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  1. Dauerbesucher

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    AW: Einstieg in "hohe" Gebirge - Tipps und Ratschläge

    #81
    Hallo, kurzer Zwischenstand meinerseits.

    Wir sind zurück aus dem Urlaub. Ziel war ja das Binntal, wirklich sehr schöne Gegend.

    Da unser Nachwuchs in der ersten Woche arg krank wurde (incl. 3 Tage im Spital in Visp...) war der Urlaub so zusammengeschrumpft, dass für mich nur ein Tag solo zum Geispfadsee drin war. Den Weg rüber nach Italien und dann über den Chriegelpass zurück musste ich auslassen.
    Trotzdem sehr schöner Weg, und Ende Juli auch noch mit größeren Schneefeldern gespickt.

    Und nächste Woche gehts dann zum Gletscherkurs aufs Taschachhaus 6 Tage. Freu mich.


    Eine Frage hätte ich noch an die Leute, die öfters losziehen:
    Würdet ihr unterwegs jemanden Fremden mit in eure Seilschaft nehmen?
    Angenommen da sitzt jemand am Einstig zum Gletscher und hat die notwendige Ausrüstung dabei und sagen wir mal ein eigenes 25-30m langes Stück Halbseil und hält den Daumen raus.


    Frage deshalb, weil ich oft allein bin, und Gletscher deswegen normal ausscheiden. Das wär für mich ein probates Mittel, dass ich mich auf kritischen Passagen an andere Dranhänge.
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  2. Moderator
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    Avatar von Vegareve
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    AW: Einstieg in "hohe" Gebirge - Tipps und Ratschläge

    #82
    Zitat Zitat von Shuya Beitrag anzeigen
    Eine Frage hätte ich noch an die Leute, die öfters losziehen:
    Würdet ihr unterwegs jemanden Fremden mit in eure Seilschaft nehmen?
    Angenommen da sitzt jemand am Einstig zum Gletscher und hat die notwendige Ausrüstung dabei und sagen wir mal ein eigenes 25-30m langes Stück Halbseil und hält den Daumen raus.


    Frage deshalb, weil ich oft allein bin, und Gletscher deswegen normal ausscheiden. Das wär für mich ein probates Mittel, dass ich mich auf kritischen Passagen an andere Dranhänge.
    Das tut mir aber Leid, dass der Nachwuchs den Urlaub nicht geniessen konnte.

    Zur Frage: es ist einfach total unpraktisch, volle Gletscherausrüstung zu schleppen, nur mit dem vagen Wunsch, sich irgendwo dran zu hängen. Wenn Du unbedingt eine solche Routen machen möchtest, kannst höchstens am Abend davor auf der Hütte fragen, ob dich jemand mitnimmt. Tagsüber ist das eher illusorisch, zumal Gletschertouren früh in der Nacht begonnen werden.
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  3. Dauerbesucher
    Avatar von danobaja
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    AW: Einstieg in "hohe" Gebirge - Tipps und Ratschläge

    #83
    das macht nen grossen unterschied ob du an einer schwierigen/riskanten stelle mal für 100m ans seil willst oder ob du am gletscherrand am weg sitzt und den daumen raushältst.

    für ne kurze zeit nimmt dich jeder ans seil (schon damit er dich nicht in ner stunde retten muss).

    aber für ne tagestour? denn wenn du nicht hochkommst ohne die gruppe, wie kommst du wieder runter? ich denk dafür müsstest du wirklich versuchen dich abends in der hütte an eine gruppe zu hängen. ne 2er seilschaft nimmt da schon gelegentlich nen 3en ans seil.

    du weisst halt auch nie wen du erwischt, den anderen gehts auch so. da helfen gute vibes und gespräch, auch/ vor allem über das können beider parteien schon sehr.
    danobaja
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  4. AW: Einstieg in "hohe" Gebirge - Tipps und Ratschläge

    #84
    Viel Spaß aufm Taschachhaus, da war ich letzte Woche
    Wir hatten den Windkolk auf dem Urkundsattel als Spalte missbraucht. Dick Schnee für solide, redundante Backup-Anker vorhanden.

    Ich selbst würde nur im Notfall oder zur Überbrückung kurzer Strecken jemand fremdes anleinen.
    Als ich letztes Jahr an der Hinteren Schwärze auf 3300 abgepackt bin und mein Kamerad solo zum Gipfel ging, kam er in einer fremden (5/6er)-Seilschaft herunter - aber auch nur bis dorthin wo ich gewartet habe.
    Jemand fremdes kann ein Risiko darstellen weil schlecht einschätzbar, eventuell unfähig oder zumindest unvorbereitet. Außer im Notfall hätte ich keine Lust auf sowas.
    Wandern in Ísland?
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  5. Erfahren
    Avatar von Skigaenger
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    AW: Einstieg in "hohe" Gebirge - Tipps und Ratschläge

    #85
    Ich würde auch nur im Notfall (dann aber selbstverständlich) jemanden mitnehmen. Was anderes ist es für mich wenn man sich tatsächlich zusammentut, in dem Sinne dass es jeder/jede Seilschaft alleine schaffen kann, man aber zu mehreren sicherer/schneller (und damit meistens auch wieder sicherer) ist. Beispiel abseilen mit 2 40m Seilen statt nur einem, 4er-Seilschaft aus 2 x 2er am Gletscher ...

    Wer jemanden mit in seine Seilschaft nimmt muss sich im Klaren sein, dass er für denjenigen im Zweifel Verantwortung trägt. Erstmal tatsächlich und danach im schlimmsten Fall unter Umständen leider auch juristisch...

  6. Dauerbesucher
    Avatar von macroshooter
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    AW: Einstieg in "hohe" Gebirge - Tipps und Ratschläge

    #86
    Zitat Zitat von Shuya Beitrag anzeigen
    Eine Frage hätte ich noch an die Leute, die öfters losziehen:
    Würdet ihr unterwegs jemanden Fremden mit in eure Seilschaft nehmen?
    Angenommen da sitzt jemand am Einstig zum Gletscher und hat die notwendige Ausrüstung dabei und sagen wir mal ein eigenes 25-30m langes Stück Halbseil und hält den Daumen raus.


    Frage deshalb, weil ich oft allein bin, und Gletscher deswegen normal ausscheiden. Das wär für mich ein probates Mittel, dass ich mich auf kritischen Passagen an andere Dranhänge.
    Jein - kommt darauf an. Das Problem für die Mitnehmenden ist ja, dass sie dich nicht kennen und nicht einschätzen können, ob Du die nötigen Skills wie Spaltenbergung hast.

    Trotzdem habe ich einen Tipp für Dich.
    Eine Zweier-Seilschaft wird eher bereit sein, Dich mitzunehmen als eine Fünfer-Seilschaft.
    Und: Am Abend vorher zu fragen, erhöht die Chancen. Dann kann man sich wenigstens zuvor im Gespräch kennenlernen.

  7. Fuchs
    Avatar von TeilzeitAbenteurer
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    AW: Einstieg in "hohe" Gebirge - Tipps und Ratschläge

    #87
    Zitat Zitat von macroshooter Beitrag anzeigen
    Jein - kommt darauf an. Das Problem für die Mitnehmenden ist ja, dass sie dich nicht kennen und nicht einschätzen können, ob Du die nötigen Skills wie Spaltenbergung hast.
    Abgesehen davon sehe ich auch noch das Problem, dass du selbst gar nicht einschätzen kannst, an wen du da gerätst. Mangels eigener Erfahrung mit der Thematik kann ich nicht einschätzen, ob man Hochtourenaspiranten grundsätzlich ein ausreichendes Niveau unterstellen kann, aber nach dem, was man in Klettergerten bisweilen beobachtet, würde ich mich zum Beispiel hüten, mich an den Einstieg einer Klettertour zu stellen und die nächste vorbeikommende Seilschaft zu fragen, ob sie mich mitnehmen wollen. Da suche ich mir meine Partner schon aus Eigenschutz gut aus.

  8. Freak Moderator
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    Avatar von Flachlandtiroler
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    AW: Einstieg in "hohe" Gebirge - Tipps und Ratschläge

    #88
    Ich differenziere mal:
    1. Du möchtest eine einzige, überschaubare Passage angeseilt mitgenommen werden (was ist mit dem Rückweg?).
      Hitchhiken funktioniert nur an wirklich viel begangenen Routen, wo solche kurzen Passagen oft autobahnähnlich gespurt sind. Braucht es da überhaupt Seilsicherung?
    2. Du möchtest eine komplette Gletscher-/Hochtour mitgehen.
      +1 für abends auf der Hütte rumfragen; kommerziell geführte Gruppen kannst Du gleich ausklammern, allerdings besteht natürlich das Risiko deinerseits an eine Anfänger- oder Chaotentruppe zu gelangen.
      Ich hab' das mehrfach gemacht; es waren aber Tourenziele, denen ich auf jeden Fall gewachsen zu sein glaubte (Weissmies, Gran Paradiso, Signalkuppe...) und wo außer dem Spaltenrisiko quasi keine technischen Schwierigkeiten sind. Der Erfolg war mal so, mal so aber für die Tour hat's halt immer noch gereicht.
    3. Bleibt die Frage: Würde ich in meiner Seilschaft so einen "Gletscher-Hitchhiker" mitnehmen?
      Ja, aber unter diesen Vorraussetzungen:
      • Wir sind dem Tourenziel auf jeden Fall gewachsen. Ist der Berg technisch an unserer Leistungsgrenze würde ich niemanden mitnehmen.
      • Der Kandidat fällt nicht von vorne herein negativ auf (Ausrüstung, was hat er schon gemacht, wie "real" /vertrauenswürdig ist er); also kurzes Antzestat machen
      • ein weiterer Seilpartner darf uns nicht ausbremsen

      Auf spaltigen Gletschern ist ein weiterer "Sicherer" ja auch für uns von Vorteil, besonders wenn man nur zu zweit ist.
      Das ist übrigens auch ein gutes Argument, um eine Zweierseilschaft anzusprechen...

      Jedenfalls, einen "Anhalter" für eine Hochtour quasi am Wegesrand mitzunehmen käme für mich auf keinen Fall in Frage (offensichtliche Notsituation natürlich ausgenommen).
    Meine Reisen (Karte)

  9. Gerne im Forum

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    AW: Einstieg in "hohe" Gebirge - Tipps und Ratschläge

    #89
    Mein Fazit aus Gletscherkurs, diversen geführten Hochtouren (im Rahmen DAV) und letztlich den ersten selbst organisierten Hochtouren ist:

    Ich gehe nur mit Leuten auf den Gletscher, die ich gut kenne UND mit denen ich vorher die Seilschaftsorganisation am Gletscher genau durchgesprochen und die Spaltenbergung auch durchexerziert habe.

    Gerade diese praktischen "Auffrischer" sind ein wahrer Augenöffner dafür wie unterschiedlich, je nach Umfang der Ausbildung, Zeitpunkt der Ausbildung und ORT der Ausbildung (CH/F vs. D/A) die Vorstellungen von Seilschaftsorganisation und Spaltenbergung bei Teammitgliedern sein können. Da sollte man sich schon auf einen gemeinsamen Nenner verständigt haben und nicht darauf hoffen, dass die Zusammenarbeit schon irgendwie klappt.

    Selbst ein einfacher Mannschaftszug in einer größeren Seilschaft kann derb ins Auge gehen, wenn die übermotivierten Helden dich mit voller Wucht Kopf voran in den Spaltenrand ziehen oder dir am Spaltenrand den Pickel auf den Kopf schmeißen. Von daher weiß ich gerne genau, mit wem ich unterwegs bin und von wem ggf mein Leben abhängt.

  10. AW: Einstieg in "hohe" Gebirge - Tipps und Ratschläge

    #90
    Gerade auf leichteren Gletschertouren möchte ich die Gefahren durch Spaltensturz jetzt auch nicht dramatisieren. Wichtig ist ja zuerst mal, den Sturz zu halten. Dann kommt lange nichts. Und ob ich jetzt 3 min oder 15 min brauche um jemand raus zu holen, ist selten überlebenswichtig.
    Was "Anhalter" angeht: wir haben schon unterwegs Leute mitgenommen, die zwar nicht in einer Notsituation waren, aber doch überfordert waren. Das fällt aber unter die erwähnte Hilfe in Notlagen. Ansonsten habe ich die Touren so geplant, dass ich mit genau den Leuten auf genau dieser Tour auf diese Weise unterwegs sein möchte. Von daher glaube ich ist es als Anhalter schwierig. An Modebergen gehen viele davon aus, dass überwiegend ldioten unterwegs sind und an seltener begangenen Bergen kommen schlicht nicht genug Leute vorbei.
    Ich würde also nur solche Ziele wählen, bei denen du gute Solo-Alternativen hast, ggf nen leichten Gurt einparken und auf der Hütte fragen.

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