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    #41
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    [COLOR="#808080"]" Führen" ist ein juristischer Terminus, " Mitführen" Umgangssprache.
    " Führen " ist definiert in der Anlage 1 Abschnitt 2 Nr. 4 Waffg: danach führt eine Waffe ( oder Ergänzung von mir: ein Messer, das unter das Waffenrecht fällt) ), wer die tatsächliche Gewalt darüber ausübt außerhalb der eigenen Wohnung, der Geschäftsräume, des eigenen befriedeten Besitztums oder einer Schießstätte.
    Das heißt, es ist irrelevant, ob am Gürtel, in der Hosentasche oder im Rucksack? Denn der Besitz nach deinem Verweis auf BGB unterscheidet nicht, wie schnell der Gegenstand im Zugriff sein muss...

    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Mir ist übrigens suspekt, mit welcher infantil- larmoryanten Attitüde so mancher an so einen kleinen blöden Messer hängt. Freiheitsrechte, der Untergang des Abendlandes... Nehmt doch eine Schere mit. Damit kann man auch schneiden.
    Aber weder Salami noch Käse noch Zwiebeln, auch kein Balsaholz, keinen Modellbau-Karton und keine Teppiche. Zumindest nicht halbwegs vernünftig mit einer Schere, die irgendwie ansatzweise ähnlich leicht und kompakt ist wie z.B. mein Opinel No 8 oder auch ein x-beliebiges Küchenmesser oder Cuttermesser. Nicht umsonst gibt es Scheren und es gibt Messer... Aber vielleicht kann man mit einer Schere Menschen erstechen?

    Ich muss zugeben, ich bin nicht sicher, den Antrag vollständig verstanden zu haben, auch da mir der Kontext fehlt - aber wenn ich ein Taschenmesser zu meinen Outdoor-Aktivitäten nur noch unter Umgehung sämtlicher entsprechend §42 Absatz 5 Satz 3neu definierten Zonen ("Durch Verordnung nach Satz 1 und 2 kann auch das Führen von Messern jeglicher Art untersagt werden") mitnehmen darf, wäre ich tatsächlich etwas... angefressen. Ebenso wenn ich mal neue Küchenmesser oder Schälmesser oder Teppichmesser oder Cuttermesser mit Abbrechklingen kaufe und die nach Hause bringen will.

    So, und nun? Hier aufregen ist ja schön und gut... vielleicht rufe ich morgen mal die entsprechenden Abgeordneten an, in Bremen ist ja bald Wahl. Zumindest diese "Messer jeglicher Art" sollte ähnlich wie § 42 a Absatz 1 eingeschränkt werden.

    MfG, Heiko

  2. AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #42
    Zitat Zitat von mitreisender Beitrag anzeigen
    Also das bei Straftaten benutzte Schusswaffen illegal sind, ist irgendwie logisch. Wie schlimm wäre es, wenn jeder Depp wie übern Teich, an Waffen rankäme und jede 12 jährige ein Einhorn und ne rosa Knarre zum Geburtstag kriegt?

    Die erhebliche Mehrheit aller Verbrechen, so behauptest Du, werden mit illegalen Schusswaffen durchgeführt? Nonsens.

    Und jetzt mal die Fakten vom BKA:

    Im Jahr 2017 wurden insgesamt 8.935 Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen registriert und damit 10,4 % weniger Straftaten als im Vorjahr.

    Quelle: https://www.bka.de/DE/AktuelleInform...taet_node.html


    Und dazu die Kriminalstatistik der Polizei, die sämtliche Delikte listet:

    Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) weise für 2017 insgesamt 5,76 Millionen Straftaten aus, berichtete die "Welt am Sonntag" unter Berufung auf das unveröffentlichte Zahlenwerk. Dies entspreche einem Rückgang um 9,6 Prozent oder 610.542 Straftaten.

    Und jetzt picke ich mal die Gewaltkriminalität raus:

    Bei der Gewaltkriminalität wurde den Angaben zufolge ein Rückgang um 2,4 Prozent auf knapp 189.000 Fälle verzeichnet. Gut 137.000 davon waren Fälle von gefährlicher und schwerer Körperverletzung - ein Minus von 2,1 Prozent.

    Quelle: https://www.spiegel.de/panorama/just...a-1204160.html

    Wir haben also 8.935 Straftaten unter Verwendung von Schusswaffen gegenüber 189.000 Fällen von Gewaltkriminalität


    Bevor Du also etwas behauptest und Dir das jemand glaubt, recherchiere doch bitte.
    Himmel, da wird ein kleiner Formulierungsfehler bzw. eine Formulierungsungenauigkeit sofort zu einem ketzerischen Gesamtwerk stilisiert....Ich meinte natürlich die Mehrheit der Straftaten, bei denen Schusswaffen im Spiel waren, deren Besitzer keine Erlaubnis zum Führen und oder besitzen derselben hatten.
    Geändert von Mika Hautamaeki (14.05.2019 um 08:10 Uhr)
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

  3. Lebt im Forum
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    AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #43
    Ich bin Angler und habe ein ganzes Arsenal an Messern -- zum Töten, Ausnehmen und Filetieren von Fischen. Die Filetiermesser auch mit sehr langer Klinge. Meine Frau hat mir einen kleinen Hartschalen-Schmuckkasten überlassen mit Zahlenschloß. Da passen die alle rein. So transportiere ich die im Angelkasten zum Einsatzzweck. Ich glaube nicht, daß jemand die Absicht hat, das zu verhindern und daran etwas zu ändern.
    Ich habe noch nie ein Messer dabei gehabt -- mit Ausnahme der winzigen Klinge in der Swisscard im Portemonnaie--, wenn ich nach Hamburg zum Einkaufen, abends nach Heide zum Essen oder nach Itzehoe gefahren bin, um den Enkel aus der KiTa abzuholen. Oder zum Weihnachtsmarkt . Oder abends ins Konzert , ins Kino oder ins Theater. Wozu? Da muß ich kein Messer führen. Mir fällt nicht ein Grund ein.
    Ditschi

  4. Vorstand
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    AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #44
    Für mein kleines Kochmesser habe ich eine Tasche aus einem unzerschneidbarem Material, die geschlossen wird mit einem Reißverschluss, der sich mit einem Schlüsselring durch Zipper und Tasche so verschließen lässt, dass man da nicht mit einem Handgriff rankommt. Das Päckchen (noch mit einem Spork drin) kommt in den Rucksack, und ich hoffe, dass den Erfordernissen damit Genüge getan wird, für ein spontanes Picknick unterwegs friemelt man das Schneidwerkzeug dann halt eine Minute länger aus der Verpackung, so what. In DK gilt ja schon länger eine erlaubte Klingenlänge von 7 cm.

    Sollte es ein Verbot wie oben geben, wird das Angebot des Marktes dahin gehen, zu den in Städten verkauften Messern etwas Ähnliches dazu zu geben, denn man kommt ja sonst nach einem Kauf nicht mehr nach Hause, und das schon gar nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln
    Geändert von lina (14.05.2019 um 08:44 Uhr)

  5. Moderator
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    Avatar von TanteElfriede
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    AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #45
    ..traurig wäre es schon, wenn - ähnlich der Schusswaffen - nur noch ein verschlossener Transport möglich wäre... Hamburg als Beispiel, weil es meine Stadt ist, die Gründe warum ich dort ein Messer dabei hatte oder habe

    - ich war mit den Zwergen oft im nahen Wäldchen, mit Messern zum schnitzen
    - ich bin lange LKW gefahren und habe Ware geliefert und aufgebaut, immer mit Messer/Cuter dabei
    - in meinem Töff Töff liegt immer ein sogenanntes Rettungsmesser mit Gurtschneider und "Glasklinge"
    - .....

    Ich müsste also in Zukunft jedesmal überlegen oder Wegsperren... kann ich natürlich machen, würde mir aber nicht sonderlich viel Spaß bringen ...

  6. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #46
    Es wird das passieren, dass die (gefühlte) Gewaltkriminalität nicht abnehmen wird und in einigen Jahren wird dann wiederum eine Verschärfung des Waffenrechts fällig und so weiter und so fort, bis dann irgendwann überhaupt nix mehr erlaubt ist.

  7. Erfahren
    Avatar von Taunuswanderer
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    AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #47
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Ich habe noch nie ein Messer dabei gehabt -- mit Ausnahme der winzigen Klinge in der Swisscard im Portemonnaie--, wenn ich nach Hamburg zum Einkaufen, abends nach Heide zum Essen oder nach Itzehoe gefahren bin, um den Enkel aus der KiTa abzuholen. Oder zum Weihnachtsmarkt . Oder abends ins Konzert , ins Kino oder ins Theater. Wozu? Da muß ich kein Messer führen. Mir fällt nicht ein Grund ein.
    Ditschi
    Ist bei mir ähnlich, aber dennoch möchte ich outdoors und bei Wanderungen, welche eben auch urbane Gebiete umfassen, eben handelsübliche Taschenmesser dabei haben dürfen. Da möchte ich weder die ganze Zeit umpacken, noch möchte ich hochsichere Verschlussboxen mitnehmen. Letzteres muss ich dann ja auch die ganze Zeit durch die Gegend tragen. Ich rede hier auch nicht von irgendwelchen Dolchen, Survivalknives a la Rambo oder ähnlichem, sondern von handelsüblichen Taschenmessern (Opinel, Wenger, Victorinox und co.).
    Daneben habe ich zwei längere Outdoormesser. Ein Küchenmesser, welches konstruktionsbedingt verschließbar ist und eines mit feststehender Klinge knapp unter 12 cm (was heute 42a-konform ist). Die beiden halte ich allerdings auch verzichtbar auf Wander-/Trekkingtouren in DE.

  8. AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #48
    Was für mich bei den Waffenverbotszonen das größte Problem darstellt ist die Tatsache, dass die Polizei hier anlasslos Bürger durchsuchen darf und unter Genrealverdacht stellt.
    Und das stellt für mich eine Einschränkung der Bürgerrechte dar.

    Zudem hätte es auch Auswirkungen auf die Mobilität.
    Ein Sportskamerad im Bogensport-Verein hat aus Überzeugung kein Auto und kommt mit dem ÖPNV zu dem Vereinsgelände.
    Wenn an Bahnhöfe aber wie geplant keine gefährlichen Gegenstände mehr mitgeführt werden dürfen kann er das Vergessen (Pfeile, Leatherman, Stechbeitel zum Befreien von Pfeilen aus Holz etc.)
    Oder wie wäre ich als Student der Geowissenschaften damals mit meinem Geologenhammer zur Uni gekommen wenn eine Exkursion anstand?

  9. Alter Hase
    Avatar von sjusovaren
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    AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #49
    Zitat Zitat von DerNeueHeiko Beitrag anzeigen
    Aber weder Salami noch Käse noch Zwiebeln, auch kein Balsaholz, keinen Modellbau-Karton und keine Teppiche. Zumindest nicht halbwegs vernünftig mit einer Schere, die irgendwie ansatzweise ähnlich leicht und kompakt ist wie z.B. mein Opinel No 8 oder auch ein x-beliebiges Küchenmesser oder Cuttermesser. Nicht umsonst gibt es Scheren und es gibt Messer...
    Exakt.
    Vorschläge, man solle doch einfach sein Taschenmesser durch eine Schere ersetzen, gehen völlig an der Realität vorbei.
    Ich fürchte aber, genau so eine Denke herrscht auch bei den Politikern und Juristen, die für diese Gesetzesentwürfe verantwortlich sind.
    Nach dem Motto: Niemand braucht ein eigenes Messer! Wenn man nach der "Wanderung" ins Lokal einkehrt, wird einem doch eines neben den Teller gelegt...

    Zitat Zitat von DerNeueHeiko Beitrag anzeigen
    So, und nun? Hier aufregen ist ja schön und gut... vielleicht rufe ich morgen mal die entsprechenden Abgeordneten an, in Bremen ist ja bald Wahl.
    Viel Erfolg. Vielleicht höhlt steter Tropfen ja den Stein.
    Heilig ist die Unterhose, wenn sie sich in Sonn' und Wind,
    frei von ihrem Alltagslose, auf ihr wahres Selbst besinnt.


    Christian Morgenstern

  10. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #50
    Mal eine Gegenfrage: was macht ihr denn eigentlich jetzt mit Euren Messern, wenn ihr in eine Verbotszone geratet, in der keinerlei Messer oder sonstigen gefährlichen Gegenstände geführt werden dürfen?
    Wenn man hier so liest, könnte man meinen, das sei eine mit der Gesetzesinitiative angestrebte Zukunftsmusik. Richtig ist aber, daß es solche Zonen qua Hausrecht oder qua besonderer Getzeslage der Länder ja jetzt schon gibt. ChristianBerlin hat das schön ausgeführt in post 7 ? Was ändert sich für Euch also zur gegenwärtigen Lage ?

    Beabsichtigt ist nicht die Schaffung neuer Situationen, sondern ein Austausch der Rechtsgrundlage. Der Rückgriff auf die eigenen Landesgesetze zur Schaffung solcher Zonen stand bislang auf wackligen Füßen und ist gelegentlich von den Verwaltungsgerichten moniert worden. Die Initiative verfolgt die Schaffung einer Rechtsgrundlage für die erleichterte Einführung solcher Verbotszonen im Waffenrecht, also in einem Bundesgesetz. Die Problematik, was man dann mit seinem Messer in so einer Zone macht, besteht aber jetzt schon, weil es solche Zonen ja schon gibt. Das ist eine Frage, die sich schon heute stellt und nicht erst morgen für den Fall, daß die Initiative Erfolg hat.
    Das bestehende Verbot des Führens jeglicher Messer qua Hausrecht -- z.B. Schulen, Gerichte, Stadien, öffentlicher Nahverkehr in manchen Städten -- ist davon eh nicht berührt. Auch die Bahn hätte ein Messerverbot auf Bahnhöfen und in Zügen über Hausrecht selbst in der Hand.

    Ditschi
    Geändert von Ditschi (14.05.2019 um 10:50 Uhr) Grund: Ergänzung

  11. AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #51
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Mal eine Gegenfrage: was macht ihr denn eigentlich jetzt mit Euren Messern, wenn ihr in eine Verbotszone geratet, in der keinerlei Messer oder sonstigen gefährlichen Gegenstände geführt werden dürfen?
    Ignorieren. Die einzige Verbotszone, die ich bisher kannte, war der Sicherheitsbereich im Flughafen/Flugzeug. Letztes Jahr Heimfahrt von Sibirien war mein Dolch im Handgepäck
    Wurde übrigens 3 mal durchleuchtet, keiner der Sicherheitsbeamten kam auf die Idee, einem Wanderer sein Messer wegzunehmen. Aber das war halt die russische Kontrolle, da wertet man so etwas mit Augenmaß. Beim Hinflug in Tegel wollten sie dagegen sogar einen Blick auf die Zeckenzange werfen, gefährliches Teil.

    Hierzulande würdest du wahrscheinlich mit erhöhter Wahrscheinlichkeit kontrolliert und strengstens "zur Verantwortung" gezogen werden, denn du fällst mit deinem Wanderrucksack natürlich auf und die Polizisten wissen genau, dass sie hier wohl fündig werden.
    Der Vorteil, unbedarfte Wanderer und Handwerker etc. zu kontrollieren ist, dass sie damit den ständigen Vorwurf des "Rassismus" etwas entkräften können, der den Polizisten anhängt, wenn sie ihren Job machen. Das ist gut für die Statistik.

  12. AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #52
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Mal eine Gegenfrage: was macht ihr denn eigentlich jetzt mit Euren Messern, wenn ihr in eine Verbotszone geratet, in der keinerlei Messer oder sonstigen gefährlichen Gegenstände geführt werden dürfen?
    Am Eingang abgeben und danach wieder abholen.


    Tatsächlich ist es für mich (als Schweizerin) sehr seltsam, wenn ich mein Taschenmesser nicht mehr mitnehmen darf. Ich habe fast immer eins dabei und nutze es auch rege. Bei uns war es üblich, dass die Kinder mit 4 Jahren das erste Taschenmesser geschenkt bekommen, das mit der abgerundeten Spitze.

    Wir haben vor Jahren diese Taschenmesser gerne auch an Kinder aus dem Bekanntschaftskreis verschenkt. Mir ist bewusst, dass das nicht in jedem kulturellen Umfeld problemlos geht, deswegen immer nur nach Rücksprache mit den Eltern.

    Es hat aber in der Schweiz für viele Lacher gesorgt, als wir erfahren haben, dass einem deutschen Kind, dass das geschenkte Messer heimlich in den Kindergarten mitgenommen hat, dieses weggenommen wurde und die Familie Ärger kam, weil das Kind "Waffen mitgeführt hat". Dort wurde dies aber sehr ernst genommen. So gross sind also die kulturellen Unterschiede auch in Nachbarländern. Natürlich nehmen auch in der Schweiz die Kinder nicht üblicherweise das Sackmesser in den Kindergarten mit. Die Bedenken gehen aber eher in die Richtung, dass nicht jeder damit umgehen kann, also sich unabsichtlich selber verletzen kann. Der Tenor geht aber eher dahin, dass man den korrekten Umgang damit lernen muss.

  13. Moderator
    Alter Hase
    Avatar von TanteElfriede
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    AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #53
    ...in den Ecken mit einer Kontrollwahrscheinlichkeit führe ich auch heute keine Messer mehr...
    In den "Randbereichen" schon und da wo ich ggf. hoffe durch Argumentation einen Verlust meiner Zuverlässigkeit vermeiden zu können.. aber es ist ein ungutes Gefühl dabei und das ärgert mich schon heute. Ich möchte bei der Radtour nicht argumentieren müssen, bei der Wanderung auch nicht.. auch nicht bei der Anreise zum Forumstreffen...

  14. Lebt im Forum
    Avatar von Ditschi
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    AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #54
    Meine Swisscard hat übrigens die Sicherheitskontrolle auf dem Flughafen in HH überstanden, wurde aber in Helsinki beanstandet. Ich habe sie wiederbekommen mit dem Hinweis, sie beim nächsten Flug nach Finnland zu Hause zu lassen. Jetzt letzten März auf dem Flug nach Stockholm habe ich sie vorsichtshalber gleich aussortiert.

    Übrgens: in Gebäuden kann man die Messer abgeben, aber wo bei weitläufigen Verbotszonen ? Oder beim öffentlichen Nahverkehr, wo es ja schon Mitnahmeverbote gibt?

    Erste Reaktionen auf die Initiative in der Bevölkerung laut unserer Tageszeitung: den Menschen gehen die Messerverbote eher nicht weit genug. Das sind halt nicht alles Outdoorer. Messerverbot rund um Kindergärten und auf Bahnhöfen prima, aber warum nicht auch rund um Schulen ?

    Ditschi
    Geändert von Ditschi (14.05.2019 um 11:46 Uhr)

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    Wer sich gern läßt strafen, der wird klug werden; wer aber ungestraft sein will

    #55
    der bleibt ein Narr.
    ML

    Edit: persönliche Nutzung egal, es geht um Statistiken.
    Geändert von woodcutter (16.05.2019 um 12:55 Uhr)

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    #56
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Mal eine Gegenfrage: was macht ihr denn eigentlich jetzt mit Euren Messern, wenn ihr in eine Verbotszone geratet, in der keinerlei Messer oder sonstigen gefährlichen Gegenstände geführt werden dürfen?
    Bisher "gerate" ich nicht mit Messer in solche Verbotszonen, weil, wie ChristianBerlin in Post 7 ausführt, diese nur sehr viel eingeschränkter eingerichtet werden dürfen - nämlich bei Gefahr im Verzug oder an Orten, an denen sich entsprechende Straftaten häufen. Neu ist, dass verdachtsunabhängig ein Flickwerk aus Verbotszonen (Bahnhöfe, Schulen, Fußgängerzonen, Einkaufszentren) über Städte gelegt werden dürfen wird, das - wie ausgeführt - deutlich schwieriger zu umgehen (im räumlichen, nicht im rechtlichen Sinne ;)) wäre. Wenn das eh niemand plant, dann kann das ja entsprechend eingeschränkt werden.

    Und diejenigen solcher Verbotszonen, die mir bekannt sind, enthalten Regelungen zu "gilt nicht bei berechtigtem Interesse" und "gilt nicht, wenn die Zone mit einem KFZ oder ÖPV ohne Anhalten (außer verkehrsbedingt) durchfahren wird" und teilweise sogar "gilt nicht für Anwohner, die Messer in ihre Wohnung hinein oder aus ihrer Wohnung hinaus durch die Zone bringen". Das fällt mit §42 Abs. 5 Satz 3neu erstmal alles weg.

    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Beabsichtigt ist nicht die Schaffung neuer Situationen, sondern ein Austausch der Rechtsgrundlage.
    Dann kann es ja kein Problem sein, §42 Abs. 5 Satz 3neu zu ergänzen mit (sinngemäß) "Analog zu §42a gelten Ausnahmen bei berechtigtem Interesse", denn so werden heute die (mir bekannten und mich betreffenden) Zonen gehandhabt.

    In Fällen, in denen das Führen von Messern per Hausrecht verboten ist, gibt es zwei Möglichkeiten:

    1) Ich verzichte darauf, die entsprechende Lokalität zu besuchen
    2) Ich spreche am Eingang jemanden an, wie ich mit meinem Messer umgehen soll - und dann findet sich im Normalfall eine Lösung, von einer mündlichen Ausnahme bis zu einer Aufbewahrung
    (oder 3) Ich merke nichts davon, dass das verboten ist, weil es nicht gekennzeichnet ist und auch niemanden interessiert)

    Mal davon abgesehen, dass "Hausrecht" für mich eine andere Qualität hat als "Strafrecht". Vielleicht zu unrecht, aber was kann der Betreiber der Dönerbude oder des Pizzaladens schon ausrichten, außer mich rauszuwerfen und Hausverbot auszusprechen? Der kann mich nicht in Haft nehmen, der kann mir kein Bußgeld auferlegen, der kann mir das Messer nicht abnehmen, der kann mir auch nicht verbieten, an seinem Laden vorbei zu gehen... was nicht heißen soll, dass mir sein Hausrecht egal ist, nur dass ich mir weniger Gedanken um eine fahrlässige Verletzung desselben mache.

    Und wenn ich zu Hause losgehe, um zum Beispiel zum Amtsgericht zu gehen, und anschließend wieder nach Hause gehe, dann kann ich durchaus für diesen Weg darauf verzichten, ein Messer mitzunehmen, oder meine entsprechenden Einkäufe auf den Rückweg legen. Wenn die Bahn ein entsprechendes Verbot einführen würde, hätte ich dagegen ein ernsthaftes Problem und würde das auch kommunizieren.

    Qualitativ - nicht inhaltlich - ungefähr der Unterschied, den ich aus der Änderung von §42 herauslese.

    MfG, Heiko

  17. Lebt im Forum
    Avatar von derMac
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    AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #57
    Oh, wir haben mal wieder eine Diskussion nach dem Motto: Wozu braucht man überhaupt ein Messer? Man kann sich die Brötchen beim Bäcker ja auch schneiden lassen und Wurst wird sowieso ausschließlich in Scheiben verkauft. Niedlich.

    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Mal eine Gegenfrage: was macht ihr denn eigentlich jetzt mit Euren Messern, wenn ihr in eine Verbotszone geratet, in der keinerlei Messer oder sonstigen gefährlichen Gegenstände geführt werden dürfen?
    Im Idealfall meide ich solche Zonen, ist mir bisher nicht schwer gefallen. Wenn sich das gar nicht vermeiden lässt, muss ich abwägen, ob ich die Regelung ignoriere (z.B. weil ich bei einer Radtour zu einem Bahnhof mit entsprechender Zone muss - bei längeren Radtouren hab ich eigentlich immer "gefährliche" Gegenstände mit) oder das Messer oder andere gefährliche Gegenstände (da können übrigens auch die hier als Alternativen gehandelten Scheren drunter fallen) zu Hause lasse. Aber generell gilt (unabhängig vom Thema Messer): wo ich nicht erwünscht bin gehe ich nur in Ausnahmefällen hin.

    OT:
    Zitat Zitat von Buck Mod.93 Beitrag anzeigen
    Seit ich in meinem Studium einen „Statistikschein“ machen musste, verlasse ich mich noch viel mehr auf mein Gefühl.
    Dann ist wohl bei deinem Statistikschein was grundlegend schief gelaufen.

    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Auch das in der Presse herumgeisternde Verbot von Springmessern hat sich geklärt. Die sind ja schon verboten. Gemeint ist die Abschaffung der einzigen Ausnahme, das " lex Böker". Zur Erinnerung: Böker hatte ein kleines Springmesser entwickelt, bei dem die Klinge durch seitlichen Knopfdruck hervorsprang. Das verkaufte sich gut, und Böker hat durch Lobbyarbeit erreicht, daß genau dieses Messer vom Springmesserverbot ausgenommen wurde. Hat damals für einigen Spott gesorgt.
    Die Ausnahme ist zwar mit extrem hoher Wahrscheinlichkeit so wie von dir beschrieben entstanden, allerdings ist es nicht so, dass "genau dieses Messer" vom Verbot ausgenommen wurde, sondern alle Messer die bestimmte Maße nicht überschreiten. Und so gibt es eine ganze Reihe legaler Springmesser.


    Mac

  18. Dauerbesucher
    Avatar von Igelstroem
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    AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #58
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Mal eine Gegenfrage: was macht ihr denn eigentlich jetzt mit Euren Messern, wenn ihr in eine Verbotszone geratet, in der keinerlei Messer oder sonstigen gefährlichen Gegenstände geführt werden dürfen?
    Wenn man hier so liest, könnte man meinen
    Ich denke darüber normalerweise gar nicht nach. Wenn ich zu einer Tour aufbreche (evtl. auch Tagestour), lasse ich das Taschenmesser in die Seitentasche der Bundeswehrhose gleiten (hab das jetzt extra so formuliert, weil's dramatischer klingt); dann fahre ich mit der Tram zum überaus gefährlichen Alexanderplatz, steige in die S-Bahn, fahre zum Hauptbahnhof, steige in den Zug und irgendwo wieder aus. Wenn der Zufall es so will, vergesse ich bei der Rückkehr das Messer in der Hose und trage es noch ein paar Tage mit mir herum. Ist natürlich nur ein Taschenmesser, aber die Gesetzesänderungen kommen und gehen ... Der Thread zum Thema Kontrollen hat inzwischen vierstellige Ausmaße, nur Berichte von Kontrollen fehlen noch. Sollte sich ernsthaft was ändern, würde ich das Messer statt in die Hose in die Tiefe des Rucksacks bzw. in die Proviantdose gleiten lassen. Wenn es dann bei einer Kontrolle beanstandet oder beschlagnahmt würde, hätte das zumindest soziologisch Signalcharakter, denn es würde darauf hinweisen, dass die Hysterie aus der Sphäre des Virtuellen auf die reale Polizei übergegangen wäre. Dafür gibt es bisher keine Anzeichen.

    Abschließend noch was zum Thema Statistik:
    https://www.bz-berlin.de/deutschland...eissen-michael

    [Was der Spartaner oben verlinkt hatte, habe ich mir vorher nicht angeschaut. Lustigerweise beziehen wir uns jetzt auf ein und dieselbe Statistik, wenn auch unter verschiedenen Überschriften. Jeder kann sich selbst einen Reim darauf machen.]
    Geändert von Igelstroem (14.05.2019 um 15:20 Uhr)
    Lebe Deine Albträume und irre umher

  19. Alter Hase
    Avatar von peter-hoehle
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    AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #59
    Zitat Zitat von Ditschi Beitrag anzeigen
    Mal eine Gegenfrage: was macht ihr denn eigentlich jetzt mit Euren Messern, wenn ihr in eine Verbotszone geratet, in der keinerlei Messer oder sonstigen gefährlichen Gegenstände geführt werden dürfen?...
    Vor sieben Jahren war ich als Tourist in der Glaskuppel vom Bundestag.
    Kontrolle so wie am Fluhafen. Also mit Gepäck röntgen und Metalldedektor.
    In meinem kleinen Tagesrucksack lag ganz unten ein kleines Taschenmesser
    mit zwei Klingen und Korkenzieher. Ich habe gar nicht daran gedacht.
    Der Kontrolleur sagte "Das Messer lassen sie bitte im Rucksack" und fertig war die Kontrolle.
    Heute wird das wohl nicht mehr so ablaufen.

    Gruß Peter
    Wir reisen um die Welt, und verleben unser Geld.
    Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

  20. AW: Bericht: Länder wollen weitreichendes Messer-Verbot

    #60
    Zitat Zitat von peter-hoehle Beitrag anzeigen
    Vor sieben Jahren war ich als Tourist in der Glaskuppel vom Bundestag.
    Kontrolle so wie am Fluhafen. Also mit Gepäck röntgen und Metalldedektor.
    In meinem kleinen Tagesrucksack lag ganz unten ein kleines Taschenmesser
    mit zwei Klingen und Korkenzieher. Ich habe gar nicht daran gedacht.
    Der Kontrolleur sagte "Das Messer lassen sie bitte im Rucksack" und fertig war die Kontrolle.
    Heute wird das wohl nicht mehr so ablaufen.

    Gruß Peter
    Ich denke schon.

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