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    [NO/SE] Ich will nach Hause: Narvikfjell mit Hindernissen

    #1
    Mitreisende: Senja
    Wanderung mit vielen Hindernissen von Sitasjaure/Narvikfjäll über Pauro und Roysvatn an den Gränsleden, Ritsem

    Zwei nicht mehr taufrische Mädels mit Gebrechen am Rande des Nervenzusammenbruchs





    Wir -Anja und Tanja, eine Tatsache, die immer wieder für Heiterkeit sorgt, weil es viele an Hanni und Nanni erinnern) sind in diesem Jahr zum ersten Mal nach Narvik/Harstad geflogen. Dass das nicht unser bevorzugter Flughafen wird, war uns spätestens klar, als wir erstmal 90 Minuten Bus fahren mussten bis Narvik. So kamen wir erst um 19 Uhr am Hotel an und haben uns trotz Müdigkeit wach gehalten- endlich mal die Mitternachtssonne sehen...Sonst sind wir ja immer zu spät im Jahr. Also sind wir um 11 nochmal auf den Berg gefahren und haben ein mitternächtliches Bier getrunken... Leider fährt die Bahn nur bis 1.... nach einem Luxusbier für 10 Euro waren wir dann aber doch ziemlich aufgedreht und konnten ewig nicht einschlafen- was sich am nächsten Tag rächen wird...


    Mitternachtssonne
    und hier wollen wir hin:


    Der nächste Morgen lässt uns entspannt den Tag angehen. Wir besorgen noch schnell Spiritus für den Kocher und einige Kleinigkeiten, dann rufen wir ein Taxi. Denn in das Tal, in dem wir starten wollen, fährt im Sommer kein Bus. Uns ist klar, dass das kein billiges Vergnügen sein wird, aber was bleibt uns übrig? Der Taxifahrer ist zunächst jedenfalls irritiert, Sitas kennt er nicht. Die Taxiuhr rödelt und die Laune des Herrn steigt. Immer höher hinauf geht es. Das Ganze ende damit, dass er anhält und Fotos mit seinem Handy macht, weil er noch nie da war… Und außerdem hält er die Taxiuhr an… Zum Glück, denn es geht noch fast 20 Minuten in die norwegische Bergwelt hinein, bis wir den Schlagbaum erreichen. Hier ist Schluss.




    Aber noch ist eine gut ausgebaute Straße zu sehen, auf der wir sehr gut vorankommen. In Sitas wollen wir aber nicht bleiben, das Wetter ist bombig und wir wollen schon ein Stück in Richtung Pauro weiterkommen. Also weiter auf der Straße, dann biegt der Nordkalott ab und es geht erstmal stramm bergauf. Das Gewicht und unser beklagenswerter Gesamtzustand tun ihr übriges, oben weht ein arg kalter Wind und wir beschließen, gleich am Bach das Zelt aufzustellen. Die ganze Nacht windet es ordentlich. Kein Mensch zu sehen... Eigentlich schön.




    Am zweiten Wandertag wird uns schon klar: In unserem Schildkrötenmodus sind die gesetzten Ziele nicht zu erreichen. Der Rucksack ist zu schwer, das Essen für 9 Tage, das Zelt und der ganze nötige Kram haben die Kilos anwachsen lassen. Dazu sind wir in einem desolaten Zustand, zuviel Couch im Vorfeld... Leider aufgrund von Krankheiten oft gezwungenermaßen. Nun stehen wir hier und genießen- immer, wenn wir nicht laufen:-) Die Landschaft ist norwegisch robust- das kennen wir eigentlich, aber der Weg ist kaum markiert und immer wieder müssen wir ein Stück zurück. Und wir stoßen auf dem ersten Schnee. Bei der Hitze ja willkommen...




    [Bis zum Ende des Sees wollen wir kommen....

    Wandern im Schildkrötenmodus, gefühlt machten wir mehr Pausen als dass wir laufen. Zu allem Überfluss schwill mein Fuß an diesem Abend auf die doppelte Breite an. Ich hatte mir ein paar Tage zuvor einen tiefen Schnitt zugezogen und offensichtlich hatte sich was entzündet. Wir stehen schon am 2. Tag vor der Frage, ob wir nicht besser aufgeben. Aber das Wetter ist so schön und die Gegend auch.... Wir werden unsere Wanderung tapfer durchziehen, auch wenn ich das Gefühl habe, auf rohem Fleisch zu gehen,. Spaß macht das nicht gerade, aber immer, wenn wir eine Pause machen, kann ich es genießen und dann ist auch alles gut. Und ich bin ja Meisterin im Verdrängen.....
    und zur Not gibt es 2 Tage weiter noch einen Seitenausstieg. Und da wir unser Ziel, die Hütte nicht erreichen, suchen wir uns wenigstens einen wunderschönen Zeltplatz:





    3. Wandertag- Auf nach Pauro
    Irgendwie stimmt hier was nicht.....
    Nach der Nacht mit Aussicht geht es auf nach Pauro- Immerhin eine Hütte.
    Zunächst aber Erreichen wir den Windschutz am Auslauf des Sees und treffen zum ersten Mal auf ein norwegisches Paar, die einzigen Menschen weit und breit. Sie haben in der Hütte geschlafen und kommen von Pauro. Sie erzählen dass in Pauro zwei Schweden und zwei Sami sein werden. Ein bisschen beruhigt mich das mit meinem dicken Fuß, falls was sein sollte..... Mit offenem Stiefel läuft es sich so lala, die ich eiere auf der Kante herum, dann geht es ….







    Laut Karte von 2016, eine neuere gibt es nicht, geht der Weg am Ufer eines Sees um den Berg herum.



    Hier finden sich viele Markierungen und den folgen wir natürlich. Allerdings sind wir irritiert, wir können uns einfach nicht lokalisieren. Was ist das nur für ein kleiner See?

    Und dann geht es immer höher und uns ist klar, dass wir nicht auf 650 Höhenmeter sind. Zwischen Geröll und Schnee führt der neue Weg direkt über den Berg. Keiner wusste was davon, wie wir in Pauro erfahren werden. Norwegische Überraschungstaktik.



    Der Blick nach Pauro- der Aufstieg hat sich gelohnt

    Nach dem beschwerlichen Aufstieg die Belohnung: Nun wissen wir, warum die Norweger es besser fanden, über den Berg zu gehen. Der Blick ist der Hammer. Links der große Gletscher, am rechten Ufer liegen die Hütten von Pauro. Wenn man genau hinsieht, entdeckt man auch die Ruderstelle, die schmale Passage zwischen den Landzungen gilt es zu durchrudern. Und in Höhe der Landzungen liegen auch die Hütten. Also erstmal runter an den See und dann am Ufer entlang...
    In den Hütten sollen die zwei Schweden sein. Und auch zwei Sami sollen dort mit Hund wohnen, um die Rentiere zu kontrollieren. Menschen- gleich so viele... haben wir bisher ansonsten keine gesehen.... Das haben uns 2 weitere entgegenkommende Wanderer erzählt- Für uns wird es noch eine mühsame Tour... es ist gemein, wenn man die Hütten schon sieht und dann noch scheinbar ewig laufen muss...


    Müde erreichen wir am Abend dann


    Pauro
    Endlich an den Hütten angekommen. In der einen Hütten wohnen zwei Sami mit einem putzigen kleinen Welpen, der sich gleich auf uns stürzt. Die beiden tragen die traditionellen Karohemden und kennen sich genausowenig in der Gegend aus wie wir. Kein Wunder, angereist sind die mit dem Hubschrauber und werden auch wieder abgeholt. Irgendwie ernüchternd...
    In der anderen Hütte treffen wir auf Eva und Peter, das schwedische Ehepaar. Nett sind die beiden und wolllen auch weiter nach Roysvatn. Sie erzählen uns, dass bald noch jemand kommen wird, den sie seit über einer Stunde an der Ruderstelle beobachtet haben und der wohl massive Probleme hatte, die Boote unter Kontrolle zu bekommen. Uns macht das gleich wieder Sorgen.
    Als der junge Mann dann an den Hütten ankommt, stürzt Eva sofort heraus, um das mal abzuklären. Als sie wiederkommt, lacht sie sich tot. Der junge Mann ist ein Holländer und hat noch nie ein Ruderboot benutzt. Er kannte nur Kanufahren und hat versucht, mit einem Ruder klarzukommen. ging bei der Strömung nicht. Getoppt wird der ja nur noch von dem sagenumworbenen Freak, den wir nur von weiten gesehen haben, der mit 60 kg Essen gestartet war, um unabhängig für mehrere Wochen zu sein. NUn hat er alles aufgegessen und ernährt sich von irgendwelchen Astronauten - Energiepulvern. Man trifft da oben ja echt wenige Menschen, bei uns waren es 7, wenn man die Sami mitrechnet, und da sind immer wieder Leute dabei, über die man sich nur wundern kann. Ich erinnere mich auch mal an einen mit Gitarre. Da dies Jahr damals ein Regenjahr war, hat die Gitarre das wohl eher nicht überlebt.
    Am Abend liegt der See ganz ruhig, also schnell nochmal raus. Und dann weiß man, dass es sich doch lohnt, weiterzugehen.



    Der vierte Wandertag- Pauro Richtung Roysvatn
    Es stellt sich die Frage: Um den See wie geplant oder doch tapfer rudern? Können wir nicht, was ein Holländer kann?

    Trotz eines feuerroten Fußes und einer interessanten blauen Ring am Bein, wo der Schuhrand gedrückt hat, beschließe ich, doch weiterzugehen. Ich habe immer Penizillin dabei und auch Antibiotikum, ich entschließe mich, Penicillin einzunehmen und zu beten. Zurück würde ja fast genauso lange dauern und von Sitas kommt man ja auch nicht weg:-( Trotzdem wollen wir aber die Abkürzung nehmen, doch nach Roysvatn laufen, 27 km Abenteuerstrecke liegen vor uns. Die Ruderstrecke, so die einhellige Meinung, ist kein Problem. Die nachfolgende Brücke wurde uns allerdings als Horror geschildert... Und markiert die die Route mit schwarz..... Warum, das finden wir in den nächsten zwei Tagen heraus.
    Also trotten wir mit Magengrummeln zu der Ruderstrecke:

    Blick zurück nach Pauro





    Mit dem Rudern tun wir uns mittelschwer. Da nur 2 Boote da sind und diese auch recht klein, muss man insgesamt dreimal rudern. Hin, ein Boot ins Schlepp und zurück, und dann wieder zurück mit nur einem Boot. Irgendwie sehe ich uns da schon drinliegen, mitsamt unseren Rucksäcken am Seegrund. Weit ist es nicht, wie ihr seht, die Strömung und der Wind sind aber schon recht stark, denn hier ist die einzige Stelle, an der der große obere See in den unteren Teil abläuft. Wir entscheiden uns, nur einen Rucksack hinüberzutransportieren und rudern los... die erste Runde geht prima, nach wenigen Minuten kommen wir an und können meinen Rucksack sicher an Land bringen. Nun heißt es, das zweite Boot in Schlepp zu nehmen. Die Ablegestelle auf der anderen Seite ist voll der Strömung ausgesetzt und wir stellen uns echt an wie die Deppen, fast kentern wir beim Aussteigen. Das wäre ja ne schöne Blamage geworden, schlimmer noch als der Hollandkanute.... Doch dann ist es geschafft, beide Boote sind fest vertäut und der erste Adrenalinschub für den Tag erledigt. Wir schleichen uns also gen Brücke... Die Norweger haben ja eine Vorliebe für Indiana Jones Erlebnisse und so sind wir echt gespannt.....



    Liebe Norweger!
    Jaja, wir wissen, ihr seid hart im Nehmen und Abenteuer gehören zum Wandern einfach dazu. Darum gibt es ja eigentlich in NO auch kaum Brücken (im Gegensatz zu Schweden), sondern man muss sich durchs Wasser kämpfen. Aber wenn ihr schon eine Brücke hinstellt, muss es dann auch so ein Herzkasperteil sein?


    Eigentlich sah die Brücke ganz normal aus, abgesehen davon, dass sie nach links gekippt war. Daher bin ich auch recht unbekümmert darauf.. erster Schritt, die Brücke kippt nach rechts. OHA. Im Gänseschritt taste ich mich voran. Unten tobt der Fluss, nee da will ich nicht reinfallen. Man muss sich extrem nach rechts beugen, um überhaupt das Gleichgewicht halten zu können. Zum Glück machen wir uns keine Gedanken, warum die Brücke so hängt. Wir werden es später von unseren Schweden erfahren und ich sage nur: Selig sind die Unwissenden. Ich komme heil darüber und schreie Anja erstmal Anweisungen zu. Im Gegensatz zu mir liebt sie ja Hochseilgärten.. ich bin nicht mal schwindelfrei. Aber sie hat auch so ihre Probleme, wie man sieht. Bravo, 2 Uhr mittags und schon 5 km geschafft....


    Auf der Karte kündigt sich schon die nächste Brücke an, aber die wird in Schweden sein, wir sind schließlich im Grenzgebiet und schreiten fröhlich Richtung Grenze. Schweden bauen andere Brücken, das wissen wir...
    Peter erzählt uns dann man nächsten Abend, dass die linke Seite der Brücke nur noch an einem statt drei Seilen hing und dass der Bolzen dieses Seils schon halb herausragte. Sobald er herausgelaufen war, hat er wohl in Narvik angerufen. Ich hoffe nur, die Brücke hat bislang gehalten.








    Die Brücke liegt hinter uns und es folgt ein extrem nerviges Stück am Nordhang eines Berges. Nordhänge sind nicht unsere Favoriten, oft liegt hier noch Schnee, oft sind sie sehr steinig und in einigen der wenigen Reiseberichte, die es zu dieser Stecke in den Outdoorforen gibt, steht, dass es eine einzige Suche nach dem Weg war- Recht hat der Autor damit. Unsere Karte bietet da auch nur wenig Hinweise, da wir ja nun wissen, dass sie nicht mehr so ganz aktuell ist. So staksen wir über Geröll und Felsen, immer bergauf und bergab. Oft sind wir zu hoch und sehen unterhalb von uns den Weg. Ein einziges Hin und Her! Wir laufen nun quasi den See von Pauro wieder zurück, nur eben am anderen Ufer. Eigentlich wollen wir am liebsten schon wieder Pause machen, aber wir sind fest entschlossen, es bis zur schwedischen Grenze zu schaffen. Irgendwann muss der Grenzstein ja kommen....




    Und endlich, zwei Stunden später haben wir ihn erreicht. Und mit der Überschreitung des Grenzgebietes fallen nun auch die sporadischen Markierungen ganz weg. Die Schweden haben wohl keine Lust darauf, den Weg- immerhin ein Teil des Nordkalottleden, eines Fernwanderwegs, zu markieren, und die Norweger sehen es auch nicht als ihre Aufgabe an...





    Ab und zu sieht man Spuren- ob von Rentieren oder ob es der Weg ist... keine Ahnung. Wir wollen wenigstens bis zur Watstelle noch kommen, um nicht gleich am nächsten Tag wieder Stress zu haben und watscheln tapfer weiter. Wenigstens die Seen bieten eine gute Orientierung, der tolle Fluss, der den Hang hinunterkommt, ist nicht mal auf der Karte eingezeichnet. Unverschämt, dafür haben wir extra die neueste Karte gekauft.
    Auch wenn es auf dem Foto nicht so aussieht, es ist verdammt warm, sicherlich 24 Grad und stickig. Auch das macht die Sache nicht unbedingt besser.
    wir schnecken uns voran, Meter für Meter.


    Hier waren es nur dicke Wolken über dem See. Wir beschließen, noch weiterzugehen zur Watstelle, um am nächsten Tag einen Kilometer weniger laufen zu müssen. Dass wir dafür eineinhalb Stunden brauchen, wissen wir ja nicht. Denn Sami haben einfach einen Zaun gezogen. Normalerweise gibt es einen Übersteig. Hier nicht. Ein 2 m hoher Drahtzaun, auf der anderen Seite das Wanderzeichen. Irritiert schauen wir uns an. Was ist denn das nun schon wieder? Wir laufen Zaun hoch und runter.... nach einer Weile entdecken wir eine Art Durchschlupf unter dem Zaun. Da sind wohl schon andre durch. Also robben wir uns wie bei der Bundeswehr unter dem Zaun durch. Anjas Kommentar: "Also jetzt wird es aber ganz abstrus hier", gepaart mit dem Bild, wie sie unter dem Zaun durchkugelt, bringt mich dermaßen zum Lachen, dass wir erstmal nicht weiter können.


    Die Watstelle ist schnell erreicht. Auch hier das Übliche: Hoch- und runterrennen und schauen, wo es geht, ohne dass man total nasse Schuhe hat. Meine nagelneuen Wanderschuhe erweisen sich als Segen. Erstens passt der Fuß noch rein und zweitens sind die richtig hoch und dicht- Die ganze Wanderung habe ich keine nassen Füße....



    Als wir unser Zelt aufgestellt haben, reicht die Kraft gerade noch für ein Turmat, wovon wir nur eines mitgenommen haben, mehr Energie bringen wir um 9 Uhr abends nicht mehr auf.

    4. Tag_ Roysvatn….

    Die Sonne knallt, es wird wieder warm . Mein Bein ist etwas dünner, der SChuh bleibt weiterhin offen, die Farbe wird aber dunkler, was mir zunehmend Sorgen macht. Das Gefühl, auf rohem Fleisch zu gehen, macht die Sache auch nicht besser. Der Zaun begleitet uns nun und durchschneidet mehrmals noch den Pfad. Inzwischen haben wir haben wir herausgefunden, dass man den leicht aushängen kann..... Wenigstens dieses Kriechen bleibt uns erspart. Es geht am Ufer eines Sees entlang, und die Strecke ist wunderbar zu gehen, viel Gras. Eine echte Erleichterung, und die nächste Brücke wird eine schwedische, was will man mehr.








    Gott sei Dank... eine schwedische Brücke...
    Auch wenn die Schweden es nicht geschafft haben, den Weg vernünftig zu markieren, die Brücke ist jedenfalls nach dem fröhlichen Wiesenweg recht schnell erreicht. Da nehmen wir es auch nicht übel, dass die Brücke nur bis zur Mitte des Flusses geht und man danach sich über große Steine ans andere Ufer bringen muss. Die Sonne scheint, es ist so heiß, dass unsere Schoki komplett geschmolzen ist, alle halbe Stunde trinken wir. An der Brücke bietet sich die Gelegenheit, die Füße ins Wasser zu halten und ein ausgiebiges Mittagessen mitsamt Schläfchen einzulegen- müde sind wir eigentlich schon seit dem ersten Tag, immer 8 bis 10 Stunden unterwegs schlaucht schon.
    Und so weit scheint es bis Roysvatn nicht zu sein, da hinten zwischen den Bergen, da müssen wir durch. Laut Karte sind es vielleicht noch 6 km. So schnell, wie wir im Moment sind, ist das in 2,5 bis 3 Stunden zu schaffen- so war der Plan...... Wir hätten es wissen müssen- es geht wieder an einem Nordhang entlang... aber wir schlafen lieber mal





    Ein einziger Horror.. Es ist superheiß, der Weg führt bergauf, entlang der Seen geht man eigentlich ausschließlich über Geröll und Felsen in einem beständigen Auf und Ab. Immer wieder verlieren wir den Weg, müssen umkehren, weiter nach oben oder unten klettern. Das zermürbt. Insgesamt sind es nur knapp 200 Höhemeter, das klingt echt lächerlich, aber wir sind bedient. Zumal wir schneller trinken als Bäche auftauchen. Hier mal ein deutliches Wegzeichen, wir sind richtig. Der Blick geht hier über das Tal, das wir durchwandert haben nach der Brücke. Mein Fuß tobt inzwischen wieder, das Steinetreten tut gar nicht gut. Immerhin hat sich nun über den gesamten Fußballen eine riesige Blutblase gebildet, die ein wenig dämpft. Und von der Hütte keine Spur. Noch sind wir auch nicht oben.... Zum Glück sehen wir auf einen ansteigenden Schneefeld die Spuren der Schweden. Wir hätten diesen Weg eher nicht genommen, müssen über eine Schneebrücke und fühlen uns unwohl.



    Nach 5 Stunden für 5 km erreichen wir endlich das Hochplateau, auf dem Roysvatn liegt.



    Plötzlich sind wir in einer Winterwelt, müssen über Schneefelder, zugeeiste Seen. Zum Glück sehen wir an einigen unklaren Stellen die Spuren im Schnee unserer beiden Schweden, sonst wären wir wohl nie an der Hütte angekommen.... Und wenn man nicht weiß, wo der See anfängt und ob die Schneebrücke hält, ist das ein zusätzlicher Nervenkitzel, den wir eigentlich gar nicht brauchen können, zumal die Hütte einfach nicht zu sehen ist. Es ist ja echt ein Kreuz. Machmal sieht man die Hütten schon von Weitem und dann zieht sich der Weg scheinbar endlos, aber wenn man sie nicht sieht, ist es fast noch schlimmer... zumal wir beginnen ein wenig zu Zweifelt, ob wir überhaupt noch auf der richtigen Spur sind. Leider haben wir aus diesem Grunde für die Schönheit des Winterlandes gar keinen Nerv mehr.....




    Endlich!!!!!!!
    Und plötzlich liegen sie vor uns, die Hütten. Endlich. Unsere Schweden haben die kleine Hütte eingenommen, so haben wir die große Hütte für uns ganz alleine. Die beiden genehmigen sich für den nächsten Tag einen Ruhetag, auch sie haben fast 6 Stunden für das letzte Stück gebraucht und sind bedient. Angesichts der wunderbaren Lage der Hütten ist das sehr verlockend. Aber wir sind schon hinter unserem Plan und trauen uns das nicht, wir werden am nächsten Tag weitergehen.
    MIt diesen DNT Hütten ist das schon ein feine Sache. Wenn man einen Schlüssel hat, schließt man einfach auf und kann sie für kleines Geld nutzen. Oft sind sie sehr nett ausgestattet mit Couch, Betten, Gasherd. Roysvatn allerdings wird wohl gerade umgestylt. jedenfalls war der Wohnbereich fast leer- kein Sofa! Aber das was uns egal, wir freuen uns einfach auf ein Bett ....

    Kurzes Wanderglück - der 5. Tag


    der 5. Tag beginnt mit einem beglückenden Weg.


    Es geht sanft bergab, wir verabschieden uns so langsam von Schnee und Eis und streben zum Gränsleden, dem zweiten Teil unserer Wanderung.



    Auf ihm wollen wir weiter nach Schweden wandern, nach Ritsem. Der Weg ist relativ neu angelegt, es gibt keine Hütten, nur offene Windschutze, sodass der Weg nur wenig begangen ist. Damit verlassen wir auch den Nordkalottleden. Hätten wir das mal lieber gelassen:-)


    Nach 4 Kilometer erreichen wir die Kreuzung Gränsleden/Nordkalott. Nun geht es nach Osten Richtung Ritsem. Wir hoffen auf einen gut markierten Weg, nette Pausenplätze, tolle Blicke auf Akka....
    Auch wenn der Wegweiser ein bisschen zerrüttet ist, so ist es doch der erste seit Pauro und wir sind voller Erwartung. Der Weg zum ersten Windschutz in 3 km ist nur bergab über einen Wiesenrücken, das schaffen wir in einer Stunde und sind richtig gut gelaunt. Sehr erholsam das Ganze. Wir machen eine Pause am Windschutz und gehen das nächste Stück zur Brücke an....


    Nachdem wir den ersten Windschutz am Gränsleden ja mit soviel Schwung erreicht haben, ist der Weg zur Brücke schon um einiges beschwerlicher. Zum einen ist es (VERZEIHUNG!) sauheiß und uns läuft mit jedem Höhenmeter, den wir absteigen, mehr die Brühe, zum anderen bringt diese Tatsache ungewollte Begleiter mit sich. Es wimmelt nicht nur von Stechmücken, die wir mit unserem Mittel sehr gut abwehren können, sondern- und das haben wir so noch nie erlebt- von Bremsen. Große und kleine Bremsen schwirren um uns herum und kümmern sich null um all das Gift. Wie sehr wir genervt sind, zeigt alleine schon die Tatsache, dass es kaum Fotos von diesem Abschnitt gibt. Zudem erweisen sich unsere Hoffnungen auf einen gut begehbaren Weg auch als Trugschluss. Die Markierungen sind da, ja, aber kein erkennbarer Weg. Und je niedriger wir kommen, desto höher wird das Gebüsch. Ne Machete hätte vielleicht was genutzt. Zudem ist das "Tiefland" Moorgebiet, aber: Es gibt fast kein Fließwasser nach dem trockenen Juli. Wir haben ein echtes Wassernachschubproblem, weil es heiß ist, wir kaum vorankommen . Dementsprechend ist auch die Suche nach einen guten Zeltplatz schwierig.


    Am Moorsee wollen wir nicht zelten, das ist der Himmel schwarz von Mücken und so stolpern wir müde bergauf bergab, immer weiter. Mal geht es super steil bergab, dann wieder auf Felsen. Wenn dann mal ein Rinnsal zu finden ist, ist da kein geeigneter Platz für ein Zelt. So kommt es, dass wir bis 11 Uhr nachts weiterlaufen, in der Hoffnung, dass an dem Windschutz eine geeignete Übernachtungsmöglichkeit ist.


    Voila: Der Windschutz ist ja ok, daneben passt genau ein Zelt, immerhin. Wasser gibt es auch, sogar eine kleine Quelle. Eiskaltes, klares Wasser, allerdings dauert es, bis wir die Flaschen füllen können. Irgendwie Glück im Unglück und die Aussicht ist auch recht nett, nur haben wir da nicht wirklich ein Auge für...





    Der sechste Wandertag

    Am nächsten Morgen wachen wir früh auf, es ist so heiß im Zelt. Wir müssen heute zunächst einen Berg überschreiten, es geht gleich im Gebüsch lustig bergan und nach 10 Minuten sind wir nicht nur schon wieder geschwitzt, sondern auch die Bremsen sind wieder da. Die Luft steht. Inzwischen können wir unsere Stiche nicht mehr zählen. Und wieder haben wir ein Wasserproblem, viele kleine Bäche sind ausgetrocknet. Wir werden zwei Tage später von unseren Rettern erfahren, dass es 30 Grad hatte...


    Auf dem Vakkatjavelk
    Oben.. Ein kleines Lüftchen regt sich und die Bremsen sind mal kurz weg. Schon ist ein es Genuss.


    Das Ziel in Sicht: Blick auf den Akkajaure....
    Nächstes Zwischenziel ist der Windschutz am Akkajaure. Ans Ufer müssen wir, das steht fest. Also wieder 300 Höhenmeter runter, ab zu den Insekten. Weil es so heiß ist, ist es wahnsinnig diesig, leider, man sieht Akka, die alte Dame, deren Anblick wir so lieben, nur im Dunst...

    Am Akkajaure
    Unser Fluss, in den wir an der schwedischen Brücke die Füße gestreckt haben, fällt hier mit lautem Getöse in den See. Leider ändert das auch nichts daran, dass der Akkajaure, ein Stausee, so leer ist, wie wir ihn noch nie gesehen haben.


    Immerhin können wir wieder unsere Flaschen auffüllen. Im Windschutz hängt eine Info zum Gränsleden. Dazu der Hinweis, dass viele hier beginnen und sich mit dem Boot von Ritsem zu dieser Stelle bringen lassen. Nachdem ich schon wieder 5 neue Bremsenstiche an allen erdenklichen Körperteilen zu verzeichnen habe und langsam aussehe, als ob die Pubertät zurückschlägt, ist meine Bereitschaft, mich SOFORT mit dem Boot abholen zu lassen, sehr sehr groß. Anja geht es genauso, dumm nur, dass da weder steht, wen man kontaktieren soll, noch Empfang ist. Auch ein Telefon, wie wir es z.B. von Aktse kennen, gibt es nicht. Wir lesen noch einmal die Beschreibung der nächsten Kilometer aus unserem Wanderführer und stoßen auf Ausdrücke wie "äußerst anspruchsvoll", "sehr nass", "dichtes Gebüsch", sehr steil. NAAAA super. Aber in einem Kilometer kommt endlich ein zugänglicher großer Fluss mit Brücke, da werden wir auf jeden Fall gutes Wasser finden. So machen wir uns seufzend auf. Der Kilometer zur Brücke geht noch, ist nicht zu sumpfig, es hat ja kaum geregnet und der Weg ist halbwegs eben, das gibt neue Hoffnung. Die Bremsen allerdings leisten weiterhin vollen Einsatz, an dessen Resultaten wir den ganzen Urlaub Spaß haben werden....

    Schaukelvergnügen
    Ok, für mich nicht so lustig, immerhin ist die Brücke breit, aber in der Mitte eiert die herum, dass es keine Freude ist. Das Wasser des Flusses, des Ubmasjokka, ist kühl und klar, ein Traum nach der Durststrecke. Es folgt ein Weg, der gar keiner mehr ist, ein einziges Desaster aus Insekten, Gebüsch, Mooren und steilen An- und Abstiegen, als habe man mit Gewalt versucht, die Strecke nach Ritsem irgendwie auszuweisen und zwar einfach geradeaus. So entdecken wir auf der anderen Seite der Sumpfgebiete stets eine Markierung, aber diese bietet keinen Anhaltspunkt, wie man da durchkommt. Der vorige Tag steckt uns noch in den Knochen, eigentlich alle vorigen Tage. Vor allem die Hitze in den letzten Tagen geht an die Substanz. Ich erschrecke zu Tode, als hinter mir ein gellender Schrei ertönt. Wird Anja nun auch noch von einem Bären angefallen?
    Dann fliegen Wanderstöcke und lauthalser Protest gellt durch die Krüppelbirken. Anja macht die Urschreitherapie. Zu heiß und vor allem viel zu viele Plagen.
    Eigentlich wollen wir noch 6 km weiter, raus aus dem Wald, es gibt noch einen Berg vor Ritsem zu übersteigen.
    Aber im Wald können wir auch nicht sitzen bleiben, nächstes Zwischenziel ist erneut das Ufer des Akkajaure, zu dem der Weg noch einmal hinführt.
    Dort soll es eine private Hütte geben, und ehrlich gesagt sind wir uns einig: Wenn da ein Urlauber gerade wohnt, dann fragen wir den, ob er uns über den See nach Ritsem bringt. Einer Eingebung folgend, schalte ich zum ersten Mal seit einer Woche das Handy ein. Wer weiß.

    Da braut sich......
    Endlich, am frühen Abend erreichen wir erneut das Nordufer des Akkajaure. Und plötzlich, an einer Stelle habe ich Empfang. Mein Telefon rappelt, die Nachrichten der letzten Woche treffen ein. Unglaublich. Ein Funken Hoffnung keimt auf. Vielleicht können wir ja irgendwie Hilfe holen... Erstmal hilft es nicht viel, aber dann schaffe ich es, die Nummer vom STF Ritsem herauszufinden. Wir sind ein kleines Stück weiter. Hier steht auch ein Quad am Strand, die Spuren führen zu dem Ferienhaus. Aber - da ist keiner, und das Haus ist auch arg heruntergekommen. Natürlich ist es verschlossen, aber der Schuppen ist nicht verriegelt, hier steht ein altes Bettgestell mit Federn ohne Matratze und es liegen einige Plastiktüten herum. Dazu ein Rentiergeweih und einige Fischkisten. Heimelig. Wir setzen und erschöpft ans Ufer- und beschließen, uns was zu essen zu kochen. Danach können wir ja vielleicht gestärkt weiterlaufen "steil bergauf durch dichtes Gestrüpp", so steht es im Führer... Auf der anderen Seite, Richtung Sarek grollt es. Da der Wind von Westen kommt, machen wir uns kaum Sorgen und kochen die letzten Nudeln. Satt sitzen wir herum, und sehen dann, dass das Gewitter doch wieder über den See zieht. Wir schaffen es gerade noch, unser Zeug zusammenzuraffen, und fliehen in den gemütlichen Schuppen. Immerhin ein Dach über dem Kopf, während draußen sich die Hitze entlädt. Das hat uns noch gefehlt, nun hocken wir hier rum...
    Zum Glück hört der Regen bald auf. Als ich rausgehe, um die Lage zu checken, höre ich einen erneuten Schrei, Anja will nach Hause. So kenne ich sie gar nicht, sonst bin ich diejenige, die rumschreit. Da ist klar: Wir gehen heute keinen Schritt mehr. Wir suchen uns am See, im Uferbereich einen halbwegs praktischen Platz für das Zelt, kehren zu dem Funkstein zurück und versuchen, Ritsem zu erreichen. Kein Netz. 10 Minuten später aber doch. Und nach einigen Hin und Her bekommen wir sogar die Nummer von einem Privatmann, der Personen über den See befördert, zum Beispiel zu den Anglerhütten. Es keimt wieder Hoffnung auf. Leider erreichen wir niemanden, wir sprechen auf den Mailbox und schicken noch eine sms, dass er uns ebenso antworten möge und versuchen so genau wie möglich zu beschreiben, wo wir sind.



    Dann stellen wir das Zelt auf- gerade noch rechtzeitig, denn für die nächsten 4 Stunden tobt ein Gewitter über dem See, wie wir es noch nie erlebt haben so hoch im Norden. Ich zieh mir den Schlafsack über den Kopf und versuche die ganze Zeit rational zu sein..... Und draußen knallt es....
    Das große Warten.....
    Am nächsten Morgen wagen wir einen Blick aus dem Zelt. Wir sind nicht weggeschwemmt und das Zelt steht noch, allerdings hat es eine Zeltstange ein Stück zerbröselt. Es ist merklich kühler, aber noch recht warm. Der erste Blick gilt dem Handy: Keine sms. Klar, kein Empfang. Es beginnt wieder unsere Suche nach einem Netz. Auf diesem Stein geht es ganz gut. Wenn wir weiterhin keinen erreichen, müssen wir loswandern. Als wir Netz haben, geht keiner ran. Ok. Es hilft nichts. Wir räumen das Zelt zusammen und packen unsere Rucksäcke. Kurz vorm Loslaufen ein letzter Versuch- und- jemand hebt ab!!! Wir können es kaum glauben. Und: Er verspricht uns, uns zu holen, wenn auch erst am Nachmittag, denn er muss sowieso Angler an einer seiner Hütten absetzen. Wir versuchen, so genau wie möglich zu beschreiben, wo wir sind, und Anja fragt noch einmal, ob er auch sicher kommt. Da höre ich Lachen, klar, sagt er, er kommt auf jeden Fall, wir sollen uns einfach bis 4 einen schönen Tag machen, uns ausruhen. Als Anja aufgelegt hat, schauen wir beide angestrengt in verschiedene Richtungen und stellen dann fest, dass wir beide heulen. Keine grüne Hölle mehr. Keine Bremsen, kein dicker Fuß, keine steile Steigung hoch. Als wir uns wieder beruhigt haben, schämen wir uns ein wenig. Wir haben schon so viele Touren gemeinsam gemeistert, viele Widrigkeiten überstanden, aber aufgegeben haben wir noch nie. Nun ist es soweit, 16 km vor dem Ziel. Das ärgert ein ganz kleines bisschen, aber die Erleichterung überwiegt. Selbst die Aussicht, 6 Stunden an dem hässlichen Ufer zu hocken, erscheint uns noch sehr verlockend.
    Um die Zeit hinter uns zu bringen, waschen wir Wäsche im See und schleudern sie per Hand:-)

    Warten auf die Retter
    Dann ein sorgenvoller Blick Richtung Sarek: Es donnert schon wieder.... Es wird doch nicht anfangen zu gewittern? Wir wollen doch in der Sonne liegen.
    Doch! Um halb 1 sehen wir, wie das Gewitter sich über den See schiebt. Es bleibt uns echt nichts erspart. Zum Glück haben wir das Zelt schon abgebaut und sind also in Null Komma nichts zurück in dem hässlichen, stinkenden Schuppen.
    Da sitzen wir nun im Dunkeln, draußen tobt es im Schuppen riecht es modrig. Selbst das ist uns egal, wenns nur wieder aufhört und das Boot kommt und uns findet......


    Wir essen die letzte Scheibe Brot, mehr geht in dem Mief nicht. Um kurz vor vier regnet es nur noch ganz leicht, wir gehen nach vorne ans Ende der Bucht und starren wie hypnotisierte Kaninchen nach Osten. Von da muss das blaue Boot kommen....
    Um halb 5 sehen das Boot....das erste überhaupt und winken...und winken....und es fährt vorbei, wendet, fährt erneut an uns vorbei. Später erfahren wir, die haben uns in unseren Tarnfarben einfach nicht gesehen. Als das Boot dann direkt auf uns zusteuert, sind wir erleichtert. Wir können sogar da an Bord gehen, wo wir stehen. Im Boot ein samisches Ehepaar, der Besitzer des Bootes und seine Frau, und drei vollschlanke Herren in Tarnanzügen....eindeutig Angler. Alle begrüßen uns mit lautem Hallo. Unsere Rucksäcke werden uns abgenommen, kommentiert (Jesus, you are strong women), Plätze werden uns zugewiesen und wir werden informiert, dass wir erst noch zu der Anglerhütte fahren werden, wo wir ne Stunde Pause machen. Uns ist alles egal, Hauptsache Menschen. Kaum hat das Boot Fahrt aufgenommen, werden uns Pappbecher gereicht. Lakritzschnaps. Wir wollen ja nicht unhöflich sein. Und wider Erwarten schmeckt es erträglich....
    Nun sitzen wir also mit Lakritzschnaps im Boot und erzählen den lustigen Anglern in Swenglish von unserem Leid. Für die gibt es nur eine Lösung... noch mehr Schnaps. Zum Glück legen wir bald am Ufer an. Etwas oberhalb die Hütten. Eine Sauna, Holzschuppen, ein Wohnhaus mit 2 Schlafzimmern, eine gemauerte Feuerstelle, ein Klo. Wir sind entzückt. Und helfen gerne, den Proviant und das Gepäck der Herren den Hügel hochzuschleppen. Für 4 Tage sind die gut ausgerüstet ... 24 Dosen Bier, 2 Liter Schnaps, 9 Liter Rotwein.... ob die überhaupt angeln können? Es scheint eher, als wollten sie die frauenfreie Zeit zelebrieren. Während der Sami sich mit dem Quad auf dem Weg zum See macht, um die Wasserpumpe in Gang zu setzen, entfacht der erste sofort ein Lagerfeuer und wir müssen Platz nehmen. Ne Tasse Rotwein tut bestimmt gut....



    Wir protestieren, hilft nichts. Dicke Scheiben Wurst liegen auf dem Grill, es riecht köstlich. Und es gibt Probleme mit dem Wasser. Also dauert es.... 4 Becher Rotwein und 5 Scheiben Wurst und fast 90 Minuten später läuft das Wasser. Die Szenen dazwischen erinnern uns immer wieder an Kaurismäki Filme, irgendwie unwirklich und sehr skurril. Wir lachen viel. Als wir zum Boot zurückgehen, sind wir ziemlich angetrunken. Die Sami lachen über uns, ein freundliches, warmes Lachen, haben selbst einiges getrunken. Auf der Fahrt nach Ritsem mache ich mir ersthafte Gedanken, wie wir mit Gepäck in dem Zustand über die Leiter vom Boot kommen. Dann bremst das Boot ab... ein schwimmender Elch kreuzt direkt vor dem Boot. So was haben wir noch nie gesehen. Seelenruhig schwimmt er zum Ufer, stakst an Land wie ein gewisses James Bond girl und trabt davon. Kurz darauf landen wir und arbeiten uns mit Hilfe ans Ufer. Es ist fast geschafft. Noch den Berg hoch und wir sind in Ritsem... frei nach Goethe nahen also zwei wankende Gestalten dem Stf Hostel.
    Eigentlich
    wars ja doch wunderschön Kaum in Ritsem im Bett, überlegen, was wir im nächsten Jahr besser machen können, um nicht mehr so fertig zu sein. Noch sind wir nicht so weit, uns in ein Wellnesshotel zu hocken... Ganz so schlimm wars ja eigentlich nicht, mit Rotwein ist die ganze Sache ja fast zum Lachen. Aber ich freue mich auch sehr auf einen Tag NICHTS tun. Ich setze mich in den Bus nach Gällivare, gehe die 30 Meter ins Hotel und dann nur noch Wellness, wie das anderes Damen auch machen, wenn sie verreisen.
    Gesagt, getan. Das Hotel in Gällivare überrascht uns mit einem riesigen Zimmer, einer Sauna für uns ganz alleine und einem Rooftop outdoorpool.... und weil es schon wieder so heiß ist, gehen wir schwimmen. Das tut den geschundenen Gliedmaßen ausgesprochen gut. Praktischerweise gibt es ein Restaurant im Hotel, in dem wir unser erstes wirklich frisches Essen, Wildlachs mit Kartoffeln und Gemüse genießen. Dazu bekommen wir einen Salat extra. Nach 8 Tagen Fertigessen ist das Ganze ein Fest. Man schmeckt wieder jedes Aroma ganz intensiv und kann richtig genießen. Auch der Cocktail an der Poolbar, den wir uns genehmigen, schmeckt wunderbar.... Morgen geht es weiter nach Kiruna, hier haben wir ein Auto für unsere Norwegenzeit gemietet. Aber erstmal genießen wir es, satt und sauber zu sein. Meinem Fuß hat die Wärme richtig gut getan, die riesige Blutblase, die den gesamten Fußballen überzieht, spannt nicht mehr so sehr ... Kurz: Wir fühlen uns wohl....



    Unsere Reise geht nun mit dem Auto weiter... ich weiß nie, ob das noch interessiert: Es ging nach Senja und auf die Vesteralen.

    Von daher. Diejenigen, die nur die Wanderungen interessieren können nun hier aussteigen.

    MÜssen aussteigen, denn ich habe mit meinem Bericht leider hier alles gesprengt. Zu viele Wörter und Bilder. Wusste ich nicht... dabei ist der Bericht der zweiten Tour mit dem Auto fertig.. Also nur ein paar Impressionen...

    Nach unserem Wellnessabend in Gällivare fahren wir mir dem Zug nach Kiruna und holen unser Auto ab. Mit diesen werden wir uns die nächsten Tage fortbewegen.... Schon auf der Fahrt das erste Hindernis:


    Wir haben unser Auto geholt und wie immer Glück. Kleinste Kategorie bezahlt, Golf bekommen, alles gut. Bevor wir zurück nach Norwegen fahren, geht's zum Einkaufen. Ihr könnt euch vorstellen, was passiert, wenn man nach einer solchen Tour in einen riesigen ICA Supermarkt kommt: Wir haben Hunger und sehr großen Appetit und so landet eine Köstlichkeit nach der anderen im Korb. Im System haben wir uns schon 2 Flaschen Wein und 4 Dosen Bier geholt, nun kommen Unmengen an Filmjölk, Obst, Gemüse, Frühstücksachen, Gebäck, Mandelkartoffeln, Fisch und auch eine "Angler-Gedenkwurst" in den Korb. Die ganze Rückbank ist voller lecker Sachen. Gut gelaunt fahren wir nun zurück nach Narvik, wo im Hotel noch unsere Wechselklamotten seit 9 Tagen liegen. Ist auch mal schön, mal was anderes als immer die gleichen Wandershirts anzuziehen, zumal die alle kleine Löcher haben von der Schnalle des Hüftgurtes. Kurz hinter Abisko dann dieses Hindernis: eine Gruppe Rentiere, total verstrahlt. Stehen da rum und rühren sich nicht. Wir hupen, lassen die Fensterscheiben herunter, versuchen es mit "Husch Husch", scheitern aber genauso wie das entgegenkommende Fahrzeug. Und was tut der Touri da? Aussteigen, Fotos machen, ist ja lustig. Weniger lustig fand der schwedische SUV Fahrer hinter uns diese Szene, erschrocken starre ich ihn an, als er plötzlich laut schreiend und winkend auf die Rentiere zurennt, in kurzen Hosen und Hausschuhen. Skurril. Dummerweise haben sich die Tiere zwar von seiner imposanten Einlage kurz vertreiben lassen, bis wir aber losfahren wollen, stehen sie schon wieder da... Also wir wieder HUSCH HUSCH und der Schwede wieder in Puschen das Rumpelstilzchen gemacht. Diesmal klappts, die verstrahlte oder besoffenene Rentiergruppe schafft sich in den Straßengraben. Und wir lachen und fahren weiter, bis Riksgränsen. Wir sind nämlich schon wieder müde, werden es den Rest des Urlaubs auch sein, wir brauchen Kaffee. Und nicht nun den bekommen wir, sondern auch ein All you can Eat Waffel Buffet, genau das Richtige....



    Dann ist er da.... der Regen!






    AUF Senja: Übermut- oder: Die Freude am Wandern? - Anderdalen







    Auch in Norwegen gibt es Mücken.....
    klar, bei den Mooren, zum Glück aber nur ein Bruchteil der Viecher in Schweden...


    .
    uch am nächsten Tag ist es trüb auf Senja, ab und zu schauert es, kein gutes Wanderwetter für die ausgesprochen steilen Berge... also Sightseeing






    Senjas Südküste ist sicherlich einen Ausflug wert...



    Lass uns mal da lang fahren …


    Und es lohnt sich ....Senjas Südwest Ende, unterhalb von Gryllefjord .



    Senjas Wahrzeichen sind die sogenannten Ochsenhörner. Es wird schon wieder so dunkel …








    Auf Andøya ... kurzer Stopp an einem bedeckten Tag



    The beach




    Ein Traumstrand für uns alleine...Welch eine Freude. Wir singen und springen und werfen unsere Jacken ab- leider in eine Pfütze, die wir übersehen haben, aber das merken wir erst, als wir die Jacken Minuten später wieder vollgesogen hochheben. Übermut tut selten gut, das hat meine Mutter schon immer gesagt. Auch die Schafsherde, die am Rande des Strandes lagert, scheint irritiert. Wir aber freuen uns einfach an der Sonne und der Einsamkeit...

    Kurz vor Sonnenuntergang erreichen wir wieder die Hauptstraße. Das Licht lässt uns anhalten, aussteigen. Irgendwie ist es so schön, dass man heulen könnte. Dieser Frieden, die Ruhe, die Schönheit der Landschaft. Alle Strapazen sind vergessen. Für mich ist es ein Stück Heimat geworden. Ich werde immer wieder zurückkommen, das weiß ich an diesem Abend bestimmt. Es gibt noch soo viele kleine Ecken, die wir nicht gesehen haben. Nie langweilig, jedes Jahr anders. Und immer wieder Erinnerungen an tolle Stunden...



    Weiter geht es .. nach Nyksund:
    ....

    Blick auf Nyksund

    Weiter Highlights:
    Walsafari, Wandern auf Bo, Schwimmen im Meer:





    Danke für euer Interesse :-)
    Geändert von Senja (09.05.2019 um 19:23 Uhr)

  2. Erfahren

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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #2
    Oh, was für eine Tour, gut, dass Du den Bericht doch noch geschrieben hast!

    Ist schon ein besonders schönes Fleckchen Erde – auch wenn ihr euch fallweise ziemlich durchkämpfen musstet. Du wirst lachen, wenn Du unseren Bericht vom letzten Jahr dann siehst, wir haben da auch so unsere Erfahrungen mit dem Weg gemacht...
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  3. Erfahren

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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #3
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    Oh, was für eine Tour, gut, dass Du den Bericht doch noch geschrieben hast!

    Ist schon ein besonders schönes Fleckchen Erde – auch wenn ihr euch fallweise ziemlich durchkämpfen musstet. Du wirst lachen, wenn Du unseren Bericht vom letzten Jahr dann siehst, wir haben da auch so unsere Erfahrungen mit dem Weg gemacht...
    So.. .warst du der mit den 60 kg essen,-)

  4. Erfahren

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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #4
    Zitat Zitat von Senja Beitrag anzeigen
    So.. .warst du der mit den 60 kg essen,-)
    Hahaha.....knapp dran, aber nein. Aber zuviel Essen hatten wir tatsächlich mit
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  5. Erfahren

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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #5
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    Hahaha.....knapp dran, aber nein. Aber zuviel Essen hatten wir tatsächlich mit
    Dann hättet ihr uns was abgeben können.. Bei uns wars knapp. Auch noch:-)
    Aber zu deinem ersten Kommentar: Die Norwegenstrecke war zwar abenteuerlich, aber wunderschön. Den Gränsleden gehen wir nieeee wieder. Sowas ist ne Zumutung!

  6. AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #6
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    Oh, was für eine Tour, gut, dass Du den Bericht doch noch geschrieben hast!
    Das finde ich auch. Ich habe aus dieser Gegend noch keinen so fesselnden und zugleich lustigen Kurzbericht gelesen.

  7. Erfahren
    Avatar von Fjellfex
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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #7
    Beim Lesen des Berichts kam ich mir vor wie ein übler Sadist: die Schilderung Eurer Leiden fand ich nämlich recht vergnüglich.

    Wobei so ein geschwollener Fuß natürlich kein Spaß ist; mit sowas wäre ich wohl nicht auf eine solche Tour gegangen.

  8. Anfänger im Forum

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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #8
    Toller Bericht, hat richtig Spaß gemacht zu lesen, vielen Dank! Schade, dass eure Leiden in so krassem Gegensatz zu der tollen Landschaft standen, aber ihr habt ja wohl trotz allem den Humor (fast?) nie verloren. Respekt!

  9. AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #9
    Danke für den ehrlichen Bericht und die tollen Fotos!
    Bewundernswert, wie ihr euch da durchgekämpft habt. Mit so einem Fuss hätte ich mich das wohl nicht getraut. Na im Nachhinein verklärt man ja die negativen Seiten gern und die guten Erinnerungen bleiben!

  10. Erfahren

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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #10
    Zitat Zitat von Fjellfex Beitrag anzeigen
    Beim Lesen des Berichts kam ich mir vor wie ein übler Sadist: die Schilderung Eurer Leiden fand ich nämlich recht vergnüglich.

    Wobei so ein geschwollener Fuß natürlich kein Spaß ist; mit sowas wäre ich wohl nicht auf eine solche Tour gegangen.
    Jaja, lacht nur über uns...
    Das mit dem Fuß hat sich ja leider erst am 3. Tag ergeben, da waren wir schon weit vom Netz und Straßen entfernt. Wäre ich alleine gewesen, wäre ich umgekehrt, aber man will ja nicht der Mitreisenden den Urlaub verderben.. dann lieber selbst....

  11. Dauerbesucher

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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #11
    Zitat Zitat von Senja Beitrag anzeigen
    Den Gränsleden gehen wir nieeee wieder. Sowas ist ne Zumutung!
    Gut zu wissen - da wollte ich nämlich auch irgendwann noch einmal entlang laufen

    MfG, Heiko

  12. AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #12
    Ich schließe mich dem Dankesreigen sehr gerne an

    Ein Bericht über Hindernisse und Schwierigkeiten bringt dem geneigten Leser m.E. mehr als erzählte Heldentaten (zumindest geht es mir so). Viele von uns sind ja nicht mehr die Jüngsten und kämpfen mit ähnlichen Problemen. Hut ab vor euch beiden, ich wäre mit so einem Fuß wahrscheinlich gar nicht erst aufgebrochen. Schön auch, dass ihr trotz allem bei Laune geblieben seid. Der letzte Tag hat auch seinen eigenen Reiz

    Und ja, mich würde durchaus auch die Weiterreise per Auto interessieren!

    Herzlichen Gruß, oesine

  13. Erfahren

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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #13
    Zitat Zitat von DerNeueHeiko Beitrag anzeigen
    Gut zu wissen - da wollte ich nämlich auch irgendwann noch einmal entlang laufen

    MfG, Heiko
    Ich denke, wenn man den Teil am Akkajaure mit dem Boot abkürzt und dann quasi nur einen Tag durch die Baumhölle muss, geht es. Weil man dann die Highlights auch am Ende hat und die Landschaft immer interessanter wird. Wenn man aber von den großartigen Blicken in No dann durch schwedischen Sumpf schleicht, ist die Motivation echt am Boden. Oder man startet von Norwegen am Fjord und biegt dann nach Roysvatn und Pauro ab. Diese Strecke ist landschaftlich definitiv eine der schönsten in ganz Lappland. Frage ist hier nur., wie kommt man von Sitas weg. Man kann aber auch den Nordkalott weiter Richtung Norwegen laufen und dann in Hunddalen rauskommen oder in Bejsfjord runtergehen. Letzteres haben wir vorletztes Jahr gemacht, das war auch .... schlimm
    Sind aber ja auch nicht alle solche Memmen wie wir

    lg

  14. Alter Hase

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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #14
    Es ist ja durchaus das hohe Gewicht der Ausrüstung + Vorräte Thema in Deinem Reisebericht. Bin vor gefühlt 100 Jahren im Grövelsjön + Umgebung gewesen. Wir hatten jeder so um die 28-30kg als Starthewicht auf dem Rücken. Völliger Unfug und Freude tötend.

    Kann euch nur empfehlen eure Komfortzone zu verlassen und mal eine Packliste anzulegen. Allein euer Zelt sieht nach 4kg aus. Die Rucksäcke wiegen leer bestimmt auch >2.6 kg/Stück. Und auch die consumables kriegt man bestimmt bei gleicher Kalorienzahl leichter.

    Mit weniger Last fahrt ihr mit Freuden da wieder hin
    Geändert von mitreisender (08.05.2019 um 18:06 Uhr)

  15. Erfahren

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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #15
    Zitat Zitat von mitreisender Beitrag anzeigen
    Es ist ja durchaus das hohe Gewicht der Ausrüstung + Vorräte Thema in Deinem Reisebericht. Bin vor gefühlt 100 Jahren im Grövelsjön + Umgebung gewesen. Wir hatten jeder so um die 28-30kg als Starthewicht auf dem Rücken. Völliger Unfug und Freude tötend.

    Kann euch nur empfehlen eure Komfortzone zu verlassen und mal eine Packliste anzulegen. Allein euer Zelt sieht nach 4kg aus. Die Rucksäcke wiegen leer bestimmt auch >2.6 kg. Und auch die consumables kriegt man bestimmt bei gleicher Kalorienzahl leichter.

    Mit weniger Last fahrt ihr mit Freuden da wieder hin
    Das Problem waren definitiv die Bremsen, die Hitze und der Fuß.... die Last merke ich ab dem 2 Tag kaum noch...
    Gepäckmäßig geht da eh fast nix mehr. Packliste haben wir, seit wir vor 30 Jahren angefangen haben, Outdoortouren mit dem Rad (mit nem 7 Gang Fahrrad und Aldizelt- das waren noch Zeiten...ging aber auch) zu machen und für 6 Wochen 2 Radtaschen packen mussten... Es sei denn wir nehmen noch weniger Klamotten mit. Aber 9 Tage das gleiche Shirt... ich weiß nicht
    Komfortzone hatten wir mal vor 15 Jahren, inzwischen ist alles, was geht auf ultraleicht umgestellt. Sogar meine schöne Spiegelreflex bleibt daheim und meine Objektive für die neue Kamera auch:-( Das Hilleberg ist mit das leichteste, was wir kriegen konnten. Mein Rucksack ist nagelneu und ebenfalls extrem leicht. Wir sind mit 20 kg gestartet, am Ende nach dem Leeressen vielleicht noch 15. Also beim Essen kann man definitiv noch was tun, wenn man entsprechend zahlt:-) Ich denke, es liegt mehr am Eigengewicht

  16. Erfahren

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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #16
    Zitat Zitat von Senja Beitrag anzeigen
    Ich denke, wenn man den Teil am Akkajaure mit dem Boot abkürzt und dann quasi nur einen Tag durch die Baumhölle muss, geht es. Weil man dann die Highlights auch am Ende hat und die Landschaft immer interessanter wird. Wenn man aber von den großartigen Blicken in No dann durch schwedischen Sumpf schleicht, ist die Motivation echt am Boden.
    Oh, jetzt muss ich den armen Gränsleden aber in Schutz nehmen! Ich finde, der ist eine Reise/Tour wert. Wenn das Wetter passt, geht man schön hoch, sieht den Akkajaure, die Berge im Süden und Westen und die Sumpf- und Birkenlandschaft ist auch fein. Den Beweis liefere ich in den nächsten Tagen, am Blog ist immerhin schon die Route und mit den Fotos bin ich grad bei Čaihnavagge...
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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #17
    Zitat Zitat von bourne Beitrag anzeigen
    Oh, jetzt muss ich den armen Gränsleden aber in Schutz nehmen! Ich finde, der ist eine Reise/Tour wert. Wenn das Wetter passt, geht man schön hoch, sieht den Akkajaure, die Berge im Süden und Westen und die Sumpf- und Birkenlandschaft ist auch fein. Den Beweis liefere ich in den nächsten Tagen, am Blog ist immerhin schon die Route und mit den Fotos bin ich grad bei Čaihnavagge...
    Grins... Feine Sumpf und Birkenlandschaft soso.. habt ihr nen anderen Weg gefunden? Habt ihr da in dem Waldstück überhaupt einen Weg gefunden? Ich würde lieber 20 Mal das untere Vistastal laufen, da hat es auch Birken:-) In Anbetracht des trockenen, heißen Sommers 2018... Wenn es da so richtig nass ist.... Aber im Prinzip haste ja Recht, die Geschmäcker sind verschieden und sicherlich ist die Bergtour hinter Ritsem schön... Und wenn man diesen blöden Zwischensattel am Akkajaure geschafft hat... Es wäre ja nur noch 6 km gewesen... Ich nehme also ein bisschen was zurück. FÜR UNS kommt das nicht mehr in Frage. Da stimmen die Schwingungen nicht mehr Nächstes Jahr geht es auf jeden Fall Richtung Padjelanta, wir wollen unsere beiden Schweden wiedertreffen, haben eine sehr lustige Verabredung in Pieskehaure. Also die Akka Region ist nicht generell in Ungnade gefallen...wir lieben doch unsere alte Dame.
    Gute Nerven beim Fotohochladen, das ist hier echt... ne langwierige und langweilige Angelegenheit. Ich musst alle erstmal verkleinern, sonst hätte das noch länger gedauert....

    PS: Hast du nen Tipp wie mein Länderkürzel auftaucht und wie ich mich nicht in diese Geotag Karte eintragen kann? Ich hab da irgendwie keinen Zugriff …
    Geändert von Senja (08.05.2019 um 19:18 Uhr)

  18. Dauerbesucher
    Avatar von Leitwolf
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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #18
    Ich finde den bericht auch Spanned, ich mag das wenn Leute auch erhrlich berichten wwas doof war- oft wird das ja eher verschwiegen den so ein urlaub muss ja toll sein. Kann man auch was von lernen...

    Wenn man erlich st wäre am 2 tag die antwort auf die Frage ob man nicht abbricht vermutlich besser ja gewesen, ich finde das schon leichtsinnig- das hätte sich wenns es wirklich ein entzündeter schnitt war auch gut zur Blutvergiftung entwickeln können, das wäre dann richtig ungemütlich geworden. Schön das es trotzdem funktioniert hat! Wie es dann weiterging mit der resie (und dem Fuß) würde mich schon auch intressieren
    Wir sind blinde Passagiere unter einem Sternenzelt.Wir sind Koenige und Bettler auf der Suche nach uns selbst. Sind die Herrscher des Planeten, bis sie auseinander fällt.
    Und nur zu Nur zu Gast auf dieser Welt.

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    AW: [NO/SE] Ich will nach Hause: Narvikfjell mit Hindernissen

    #19
    Vielen Dank für den Bericht! (Wenn alles gut geht, fahren wir da im August hin... also Pauro usw., aber etwas längere Tour.)

    Aber mal Folgendes:
    Zitat Zitat von Senja Beitrag anzeigen
    Und dann geht es immer höher und uns ist klar, dass wir nicht auf 650 Höhenmeter sind. Zwischen Geröll und Schnee führt der neue Weg direkt über den Berg. Keiner wusste was davon, wie wir in Pauro erfahren werden. Norwegische Überraschungstaktik.
    Also zwischen Baugevatnet/Baugebua und Pauro? Aber da geht er doch offenbar "schon immer" auf 900 m hoch, oder nicht? Also über die Grenze nach Schweden und dann wieder zurück? Oder wie ist das jetzt?

    Off-topic:
    Zitat Zitat von Senja Beitrag anzeigen
    ...Wir -Anja und Tanja, eine Tatsache, die immer wieder für Heiterkeit sorgt, weil es viele an Hanni und Nanni erinnern...
    Hm, krass, ich habe mal vor Ewigkeiten (russischer Altai, 1990) eine Trekkingtour mit einer Anja und einer Tanja gemacht. Die Anja ist jetzt (d.h. schon lange) meine Frau...

  20. Erfahren

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    AW: Ich will nach Hause: Narvikfjell mit HIndernissen

    #20
    Zitat Zitat von Leitwolf Beitrag anzeigen
    Ich finde den bericht auch Spanned, ich mag das wenn Leute auch erhrlich berichten wwas doof war- oft wird das ja eher verschwiegen den so ein urlaub muss ja toll sein. Kann man auch was von lernen...

    Wenn man erlich st wäre am 2 tag die antwort auf die Frage ob man nicht abbricht vermutlich besser ja gewesen, ich finde das schon leichtsinnig- das hätte sich wenns es wirklich ein entzündeter schnitt war auch gut zur Blutvergiftung entwickeln können, das wäre dann richtig ungemütlich geworden. Schön das es trotzdem funktioniert hat! Wie es dann weiterging mit der resie (und dem Fuß) würde mich schon auch intressieren
    Hej Ich gebe dir Recht. Man hätte umkehren müssen, nur dann hätten wir auch 5 Tage gebraucht, um herunterzukommen, wenn uns nicht in dieser gottverlassenen Gegend ein Auto aufgelesen hätte. Weil es so leichtsinnig war, hat das natürlich auch die ganze Tour für mich ziemlich stressig gemacht. Es ist nicht schön, wenn man bei jeden Schritt Schmerzen hat. Ich will das hier auch keinem zur Nachahmung empfehlen. Dass ich damit heute noch hadere, zeigt ja die Tatsache, dass ich auf die diesjährige Tour mit einem leichten Angstgefühl gehe. Im Nachhinein wundert man sich schon. Vieles, was hier so lustig klingt, ist auch ne gehörige Portion Galgenhumor.
    Hätten die Tabletten nicht angeschlagen, wären wir nach Sörfjorden rausgelaufen.
    Im Prinzip habe ich den Bericht für den weiteren Urlaub schon fertig, weil ich ihn in meiner Fotoseite veröffentlicht habe.
    Ich müsste dann aber erstmal Fotos hochladen...

    lg

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