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  1. Anfänger im Forum

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    Das erste eigene Paddel

    #1
    Hallo Ihr lieben,

    seit langen mal wieder eine Frage von mir. Ich hoffe, hier ist sie richtig positioniert.

    Vor ca 3 Monaten haben meine Partnerin und ich uns gemeinsam ein neues Hobby gesucht, das Kajakfahren. Unser Stammrevier ist die Elbe auf der wir 1-2mal die Woche ca. 2h unterwegs sind. Wir sind Mitglieder in einem Kanuverein. Dort haben wir eine große Auswahl an verschiedenen Booten, die wir auch immer mal austesten. Häufig sind wir in einem breiten ostseetauglichen GFK-Zweier unterwegs. Ein eigenes Boot brauchen wir vorerst nicht, dafür ist dort auch gar kein Platz mehr. Es wird also beim regelmäßigen Wechseln bleiben, je nachdem was gerade noch im Regal steht.


    Was es leider nicht gibt, ist eine Auswahl an Paddeln. Die rechts gedrehten Vereinspaddel im Regal sind alle das selbe Modell.(Hiko 05100)
    Aluschaft mit Gummi, leicht oval, mit Kunststoffblättern, die oben etwas länger sind als im unteren Bereich. Sie sind alle 225cm lang und um 60° gedreht.

    Und genau hier zeichnen sich die Probleme ab.
    Je nach Boot habe ich (1,95) das Problem, dass die Paddel zu kurz erscheinen.

    Meine Partnerin (1,75) hat das Problem, das ihr bei "längerer" Fahrt (ca. 5km stromaufwärts) anfängt das rechte Handgelenk zu schmerzen. Der Verdacht liegt bei einer zu starken Drehung des Paddels/Handgelenks.

    Die Überlegung geht nun dahin, sich doch früher als geplant ein eigenes Paddel zuzulegen. Uns ist bewusst, dass man für gute Paddel locker 200-500€ hinlegen kann.

    Aber ich denke nicht das wir einen "Ferrari" brauchen, zumal wir noch gar nicht Wissen mit welcher Drehung und Länge wir gut klar kommen. Als Student ist das Geld für Versuche jetzt auch nicht so üppig. Außerdem treffen wir auch noch ab und an mit dem Paddel auf einen großen Stein im Wasser.

    Beim recherchieren bin ich auf die Firma Extasea gestoßen. Hat jemand mit der Firma und den Paddeln Erfahrung?

    Extasea Vario Tour(2Teilig)
    https://www.arts-outdoors.de/extasea...g-schwarz-grau
    Extasea Vario (2Teilig)
    https://www.arts-outdoors.de/extasea...glas-210-240cm

    Über die beiden haben wir erst mal nachgedacht. Insbesondere das 2. bietet auch viel Längenvariabilität. So das wir uns beide, erst mal an einem Paddel durchprobieren können.
    Im Ähnlichen Preissegment gibt es noch das Extasea Safari (2Teilig) https://www.arts-outdoors.de/extasea...nge-210_220_cm

    Es gibt die Modelle auch in je vier Teilen, da habe ich aber das Gefühl, je mehr Verbindungen, desto mehr kann kaputt gehen.

    Ich würde mich auch über ähnliche Alternativvorschläge freuen, wenn ihr diese für geeigneter haltet.

    Schön wäre es, wenn die Paddel ersteinmal 2-3 Jahre unseren Anforderungen genügen. Dann kann man sich immer noch ein Highend-Sportgerät kaufen, wenn man dann noch Zeit und Gelegenheit für dieses Hobby hat.(Job/Ummzug, etc) Mit dem teilbaren Paddel hätte man dann noch ein Reservepaddel für Touren. (Für uns kämen da erstmal Mecklenburger Seenplatte oder Spreewald in Frage)



    Ich wäre für Tipps, Hinweise und Hilfe dankbar. Sind die rausgesuchten Paddel für unsere Zwecke geeignet oder ist das nur teurer Spielkram?


    Vielen Dank und liebe Grüße

    Teetrinker

  2. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #2
    Kenne die Paddel nicht, aber verstellbar ist am Anfang und bei wechselnden Booten keine schlechte Idee.
    4 Teilig ist nur bei Falt oder Luftbooten mit kleinem Packmass interessant, auch zweigeteilte passen locker ins Auto, wenn Ihr eh mit Festboot unterwegs seid.

  3. Alter Hase
    Avatar von AlfBerlin
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #3
    Mir gefällt das Nortik-Paddel:
    Allround https://www.faltboot.de/produkte/pad...nd-fiberglass/
    Carbon: https://www.faltboot.de/produkte/pad...k-tour-carbon/

    Für meine Gumotex Luftkajaks finde ich (170cm Körpergröße) 230cm optimal.

    Das Nortik-Paddel lässt sich in 15°-Schritten sekundenschnell in beide Richtungen verschränken. Meistens fahre ich mit -30°.
    Je nach Handgefühl, Wind- oder Paddelbedingungen ändere ich die Verschränkung manchmal.


    Mein 230cm Nortik Tour Carbon Paddel und mein Gumotex Solar 410 Kajak


    Mein 220cm Aqua Sting Ray Paddel.

    Im Vergleich zum Nortik Tour sind mir meine 220cm Aqua Bound Sting Ray Paddel etwas zu kurz und die Blattfläche ist mir zu klein. Außerdem ist es nur in eine Richtung und nur um 60° Schränkbar oder auf 0° unverschränkt einstellbar. Damit finde ich nicht meinen optimalen Winkel. Die gelbe Farbe finde ich sicherer weil auffälliger als schwarz.

    Steve Flusswanderer hat ein Youtube-Video über Paddel veröffentlicht:
    Geändert von AlfBerlin (30.06.2019 um 21:27 Uhr)

  4. Fuchs
    Avatar von Martin206
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #4
    Hallo Teetrinker,

    beim Paddel kommt es auf Verschiedenes an.
    Klar ist die Größe ein Faktor (aber weniger als man denkt ...wer Größer ist hat in der Regel auch länger Arme u. somit mehr bewegungsradius), aber ebenfalls die Art zu paddeln (es gibt versch. Techniken), das befahrene Gewässer, das jeweilige Boot, usw.

    Ich weiß jetzt nicht wie die Elbe da ist wo Ihr so fahrt, aber trotzdem würde ich für den Einstieg hier ein "Wanderpaddel" empfehlen, d.h. natürlich keines für Wildwasser&Co, aber auch kein (high end) Seekajak-Paddel.

    Eigentlich würde ich sogar dazu raten vorerst es mit den Hiko K1 weiter zu probieren (so schlecht sind die nicht und 60 Grad ist auch nicht grundsätzl. verkehrt), aber einen Fachmann fragen was Ihr beim Paddeln anders machen könnte, u.a. damit es nicht so auf's Handgelenk geht. Ich denke ich weiß schon was es ist - aber im Forum kann ich es nicht wirklich so zeigen daß es dann bei Euch klappt, nur kurz: Das Paddel "lockerer" halten, nur auf einer Seite überhaupt fest greifen, die andere führt nur ("Drehpunkt"), dazu vermutlich flacher und mit weniger Kraft paddeln.

    In diesem Sinne mein Rat: Probiert es diese Saison noch, schaut mal ob Ihr ein Paddel von nem Vereinskollegen für eine paar Stunden oder so probieren könnt. Hintergrund: Ihr werdet Euren Stil noch deutlich ändern - gerade in den nächsten Monaten, und dann paßt das neu gekaufte Paddel vermutl. wiederum nicht.
    Zudem sind die Paddel zum Saisonende erheblich reduziert...

    Wenn Ihr aber doch unbedingt jetzt eines kaufen wollt, dann keinesfalls ein 500 EUR-Paddel - den Unterschied vom 250 EUR-Modell zu diesem könnt Ihr aktuell gar noch nicht merken, das Potential noch länger wohl nicht nutzen.

    PS: Ich selbst fahre für solche Zwecke übrigens ein Paddel für das ich 207 EUR bezahlt habe (Liste war 230,-), ein Kober Lago ATT light, teilbar, mit Winkelverstellung (fahre aber meist 60 Grad). Damit bin ich schon Küste gefahren, die Donau, Wanderfahrt und auch schon am See echt gute Sprint-Zeiten. Es ist 220cm lang, ich bin 173cm groß, fahre ein 530cm Boot das für ein Seekajak eher etwas breiter ist (Prijon Marlin Prilite).

    Längen-/Winekl-verstellbare Paddel sind weniger robust - was gerade wenn das Ein-/Aussteigen noch nicht so sicher funktioniert durchaus zu Schäden - bis zum Abbrechen - führen kann.
    Alu ist da auch etwas "robuster"* als Glas oder gar Kohlefaser. (*günstige Paddel aus Alu verbiegen aber ggf.)

    Also "wenn schon", dann würde ich sowas in der Richtung empfehlen, teilbar mit Fixlänge noch eher, da stabiler als längenverstellbares (auch wenn der Händler was anderes erzählt - Physik bleibt Physik.)

    Gerne noch weitere Details. (Wenn ich hier drin nicht reagieren, einfach per PN anstubsen.)

    Gruß
    -Maddin-
    “Wenn du denkst, wir können diese Welt nicht verändern, bedeutet das nur, daß du nicht einer derjenigen bist, die es tun werden.” — Jacques Fresco

  5. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #5
    Zitat Zitat von Martin206 Beitrag anzeigen
    Längen-/Winekl-verstellbare Paddel sind weniger robust - was gerade wenn das Ein-/Aussteigen noch nicht so sicher funktioniert durchaus zu Schäden - bis zum Abbrechen - führen kann.
    Alu ist da auch etwas "robuster"* als Glas oder gar Kohlefaser. (*günstige Paddel aus Alu verbiegen aber ggf.)
    Würde ich so pauschal nicht sagen. Abbrechen wird kein Längen verstellbares Paddel beim Ein- und Aussteigen. Und bei etwas sorgsamen Umgang (abspülen, nicht versorgt lagern,...) sind die meisten Verstellmechanismen durchaus robust.
    Und den Drehwinkel ändern zu können halte ich auch als Anfänger für angenehm. Auch wenn ich auch meist bei 60° bleibe.

    Und bei Glasfaser aufpassen, es gibt Thermoplast mit Kurz-Glasfaser und Duroplast mit Endlos-Glasfaser. Erstere (z.B. das von Alf verlinkte Nortik) sind gespritzt und extrem Robust, nur letztere, fangen an filigraner, leichter und damit empfindlicher zu werden.

    P.S. am robustesten sind wohl Holzpaddel ...

  6. Vorstand
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    Avatar von Torres
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #6
    Meine Frage wäre zunächst, ob ihr bereits Kurse in Paddeltechnik gemacht habt. Die Dozenten können Euch sehr schnell sagen, ob es am Paddel liegt, welches Paddel besser wäre, und wie man das Handgelenk schont. Ich musste feststellen, dass meine Handgelenksprobleme nicht am Paddel liegen, denn seitdem ich die Technik verbessert habe, sind die Probleme weg.

    Ich habe auch ein 50 Euro Paddel, das ich heute noch gut fahren kann. Die teuren Hightechpaddel sind für den letzten Feinschliff, für extrem lange oder fordernde Touren oder hohe Geschwindigkeiten, das geht richtig ins Geld, das sollte aber bei Euch noch nicht entscheidend sein. Das A und O ist erst einmal die richtige Technik.
    Die von Euch vorgeschlagenen Paddel kenne ich nicht, die meisten hier nutzen Kober, Werner oder - teuer - Lettmann. Aber wie gesagt, ohne Technik nutzt auch ein neues Paddel nichts.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  7. Fuchs
    Avatar von Martin206
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #7
    @Torres: +1
    Das kann man so unterschreiben.
    “Wenn du denkst, wir können diese Welt nicht verändern, bedeutet das nur, daß du nicht einer derjenigen bist, die es tun werden.” — Jacques Fresco

  8. Erfahren

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    AW: Das erste eigene Paddel

    #8
    Was sagen denn die erfahrenen Leute aus dem Verein dazu?
    Fragt doch einfach einmal je einen Seekajak-, einen WW-Spezl. und den Jugendtrainer.
    Die sollen einmal knallhart die speziellen Fehler beim zuschauen, am besten hinter euch, nennen.
    Nicht nur "ihr macht das schon" oder "das wird schon".
    Manchmal ist es nur der Hand-Abstand zum Blatt, manchmal vielleicht näher am Boot ziehen, rechts anders als links oder erst nach x Zügen,Handgelenk nicht klappen,...,...
    Je ehr ihr das macht, desto weniger gewöhnt ihr euch an irgendetwas Ungünstiges.

    Oder fahrt zumindest in 2 Booten, damit ihr euch gegenseitig einschätzen könnt.
    Das hier kennt ihr ja vermutlich
    https://www.kayakpaddling.net/de/2-2

    Vielleicht seht ihr dann die Vereinspaddel ja gar nicht mehr als so besonders ungünstig an.

  9. Fuchs
    Avatar von Martin206
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #9
    Zitat Zitat von LihofDirk Beitrag anzeigen
    Würde ich so pauschal nicht sagen. Abbrechen wird kein Längen verstellbares Paddel beim Ein- und Aussteigen.
    Tja, da hab ich schon anderes gesehen, gebrochene teilbare / fixe Carbon-Paddel ebenso wie total verbogene (eigentlich dicke) Alu-Schaft-Paddel. Meine Carbon oder Glaspaddel geb ich Einsteigern nicht für die Paddelbrücke - erst recht nicht großen/schweren Leuten (bei 195cm wird er kaum nur 60kg wiegen).

    Und bei etwas sorgsamen Umgang (abspülen, nicht versorgt lagern,...) sind die meisten Verstellmechanismen durchaus robust.
    Das kann hinkommen.

    Und den Drehwinkel ändern zu können halte ich auch als Anfänger für angenehm. Auch wenn ich auch meist bei 60° bleibe.
    Da wird dann ständig am Winkel rumgetan, statt daß man sich Technik/Haltung nochmal anguckt...

    Und bei Glasfaser aufpassen, es gibt Thermoplast mit Kurz-Glasfaser und Duroplast mit Endlos-Glasfaser. Erstere (z.B. das von Alf verlinkte Nortik) sind gespritzt und extrem Robust, nur letztere, fangen an filigraner, leichter und damit empfindlicher zu werden.
    Du meinst die Blätter? Ich rede eher vom Schaft...
    “Wenn du denkst, wir können diese Welt nicht verändern, bedeutet das nur, daß du nicht einer derjenigen bist, die es tun werden.” — Jacques Fresco

  10. Fuchs
    Avatar von Martin206
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #10
    @nrw48
    ...ahh, genau, diese prima Seite.

    Das mit dem Handgelenk findet man u.a. hier: https://www.kayakpaddling.net/de/2-1
    “Wenn du denkst, wir können diese Welt nicht verändern, bedeutet das nur, daß du nicht einer derjenigen bist, die es tun werden.” — Jacques Fresco

  11. Vorstand
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    Alter Hase
    Avatar von Ziz
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #11
    Also die beiden Extaseapaddel sind für ihn Geld sicherlich nicht schlecht. Wir hatten mal Alupaddel von Extasea, die waren auch gut, halt nur schwer und unhandlich (wir hatten Bedarf für vierteilig). Wenn ihr wisst, welche Längenregion für euch in Frage kommt, würde ich das günstigere Vario präferieren. Günstiger, leichter, imho ausreichend.

    Über die Anfälligkeit von vierteiligen Paddeln würde ich mir keine Gedanken machen, aber ich sehe bei euch gar keinen Anwendungsfall für vierteilige Paddel. Das macht sie nur schwerer und teurer.

    Ich denke für euch als Anfänger wäre ein längen- und winkelverstellbares Paddel eine gute Idee, aber wenn ihr beide (junge?) Studenten seid, vermute ich in dem Paddel nicht den alleinigen Grund für Handgelenksprobleme. Da gehe ich mit den anderen d'accord, dass ihr mal schauen solltet, ob ihr die Technik richtig macht. Nichtsdestotrotz gelten geringere Drehungen in der Tat als handgelenksschonend – also schaden würde es jetzt auch nicht.

    Paddelbrücke würde ich auf den Paddeln aber auch nicht machen, habe ich mir auch bei meinem Carbonpaddel von Nortik abgewöhnt, da mach ich mittlerweile zwar immernoch die selbe Technik wie bei der Paddelbrücke – nur halt ohne Paddel. Mit bisschen Körperspannung können die Arme da auch die Funktion des Paddels übernehmen, aber das ist der letzte Schritt.
    Wo kämen wir hin, wenn jeder sagen würde
    „Wo kämen wir hin?“
    aber niemand ginge, um zu schauen, wohin wir kämen, wenn wir gingen?

  12. Lebt im Forum
    Avatar von derMac
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #12
    Noch eine Stimme für ein in Länge und Winkel verstellbares Paddel. So kann man am besten herausfinden, was einem liegt, wenn man nicht Zugriff auf verschiedene Paddel zum testen hat. Das Paddel ist das Teil am Boot, was man direktesten benutzt. Warum sollte man sich da mit irgendwas vorgegebenem abfinden anstatt das Paddel an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Das einzige was es leider nicht gibt, sind verstellbare Blattflächen und Formen. Auch da ist es sinnvoll das Paddel an die eigenen Bedürfnisse anzupassen. Vielleicht könnt ihr zumindest in dieser Hinsicht irgenwas zum testen auftreiben. Wenn ihr nicht testen könnt, würde ich für den Anfang zu "Durchschnitt" raten (benutze ich immer noch), also kein sehr kleines und keine sehr großen, kein besonders breites oder schmales Blatt.

    Mac

  13. Anfänger im Forum

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    AW: Das erste eigene Paddel

    #13
    Erstmal ganz lieben Dank für die vielen Antworten,

    Also das Wildwasserformen und so nicht in Frage kommen, war mir eigentlich klar, da ich uns im Bereich Touren verortet sehe.

    Zum Thema der Zerbrechlichkeit von Paddeln: Wir sind 195cm/75kg und 173cm/61kg. Allerdings sind wir noch nie mit der Paddelbrücke ein- oder ausgestiegen, die kennen wir nur vom Lehrbuch. Meist halten wir uns vorne am Süllrand und dem Steg fest und das Paddel liegt nur daneben.

    Zum Handgelenk: Wir sind zwar beide jung, hatten aber leider schon immer mal wieder Handgelenkprobleme. (z.B. bei Computernutzung, Fahrrad fahren und Instrument spielen)

    Zur Paddeltechnik: Wer bei uns ein richtiger Trainer ist, weiß ich tatsächlich garnicht. Uns wurden ein paar grundlegende Techniksachen erzählt und dann hieß es im Grunde, viel Spaß auf dem Wasser.
    Wir waren jedoch kürzlich bei einem Kurs, wo wir noch ein paar Grundlagen zur Paddeltechnik gelernt haben und versuchen jetzt diese Dinge jetzt regelmäßig zu verfestigen. Das mit den Trainern im Tourenbereich scheint aber häufiger Mangelware zu sein und eher bei den Rennkanuten vorherrschen.

  14. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #14
    Richtige Paddeltechnik hab ich durch gemeinsame Ausfahrten mit (ex) Rennkanten gelernt.

  15. Erfahren

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    AW: Das erste eigene Paddel

    #15
    Und schnappt euch zwischendurch auch einmal ein WW-Boot.
    Einfach nur auf nicht fließendem Wasser geradeausfahren.
    Dann merkt man "leichter“/sofort wo etwas falsch läuft.
    5cm weiter links/rechts das Paddel angefasst/gehalten, zu weit weg vom Boot gezogen oder ungleichmäßig oder xyz und es geht sofort der Kreisel/Wok los. (Ersatzklamotten bereithalten)
    Aber nicht gleich aufgeben und immer mal wieder eine WW-Boot Viertelstunde einbauen, nur zum Geradeausfahren.
    Am Anfang kann man schon recht verzweifeln. Auch die, die nach den ersten beiden Kurshalbtagen die "größten" und coolsten waren, sind am 2ten Vormittags noch auf sich nicht bewegendem Wasser in den Büschen gelandet.

  16. Gesperrt Erfahren

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    AW: Das erste eigene Paddel

    #16
    Zitat Zitat von Teetrinker Beitrag anzeigen
    Ich wäre für Tipps, Hinweise und Hilfe dankbar. Sind die rausgesuchten Paddel für unsere Zwecke geeignet oder ist das nur teurer Spielkram?
    Das Paddel muss zum Paddler passen. Was genau passt hängt auch vom Einsatzbeiteich und (teilweise) dem Boot ab.
    Das einzige was man hier empfehlen kann ist Probepaddeln

    Die dünnen extraleicht-Paddel (aus CFK) haben gegenüber den wesentlich schwereren, billigeren Paddeln drei wesentliche Nachteile:
    1. sie brechen leichter
    2. sie sind teurer
    3. wenn ein Paddelkollege das Paddel an den Kopf bekommt sorgt die dünne Kante schnell für Platzwunden

  17. Fuchs
    Avatar von Martin206
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #17
    Zitat Zitat von LihofDirk Beitrag anzeigen
    Richtige Paddeltechnik hab ich durch gemeinsame Ausfahrten mit (ex) Rennkanten gelernt.
    ...ja, ich von einem "alten Paddler" der früher Kanu-Slalom (K1) gefahren ist ...der später Breitensport lehrte ...und heute Fitnesspaddeln anbietet - ohne Überlastung sich u. dem Körper was gutes tun.
    Von dem hab ich in zwei Herbstmonaten bei gemeinsamen Abend-Training gefühlt mehr gelernt als die 2 Jahrzehnte vorher.
    “Wenn du denkst, wir können diese Welt nicht verändern, bedeutet das nur, daß du nicht einer derjenigen bist, die es tun werden.” — Jacques Fresco

  18. Erfahren
    Avatar von pickhammer
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #18
    hrrh schreibt:
    Die dünnen extraleicht-Paddel (aus CFK) haben gegenüber den wesentlich schwereren, billigeren Paddeln drei wesentliche Nachteile:
    1. sie brechen leichter
    2. sie sind teurer
    3. wenn ein Paddelkollege das Paddel an den Kopf bekommt sorgt die dünne Kante schnell für Platzwunden
    Und jetzt sollte man schreiben, warum ein leichtes Paddel empfehlenswert ist:
    zu 1. (Ultra)Leichte Blätter gehören auf offene Gewässer mit ausreichend Wassertiefe. Dann halten sie genau so lange wie andere, wenn man sie nicht missbraucht. Aber ein Paddel habe ich die ganze Tour in der Hand und hebe es viele tausend Male hoch. Und das ist DAS Argument für wenig Gewicht, andere Dinge sind zweitrangig. Ein leichtes Paddel macht mehr Spass!
    zu 2. Natürlich sind sie teurer, es ist CFK und das kostet. Bei weniger Gewicht ist das Blatt steif, flattert nicht und überträgt deine Kraft ohne Verlust.
    zu 3. Entschuldigung, aber das ist doch nicht ernst gemeint? Mit einem schweren Paddel geht das genau so gut.

    Zum Thema: Mit einem nur 60€ teuren Paddel macht man nicht viel falsch. Probiert es aus. Doch irgenwo werden Unterschiede zu doppelt so teuren Paddeln zu finden sein. Also vergleicht es mal mit der nächsten Preisklasse.

    Ein Paddel, welches ich kaufen würde, hat folgende Eigenschaften:
    Es ist leicht (unter 1000g), aber nicht nicht am untersten Gewichtslimit.
    Die Paddelblätter sind verwindungssteif, der Schaft ist in den Blattrücken integriert und steht nicht vor. Das Blatt ist deshalb leise beim Fahren (es "planscht" weniger) und hat durch die grössere Dicke etwas Auftrieb.
    Der Schaft ist leicht profiliert und aus CFK, deshalb neutral im Griff. Alu ist auch mit Überzug kalt im Griff; ich mag es nicht.
    Ich bevorzuge einen geraden Schaft, da greife ich immer richtig. Mit den Ergoschäften komme ich bei Ziehschlägen und besonders Rückwärtsschlägen nicht zurecht.
    Die Blätter sind zwischen 60° (und 45°) verschränkt; 90° geht zu arg auf die Gelenke, und ohne Schränkung muss ich auch die Handgelenke bewegen, um einen optimalen Eintauchwinkel zu erhalten.
    Ich habe kein "Turbopaddel". Es ist empfindlicher gegen Verschneiden und ich nutze seine Vorteile nicht aus: Das Paddel ermöglicht eine grössere Kraftübertragung und in diese Bereiche komme ich nicht.

    Viele Grüsse vom pickhammer

  19. Vorstand
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    Avatar von Torres
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #19
    Paddeltechnikkurse bestehen idealerweise aus einer Übungseinheit auf dem Ergo, damit der Bewegungsablauf eingeübt wird. Dann begleitet einen der Trainer, macht Videos und korrigiert. Geübt wird dabei nur der Geradeausschlag, da gibt es Kurse, die gehen über drei Tage. Die Kernbewegung ist die Oberkörperrotation. Das Handgelenk bewegt sich praktisch nicht, die Bewegung kommt aus dem Rumpf. Nach dem Paddeln müssten Euch die Rückenmuskeln und Schulterblätter weh tun, nicht die Handgele ke. Wichtig ist dabei, die Hände beim Paddeln zu öffnen (bei der Hand, die vorne ist). Lässt man sie geschlossen, geht es aufs Handgelenk.

    Lass Deine Freundin mal ein paar Meter paddeln und mach dann Videoauswertung. Sollte sie ungefähr so paddeln:

    https://m.youtube.com/watch?v=XzS0J7...fauxfullscreen

    liegt es am Paddel. Du siehst da übrigens schön, wie er die Hände öffnet.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  20. Fuchs
    Avatar von Martin206
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    AW: Das erste eigene Paddel

    #20
    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Paddeltechnikkurse bestehen idealerweise aus einer Übungseinheit auf dem Ergo, damit der Bewegungsablauf eingeübt wird. Dann begleitet einen der Trainer, macht Videos und korrigiert. Geübt wird dabei nur der Geradeausschlag, da gibt es Kurse, die gehen über drei Tage. Die Kernbewegung ist die Oberkörperrotation. Das Handgelenk bewegt sich praktisch nicht, die Bewegung kommt aus dem Rumpf. Nach dem Paddeln müssten Euch die Rückenmuskeln und Schulterblätter weh tun, nicht die Handgele ke. Wichtig ist dabei, die Hände beim Paddeln zu öffnen (bei der Hand, die vorne ist). Lässt man sie geschlossen, geht es aufs Handgelenk.

    Lass Deine Freundin mal ein paar Meter paddeln und mach dann Videoauswertung. Sollte sie ungefähr so paddeln:

    https://m.youtube.com/watch?v=XzS0J7...fauxfullscreen

    liegt es am Paddel. Du siehst da übrigens schön, wie er die Hände öffnet.
    Natürlich hast Du da recht - kann ich fast Alles unterschreiben.
    Aber für den Einsteiger ist das wohl zuviel - nicht daß er es nicht schaffen würde - aber doch wohl den Aufwand scheut. Bereuen würde es sicher keiner, solch ein gutes Anleiten / Training - sein (Paddel)Leben lang davon profitieren.

    Auch gibt es wohl versch. Techniken. Im Video hat der Paddler stets die rechte Hand fest - als Führungs-/Kontroll-Hand welche das Paddel fixiert und den Winkel einstellt, die andere Hand (hier die linke) führt das Paddeln nur locker, erst durch die Körperrotation kommt ein Druck zwischen Hand u. Paddel zustande, aber kein Zugreifen, sondern nur ein "Führen" wie durch eine Öse. Genau so hab ich das auch gelernt - und es klappt sehr effektiv und ohne massive Gelenkbelastung (ja, nach etwa Übung, Korrektur und wieder Übung).

    Dem Thread-Opener: Wenn man das drauf hat, dann paddelt man ganz anders, mit mehr Effektivität und viel mehr Spaß. Gönnt Euch das!


    Hier sieht man auch einiges an Theorie, auch wenn es nicht voll die Technik für Wanderkajak-Touren ist:
    https://www.youtube.com/watch?v=hUgDjWQPMsI&list=PLbmt2kv24u_i7DeQ2AvFv0QJP0JRVCxKb
    Geändert von Martin206 (03.07.2019 um 23:19 Uhr)
    “Wenn du denkst, wir können diese Welt nicht verändern, bedeutet das nur, daß du nicht einer derjenigen bist, die es tun werden.” — Jacques Fresco

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