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  1. Anfänger im Forum

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    [CA] Great Divide Kanada Campgrounds reservieren?

    #1
    Hallo ihr lieben!

    Es geht um die backcountry campgrounds in Westkanada.

    Ich hatte immer im Hinterkopf (aus diversen Reiseberichten), dass es ein "annual backcountry permit" für um die $68 gibt, mit dem man ein ganzes Jahr sämtliche backcountry campgrounds von „Parks Canada“ benutzen kann.
    Nun habe ich das besagte Permit online nicht gefunden und angefangen zu suchen.
    Gefunden habe ich eine Mitteilung von Ende 2018, dass es ab diesem Jahr 2019 dieses Permit nicht mehr gibt.

    Es muss somit jede Übernachtung auf einem Campground einzeln bezahlt werden. Und dazu muss man diese reservieren und vorab bezahlen.
    Zuerst dachte ich „das ist nicht denen ihr Ernst!?“, aber scheinbar ist es das.

    Wisst ihr darüber näheres? Angeblich soll es das Jahrespermit im Kluane-NP noch geben, aber eben nicht online zu beziehen.

    Wir sind im September 4 Wochen mit Rucksack und Zelt unterwegs. Los geht’s in der Nähe der Kananaskis Lakes und dann nach Norden Richtung Jasper. Also durch die Nationalparks Kootenay, Banff, Yoho und Jasper, dabei streifen wir noch ein paar Provincial Parks.

    Muss ich wirklich alle Campgrounds vorher reservieren? Das geht doch bei einer 4-wöchigen Tour gar nicht! Wie stellen die sich das denn vor?
    Wie werden die Campgrounds (überhaupt) kontrolliert?
    War von euch schon mal jemand dort und wie habt ihr das gehandhabt?

    Ich freue mich sehr auf eure Unterstützung!
    Nadine
    Geändert von Bikerbabe (08.05.2019 um 13:14 Uhr)

  2. Fuchs

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    AW: [CA] Great Divide Kanada Campgrounds reservieren?

    #2
    Ja, das backcountry permit ist abgeschafft (es hat nicht von Reservierungen entbunden). Ob da mehr Einnahmen oder die Tatsache, dass Leute buchen und dann nicht auftauchen, eine größere Rolle gespielt hat, weiß ich nicht.

    Die GDTA tut so, als wäre der Great Divide Trail das logische nächste Ding nach den US-Trails. Abgestimmt haben sie das nicht mit den Nationalparks und ich glaube, derzeit weiß auch keiner, wie sich das entwickeln soll… fleißig weiter Werbung machen immer positive und vollendete Tatsachen schaffen… insofern: du hast das schon richtig erkannt, man stellt sich einen reservierten Plan vor. Mancher kriegt das auch hin. Kontrolliert wird nicht viel, vielleicht ändert sich das. Long-distance-hiker packen auch oft Strecken, die ausgebuchte Campsites überpringen bzw. umgehen. Mancher geht auch einfach so los – ich gehe davon aus, dass es demnächst mal einen „incident“ gibt. (letztendlich gab es die schon, redet man lieber nicht drüber, Dan und Tara haben ihren tollen Ursack mal zermatscht bekommen von einem Bär wenn ich nicht irre - wenn das noch ein paarmal passiert, hat man den Problembär)
    Geändert von Katun (08.05.2019 um 20:03 Uhr)

  3. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Great Divide Kanada Campgrounds reservieren?

    #3
    Zum Kluane NP kann ich nichts sagen, nur zu den Nationalparks in den kanadischen Rockies:

    Ja der annual backcountry pass ist leider abgeschafft. Aber auch mit dem Annual Pass musstest du dir für jede Tour ein Permit besorgen und hättest jede Campsite vorher buchen müssen. Das war aber gratis, da der Permitpreis schon mit der Jahrespass-Gebühr bezahlt wurde.
    Mit der Abschaffung des Annual Passes bleibt alles wie vorher, nur mit dem Unterschied daß sich jetzt für Langdistanzwanderer die Permitkosten ganz deutlich verteuert haben.

    Zitat Zitat von Bikerbabe Beitrag anzeigen
    Muss ich wirklich alle Campgrounds vorher reservieren? Das geht doch bei einer 4-wöchigen Tour gar nicht! Wie stellen die sich das denn vor?
    War von euch schon mal jemand dort und wie habt ihr das gehandhabt?
    Ich habe es 2010 folgendermaßen gemacht und das war zu der Zeit auch die übliche Vorgehensweise:
    -Für eine Langdistanztour machst du eine grobe Schätzung deiner Übernachtungsstellen und lässt dir das so in deinem Permit eintragen. Falls du weglose Strecken gehst, wo es keine Backcountrycampsites gibt, nennst du die Koordinaten deiner geplanten Wildcampstelle.
    Wenn du das Permit hast, gehst du ganz entspannt auf Tour, ohne dir Gedanken darüber zu machen ob du deinen vorgegebenen Plan einhalten kannst oder nicht.
    Begegnest du unterwegs einem Ranger, wird er dein Permit kontrollieren. Falls du dann im Zeitrückstand bist und dein Plan nicht einhalten konntest, sehen die Ranger das entspannt, solange du überhaupt ein Permit hast. Den Rangern ist auch klar daß es für Langdistanzwanderer schwierig ist einen genauen Plan für eine vier wöchige Tour zu machen. Der Ranger verständigt dann über Funk das NP-Hauptquartier und bucht dich für die verbleibenen Tage deiner Tour ohne Extrakosten auf anderen Campsites.

    Zitat Zitat von Bikerbabe Beitrag anzeigen
    Wie werden die Campgrounds (überhaupt) kontrolliert?
    Die Hauptrouten werden in unregelmäßigen Abständen von Rangern patrolliert.
    Im gesamten Sommer 2010 wurde bei mir zweimal das Permit kontrolliert.

    Seit der Abschaffung des Annual Passes gehen angeblich nicht wenige Leute einfach so los, ohne Permit, habe ich jedenfalls gehört.
    Geändert von berniehh (09.05.2019 um 09:47 Uhr)

  4. Anfänger im Forum

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    AW: [CA] Great Divide Kanada Campgrounds reservieren?

    #4
    Vielen Dank schonmal für die Infos. Also soll man sich (wie so oft) einfach nicht so verrückt machen lassen von den ganzen Vorgaben.

    Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist die Verwendung des Begriffs "permit".

    Für die von Parks Canada verwalteten NPs braucht man ja schonmal direkt eine Art Eintrittskarte. Wir hätten da gleich den "Parks Canada Discovery Pass" gekauft ($67,70). Gilt dann zwar für ein ganzes Jahr, lohnt sich aber sicher bei 4 Wochen.
    Für alle anderen Gebiete (zB Provincial Parks) braucht man anscheinend keine extra Eintrittskarte.

    Zitat Zitat von berniehh Beitrag anzeigen
    -Für eine Langdistanztour machst du eine grobe Schätzung deiner Übernachtungsstellen und lässt dir das so in deinem Permit eintragen. Falls du weglose Strecken gehst, wo es keine Backcountrycampsites gibt, nennst du die Koordinaten deiner geplanten Wildcampstelle.
    Wenn du das Permit hast, gehst du ganz entspannt auf Tour, ohne dir Gedanken darüber zu machen ob du deinen vorgegebenen Plan einhalten kannst oder nicht.
    Das ich a) einen Plan für die Tour habe ist klar.
    b) würde ich die Campgrounds die gehen online reservieren.

    Ist das dann sogleich das "permit"?
    Aber wie und wo lasse ich mir andere Übernachtungsstellen von meiner "geplanten Liste" in ein "permit" eintragen? Was ist in diesem Fall mit "permit" denn gemeint?
    Gibt es einen Unterschied zwischen der Buchung eines campground und eines permit im Sinne einer ich-darf-die-tour-überhaupt-machen-Genehmigung?

  5. Fuchs
    Avatar von berniehh
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    AW: [CA] Great Divide Kanada Campgrounds reservieren?

    #5
    Zitat Zitat von Bikerbabe Beitrag anzeigen
    Was ich noch nicht ganz verstanden habe ist die Verwendung des Begriffs "permit".
    Für die von Parks Canada verwalteten NPs braucht man ja schonmal direkt eine Art Eintrittskarte. Wir hätten da gleich den "Parks Canada Discovery Pass" gekauft ($67,70). Gilt dann zwar für ein ganzes Jahr, lohnt sich aber sicher bei 4 Wochen.
    Für alle anderen Gebiete (zB Provincial Parks) braucht man anscheinend keine extra Eintrittskarte.
    Hm, mir ist jetzt nicht klar ob du begriffen hast daß die normale Park-Eintrittskarte (=Discovery Pass) und das backcountry-permit (=zum trekken) zwei völlig unterschiedliche Dinge sind.
    Den Discovery Pass musst du vorzeigen wenn du mit dem Auto in den Park reinfährst.
    Wenn du beim trekken in der Wildnis einem Ranger begegnest kontrolliert er i.d.Regel nur dein Backcountry Permit, nicht den Discovery Pass.

    Zitat Zitat von Bikerbabe Beitrag anzeigen
    b) würde ich die Campgrounds die gehen online reservieren.

    Ist das dann sogleich das "permit"?
    Aber wie und wo lasse ich mir andere Übernachtungsstellen von meiner "geplanten Liste" in ein "permit" eintragen? Was ist in diesem Fall mit "permit" denn gemeint?
    Gibt es einen Unterschied zwischen der Buchung eines campground und eines permit im Sinne einer ich-darf-die-tour-überhaupt-machen-Genehmigung?
    Ein Permit ist eine Camperlaubnis in der Wildnis eines Nationalparks, also abseits von Straßen.
    Ich habe mir das Permit immer vor dem Trek persönlich in einem NP-Visitor Center ausstellen lassen. Dabei alle backcountry campsites genannt wo ich übernachten wollte, plus meine geplanten Wildcampstellen. Das wurde alles tag-für-tag auf dem Papier (=Permit) eingetragen. Ob und wie du das auch online machen kannst, weiss ich nicht.
    Nur zum Wandern brauchst du kein Permit. Rein theoretisch bräuchtest du auch für einen längeren Trek kein Permit wenn du dich immer nahe der Nationalparkgrenze bewegst, so daß du bei einer Kontrolle stets behaupten kannst bis zum Abend (=zum campen) den Nationalpark wieder zu verlassen. Oder wenn du in einer gebührenpflichtigen Hütte übernachtest, die du vorher reserviert hast, brauchst du auch kein Permit. Für normale Frontcountry Campgrounds, also Campingplätze, die auch von Autos erreichbar sind, ist ebenfalls kein Permit erforderlich.

  6. Erfahren
    Avatar von Wildniswanderer
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    AW: [CA] Great Divide Kanada Campgrounds reservieren?

    #6
    Ich war im Sommer 2018 auf dem Great Divide Trail mit Varianten unterwegs, und habe darüber in meinem Blog geschrieben, auch wie ich mit der Permit- Situation umgegangen bin. Vielleicht ist das ja hilfreichl.

  7. Anfänger im Forum

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    AW: [CA] Great Divide Kanada Campgrounds reservieren?

    #7
    Hallo Wildniswanderer,
    leider habe ich beim Überfliegen deines verlinkten Blog-Beitrags keine hilfreichen Infos gefunden.
    Auch die Suche ergab 0 Treffer für Permit und 1 Treffer für Campground.
    Wenn andere von deinen Erfahrungen profitieren sollen, dann füge sie doch einfach hier in diesen Faden ein.
    Zudem gibt es, ich glaub seit 2019, einen Zwang zu Onlinereservierungen. Weiss nicht, ob es das bei dir auch schon gab.

    Nichtsdestotrotz danke ich dir für die Erinnerung, dass ich ja hier auch meine Erfahrungen aufschreiben wollte.

    Wir haben für die gesamte Dauer der geplanten Tour (3,5 Wochen) einen Ablaufplan erstellt samt aller täglich avisierter Campgrounds. Dabei haben wir auch mehrfach einen Campground zwei Nächte eingeplant, um eine Art Puffer zu haben.

    Für die ersten zwei Wochen bis nach Field haben wir die alle vorgebucht und gezwungener Maßen auch bezahlt. Für die nachfolgende Etappe wollten wir das von Field aus machen, hatte sich aber erledigt, da wir die Tour dort beendet haben.

    Für die Reservierung der ersten 14 Tage habe ich 3 verschiedene Accounts anlegen müssen:

    Alberta
    British Columbia
    Banff, Kootenay, Yoho

    Alle drei haben jetzt meine Kreditkartendaten, ohne die geht schonmal gar nix!

    Für Albertaparks braucht man zum Reservieren ein Autokennzeichnen. Da wir das nicht hatten, konnte ich die erste Nacht nicht buchen. Das habe ich vor Ort am Startpunkt im Peter Lougheed Visitor Centre nachgeholt. Ging dann aber auch nur, weil die Mitarbeiterin dort einfach das Nummernschild ihres eigenen Privatautos da eingetragen hat...
    Reisende ohne Auto sind im Buchungssystem scheinbar nicht vorgesehen, das kommt dann später nochmal zum Ausdruck.

    Wir sind dann also gestartet, und, wie sollte es anders sein, hat unsere Tour schon am zweiten Tag nicht mehr mit der geplanten überein gestimmt...
    Da wir allerdings Sept/Okt dort waren, war das nicht weiter schlimm. Die Campgrounds waren maximal zur Hälfte belegt, manchmal waren wir sogar allein. In der Hauptsaison will ich dort aber nicht unterwegs sein.

    Noch ein paar Worte zum Buchungssystem. Es gibt eine Reservierungspflicht. Ohne Reservierung darf man gar nicht loslaufen, da in den Nationalparks wildes Zelten verboten ist. Wenn ein Camp bereits ausgebucht ist, müsste man die Tour anders planen. Es ist also sehr ratsam, so früh wie möglich die Buchungen vorzunehmen!
    Ist man in der Hauptsaison unterwegs, ist der Starttermin des Buchungssystems im Januar auf jeden Fall im Hinterkopf zu behalten! 12 Stellflächen sind mancherorts schnell vergeben, vor allem wenn es übers Wochenende ist!

    Unterwegs gibt es häufiger Schilder mit den Reservierungsregeln, vor allem an den Campgrounds und dort, wo man die Parkgrenzen übertritt. Darauf sind lustigerweise Websites und Hotlines samt Bürozeiten vermerkt.
    Aber an keinem dieser Schilder hatten wir Handyempfang, nichtmal an den Trailheads. Also kann man zwischendurch die Reservierung auch nicht dem tatsächlichen Tourenverlauf anpassen.
    Am Anfang haben wir uns deswegen übelst einen Kopf gemacht (deutsch halt, muss alles seine Ordnung haben). Aber man stumpft da schnell ab. Was sollen die Ranger auch machen.

    App. Ranger: die haben wir genau ein mal getroffen, Ende September. Am Floe Lake war die patrol cabin besetzt. Die beiden Ranger-Frauen sollten zum Saisonende nochmal nach dem Rechten sehen und die Cabin winterfest machen. Die hat unsere veraltete Reservierung nicht gejuckt und sie haben auch keine Anstalten gemacht, für uns per Funk was umzubuchen.
    Das einzige was sie gesagt haben auf unsere Antwort woher/wohin: "ah, german, grazy people"

    Dazu muss ich noch loswerden, dass die beiden per Heli eingeflogen worden. Und am nächsten Tag sollten sie wieder per Heli abgeholt und zur nächsten patrol cabin geflogen werden. Und dann am übernächsten Tag wieder, und so weiter, bis alle cabins in dem Gebiet "besucht" waren.

    Bei der Buchung selbst bezahlt man pro Person pro Nacht. Zusätzlich bezahlt man pro Buchung eine Reservierungsgebühr von 11$. Somit bezahlt man in unserem Fall schon mal mindestens 33$ fürs reservieren, da die Buchung ja über drei verschiedene Platformen lief
    Tatsächlich haben wir sogar noch mehr bezahlt, da eine Etappe laut Buchungsportal nicht "machbar" war. Das System denkt nämlich mit und verhindert, dass man sich übernimmt indem man 2 Etappen an einem Tag laufen will. In dem Fall muss man einzeln buchen (das System sozusagen austricksen) und jeweils die 11$ zusätzlich bezahlen. Die kann man sich angeblich per Telefonanruf bei einer Hotline erstatten lassen, das hab ich aber nicht versucht, weil ich keine Lust hatte, die von irgendwas überzeugen zu müssen.
    Wenn das viele so sehen, ergibt sich natürlich für die Parks noch eine schöne Mehreinnahme.
    Theoretisch kann man auch per Hotline von unterwegs Änderungen an seinen Reservierungen vornehmen lassen, aber es gab ja nirgendwo Empfang. War auch besser so, denn das hätte auch nochmal 11$ Aufwandspauschale gekostet.

    Mein persönliches Fazit für diese Gegend: geile Tour, geile Landschaft, aber die Organisation war ein Graus, sodass mir die Vorfreude bei der Planung teilweise vergangen ist. Ich plane sonst sehr gerne Touren, deswegen fand ich das sehr schade.
    Geändert von Bikerbabe (20.01.2020 um 12:09 Uhr)

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