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  1. Alter Hase
    Avatar von LihofDirk
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    AW: Umgang mit Großkatzen

    #21
    Wie löst Fred Feuerstein nach Öffnen des Bodens eigentlich die Zeltheringe? Ernstgemeinte Frage.

  2. Lebt im Forum
    Avatar von Chouchen
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    AW: Umgang mit Großkatzen

    #22
    Ich erinnere mich, dass es vor Jahren hier mal eine ähnliche Frage gab und das da die Antwort war, dass Löwen (im Gegensatz zu Bären) in der Regel tatsächlich Zelte als Grenze akzeptieren. Ich weiss noch, dass ich das damals sehr überraschend fand.
    "I pity snails and all that carry their homes on their backs." Frodo Baggins

  3. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: Umgang mit Großkatzen

    #23
    Die Zeltgeschichte hört man ja immer wieder aus verschiedenen Quellen, da wird wohl was dran sein.

    Wird aber bei meiner nächsten Reise nicht praktikabel sein, da ich im Amazonasregenwald mit Hängematte und Tarp schlafen werde.

    Angriffe von Jaguaren auf Menschen sind allerdings auch deutlich seltener als bei Löwen und Tigern.
    Vermutlich kann ich mich glücklich schätzen mal überhaupt einen zu sehen.

    Allerdings haben uns bei meiner letzten Dschungeltour die Guides nahegelegt, man solle sich nachts nicht weit vom Camp entfernen, wenn man mal austreten muss, eben wegen der Jaguare.

    Hoffentlich ist die Hängematte mit dem Tarp auch so eine "ausserirdische Entität" für die Tiere.

    Ich frage mich wie gut Pfefferspray, Knallkörper, Magnesiumfackeln und Fanfaren für die unmittelbare Gefahrenabwehr geignet sind.

  4. Alter Hase
    Avatar von sjusovaren
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    AW: Umgang mit Großkatzen

    #24
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Angriffe von Jaguaren auf Menschen sind allerdings auch deutlich seltener als bei Löwen und Tigern.
    Vermutlich kann ich mich glücklich schätzen mal überhaupt einen zu sehen.
    Mit eigenen Erfahrungen kann ich leider nicht dienen. Aber ich habe gerade aus Neugier ein wenig gesucht, weil man von "menschenfressenden" Jaguaren im Gegensatz zu Tigern und Löwen tatsächlich irgendwie nichts hört.
    Dabei bin ich auf diese Publikation gestolpert...

    https://www.wemjournal.org/article/S...11)00044-5/pdf

    Ich habe sie kurz angelesen. Ich denke, sie enthält durchaus einige nützliche Informationen über die Risiken und Hintergründe.
    (Achtung: man sieht auch Fotos der menschlichen Opfer und ihrer Wunden)

    Fallbericht 3 wird dir nicht gefallen...
    In Case 3, the situation was by definition a predatory attack, as the animal broke into the tent where the victim was sleeping, attacked the posterior cervical region and dragged the body into the woods...
    Important factors contributing to this risk include the increasing loss of hunting habitats and availability of wild prey (pecaris, deer, and capi-baras), the destruction and fragmentation of jaguars’ natural habitat, as well as the intentional presence of tourists, fishermen, and hunters in territorial areas of adult animals during the mating season or when they have offspring....
    In the Porto Jofre region (Cáceres county) and the west and north regions of the Pantanal, package tours are offered to view jaguars in the wild. The animals are attracted with food (cevas) or by simulating calls made by females in the breeding season...
    These practices have made human presence less intimidating for certain animals. Big cats can become very dangerous...
    Geändert von sjusovaren (10.05.2019 um 21:30 Uhr)
    Heilig ist die Unterhose, wenn sie sich in Sonn' und Wind,
    frei von ihrem Alltagslose, auf ihr wahres Selbst besinnt.


    Christian Morgenstern

  5. AW: Umgang mit Großkatzen

    #25
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Allerdings haben uns bei meiner letzten Dschungeltour die Guides nahegelegt, man solle sich nachts nicht weit vom Camp entfernen, wenn man mal austreten muss, eben wegen der Jaguare.
    Wenn Du (männlich) solo unterwegs bist oder die anderen im Camp tief und fest schlafen, läßt sich das Austreten auf ein Minimum reduzieren: Schlafsack-RV bis zur Hälfte öffnen, sich seitlich drehen, Drainageorgan heraushängen lassen und am nächsten Morgen auf die andere Seite der Hängematte aufstehen
    Profis legen am Vorabend ihren Rucksack außerhalb des Sprinklerbereichs hin

    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Ich frage mich wie gut Pfefferspray, Knallkörper, Magnesiumfackeln und Fanfaren für die unmittelbare Gefahrenabwehr geignet sind.
    Möglicherweise läßt sich ein Jaguar davon irritieren, allerdings greifen diese als Lauerjäger doch eher aus dem Hinterhalt an bzw. pischen sich heran, springen dann noch ein paar Meter auf Dich zu, während Du gerade noch überrascht begreifst, daß Du vor 5 Sekunden Dein Pfefferspray in den Händen gehabt haben, also vor 30 Sekunden den Rucksack abgesetzt und darin herumgewühlt haben solltest...
    Die praktische Anwendbarkeit solcher Abwehrmethoden dürfte der Knackpunkt sein.
    Wandern in Ísland?
    ICE-SAR: Ekki týnast!

  6. AW: Umgang mit Großkatzen

    #26
    Zitat Zitat von Intihuitana Beitrag anzeigen
    Im Senegal war ich autark in einem Gebiet unterwegs wo auch Löwen, Hyänen und Leoparden leben.
    Die Nächte waren immer recht nervenaufreibend und ich habe die ganze Nacht ein großes Feuer brennen lassen um wenigstens ein wenig Sicherheit zu haben.
    Das mit dem Feuer kannst du bezüglich dem Jaguar wohl vergessen: "Der Jaguar scheut das Lagerfeuer keineswegs. »Wir bemerkten zu unserer Überraschung«, sagt Humboldt, »daß die Jaguare hier unsere Feuer nicht scheuten. Sie schwammen über den Flußarm, der uns vom Lande trennte, und am Morgen hörten wir sie ganz in unserer Nähe brüllen.« An einer andern Stelle seines Reisewerkes berichtet er, daß ein Jaguar den treuen Hund der Gesellschaft sozusagen zwischen den Lagerfeuern herausholte und wegschleppte. Der Hund hatte abends, als er die Unze brüllen hörte, unter der Hängematte seines Gebieters Schutz gesucht und war am nächsten Morgen doch verschwunden." (Brehms Tierleben)

    Im Boot bist du auch nicht besonders geschützt:"Man sollte glauben, ein schwimmender Jaguar wäre leicht zu töten; allein er ist auch im Wasser noch furchtbar. Nur gewandte Kahnführer getrauen sich, ihn anzugreifen; denn sowie er sich verfolgt sieht oder gar verwundet fühlt, wendet er sich sogleich gegen den Nachen. Gelingt es ihm, eine Kralle an den Rand desselben zu setzen, so schwingt er sich an Bord und fällt über die Jäger her. »Ich war«, erzählt Rengger, »im Jahre 1819 kurz nach meiner Ankunft in Assuncion Augenzeuge eines zum Glücke bloß lächerlichen Auftrittes bei einer solchen Jagd. Es kam ein Jaguar vom jenseitigen Ufer des Stromes dahergeschwommen. Drei Schiffsleute, Ausländer, sprangen, trotz der Warnung eines Paraguayers, mit einer geladenen Flinte in ihren Nachen und ruderten dem Tiere entgegen. In einer Entfernung von ein bis zwei Metern feuerte der vorderste die Flinte auf den Jaguar ab und verwundete ihn. Dieser aber ergriff, ehe sich's die Schiffer versahen, den Rand des Nachens und stieg trotz aller Ruder- und Kolbenschläge an Bord. Nun blieb den Schiffsleuten nichts übrig, als ins Wasser zu springen und sich ans Land zu retten. Der Jaguar setzte sich im Kahne nieder und ließ sich wohlgemut stromabwärts treiben, bis er, von einigen andern Jägern verfolgt, seinerseits ins Wasser sprang und das nahe Ufer gewann."

    Es kann auch passieren, dass er sich aufrichtet, wenn du ihm gegenüberstehst. Dann solltest du ein Schaffell parat haben, und ein Messer natürlich. "Der Jäger umwickelt mit einem Schaffelle den linken Arm bis über den Ellenbogen und bewaffnet sich mit einem zweischneidigen Messer oder Dolche von etwa zwei Fuß Länge. So ausgerüstet, sucht er mit zwei oder drei Hunden den Jaguar auf. Dieser bietet wenigen Hunden sogleich die Spitze; der Jäger naht sich ihm und reizt ihn gewöhnlich mit Worten und Gebärden. Plötzlich springt der Jaguar mit einem oder zwei Sätzen auf den Jäger zu, richtet sich aber zum Angriffe wie unser Bär in die Höhe und öffnet brüllend den Rachen. In diesem Augenblicke hält der Jäger den beiden vorderen Tatzen des Tieres den umwundenen Arm vor und stößt ihm, mit dem Körper etwas nach rechts ausweichend, den Dolch in die linke Seite. Der getroffene Jaguar fällt durch den Stoß um so eher zu Boden, als es ihm schwer wird, in aufrechter Stellung das Gleichgewicht zu bewahren, und die Hunde werfen sich über ihn her. War die erste Wunde nicht tödlich, so steht er mit Blitzesschnelle wieder auf, macht sich von den Hunden los und stürzt sich von neuem auf seinen Gegner, der ihm alsdann einen zweiten Stich versetzt. Rengger kannte einen Indianer aus der Stadt Bajada, der über hundert Jaguare auf diese Weise erlegt hatte. Er war ein leidenschaftlicher Jäger, büßte aber im Jahre 1821 auf einer solchen Jagd doch das Leben ein."

  7. Alter Hase

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    AW: Umgang mit Großkatzen

    #27
    Ich kenne das aus dem Sahel. Also Niger, Mali, Burkina Faso. In der Regenzeit. Da steht das Gras zwei Meter hoch, was die Situation unübersichtlich macht. Hyänen hörten wir jede Nacht. Die galten aber als ungefährlich. Keine Ahnung. Ich habe mich nicht weiter damit befasst.

    Löwen auch häufig. Von uns aus gesehen aber meist weiter weg. Während man bei den Hyänen den Eindruck hatte, dass sie einem gleich auf den Schoß springen würden. Die Einheimischen hatten ziemlich Angst vor den Löwen. Speziell natürlich auch wegen der Kinder. Oder wegen des Viehs, das da ständig dezimiert wurde.

    Wir schliefen dort auf unserem Autodach. Schon wegen der Schlangen und was da sonst noch so kroch.

  8. Dauerbesucher
    Avatar von Smo
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    AW: Umgang mit Großkatzen

    #28
    OT:
    Zitat Zitat von Moltebaer Beitrag anzeigen
    Wenn Du (männlich) solo unterwegs bist oder die anderen im Camp tief und fest schlafen, läßt sich das Austreten auf ein Minimum reduzieren: Schlafsack-RV bis zur Hälfte öffnen, sich seitlich drehen, Drainageorgan heraushängen lassen und am nächsten Morgen auf die andere Seite der Hängematte aufstehen
    Profis legen am Vorabend ihren Rucksack außerhalb des Sprinklerbereichs hin
    Profis nutzen Nalgene Weithals.
    --
    Nur der Einsame findet den Wald: wo ihn mehrere suchen,
    da flieht er, und nur die Bäume bleiben zurück. (Rosegger)

  9. Alter Hase
    Avatar von peter-hoehle
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    AW: Umgang mit Großkatzen

    #29
    Zitat Zitat von Smo Beitrag anzeigen
    OT: ...Profis nutzen Nalgene Weithals.
    Als wir am Waterberg übernachteten, zeigte uns ein Guide einen Trick gegen Paviane.
    Im Abstand von einem Meter um die Isomatte eine Pinkelspur ziehen als Reviermarkierung.
    Das hat funktioniert. Am nächsten Morgen hat man die Fussspuren der Affen gesehen.
    Alle ausserhalb vom Revier.

    Gruß Peter
    Wir reisen um die Welt, und verleben unser Geld.
    Wer sich auf Patagonien einlässt, muss mit Allem rechnen, auch mit dem Schönsten.

  10. Erfahren
    Avatar von Bergzebra
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    AW: Umgang mit Großkatzen

    #30
    Zitat Zitat von peter-hoehle Beitrag anzeigen
    Als wir am Waterberg übernachteten, zeigte uns ein Guide einen Trick gegen Paviane.
    Im Abstand von einem Meter um die Isomatte eine Pinkelspur ziehen als Reviermarkierung.
    Das hat funktioniert. Am nächsten Morgen hat man die Fussspuren der Affen gesehen.
    Alle ausserhalb vom Revier.

    Gruß Peter
    Wenn Paviane bzw. Affen nachts herumlaufen, dann ist es ein sicheres Zeichen dafür, dass definitiv kein Leopard in der Nähe ist.

    Kenne es von Zeltübernachtungen im südlichen Afrika: Üblicherweise machen Paviane bis zum Sonnenuntergang volles Programm (deshalb oft eine Person als Wache rund um den Kochplatz). Kaum ist es dunkel, ist von den Spezies kein Laut mehr zu hören. Anscheinend haben die dann Angst vorm Leopard.

    Raubtiere die brüllen bzw. sich lautstark "unterhalten" sind definitiv nicht im Jagdmodus. Auch für Rudeltiere wie Löwen ist es nicht einfach eine Beute zu fangen, warum soll man sich als Jäger da auch noch unnötig vorzeitig ankündigen.

    Raubkatzen wollen verhindern, dass sie sich unnötig verletzen, denn oft bedeutet dies dann hungern bzw. verhungern. Wenn das Verletzungsrisiko zu groß ist, dann nehmen sie lieber von einer Beute Abstand. Sieht man oft, wenn z.B. Hühner oder Gänse einen Leopard in die Flucht treiben. Eine Hühnerkralle in die Augengegend bekommen und eine Bindehautentzündung kann das Verhungern der Raubkatze bedeuten.

    Zitat Zitat von Chouchen Beitrag anzeigen
    Ich erinnere mich, dass es vor Jahren hier mal eine ähnliche Frage gab und das da die Antwort war, dass Löwen (im Gegensatz zu Bären) in der Regel tatsächlich Zelte als Grenze akzeptieren. Ich weiss noch, dass ich das damals sehr überraschend fand.
    Diesen Effekt kann man auch bei unseren Hauskatzen beobachten. Hatte eine Maus unter einer durchsichtigen Tortenhaube an einem Fensterbrett eingefangen und dann die Profi-Mäusefang-Katze geholt. Katze vor die durchsichtige Tortenhaube gesetzt etwa 5cm von der innen sitzenden Maus entfernt. Keine Reaktion von der Katze (die eigentlich schon vom Tonfall des Namensruf vorher immer schon wusste, dass mal wieder eine Maus zum Fangen ansteht), Katze geht gelangtweilt wieder einige Meter weg. Katze wieder geholt. Nase der Katze direkt an die Tortenhaube gedrückt wo die Maus keine 5cm weg ist. Kein Reaktion bzw. Anspannung bei der Katze. Tortenhaube etwas angehoben (damit die Katze eventuell leichter Geruch aufnehmen kann), nichts ändert sich. Tortenhaube noch weiter angehoben, immer noch keine Änderung. Erst als die Maus sich bewegte kam eine (zu späte) Reaktion der Katze.

    Da ja Raubkatzen sich nicht unnötig verletzen wollen, hilft da eventuell schon beim "nächtlichen Kurzspaziergang" der Stroboskopmodus der Taschenlampe?
    Schaffe Dir Erinnerungen bevor Du nur noch diese hast!

    Nur heute wärmt uns das Feuer, gestern war es Holz und morgen wird es Asche sein.
    (Autor unbekannt)

  11. AW: Umgang mit Großkatzen

    #31
    Im Film funktioniert die Abwehr des Jaguars doch mit Feuer: Jungle 2017, siehe ab 1:06:40 (da muss man sich in der Zeitleiste unten vorklicken)

  12. AW: Umgang mit Großkatzen

    #32
    Von den genannten Katzen sehe ich vor allem Loparden als besonders gefährlich an. Einer meiner Arbeitskollgen ist Ökologe und hat unter anderem davon berichtet, dass eine erhebliche Anzahl Leoparden in den Städten (u.a.Nairobi) leben und sich da von Haustieren und streunenden Hunden ernähren. Die haben die Scheu vor dem Menschen an sich also ziemlich verloren. Inwieweit das auch draußen im Busch gilt,weiß ich nicht.
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

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