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  1. Erfahren

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    [NO/SE] Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #1
    Mitreisende: Horst24
    Touridee und Anreise

    Pünktlich um 10:52 Uhr fährt der Zug in Narvik ab. Ziel ist Katterat, ein Ort, der im Grunde nur aus der Bahnstation besteht. Die Fahrt dauert eine knappe halbe Stunde. Pulka und Skisack haben wir deswegen gleich am Eingang des Waggons stehenlassen.

    Es ist Mitte März. Superwetter. Windstill. In Narvik hat es etwa minus 8 Grad, in den Bergen wird es sicher etwas kälter sein. Morgen solls Wetter schlechter werden, aber das ist erstmal egal. Die erste Etappe von der Bahnstation bis zur Hunddalhütte sind zwar einige Höhenmeter, aber die Strecke ist nicht so lang und müßte trotz der wegen des ganzen Essens noch ziemlich schweren Pulkas eigentlich gut klappen.

    Von der Bahnstation Katterat wollen wir über die Hunddalhütte nach Caihnavagge. Von dort über einen Pass weiter nach Süden zur Gautelishütte, dann Norwegen verlassen und zur schwedischen Hütte Tjäktja queren. Dort wollen wir je nach Wetter und Tourverlauf über den Weiterweg entscheiden.16 Tourtage haben wir Zeit, dann geht unser Nachtzug nach Stockholm.

    Unsere Grundidee ist es, die Wintertour, die wir vor 2 Jahren gemacht hatten, als wir entlang des Nordkalottleden von Kiplisjärvi nach Innset gelaufen sind, weiter nach Süden fortzusetzen. Ähnliches hatten wir schon im letzten Jahr geplant, aber da ging zu viel schief. Erst war ich vor dem Start lange krank, dann gab es zu viel (pappigen) Neuschnee genau vor Tourbeginn und schließlich hat es während der Tour auch noch Elli mit einer Erkältung erwischt.
    Den damaligen Plan, von Katterat über die Paurohütte bis zur schwedischen Bergstation Ritsem zu gehen, mußten wir völlig eindampfen. Immerhin hat die Alternativtour rund um den See Altevatn die Begeisterung für den Polarwinter eher noch gesteigert.

    Dieses Jahr war gesundheitstechnisch um Welten besser und auch die Anreise klappte wie am Schnürchen. Beim Hinflug Frankfurt - Oslo - Narvik mußten wir die Pulkas nicht wie früher in Oslo am Gepäckband aufnehmen, durch den Zoll bringen und erneut einchecken, was den Hinflug erheblich entspannter gemacht hat (vor allem angesichts der Verspätung des Flugs nach Oslo). Der Transfer mit dem Flughafenbus nach Narvik war reibungslos (die Bushaltestelle ist genau vor dem Hotel). Das Zimmer im Quality Hotel in Narvik prima und der Burger im Hotelrestaurant auch.


    Der Flug nach Narvik war der Hammer. Toller Blick auf die Lofoten - leider kommt das bei dem Gegenlicht nicht so rüber.




    Einen Organisations- und Akklimatisationstag hatten wir für Narvik eingeplant. Gleich nach dem Frühstück arbeiteten wir unsere Essenseinkaufsliste ab. Diesmal mit richtig viel Einkaufsdisziplin, nachdem wir letztes Jahr die Angewohnheit hatten, bei allen Sachen immer ein klein wenig mehr mitzunehmen und am Ende die Pulkas sauschwer waren.
    Dann gingen wir zum Besichtigungsteil über. Elli entdeckte die nagelneu eröffnete Seilbahn auf irgendeinen der Hausberge Narviks und gönnt sich einen Aussichtsnachmittag mit super Ausblicken auf die Berge in der Umgebung und den Erzhafen. Ich besuchte das War Museum - mein Opa hatte immer von seiner Kriegszeit in Narvik erzählt.


    Die neue Seilbahn


    Super Ausblick über die Stadt und den Erzhafen.






    Am frühen Nachmittag trafen wir uns wieder, um im Fiskerestaurant am Marktplatz Mittag zu essen (auf der Karte stand ein toller Bacalao), aber blöderweise war Montag Ruhetag.
    Kulinarisch ist Narvik ansonsten nicht so der Hit, aber war hatten Glück: die Pizza in der Pizzeria Milano war erste Klasse. Pizza Narvik mit viel Rindfleisch und dazu 2 Bier.
    Pulkapacken. Schlafengehen. Unser Stimmung war prima. So richtig schöne Vorfreude. Ich war wie meistens bei Touren etwas angespannt und aufgeregt. Klappt alles? Wie wird das Wetter? Elli war wie immer seelenruhig. Auf jeden Fall war es schon mal gut, daß wir die ganze Ausrüstung und das Essen locker in den Schlitten unterbringen konnten.


    Der Marktplatz mit den Fiskehallen - leider war das Restaurant geschlossen




    Blick aus unserem Hotelzimmer


    Das Quality Hotel ist ein unansehnlicher Riesenklotz, der Blick aus dem Hotelzimmer auf die Berge aber erste Klasse. Noch besser ist allerdings die Lage gleich in der Nähe des Bahnhofs. Auf dem schneebedeckten Gehsteig konnten wir die voll beladenen Pulkas die paar Meter locker ziehen und ersparten uns eine Schlepperei der schweren Dinger. Ich kaufte noch schnell frischen Lachs fürs Abendessen. Dann gings los.


  2. Dauerbesucher
    Avatar von Linnaeus
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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #2
    O super, ein Winterbericht aus Lappland! Bin gespannt wie ein Flitzebogen!

    Aber wie habt ihr das hingebracht: Pulken mit dem Flugzeug mitnehmen? Kannst du dich darüber noch etwas auslassen?

  3. Erfahren
    Avatar von Fjellfex
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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #3
    Im April 2002 war ich das erste Mal im Norden auf Skitour, mit einem ähnlichen Einstieg (Katterat - Hunddalshytta - Cunojavri ...).

    Freut mich, über eine Skitour in dieser schönen Gegend lesen zu dürfen!

  4. Erfahren
    Avatar von vobo
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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #4
    Sehr schön, dass es dieses Jahr bei Euch geklappt hat. Bin sehr gespannt auf die Erlebnisse (und Bilder)!

  5. Fuchs
    Avatar von evernorth
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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #5
    Da schließe ich mich an und bin neugierig, was ihr diesmal "von unterwegs" so zu berichten habt.
    Ausgetretene Pfade sind die sichersten, aber es herrscht viel Verkehr. Ergo: Wer neue Wege gehen will, muss alte Pfade verlassen.

  6. Erfahren

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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #6
    Dankeschön für eure Kommentare.

    Zitat Zitat von Linnaeus Beitrag anzeigen
    Aber wie habt ihr das hingebracht: Pulken mit dem Flugzeug mitnehmen? Kannst du dich darüber noch etwas auslassen?
    Hallo Linnaeus,
    das war bisher bei Lufthansa/SAS immer problemlos. Ich habe im Vorfeld Skii-/Sportgepäck angemeldet, dann konnten wir die Pulken ohne Aufpreis mitnehmen. Das eine Sportgepäck war dann der Skisack und das zweite meine Pulka. Ellis Pulka (sehr flach beladen) war dann das einzige echte "normale" Gepäck. Gewichtstechnisch sind wir innerhalb der Freigepäckgrenzen geblieben. Das geht gerade so. Das Essen kaufen wir zum großen Teil in Norwegen.

    Allerdings hatte die Lufthansa nach unserer Buchung die Gebührenregelung für Sperrgepäck (und Sportgepäck fällt darunter) soweit ich weiß geändert und es ist jetzt vom Tickettarif abhängig, ob Sportgepäck frei ist. Das ist ziemlich unübersichtlich.

    Dieses Mal hat uns die Dame am Check in der LH verdonnert, EUR 60 oder 70 für den Flug der SAS (ab FRA nach Oslo) nachzuzahlen, weil mit Ellis Pulka ein zusätzliches (nicht angemeldetes) Sportgerät dazu kam. Die SAS selbst hat das beim Rückflug null interessiert. Es ist also schon ein wenig Auslegungssache. Aber die Mitnahme als solche ich m.E. problemlos.

    VG
    Horst

  7. Erfahren

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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #7
    1. Tourtag (12.3.2019): Katterat - Hunddalhütte

    Die nächste Station ist Katterat. Der Schaffner bestätigt uns, daß der Zug auf alle Fälle am Bahnhof hält und und wir nicht noch irgendeinen stop-on-request Knopf drücken müssen. „The weather is very nice today, have a nice trip“ - gibt er uns noch mit auf den Weg, kurz darauf stehen wir mit unserem ganzen Zeugs vor dem Bahnhofshäuschen.

    Außer uns steigt noch ein Norweger in klassischer dunkelgrüner Jägerkluft aus. Er hat einen Stapel Bretter und jede Menge Werkzeug dabei. Kurzes Gespräch: die Jagdsaison ist rum, aber er hat ein kleines Hütchen in der Nähe und da muß er noch was rumbasteln. Seine Frau kommt aus Linz in Österreich. Er findet es klasse, daß so viele Deutsche nach Lappland kommen. Wir verabschieden uns und machen uns dran, die Pulkas und uns startklar zu machen.


    Die Bahnstation Katterat



    Als ich fast fertig bin, taucht unser Norweger wieder auf, diesmal mit seinem Motorschlitten. Der Weg sei am Anfang recht steil und die Pulkas bestimmt schwer, deswegen bietet er uns an, die Schlitten das erste Stück mit seinem Scooter hochzufahren,

    Das ist natürlich ein Angebot, das man nicht ablehnen kann. Auch wenn ich das ganze Pulkagestänge der Acapulka nun wieder auseinanderpfriemeln muß. Gesagt, getan, der Norweger düst mit unseren Pulkas los und wir machen uns kurz darauf ebenfalls auf den Weg.


    Unverhoffter Start ganz ohne Gepäck

    Das Angebot des Jägers stellt sich schnell als Glücksfall heraus, die ersten Meter sind ein rechtes Auf und Ab mit kleinen Rampen und Zwischenhügeln, So jedoch ist der Start echt gemütlich mit raschem Höhengewinn und bequemen Fotostops, bei denen man sich locker rumdrehen kann, ohne das ganze Zuggeschirr zu verbiegen. Als es nach einem guten Kilometer und etwa 100 Meter Höhengewinn flacher wird, stehen auch schon die Pulkas da und das dolce Vita geht zu Ende. Erste Pause. Zweite Zuggestängebastelei. Weiter gehts mit zunächst moderater Steigung in einer super Winterlandschaft.





    Erzzug aus Kiruna


    Zweite Montage des Pulkagestänges




    Gemütlicher Weitermarsch

    Hinter uns sind zwei weitere Skigänger (mit Rucksack) in Sicht. Die beiden kommen rasch näher. Zwei Jungs aus Ostdeutschland. Ultralightgänger. Auch auf dem Weg nach Hunddal.

    Nach so 8 bis 10 Kilometern, es ist mittlerweile halb 4, wird langsam die Sonne schwächer und es wird merklich frischer. Und gerade als wir uns auf einen gemütlichen Restspaziergang eingestellt haben, wird das Gelände steiler und anspruchsvoller. Mit meinen Kurzfellen komm ich die Serpentinen kaum hoch. Mitten im steilen Hang auf die Langfelle wechseln? Ich bin das erste Mal mit meinen neuen Wachsski (Asnes Amundsen) unterwegs und hab vor der Tour lange über das tolle System mit den flexiblen Kurzfellen fabuliert…während Ellin ohne Schwierigkeiten voran kommt, quäle ich mich den Berg hoch.

    Kaum wird’s flacher, passiert die nächste Maiaise: Elli hat eines ihrer Steigfelle verloren. Gut, nach sechs Jahren Einsatz hätten wir den Kleber mal erneuern können, aber beim Trainingseinsatz im Januar haben die Dinger noch einwandfrei gehalten. Also: Ich drehe rum und Gott sei dank, nach 100 Metern liegt das Fell im Schnee. Allerdings hängt jetzt so viel Schnee auf dem Kleber, daß das Teil natürlich überhaupt nicht mehr hält.
    Das geht ja wieder gut los. Gott sei Dank ist es windstill und Bombenwetter.



    Die Sonne wird schwächer und es wird steiler..


    ....und ich falle zurück.


    Bergkulisse kurz vor Hunddal

    Mittlerweile ist die Sonne untergegangen. Elli schweigt seit geraumer Zeit. Der Grund: Ellis Schuh drückt. Als wir vor zwei Wochen im Harz wandern waren, hatte sie bereits Schwierigkeiten mit derselben Stelle. Der Wanderschuh hatte den Knöchel irgendwie gereizt und jetzt macht sich der Skischuh an der gleichen Stelle bemerkbar.

    Um halb 6 kommen wir ziemlich müde und etwas aufgerieben nach einer eigentlich leichten Etappe endlich an den Hunddalhütten an. In der großen Hütte ist eine fünfköpfige, schwedische Skittourengruppe. Wir quartieren uns bei ihnen im freien 4-Bett.-Zimmer ein. Zum Abendessen gibts den frischen Lachs mit Reis und Erbsen. Wir sind froh, den ersten Tag geschafft zu haben, der am Ende viel härter war als gedacht. Was für ein Glück, daß der norwegische Jäger uns die Schlitten am Anfang hochgeschleppt hat.

    Noch ist der Tag aber nicht zu Ende. Ellis Kommentar nach dem Zähneputzen: draußen ist ein kleines Nordlicht, es ist aber nichts besonders. Wenig später bin ich vor der Hütte und sehe ein klasse Polarlicht am Himmel. Ich flitze wieder rein und alarmiere die Hüttenbesatzung.
    Aus Gewichtsgründen haben wir auf ein richtiges Stativ verzichtet, aber die Montage der Kamera mit Gorilla-Pad an zwei In den Schnee gesteckten Ski klappt einigermaßen. Bis wir den passenden Motivausschnitt eingerichtet haben, wird das Nordlicht zwar wieder schwächer, es ist trotzdem ein cooler Abschluß eines intensiven ersten Tourtages.





  8. Erfahren

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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #8
    2. Tourtag Ruhetag Hunddalhütte

    Es ist stark bewölkt, einer dieser Tage, an denen einem die Welt draußen schwarz-weiß erscheint. Dazu weht ein kräftiger Wind, der norwegische Wetterbericht yr.no hatte für heute 12 -14 m/s genau aus Südost - also der Richtung unseres nächsten Etappenziels, vorhergesagt. Das ungemütliche Wetter erleichtert unsere Entscheidung, angesichts der kleinen Baustellen, die der gestrige Tag offenbart hat, gleich am zweiten Tourtag einen Ruhetag einzulegen. Zudem soll der Wind morgen im Laufe des Tages nachlassen.


    Die Hunddalhütten, in der mittleren Hütte übernachten wir


    Auf dem vorderen Berg waren die Schweden gestern


    Ruhetage auf Hütten sind nie langweilig. Als erstes bastle ich an Ellis Fellen rum, die viel zu straff gespannt sind. Gegen Mittag starte ich eine kleine Erkundungsrunde und kundschafte einen passenden Start für die nächste Etappe aus. Gleich zu Beginn geht es gut 100 Höhenmeter hoch und aus der Ferne (also aus dem Hüttenfenster) sind kaum Konturen im Gelände zu erkennen und so schaue ich mir das mal live an.

    Während die schwedische Gruppe den Tag nutzt, um Spaltenbergung zu üben, kehren überraschenderweise die Ultralichtgeher, die am Morgen Richtung Cunojaure aufgebrochen sind, zurück. Der Gegenwind im Hochtal bei Oallavagge war zu heftig. Gut, daß wir nicht losgelaufen sind.
    Elli legt ihr Bein hoch, mit einem Schneebeutel als Kühlung auf Ferse und Knöchel. Ein bißchen skeptisch bin ich schon, aber bisher haben sich solche Anfangsorthopädiesachen im Laufe der Tour immer gegeben.






    Bergungsübung

    Gerade als wir den Tag gemütlich ausklingen lassen wollen - ich hab schon Dörrgemüse fürs Kochen eingeweicht - taucht plötzlich ein Hundegespann auf, mit einer Menge Skifahrern im Schlepptau. Eine organisierte Gruppe, geleitet von einem jungen norwegischen Paar - er als Skitourenguide und sie als Hundeschlittenfahrerin für den Gepäcktransport. Das wars mit der Gemütlichkeit.
    Erster Knackpunkt: Zimmer- und Bettenverteilung. Die Guides quartieren sich schlauerweise bei den beiden Ultraleichten in der 4-Bett-Nebenhütte ein (in der sie nachts kein Auge zumachen werden, weil die beiden kurz vor dem Schlafengehen nochmal brutal einheizen) und wir reorganisieren die Zimmerverteilung, um insgesamt 13 Mann in der Haupthütte mit 10 Betten unterzukriegen., Mit einer kleinen Zimmerrochade und etwas zusammenrücken (2 Skitourengeher schlafen auf dem Sofa) kriegen wir das auch gut hin.

    Knifflig wird nur die Abstimmung der Kochorganisation auf zwei Gasflammen, aber schlußendlich ist es, gerade, obwohl die Gruppe so gar nicht dem Standardklientel norwegischer Hütten entspricht, eine lustige Sache.

    Wir sind ja bisher immer einsame Hütten gewohnt, daher ist es echt interessant zu erleben, wie es ist, wenn eine Hütte proppenvoll ist. Am Anfang einer Tour, wenn die eigene Organisation noch nicht so sitzt und man immer wieder überlegen muß, wo die eigenen Sachen liegen, ist das schon eine Herausforderung.
    Erstaunlicherweise ist um 10 jeder irgendwo im Bett und nachts ist es totenstill.

  9. Erfahren

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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #9
    3. Tourtag: Hunddalhütte - Zelt am Ende des Sees Sealggajavri

    Elli hat irgendein Polsterystem um ihren Knöchel gebastelt (auf Kosten meiner Isomatte, bei der jetzt ein kleines Eck fehlt), von dem ich gar nicht wissen will, wie die Konstruktion funktionieren soll. Jedenfalls gibt sie grünes Licht. Wir gehen weiter.

    Draußen bläst noch recht starker Wind. Im Gegensatz zu gestern kommt immer wieder die Sonne durch. Einer der Schweden hatte gestern ein paar hundert Meter von der Hütte entfernt einen Fleck mit Mobilfunkempfang entdeckt: Der Wind soll heute im Laufe des Tages nachlassen. Wir haben also keine besondere Eile. Angesichts des Gewusels in der Hütte ist das auch angebrachter und wir beobachten in Ruhe die Abmarschchaotik der Gruppe von gestern Abend. Danach ist schlagartig wieder Ruhe in der Hütte. Die schwedische Gruppe bleibt noch einen Tag. Auch die beiden Unterleichtgeher aus der Nebenhütte legen einen weiteren Ruhetag ein.




    Kurz nach halb 10 brechen wir auf. Mittlerweile ist es wieder richtig bewölkt, grau und ungemütlich. Orientierungsschwierigkeiten sollte es heute keine geben. Wir haben zwar auch ein GPS dabei und ich hab vor der Tour eine grobe Route geplant und hochgeladen, aber normal gehen wir nach Karte und nutzen das GPS nur zum Abgleich unseres Standortes, wenn wir unsicher sind.

    Von Hunddal wollen wir ca. 6 km nach Süden gehen (also in etwa entlang der Sommerroute zur Lossihütte) und dann ostwärts auf dem See Sealgajavri. Je nach dem wie wir vorankommen, wollen wir irgendwo das Zelt aufstellen. Ich hoffe nur, daß auf dem See der Gegenwind nicht zu heftig ist.

    Gleich zu Beginn gehts erst mal gut 100 Höhenmetern bei moderater Steigung hoch. Nach der Erfahrung von vorgestern entscheide ich mich für die Langfelle. Ellis Felle haben wir in der warmen Hütte montiert und mit einem Band fixiert, in der Hoffnung daß der restliche Kleber besser hält.

    Der Aufstieg klappt prima (bis auf die Mittagspause, die wir ganz intelligent in einer Mulde hinter einem riesigen Stein machen und dort zwar windgeschützt stehen, aber voller aufgewirbeltem Schneegriesel sind) und gut zweieinhalb Stunden später stehen wir am See, der langgezogen von recht knackigen Bergen und Gletschern eingerahmt wird. Obwohl alles ist grau in grau und nicht sehr einladend wirkt, ist die Stimmung dieser wilden und alpinen Berglandschaft klasse (im Gegensatz zu Elli bin ich ein Fan solcher Graulandschaften und mache auch jede Menge Fotos).


    Aufstieg






    Abfahrt zum See


    Dahinter liegt der See Sealggajavri


    Erfreulicherweise ist es auf dem See nahezu windstill. Trotzdem ist das Vorwärtskommen extrem beschwerlich. Der Wind hat lauter Furchen in die Oberfläche geblasen. Ein normales gleichmäßiges Laufen ist unmöglich. Es ist ein nerviges Gerutsche mit den Ski und die Pulka ruckelt bei jeder Bodenkontur.. Zu allem Überfluß ist der Schnee weich und ich sinke bei jedem Schritt einige Zentimeter ein. Wir bereuen schon, die Felle am Beginn des Sees runter gemacht zu haben.
    Nach einer knappen Stunde werden die Bodenverhältnisse Gott sei dank besser. Dann gehts richtig flott voran.








    Es ist kurz nach 4 Uhr. Strategiebesprechung. Wir sind gut in der Zeit und es wäre sogar machbar, bis zu den Cunojaurehütten. Andererseits sind die Zeltbedingungen hier ideal. Knapp 15 km sind wir heute gelaufen und wenn wir morgen die selbe Distanz schaffen, kommen wir bis zur Caihnavaggehütte. Gesagt, getan, wir laufen noch 20 Minuten und bauen am Seende das Zelt auf.

    Der erste Zeltaufbau des Urlaubs ist immer wieder ein kleines Abenteuer, aber alles klappt bis auf kleinere Widrigkeiten (Elli verzweifelt beim Aufpumpen ihrer Isomatte) prima. Kocheranschüren, Schneeschmelzen, es gibt Chicken Curry mit einem Extraschlag Butter, minus 16 Grad,…was will man mehr. Auch Ellis Knöchelkonstruktion hat funktioniert.




  10. AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #10
    Das fängt schon sehr gut an. Ich freue mich auf die Fortsetzung.
    So möchtig ist die krankhafte Neigung des Menschen, unbekümmert um das widersprechende Zeugnis wohlbegründeter Thatsachen oder allgemein anerkannter Naturgesetze, ungesehene Räume mit Wundergestalten zu füllen.
    A. v. Humboldt.

  11. Erfahren

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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #11
    4. Tourtag Zeltplatz am Sealgajavre - Caihnavagge

    Vor der heutigen Etappe sind wir etwas aufgeregt, oder nennen wir es positive Grundspannung. Der Aufstieg nach Caihnavagge ist nicht ohne. Gut 350 Höhenmeter auf recht kurze Distanz. Dem Sommerweg werden wir nicht folgen können, weil er zu schräg am Hang entlang geht. Auf der Hunddalhütte war eine Gebietskarte mit eingezeichneten Winterwegen. Der Winteraufstieg war dort als großer südlicher Schlenker eingezeichnet. Dummerweise endete die Karte genau dort, wo die Aufstiegsroute richtig interessant geworden wäre.

    Der Morgen beginnt jedenfalls wie gemalt. Einenangenehme Zeltnacht. Sonnenschein und Windstille. Bei perfekten Bedingungen laufen wir im breiten Tal Sealggajakha in Richtung Süden. Beim Blick zurück sehen wir den See, auf dem wir gestern noch in trübem Wetter ohne viel Sicht gelaufen sind, in herrlichem Morgenlicht. Links, also in nördliche Richtung ginge es in Richtung Oallavagge.


    Blick vom Zeltplatz auf den See, den wir gestern Nachmittag entlang gelaufen sind






    Nochmal Blick zurück


    Von links sind wir gekommen, rechts ginge es nach Oallavagge

    In unserer Laufrichtung haben wir einen tollen Blick auf die Berge bei Abisko. 2 Stunden später erreichen wir die Cunojaurehütten. Es ist etwas trüber geworden und irgendwie recht warm. Wir überlegen kurz, an den Hütten länger Rast zu machen, marschieren aber weiter.

    Die Winterroute geht quer über den See. An der Hütte hängt eine Karte mit den Stellen, an denen das Eis auf dem See unsicher ist. Um sicher zu gehen, wollen wir in einem kleinen Bogen über den See gehen, folgen dann aber doch einer Skispur, die in die richtige Richtung zu gehen scheint. Ein Fehler. Denn wenig später stehen wir genau zwischen den offenen Waserstellen, die wir eigentlich umgehen wollten. Offenbar ist hier jemand Wasser holen gegangen und wir sind hinterher getappt. Wieder zurück gehen ist jetzt auch doof. Ich versuche ohne Pulka einen Durchschlupf auszukundschaften, was auch locker klappt. Dann geht es mehr oder weniger dem Sommerweg entlang bis zum Abzweig nach Caihnavagge. Immer wieder sieht man Steinmännchen, als Markierung des Sommerwegs. Wie so oft, wenn es zu einfach zu sein scheint, verfranzen wir uns etwas, geraten zu nahe ans Flussbett und haben Gegenanstieg nach dem anderen. Der bedeckte Himmel, der die Landschaft farblos erscheinen läßt, drückt zusätzlich auf die Stimmung. Erfahrungsgemäß ist es dann am besten, eine Pause zu machen. Tatsächlich geht es danach wieder richtig flott weiter. Viel früher als der Sommerweg biegen wir links ab. Bald teilt sich das Tal, wir halten uns halbrechts.


    Cunojaure


    Mehr oder weniger entlang des Sommerwegs Richtung Caihnavagge

    Kurze Beratschlagung über den Weiterweg. Für die ersten gut hundert Höhenmeter ergibt sich (gerade zum richtigen Zeitpunkt kommt die Sonne heraus) eine richtig schlüssige Route leicht unterhalb des Sommerwegs. Steil, aber gut machbar, kaum abschüssig und auf optimal festem Schnee. Wir kommen richtig schnell voran. Auch der weitere Weg erscheint klar. Vereinzelt zeigen sich alte Skispuren. Wir halten uns (in Laufrichtung) rechts des Flussbettes.


    Hier teilt sich das Tal, rechts ist unser Aufstieg




    Elli beim Aufstieg

    Nach weiteren 100 Höhenmetern wird das Gelände schwieriger. Wir sehen eine Spur ins nun flache Flussbett absteigen. Ist das eine bessere Alternative? Der Hang vor uns ist zwar nicht steiler, nun aber deutlich abschüssiger. Wir entscheiden uns gegen den Abstieg ins Flussbett und gehen weiter bergauf am Hang. Eine beschwerliche Angelegenheit. Abgeblasene und vereiste Flächen machen das Gehen immer mehr zu einem Balancieren auf den Kanten, um nicht abzurutschen einerseits und andererseits dem Druck auf die Felle angesichts der Steigung. Kurz bevor ich das nächste Plateau erreiche´, kommt das letzte blödeste Stück und rums, rutscht meine Pulka auf dem eisigen Untergrund ab. Im V-Schritte zerre ich mich und den Schlitten hoch. Ich rufe Elli noch zu, doch lieber in das Flussbett abzusteigen, aber sie folgt auf dem gleichen Weg und mit viel Mühe schaffen wir es gemeinsam, auch ihre Pulka hoch zu bugsieren.

    Caihnavagge liegt extrem cool in mitten von Bergen, die die Hütten wie ein Rondell umgeben, auf einem Hochplateau, das sich aussichtsreich nach Süden öffnet. Von dort kommen wir. Bis zu den Hütten sind es Luftlinie ein guter Kilometer. Vor, und etwa 50 Höhenmeter unter uns liegt nur noch ein letzter größerer See. Der Sommerweg umrundet den See, aber diese Strecke ist für Ski viel zu abschüssig. Die kurze, aber steile Abfahrt zum See hinab lösen wir risikolos. Ich montiere die Ski auf die Pulka und gehe zu Fuß, die Pulka rutscht vor mir her. Elli löst das Ganze ästhetischer und nutzt die Pulka als Schlitten (ein echter Vorteil der Fjellpulken im Vergleich zur Acapulka).




    Schlußspurt auf dem letzten See

    Es wird dämmrig als wir endlich die Hütten erreichen. Wieder sind wir nicht alleine - eine belgische Gruppe belegt die Haupthütte und die neue Nebenhütte. Unser Ziel ist aber ohnehin die kleine, ältere Zwei-Mann-Hütte, in der wir vor einigen Jahren im Herbst drei Schlechtwettertage abgewettert hatten. Kleiner Schreck: die Tür ist nicht verschlossen und nur durch einen Stein gesichert. Ebenso wie die Tür nebenan zum Holzabteil. Aus irgendeinem Grund lassen sich die Türen nicht mehr schließen. Der kleine Vorraum zum Wohnraum ist voller Schnee. Egal. Wir ziehen müde und zufrieden ein.

    Hier wollen wir auf alle Fälle einen Tag Pause einlegen, bevor es über den steilen Pass weiter Richtung Gautelis geht. Zur Feier des Tages gibt es Nudeln mit einer Sauce aus Speck und Steinpilzen (und getrockneten und eingeweichten Zwiebeln, Tomaten und Knoblauch). Der tägliche Fauxpas bleibt leider nicht aus: Beim Nudel-Abseien flutschen die ganzen Nudeln aus dem Topf und landen im Schmutz……stattdessen gibts also Kartoffelbrei. Und wir haben ein Reserveessen weniger.


  12. Erfahren

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    #12
    5. Tourtag: Relaxen in Caihnavagge

    Es war klar, daß wir in Caihnavagge einen Tag bleiben werden. Es gibt wenige Hütten in solch dramatischer Lage. Kurzer Plausch mit dem Tourguides der Belgier. Sie haben sich mit dem Scooter von Nikkaluokta nach Vistas fahren lassen und sind über Hallo, Sälka, Tjäktja und Bauteils hierher gekommen. Das ist spannend, denn das deckt sich erheblich mit unseren Plänen - nur in entgegengesetzter Richtung. Die beste Nachricht ist: der Guide hat mit seinem Satellitentelefon die neueste Wetterinfo. Stabil gutes Wetter in den kommenden Tagen. Das deckt sich genau mit der Prognose unseres Inreach. Wir haben also überhaupt keinen Grund mehr, den Pausentag in Frage zu stellen.

    Und es gibt wirklich nichts Schöneres, als bei solch Bombenwetter einen Tag in Caihnavagge zu sein. Sonnen. Lesen. Herumstöbern.




    Unsere etwas ramponierte Hütte






    Elli beim Sonnenbaden


    Blick auf die Hütten und die Hochebene


    Blick auf den zweiten Anstieg, den wir morgen auf dem Weg zum Spaß hoch müssen




  13. Erfahren

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    #13
    Parallel ist hier im Forum ein Bericht über eine Tour in der Wüste mit einer herrlichen Beschreibung der Faszination Wüste.
    Freunde und Kollegen fragen auch oft, was denn so schön sei an einer Wintertour. Wie wir mit der Kälte zurecht kommen. Und dann auch noch Zellen…..
    Im Winter mehrere Tage unterwegs sein, ist in der Tat eine Faszination, die ich kaum rational in Worten beschreiben kann. Aber es kribbelt schon wieder, auch nur an die nächste Tour zu denken.

    Das immer gleichmäßige Vor-sich-hin-Gleiten. Die klare, harmonische Landschaft. Dieses einzigartige Licht. Und ganz besonders natürlich die unglaubliche Stille.
    Aber auch die trotz all dieser Harmonie, Ruhe und Gleichmäßigkeit unerläßliche Aufmerksamkeit, weil die Bedingungen so abweisend sind und die Wetterbedingungen so unglaublich schnell wechseln.
    Die Orientierung, die manchmal einfach ist, wenn der Weg einfach über einen See geht und so schwierig, wenn die Landschaft keinerlei Anhaltspunkte bietet, keine Konturen zu erkennen sind oder das Ziehen der Pulka durch einen Gegenanstieg oder ein Waldstück.so schwer fällt, während wenige Meter weiter vielleicht ein optimaler Track verläuft.

    Das wunderbare Gefühl der Geborgenheit im Zelt und gleichwohl der Lärm der Zeltwand im Sturm. Die Einsamkeit der abweisenden Landschaft und glieichzeitig die vielen Tierspuren im Schnee. Die Konzentration beim Zeltaufbau, dem Anschüren des Benzinkochers, aber auch das realistischen Einschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit.
    Irgendwie ist alles extrem intensiv.

  14. Erfahren
    Avatar von Fjellfex
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    #14
    Das empfinde ich auch so.
    Ein "perfekter Wintertag" ist nochmal schöner als ein "perfekter Sommertag".
    Die Kehrseite der Medaille: während ein schlechter Sommertag richtig unangenehm sein kann, wird es an einem schlechten Wintertag gleich lebensgefährlich.

  15. Dauerbesucher
    Avatar von Zz
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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #15
    Ja, daß ich sehe es ähnlich. Meine diesjährige Winterreise war ein richtig schöner, entspannter und erholsamer Urlaub, fast 2 Wochen mit Ski, Pulka und Zelt unterwegs.
    Mal sehen, wie Eure Reise weiter geht.
    Gruß Z
    Geändert von Zz (02.05.2019 um 11:16 Uhr)

  16. Dauerbesucher
    Avatar von Intihuitana
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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #16
    Zitat Zitat von Horst24 Beitrag anzeigen
    Parallel ist hier im Forum ein Bericht über eine Tour in der Wüste mit einer herrlichen Beschreibung der Faszination Wüste.
    Freunde und Kollegen fragen auch oft, was denn so schön sei an einer Wintertour. Wie wir mit der Kälte zurecht kommen. Und dann auch noch Zellen…..
    Im Winter mehrere Tage unterwegs sein, ist in der Tat eine Faszination, die ich kaum rational in Worten beschreiben kann. Aber es kribbelt schon wieder, auch nur an die nächste Tour zu denken.

    Das immer gleichmäßige Vor-sich-hin-Gleiten. Die klare, harmonische Landschaft. Dieses einzigartige Licht. Und ganz besonders natürlich die unglaubliche Stille.
    Aber auch die trotz all dieser Harmonie, Ruhe und Gleichmäßigkeit unerläßliche Aufmerksamkeit, weil die Bedingungen so abweisend sind und die Wetterbedingungen so unglaublich schnell wechseln.
    Die Orientierung, die manchmal einfach ist, wenn der Weg einfach über einen See geht und so schwierig, wenn die Landschaft keinerlei Anhaltspunkte bietet, keine Konturen zu erkennen sind oder das Ziehen der Pulka durch einen Gegenanstieg oder ein Waldstück.so schwer fällt, während wenige Meter weiter vielleicht ein optimaler Track verläuft.

    Das wunderbare Gefühl der Geborgenheit im Zelt und gleichwohl der Lärm der Zeltwand im Sturm. Die Einsamkeit der abweisenden Landschaft und glieichzeitig die vielen Tierspuren im Schnee. Die Konzentration beim Zeltaufbau, dem Anschüren des Benzinkochers, aber auch das realistischen Einschätzen der eigenen Leistungsfähigkeit.
    Irgendwie ist alles extrem intensiv.
    Ja ich glaube diese beiden so extrem unterschiedlichen Welten haben doch sehr viel gemeinsam. Ich sehe viele Bilder einer Landschaft in der ich noch nie gewesen bin, aber kann mich irgendwie sehr gut reinfühlen.
    Freu mich wenns weitergeht.

  17. Erfahren
    Avatar von Blahake
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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #17
    Menno, Ihr haltet mich mit Eurem Bericht von meiner längst überfälligen Planung für den Sommer ab!
    Kann mich nicht losreißen von den schönen Bildern und der wundervoll beschriebenen Stimmung!

  18. Erfahren

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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #18
    Was fuer eine feine Tour! Kannst Du ein paar Worte ueber euer Zelt verlieren, das ist doch ein Fjellheimen (oder Lofoten?). Ist das das Richtige fuer zwei Personen? Und warum? Oder wuerdet Ihr beim nächsten Mal etwas anderes mitnehmen?

    Taffi

  19. Erfahren

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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #19
    Zitat Zitat von Taffinaff Beitrag anzeigen
    Kannst Du ein paar Worte ueber euer Zelt verlieren, das ist doch ein Fjellheimen (oder Lofoten?)
    Hallo Taffi,
    ja, wir haben ein Helsport Fjellheimen 3. Damit sind wir sehr zufrieden und nehmen es bei der nächsten Tour auf alle Fälle wieder mit. Ich finde, es läßt sich sehr einfach aufstellen, hat eine sehr große Apsis, ganz viele Abspannpunkte und auch sonst einige gute Winterfeatures.
    Es ist noch die ältere Variante, Helsport hat das Zelt vor der letzten Saison etwas überarbeitet und dabei einen Schwachpunkt beseitigt: Das Zelt fällt am Fußende flach ab (neu ist der hintere Bogen m.E. größer), so daß das Risiko besteht, daß das Fußteil des Schlafsacks am Innenzelt hängt. Wir sind keine Riesen, deswegen war das bisher kein großes Problem. Ich war in diesem Jahr aber zum ersten Mal min einer richtig dicken Downmat unterwegs und lag also höher. Da habe ich schon zusehen müssen, möglichst weit "oben" zu liegen.
    Wenn du gerne noch mehr Infos möchtest, gib mir einfach kurz Bescheid.
    Viele Grüße
    Horst

  20. Alter Hase
    Avatar von Rhodan76
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    AW: (NO/SE) Wintertour 2019: Narvikfjell + Stora Sjöfallet

    #20
    Zitat Zitat von Horst24 Beitrag anzeigen
    ja, wir haben ein Helsport Fjellheimen 3.
    Da fehlt noch der Zusatz X-trem - kleiner preislicher Unterschied

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