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  1. Erfahren
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    [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #1
    Mitreisende: Voronwe
    Warum in die Ferneschweifen, warum nicht mal einfach die alte Heimat erkunden? Mit der
    Frau drei Tage durch's Mittelgebirge streifen, während dieKinder bei den Großeltern sind.
    So kam ich auf die Idee in meiner alten Heimat, dem Weserbergland zu wandern. Und hier bot sich der Solling an, als größtes Waldgebiet in Südniedersachsen.

    Der Plan war, das Auto bei den Großeltern stehen zu lassen, und sich unter Zuhilfenahme des öffentlichen Transportwesens zum
    Ausgangspunkt der Wanderung befördern zu lassen.

    Tag 1 (12.6.19): Dassel - Eschershausen (21km)


    So machten wir uns am frühen Morgen (7:45) frohgemut in Stadtoldendorf auf zur Bushaltestelle. Der Fahrplan kündigte ein
    "Linientaxi" nach Dassel an - was erwarteten wir da also? Eigentlich einen Kleinbus.
    An der Bushaltestelle stand vorne ein VW Golf mit einem Firmennamen, der aber nicht auf die Art der Firma hinwies - nun gut, wahrscheinlich jemand, der vor seinem Termin noch einmal eine kurze Pause einlegt. Wir standen also an der Haltestelle,
    das Auto fuhr fort, was nicht kam war irgendeine Art von Bus. Nach einer gewissen Wartezeit rief ich dann die Nummer auf dem Fahrplan an - eine Holzmindener Nummer, der Gegenpart saß aber beim Verkehrsverbund in Göttingen und hatte auch nicht wirklich Ahnung. Es stellte sich dann aber heraus, daß der Golf das Linientaxi war. Ein Golf! Und man muss sich nicht vorher anmelden - was machen die, wenn da auf einmal 5 Leute an der Haltestelle stehen? Und nicht daß der Fahrer des Autos uns mal irgendwie darauf aufmerksam gemacht hätte, daß er der "Bus" wäre.

    Nein, im öffentlichen Nahverkehr liegt im Weserbergland vieles im Argen.

    Was also tun - der nächste Bus geht erst um 11 (wie gesagt, es liegt vieles im Argen). Also zurück zu den Eltern, und dann doch mit dem Auto nach Dassel. Glücklicherweise konnte man es dort am Freibad auch mehrtägig abstellen.

    Da auch die Kartensituation in der Gegend eher schlecht ist (ich hatte nur eine 1:75000 Radwanderkarte) besuchten wir erst einmal das Rathaus in Dassel. Und hier wurde uns geholfen, mit mehreren A2 Ausflugszielkarten (diese Abreißblocks), die aber unser Gebiet gut abdeckten.
    Doch wieder etwas positiver gestimmt gingen wir durch Dassel, um noch ein paar Sachen für unterwegs
    einzukaufen.













    Mmh, die "alte Zeit" war aus vielen Gründen
    nicht schön.













    Der Ort ist schön hergerichtet wurden, wirkt aber morgens um 9 doch ziemlich ausgestorben.


















    Offensichtliches Schild













    Der Duft der weiten Welt






    Solange sie nicht locker ist

    Bei örtlichen Rewe deckten wir uns noch mit Äpfeln und Schokolade ein (diverse Nussmischungen und eine Mettwurst hatten wir uns schon in Stadtoldendorf besorgt, Brötchen gab es morgens noch bei den Eltern) und erlebten hier eine Überraschung: Wer hätte es gedacht, daß es in einem der hintersten Winkel Niedersachsen die "black saltlakrits" von Marabou gibt? - Der erste Laden außerhalb Schwedens, wo ich sie gesehen habe.
    http://marabou-box.de/app/themes/mar...saltlakris.jpg


    Leider konnten wir nur eine Tafel mitnehmen, es wurde aber gleich festgelegt, daß wir hier nach die Rückkehr nochmal vorbeischauen sollten


    Jetzt ging es aber an die eigentliche Wanderung. Von Dassel ging es zunächst nach Relliehausen. Zuerst über die Illme,







    dann unter dem Burgberg entlang,







    auf kleinen Wegen durch den Wald







    Das Wetter zeigte sich nicht von seiner besten Seite, es war zwar noch trocken, aber laut Wetterbericht sollte es nachmittags einige kurze Schauer geben und da wollten wir vorher schon Strecke gemacht haben.

    Weiter über Feldwege













    Hinter Relliehausen geht ein schmaler Pfad an der Ilme entlang, sehr schön zu wandern













    Mmmh, Furt oder Brücke?







    Nach einigen Unklarheiten ob des Wegverlaufs kamen wir in's Riepenbachtal, welches uns langsam in den Solling bringen
    sollte. Hier muss man sich komplett auf die Karte verlassen, Wegweiser sind in diesem Teil des Sollings nicht vorhanden und es sind auch nirgendwo explizit Wanderwege markiert.







    Das Riepenbachtal ist ein typisches Sollingtal: langsam ansteigend, mit sanften Hängen und extensiver Weidewirtschaft.
    Wer dramatische Landschaften und Nervenkitzel sucht, ist hier dochfehl am Platz (Außer der Nervenkitzel besteht darin, Treckern und Forstmaschinen auszuweichen).
    Den Kühen scheint die Landschaft jedenfalls zu gefallen.












    Das die Gegend forstwirtschaftlich genutzt wird, kann man überall sehen - mit den entsprechenden Hinterlassenschaften.






    Immer wieder ein Blick auf Karte und GPS, ob wir noch auf dem richtigen Weg sind - wenn schon Schlammschlacht, dann nur weil es sein muss







    Der Weg scheint nicht sehr häufig begangen zu werden und ist teilweise schon ziemlich zugewuchert - dafür sehen wir
    aber Hase und Reh - sind aber zu langsam, um Bilder zu machen.






    Nach der Schlammschlacht ist eine breitere Forststraße fast schon angenehm (eine Meinung, die wir später noch ändern
    sollten)








    Inzwischen fängt es an zu nieseln und wir holen die Regenjacken raus.






    Schließlich verlassen wir das Riepenbachtal, machen kurz Mittagsrast und kommen nun in den Wald - denken wir. Aber hier
    zeigt sich zum ersten Mal, was den Solling auch ausmacht: Schnurgerade Forststraßen - Hier ist nicht schön zu
    wandern, hier treibt nur der Wille und die Kilometer vorwärts.






    Und Wald ist auch nicht wirklich da, der wird hier langsam wieder aufgeforstet.







    Nachdem der Nieselregen wieder aufgehört hatte und wir die Jacken wieder ausgezogen hatten, wird es im Süden auf
    einmal verdächtig dunkel.






    In Vorausahnung ziehen wir schnell wieder die Jacken an, und das keine Minute zu früh. Urplötzlich kommt ein
    Regenguss herunter, der den Weg schnell in einen kleinen Bach verwandelt. Und natürlich kein Unterstand weit und breit. Wir
    stellen uns schnell unter ein paar Bäume, aber das hilft nicht lange, denn bald schon geben die Blätter ob der Wassermassen
    nach.






    Es hilft alles nichts, wir müssen weiter durch den Regen - und es ist ein heftiger Regen und es sieht auch nicht danach
    aus, daß es in Bälde aufhören würde - soviel zum Thema "Schauer". In ca. 2km soll eine Hütte sein, die jetzt unser Ziel.
    Als wir sie schließlich erreichen, übersehen wir sie fast, gut versteckt, wenn man von Norden kommt.







    Erstmal rein in's Trockene. Und dann der Luxus: Frisch gekochter Kaffee (zwar nur Instant und mit Trockenmilch, aber
    trotzdem ein Genuss).







    Was jetzt also tun: Abwarten bis der Regen aufhört oder weiter und schnell ins Hotel nach Eschershausen (in weiser
    Voraussicht schon vorgebucht)? Der Handyempfang ist natürlich schlecht, aber wir kriegen soviel Infos vom Regenradar, daß das wohl etwas größeres, länger andauerndes ist. Also weiter.

    Wir kommen aus dem Wald und schauen in's Uslarer Land.












    Der Regen weicht jetzt auch Jacken und Hosen auf (oder die Jacke ist zumindestens bei mir von innen nass), wäscht aber
    auch den Schlamm von der Hose (so hat alles sein Gutes)






    Kerstin hat in weiser Voraussicht einen Schirm dabei, ich nur die Kapuze, die immer wieder in's Gesicht rutscht. Dadurch
    übersehen wir eine Abzweigung und gehen in den falschen Ort -nach Vahle. Den Irrtum bemerken wir erst am Ortsschild, aber ein freundlicher Landwirt weisst uns den richtigen Weg. So erreichen wir schließlich Eschershausen und tropfen dem Gasthaus Johanning die Wirtsstube voll. Das ist aber kein Problem, das Zimmer ist schnell bezogen und die Dusche zur Trockenkammer umfunktioniert.
    Draußen rauscht der Regen weiter - aber wenn man im Trockenem auf dem Bett liegt, ist das gar nicht so schlimm.
    Zum Abendessen gibt es dann Wildburger

    Und
    hier noch die Strecke:


    Geändert von November (08.07.2019 um 20:25 Uhr) Grund: Bild in Link umgewandelt

  2. Erfahren
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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #2
    Tag 2 (13.6.19): Eschershausen - Silberborn (19km)


    Neuer Tag, neues Glück: Die Sonne scheint, alles ist wieder trocken und die Gelenke sind nach der Nacht auch wieder erholt. Nach einem guten Frühstück geht es also an die nächste Etappe. Noch kurz die Übernachtung in Silberborn klargemacht und dann geht es los. Durch Eschershausen in Richtung Sollingturm.





    Die Ausschilderung ist manchmal unvollständig, aber mit netter Hilfe finden wir den Weg.



    Das Weserbergland zeigt sich heute von seiner schönen Seite.



    Aufstieg auf Feldwegen.



    Eine Kiefer trotzt dem Unvermeidlichen.



    Blick auf Uslar





    Schließlich geht es in den Wald und wir erreichen den Pilgerweg Loccum - Volkenroda, d.h. heute gibt es Wegmarkierungen







    Ausblicke in's Weserbergland.



    Ein steiler, aber angenehmer Waldpfad führt zum Sollingturm.



    Und da ist er auch schon.



    Während Kerstin unten die Sonne genießt, mache ich mich an den Aufstieg. Im Turm war anscheinend Schaulaufen der Treppenkonstruktionskunst: Erst eine steinerne Wendeltreppe, dann eine normale Holztreppe und schließlich eine Holzwendeltreppe.
    Die Aussicht oben lohnt den Aufstieg





    Viel Wind in NRW.


    Blick auf den Hochsolling.


    Nach eine Rast geht es weiter nach Norden, vorbei an einer idyllischen Forsthütte am Teich




    Kettensägenkunst


    Und neue Hochsitze.


    Jetzt ist wieder Forststraße angesagt, es geht bergab.





    Ein Abzweig von führt zur Lunauquelle, die so idyllisch liegt, daß wir hier gleich Mittagsrast machen.






    Oha, gefährliche Brücke! (Der Norwegenwanderer lacht hier einmal kurz)




    Zum Mittagessen gibt es Mettwurst von der Metzgerei Arste aus Deensen. Und hier mache ich jetzt einmal schamlos Werbung, den von der Wurst nehme ich mir jedesmal ein paar mit, wenn ich bei meinen Eltern war. Hier schmeckt man die Heimat.


    Ok, genug Werbung


    Noch Wasser an der Quelle auffüllen



    Und dann geht es weiter, leider nicht am Bach entlang...



    sondern, auf der Forststraße




    Kilometerweite Forstrennstrecken, so breit, daß auch Gegenverkehr problemlos möglich ist. Schnurgerade, in Nord-Süd-Richtung (besonders schön bei Mittagssonne). Nein, so macht Wandern keinen Spaß.

    Und das hier ist sowohl der Pilger- als auch der Weserberglandweg - die Wegführung sollte dringenst verbessert werden.


    Wir erreichen den Kreis Holzminden, ich bin also wieder in der Heimat und zumindestens die Wegweiser werden besser. Bei den Wegen fällt mir ein, was ich an Sonntagsspaziergängen gehasst habe: Diese Wege, die typisch für den Solling sind.



    Wir treffen auch heute keine anderen Wanderer, nur ein paar Forstfahrzeuge fahren vorbei (der Holzmindener Förster fährt natürlich einen Ford Ranger mit dem Kennzeichen HOL-Z



    Nun gut, schlimmer geht immer (glücklicherweise nicht unser Weg).




    Eine kurze Rast an der Hackelberghütte mit frischem Kaffee. Wobei Hütte hier echt ein Euphemismus ist: Bei dem Regen gestern wäre die komplett sinnlos gewesen. Wer denkt sich sowas aus? Den soll doch der Hackelberg holen, die Hütte wird die wilde Jagd eh nicht überstehen.
    Zur Erkläung für die, denen die Sollingssagen nicht so bekannt sind, hier eine Zusammenfassung:
    vor Urzeiten lebte zu Neuhaus im Solling ein Oberjägermeister namens Hackelberg, ein wilder, die Jagd mit großer Hundeschar in dunklen Forsten liebender Herr; vor einer großen Jagd im Solling hatte er einen Traum, dass ihn ein mächtiger Eber zu Boden riss und ihn mit seinen Hauern tötete; am Morgen erzählte er dies seiner Frau, die ihm abriet mit auf die Jagd zu gehen, das er auch befolgte; am Abend kehrten die anderen Jäger mit einem erlegten großen Keiler zurück, den sich Hackelberg genau ansah und beim Heben des Kopfes sagte: ‘nun hau, wenn du kannst !’, doch beim Fallenlassen ritzte einer der Hauer einen Riss in Hackelbergs Bein, dass Blut floss; die Wunde entzündete sich immer mehr und mit H. ging es zu Ende; sterbend fluchte er ‘muss ich sterben an dieser Wunde will ich nicht selig werden, keine Ruhe will ich im Grabe haben und begraben sein will ich an der Stelle im Walde wohin mich mein Schimmel zieht’; die Jäger spannten seinen Schimmel vor einen Schlitten, denn es war Winter, legten seinen Leichnam darauf und trieben das Tier davon, das jedoch genau wusste wo sein Herr am liebsten gewesen war - oben im dunklen Fichtenwald des Moosberges; sein Fluch erfüllte sich, alljährlich zur Jagdzeit im Herbst, steigt er aus seinem Grab und braust mit seinen Jagdgesellen und Hundeschar durch die Wälder.
    Nachzulesen hier





    Kurz vor Silberborn wird der Weg endlich besser und waldiger.





    Rhododendron im Wald



    Und dann ist auch schon Silberborn erreicht.





    Unser Quartier beziehen wir im Haus Luise, einer netten kleinen Pension mit Frühstück. Und dadurch können wir jetzt behaupten, am selben Ort wie Andreas Kieling geschlafen zu haben (das das nicht in Alaska war muß ja keiner wissen)

    Abendessen gibt es im Hotel Sollingshöhe. Nicht ganz billig, aber sehr gut.

    Und
    hier noch die Strecke:

  3. Erfahren
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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #3
    Tag 3 (14.6.19): Silberborn - Dassel(19km)

    Mitten in der Nacht heulten die Sirenen, was ich schon lange nicht mehr gehört habe, ich wußte gar nicht, daß es so etwas noch gibt. Laut unserer Wirtin war es aber nur ein Fehlalarm. Silberborn ist ein Funkloch - nicht nur im Bezug auf Handy (der Empfang ist echt schlecht), schon früher war der Feuerwehrfunk dort oben nur schwer zu empfangen.
    Nun gut, ansonsten hatten wir gut geschlafen und nach dem guten Frühstück ging es an die letzte Etappe - Es war Wärme angesagt, also lieber zeitig los.

    Zuerst ging es in es in Mecklenbruch, ein Hochmoor, in dem jahrhundertelang Torf abgebaut wurde und das nun renaturiert wird. Wobei das leider noch länger als die Abbauzeit dauern wird.













    Oben der Stand vor Beginn des Torfabbaus.


    Danach ging es auf einem angenehmeren Waldweg weiter.


    Jetzt führte der Weg in den Wald - ein Stück Wegeglück


    Aber nein, nur eine Abkürzung zu einem anderen Forstweg


    Da, schon wieder führt der Weg auf einen schmalen Pfad - Hoffnung keimt auf.


    Nein, wieder nur eine Abkürzung zur nächsten Forststraße, und die führt auch noch über eine Lichtung.

    Die Wegführung ist irgendwie: "Mit den kurzen Stücken zeigen wir, daß wir wissen, wie man schöne Wege anlegt, aber den Solling muß man sich durch das harte Schlucken des Forststraßenstaubs erarbeiten." - No country for Premiumwanderer.
    Immerhin ist der Weg nicht so breit wie gestern und es geht leicht bergab - man muß für vieles dankbar sein.



    Eine kurze Rast machen wir im Schatten dieses Buchenkreises - Kerstin meint, es wäre vielleicht ein Kraftort, ich stelle mich rein und spüre nichts - wahrscheinlich stört die kleine Fichte im Kreis die Aura. Kraft gibt es dann doch lieber aus der Nußmischung,von der wir feststellen, daß so etwas ab sofort in den Rucksack gehört, egal ob Salz-Honig, Cranberry oder klassisches Studentenfutter - eine Tüte pro Tag geht weg.

    Nun folgt der Abstieg in's Hellental und der Weg wird auch angenehmer.







    Sogar längere Strecken auf schmalen Pfaden kommen vor.



    Als wir im Tal ankommen gibt es erstmal eine Mittagsrast. Die Luft ist hier unten deutlich wärmer



    Es ist zwar warm und der Weg ist meistens in der Sonne, aber das Hellental ist schon eine besonders liebreizende Landschaft.



    Ja, da kommen bei mir Heimatsgefühle auf.


    Das ganze ist ein Landschaftsschutzgebiet mit extensiver Weidewirtschaft, um die Wiesen zu erhalten.







    Umschwirrt werden wir von unzähligen Distelfaltern - so macht Wandern auch in der Sonne Freude







    Kühe, die auf Menschen starren.






    Ein Blick zurück




    Schließlich kommen wir nach Hellental und gönnen uns im Gastgarten des Lönskrug erst einmal ein Eis, bevor es auf die letzte Etappe geht.



    Ein Wiesenpfad führt aus Hellental heraus.







    Wir erreichen wieder den Landkreis Northeim und sofort wird die Beschilderung schlechter bzw. ist nicht mehr vorhanden. Dafür wieder unsere alte Freundin die Forststraße.



    Aussicht bis zum Brocken.




    Der Weg nach Dassel gestaltet sich schwierig, da der Weg in der Karte nicht mehr da ist. Wir kämpfen uns durch Brennesseln, müssen dann im Wald aber doch umkehren und durch die Feldmark gehen.



    Aber auch hier gibt es keinen direkten Weg, also queren wir eine glücklicherweise gemähte Wiese, steigen über Stacheldraht und erreichen schließlich den richtigen Weg.



    Dassel liegt schon vor uns, das hat der Solling noch eine besondere Gemeinheit parat: Die letzten 1 1/2km sind asphaltiert.




    Schließlich erreichen wir glücklich und erschöpft unser Auto, fallen noch mal bei REWE ein und plündern die Marabou-Vorräte und fahren dann zurück nach Stadtoldendorf, wo wir von den Kindern schon sehnsüchtig erwartet werden.

    Fazit: Der Solling hat Potential für "stille Genießer", man sollte aber dringend das Wegekonzept überarbeiten: Forststraße ist nicht jedermans Geschmack. Aber es war auf jeden Fall schön, mal die alte Heimat mit den Augen ein Touristen zu durchwandern.
    Aber insbesondere die Seitentäler sind schon einen Besuch wert. Und es ist nicht überlaufen, man kann sich hier schon einsam fühlen.



    Und
    hier noch die Strecke:

  4. Vorstand
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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #4
    Das mit dem Ruftaxi ist mir (in Göttingen) auch schon passiert: Keinerlei Markierung, auch keine Angabe des Standorts ("irgendwo auf dem Bussteig XY, Sie sehen das dann schon" – öhm ... nö (= weiterer Anruf dort)). Auch gibt es wohl einen preislichen Unterschied, ob man die Karte schon vorher an einem Bahnhof kauft oder beim Fahrer). Da ist wirklich noch viel Luft nach oben

    Bzgl. Karten sind die des Pilgernavigators (PW Loccum Volkenroda) nützlich (welche man sich ausdrucken kann).

    Die Gegend hat mir auch sehr gut gefallen. Und Metzgereiwerbung findet meinerseits bzgl. Holenberg (eingeschränkte Öffnungszeiten) statt Vielen Dank für’s Mitnehmen auf weitere Strecken als die bisher selbst kennengelernten :-) (die Pilgerwegstrecken der Gegend sind mir auch nicht so schnurgerade in Erinnerung, vielleicht wären die noch einen Versuch wert) :-)

  5. Dauerbesucher
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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #5
    Danke für diesen Bericht; mal ein ernst gemeinter Lichtblick aus der Provinz.

    Die Abneigung gegen Forststraßen teile ich übrigens nicht. Deine Bilder zeigen ja im Einklang mit dem Berichtstitel vor allem, wie unterschiedlich sich befahrbare Wege in der Realität darstellen können. Überarbeitet wird das Wegekonzept bestimmt erst dann, wenn die Ich-will-aber-einen-Singletrail-wie-im-Prospekt-Wanderer eine ähnlich hohe Wertschöpfung generieren wie die land- und forstwirtschaftliche Nutzung der Region. Das ist der Region nicht anzulasten. Und Pilgerwege sind ja z.B. eh nicht als Premiumwege konzipiert.

    Überdachte Sitzgruppen der abgebildeten Art nutze ich in Ostdeutschland oft; manchmal der einzige halbwegs trockene Platz zum Sitzen und Kochen.
    Lebe Deine Albträume und irre umher

  6. Vorstand
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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #6
    @Igelstroem: Bedenke aber, dass man nicht von jeder schnurgeraden Forstautobahn ein Foto macht, sondern eher von den Streckenabschnitten, die anders aussehen Auf der Pilgerwegstrecke verläuft Voronwes Wegführung außerdem nur selten (wobei es bei Pilgerwegen normalerweise mehr Asphaltstrecken gibt, aber gerade der PWLV ist diesbezüglich erfreulicher).

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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #7
    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    @Igelstroem: Bedenke aber, dass man nicht von jeder schnurgeraden Forstautobahn ein Foto macht, sondern eher von den Streckenabschnitten, die anders aussehen.
    Das bedenke ich. Manchmal finde ich, die schnurgerade Fostautobahn hat was. Das spektakulärste Beispiel habe ich in Schweden gesehen, als Kammweg auf dem Omberg. Die Wanderer wollen doch immer den Fernblick. Warum also nicht mal drei Kilometer Forststraße mit ein paar Bodenwellen vor sich sehen? Im Nordschwarzwald hatte ich zuletzt zwei Varianten von Ödnis: kilometerlanger Singletrail durch den Fichtenwald; ein grüner Tunnel, dass man die Fußnägel wachsen hört. Dann zwischen Freudenstadt und Besenfeld 20 km Forststraße, ebenfalls durch den Fichtenwald. Wohl die langweiligste Etappe, die ich jemals gelaufen bin. Verglichen damit zeigt der obige Bericht eine große Vielfalt an Wegeformen an.

    Was ich eigentlich sagen will: Nicht alles, was beim Wandern im ästhetischen Gedächtnis bleibt, ist im herkömmlichen Sinne (oder im Sinne des Deutschen Wanderinstituts) schön, und deshalb muss diese Schönheit auch nicht als eine Art Dienstleistung der Landschaft eingefordert werden.

    Zitat Zitat von lina Beitrag anzeigen
    Auf der Pilgerwegstrecke verläuft Voronwes Wegführung außerdem nur selten [...].
    Ich war mir nicht sicher, was er mit Wegekonzept meint. Der Begriff ist ja normalerweise eher auf markierte Strecken anwendbar, ansonsten ergeben sich die Wegeformen einfach aus der Landschaftsnutzung der Region; da wäre es dann gleichsam vermessen, ein Wegekonzept einzufordern, das auf die Bedürfnisse von Wanderern zugeschnitten ist.
    Geändert von Igelstroem (30.06.2019 um 13:34 Uhr)
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  8. Vorstand
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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #8
    Der wahrgenommene Ödnisgehalt ist möglicherweise personenspezifisch – Fichtenmonokulturen machen mir z.B. gar nichts aus, ich finde Buchenmonokulturen (so wie hier auf dem rechten Foto) viel grässlicher

  9. Erfahren
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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #9
    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen

    Ich war mir nicht sicher, was er mit Wegekonzept meint. Der Begriff ist ja normalerweise eher auf markierte Strecken anwendbar, ansonsten ergeben sich die Wegeformen einfach aus der Landschaftsnutzung der Region; da wäre es dann gleichsam vermessen, ein Wegekonzept einzufordern, das auf die Bedürfnisse von Wanderern zugeschnitten ist.
    Natürlich ist es klar, daß der Solling vor allem auf Forstwirtschaft angelegt ist. Vielleicht bin ich mit der ganzen Sache auch etwas hart in's Gericht gegangen, da wir uns oftmals nicht an ausgeschilderte Wanderwege gehalten haben.
    Allerdings kommt man sich schon ein bißchen verhonepipelt vor, wenn der Wanderweg für ca. 100 auf Waldweg führt, was aber eigentlich nur die Umgehung einer Kreuzung zwischen zwei Forstwegen ist.

    Der Vorteil von Forstwegen liegt bei der selbstständigen Routenplanung: Man kann sicher sein, daß sie da sind und das man auf ihnen auch halbwegs schnell vorankommt (Die kleinen Wege, die oftmals noch in den Karten eingezeichnet sind, existieren oftmals gar nicht mehr).

    Was ich vor allem hasse sind die schnurgeraden Straßen, auf denen man das Ziel schon ewig sieht, aber man kommt nicht näher (hasse ich generell, in den Alpen auch, wenn man die Hütten schon stundenlang vorher sieht). Da haben wir wohl einfach eine andere Wandervorstellung - Nun gut, jeder wie er mag.
    Und wenn die Dinger dann auch noch so geschottert sind, daß eigentlich nur noch der Asphalt fehlt...

    Vor allem zwischen Dassel und Uslar habe ich überhaupt eine wie auch geartete Art von Wegweisern vermisst, da gibt es gar nichts. Nur höchstens kryptische Symbole wie eine gelbe 6, die wohl einen speziellen Rundwanderweg/Fahrradweg/Loipe markieren soll, die aber in keiner der mir bekannten Karten aufgeführt war und somit eigentlich nicht vorhanden ist (denn, wo kommt die her, wo führt die hin?).

    Ja, ich weiß, man ist natürlich vom Schwarzwald extrem verwöhnt, was die Ausschilderung angeht.

    Ich mag den Solling aber trotzdem, das ist für mich einfach Heimat. Und wie gesagt, gerade die Täler sind wunderschön. Und man ist das als Wanderer noch voll der Exot, die wenigen Begegnungen, die wir mit Menschen hatten, waren alle sehr positiv und freundlich.

    Was diese "Wanderhütten" angeht: Die sind halt schnell wo hingestellt und besser als nichts, aber halten die wirklich hefitgen Regen ab? Besonders weil da oben auf der Hochfläche auch gerne mal ein ordentlicher Wind weht. Unser Wirt in Silberborn war jedenfalls nicht so wirklich begeistert von ihnen.

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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #10
    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Natürlich ist es klar, daß der Solling vor allem auf Forstwirtschaft angelegt ist. Vielleicht bin ich mit der ganzen Sache auch etwas hart in's Gericht gegangen, da wir uns oftmals nicht an ausgeschilderte Wanderwege gehalten haben.
    Genau, ich wollte nur deine Heimat gegen dich verteidigen.


    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Der Vorteil von Forstwegen liegt bei der selbstständigen Routenplanung: Man kann sicher sein, daß sie da sind und das man auf ihnen auch halbwegs schnell vorankommt (Die kleinen Wege, die oftmals noch in den Karten eingezeichnet sind, existieren oftmals gar nicht mehr).
    Das stimmt. Und ich bin ein Fan von selbständiger Routenplanung. Zugegebenermaßen hat ein markierter Wanderweg mitunter den Vorteil, dass er mich über kleine Wege führt, auf deren Existenz ich mich angesichts der Karte nicht verlassen hätte. Deshalb handhabe ich es auf mehrtägigen Touren meistens so, dass ich streckenweise einem Wanderzeichen (bzw. wechselnden Wanderzeichen) folge, aber abseits davon wähle ich zwischendurch oft Forststraßen oder andere Waldwege, sofern sie sich als existierend herausstellen. Was das Ästhetische angeht, erlebt man hier wie dort (auf dem markierten wie auf dem unmarkierten Weg) positive und negative Überraschungen. Insofern habe ich im Allgemeinen weder Gründe, mich an Wanderzeichen zu klammern, noch Gründe, ihnen aus dem Weg zu gehen.


    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Ja, ich weiß, man ist natürlich vom Schwarzwald extrem verwöhnt, was die Ausschilderung angeht.
    Das ist also jedenfalls nicht mein Punkt. In Brandenburg ist die Ausschilderung auch oft schlecht. Idealerweise müsste die Karte, die man verwendet, so sein, dass man die Ausschilderung nicht unbedingt braucht, auch wenn sie mitunter zur Bequemlichkeit beiträgt. Ich muss ja jedenfalls auch die Stellen identifizieren, an denen ich absichtlich vom markierten Weg abweichen will, bin also jedenfalls auf eine funktionierende Karte mehr angewiesen als auf eine funktionierende Wegmarkierung. Schlechte Wegmarkierung ist allerdings nervig, wenn die Karte ebenfalls schlecht ist.


    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Was diese "Wanderhütten" angeht: Die sind halt schnell wo hingestellt und besser als nichts, aber halten die wirklich hefitgen Regen ab? Besonders weil da oben auf der Hochfläche auch gerne mal ein ordentlicher Wind weht. Unser Wirt in Silberborn war jedenfalls nicht so wirklich begeistert von ihnen.
    Nun ja. Im Unterschied zu manchen Sportwanderern mache ich gerne alle 3 bis 5 Kilometer eine Sitzpause. Wenn es keine Waldmöblierung gibt, sitze ich mitunter auf meinem Rucksack, der ja darauf ausgelegt ist. Bei regnerischem Wetter ist es aber ganz nett, wenn die vorhandene Möblierung zufällig auch überdacht ist, sei es als richtige Hütte, sei es in der oben gezeigten Form, die zugegebenermaßen nur bei halbwegs senkrechtem Regen wirklichen Schutz bietet. Andererseits habe ich in den letzten Jahren eine Reihe von ziemlich düsteren und in die Jahre gekommenen Hütten gesehen, die auch nicht unbedingt sehr einladend waren. So gesehen nimmt man dann, was halt da ist. Und das ist in Ostdeutschland oft genau dieser Typ von überdachtem Tisch, auf dem man z.B. auch einen Esbitkocher betreiben kann, ohne Schäden anzurichten.
    Lebe Deine Albträume und irre umher

  11. Vorstand
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    #11
    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Der Vorteil von Forstwegen liegt bei der selbstständigen Routenplanung: Man kann sicher sein, daß sie da sind und das man auf ihnen auch halbwegs schnell vorankommt (Die kleinen Wege, die oftmals noch in den Karten eingezeichnet sind, existieren oftmals gar nicht mehr).
    Hm ... schnell? Muss nicht notwendigerweise sein, IMO.

    Für die Sonnenschutzhüttenverkleidung ist ein Tarp oder ein Stück Tyvek nützlich.

  12. Gerne im Forum

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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #12
    Sehr schön geschriebener Bericht, Voronwe! Und Danke für die schönen Bilder (dazu bin ich leider selber oft zu bequem )
    Vor allem mal von einer Gegend, von der man nicht viel liest. Da zeigt sich wieder, welch wunderschöne Flecken man überall finden kann.

    Auch wir wandern meist nicht gerne auf den breiten Forstautobahnen. Ausnahmen sind bei sehr schlechtem Wetter, da kommt man dort natürlich besser voran. Oder wenn ich auf einer längeren Tour meinen Wanderwagen nutze. Der rollt auf dem Untergrund eben einfacher als auf einem Singletrail.

    Zu den Pausenunterständen muss ich sagen, dass es besser ist, als nichts. Wie oft läuft man weiter und weiter, um endlich irgendwann zumindest eine Pausenbank findet. Da ist so ein Pausenunterstand ja schon Fortschritt ! Überhaupt haben wir ständig das Phänomen, dass immer, wenn wir eine Pause machen möchten, sicher KEINE Sitzgelegenheit auftaucht

  13. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #13
    Zitat Zitat von Igelstroem Beitrag anzeigen
    Nun ja. Im Unterschied zu manchen Sportwanderern mache ich gerne alle 3 bis 5 Kilometer eine Sitzpause. Wenn es keine Waldmöblierung gibt, sitze ich mitunter auf meinem Rucksack, der ja darauf ausgelegt ist. Bei regnerischem Wetter ist es aber ganz nett, wenn die vorhandene Möblierung zufällig auch überdacht ist, sei es als richtige Hütte, sei es in der oben gezeigten Form, die zugegebenermaßen nur bei halbwegs senkrechtem Regen wirklichen Schutz bietet. Andererseits habe ich in den letzten Jahren eine Reihe von ziemlich düsteren und in die Jahre gekommenen Hütten gesehen, die auch nicht unbedingt sehr einladend waren. So gesehen nimmt man dann, was halt da ist. Und das ist in Ostdeutschland oft genau dieser Typ von überdachtem Tisch, auf dem man z.B. auch einen Esbitkocher betreiben kann, ohne Schäden anzurichten.
    Ich gebe zu, daß solch eine Bank ganz praktisch für eine Pause ist, jedenfalls besser als ein Baumstamm (der im Hochsolling zumeist aus Fichte besteht und dadurch eine entsprechend anhängliche Neigung hat.

    Ich habe auch schon Hütten gesehen, in denen ich nicht unbedingt übernachten wollte. z.B. unser Regenunterstand am ersten Tag: Bei dem trockenen Laub da drin war mein erster Gedanke: Hanta-Virus!.

    Was macht eigentlich der Schützhüttenschläfer aus Schutz gegen so etwas?


    Zitat Zitat von lina
    Hm ... schnell? Muss nicht notwendigerweise sein, IMO.
    Na ja, gerade in den Alpen freut man sich manchmal schon über so etwas: Man muß nicht bei jeden Tritt aufmerksam sein um nicht über Wurzeln und Steine zu stolpern.
    Man kann auf solchen Wegen einfach mal gehen, mit einem rhythmischen Schritt und kommt dadurch automatisch schneller voran (und es est auch weniger anstrengend). Außerdem kann man sich dann auch mehr auf das drumherum konzentrieren (z.B. das Vogelgezwitscher im Wald)

    Zitat Zitat von lina
    Für die Sonnenschutzhüttenverkleidung ist ein Tarp oder ein Stück Tyvek nützlich.
    Das ist richtig, aber: Wieviel Prozent der Zielgruppe dieser Hütten hat so etwas dabei? Ich vermute im unteren einstelligen Prozentbereich (ich nebenbei auch nicht - gehöre auber auch nicht zur Gruppe der Draußenschläfer).


    Um nochmal auf die Wege zurückzukommen: Ich nehme natürlich was da ist, besser als drinne zu bleiben allemal (das einzige, was ich wirklich nicht verkusen kann ist, wenn der Weg (markiert! was ich mir selber zusammengebastelt habe ist ja mein persönliches Problem) auf einer normalen Straße entlang geführt wird - da muß es schon sehr gute Gründe für geben.

    Wenn ich mir es wünschen könnte, wäre der ideale Weg ein Waldweg, auf dem man zu zweit nebeneinander laufen kann: Gut für die Füße, da federnd, und man kann sich auch unterhalten.

    Aber besser schlecht gelaufen als gleich daheim geblieben.

    Allerdings bin ich froh, daß meine Kinder nicht mit waren - hier hätte die Motivation doch extrem am Boden gelegen
    Geändert von Voronwe (30.06.2019 um 21:00 Uhr)

  14. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #14
    Zitat Zitat von enjoy Beitrag anzeigen

    Zu den Pausenunterständen muss ich sagen, dass es besser ist, als nichts. Wie oft läuft man weiter und weiter, um endlich irgendwann zumindest eine Pausenbank findet. Da ist so ein Pausenunterstand ja schon Fortschritt ! Überhaupt haben wir ständig das Phänomen, dass immer, wenn wir eine Pause machen möchten, sicher KEINE Sitzgelegenheit auftaucht
    So will es das Gesetz! Wenn man eine Bank braucht ist sie nie da. Habe ich neulich auf dem Neckarweg mit meinen Kindern erlebt: Ich hatte den Kocher mit, weil ich Bratwürstchen versprochen hatte. Im Wald ewig keine Bank. Wir haben dann eine Bank mitten im Ort benutzt. Beim Weiterwandern kamen dann natürlich die schönsten Plätze

  15. Gerne im Forum

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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #15
    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Beim Weiterwandern kamen dann natürlich die schönsten Plätze
    STIMMT...... das ist dann auch immer Gesetz !!
    Erst viiieeele Bänke... wenn man eine benötigt, keine ..... dann macht man notgedrungen irgendwo Rast (zur Not auf einem Baumstamm etc.) ..... und danach folgen wieder viiieeele Bänke!!

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    Avatar von Igelstroem
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    AW: [DE]50 Shades of Forststraße: 3 Tage im Solling

    #16
    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Ich habe auch schon Hütten gesehen, in denen ich nicht unbedingt übernachten wollte. z.B. unser Regenunterstand am ersten Tag: Bei dem trockenen Laub da drin war mein erster Gedanke: Hanta-Virus!.

    Was macht eigentlich der Schützhüttenschläfer aus Schutz gegen so etwas?
    Also mit dieser Gefahr habe ich mich noch nie befasst, ich musste erst mal googeln.

    Eine Antwort auf deine Frage wäre: Keinen Staub aufwirbeln. Eine Antwort auf die Frage des Försters, wieso man jetzt ein Zelt neben die vorhandene Schutzhütte gestellt hat, wäre: Ich hatte Angst vor Hantaviren. (So hat alles seinen Nutzen.) Eine Antwort auf die Frage, wieso man unterwegs so wenig andere Wanderer trifft, wäre: Sie haben Angst vor zu vielen Krankheiten.

    Ich schlafe öfter in Schutzhütten, werde aber keinen Thread zum Thema Hantaviren eröffnen. Der kommt aber sicher irgendwann.
    Lebe Deine Albträume und irre umher

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