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  1. Anfänger im Forum

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    Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #1
    Hallo,

    wir wollen demnächst mit Freunden in die Sächsische Schweiz zum Wandern und evtl. Klettern. Die Freunde klettern zwar schon lange, sind aber definitiv keine Hardmover. Ich klettere zwar auch schon lange (auch im Sandstein), hab das aber noch nicht im Elbsandstein gemacht. Dabei sind auch Kinder (14-16 Jahre), die einige Klettererfahrung haben (Vorstieg im 6. Grad UIAA). Uns allen fehlt die Erfahrung im sächsischen Sandstein.
    Würdet ihr das machen? Wenn ja, welche Gebiete sind geeignet? Bielatal?

    Viele Grüße

    Thies

  2. Erfahren

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    AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #2
    Bielatal ist prinzipiel schon ne gute Adresse für Gebietsfremde, relativ fester Fels, viele beliebte Wege auch in leichteren Graden.
    Das Problem ist einfach, wenn Du noch keine Ahnung vom Schlingenlegen hast bist du in den meisten Wegen bis VI praktisch free solo unterwegs, es gibt zwar mittlerweile auch die Ufos, praktisch textile Klemmkeile, ich würde euch trotzdem raten, grad mit den Kids, schließt euch jemanden an oder nehmt euch nen Guide für einen Tag. Der kennt schöne Wege und bringt euch sicher rauf und runter.
    Übrigens, auch wenn ein Weg einen, oder Ringe hat, meist ab VIIa aufwärts, es gibt in Sachsen nur einen Mindestabstand, keinen Maximalabstand und auch nicht auf allen Gipfeln Abseilösen.

  3. Anfänger im Forum

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    AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #3
    Zitat Zitat von walnut Beitrag anzeigen
    Bielatal ist prinzipiel schon ne gute Adresse für Gebietsfremde, relativ fester Fels, viele beliebte Wege auch in leichteren Graden.
    Das Problem ist einfach, wenn Du noch keine Ahnung vom Schlingenlegen hast bist du in den meisten Wegen bis VI praktisch free solo unterwegs, es gibt zwar mittlerweile auch die Ufos, praktisch textile Klemmkeile, ich würde euch trotzdem raten, grad mit den Kids, schließt euch jemanden an oder nehmt euch nen Guide für einen Tag. Der kennt schöne Wege und bringt euch sicher rauf und runter.
    Übrigens, auch wenn ein Weg einen, oder Ringe hat, meist ab VIIa aufwärts, es gibt in Sachsen nur einen Mindestabstand, keinen Maximalabstand und auch nicht auf allen Gipfeln Abseilösen.
    Dachte ich mir. In Franken ist eine 5/5+ (Sachsen VI) auch gefühlt free solo. Vielen Dank!
    Geändert von hamsterburger (21.04.2019 um 22:10 Uhr)

  4. Erfahren

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    AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #4
    Vielleicht wäre ja auch der neue Führer hilfreich:

    https://www.panico.de/kletterfuehrer...n-plaisir.html

    oder ein Ausflug auf die tschechische Seite:

    http://www.geoquest-verlag.de/?q=node/202

    Wobei "leicht" passt dort wohl eher weniger, nur die Absicherung soll besser sein als auf der deutschen Seite ...
    "I’m not friends with climbers, I’m friends with people." (Jim Bridwell)

  5. AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #5
    Zitat Zitat von hamsterburger Beitrag anzeigen
    Uns allen fehlt die Erfahrung im sächsischen Sandstein.
    Würdet ihr das machen?
    Nein. Weil ihr wie schon geschrieben dann praktisch ungesichert unterwegs seid. Außer man geht ins Bielatal und ist zufrieden mit einem IIer Gipfel am Wegesrand, bei dem man den Weg komplett einsehen kann und sich sicher ist (Wegelagerer z.B.). Sonst würde ich empfehlen sich jemand anzuschließen oder tatsächlich einen geführten Ausflug zu machen oder eine schöne Wanderung.


    Zitat Zitat von walnut Beitrag anzeigen
    auch nicht auf allen Gipfeln Abseilösen.
    Ist dir einer bekannt, auf dem es keine Öse gibt? Mir ist noch keiner untergekommen, von dem man nicht wieder vernünftig runter kam.

    Zitat Zitat von hamsterburger Beitrag anzeigen
    Dachte ich mir. In Franken ist eine 5/5+ (Sachsen VI) auch gefühlt free solo.
    Das ist schon auf einem anderen Niveau von der Sicherung her. Und diese "Übersetzungstabellen" nach denen 5+ ungefähr gleich schwer wie sächsisch VI sein soll, halte ich für mehr als fragwürdig und behaupte, dass die meisten 6er Kletterer in Franken eher keine VIIa einsteigen.

    Elbtal ist ein schönes Gebiet auch mit Ringen, allerdings für fränkische Verhältnisse recht weite Abstände und zumindest in dem Teil, den ich kenne vom Grad her eher schwerer als 6.

  6. Alter Hase

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    AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #6
    Zitat Zitat von Schattenschläfer Beitrag anzeigen
    Und diese "Übersetzungstabellen" nach denen 5+ ungefähr gleich schwer wie sächsisch VI sein soll, halte ich für mehr als fragwürdig und behaupte, dass die meisten 6er Kletterer in Franken eher keine VIIa einsteigen.
    war noch nie im elbsandstein, aber winn ich mir die bilder so anschaue, habe ich fast die befürchtung, das viele fränkische 6er kletterer sich dort auch schon bei einem 4er schwertun.

    https://www.bergsteigen.com/touren/k...g-falkenstein/

  7. AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #7
    OT:
    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    war noch nie im elbsandstein, aber winn ich mir die bilder so anschaue, habe ich fast die befürchtung, das viele fränkische 6er kletterer sich dort auch schon bei einem 4er schwertun.
    Wobei dieser schöne Klassiker schon eher ein Anfängerweg und von der Kletterei her wirklich nicht so wild ist. Das kriegt man mit grundlegender Bewegungslehre und ausreichend Vorbereitung / Orientierung schon gut hin. Einstieg ist nicht zu verfehlen, da wo etwa 30 Rucksäcke vorm Fels liegen geht's los..

  8. Gerne im Forum
    Avatar von Toni6642
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    #8
    Nachdem ich jetzt schon einige Jahre im Elbsandstein klettere kann ich sagen, es gibt solche und solche Wege. Schlingenlegen ist aber kein Hexenwerk und auch wer es noch nie gemacht hat wird nicht völlig ungesichert klettern müssen. Wer sich gut (theoretisch) vorbereitet findet die offensichtlichen Stellen für Sicherungsschlingen. Das sind zum Beispiel Sanduhren, Felsköpfe, sich verengende Risstrukturen, Bäume, Ringe, Nachholstifte, Abseilösen. Anfängerfehler sind: zu dünne Sanduhren benutzt (Mindeststärke Durchmesser Oberarm), falsche Schlingengröße im Riss (immer größtmöglichen Durchmesser der irgendwie reinpasst und möglichst Achterknoten verwenden), Schlingen werden nach oben abgezogen beim Weiterklettern. Unbedingt aufs Klettern verzichten sollte man bei Feuchtigkeit, denn dann brechen Griffe und Sicherungen leichter aus. Es gibt Wege die einfach schlecht oder schwierig absicherbar sind. Von denen sollte man sich fernhalten, wenn man neu im Gebiet ist. Informationen dazu findet man im Internet.

    Empfehlenswert sind wirklich kurze übersichtliche Wege bis Schwierigkeit IV, die von unten gut einsehbar sind. Diese gibt es im Bielatal, aber auch in Rathen, Gebiet der Steine und im Zschand. Eher weniger in den Schrammsteinen, aber auch dort findet sich Geeignetes. Der Falkenstein ist nicht übersichtlich und als große Seilschaft (mehr als 3 Personen) hält man dort eher den Verkehr auf, insbesondere wenn man sich nicht auskennt. Ein paar Ideen: Lokomotive Dom AW (nicht soo gut absicherbar aber auch nicht schwer und spektakuläre Aussicht), Honigsteinturm AW oder NW-Wand (VI sehr gut absicherbar), Imker AW, Große Hunskirche AW, Pechofenscheibe Variante zum AW, Spitzer Turm Löschnerwand, Wartburg Nordpfeiler, mir fällt noch mehr ein...

    Abseilösen gibt es inzwischen auf wirklich fast allen Gipfeln. Es muss sich keiner Sorgen machen, dass er nicht wieder runterkommt.

    Ich wünsche euch viel Spaß.

  9. Anfänger im Forum

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    AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #9
    Vielen Dank für die guten Infos!


  10. Erfahren

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    AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #10
    Muß mich entschuldigen, ich meinte nicht daß es keine Abseilösen gibt, die sitzen halt nur desöfteren auf der anderen Seite vom Gipfel und nen halben Meter unterhalb um Seilreibung beim Abziehen zu vermeiden, sprich man sollte schon fähig sein nen Blockstand zum Nachholen zu bauen, plus sich eventuell ungesichert von einem Gipfelkopf zu dem mit der Abseile zu bewegen

    Und nein, ich würde keinem Anfänger Rathen als Gebiet empfehlen, ist mit der weichste Sandstein dort, kann man ganz saft die Körner abreiben, dementsprechend zuverläßig sind Tritte und Zwischensicherungen.
    Da ist das Bielatal deutlich zuverläßiger und auch von der Art der Kletterei dichter am Kalk.

  11. Gerne im Forum
    Avatar von Toni6642
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    AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #11
    Zitat Zitat von walnut Beitrag anzeigen
    Muß mich entschuldigen, ich meinte nicht daß es keine Abseilösen gibt, die sitzen halt nur desöfteren auf der anderen Seite vom Gipfel und nen halben Meter unterhalb um Seilreibung beim Abziehen zu vermeiden, sprich man sollte schon fähig sein nen Blockstand zum Nachholen zu bauen, plus sich eventuell ungesichert von einem Gipfelkopf zu dem mit der Abseile zu bewegen
    Gut, das stimmt. Aber in der Regel ist alles so eingerichtet, dass man gut nachholen kann. Klar wird vorausgesetzt, dass man auch mal eine Schlinge um einen Block oder einen Baum werfen kann. Wenn es keinen offensichtlichen Block/Baum zum Nachholen gibt und die Öse etwas weiter weg ist, gibt es entweder einen so genannten Nachholestift (kleine Metallöse in die ein Karabiner passt) oder man verlängert die Abseilöse mit dem Seil bis zu beliebiger bequemer Stelle zum Nachholen.

    Und nein, ich würde keinem Anfänger Rathen als Gebiet empfehlen, ist mit der weichste Sandstein dort, kann man ganz saft die Körner abreiben, dementsprechend zuverläßig sind Tritte und Zwischensicherungen.
    Da ist das Bielatal deutlich zuverläßiger und auch von der Art der Kletterei dichter am Kalk.
    Mhh, da kann es wohl unterschiedliche Ansichten geben. Was du sagst ist richtig. Aber ob im Bielatal oder in Rathen bei Regen geklettert wird und zu dünne Sanduhren als Zwischensicherung verwendet werden, ist fast egal Beides ist sehr schlecht für die Gesundheit. Der Fragesteller klang für mich nicht wie ein Anfänger, sondern wie ein Gebietsneuling. Ich würde einfach keinem Gebietsneuling raten in einen langen, steilen Weg einzusteigen, egal ob in Rathen oder im Bielatal. Und im Bielatal sind die Vierer übrigends schwerer als in Rathen.

  12. AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #12
    Zitat Zitat von Toni6642 Beitrag anzeigen
    ob im Bielatal oder in Rathen bei Regen ... ist fast egal Und im Bielatal sind die Vierer übrigends schwerer als in Rathen.
    Würde ich so nicht sehen, v.A. ersteres. Es hat ja seinen Grund, warum man nach Regen am schnellsten wieder im Bielatal etwas machen kann. Und weil das Gebiet m.E. auch das übersichtlichste mit tendenziell eher den nicht ganz so großen Wegen ist, werden die meisten ihre ersten Schritte im sächsischen Bergsteigen wohl dort machen.

    Trotzdem würde ich niemand empfehlen einfach so loszuziehen, ohne dass einem mal gezeigt wird, wie das mit dem Knotenlegen funktioniert (bzw. ohne dass überhaupt das Material vorhanden ist?), man sich im Führer und damit am Fels zurechtfindet, man einschätzen kann, wie schwer sich z.B auch ein IVer für Gebietsfremde anfühlen kann etc.

    Auch wenn der Fragensteller wohl schon länger klettert, wer fränkische 5er als "gefühlt free solo" empfindet, wird sich bzgl. der Sicherungssituation schon noch einmal deutlich umstellen müssen.

    Ausnahmen wären m.E. wie oben schon geschrieben eben ein geführter Ausflug, doch jemanden finden, der einen mal mitnimmt oder eben zufrieden sein mit leichten Wegen, die man schon von unten soweit einsehen kann, dass man sich sicher ist. Dann sind's halt vielleicht nur zwei oder drei kleine Gipfel am Tag, ist ja vielleicht als Familienausflug auch schön.

  13. Gerne im Forum
    Avatar von Toni6642
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    AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #13
    Zitat Zitat von Schattenschläfer Beitrag anzeigen

    Ausnahmen wären m.E. wie oben schon geschrieben eben ein geführter Ausflug, doch jemanden finden, der einen mal mitnimmt oder eben zufrieden sein mit leichten Wegen, die man schon von unten soweit einsehen kann, dass man sich sicher ist. Dann sind's halt vielleicht nur zwei oder drei kleine Gipfel am Tag, ist ja vielleicht als Familienausflug auch schön.
    Gehst du davon aus, dass ein Gebietsneuling in einer Woche Urlaub gleich die großen Klassiker und langen Wege "abhaken" möchte? Woher kommt das Wort "nur" im Zusammenhang mit 2-3 kleinen Gipfeln? Ich denke, an große Wege arbeitet man sich langsam ran und braucht dafür sicher mehr als eine Woche Urlaub. So machen es die Einheimischen zumindest.

    Zwei bis drei kleine übersichtliche Gipfel finde ich für einen Familienurlaub schon nicht schlecht und eine 5er Seilschaft braucht einfach Zeit. Da sind Mehrseillängen eher kompliziert und unpraktisch. Kleine Gipfel gibt es im Bielatal, aber eben auch anderswo. Die Felsstruktur finde ich anderswo freundlicher als im Bielatal. Aber das ist nur mein persönliches Empfinden.

  14. AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #14
    Schon klar. Bitte nicht jedes kleine Wörtchen (bzw. dessen persönliche Interpretation) auf die Goldwaage legen.
    OT: Mittlerweile wird ja der Ausflug, der im April "demnächst stattfinden" sollte schon vorbei sein - wie war's denn?

  15. Gerne im Forum
    Avatar von Toni6642
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    AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #15
    Zitat Zitat von Schattenschläfer Beitrag anzeigen
    Schon klar. Bitte nicht jedes kleine Wörtchen (bzw. dessen persönliche Interpretation) auf die Goldwaage legen.
    Huch, so war das gar nicht gemeint. Ich dachte nur, jedem Gebietsneuling wird das Bielatal empfohlen. Dabei gibt es noch so viele andere schöne Gebiete in der Sächsischen Schweiz. Eventuell sogar weniger überlaufen (und damit meine ich jetzt nicht Rathen)

  16. Anfänger im Forum

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    AW: Sächsische Schweiz, leichte Klettergebiete

    #16
    So, waren jetzt über Pfingsten vor Ort. Da es so gut wie jede Nacht geregnet/gewittert hat, sind wir nur einmal zum Klettern gekommen.

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