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  1. Erfahren

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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #21
    Mitreisende: bourne


    TAG 4: GRÄNSLEDEN SÅRGÅJÁVRRE – RØYSVATNET
    BY ELISABETH
    Original mit hochauflösenden Bildern auf Lustwandler.at

    Nachdem wir gestern gut vorangekommen sind, haben wir es heute nicht mehr sehr weit bis zur Hütte. Der Wecker läutet um 7 Uhr, damit wir früh bei der Hütte sind und noch einen halben Hüttentag genießen können. Ein bisserl trödeln wir in der Früh dann doch, aber um 8:40 geht es los. Die ersten Sonnenstrahlen wärmen uns, er herrscht eine tolle Lichtstimmung und das Wetter verspricht, besser zu werden.


    Blick Richtung Røsvatn mit den Bergen Svártitjåhkkå und Skuogetjåhkkå


    Gränsleden beim Sårgåjávrre


    Gränsleden beim Sårgåjávrre

    Bald kommen wir zur ersten von sehr vielen Brücken auf unserer Tour. Diese Brücke ist harmlos – noch sind wir ja auf der schwedischen Seite! – und der Blick kurz nach der Brücke ist auch ein Foto wert.


    Elisabeth auf der Brücke über einen Zulauf des Sårgåjávrre


    Nach der Brücke über einen Zulauf des Sårgåjávrre

    Auf der Mittelinsel erwartet uns eine Menge Weidengestrüpp, danach ist die Furt ohne Furtschuhe möglich. Danach geht es steil die Böschung hinauf und wir müssen immer wieder den Weg suchen. Der Hang geht über mehrere Etagen hinauf und bald sehen wir auch schon die Hütte Sårgå.


    Elisabeth auf dem Anstieg zur Rasthütte Sårgå (Blick zurück)


    Markus auf dem Anstieg zur Rasthütte Sårgå

    Hier frühstücken wir gemütlich von 10:20 bis 11:00 Uhr, dann geht es weiter. Wir haben heute angenehme Temperaturen zwischen 12 und 15°C, teils ist es sonnig, aber dank des kühlen Windes gehen wir mit Fleeces.


    Rasthütte Sårgå mit eigenem See

    Nach der Hütte geht es gleich mal wieder bergauf und dann weiter über die Seenplatte. Es geht zwischen den Seen, durch die Seen und rund um die Seen herum ;) So etwas ähnliches kennen wir schon aus Ulm, wo wir auf einer Wohnmobiltour die Redensart "in Ulm und um Ulm und rund um Ulm herum" etwas zu wörtlich genommen haben. Aber das ist eine andere Geschichte.


    Anstieg nach dem See der Rasthütte Sårgå

    Es sind nur noch 2 km bis zur norwegischen Grenze, was zweierlei bedeutet: Die Wege sind ab dann besser markiert, die Brücken werden abenteuerlicher (c) Markus bzw. lebensbedrohend (c) Elisabeth.


    Knapp 2 km bis Norwegen!


    Markus

    Bald treffen wir auf den Nordkalottleden und an der Weggabelung sind wir kurz mal verwirrt: Nur 2 Kilometer bis zur Røysvatn Hütte? Nein, Røysvatnet ist nur ein Notunterschlupf auf dem Gränsleden und nicht die große Hütte auf dem Nordkalottleden! Wir gehen also nun wie geplant auf dem Nordkalottleden weiter und kommen etwas später zu einem kleinen Canyon. Auf unserer Seite finden wir einen guten Weg hinunter, auf der anderen Seite hinauf artet es in eine kleine Kletterpartie aus.


    Kreuzung Gränsleden – Nordkalottleden


    Ein letzter Blick zurück auf die “Seenplatte”, die wir gerade gequert haben


    Hindernis voraus!


    Querung mit kleiner Klettereinlage (Blick zurück auf die andere Seite)

    Ein Blick zurück zeigt uns: Heute sind wir schon schön vorangekommen! Die Landschaft wird nun felsiger und karger. Es geht stetig bergauf, immer ein Hügel nach dem anderen ist zu passieren.


    Blick zurück: heute sind wir schon gut vorangekommen!


    Skuogečohkka


    Der Weg wird deutlich steiniger (wir müssen auf der anderen Seite in der Bildmitte hinauf)

    Bei einem kleinen See finden wir den Weg nicht mehr. Gerade war die Markierung noch da, nun aber weit und breit kein roter Punkt, kein Steinmännchen oder sonst ein Anhaltspunkt. Wir steigen ein Stück weit auf, finden aber keine gute Möglichkeit, ohne arge Kraxelei auf die andere Seite zu kommen. Von oben entdecken wir aber etwas anderes. Der Weg verläuft im See und wurde einfach überflutet (unten links im Bild zu sehen). Na dann – das Wasser steht nicht hoch, kein Problem mit hohen Wanderschuhen 🙂


    Weg unter!


    Elisabeth


    Røysvatnet

    Um 14:15 erreichen wir die Røysvatn Hütten! Yippie! Das erste Mal dürfen wir den Hüttenschlüssel probieren – und er passt! 😉 Mehr zum Thema Schlüssel hat Markus schon hier geschrieben. Es ist (noch) niemand hier und wir haben die freie Wahl. Wir schauen kurz in die große Hütte – groß, schön und sauber, entscheiden uns dann aber für die kleine Hütte nur für uns beide.


    Die Hütten sieht man erst, wenn man direkt davor (darüber) steht


    Roysvatn_kleineHuette


    Roysvatn_grosseHuette

    Wir waschen uns und unser Gewand, heizen den Ofen ein und hängen alles zum Trocknen auf. Dann wird gemütlich am Tisch gegessen – besser als im Zelt kauernd, das muss man schon zugeben. Plötzlich reißt jemand an unserer Tür und wir schrecken uns ordentlich: Es ist Lothar, der es heute auch bis zur Hütte geschafft hat. Er hat allerdings keinen Hüttenschlüssel und campiert etwas außerhalb. Wir schreiben Tagebuch, trinken Tee und lesen. Bald ist es in der Hütte so heiß, dass wir lüften müssen – und das nach nur 3 Scheit Holz. In punkto Heizen müssen wir noch lernen ... Wir lesen bis 23 Uhr, dann gehts ab ins Bett.

    Der genaue Beobachter der Fotos wird sich nun denken: Große Hütte, kleine Hütte, Klohäusl – und was ist in der anderen kleinen Hütte? Der Røysvatn-Kenner wird sich andererseits fragen: Warum schreiben die beiden denn nichts über die Sauna? Die geniale Røysvatn-Sauna, noch dazu die einzige Sauna auf der ganzen Route? Nun ja – im Nachhinein weiß ich auch nicht, wie wir die Sauna übersehen konnten. Sie ist uns weder in der Vorbereitung noch vor Ort aufgefallen. Wir hätten sie nur für uns allein gehabt, hätten uns da drin dann auch gemütlich waschen können anstatt draußen in der Kälte mit kaltem Wasser. Ihr könnt uns glauben, als wir in Pauro auf die Sauna angesprochen wurden, haben wir uns ordentlich in den Hintern gebissen!
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  2. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #22
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    Der Røysvatn-Kenner wird sich andererseits fragen: Warum schreiben die beiden denn nichts über die Sauna? Die geniale Røysvatn-Sauna, noch dazu die einzige Sauna auf der ganzen Route?
    Naja, wer kein Holz nachholt oder Klopapier ...

    Tut mir echt leid für Euch, dass ihr sie verpasst habt. Hätte allerdings auch nicht erwartet, dass ihr 3,5 Tage für die 40 km auf einem gut markierten Pfad braucht. Umgekehrt von Røysvatn aus sprachen alle immer nur von 2 Tagen nach Ritsem. Ok, der Rucksack ist dann leer und nicht voll und es geht 400 m runter und nicht hoch.

    Macht wie immer Spaß, Euren Bericht zu lesen.

  3. Gerne im Forum

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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #23
    Sehr schöne Fotos die Ihr das mitgebracht habt.

    gruss.fritz

  4. Erfahren

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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #24
    @vobo: wir hatten mit 2,5 Tagen geplant, das hat uns ja selbst überrascht. Wir waren aber definitiv schwer unterwegs und ich hatte wieder mal viel zu viel Fotozeugs mit Aber generell finde ich schon, dass der Weg dort nicht so einfach zu gehen war, wie dann später am Nordkalottleden; natürlich waren wir dort dann schon wieder so richtig im Wandermodus, aber trotzdem...
    Aber machbar ist es bestimmt, wenn man fitter ist und weniger schleppt, Markus, den wir später getroffen haben, ist deutlich nach uns in Ritsem gestartet (kann mich nicht mehr erinnern, wann genau), allerdings ist er eine Abkürzung gegangen und nicht über Røysvatn.

    Der Holzvorrat in der Hütte war übervoll, ein Korb und eine Kartonschachtel, da war kein Nachfüllbedarf vorhanden; aber selbst wenn, hätte ich es erst am Morgen entdeckt...

    Und danke @fritz
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  5. AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #25
    Zitat Zitat von vobo Beitrag anzeigen
    Umgekehrt von Røysvatn aus sprachen alle immer nur von 2 Tagen nach Ritsem. Ok, der Rucksack ist dann leer und nicht voll und es geht 400 m runter und nicht hoch.
    Das ist in beiden Richtungen realistisch. 2016 habe ich das zum Tourstart hingelegt und mein Rucksack war auch nicht gerade leicht. Aber ich bin ja - nach einem Ruhetag - auch in einem Rutsch weiter bis Pauro (Das war aber auch dem miesen Wetter geschuldet...)

    Die Sauna in Røysvatn habe ich bei meinen drei Besuchen dort noch nicht genutzt, beim letzten Mal hätte ich es gerne gemacht, aber der Holzvorrat war so stark reduziert (Noch knapp ein halber Sack in den Hütten und rein gar nichts mehr im Holzschuppen) dass ich das Holz lieber zum heizen der Hütte genutzt habe.

    Der Gränsleden ist zum Teil schon etwas spärlich markiert und da er (zum Glück) noch nicht so ausgetreten ist verliert man halt ab und zu die Spur, aber tragisch fand ich das nie. - Ist ja auch ein gutes Training für die Etappe nach Pauro

    Freue mich schon auf den weiteren Bericht.
    Henning
    Es gibt kein schlechtes Wetter,
    nur unpassende Kleidung.

  6. Erfahren

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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #26


    TAG 5: RØYSVATN – KÅBTÅJAURE
    WENN I AN SEE SEH, BRAUCH I KA MEER MEHR
    BY MARKUS
    Original mit hochauflösenden Bildern auf Lustwandler.at

    Wir haben so gut geschlafen – eine Nacht ganz allein in einer gemütlichen Hütte, in absoluter Abgeschiedenheit, das hat schon was. Unser Wecker geht um 7.30 und wir sind so richtig gut ausgeschlafen. Wir packen unsere Sachen, putzen unsere kleine Hütte – ihr erinnert euch, immer schöner hinterlassen als man sie selbst vorgefunden hat, das Abwasser weggeleert, ausreichend Frischwasser und Holz für die Nächsten geholt – und gegen 9 Uhr sind wir dann bereit, die nächste Etappe in Angriff zu nehmen.

    Lothar ist ja gestern Abend auch noch angekommen und hat im Zelt übernachtet. Er ist gleichzeitig mit uns abmarschbereit und so nehmen wir den ersten Teil gemeinsam in Angriff. Wir tauschen gleich mal die Neuigkeiten aus, seitdem wir uns bei der Rasthütte getroffen haben: Lothar hat an diesem Tag sein Zelt wieder abgebaut und ist am Nachmittag doch noch weitermarschiert, allerdings nicht ganz so weit wie wir. Dafür hat er dann gestern alles aufgeholt und ist direkt bis Røysvatn gegangen, allerdings von Süden kommend um den See herum, nicht über den Nordkalottleden wie wir.

    Der Weg beginnt, wie er gestern geendet hat – steinig und etwas hügelig, mit vielen kleinen Seen und Tümpfeln durchsetzt. Die Markierung besteht aus sehr kleinen Steinmännchen, die in dieser Landschaft schwer auszumachen sind. Die generelle Richtung ist zwar klar – aber es wäre sinnvoll, auf dem Weg zu bleiben, um halbwegs einfach durchzukommen. Und so spielen Elisabeth, Lothar und ich das beliebte "Wer findet das nächste Steinmännchen"–Spiel (mit wechselnden Siegern).


    Namenloser See süd-östlich des Bjørnvatnet


    Elisabeth bei einem steilen Abstieg

    Lothar prüft hier noch sorgfältig, ob mein Weg wirklich der beste Weg hinunter ist, Elisabeth hat da mehr Vertrauen!

    Jetzt öffnet sich der Blick und der Svártijávrre liegt uns zu Füßen. Wow! Wir sind jetzt rund 30 Minuten von Røysvatn entfernt und werden nun stundenlang an diesem See entlanggehen. Hier im Abstieg verläuft irgendwo die norwegisch-schwedische Grenze, wir verlassen also wieder Norwegen und gehen nun für den Rest des Tages in Schweden. Eine Weile gehen wir noch gemeinsam mit Lothar, dann macht er Pause, denn er hat ein strenges System für sich selbst etabliert: 1 Stunde und 15 Minuten gehen, dann 15 Minuten Pause. Wir bleiben bei unserem üblichen konzeptlosen Gehen, Schauen, Staunen, Genießen, Tratschen und Fotografieren – unsere moderne Interpretation des Lustwandelns! Dafür machen wir um 12 Uhr eine längere Mittagspause (und werden dabei von Lothar wieder überholt).

    Wir lassen euch jetzt mit den folgenden Bildern mit uns mitgehen, manchmal sind Blicke zurück eingestreut, die Bildbeschriftungen verraten euch das.


    Svártijávrre


    Elisabeth und Lothar entlang des Svártijávrre


    Entlang des Svártijávrre, Elisabeth im leichten Blockfeld


    Entlang des Svártijávrre (Blick zurück)


    Markus im Blockfeld


    Entlang des Svártijávrre (Markus)


    Entlang des Svártijávrre (Blick zurück)


    Entlang des Svártijávrre


    Skuogejávrre


    Svártijávrre und Skuogejávrre sind miteinander verbunden


    Ein letzter Blick zurück

    Na, was sagt ihr? Könnt ihr euch vorstellen, wie toll es ist, hier entlangzugehen? Beim nun folgenden Bild ist es ungefähr 13 Uhr und wir erreichen hier den nächsten See, den Skuogejávrre. Wir sind süd-westlich des Sees und wir werden auch diesen See der ganzen Länge nach ausgehen, auf der östlichen Seite. Eine Brücke bringt uns über den Svártijåhkå und bei der Brücke überholen wir auch Lothar wieder, der hier gerade seine Rast macht.

    Wir haben später auf der Tour einen Wanderer getroffen, der hier vom Gränsleden abgekürzt hat und westlich des Svártijåhkå direkt zu dieser Brücke gegangen ist, Røysvatn also ausgelassen hat. Nach seiner Beschreibung war das eine gut zu gehende Abkürzung (wobei ich Røysvatn allen ans Herz legen möchte, das ist schon ein schönes Fleckchen und mit der Abkürzung verpasst man auch den Weg, den wir eben beschrieben haben).


    Skuogejávrre


    Elisabeth auf der Brücke über den Svártijåhkå


    Skuogejávrre mit Skuogetjåhkkå


    Skuogejávrre mit Skuogetjåhkkå

    Etwa eine Stunde später sehen wir in der Ferne wieder Rentiere und nähern uns vorsichtig. Diesmal haben wir Gegenwind und eines der Rentiere kommt direkt in unsere Richtung, ohne uns zu wittern. Portraitsession!


    Rentier [crop: 525mm/f10]

    Eine Dreiviertelstunde später hat uns ein anderes Rentier auch nicht bemerkt, dafür aber irgendetwas anderes untem beim See. Der Rest des Rudels ist auch nicht weit. Wir lassen uns lange Zeit und genießen es, die Rentiere ungestört zu beobachten und gehen dann sehr langsam weiter, um sie nicht in Aufruhr zu versetzen, aber sie reagieren total cool und vergrößern nur langsam den Abstand zu uns.


    Nicht nur wir geniessen den Ausblick


    Misstrauische Blicke…


    Rentiere

    Wir beschließen, dass es Zeit für eine Pause ist. Es ist sonnig und warm, und wir kochen uns eine warme Mahlzeit und während wir diese verspeisen, holt uns Lothar wieder ein, geht aber direkt weiter und nimmt den Anstieg zum Pass in Angriff. Wir lassen uns Zeit und folgen erst, als er schon aus unserem Blickfeld verschwunden ist.


    Lothar


    Blick auf den weiteren Weg über den kleinen Pass


    Elisabeth bei einer einfachen Querung


    Vorräte auffüllen


    Vor 4 Stunden (inkl. Pausen) waren wir auf der anderen Seite des Sees

    Uff – eh anstrengend. Ein Blick zurück, vor vier Stunden (inkl. Pausen und Rentiere beobachten) waren wir noch auf der gegenüberliegenden Seite des Sees. Nun geht es wieder hinunter, dem Plan nach queren wir eine kleine Ebene mit dem See Spadnejávrre und steigen auf der anderen Seite wieder auf. Wir gehen ohne Karte – hat man ja im Kopf – und kommen dabei deutlich zu weit westlich hinunter. Als wir unseren Fehler bemerken, haben wir schon ein bissl zu viel Höhe verloren und müssen leicht nach Osten aufsteigen. Tja.

    In der Ferne sehen wir dafür wieder Lothar, hoch an einem Hang und wir haben so unsere Zweifel, ob die Richtung passen kann. Er verschwindet aus unserem Blickfeld, kommt dann aber wieder zurück, steigt wieder ab, geht quer, steigt wieder auf und verschwindet wieder aus unserem Blickfeld. Hm – aus unserer Sicht deutlich off-track, aber er ist leider außer Rufweite.

    Wir gehen inzwischen durch die Seenlandschaft, queren ein paar kleinere Gewässer, bloss beim Marggojåhkå finden wir keinen Weg, um mit trockenen Wanderschuhen durchzukommen und ziehen uns die Furtschuhe an – währenddessen taucht auf der anderen Seite Lothar wieder auf und erzählt uns, als wir auf der anderen Seite ankommen, dass er den Weg nicht mehr findet. Tatsächlich sind weit und breit weder Markierungen noch Steinmännchen zu sehen (eigentlich schon länger nicht). Wir schauen gemeinsam auf der Karte, ich bin mir ganz sicher, dass uns im Wesentlichen nur mehr ein Hügel vom Kåbtåjaure trennt, wir checken das dann noch extra für Lothar mit unserem Notfall-GPS, passt zusammen. Lothar ist dennoch grad nicht happy, er hadert schon seit Tagen mit der Orientierung bzw. den Markierung am Gränsleden bzw. Nordkalottleden. Er ist zwar gut ausgerüstet inklusive Satellitentelefon, hat aber leider kein GPS dabei und die Karte allein reicht ihm nicht. Die einstündige Odyssee eben war wohl nicht grad hilfreich und er beschließt, an dieser Stelle umzukehren, er hat kein gutes Gefühl mehr weiterzugehen. Definitiv eine vernünftige Entscheidung, mir hat es in den folgenden Tagen immer wieder leidgetan für ihn, denn die Wegfindung war später deutlich unproblematischer als in den ersten Tagen und generell gibt es einen massiven Unterschied zwischen guter Markierung auf norwegischem Boden und oft schwacher Markierung auf schwedischer Seite. Ich hoffe jedenfalls, er unternimmt einen zweiten Anlauf mit leichterem Gepäck und GPS.


    Spadnejávrre mit Noajdetjåhkkå im Hintergrund


    Verträumte Wolken über dem Spadnejávrre


    Obacht, die Steine sind rutschig


    Marggojåhkå

    Für uns geht es weiter, wir überschreiten die Geländekante und im Abstieg liegt uns dann wie erwartet der Kåbtåjaure zu Füßen. Auf dem folgenden Panorama sieht man quasi auch schon den morgigen Tag: linkerhand am See entlang, um den Berg herum und fern im Bildhintergrund, die rötlichen, schneebedeckten Berge, das ist das Paurofjellet an dessen Fuß die Pauro-Hütten liegen. Zwischen Røysvatn und Pauro liegen 27-28km und wir haben heute zwischen 9 und 19 Uhr mehr als die Hälfte dieser Strecke zurückgelegt. Es gibt Leute, die das – mit leichterem Gepäck – an einem Tag machen! Wir finden jedenfalls, dass wir das gut gemacht haben und sind zum ersten Mal auf der Tour mit unserem Tempo und unserer körperlichen Leistungsfähigkeit wieder zufrieden.


    Kåbtåjaure, auf der anderen Seite links das Paurofjellet
    Unsere Panoramen haben eine Auflösung von 20.000-30.000 Pixel und können nur am Blog ganz gesehen werden: https://lustwandler.at/2019/06/15/tag-5-roysvatn-kabtajaure/

    Nach diesem schönen Panorama suchen wir uns einen ebenen und etwas windgeschützten Zeltplatz, wie auch gestern wird es schnell kalt, sobald die Sonne verschwindet. Wir sitzen mit Daunenjacken im Zelt, die Füße im Schlafsack, kochen in der Apsis und genießen den Ausblick. Danach: Nachtruhe und binnen kurzer Zeit schlafen wir tief und fest.


    Room with a view
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    Letzte Tour: Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

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    Avatar von Pfiffie
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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #27
    "Freiheit bedeutet, dass man nicht alles so machen muss wie andere"

  8. Erfahren
    Avatar von Bresh
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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #28
    Ich kann mich Pfiffie hier nur anschließen!

    Zitat Zitat von Pfiffie Beitrag anzeigen
    Mein Tourtagebuch --->www.bresh.eu<---

  9. Erfahren

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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #29


    TAG 6: KÅBTÅJAURE – PAURO
    AN DIE RUDER, IHR LANDRATTEN!
    BY MARKUS
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    Next stop: Pauro! Wir starten vollmotiviert, bei strahlendem Sonnenschein und auch recht früh am Morgen, Wecker 7 Uhr, um 8 Uhr 15 gehen wir los. Der Weg führt am See entlang - nicht zu knapp am See, aber auch nicht zu hoch am Hang ist die Devise und wie immer ist es ein stetes Auf und Ab. Die Wegbeschaffenheit wechselt zwischen fast grasartigem Bewuchs und mehr oder weniger felsdurchsetzten Bereichen – gesamt betrachtet kommen wir jedenfalls flott voran und ein Rentier sehen wir auch. A Reindeer a day keeps the worries away!


    Elisabeth auf dem Weg nach Pauro, entlang des Kåbtåjaure


    Panorama des Kåbtåjaure
    Unsere Panoramen haben eine Auflösung von 20.000-30.000 Pixel und können nur am Blog ganz gesehen werden: https://lustwandler.at/2019/06/18/tag-6-kabtajaure-pauro/


    Kåbtåjaure, dahinter bereits der Bovrojávri und im Hintergrund das Paurofjellet


    Westufer des Kåbtåjaure und Paurofjellet


    Rentier (virtual 525mm)


    Elisabeth

    Jetzt sind die ersten zwei Stunden um, wir lassen den Kåbtåjaure hinter uns und haben nun den Bovrojávri im Blick, an dessen Südufer wir nun entlanggehen. Pauro selbst liegt am Nordufer, von dort trennt uns allerdings noch eine Brücke, eine Halbinsel und eine Ruderstrecke. Genau um 11 Uhr erreichen wir die schwedisch-norwegische Grenze und diesmal sogar einen der besonderen Grenzsteine, nämlich den Rr 252. Das hat unmittelbare Auswirkungen: erstens gibt es ein Selfie und zweitens wird die Markierung schlagartig besser.


    Bovrojávri und Paurofjellet


    Panorama Bovrojávri und Kåbtåjaure
    Unsere Panoramen haben eine Auflösung von 20.000-30.000 Pixel und können nur am Blog ganz gesehen werden: https://lustwandler.at/2019/06/18/tag-6-kabtajaure-pauro/


    Wir zwei beim Grenzstein Rr 252

    Auf dem nächsten Bild sieht man schon den Abfluss des Noaidejávri bzw. See 718 in den Bovrojávri. Wer mit einer älteren Fjällkarte geht, wird hier versuchen, die Brücke zu finden – allerdings ist hier keine Brücke mehr. Die Brücke wurde zerstört und dann deutlich weiter westlich aufgebaut, man muss den Noajdetjåhkkå weiter umrunden, bis man die Engstelle zwischen dem Noaidejávri und dem See 718 erreicht und dort befindet sich dann auch die Brücke.


    Abfluss des Noaidejávri in den Bovrojávri


    Noaidejávri/See 718, unsere Brücke in der Engstelle und im Hintergrund der Gihccejiekna

    Die Brücke ist eine klassische norwegische Hängebrücke und so richtig schön wackelig. Elisabeth ist not amused und damit komme ich ins Spiel: einmal meinen Rucksack rüberbringen, zurück, Elisabeth abholen und mit ihr gemeinsam rübergehen, zurück und Elisabeths Rucksack transportieren. 6x Wackelbrückenspaß für mich 🎉

    Immerhin ist die Brücke überhaupt vorhanden, Anfang August war sie zerstört und es gab nur die Möglichkeit zu furten, sie wurde allerdings innerhalb einer Woche repariert. An unserem Tag war der Wasserstand hoch, ich schätze, das Wasser wäre mir bis zur Brust gegangen, schwierig, da trocken einen Rucksack hinüberzubringen.


    Die entscheidende Brücke, westlich des Sees 718

    Von der anderen Seite der Brücke sieht man jetzt den Noajdetjåhkkå sehr schön.


    Blick zurück auf die Brücke, im Hintergrund der Noajdetjåhkkå


    Blick zurück auf die Brücke, im Hintergrund der Noajdetjåhkkå
    Unsere Panoramen haben eine Auflösung von 20.000-30.000 Pixel und können nur am Blog ganz gesehen werden: https://lustwandler.at/2019/06/18/tag-6-kabtajaure-pauro/

    Auf unserem Weg überqueren wir nun die Halbinsel, bis wir den See auf der anderen Seite erreichen. Das ist der landschaftlich spektakulärste Teil des heutigen Tages. Vor uns liegen das das rötliche Paurofjellet und der türkis-blaue Bovrojávri, und die Halbinsel ist saftig grün. Es ist absolut windstill und so spiegelt sich das Paurofjellet derart stark im See, dass man sich des öfteren fragt, wo denn eigentlich die Grenze zwischen Wasser und Land ist. Aber seht selbst!


    Paurofjellet


    Paurofjellet


    Nordic reflections

    Wir sind mittlerweile leicht nervös, kommen wir doch zur Schlüsselstelle des Tages: die Bootspassage. In der Vergangenheit gab es hier immer wieder Probleme mit abgetriebenen Booten oder schlicht zwei Booten auf einer Seite und folglich keinem auf der anderen Seite. In den Hüttenbüchern in Pauro und Røysvatn kann man dazu Geschichten nachlesen, unter anderem die Geschichte eines (männlichen) Wanderers, der verzweifelt gewartet hat, ob von der anderen Seite jemand mit dem Boot übersetzt bis dann auf seiner Seite eine junge Schwedin angekommen ist, die schwimmend das Boot geholt hat. Später auf der Tour hat uns jemand erzählt, dass die Bootspassage auch durch eine Brücke ersetzt werden soll, ich habe aber online bisher keine Bestätigung dafür gefunden.

    Endlich erlangen wir einen Blick auf den Hafen von Pauro und wir haben natürlich Glück: auf jeder Seite liegt ein Boot. Wir gehen hinunter, legen unsere Rucksäcke ab und bereiten das Boot auf unserer Seite vor. Das Boot ist mit unzähligen Wicklungen und Knoten an den vorgesehenen Befestigungen vertäut, hier ist jemand wirklich auf Nummer sicher gegangen. Das Boot ist eigentlich eine Nussschale und mit uns beiden drin eigentlich schon ein bissl wackelig. Außerdem ist es so klein, dass wir erstmal nur einen Rucksack mit auf die andere Seite nehmen.


    Elisabeth auf den letzten Metern zur Bootsanlegestelle


    Pauro Port

    Ich bin für Brücken zuständig, Elisabeth rudert, so die Arbeitsteilung bei uns. Wir erreichen nach längerer Fahrzeit auf einem spannenden Zick-Zack Kurs 🚣 gut das andere Ufer, laden den Rucksack aus und befreien das zweite ebenfalls schwer festgebundene Boot und hängen es an unser eigenes Boot. Dann rudert uns Elisabeth auf einem Sightseeing-Kurs 🚣 zurück auf die andere Seite, wo wird zum einen ein Boot zurücklassen und zum anderen unseren zweiten Rucksack mitnehmen. Und dann geht es wieder hinüber, schon auf einem bissl direkteren Kurs 🚣. Wir ziehen das Boot an Land und vertäuen es genauso aufwändig, wie wir es vorgefunden haben – ihr erinnert euch, alles immer ein bisschen besser hinterlassen als man es vorgefunden hat, das sind die Regeln! 🤪

    Danach schultern wir unsere Rucksäcke und gehen die letzte halbe Stunde bis zur Hütte. Die Hütte ist auf unserer Fjällkarte übrigens zu weit westlich eingezeichnet.


    Pauro


    Pauro


    Pauro


    Pauro


    Pauro


    Pauro

    Bei unserer Ankunft in Pauro sind alle Hütten versperrt, wir sind die ersten Gäste! Wir beziehen das Zweierzimmer in der größeren Hütte – weil es dort eine gemütliche Couch gibt – und tragen uns gleich einmal ins Hüttenbuch ein. Dann wärmen wir uns etwas Wasser, um uns noch schnell draussen vor der Hütte zu waschen. Während wir uns nackt vor der Hütte waschen, sehen wir auf unserem Weg vom Hafen Pauros einen einsamen Wanderer kommen – und er oder sie sieht bestimmt auch nackte Menschen 🙂

    Nicht viel später ist er dann da, Markus aus Thübingen, ein Name, den ich mir gut merken kann. Wir sitzen dann eine Weile gemeinsam vor der Hütte in der Abendsonne, tratschen und genießen den Ausblick. Zu Elisabeth sagt er irgendwann, dass er schon den ganzen Tag "ihren kleinen Fußabdrücken folgt" 😂 und irgendwann später folgt dann auch noch eine ziemliche Beschwerde, wie man Boote nur so umständlich vertäuen kann… Er hat natürlich recht: Bei dem herrlichen Wetter heute kann man das alles gemütlich machen, aber bei Kälte, Regen und Wind schaut das ganze anders aus. Andererseits wollten wir keinesfalls in die Hüttenbücher 2019 als Schuldige für abgetriebene Boote eingehen…

    Etwas später kommt noch ein zweiter Deutscher aus Richtung Sitas, der zieht aber die kleine Hütte vor und kommt dann nur kurz zum Plaudern in die große Hütte. Unser Abend besteht dann aus Essen, mehr Tratschen und Lesen in unseren Kindles. Um 23 Uhr gehen wir schlafen, davor machen wir noch ein paar Antara-Übungen unter dem Sternenhimmel. Sicherheitshalber haben wir uns einen Wecker für 2 Uhr gestellt und tatsächlich sind schwache Nordlichter am Himmel zu sehen. Wir schauen eine Weile und gehen dann wieder ins warme Bett, im Freien hat es doch nur mehr 5°C.


    Panorama Bovrojávri mit Noajdetjåhkkå im Hintergrund


    Aurora borealis in Pauro
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    Letzte Tour: Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

  10. AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #30
    Ihr hattet ja echt Glück mit dem Wetter auf dem Abschnitt. Herrliche Bilder.
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    Jetzt sind die ersten zwei Stunden um, wir lassen den Kåbtåjaure hinter uns und haben nun den Bovrojávri im Blick, an dessen Südufer wir nun entlanggehen. Pauro selbst liegt am Nordufer, von dort trennt uns allerdings noch eine Brücke, eine Halbinsel und eine Ruderstrecke. Genau um 11 Uhr erreichen wir die schwedisch-norwegische Grenze und diesmal sogar einen der besonderen Grenzsteine, nämlich den Rr 252. Das hat unmittelbare Auswirkungen: erstens gibt es ein Selfie und zweitens wird die Markierung schlagartig besser.
    Wie war denn die Wegfindung bis zum Grenzstein? Auf meiner ersten Tour, dürfte 2007 gewesen sein, war der Weg dort sehr undeutlich und auch recht sparsam markiert, so dass ich ihn immer wieder verloren habe. Auf meiner zweiten Tour habe ich dann gar nicht mehr lange nach Markierungen geschaut sondern bin einfach frei im Gelände gelaufen.
    Der Grenzstein liegt ja wenn ich mich recht erinnere etwas oberhalb des Wegs, oder führt die Wegspur jetzt direkt daran vorbei.
    Wird die Markierung mittlerweile direkt an der Grenze soviel besser? Bei meinem letzten Besuch war es erst kurz vor der Brücke soweit dass überall rote Punkte leuchteten.
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    Auf dem nächsten Bild sieht man schon den Abfluss des Noaidejávri bzw. See 718 in den Bovrojávri. Wer mit einer älteren Fjällkarte geht, wird hier versuchen, die Brücke zu finden – allerdings ist hier keine Brücke mehr. Die Brücke wurde zerstört und dann deutlich weiter westlich aufgebaut, man muss den Noajdetjåhkkå weiter umrunden, bis man die Engstelle zwischen dem Noaidejávri und dem See 718 erreicht und dort befindet sich dann auch die Brücke.
    Das müsste schon eine uralte Karte sein. Die Fundamente der Brücke zwischen den Rentierzäunen habe ich auch schon gesehen, aber die gibt es schon seit weit über 20 Jahren nicht mehr.
    Die angebliche Brücke die für Verwirrung gesorgt hat befand sich auf einer Auflage der schwedischen Fjällkarte (Die bei meiner letzten Tour aktuell gewesen wäre) zwischen dem See 718 und dem Bovrojavri. Zusammen mit den spärlichen Markierungen bis zur Brücke sorgte das bei einigen Wanderern dafür dass sie die Brücke nicht gefunden haben. Da ich mit meiner älteren Karte unterwegs war - und ja eh wusste wo die Brücke sein muss ist mir das nicht passiert...
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    Später auf der Tour hat uns jemand erzählt, dass die Bootspassage auch durch eine Brücke ersetzt werden soll, ich habe aber online bisher keine Bestätigung dafür gefunden.
    Das wage ich stark zu bezweifeln, denn es gab dort mal eine Brücke, die aber immer wieder durch Sturm und Eisschollen beschädigt wurde, so dass man sich irgendwann entschieden hat sie nicht wieder aufzubauen und stattdessen die Boote zu deponieren.

    Gruss
    Henning
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  11. Erfahren

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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #31
    Okay, einfachste Antwort zuerst: Brücke statt Boote, die Info stammt von einem Norweger, den wir getroffen haben; ab nächstem oder übernächsten Jahr sagte er, d.h. heuer oder nächstes Jahr. Aber wie ich schon sagte, ich habe online nichts entsprechendes gefunden, also unbestätigt.

    Bei den anderen Brücken reden wir eh vom selben, von 718 in Bovrojavri, die es nicht mehr gibt. Ich meine nicht die Gegend beim Rentierzaun.
    Die ist z.B. auch auf meiner liebsten PDF-Karte drauf http://w3.nolang.se/Kartor/Fjallkartan/Kartblad/BD7.jpg

    Der Weg verläuft sich manchmal, vor allem in der Gegend, wo es steiniger sind. Wir sind auch "nach Gefühl" gegangen. Der Karte nach steht der Grenzstein leicht über dem Weg, wir haben ihn halt angesteuert, weil wir eh keinen Weg hatten. Der Weg hinunter waren einige Steinmännchen, außerdem sieht man dann eh recht bald die Brücke, wenn man weiss, wo man nach der Brücke schauen muss zumindest.

    Und mit dem Wetter, da hatten wir tatsächlich viel Glück – vor allem der absolut ruhig liegende See mit den irren Spiegelungen, das war schon etwas besonderes. Aber wenn euch der Reisebericht zu schönwetterlastig ist – bitte noch um ein wenig Geduld
    Geändert von bourne (18.06.2019 um 22:51 Uhr)
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  12. Gerne im Forum

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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #32
    Ich möchte nur mal zwischendurch ganz kurz meinen Dank für diesen wunderbaren Bericht äußern und die fantastischen Bilder. Wie so manches Mal bei einem Reisebericht wünsche ich mir auch hier, ich könnte einen großformatigen Fotokakender erstellen.
    Freue mich sehr auf die Fortsetzung.

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    Avatar von blackteah
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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #33
    Mal wieder ein schöner Reisebericht mit fantastischen Bildern.

    Ich würde euch gerne mal irgendwo auf Tour begegnen. Ihr seht immer so glücklich und positiv aus

  14. AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #34
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    Bei den anderen Brücken reden wir eh vom selben, von 718 in Bovrojavri, die es nicht mehr gibt. Ich meine nicht die Gegend beim Rentierzaun.
    Die ist z.B. auch auf meiner liebsten PDF-Karte drauf http://w3.nolang.se/Kartor/Fjallkartan/Kartblad/BD7.jpg
    So ganz reden wir nicht vom Gleichen.
    Ja Bengt hat auch noch die Rasterdaten verwendet wie sie wohl für die Auflage 2012 (?) verwendet wurden, für die Auflage 2016 wurden dann neue Daten verwendet die aber AFAIR nie als Rasterdaten zum Download angeboten wurden.
    Die Korrektur der Brücke und ein paar anderer Abweichungen wurden (auch) auf Grund von Infos vorgenommen die ich an Lantmäteriet geschickt habe. Die falsche Position der Paurohytta habe ich damals vermutlich nicht erwähnt, nur dass die Baugebu neu auf der anderen Seite der Brücke stehe.
    Die Hauptsache die ich mit meiner ursprünglichen Bemerkung kommunizieren wollte ist:
    Die Brücke war NIE an der Stelle wo sie auf der Karte von 2012 und bei Bengt Nolang eingezeichnet ist. Sie war schon immer dort wo sie auf der aktuellen Karte eingezeichnet ist.
    Auf der Karte von 2006 ist der Wegverlauf korrekt eingezeichnet - wenn auch ohne Brücke - und ich bin dort wie geschrieben auch schon 2007 durchgelaufen.

    Gruss
    Henning
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  15. Erfahren

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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #35
    Zitat Zitat von blackteah Beitrag anzeigen
    Ich würde euch gerne mal irgendwo auf Tour begegnen. Ihr seht immer so glücklich und positiv aus
    (wenn wir nicht grad im Sumpf stecken zumindest )

    Wir freuen uns immer, wenn wir auf Tour Leute aus dem Forum treffen – ihr solltet uns dann ja eh leicht erkennen


    @Henning: Jetzt verstehe ich Dich endlich, auf die Idee, dass da niemals eine Brücke war, bin ich natürlich nicht gekommen. Die Baugebu ist mir auch aufgefallen. Bei der Paurohytta wundert es mich schon, wie man es schafft, mehrere Hütten falsch einzuzeichnen. Oder gab es dort früher alte Hütten?
    Geändert von bourne (20.06.2019 um 14:24 Uhr)
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    Avatar von andrea2
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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #36
    Was für wunderschöne Bilder. Der spiegelblanke See hat schon was. Man kann ja kaum erkennen, dass dort Wasser ist. Es wirkt ganz anders als ich die Gegend in Erinnerung hatte.

    Uns ging es im letzten Jahr einmal so, dass wir morgens aus dem Zelt schauten und einen See, der am Abend noch da war nicht mehr erkennen konnten. Wir haben uns ernsthaft Gedanken gemacht, ob es da einen Bergsturz gab, zumal in der Nacht etwas polterte. Erst als ein bisschen Wind aufkam, war der See auf einmal wieder da.

    Für die Brücke war das Wetter perfekt. Uns hat es da fast runter geblasen. Da hat Elisabeth Glück gehabt.

    Zitat Zitat von andrea2 Beitrag anzeigen
    Ich bin an der Reihe. Hab ich schon mal geschrieben, dass ich nicht schwindelfrei bin? Leiter und das Betreten der Brücke geht ja noch und auch die ersten Schritte, aber ab der Mitte ist die Brücke ziemlich schief, da wird es richtig ungemütlich. Die Seile an der Seite sind viel zu tief, dazu der Sturm. Ich taste mich von Pfosten zu Pfosten, nach jeder Sturmböe warte ich bis die Brücke nicht mehr so stark schwankt, dann geht es wieder ein Stück weiter. Dann nur noch umdrehen und die Leiter runter. Geschafft!! Mein armer Mann muss nun noch einmal zurück um Rucksack und Stecken zu holen. Wäre Benny mit mir alleine unterwegs, wäre hier wohl Schluss gewesen.
    Wir sind die Strecke vor zwei Jahren nach der norwegischen Rájdebálges (Gränleden) Karte und der schwedischen Calazo gegangen. Da ist auch einiges nicht ganz richtig, aber zumindest die Paurohütten waren an der richtigen Stelle eingezeichnet. Die oft erwähnte, nicht vorhandene Brücke und die Baugebu auf der falschen Seite hatten wir auch.

    Ich meine mich zu erinnern, dass der markierte Weg ziemlich direkt am Grenzstein vorbei geht, allerdings hatten wir ja auch lange gesucht, bis wir den Weg fanden. Ab dem Grenzstein, war die Markierung besser, bzw. der Weg deutlicher ausgetreten.

    Ich hab gerade noch mal meine Bilder angesehen. Wahnsinn wie viel Schnee wir vor zwei Jahren hatten, bei euch war alles weg.

    Zitat Zitat von andrea2 Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen

    Pauro Port
    OT: Zu euerm Bekannten Lothar,
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    Er ist zwar gut ausgerüstet inklusive Satellitentelefon, hat aber leider kein GPS dabei und die Karte allein reicht ihm nicht. Die einstündige Odyssee eben war wohl nicht grad hilfreich und er beschließt, an dieser Stelle umzukehren, er hat kein gutes Gefühl mehr weiterzugehen.
    Bitte nicht gleich steinigen, aber ganz ehrlich finde ich es ein bisschen grenzwertig, wenn man mit einer guten Karte nicht zurechtkommt. Aber wahrscheinlich sind wir da auch einfach zu old shool .


    Ein toller Bericht ich freu mich auf die Fortsetzung.

  17. Erfahren

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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #37
    Gleich mal zu Beginn ein großes Danke an Dich – Dein Reisebericht hat uns überhaupt erst auf die Idee zu unserer Tour gebracht!

    Dein Bild vs. unser Bild – das ist wirklich ein Wahnsinn, wie unterschiedlich die gleiche Szene doch wirkt.

    Für die Brücken hätte ich noch einen Backup-Plan, wenn es Elisabeth einmal zu wackelig wird: ich trag das Zeug trocken über die Brücke und Elisabeth schwimmt durch
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  18. AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #38
    Auf die Gefahr hin dass es jetzt sehr OT wird.
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    @Henning: Jetzt verstehe ich Dich endlich, auf die Idee, dass da niemals eine Brücke war, bin ich natürlich nicht gekommen. Die Baugebu ist mir auch aufgefallen. Bei der Paurohytta wundert es mich schon, wie man es schafft, mehrere Hütten falsch einzuzeichnen. Oder gab es dort früher alte Hütten?
    Baugebu:
    Das ist ohne die Geschichte zu kennen etwas verwirrend.
    Die war in den Kartendaten die Bengt Nolang verwendet hat eigentlich korrekt eingezeichnet aber eben nur eigentlich denn die Hütte stand zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich gar nicht mehr.
    Die alte Baugebu (War vom gleichen Typ wie die Hütte im Oallevagge) wurde 2014 von einer Lawine weggerissen und 2016 durch eine neue Hütte ersetzt, die dann aber auf der anderen Flussseite errichtet wurde.

    Pauro:
    Hier kann ich nur spekulieren.
    Die heutigen Hütten sind die ersten Hütten (Seit den 1980er-Jahren) an dieser Stelle, es kann also nicht sein dass die Position einer alten Hütte übernommen wurde.
    Peter Bickel schreibt in seinem Buch "Nordskandinavien - Der Wanderführer" (1. Auflage 2000) zur Paurohütte:
    Nach drei Kilometern am Bovroufer entlang stehe ich endlich vor den noch recht neuen Hütten, die in der Bucht nahe einer weit in den See ragenden Halbinsel ein geschütztes Plätzchen gefunden haben. Abermals stimmt die Lage der Hütten in der Karte nicht mit der tatsächlichen Position überein.
    Von daher vermute ich dass die Norweger die Hütten eine Zeit lang falsch in den Karten eingezeichnet hatten und die Schweden einfach diese Position übernommen haben.

    Gruss
    Henning
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  19. Erfahren

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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #39
    Wirklich schön geschriebener Bericht und tolle Fotos ! Bei mir geht's auch dieses Jahr wieder ins norwegisch/schwedische Grenzgebiet. Euer Bericht steigert die Vorfreude. Bin gespannt, wie es weiter geht!

  20. Erfahren

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    AW: [NO/SE] Gränsleden – Nordkalottleden – Narvikfjell (Ritsem – Riksgränsen)

    #40


    TAG 7: PAURO – BAUGEVATNET
    ON THIS NIGHT OF A THOUSAND STARS
    BY ELISABETH
    Original mit hochauflösenden Bildern auf Lustwandler.at

    Nach einer sehr angenehmen Nacht in der Hütte gehts nach Frühstück und Hütteputzen um 9 Uhr los. Das Wetter ist wieder sonnig und warm und das herbstliche Fjäll strahlt mit uns um die Wette. Ein letzter Blick zurück auf die Hütten in Pauro.


    Bovrojávri mit dem Gihccejiekna im Hintergrund, rechts die Hütten von Pauro

    Auf dem Weg sehen wir auch ein paar Schneehühner, die überhaupt nicht scheu sind. Sie sitzen ganz still da und wenn man sie nicht zufällig entdeckt, bemerkt man sie gar nicht.

    Wikipedia meint dazu: "Alpenschneehühner verlassen sich auf ihre hervorragende Tarnung. Wenn Wanderer sich nähern, bleiben sie so lange sitzen, bis man fast auf sie tritt, um dann mit lautem Flügelburren aufzufliegen." Bei uns hatten sie anscheinend keine Angst, dass wir gleich auf sie draufsteigen.


    Alpenschneehühner (Lagopus muta)

    In den ersten drei Stunden kommen wir gut voran, der Weg ist leicht, es geht stetig bergauf – mal steinig und mal feucht. Von oben genießen wir den grandiosen Blick auf die Seen und die Bergkulisse.


    Markus


    Markus


    Noajdetjåhkkå


    Wir zwei


    Bovrojávri umrahmt von Noajdetjåhkkå, Gihccejiekna und dem Paurofjellet (von links nach rechts)
    Unsere Panoramen haben eine Auflösung von 20.000-30.000 Pixel und können nur am Blog ganz gesehen werden: https://lustwandler.at/2019/06/22/tag-7-pauro-baugevatnet/


    Bovrojávri umrahmt von Noajdetjåhkkå, Gihccejiekna und dem Paurofjellet (von links nach rechts)
    Unsere Panoramen haben eine Auflösung von 20.000-30.000 Pixel und können nur am Blog ganz gesehen werden: https://lustwandler.at/2019/06/22/tag-7-pauro-baugevatnet/

    Der Abstieg ist steinig und teilweise recht matschig aber einfach und gut zu gehen.


    Markus


    Markus


    Elisabeth


    Blick nach Norden, man sieht den Muohkiris, der am Sitasjaure liegt (der Sitasjaure ist zu tief und nicht sichtbar)


    Elisabeth mit Blick auf See 733


    Entlang des Abflusses des Baugevatnet zur Hängebrücke

    Entlang des Abflusses des Baugevatnet geht es weiter bis zur nächsten Brücke, die wieder aus der Modellreihe "Nur-für-Helden" stammt. Auf den ersten Blick scheint sie nicht so wild zu sein, aber: Die Brücke schwingt wie die Hölle und statt eines fixen, breiten Geländers, das noch einen Schein an Sicherheit geben könnte, befinden sich dünne, ebenfalls mitschwingende Drähte als einzige Möglichkeit zum Festhalten. Markus geht also wieder drei Mal hin und retour, mal mit seinem Rucksack, mal mit mir und schließlich noch mit meinem Rucksack. Ich möchte jetzt nicht den Anschein erwecken, dass die Brücken gemeingefährlich sind. Sie sind schon begehbar, aber für Menschen mit Höhenangst sind sie eine absolute Herausforderung.


    Entlang des Abflusses des Baugevatnet zur Hängebrücke


    Entlang des Abflusses des Baugevatnet zur Hängebrücke


    Hängebrücke über den Abfluss des Baugevatnet


    Hängebrücke über den Abfluss des Baugevatnet

    Auf der anderen Seite der Brücke befindet sich eine Nothütte – versperrt, aber unser Hüttenschlüssel passt. Wir setzen uns vor die Hütte, essen einen Snack und überlegen uns, gleich hier zu bleiben und in der Hütte zu übernachten. 9 km haben wir hinter uns, 13 km liegen bis Sitas noch vor uns. Aber bei dem schönen Wetter einfach blau machen und mit etwas Pech dann morgen im Regen die nächste Etappe bestreiten? Wir gehen auf Nummer sicher und eben noch ein Stück weiter.


    Baugebu (Nothütte für 2 Personen)

    Nun geht es auf einem schmalen Pfad am Hang entlang des Sees dahin. Der Weg ist durch die Hanglage immer wieder etwas geneigt und mit gemeinen Stolperfallen namens Felsen versehen.


    Baugevatnet


    Baugevatnet

    Bevor unser Weg nun auf den Hang hinaufgeht, beschließen wir, hier unten am See zu zelten. Nun sind wir zwar nur etwa 3 Kilometer von der Nothütte entfernt, aber immerhin – und hier am See ist es einfach sooo schön! Wir holen unsere Waschsachen und gehen runter an den See. Markus geht sogar in den See und schwimmt ein paar Tempi, mir reicht es, mich am Ufer zu waschen und die Füße abzukühlen. Dann legen wir uns in die Sonne und genießen die Wärme und das Leben.

    Später bauen wir unser Zelt auf, setzen uns noch draußen hin. Und wieder: sobald die Sonne hinter den Bergen verschwindet, wird es kalt. Wir essen noch draußen, in unsere Daunenjacken verpackt, machen ein paar Antaraübungen zum Lockern der Schulter- und Rückenmuskulatur und verschwinden bald im Zelt.


    Abendstimmung im Baugevatnet

    Wir stellen den Wecker auf 1 Uhr – in der Hoffnung, wieder Nordlichter zu sehen. Und tatsächlich sehen wir wieder leichte Nordlichter. Was aber noch beeindruckender ist, ist der Sternenhimmel in dieser Nacht. Unzählige Sterne über uns und so nah, dass man denkt, man müsse nur die Hand ausstrecken um sie zu berühren.

    Bis 2:30 Uhr sind wir auf, machen Fotos und schauen in den Himmel. Die folgende Aufnahme besteht aus mehreren Einzelaufnahmen, die ein befreundeter Hobbyastronom zu einem Gesamtbild gestackt hat.

    Ebenfalls mit astronomischer Unterstützung gibt es ein zweites Bild, indem ein Sternbild eingezeichnet ist und zwar der Schwan, lat. Cygnus. Aufgrund seiner zwei hellen Sternreihen wird er auch als das Kreuz des Nordens bezeichnet. Das Sternbild zeigt einen fliegenden Schwan mit einem langgestreckten Hals und zwei nach hinten gewinkelten Flügeln. In der griechischen Mythologie verkörpert der Schwan den Gott Zeus, der in dieser Gestalt – unerkannt – Frauen nachstellt. Mehr zum Sternbild findet ihr auf [wiki href="https://de.wikipedia.org/wiki/Schwan_(Sternbild)"]. Ebenfalls eingezeichnet ist die Leier mit dessen hellem Hauptstern, der Wega, dem hellsten Stern in der nördlichen Hemisphäre.


    Milchstraße und Aurora Borealis am Baugevatnet


    Astro_nordlicht_benannt

    Nun kommen noch zwei Einzelbelichtungen. Im Vergleich zur gestackten Aufnahme seht ihr, welche Fülle an Sternen durch diese Methode sichtbar werden!


    Milchstraße, Sternschnuppen und Aurora Borealis am Baugevatnet


    Zelten unterm Sternenhimmel (Baugevatnet)
    Geändert von bourne (23.06.2019 um 12:30 Uhr)
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