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  1. Anfänger im Forum

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    Einwandige Zelte

    #1
    Hallo,

    ich gucke im Moment immer mal wieder nach leichten Zelten und stoße dabei immer häufiger auf Tarptents, die ja fast ausschließlich einwandig sind. Oft wird ja gesagt der große Nachteil an denen ist, dass es viel Kondensation gibt bzw. man ja kein schützendes Innenzelt hat was einen vor der Nässe schützt.
    -Wie sind denn eure Erfahrungen damit?
    -Wie unterscheidet es sich zwischen verschiedenen Regionen (bspw. Schottland und Mittelmeer beides im Sommer)?
    -Kann man damit auch 2 wöchige Touren unternehmen oder ist das unerträglich?

    klar gibt es Unterschiede zwischen verschiedenen Modellen aber ich wollte erst mal ein paar generelle Erfahrungen von euch mitnehmen. Ich hatte mir schon mal das SMD Lunar Solo angeguckt. reizt ja schon mit Gewicht so welche Dinger.

    Vielen Dank schon mal im Voraus
    LG Daniel

  2. Alter Hase
    Avatar von AlfBerlin
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    AW: Einwandige Zelte

    #2
    Schlimmstenfalls kondensiert innen Wasser und man kommt damit in Berührung und wird dabei feucht. In größeren Zelten ist die Gefahr geringer, dass man das Wasser abstreift. Wenn der Zeltboden mit den Außenwänden verbunden ist, kann sich auf dem Boden Wasser sammeln.

    Im Sommer oder wenn man Möglichkeiten hat, seine Sachen zu trocknen, sollte das kein Problem sein.

    Bei meinem neuen TrackMan TM1305 Zelt aus China sind nur die Schmalseiten Außenzelt. An den Längsseiten habe ich jeweils ein fest vernähtes Moskitonetz mit jeweils einem Eingang, der gute Belüftung ermöglicht:


  3. Dauerbesucher

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    AW: Einwandige Zelte

    #3
    Zitat Zitat von DanielTi Beitrag anzeigen
    ich gucke im Moment immer mal wieder nach leichten Zelten und stoße dabei immer häufiger auf Tarptents, die ja fast ausschließlich einwandig sind. Oft wird ja gesagt der große Nachteil an denen ist, dass es viel Kondensation gibt bzw. man ja kein schützendes Innenzelt hat was einen vor der Nässe schützt.
    -Wie sind denn eure Erfahrungen damit?
    -Wie unterscheidet es sich zwischen verschiedenen Regionen (bspw. Schottland und Mittelmeer beides im Sommer)?
    -Kann man damit auch 2 wöchige Touren unternehmen oder ist das unerträglich?
    Ich hab zwar keine Erfahrungen mit Einwand-Zelten, aber das Kondensthema hat man ja prinzipiell auch mit Doppelwand-Zelten - also zumindest _dass_ es kondensiert, es ist bei Doppelwand-Zelten natürlich viel weniger störend (man kommt nicht so leicht dagegen und es kann die Feuchtigkeit innen am Außenzelt ablaufen und auf den Erdboden tropfen statt sich im Zelt zu sammeln).

    Wie stark die Kondensation ist, ist sehr verschieden. Je nach Wind, Nässe des Bodens, Außentemperatur, Luftfeuchtigkeit bzw. wie tief die Temperatur nachts unter die Tagestemperatur fällt, ist das Zelt morgens mal trocken, mal tropfend nass. In Extremfällen ist sogar die hochgezogene Bodenwanne innen feucht.

    Normalerweise wird es aber sehr schnell trocken, sobald die Sonne darauf steht. Kann sein, dass das bei einem Einwand-Zelt etwas schwieriger ist, weil die Innenseite des Außenzelts eher besser belüftet ist als die Innenseite eines Einwand-Zelts?

    Und wenn es nicht trocknet, feuchtet auch bei einem Doppelwand-Zelt das Innenzelt beim Einpacken durch. Hatte ich vielleicht zwei-dreimal, meist in feuchten Flusstälern ohne Wind bei nachts knapp über Null und Bewölkung.

    MfG, Heiko

  4. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: Einwandige Zelte

    #4
    Ich bin seit gut einem Jahr mit einem kleinen Einwandzelt Protrail von Tarptent unterwegs (England im April 2x2 Wochen, Pyrenäen im Sommer 5 Wochen und im Herbst 2 Wochen, kleinere Touren zu jeder Jahreszeit) bei Frost und Schnee, Gewitter mit Starkregen, Sonnenschein, ...

    Vorher hatte ich immer Doppelwand.
    Die Durchlüftung ist eigentlich sehr gut. Meist vorne und hinten offen, zwischen Zeltdach und Bodenwanne ist ein Streifen von 20 cm aus Moskitonetz, also Lüftung auch von den Seiten her, ohne dass Kondens von den Wänden in die Wanne laufen kann.

    Sehr oft ist das Zelt von innen trotzdem sehr nass. Dann muss ich aufpassen, dass ich mit meinem Daunenschlafsack möglichst nicht an die Zelthaut stoße. Während ich mein Frühstück koche, versuche ich das Zelt von innen so gut wie möglich trocken zu wischen, ohne dass dabei allzu viel Wasser auf meine Sachen tropft. Den Lappen kann ich dabei einige Male auswringen, da kommt schon einiges an Wasser zusammen.
    Ich finde es schon ein bisschen nervig, aber die enorme Gewichtsersparnis ist es mir wert.
    Es sollte nur so groß sein, dass man sich drin bewegen kann, ohne ständig an der Zeltwand entlang zu streifen.

    Nebenbei ist so ein Einwandzelt längst nicht so warm wie ein Doppelwand-Zelt. Das muss man mit berücksichtigen, in Kombination mit dem Schlafsack, der mit soll.
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    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  5. Gerne im Forum

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    AW: Einwandige Zelte

    #5
    Ich habe solo lange Zeit ein SMD Skyscape Trekker genutzt. Und zu zweit kommt ein Tarptent Double-Rainbow zum Einsatz.

    Ich finde das Thema Kondensat bei beiden Zelten überschaubar. Natürlich kommt es zu Kondensbildung. Aber auf Grund der guten Durchlüftung hält sich das Problem zumeist in Grenzen. Und diese Luftigkeit der Zelte würde ich eher als "Problem" ansehen. Bei kühlerer Witterung und starkem Wind ist es in einem klassischen doppelwandigem Zelt mit soliden Innenzelt deutlich wärmer.

    Mir ist mein Schlafsack (Daune) bisher noch nicht durch Kondensat durchnässt worden. Mir war es Nachts in Schottland auf einem Munro eheretwas kühl, da der Wind ordentlich durch das Zelt zog. War halt eine schlechte Zeltplatzwahl.

  6. Vorstand
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    Avatar von Torres
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    AW: Einwandige Zelte

    #6
    Einwandzelte sind vor allem im Bergsport vertreten. Dort kommen Niederschläge als Schnee herunter und die Atemluft kondensiert als Vereisung und diese wird ausgefegt. Auch Tarptents sind tendenziell eher für trockene Regionen gebaut, ebenso die einschlägigen Mesh-Zelte amerikanischer Hersteller.

    Bei schottischen-britischen Herstellern oder bei den Herstellern von Allroundern findet man dagegen vor allem Zelte mit normalem Innenzelt. Natürlich kann überall Traumwetter sein. Aber in regenreichen (Küsten-)Regionen, wo immer mit Wind gerechnet werden muss, kommt zumindest meine Leidensfähigkeit an Grenzen, und wenn ich mir Paddlerzelte anschaue, geht das wohl nicht nur mir so. Der Wind rüttelt am Zelt und lässt die Tröpfchen fliegen. Es reicht mir schon, wenn ich beim Öffnen des Innenzeltes geduscht werde. Das muss ich nachts im Zelt nicht haben. Ich knüpf dann morgens lieber das IZ aus, damit es abends schneller trocknet und nicht völlig durchsuppt.

    Edit: Windchill bei Feuchtigkeit ist auch übel, man friert einfach mehr. Trockene Kälte ist auszuhalten, feuchte Kälte ist unangenehm. Ich nehme lieber 500 gr mehr Zelt zur Isolation, als 500 gr mehr Schlafsack. Das Packmaß ist günstiger.
    Geändert von Torres (12.06.2019 um 08:06 Uhr)
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

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    Avatar von Torres
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    AW: Einwandige Zelte

    #7
    Und ganz vergessen: Innenzelt ist auch Mückenschutz. Ich sehe das Innenzelt als zusätzliche Schleuse an, um die Biester fernzuhalten.
    "Oft habe ich die Welt durchwandert, und habe immer gesehen, wie das Grosse am Kleinlichen scheitert, und das Edle von dem ätzenden Gift des Alltäglichen zerfressen wird."... Hg. B. Tauchnitz: E. v. Arnim, The Princess Priscilla´s Fortnight, 1906, archive.org.

  8. Fuchs
    Avatar von wilbert
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    AW: Einwandige Zelte

    #8
    Ich hatte mir schon mal das SMD Lunar Solo angeguckt. reizt ja schon mit Gewicht so welche Dinger.
    Wie groß bist Du?

    Wenn man nicht allzu lang ist, muss das "Kondenswasser-Problem" nicht so schlimm sein.
    Oft wird vergessen, dass es ja auch in Doppelwandzelten Kondenswasser gibt. Das fly sollte also auch dort nicht zu klein geschnitten sein.

    Wenn unter suboptimalen Bedingungen das fly durchhängt, suppt das Kondenswasser durchs inner.
    Auch bewege ich mich hin und wieder im Schlaf und drücke gegen die Innenzeltwand. Dann ist etwas mehr Abstand zum fly schon nett.
    (Meist wird an der Distanz zwischen inner und fly gespart um die Produktionskosten zu optimieren.)

    VG. -Wilbert-

  9. Dauerbesucher
    Avatar von atlinblau
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    AW: Einwandige Zelte

    #9
    Zitat Zitat von Torres Beitrag anzeigen
    Und ganz vergessen: Innenzelt ist auch Mückenschutz. Ich sehe das Innenzelt als zusätzliche Schleuse an, um die Biester fernzuhalten.
    ..."biesterfreie" Nacht ist für mich unbezahlbar.
    Bei entsprechender Wetterlage baue ich nur das IZ auf.

    Thomas

  10. Erfahren

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    AW: Einwandige Zelte

    #10
    Ich habe mir grad auch wegen der Insekten ein Einwandzelt gekauft.
    Keine Insekten die zwischen Innen und Aussenzelt rumeiern und krach machen.....

    Hab aber noch zuwenig drin übernachtet um wirklich was aussagekräftiges zu sagen.
    Bisher waren die Wände innen zwar manchmal gut feucht aber nichts tropfendes.

  11. Gerne im Forum

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    AW: Einwandige Zelte

    #11
    Das mit dem Einwandzelt und Insekten kann ich nicht nachvollziehen.

    In einem klassischen Tarptent sitzt bzw. liegt man doch quasi in einem abgeschlossenen Moskitozelt ...

    In warmen Gebieten gibt es nichts besseres, auch für Deutschlands Mittelgebirge.

    In kühleren, regenreichen, windigeren Gebieten wäre aber ein Zelt wie das Terra Nova Competition 1 oder 2 besser geeignet - wiegt zudem auch nicht mehr als ein Tarptent.

  12. Gerne im Forum
    Avatar von Freesoul
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    AW: Einwandige Zelte

    #12
    Hallo Leute,

    ich beschäftige mich grad auch mit dem Thema und habe mich heute Vormittag in ein Dyneema Zelt von ZPack verliebt. Die gibt's in Deutschland nur leider nicht ): (oder weiss jemand, wo man das her bekommt?)

    Neben der bereits angesprochenen Problematik,dass sich Kondenswasser auf dem Boden sammelt, wenn die Zeltwand in diesen übergeht, ist mir aufgefallen, dass es zweiwandige Zelte gibt, die oben eine Art Lüfter haben und bei denen ich vermute, dass dort zwischen Innen- und Aussenzelt eine Art Kamineffekt zustande kommt, welcher Kondensfeuchte entgegen wirkt. Das ist aber nur ein Verdacht.
    In meiner Logik dürfte das Innenzelt dann aber nicht aus Mesh sein, sondern bedürfe wohl eher eines etwas luftundurchlässigeren Gewebes...
    Vielleicht mag dies auch mit ein Grund dafür sein, warum viele Zelte eben kein Innenzelt aus Mesh haben.

    Gegen Kondenswasser auf dem Boden ist genanntes Zelt von ZPack übrigens kurz vor diesem mittels Mash-Gewebe unterbrochen.

    Ansonsten ist mir persönlich aufgefallen, dass bei Zelten die Aussenwände nicht zu flach geneigt sein dürfen, denn das begünstigt Tropfenbildung, was mir im Herbst bei Nachtfrost tatsächlich mal einen nassen Schafsack beschert hat !

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