bei Tieren reden wir von artgerechter Haltung, aber den Menschen pferchen wir in Städten zusammen.

  7. Erfahren

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    AW: Erfahrungen zu Hängematten

    #7
    Den Ausführungen von Rolf ist eigentlich nichts hinzuzufügen.

    Sollte es Dich mal auf einen der Pfälzer Trekkingplätze verschlagen, kannst Du Dich ja vorher mal melden. Evtl. lässt sich ein Probeliegen in einer Koma und/oder Warbonnet Blackbird XLC realisieren.

  8. Dauerbesucher
    Avatar von Baciu
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    18.07.2013
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    AW: Erfahrungen zu Hängematten

    #8
    Ja im Pfälzerwald bin ich öfter... Und am Kalmit-Trekkingplatz hab ich mal einen in 'ner Hängematte liegen sehen, sah gut aus... (Wegen dem Fuchs?? )

  9. Erfahren

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    AW: Erfahrungen zu Hängematten

    #9
    Zitat Zitat von Baciu Beitrag anzeigen
    (Wegen dem Fuchs?? )
    Glaube ich jetzt weniger. Der Fuchs steht weniger auf Typen, sondern mehr auf Schuhe. Ist bestimmt ein Weibchen.

  10. Erfahren

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    AW: Erfahrungen zu Hängematten

    #10
    Welche Hängematte für dich die richtige ist, kann dir niemand sagen. Rolf liebt seine Dendronaut Koma Brückenhängematte über alles - ich würde mein Warbonnet Gathered End Hängematten nicht freiwillig hergeben. Hängematten sind mindestens so individuell wie Schuhe: ein Schuh der gut zu mir und meinem Laufstil passt, muss dir noch lange nicht gut passen. Man muss seine Bedürfnisse kennen, oder austesten was man braucht.

    Seltsamerweise bauen die Hersteller wirklich hochwertiger Hängematten in Europa alle keine "normalen" Gathered End Hängematten, sondern Brückenhängematten (Dendronaut, Treem) oder 90° Hängematten (Amok, HammockTent, Cross Hammock). Dabei rate ich allen Einsteigern es erst mal mit einer Gathered End zu versuchen, denn es gibt keine eierlegende Wollmilchsau. Jeder Vorteil wird mit einem Nachteil erkauft, und Gathered End Hängematten sind die am wenigsten spezialisierten Hängematten.

    Bei einer Brückenhängematte brauchst du beispielsweise einen sehr großen Baumabstand, und wegen der breiten Spreizstäbe ein viel größeres Tarp als du es für ein GE Hängematte brauchst (um einen ähnlichen Wetterschutz zu erreichen). Da der Schwerpunkt höher liegt, ist sie kippeliger als beide anderen Hängemattenarten. Auf der Plusseite haben Brückenhängematten keine Falten die auf die Unterschenkel drücken könnten (Stichwort "calf ridge"); sie sind spürbar flacher (aber nicht flach genug zum Bauchschlafen), was manchen Seitenschläfern entgegen kommt; man hat einen besseren Ausblick weil kein Material den Blick versperrt; und wenn man will, kann man eine Isomatte als Isolierung benutzen. Wenn dir diese Vorteile besonders wichtig sind, sind die Nachteile vielleicht nachrangig.

    Bei einer 90° Hängematte ist der Ein- und Ausstieg umständlich - besonders Nutzer mit kurzen Beinen haben es schwer. Bis jetzt gibt es keine Underquilts für diesen Hängemattentyp zu kaufen, d.h. als Isolierung ist man auf eine Isomatte angewiesen. Das kann ein Vorteil sein, wenn man jederzeit in der Lage sein will, auf dem Boden zu schlafen. Ich bevorzuge allerdings die angenehmere Wärme und Dampfdurchlässigkeit eines Underquilts. Auch bei der 90° Hängematte ist der Wetterschutz etwas schwieriger als bei einer GE Hängematte - aber einfacher als bei einer Brückenhängematte. Ob man es mag, kopfüber zu schaukeln ist individuell verschieden. Der größte Vorteil der 90° Hängematte ist meiner Meinung nach, dass man wirklich gut auf der Seite schlafen kann. Außerdem ist dieser Hängemattentyp durch die Schnurkonstruktion leichter als andere Hängematten. Allerdings wird der Stoff am Übergang zu den Schnüren viel höher belastet, was an dieser Stelle zu Beschädigungen führen kann.

    Der größte Nachteil der Gathered End Hängematten ist die vergleichsweise stark gebogene Liegefläche. Für Rückenschläfer kann das sehr angenehm sein, weil der Rücken entlastet wird und die Beine hoch gelagert werden. Auf dem Bauch kann man in keiner Campinghängematte schlafen, die ich bisher ausprobiert habe. Ob man auf der Seite schlafen kann, hängt sowohl von der Liegeposition als auch von der Position in der Hängematte ab. Manche können es (z.B. Leute die in Fötusstellung schlafen) - andere nicht. Dafür hat man mit dem Wetterschutz keine Probleme; es gibt jede Menge Underquilt-Optionen; GE Hängematten sind simpel und robust; und wer das "Nestgefühl" mag, kommt voll auf seine Kosten. Auch gibt es eine viel größere Auswahl an Zubehör.

    Aus meiner Sicht hast du zwei Möglichkeiten: Du kannst entweder eine Hängematte kaufen, von der du glaubst dass sie für dich gut funktioniert, und hoffen, dass du Glück hast. So habe ich es gemacht - und ich hatte Glück. Meine erste Hängematte ist immer noch eine meiner Lieblingshängematten. Wenn du Pech hast, funktioniert die Hängematte nicht gut für dich. Vielleicht stört dich das aber auch gar nicht, weil du nicht weisst, welcher Komfortlevel möglich ist - und selbst eine unpassende Hängematte bequemer ist als deine bisherigen Campingschlafgelegenheiten. Natürlich kannst du auch eine Hängematte nach der anderen kaufen und wieder verkaufen, wenn sie dir nicht passt. Hochwertige Campinghängematten finden schnell einen neuen Besitzer, weil andere Leute das gleiche Problem haben wie du. Alternativ kannst du dich mit anderen Hängemattenbesitzern treffen und in deren Hängematte zumindest Probeliegen. Das wurde dir ja mehrfach angeboten. Im Hängemattenforum findest du vermutlich mehr Hängemattenbesitzer in deiner Nähe.

    Ich würde dir ja anbieten, dir meine Hängematten-Sammlung vorzuführen - aber ich wohne in Bayern, und es klang so, als ob das nicht der nächste Weg für dich wäre.

    In jedem Fall viel Glück bei der Wahl.

  11. Dauerbesucher
    Avatar von Baciu
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    18.07.2013
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    AW: Erfahrungen zu Hängematten

    #11
    Danke TreeGirl für den ausführlichen Kommentar. Reiner Rückenschläfer bn ich nicht, ich beweg mich halt viel von einer auf die andere Seite. Ich habe auch im Hängemattenforum gestöbert. Aber ich denke es wird mir wohl nur der steinige Weg der Praxis übrigbleiben...

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