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  1. Gerne im Forum

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    [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #1
    Mitreisende: enjoy
    Erlebnis: Zweitälersteig

    Schon seit Monaten schwirrt er in unseren Köpfen umher. Infomaterial wurde angefordert, Berichte darüber geschaut, die einzelnen Etappen geplant, die Ausrüstung zusammengestellt und die Freude war groß, als sich genau zu unserem Urlaubsbeginn das Wetter in eine zumindest trockene Lage gewandelt hatte.

    Und doch muss ich nach diesen erlebnisreichen Tagen sagen, wir haben ihn zum Teil unterschätzt:


    Den Zweitälersteig




    Montag, 13.05.2019, Waldkirch - Kandel, 9 km


    Wir wussten, die erste Etappe würde gleich zu Beginn eine Herausforderung werden. So fuhren wir bereits um 6 Uhr morgens zu Hause los. Die Aufregung war groß, denn endlich sollte das seit so langer Zeit geplante Vorhaben in die Tat umgesetzt werden. So begleiteten uns die Gedanken der Vorfreude und des Respektes auf die kommenden Tage bei der Hinfahrt.

    Auf dem Parkplatz angekommen wurden die Wanderschuhe geschnürt und die Rucksäcke angeschnallt. Irgendwie war alles noch so unwirklich, nun tatsächlich am Startpunkt des 106 Kilometer langen Steiges zu stehen.

    Nur kurz führte uns die asphaltierte Straße aus Waldkirch hinaus, wo uns auch gleich der Wald mit seinen Forstwegen empfing. Komische Geräusche verabschiedeten uns, die aber dem kleinen Zoo geschuldet waren, der am Rande von Waldkirch neben unserer Strecke lag.

    Und sogleich zeigte uns der Steig die Richtung, die für uns heute maßgebend sein sollte: nach oben! An dieser Stelle konnte man sehen, was heute noch alles vor uns lag. Die Spitze Erhebung, ganz hinten im Bild, ist der Kandelgipfel, den wir heute noch erreichen wollten.



    Als erstes Ziel und auch als erste Stelle, an der wir vespern wollten, war die Ruine Schwarzenburg angedacht. Bereits hier hatten wir eine schöne Höhe erreicht und man konnte diesen tollen Blick über das Tal bis hin zur Rheinebene schweifen lassen.



    Allerdings war es zu Beginn dieser Woche noch sehr windig, so dass es hier viel zu kalt zum Pause machen war. So machten wir diese ein paar Meter unterhalb der Burg in der Schwarzenberghütte. Dort füllten wir an einem Brunnen zudem sämtliche Wasserflaschen, da wir auf dieser Tour vorhatten, im Zelt zu übernachten. Auf dem Weg nach oben würde es keine weiteren Brunnen mehr geben.

    Und nun zeigte der Zweitälersteig zum ersten Mal, warum er "Steig" genannt wird! Und zum ersten Mal bekamen wir die raue Seite dieser Tour zu spüren! Neun Kilometer scheinen für den ersten Tag nicht viel zu sein, aber die Strecke hat es in sich. Auf diesen neun Kilometern allein galt es, über 960 Höhenmeter zu absolvieren. Außerdem wandelte sich der Forstweg nun in einen schmalen, mit Steinen und Wurzeln überzogenen Pfad.

    Das hieß für mich, meinen Wanderwagen das erste Mal zu schultern. Und das hieß auch, nun ca. 16 Kilo auf dem Rücken zu transportieren. So verlief der Weg nun ca. 3 Kilometer lang und die Beine wurden immer schwerer, die Steine gefühlt immer höher.

    Endlich war das nächste Ziel erreicht: Die Thomashütte auf einer Höhe von ca. 1070 Metern (gestartet waren wir auf unter 300 Metern). Total fertig wurden wir dafür mit dieser herrlichen Aussicht belohnt:





    Auch wenn die Pause noch so schön war, es warteten noch ein paar Höhenmeter auf uns. Um kurz vor 16 Uhr standen wir endlich oben! Auf dem 1.241 Meter hohen Kandel!! Hier die Kandelpyramide und die Aussicht ins Tal.



    Hier oben herrschte allerdings ein regelrechter Sturm, der dazu noch eisig kalt war! Für die kommende Nacht war außerdem sogar noch Frost angesagt. Somit haben wir zwischen Thomashütte und Kandel besprochen, dass wir zumindest die erste Nacht aufgrund der Witterung doch versuchen würden, im Kandelhof ein Zimmer zu bekommen.

    Nach einem knappen Kilometer war der Kandelhof erreicht und wir hatten Glück. Der nette Wirt hatte für uns und unseren Hund ein Zimmer frei! Wir unterhielten uns beim Essen noch eine Weile mit einem weiteren Zweitälersteigwanderer, bevor wir kaputt in die Betten fielen und glücklich waren, ein festes Dach über dem Kopf zu haben. Denn der eiskalte Sturm war eindeutig die ganze Nacht zu hören.

  2. Gerne im Forum

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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #2
    Dienstag, 14.05.2019, Kandel - Simonswald, 26 km

    Der Kandelhof thront auf der Höhe von über 1.200 Metern über dem Schwarzwald. Das Fenster unseres Zimmers lag in Richtung Osten und um ca. 5 Uhr morgens konnte man am Horizont sehen, wie die Dämmerung gegen die Nacht siegt. Ein herrlicher Moment! Natürlich schlief ich dann nochmals ein, denn Frühstück gab es erst um acht Uhr.

    Nachdem ich meine Blase am Fuß versorgt hatte (trotz eingelaufener Wanderschuhe!), machten wir uns dann, noch leicht geplättet vom Vortag, auf den Weg. Dieser führte nun, das erste Mal auf der Tour, wenigstens bergab. Zunächst über einen weichen Wiesen-, anschließend auf einem Waldpfad. Nach ca. 2,5 Kilometern kamen wir dann an der Schwärhütte, einer Schutzhütte vorbei, bei der wir eigentlich planmäßig zelten wollten. Zum Glück hatten wir aber das Zimmer im Kandelhof bekommen, denn es war jetzt immer noch ziemlich kalt.

    Kurz nach dieser Hütte überquert man eine Landesstraße und folgt dann einem breiteren Forstweg. Sonst eher nicht so unser Ding, aber mit meinem Wanderwagen ließ sich hier endlich einmal richtig Strecke machen. Keine Wurzeln oder Steine, die einen langsamer werden lassen.

    Dieser "Waldautobahn" konnten wir bequem über mehr als drei Kilometer leicht bergab oder eben folgen, bis wir am Plattenhof sogar auf asphaltierte Straße kamen. Am Plattenhof war auch die erste Einkehrmöglichkeit nach dem Kandelhof und die letzte für lange Zeit. Pause kam für uns aber nicht in Frage. Einen kurzen Blick über den Plattensee, einem Stausee, haben wir uns aber gegönnt.



    Nun war von der Schnelligkeit her gesehen aber bald Schluss mit Lustig. Denn am Ende der Straße zweigt der Weg in einen Waldpfad ab, der steil sowie mit Wurzeln und Steinen übersäht an den Zweribach-Wasserfällen steil abfällt. Hier musste der Wagen natürlich wieder geschultert werden und neben der tollen Natur musste auch ganz genau darauf geachtet werden, wohin man tritt.
    Die Zweribach-Wasserfälle, die sich in zwei großen Kaskaden ins Tal stürzen, sind aber wirklich sehenswert!





    Unterhalb dieser Wasserfälle, das Rauschen noch im Ohr, haben wir dann auf einem Rastplatz eine kurze Pause eingelegt. Nach unserer Pause konnten wir auf einer asphaltierten Straße etwas mehr als zwei Kilometer bis Wildgutach wieder Strecke machen. Allerdings hatten wir dort inzwischen wieder eine Höhe von ca. 500 Metern erreicht und der nächste Aufstieg auf ca. 940 Meter stand direkt bevor.

    Knapp zwei Kilometer führte nun ein Pfad zunächst an der wunderschönen Teichschlucht vorbei. Der Teichbach fließt direkt neben einem rauschend in kleineren Wasserfällen ins Tal. Allerdings kommt man bei dem Aufstieg schon ganz schön ins Schnaufen, so dass man dies gar nicht wirklich genießen kann.

    Nachdem eine Landstraße überquert war, führte zumindest ein Forstweg nach oben, bei dem man ein wenig "Ausruhen" konnte. Hier wurde dann zwischen uns der Entschluss gefasst, auch in dieser Nacht nochmals ein Zimmer zu nehmen und wir telefonierten: Das erste Gasthaus hatte Ruhetag.... das zweite Gasthaus nahm keine Hunde auf..... aber beim dritten Versuch klappte es! Alle Adressen waren aus dem Simonswälder Tal. Nur haben wir erst nach der Reservierung gemerkt, dass unser Gasthaus ganz hinten im Tal lag

    Die letzten 300 Meter bis zur Hintereckhütte kamen dann als nächstes, was wieder eine echte Herausforderung war. Dementsprechend am Ende kamen wir dort oben an. Das Schöne an der Hütte ist, selbst wenn die Hütte nicht bewirtschaftet ist, ist immer ein "Notlager" offen. Dort sind auf Vertrauensbasis Getränke bereitgestellt, die man sich gegen einen Obolus nehmen darf.

    Hier zwei Bilder von der Aussicht dort oben:
    Ganz hinten im Bild sieht man sogar den noch schneebedeckten Feldberg!



    Die Straße in der Mitte des Bildes kommt man herunter, wenn man die Zweribach-Wasserfälle hinter sich hat:



    Nach einer kurzen Strecke am Hang entlang kommt man noch an dem Aussichtspunkt "Spitzer Stein" vorbei. Hier die Aussicht auf das Simonswälder Tal, das wir an diesem Tag nach dem Abstieg noch komplett durchwandern mussten:



    Was nun an Strecke folgte, war "tödlich"! Von über 900 Metern ging es in knapp zwei Kilometern wieder nach unten auf unter 500 Meter. Zum Teil war es schon fast alpin, denn wir mussten uns den Weg durch Steine hindurch nach unten suchen. Dies mit zig Kilo auf dem Rücken, dem Hund im Arm und der Strecke, die wir heute schon hinter uns gebracht hatten! Wir spürten jeden Stein unter den Schuhen, jeder Absatz traf unsere Knie ins Innerste und wir waren heilfroh, als wir endlich das Tal erreicht hatten!

    Das Tal erreicht hieß für uns allerdings, noch genau dieses Tal in seiner ganzen Länge auf seinen knapp sieben Kilometern zu durchqueren! Klar ging es hier nur noch eben an der Wilden Gutach entlang, aber der Weg zog sich wie Kaugummi. Wir hatten das Gefühl, unsere Füße bestehen nur noch aus einer einzigen großen Blase. Jeder Schritt tat weh. Aber wir kämpften uns durch, bis wir endlich den Gasthof erreichten.

    Ein langer Tag mit viel Strecke und heftigem Auf und Ab ging zu Ende. Und wir waren glücklich, doch wieder in einem Bett zu liegen.

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    Avatar von Baciu
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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #3
    Sehr schön, direkt mal 'ne Tour vor der Haustür sozusagen...
    Und im Frühling besonders schön:


    Die Teichschlucht hat auch im Winter was...
    Bin gespannt wie es weiter geht...

  4. Gerne im Forum

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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #4
    Die Teichschlucht im Winter kann ich mir auch toll vorstellen!

    Auf dem Bild bist Du an der Schwarzenberghütte, oder?

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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #5
    Zitat Zitat von enjoy Beitrag anzeigen
    Die Teichschlucht im Winter kann ich mir auch toll vorstellen!
    Ja mal so als Anreiz die Zweribachfälle...


    Zitat Zitat von enjoy Beitrag anzeigen
    Auf dem Bild bist Du an der Schwarzenberghütte, oder?
    Genau!

  6. Gerne im Forum

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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #6
    Zitat Zitat von Baciu Beitrag anzeigen
    Ja mal so als Anreiz die Zweribachfälle...
    DAS sieht ja mal gigantisch aus!!!
    Aber ich kann mir die Zweribachfälle und den Abstieg vom Spitzen Stein im Winter als nicht ganz ungefährlich vorstellen.

  7. Gerne im Forum

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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #7
    Mittwoch, 15.05.2019, Simonswald - irgendwo im Wald, 17 km

    In diesem Gasthof gab es bereits ab 7:30 Uhr Frühstück und dementsprechend früher waren wir vor Ort. Natürlich spürten wir die Anstrengungen von gestern, aber wir waren noch frohen Mutes, dass heute alles besser wird. Wobei die Wirtin beim Bezahlen des Zimmers gefragt hat, ob wir die Konus-Karte haben wollten (damit könnten wir Bus und Bahn in diesem Gebiet kostenlos nutzen). Ihre weitere Aussage: Es haben schon viele den Zweitälersteig abgebrochen und wären dankbar für diese Karte gewesen......
    Nur drei Häuser neben dem Gasthof war die Touristeninformation, bei der wir vorbeischauten, um uns noch einen der begehrten Tourstempel abzuholen. Die Aussage des Mitarbeiters zum weiteren Streckenverlauf war ebenfalls "ernüchternd". Gestern lag wohl eine schwere Etappe hinter uns..... aber die heutige würde nicht wirklich einfacher werden....

    Nun gut, abbrechen kam für uns zu diesem Zeitpunkt nicht in Frage. Und so zogen wir los, aus Simonswald hinaus in Richtung dem 904 Meter hohen Hörnleberg. Natürlich nach oben!
    Auf dem Hörnleberg steht eine Wallfahrtskirche und man hat von dort einen wunderschönen Blick auf das Elztal. Ein Stückchen unterhalb gab es dann noch diese Aussicht



    Und nun nahm das Drama seinen Lauf. Eigentlich dachten wir, steht uns nun eine Kammwanderung von Hügel zu Hügel bevor. Das war es auch. Nur hatten wir unter "Kammwanderung" wohl eine andere Vorstellung als die Macher dieses Steiges. Ja, es ging ab und zu mal eben durch den Wald, aber die Auf- bzw. Abstiege hatten es wirklich in sich. Steil und mit Geröll und Wurzeln übersäht.

    Auf dem 1.064 Meter hohen Tafelbühl machten wir nach ca. 3,5 Kilometern wieder eine Pause. Hier befindet sich ein Startplatz für Gleitschirmflieger und man hat eine tolle Sicht ins Tal.



    Anschließend ging es in gleicher Weise noch auf das Braunhörnle und zum Rohrhardsberg. Als Tagesziel war eigentlich die Kapfhütte angedacht aber aufgrund des Streckenverlaufs war uns irgendwann klar, das würden wir nicht schaffen. Zum Glück fanden wir kurz vor dem Schänzlehof noch einen Brunnen, an dem wir sämtliche Wasservorräte auffüllten.

    Voll ausgerüstet ging es Kilometer für Kilometer weiter, mit dem Wissen, der nächste Unterstand / die nächste Hütte "unsere" wird. Und irgendwann kam "es" dann. Halb Unterstand, halb Hütte. Aber sauber und mit feinkörnigem Kies. Darunter richteten wir uns mit unserem Zelt dann häuslich ein



    Wir hatten unser Setup gerade fertig aufgebaut, als doch tatsächlich jemand vom Forst vorbeifuhr! Der hat auch gleich angehalten und wir befürchteten schon, dass er etwas gegen unser Vorhaben, hier zu schlafen, hatte. Aber er war total nett und hat gemeint, dass wir schließlich in einer Schutzhütte wären und dass es ok ist (wahrscheinlich hat er mich gesehen und gemerkt, dass ich keinen Meter mehr vorwärts komme ). Wir haben dann noch ein wenig mit ihm geplaudert und er hat uns sogar noch einen Liter Wasser angeboten, den er dabei hatte. Allerdings waren wir in der Hinsicht ja versorgt.

    Wir kochten uns anschließend unsere Trekkingmahlzeit und krochen recht schnell in die Schlafsäcke denn es wurde empfindlich kalt! Ich war wirklich gespannt (und auch ein wenig ängstlich), ob unsere Ausrüstung auch bei diesen kalten Temperaturen das halten würde, was sie versprach....

  8. Anfänger im Forum

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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #8
    Ach schön, der Zweitälersteig, den bin ich letztes Jahr im Juni gegangen, da werden Erinnerungen wach! Ich fand ihn gar nicht sooo anstrengend, hatte aber deutlich weniger Gepäck dabei und leichte Trailrunner an (die nur am Spitzen Stein etwas "kritisch" waren), außerdem war das Wetter sehr freundlich. Das alles zusammen macht dann schon viel aus!
    Witzigerweise fand ich gerade den Kammweg so schön, dass ich neulich, als sich die Gelegenheit bot, ihn in eine Tageswanderung eingebaut habe. Allerdings waren so einige seiner Anstiege meiner Erinnerung entschwunden...da habe ich nicht schlecht gestaunt!
    Bin gespannt, wie es bei euch weiterging!

  9. Gerne im Forum

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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #9
    Mit Abstand gesehen ist die Anstrengung auch nicht mehr ganz so präsent . Da überwiegen bei uns auch eher die schönen Momente. Mein Mann ist aber gerade dabei, die Filme über unsere Tour zu schneiden. Darin sieht man dann doch wieder die Anstrengung

    Witzigerweise habe ich mir nach der Tour sogar noch "stärkere" Wanderstiefel gekauft. Mit DEM Gepäck bin ich mit meinen Schuhen aus Kategorie "A" wirklich an meine Grenzen gekommen.

  10. Gerne im Forum

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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #10
    Donnerstag, 16.05.2019, irgendwo im Wald - Lehrscheidhütte, 18 km

    .... und sie hielt, was sie versprach (die Ausrüstung)! Die Temperaturen gingen gegen Morgen sogar auf -2 Grad runter! Und auch der Wind war die ganze Nacht in den Baumwipfeln zu hören. Aber im Schlafsack war es richtig schön warm. Zwar war es mit meiner Hundeomi im Schlafsack ziemlich eng, aber ich war glücklich, wie gut sie alles mitmacht.

    Wenn nur das Aufstehen bei den Temperaturen nicht wäre. Raus aus dem warmen "Bettchen" und dann noch alles zusammenpacken.....brrrrr. Das Frühstücken haben wir aus diesem Grund erst einmal verschoben. Übrigens ist seit dem Förster von gestern Abend bis zu dem Zeitpunkt, als wir den Platz verlassen hatten, niemand mehr vorbeigekommen. Nur ein Waldkäuzchen war außer dem Wind nachts zu hören.

    Nachdem wir aufgebrochen waren, kam nun auf den nächsten drei Kilometern eine Hütte nach der anderen. Aber entweder verschlossen oder nicht so schön groß, dass unser Zelt hinein gepasst hätte. Auf dieser Strecke war es ein angenehmes Auf und Ab und die nächste Aussicht am Gschasifelsen war wieder wunderschön. Auf dem hohen Berg, links im Bild, sieht man sogar die Kapelle auf dem Hörnleberg, an der wir gestern vorbeigekommen sind.



    Nun ging es noch ca. 3,5 Kilometer weiter bis zur Kapfhütte, dem eigentlichen Ziel von gestern. Eigentlich hatten wir uns von dieser Hütte aber mehr versprochen. Erstens waren die Möglichkeiten, dort zu übernachten doch nicht so toll und zweitens lief der Brunnen, der direkt neben der Hütte steht, gar nicht. Von daher waren wir gar nicht mehr so enttäuscht, dass wir dieses Ziel gestern nicht mehr erreicht hatten.

    Trotzdem nahmen wir hier in einem windgeschützten Eck Platz und machten Wasser für einen Tee heiß. Tee und unsere Notnahrungsriegel waren heute unser Frühstück. Eigentlich ein recht spärliches Mahl, das aber unter diesen Umständen herrlich schmeckte.

    Jetzt stand uns ein richtig extremer Abstieg nach Oberprechtal bevor. Das beanspruchte mal wieder richtig die Knie. Und unsere Überlegung war, ob wir nicht eine Art Pausentag einlegen und uns jetzt schon in Oberprechtal ein Zimmer im Rössle nehmen sollten. Diese Überlegung zerschlug sich aber ganz schnell, denn das Rössle hatte heute Ruhetag.

    Und so wanderten wir gemächlich wieder aus dem Ort hinaus in Richtung Huberfelsen. Klar, dass so ein Felsen nicht gerade im Tal zu finden ist. Allerdings führte der Weg zunächst angenehm im Zick Zack über die Wiesen. Nur knappe 800 Meter ging es wieder extremer nach oben. Auf den Huberfelsen selber zu kraxeln, hatten wir aber ehrlich gesagt keine Lust mehr. Deshalb nur ein Bild von unten



    Wir dachten, wir hätten nun den höchsten Punkt am heutigen Tag erreicht. Aber wir hatten die Prechtaler Schanze mit einer Höhe von 836 Metern vergessen. Und so schnauften wir auch hier hinauf noch ein paar Höhenmeter. Von nun an ging's allerdings abwärts. Über Wiesen, den Aussichtspunkt Pfauen und anschließend noch ein ganzes Stück über einen normalen Waldweg.

    Dann war unser heute lang ersehntes Ziel, das Gasthaus Landwassereck, erreicht. Schon kilometerweit hofften wir darauf, dort einen Kuchen und etwas Leckeres zu Trinken zu bekommen. Ok, Kuchen gab es aufgrund der Tatsache, dass es unter der Woche war, zwar nicht, aber mit einem Apfelstrudel und Vanilleeis waren wir auch glücklich. Außerdem durften wir hier unsere Wasservorräte kostenlos (wir haben Trinkgeld gegeben) auffüllen. Denn auch diese Nacht wollten wir wieder autark übernachten.

    Gut mit zuckerhaltigen Nahrungsmitteln gestärkt, ging es nun auf die letzten drei Kilometer für heute. Das Landwassereck war als nördlichster Punkt der Tour auch gleichzeitig der Punkt, an dem sich der Steig komplett wandelt. War der bisherige, östliche Teil, rau, hoch, wild und steinig, so wird er auf der kommenden, westlichen Seite weicher, lieblicher und die Steigungen sind moderater.

    Und so waren auch die letzten drei Kilometer angenehm auf einem Forstweg zu bewältigen. Bis wir an einer Kreuzung im Wald "unsere" Hütte sahen. Diese Hütte ist nur auf wenigen Karten eingezeichnet, da eigentlich privat. Wir wussten aber aus Youtube-Filmen, dass bereits Wanderer dort übernachtet hatten. Sie ist auch nicht verschlossen und so schauten wir vorsichtig hinein.



    Übrigens ein Suchbild. Findet jemand unsere kleine Hundeoma ?

    Der Boden ist komplett mit Holz ausgelegt, in der Ecke steht eine Eckbank mit Tisch und zwei Stühlen und an der Wand hängen Bilder vom Jakobsweg in Spanien. Zudem hängt an der Wand ein Hinweis, dass mit Feuer aufgepasst werden soll und auf dem Tisch liegt ein Gästebuch, in dem sich schon viele Wanderer eingetragen haben. So etwas ist einfach herrlich! Und somit hatten wir ein festes Dach über dem Kopf.

    Nachdem wir wieder unsere leckere Trekkingmahlzeit zubereitet hatten, breiteten wir unsere Isomatten und Schlafsäcke auf dem Boden aus und schliefen bald mit den Geräuschen des Waldes ein. Mein Mann hat noch ein Reh in der Nähe bellen gehört aber ansonsten lag eine angenehm ruhige Nacht vor uns.

  11. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #11
    Hallo Enjoy.

    Tolle Tour stellst du uns da vor. Und gute Sicht hattet ihr auch. Ohne die kann der Schwarzwald etwas eintönig werden. Und mit dem Huberfelsen habe ich endlich auch was mir bekanntes entdeckt. Wenn ich mir die Bilder so ansehe sollte ich das mal ändern!

    Ich freue mich auf die Fortsetzung!

    Gruß Wafer

  12. Fuchs
    Avatar von uli.g.
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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #12
    Vielen Dank für den schönen Bericht!; ich kenne die Ecke v.a. und leider vom BFT (https://www.trailrun-masters.de/stre...nnen/etappe-1/) ..... und da hat man für die landschaftliche Schönheit oftmals einen eher eingeschränkten Blick....
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  13. Gerne im Forum

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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #13
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Hallo Enjoy.

    Tolle Tour stellst du uns da vor. Und gute Sicht hattet ihr auch. Ohne die kann der Schwarzwald etwas eintönig werden. Und mit dem Huberfelsen habe ich endlich auch was mir bekanntes entdeckt. Wenn ich mir die Bilder so ansehe sollte ich das mal ändern!

    Ich freue mich auf die Fortsetzung!

    Gruß Wafer
    Dankeschön, Wafer!
    Ja, an dem Huberfelsen führen mehrere Wege vorbei, unter anderem auch der Westweg. Der Zweitälersteig lohnt sich aber auf jeden Fall


    Zitat Zitat von uli.g. Beitrag anzeigen
    Vielen Dank für den schönen Bericht!; ich kenne die Ecke v.a. und leider vom BFT (https://www.trailrun-masters.de/stre...nnen/etappe-1/) ..... und da hat man für die landschaftliche Schönheit oftmals einen eher eingeschränkten Blick....
    Danke auch Dir, uli!
    Aber warum LEIDER vom BFT? Ich würde diesen Sport zwar nicht schaffen, aber alle Achtung, wenn Du das machst!! Dass man dabei keine Aussichten genießen kann, dürfte jedem einleuchten

  14. Fuchs
    Avatar von uli.g.
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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #14
    Zitat Zitat von enjoy Beitrag anzeigen


    Danke auch Dir, uli!
    Aber warum LEIDER vom BFT? ....
    ... bei meiner zweiten Teilnahme hat irgendwo bei km 45 die Wade zugemacht..... DNF und langsam irgendwie in´s Tal humpeln......


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  15. Gerne im Forum

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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #15
    Zitat Zitat von uli.g. Beitrag anzeigen
    ... irgendwie in´s Tal humpeln......

    DAS Gefühl hatte ich auf dem Zweitälersteig vom Spitzen Stein runter auch

    Nein, im ernst, das ist wirklich zum ! Eigentlich nicht mehr so weit vom Ziel entfernt und dann sowas!? Da machen dann auch die Schönheiten der Gegend keinen Spaß mehr

  16. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #16
    OT Zwischenfrage: Was ist denn DFT?

    Ein schöner Bericht, und das der Steig nichtganz ohne ist, konnte ich letztes Jahr auf meinem Weg von Furtwangen nach St. Peter erleben.

  17. Fuchs

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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #17

  18. Gerne im Forum

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    #18
    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Ein schöner Bericht, und das der Steig nichtganz ohne ist, konnte ich letztes Jahr auf meinem Weg von Furtwangen nach St. Peter erleben.
    Danke Voronwe! Und Deine Einschätzung des Steiges beruhigt etwas

  19. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [DE] Erlebnis: Zweitälersteig

    #19
    Zitat Zitat von windriver Beitrag anzeigen
    Mist, Tippfehler, BFT sollte es heißen.

    Zitat Zitat von windriver
    Knapp zwei Kilometer führte nun ein Pfad zunächst an der wunderschönen Teichschlucht vorbei. Der Teichbach fließt direkt neben einem rauschend in kleineren Wasserfällen ins Tal. Allerdings kommt man bei dem Aufstieg schon ganz schön ins Schnaufen, so dass man dies gar nicht wirklich genießen kann.

    Nachdem eine Landstraße überquert war, führte zumindest ein Forstweg nach oben, bei dem man ein wenig "Ausruhen" konnte. Hier wurde dann zwischen uns der Entschluss gefasst, auch in dieser Nacht nochmals ein Zimmer zu nehmen und wir telefonierten: Das erste Gasthaus hatte Ruhetag.... das zweite Gasthaus nahm keine Hunde auf..... aber beim dritten Versuch klappte es! Alle Adressen waren aus dem Simonswälder Tal. Nur haben wir erst nach der Reservierung gemerkt, dass unser Gasthaus ganz hinten im Tal lag
    Ich sehe gerade, der Zweitälersteig geht gar nicht durcg Gütenbach. Ich bin damals von da durch die Teichschlucht abgestiegen, die echt wunderschön ist, aber der Anfang war für mich eine extrem steile Asphaltstraße zum Klärwerk Gütenbach.
    Wenn man von unten kommt, wäre das wohl die absolute Höchststrafe (besonders nach dem schönen Tal).

    Die damalige Etappe

  20. Fuchs
    Avatar von uli.g.
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    #20
    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Mist, Tippfehler, BFT sollte es heißen.
    der Laufevent hiess bis Mitte der 2010er noch Black Forest Trailrun!
    "...he just smoked my eyelids and punched my cigarette" (Omama)

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