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  1. Dauerbesucher
    Avatar von Itchy ST
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #81
    Hallo,

    hier ein Link, wie schnell sich ein harmloser Bach/ Fluß nach einem Unwetter in ein reißendes Gewässer verwandeln kann:

    http://www.20min.ch/schweiz/bern/sto...-Zulg-20454681

    Diskutiert wird das u.a. hier, mit einigen Hinweisen, die für manch einen bestimmt interessant sind:

    http://www.faltboot.org/forum/read.php?14,197426

    Grüße

    Itchy

  2. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #82
    Hallo,

    Wahnsinn ! Guter Hinweis.

    Ich erinnere mich an die 70er Jahre in Schweden, als wir in einem breiten Flußbett ( Österdalälv, meine ich mich zu erinnern) spät ankamen, unten den harmlose Fluß sahen und uns überlegten, ob wir auf den schönen Grasmatten das Zelt aufstellen sollten.
    Dann schauten wir hoch und sahen über unseren Köpfen das Treibgut der letzten Flut in den Büschen. Da haben wir uns ganz schnell verzogen.
    Grade für uns Flachländer sind solche Sturzfluten unvorstellbar.

    Unsere Wiesenflüsse treten nur über die Ufer. Das ist zum Kanufahren auch nicht nicht ganz ungefährlich, weil man dann bei dem mäandernden Fluß den Flußlauf nicht mehr sieht und sich in Pfählen und Stacheldraht verfängt.

    Gruß Ditschi

  3. Fuchs

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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #83
    "Nur über die Ufer" ist gut. Ich bin an einem kleinen beschaulichen Bach groß geworden.
    Das Ding war eigentlich noch durch eine kleine Staustufe gebändigt (altes Sägewerk).
    Standardwasserstand: Kindergummistiefel-tief, etwa 2-3m breit, keinerlei Auslaufflächen (ist ja Flachland: Rheinebene)

    Unser Haus stand aus guten Gründen etwa 15m entfernt und ca 4m über dem Normalwasserspiegel.
    Dennoch brauchten wir regelmäßig ne Tauchpumpe für den Keller.

    Bei der schlimmsten Flut kam das Wasser durch die Gärten hintenrum und konnte einen durchaus einkreisen, wenn man grade blöd stand. Der Bach selbst (Wasserstand etwa 3m) bildete massive Walzen und Strudel und am gefährlichsten waren IMHO die angespülten Brücken, an denen das Wasser schon deutlich über den Brücken stand, die Hauptströmung jedoch stark drunter zog.
    Wenn da einer unter die Brücke gerät und an dem verkeilten Treibgut hängen bleibt, wars das.

    Was der Bach dabei an Material mitschleppte, war auch nicht ohne. Zwar kaum Naturmaterial, aber die anliegenden Gärten hatten auch genug zum Mitnehmen parat, was einen dann totschlägt.

    Die Verwandlung dauerte damals auch nur wenige Minuten.
    Seitdem hab ich einen Riesen-Respekt vor jedem Wasserlauf, der die Größe eines Rinnsals übersteigt.

  4. Fuchs
    Avatar von dooley242
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #84
    Zitat Zitat von Itchy ST Beitrag anzeigen
    Hallo,

    hier ein Link, wie schnell sich ein harmloser Bach/ Fluß nach einem Unwetter in ein reißendes Gewässer verwandeln kann:

    http://www.20min.ch/schweiz/bern/sto...-Zulg-20454681

    Diskutiert wird das u.a. hier, mit einigen Hinweisen, die für manch einen bestimmt interessant sind:

    http://www.faltboot.org/forum/read.php?14,197426

    Grüße

    Itchy
    Am beeindruckendsten ist das erste Vid. Wenn ich es nicht gesehen hätte, würde ich es nicht glauben.
    Gruß

    Thomas

  5. Erfahren
    Avatar von Nobse
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #85
    Hallo :-)
    Ja so habe ich es schon im Schwarzwald erlebt , Tagelanger Regen in den Bergen / Wäldern der sich dann aus zig Bächlein in einen reissenden Strom zusammenbrauen .
    Die Murg ist dafür bekannt und beliebet bei Wildwasserfahrern/rinnen . Erst ein niedliches Bächlein und dann ein wilder reißender Strom der alles mit sich zieht .
    Nobse
    "Viele Weltmeister sind Alkoholiker geworden,aber ich bin der erste Alkoholiker, der Weltmeister geworden ist"
    Zitat / Eckhard Dagge (Boxweltmeister)

  6. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #86
    Karfreitag fuhr ein 48jähriger Mann aus Aachen mit dem Seekajak auf die Ostsee, um zu angeln. Er kenterte und kam ums Leben. Wie ich im Radio hörte, hatte er keinerlei Notausrüstung an Bord: keine Schwimmweste, keine Notsignale. Vom Trockenanzug hat auch niemand berichtet. 4 Bft von Nordost, aktuelle Wassertemperatur +1°.
    http://www.az-online.de/nachrichten/...r-2827703.html
    Gruß Ditschi

  7. Neu im Forum
    Avatar von clipper
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #87
    Echt schlimm, aber bei dem Wetter angeln gehen ohne jegliche Sicherheitsmaßnahmen zu treffen ist auch fraglich..

    Ist das in Dithmarschen passiert, Ditschi? Meine Familie lebt in Meldorf und ich hab eben gesehen, dass du auch aus der Nähe kommst?

  8. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #88
    Nein, Ostsee bei Kellenhusen.
    Ditschi

  9. Fuchs
    Avatar von fraizeyt
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #89
    Die Kreuzerabteilung hat einen interessanten Bericht über das Überleben im (eis)kalten Wasser. Bei den aktuellen Temperaturen sollte man sich derartige Aktionen gut überlegen. Zum Saisonstart hat es schon eine Reihe von Regattaabsagen gegeben, obwohl dort immer reichlich Begleitboote zur Verfügung stehen.
    Die Qualität unseres Lebens ist das Resultat unserer Gedanken.

  10. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #90
    Guter link, fraizeyt, und ein erschreckender Artikel.

    Und die Schlußfolgerung? Bei kaltem Wasser nicht nur Unterkühlung, sondern Kälteschock vermeiden. Also Trockenanzug mit Isolation drunter oder beim größerem Boot Flotation-Suit. Nicht auf Schwimmkünste verlassen auch bei nahem Ufer, sondern ohnmachtssichere Rettungsweste, weil die koordinierte Bewegungsfähigkeit lange vor der Unterkühlung verloren geht . Sehe ich das richtig?
    Ditschi

  11. Fuchs
    Avatar von fraizeyt
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #91
    Das verbessert schonmal die Überlebenschancen. Wichtig ist auch, dass ich mir eine realistische Vorstellung davon mache, wo die Retter herkommen (könnten) und wie lange es dauert. Unter derzeitigen Bedingungen ist es wahrscheinlich am Besten, nur zu zwei aufs Wasser zu gehen. Selbst bei sommerlichen Ostseetörns sind wir nachts immer mindestens zu zweit auf Wache und die Sicherheitsleine ist eingepiekt, tagsüber ab einer gewissen Windstärke auch. Da ich noch nie auf dem Meer gepaddelt bin (immer nur auf dem Binnensee), kann ich die Kentergefahr zb. bei Wellen überhaupt nicht einschätzen.

    Die mögliche Orientierungslosigkeit ist mir zwar schon beim Tauchen mal als Begriff begegnet, in diesem Zusammenhanhg wäre ich eher nicht drauf gekommen. Es sind schon viele Faktoren, die mit reinspielen. Ich weiß nicht, wie bequem/hinderlich Neoprenhauben beim Paddeln sind, beim spätherbstlichen Jollentraining habe ich sowas schon gesehen.
    Die Qualität unseres Lebens ist das Resultat unserer Gedanken.

  12. AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #92
    Das kann ich ganz aktuell nur mehrfach FETT unterstreichen.
    Wir haben gerade 4 Tage mit Kanadierschulung verbracht und dabei Kenter-, Berge- und Rettungsübungen gemacht.
    Bei maximal 5 °C Wassertemperatur und Luft zwischen -3 und +6°C ist das selbst unter kontrollierten Verhältnissen nicht lustig.
    Wir trugen natürlich Trockenanzüge, kühlten aber teilweise so schnell über die Hände und Füße aus, dass erste Bewegungseinschränkungen und Kraftverlust bereits nach wenigen Minuten eintraten.
    Ich kann nur jeden eindringlich ermahnen, sich IMMER nach den Wassertemperaturen zu Kleiden, nie allein zu paddeln, sich mit Selbstrettung, Rettung und Erster Hilfe zu befassen, bevor der Ernstfall eintritt!
    Im Zweifel bitte auf einen Paddelausflug verzichten.
    Die von Ditschi genannte ohnmachtssichere Weste würde ich beim Paddeln nicht wählen, da diese im schlechtesten Fall die Selbstrettung erschwert.
    Im Zweifel lieber einen Helm, um Ohnmacht wegen Kopfverletzung zu vermeiden und die Ohren gegen Wassereintritt schützen.
    Als Weste empfehle ich eher eine stabile Ausführung mit Bergegurt und Cowtail. Damit kann ich sowohl andere als auch mich selbst besser retten und einen Schwimmer oder ein Boot sichern.

    Ach ja ... so ein Paddelboot kann man auch als erfahrener Paddler mal recht schnell umdrehen, ohne dass man das wollte.
    Also bitte nicht auf die oh so große Erfahrung verlassen.

    LG
    Max
    Schöne Grüße
    Max

    Rausgehen ist wie Fenster aufmachen, nur vieeeel krasser.

  13. Liebt das Forum
    Avatar von Prachttaucher
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #93
    Hilft dieses Jahr alles nichts - sofern man nicht richtig ausgerüstet ist, heißt es je nach Gewässer : Anpaddeln verschieben. auch wenn´s schwer fällt !

  14. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #94
    Zitat Schnappmax: Die von Ditschi genannte ohnmachtssichere Weste würde ich beim Paddeln nicht wählen, da diese im schlechtesten Fall die Selbstrettung erschwert.
    Das unterschreibe ich so pauschal nicht, obwohl es nicht ganz falsch ist. Es gibt hier und in anderen einschlägigen Foren unzählige Debatten über die richtige Schwimmweste / Schwimmhilfe, alle ohne eindeutiges Ergebnis. Das kann es m.E. auch nicht geben, weil alle Systeme ( verschiedene Arten der Schwimmhilfen, halbautomatische und automatische Rettungswesten) Vor-und Nachteile haben, die man gegeneinander abwägen muß. Welches individuell die richtige Schwimmweste / Schwimmhilfe ist, hängt ab von Wassertemperatur, Gewässertyp, Bootstyp und individuellen Fähigheiten. Das sollten wir hier nicht weiter ausführen, da es, wie gesagt, dazu unzählige threads gibt. Aber jeder sollte sich mit den Vor-und Nachteilen des jeweiligen Systems befassen, um eine individuell bestmögliche Entscheidung zu treffen.
    Gruß Ditschi

  15. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #95
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Karfreitag fuhr ein 48jähriger Mann aus Aachen mit dem Seekajak auf die Ostsee, um zu angeln. Er kenterte und kam ums Leben. Wie ich im Radio hörte, hatte er keinerlei Notausrüstung an Bord: keine Schwimmweste, keine Notsignale. Vom Trockenanzug hat auch niemand berichtet. 4 Bft von Nordost, aktuelle Wassertemperatur +1°.
    http://www.az-online.de/nachrichten/...r-2827703.html
    Gruß Ditschi
    Andere Quellen berichten das "Seekajak" sei etwa 4m lang, vermutlich also kein "echtes" Seekajak", eher ein (geschottetes?) Wanderboot. Also eher neben der fehlenden Not-Ausrüstung auch das falsche Boot, vor allem um bei den Bedingungen zu Angeln.
    Schade, daß es so den Seekajaksport in Verruf bringt. Die Wasserschutzpolizei spricht ja auch von "Leichtsinn".

    http://www.wn.de/NRW/NRW-Kajakfahrer...stsee-geborgen

  16. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #96
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Nicht auf Schwimmkünste verlassen auch bei nahem Ufer, sondern ohnmachtssichere Rettungsweste, weil die koordinierte Bewegungsfähigkeit lange vor der Unterkühlung verloren geht . Sehe ich das richtig?
    Ohnmachtssichere Weste verhindert bei einem Kajak bis auf wenige Ausnahmen (Einstieg von unten und hochrollen) den Wiedereinstig in das Kajak sehr effektiv, da sie den Schwimmer auf den Rücken dreht. Daher ohnmachtssichere Weste nur, wenn auch Kälteschutz und Trockenanzug getragen wird. Ansonsten regelmäßig geübte Wiedereinstiegstechniken, ausreichend Schutzkleidung (dress for the water not for the air) und am Besten in eingespielter Gruppe, wenn man bei den Bedingungen meint, aufs Meer zu müssen.
    Mein Ansatz: Besser an Land bleiben und Tee trinken, oder ein Spaziergang in den Dünen. Auch wenn man gehofft hatte, Ostern Paddeln zu können.

  17. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #97
    Uff, mal ganz kurz und holzschnittartig, damit hier nichts Falsches stehen bleibt.
    Ich gehe mal von tiefem und sehr kaltem Wasser aus. Wildwasser und verblockte Kleinflüsse lasse ich draußen vor.

    Feststoff-Schwimmhilfen, wie sie von Kanuten ( Kajak-und Canadier) zumeist getragen werden, sind sehr funktionssicher bei mäßigem Tragekomfort. Ich größer Vorteil: sie geben sofort Auftrieb und behindern zumeist nicht den Wiedereinstieg, unterstützen ihn sogar durch den Auftrieb. Ihr Nachteil: sie sind nicht ohnmachtsicher. Nach dem verlinkten Artikel muß man aber nicht ohnmächtig werden, um zu ertrinken. Es kann in der Kälte der Verlust der Koordinationsfähigkeit reichen. Die sind also prima, wenn man den Wiedereinstieg kann und wenn er gelingt. Wenn er nicht gelingt, hat man ein Riesenproblem. Wieviel Versuche hat man in kaltem Wasser? Wie sportlich und gelenkig bist Du im Notfall im kalten Wasser?

    Automatische Rettungswesten haben heute auch eine hohe Funktionssicherheit, bedürfen aber der Wartung. Der Tragekomfort ist hoch. Auch sie liefern sofort Auftrieb. Ihr größter Nachteil: sie behindern den Wiedereinstieg. Nicht, weil sie einen gegen Willen auf den Rücken drehen. Das schaffen sie nur, wenn man es zuläßt. ( selbst probiert ). Man hat aber einfach einen sehr hinderlichen aufgeblähten Ballon vor der Brust und um den Hals.

    Halbautomatische Rettungswesten werden von Hand ausgelöst. Auch sie bedürfen der Wartung, sind aber etwas funktionssicherer als die automatischen, weil man sich nicht um die Salztablette kümmern muß. Sie lösen auch nicht aus, wenn man schon beim Einsteigen versehentlich reinfällt. Der Tragekomfort ist hoch. Wenn man sie nicht auslöst, behindern sie in keiner Weise den Wiedereinstieg. Ausgelöst von Hand, werden sie ohnmachtssicher.
    Größter Nachteil: sie behindern den Wiedereinstieg nicht, unterstützen ihn aber auch nicht. Sie liefern nämlich ohne Auslösung keinerlei Auftrieb, eher durch das zusätzliche Gewicht Abtrieb.

    Ohnmachtssichere Feststoff-Rettungswesten sind äußerst funktionssicher, aber im Kanu zu sperrig und kommen daher kaum in Betracht. Der Tragekomfort ist miserabel. Für mitfahrende Kinder , die nicht mitpaddeln, preiswert und sicher.

    Leider gibt es keine Weste, die alle Vorteile vereint und keine Nachteile aufweist. Jede Weste ist ein Kompromiß. Welche von den drei Arten am besten zum eigenen Können und Verhalten paßt, muß jeder selbst abwägen. Die Ditschis bevorzugen übrigens im Canadier die Halbautomatik, im Angelboot auf See natürlich die Vollautomatik.
    Die schlechteste Weste ist die, die man nicht angelegt hat.
    Gruß Ditschi

  18. Fuchs

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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #98
    So, nach ein bißchen Suche hab ich einen etwas ausfühlricheren Artikel gefunden, der dem Kleindgedruckten nach vermuten läßt daß es die Original-Meldung der Wasserschutzpolizei mit ein bißchen Deko-text sein dürfte.

    Der DKV hat eine recht gute Sammlung an fakten und Tipps zum thema Winterpaddeln, ich verlinke mal das erste Dokument in dem sich dann Links auf weitere finden. http://www.kanu.de/nuke/downloads/Kaltwasserpaddeln.pdf

    Zum thema Westen gibts einen Spezialartikel, der gerade für den Küstenbereich die relevanten Dinge zusammenfaßt. Wobei fast alles dort gesagte durchaus auch zumindest für größere Binnengewässer gilt, bei denen man dann doch mal weiter vom Ufer weg ist..

    Genau genommen kann man es sich auch an einem recht zivilisationsnahen Fluß nicht wirklich leisten, nach einer Schwimmeinlage in Ufernähe zu versuchen ohne Boot und Paddel ans Ufer zu kommen- erst recht nicht auf Solotour. Man muß schnellstens aus den nassen Klamotten raus, man braucht also die Ersatzkleidung, am besten auch Windschutz und Wärme. Wenn man Neopren trägt mag es ab der Kenterung noch so etwa 2 bis 3 stunden ok sein ohne Klamottenwechsel in Bewegung zu bleiben, beispielsweise um nach Boot einsammeln, ausleeren, einem Schluck heißem tee und etwas süßem einen Platz in Straßennähe zum Tourabbruch zu erreichen - dazu braucht man aber das Boot.

    Selbst in Ufernähe (sprich auf einem kleinen bis mittleren Fluß mit kaum mehr als 15 Meter zum Ufer, und nicht allzuhoher Strömungsgeschwindigkeit oder/und Wassertiefe muß man davon ausgehen, daß man mindestens 10 bis 15 Minuten im wasser herumeiert, um samt Ausrüstung an Land zu kommen - wahlweise weil die Ufer ungeeignet zum Ausstieg sind (Steil, Bewuchs) oder weil es durch das Bergen der Ausrüstung eben länger dauert.

    Ich habe einmal eine Tour bei gutem Wasserstand von etwa 100cm Eitorfer Pegel auf der Sieg gemacht, bei der ein Mitpaddler in einem der lustigen kleinen Brückenschwälle gekentert ist. die Wassertemperatur dürfte so bei um die 10 Grad gelegen haben, die Lufttemperatur noch etwas höher - also bei weitem nicht vergleichbar mit den temperaturen zum Unfallzeitpunkt in der Ostsee.

    Es stellten sich mehrere Dinge als ziemlich ungünstig heraus: Zum einen war die Gruppe in dieser Besetzung noch nie zusammen gepaddelt, zum anderen war der Bootswäscher der ungeübteste von allen, und die Gruppe blieb daher auch recht eng zusammen. ein 100er Pegel auf der Sieg bedeutet, daß es nur noch wenige der meist sichtbaren Sandbänke und Kehrwässer gibt, An vielen Stellen reicht das Wasser bis an eine Uferzone mit Unterholzbewuchs, Schilf und auch in Ufernähe steht man knietief und tiefer im Wasser, oft mit schlammigem Grund, und das erste Stück ebenere Wiese liegt zwischen60 bis 100cm höher als der Gewässergrund. Das ist zwar überwindbar - bietet aber gute Chancen sich dabei noch einen Ausrutscher zu leisten.

    Erster Fehler: Nach der Kenterung ließ der Mitpaddler vor Schreck sowohl Paddel als auch Boot abschwimmen. Also tobten alle übrigen hinter der abschwimmenden Ausrüstung her - in der Erwartung daß der Mitpaddler wenigstens so clever wäre aus dem Wasser rauszukommen. Das tat er aber nur so halb, und blieb im zwar ruhigen aber gut über knietiefen Kehrwasser hinter dem brückenpfeiler ratlos stehen.

    Zweiter Fehler; das nicht ideale Boot für so eine Aktion. Da es sich bei dem Boot um einen älteren falter handelte, an dem man eben nicht mal schnell einen Cowtail einhaken konnte, blieb nur das Boot mit den Bootsspitzen in ein Kehrwasserknapp 200m bachabwärts zu schieben - modernere Boote hätte man sehr viel schneller einfangen können, auch weil sie nicht ein derartiges Volumen haben das volllaufen kann.. Auch der Paddler war schlecht ausgerüstet, er trug unter anderem einen Strickpulli der in nassem Zustand natürlich hervorragend wärmte.

    Dritter Fehler: Schlechte Abstimmung der nicht eingespielten Gruppe. Nur zwei von vier (oder fünf, ist schon länger her, ich bin nicht mehr sicher) Leuten hatten praktische erfahrung mit dem bergen von Booten oder Leuten im wasser nach solchen Einlagen. Der Gekenterte nicht mal theoretische, und derjenige der ihm das Boot geliehen hattte und auch schon mal im Sommer mit ihm gepaddelt war, hatte theoretische Ahnung, und paddelte immerhin gut genug um wenigstens das Paddel einsammeln zu können.

    Nachdem klar war, auf welche Uiferseite der Gekenterte mußte um zum Boot zu kommen ging es ums "Wie?" - und da der Gekenterte inzwischen zähneklappernd in seinen nassen Klamotten dastand wurde es auch langsam dringend. Im Brückenbereich war die Strömung ordentlich, und das Wasser tief genug daß durchwaten ausfiel. Es blieb nur schwimmen, dabei möglicherweise abtreiben. Viel Abtreiben wäre blöd gewesen, da weiter unterhalb erst mal die Ausstiegsmöglichkeiten nicht gut aussahen - verschilftes teilweise sumpfiges Gelände das in dichteres Unterholz überging. Mir war aus dem Wildwasserfahren für solche Fälle die Methode geläufig daß der Gekenterte sich an einem der anderen Boote festhält und wenn möglich mit einem Beinschlag wie beim Kraulen den Paddler unterstützt. Das war aber dem Gekenterten nicht geheuer. Also ist er alleine geschwommen, mit Boot unterhalb für den blödesten fall, der jedoch zum Glück nicht eintrat.

    Insgesamt dürfte er gut und gerne 15 Minuten im wasser zugebracht haben - allerdings waren, ganz typisch für eine Schreckreaktion bei einer Kenterung noch nicht mal die Haare vollständig naß, und wirklich geschwommen und auch mit dem Oberkörper im wasser war er vielleicht insgesamt 3 bis 5 Minuten. Nach dem An Land krabbeln war dann für ihn der Marsch durchs Unterholz fällig, für den Rest der Leute Boot entwässern.

    Der letzte Fehler in dieser Kette: Was sich nun erst herausstellte war daß ausgerechnet er keine vollständigen Wechselklamotten im Boot hatte, sondern nur das was man so mitnimmt wenn man nicht sicher ist ob man evtl was wärmeres anziehen möchte in einer Pause bei einer Tageswanderung. Also wurde aus allen Packsäcken was zusammengesucht, heißes Getränk gabs auch - aber da er verunsichert war und durchgefroren, haben wir dann die Tour früher beendet als geplant, und waren ziemlich froh daß es glimpflich ausgegangen ist.

    Ich habe gestaunt was für mich alles normal, bekannt und selbstverständlich war zum Thema paddeln bei etwas schattigeren Wassertemperaturen, und was für andere Leute eben nicht so selbstverständlich war.

  19. Fuchs
    Avatar von wilbert
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    #99
    achtung, werbung für die halbautomatik!

    den besten kompromiß zwischen auftrieb, sicherheit und beweglichkeit im wasser, habe ich mit der "stormy seas vest" gefunden.
    http://www.kayakproshop.com/SS_SV100.html

    meistens benutze ich nur das mundsück, um gerade so viel luft in die kammern zu pusten, dass ich genug auftrieb habe.
    damit kann ich bei kenterübungen locker unter dem kajak durchtauchen, um zb. auf die wellenabgewandte seite des bootes zu kommen.

    selbst wenn ich sie halb aufgeblasen habe, behindert die weste wenig, da sich das bißchen luft, bei druck einfach umverteilt. wenn ich mich also bäuchlings aufs achterdeck aste, wird die luft von vorne nach hinten in die "nackenkammer" gedrückt.

    da die weste unaufgeblasen nicht sonderlich aufträgt, habe ich sie praktisch immer an.
    selbst im sommer, wenn man so wenig wie möglich schwitzen möchte.

    der hit ist aber die 16g co2 schraubpatrone.
    die kann man nämlich aus dem fahrradfachmarkt beziehen.
    damit ist man bei einer automatik-auslösung, mit ca. 1,- € dabei!
    ... so ziehe ich beim kentertraining gerne mal die reissleine nur zum spaß.

    nun genug gelobhudelt,
    der hacken bei der sache ist leider der preis, und dass die weste nur aus den staaten zu beziehen ist.


    lg. -wilbert-
    Geändert von wilbert (03.04.2013 um 13:40 Uhr)

  20. Alter Hase
    Avatar von anja13
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    AW: Sicherheit auf dem Wasser / Unfallberichte und -verhütung

    Interessante Artikel - besonders der über die Körperreaktionen beim Kentern.

    Dazu eine eigene Erfahrung:
    Seekajak-Kurs an Schottlands Westküste. Zweiter Tag, kleine Feierabendrunde nach der Anreise zum eigentlichen Ziel bei eingentlich ruhiger See. Beim Umrunden der vorgelagerten kleinen Insel werden die Wellen höher, ich weiß auf einmal nicht mehr wohin mit meinem Paddel als eine Welle von der Seite kommt. Eh ich mich versehe, hänge ich kopfüber im Wasser.
    Ich war froh, dass wir den Tag vorher Aussteigen geübt hatten - sonst wäre ich wahrscheinlich völlig in Panik ausgebrochen.
    Es war sofort jemand da und hat mir beim Einsteigen assistiert. Aber:
    schon allein nach den paar Minuten im Wasser, hatte ich Schwierigkeiten, mich am Süllrand festzuhalten und ins Boot zu ziehen - die Hände und Arme haben sich sofort wie gelähmt angefühlt, wie steif gefroren! Das Wasser hatte eine Temperatur von ca. 6-8°C. Kleidung: Neopren (LongJohn) m. langem Shirt drunter u. Paddeljacke drüber.

    Nachdem ich wieder im Boot war, mussten wir wieder zurück paddeln. Das ist mir auch ziemlich schwer gefallen, v.a. die ersten Meter. An Land wurde ich sofort Duschen geschickt. Auf dem Weg dorthin habe ich erst richtig zu Zittern angefangen, nach der ausgiebigen Dusche ging's mir wieder gut.
    Den Spaß am Kurs hat mir das Erlebnis nicht vermiest, aber doch einiges an Respekt eingeflößt.

    Okay, ich war absoluter Anfänger, aber gegen die Körperreaktionen, Kälteempfinden, nachlassende Kraft und damit Einschränkung der Selbstrettungsfähigkeit kann man wohl auch mit entsprechender Erfahrung nicht gegen an.

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