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  1. Liebt das Forum
    Avatar von Vegareve
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    AW: Klettern nach der Geburt

    #41
    Davor oder danach? Das hängt doch sehr von der eigenen Lebenssituation ab, bzw. vom Partner und der restlichen Familie (Grosseltern). Ich bin auch die Art von Person, die sagt, das Leben muss nicht zwangsweise vorbei sein, nur weil man Nachwuchs hat .
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

  2. Alter Hase

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    AW: Klettern nach der Geburt

    #42
    Während jeder Schwangerschaft habe ich einen Schwangerschaftskurs besucht. Beim letzten gab es nach einem Jahr noch einmal ein Nachtreffen. Alle außer ganz wenigen erklärten, sie hätten das Jahr heulend im Bademantel verbracht. Weil keine Zeit war, mal zu duschen. Stillen nach Verlangen war angesagt. Rhythmus jeder Art war maximal verpönt. Das Kind durfte niemals weinen, ohne dass es sofort hochgenommen wurde. In den Dienst wurde bei allen der Vater maximal eingespannt. Aber auch zu zweit schien das überhaupt nicht zu schaffen zu sein.

    Wo soll da Platz für Sport, Freizeit und was weiß ich noch sein?

    Bei mir war das das dritte Kind. Da war gar nicht daran zu denken, nun nur noch um das Baby zu tanzen. Das musste eher nebenher laufen. Sofort nach Rückkehr aus dem Krankenhaus habe ich wieder gearbeitet. Das Baby immer dabei. Ich war ziemlich froh, das irgendwie hinzukriegen. Während man ein Baby noch irgendwie mal auf eine Party mitschleppen kann, wo es irgendwo vor sich hin schläft, kann man das mit drei Kindern unter sechs ziemlich vergessen. Da braucht man jedesmal einen Babysitter. Den wir für die drei dann nicht mehr fanden. Die Teenager-Nachbarstochter schaffte das nicht. So dass wir es irgendwann aufgaben. Stundenlange Baby-Einschlafzeremonien hätten die Geschwister niemals geduldet.

    Ich fand übrigens das erste Babyjahr immer noch relativ entspannend. Da schlafen die Kleinen noch stundenlang. Ich habe immer voll gestillt, so dass die Spezial-Nahrungs-Besorgung und -Zubereitung ausfiel.

    Das zweite Jahr fand ich jeweils viel anstrengender. Dann sind sie mit Affenzahn auf eigenen Füßen unterwegs und steuern mit erstaunlicher Zielsicherheit ununterbrochen die nächsten Abgründe an. Laufställe und ähnliche Zwangsmaßnahmen gehen natürlich gar nicht. Da ist man dann, in der halben Kniebeuge wie ein Hockeyspieler, immer hinterher, um sie noch im letzten Moment von hinten an den Trägern der Latzhose zu erwischen. Das ganze kombiniert mit dem Schlachtruf "selber". Selber laufen, selber essen, alles selber machen. Muss auch sein. Aber ist ein echter Zeitfresser.

    Wenn man sich irgendwann mit den Kiddies unterhalten kann, fand ich es jeweils erheblich leichter. Obwohl sie dann meist resoluter "nein" schrien als ihre Mutter.

    Trotzdem. Gerade im Laufe dieses Threads habe ich mich gefragt, ob ich es eigentlich anders hätte haben wollen. Meine Kinder sind jetzt um die 30. Resultat meiner Überlegungen ist ganz klar "nein". Ja, es gab mega-anstrengende Phasen. Drei kranke Kinder zum Beispiel, die einem abwechselnd ins Bett kotzen. Wäscheberge. Am schlimmsten klar in Führung: 19 Jahre Schule. Und vieles fiel natürlich aus. Zumindest phasenweise. Karriere-Einbruch natürlich auch. Trotz Dauer-Schufterei.

    Nette Gesetzesänderungen. Sozial abgesichert bin ich jetzt nur noch, solange meine Ehe hält. Denn dass ich mit über 60 noch einen auskömmlichen Job in meinem Beruf oder auch irgendwoanders finden könnte, kann ich wohl knicken. Durch andere Gesetzesänderungen hat sich meine Rente halbiert. Und die Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung scheinen sich zu verdoppeln.

    Trotzdem. Manches fiel weg. Anderes kam dazu. Mit den Kindern outdoors brachte phantastische Momente und Erfahrungen. Zum Beispiel. Dazu kam noch vieles andere..... Ein "aber reitsportmäßig musste ich erheblich zurückstecken" fällt da im Nachhinein kaum ins Gewicht.

    Deshalb würde ich immer raten, die Dinge behutsam anzugehen. Sich erst einmal stark auf das Baby zu konzentrieren. Und dann zu gucken, was geht. Und zwar nicht unter großem Stress geht, sondern wirklich Spaß macht. Manchmal muss man da auch umdisponieren. Aber es ist sowieso immer nur für eine begrenzte Zeit. Obwohl einen die Kinder auch nie wieder verlassen. Man wird zunächst einmal 20 Jahre lang heftig verantwortlich sein. Sich auch später noch verantwortlich fühlen. Den Kindern das letzte Hemd überlassen. Freud und Leid mit ihnen teilen (das Leid wird nicht ausbleiben).

    "Kinder erhöhen die Angriffsfläche des Schicksals" sagt man bei uns in der Gegend. Und in Gedanken bei ihnen sein, auch wenn sie längst ausgezogen sind.

  3. AW: Klettern nach der Geburt

    #43
    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    Davor oder danach? Das hängt doch sehr von der eigenen Lebenssituation ab, bzw. vom Partner und der restlichen Familie (Grosseltern). Ich bin auch die Art von Person, die sagt, das Leben muss nicht zwangsweise vorbei sein, nur weil man Nachwuchs hat .
    Sie beziehen sich da auf die Zeit nach der Geburt, so wie Enja das beschreibt.

    @Enja, das mit der Angriffsfläche ist schön gesagt!

  4. Alter Hase

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    AW: Klettern nach der Geburt

    #44
    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    Ich bin auch die Art von Person, die sagt, das Leben muss nicht zwangsweise vorbei sein, nur weil man Nachwuchs hat .
    vorbei vielleicht nicht, aber die schwerpunkte verschieben sich schon ganz ordentlich. es gibt zusätzliche aufgaben, die in der freizeit auch noch untergebracht werden müssen. bei sachen wie mls oder skitouren ergibt sich schon recht schnell ein rückgang von 90%, wird bei bei hochtouren nicht viel anders sein. und, wenn ich mich da so im bekanntenkreis umschaue: einige bekommen es besser geregelt, aber da ziehen entweder beide partner absolut am gleichen strang, oder ein part geht in der elternroller dermaßen auf, dass er die meinung vertritt:" geh du doch klettern, hier stehst du eh nur im weg rum". fast alle anderen "lassen ordentlich federn", bergsporttechnisch gesehen.

  5. Liebt das Forum
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    AW: Klettern nach der Geburt

    #45
    OT: Es gibt hier im Forum aber mehr Eltern als Du und nicht alle machen 90% weniger Touren, würde ich spekulieren. Und Männer sind generell besser gestellt, ausser opa, natürlich . Klar, es ist nicht mehr wie vorher, aber einbisschen was geht immer, wenn man es wirklich will. Es gitb sogar Eltern, die mit Kindern ganze Weltreisen machen (mein Ding wäre das aber nicht).
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  6. Meister-Hobonaut Alter Hase
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    AW: Klettern nach der Geburt

    #46
    Alles nur eine Phase und es kommt immer anders.
    Bei uns sind mit 2 Jungs die Outdoortouren wohl zu 95% zurück gegangen.
    neben dem Arbeitsalltag mit 2 berufstätigen, Haushalt, Haus ,Hof, Garten und Haustieren sowie die Kinder zu anderen Aktivitäten kutschieren, bleibt kaum freie Zeit.
    jetzt am Wochenende mit ODS Besuch, haben wir mal wieder die Zelte ausgepackt.
    Die Berge hab ich jetzt seit 6 Jahren nicht mehr gesehen.
    Gruß Harry.
    Nur wo du zu Fuß warst, bist du auch wirklich gewesen. (Johann Wolfgang von Goethe)

  7. Alter Hase

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    AW: Klettern nach der Geburt

    #47
    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    OT: Es gibt hier im Forum aber mehr Eltern als Du und nicht alle machen 90% weniger Touren, würde ich spekulieren. Und Männer sind generell besser gestellt, ausser opa, natürlich . Klar, es ist nicht mehr wie vorher, aber einbisschen was geht immer, wenn man es wirklich will. Es gitb sogar Eltern, die mit Kindern ganze Weltreisen machen (mein Ding wäre das aber nicht).
    alla gut,s chon klar, dass es auch anders geht. wie ich oben schon geschrieben habe, beziehe ich mich hier auf eigene erfahrungen von mir und aus dem bekanntenkreis, und da sind diese 90% in vielen fällen nicht zu hoch gegriffen. prozentsatz hängt natürlich auch davon ab, wieviel du früher unterwegs warst. wenn es in der summe deutlich unter 10 wochenenden sind, ist es bei jährlicher betrachtungsweise schon ganz schön schwer, 90% zusammenzubekommen, sofern du überhaupt noch raus kommst.
    also so, wie ich es mir bei dir und becks vorstelle: regelmäßig freitag nachmittag los in die berge, sonntag spät nacht nach einigen 4.000ern zurückkommen, also sowas ist dann in den meisten fällen höchstens noch die ausnahme, nicht mehr die regel. kinderkompatiblere sachen wie sportklettern, hallenklettern funktioniert schon deutlich besser.
    das männer schlechter gestellt sind als frauen, stimmt höchstens sehr bedingt. währdend des stillens technisch bedingt vielleicht ja, danach hängt es von der durchsetzungsfähigeit des einzelnen ab. und hier ist meine persönliche erfahrung aus dem umfeld schon die, dass hier frauen eher nicht schlechter abschneiden.

  8. Alter Hase

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    AW: Klettern nach der Geburt

    #48
    Was würdest du denn schätzen, wieviel Prozent weniger? Oder ändert sich bei den Forumseltern gar nichts? Wie war es denn bei dir?

  9. Liebt das Forum
    Avatar von Vegareve
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    AW: Klettern nach der Geburt

    #49
    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    regelmäßig freitag nachmittag los in die berge, sonntag spät nacht nach einigen 4.000ern zurückkommen, also sowas ist dann in den meisten fällen höchstens noch die ausnahme, nicht mehr die regel.
    Das stimmt, so was ist dann nicht mehr möglich, zumindest nicht für beide. Aber wir sind auch eher die Ausnahme hier, denke ich (bzw. Becks, ich habe gar nicht so oft frei wie er). Trotzdem möchte ich in diesem Depri-Chor nicht einstimmen, der prophezeit, dass man die Berge danach nie wieder sehen wird .
    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    kinderkompatiblere sachen wie sportklettern, hallenklettern funktioniert schon deutlich besser.
    Ja, das wollte ich auch schreiben, einen halben Tag an den Fels ist schon mal viel leichter zu organisieren als einen 4Tausenden in der Schweiz besteigen. Und die Kinder klettern irgendwann auch mit .

    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    das männer schlechter gestellt sind als frauen, stimmt höchstens sehr bedingt. :
    Ich habe "besser" geschrieben, nicht schlechter. Sprich, trotz angeblicher Gleichberechtigung, sind es immer noch vorwiegend die Frauen, die öfters zuhause bleiben, während Männer ihrem Hobby nachgehen. Das hat auch praktische Gründe, logisch, aber nicht nur. Und dann spielt noch das Umfeld stark mit, sprich, gibts Grosseltern, die sich kümmern wollen oder nicht.
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  10. Alter Hase

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    AW: Klettern nach der Geburt

    #50
    Zitat Zitat von Harry Beitrag anzeigen
    Bei uns sind mit 2 Jungs die Outdoortouren wohl zu 95% zurück gegangen.
    neben dem Arbeitsalltag mit 2 berufstätigen, Haushalt, Haus ,Hof, Garten und Haustieren sowie die Kinder zu anderen Aktivitäten kutschieren, bleibt kaum freie Zeit.
    jetzt am Wochenende mit ODS Besuch, haben wir mal wieder die Zelte ausgepackt.
    Die Berge hab ich jetzt seit 6 Jahren nicht mehr gesehen.
    ein wahres wort!

  11. Alter Hase

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    AW: Klettern nach der Geburt

    #51
    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen

    Ich habe "besser" geschrieben, nicht schlechter. Sprich, trotz angeblicher Gleichberechtigung, sind es immer noch vorwiegend die Frauen, die öfters zuhause bleiben, während Männer ihrem Hobby nachgehen. Das hat auch praktische Gründe, logisch, aber nicht nur. Und dann spielt noch das Umfeld stark mit, sprich, gibts Grosseltern, die sich kümmern wollen oder nicht.
    sorry, mein fehler habe ich gemeint, mich nur verschrieben. dazu sage ich nur:

    o-ton mann:" schatz, alter kletterfreund hat mich angerufen, kann ich mit dem nächstes wochenende was ausmachen?"
    o-ton frau: schatz, alte kletterfreundin hat mich angerufen, wir haben für nächstes wochenende wass ausgemacht, da hast du die kinder."

    und nein, hier beziehe ich mich definitiv nicht (nur) auf mich, ich kenne auch noch andere leute, die klettern.

    großeltern helfen viel, da hast du recht, sofern sie denn in räumlicher nähe und greifbar sind. bist aber immer noch weit weg von den zeiten vorher. ganz ohne gejammer - die kinder machen natürlich auch spass, oft zumindest. aber die hoffnung, die ich auch mal hatte, dass das mit kindern fast so weitergehen kann wie vorher: die bestätigt sich in vielen fällen nicht.

    Und die Kinder klettern irgendwann auch mit
    hier sollte man den eignen wiillen der kleinen nicht ganz unterschätzen. klappt manchmal, oft entwicklen sie dann auch andere interessen.

  12. Alter Hase

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    AW: Klettern nach der Geburt

    #52
    Es geht doch hier um "nach der Geburt". Klar, es gibt den Baby-Blues. Aber dazu kommt doch in der Phase auch viel Euphorie. Also kein Depri-Chor. Nur halt nicht der "Ich steh täglich am Gipfel-Kreuz-Chor".

    Nach der Geburt klettert zum Beispiel das Neugeborene erst einmal noch nicht mit. Manche Babys sind recht "transportabel". Manche nicht. Da hat man wenig Einfluss drauf. Wie lang sich das zieht, dass man wirklich nicht mehr viele Berge sieht, kommt auch drauf an, wieviele Kinder das werden. Und was da sonst noch alles so passiert. Im Prinzip heißt es vor der Geburt immer wieder gerne "ach was, da ändert sich gar nicht und außerdem ob oder ob nicht, liegt nur an dir". Solange man sein Baby dann nicht quält, ist das doch auch nicht schlimm. Die Lernkurve ist in der Phase steil. Zwangsläufig.

  13. Liebt das Forum
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    AW: Klettern nach der Geburt

    #53
    Zitat Zitat von Enja Beitrag anzeigen
    Es geht doch hier um "nach der Geburt". Klar, es gibt den Baby-Blues. Aber dazu kommt doch in der Phase auch viel Euphorie. Also kein Depri-Chor.
    Ich meinte diesen "Chor".

    @Harry: und was macht ihr im Urlaub? Eigentlich schade, was hätte ich als Kind nicht dafür gegegeben, outdoorinteressierte Eltern zu haben...
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

  14. Liebt das Forum
    Avatar von Vegareve
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    AW: Klettern nach der Geburt

    #54
    Zitat Zitat von opa Beitrag anzeigen
    o-ton frau: schatz, alte kletterfreundin hat mich angerufen, wir haben für nächstes wochenende wass ausgemacht, da hast du die kinder."
    Prima, so stelle ich mir das auch vor .
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  15. Alter Hase

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    AW: Klettern nach der Geburt

    #55
    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    Prima, so stelle ich mir das auch vor .
    ja, in dem fall bist du mit deinen vorstellungen tatsächlich nahe an der realität. ist bei fast allen kletterkumpeln von früher so. selbst wenn die frau nicht klettert und keine kinder da sind, gibt es da extremfälle, die müssen dann haus und blumenbeete hüten oder haben eine elendslange liste an haus-und gartenarbeit abzuarbeiten, währdend die frau ihren interessen frönt.

    also, frischauf ans kinderkriegen, becks schaukelt das mit dem nachwuchs dann schon...

  16. Fuchs
    Avatar von nunatak
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    AW: Klettern nach der Geburt

    #56
    Zitat Zitat von Harry Beitrag anzeigen
    Alles nur eine Phase und es kommt immer anders.
    Bei uns sind mit 2 Jungs die Outdoortouren wohl zu 95% zurück gegangen.
    neben dem Arbeitsalltag mit 2 berufstätigen, Haushalt, Haus ,Hof, Garten und Haustieren sowie die Kinder zu anderen Aktivitäten kutschieren, bleibt kaum freie Zeit.
    jetzt am Wochenende mit ODS Besuch, haben wir mal wieder die Zelte ausgepackt.
    Die Berge hab ich jetzt seit 6 Jahren nicht mehr gesehen.
    Ich finde, es bringt wenig, über den prozentualen Rückgang zu jammern, so lange das, was an Berg- und sonstigen Outdooraktivitäten übrig bleibt, nicht Null oder allzu schmerzhaft wenig ist und man im Gesamten damit leben kann. Vielleicht war man früher auch einfach öfter in den Bergen als unbedingt nötig war und weil man sich wenig Gedanken gemacht hat, ob andere Aktivitäten auch irgendwas zwischen OK und erfüllend sein könnten. Wie man an Harrys Auflistung sieht, liegt es nicht nur an Kindern, wenn für Berge wenig übrig bleibt. Es sind oft einfach auch bewusste Entscheidungen wie die zu einem Garten dabei, die bei den meisten erst später im Leben eine Rolle spielen und auch ohne Kinder weniger Zeit für Berge lassen. Haustiere sind auch so eine Sache, die nicht zwingend mit Kindern verbunden sind. Das sind bewusst selbstgewählte Bausteine im Leben, die zu Verschiebungen der Zeitverfügbarkeit führen.

    Dass man 6 Jahre lang auf die Berge verzichtet, könnte ich mir jetzt nicht vorstellen. Da würde ich mich schon fragen, ob das nur Ergebnis einer endlosen Pechserie aus Schlechtwetter, Absagen, Verletzungen etc. ist oder einem die Berge vielleicht nicht mehr sonderlich wichtig sind. Ich behaupte mal, wenn man in die Berge möchte, wird jeder, der nicht aus irgendwelchen speziellen Gründen permanent nie weg kann, 1-2 Wochenenden im Jahr finden, um das zu tun. Dafür reicht als Minimallösung schon ein Tag während des Urlaubs, wenn man mal früh aufsteht, eine Wanderung macht und abends zufrieden zurückkehrt zur Familie. Praktisch finde ich auch, wenn zwei Familien sich zusammentun im Urlaub, meistens was zusammen gemacht wird, dann aber auch mal möglich ist, dass (in einer gerechten Aufteilung...) mal ein Teil der Erwachsenen zusammen klettern o.ä..geht und die anderen die Kinder hütet. An anderen Tagen wird dann gewechselt.
    Geändert von nunatak (08.04.2019 um 15:29 Uhr)

  17. Alter Hase

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    AW: Klettern nach der Geburt

    #57
    Ich war sieben Jahre lang immer entweder schwanger oder habe gestillt. Dazwischen war nicht viel.

    In Urlaub gefahren sind wir natürlich trotzdem. Da konnte man die Berge sehen. Die Wanderungen waren eher kurz. Längeres zu organisieren, war schwierig. Und wir waren eigentlich auch gern mit den Kindern zusammen. 'Aufgeteilt haben wir uns später. Einer mit den Kleinen. Einer mit den Großen. Oder so in der Art. Dazu kamen in der Zeit noch Hausbau, Garten, Haustiere und der eigene Betrieb, den wir in der Zeit gegründet haben. Das war schon reichlich.

    Jetzt leben wir komfortabel, sind ständig und gerne ohne Kinder unterwegs. Auch schön. Trotzdem möchte ich die Zeit mit den Kindern nicht missen. Das sind halt Lebensphasen.


  18. Userbeauftragte
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    Alter Hase
    Avatar von Mus
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    AW: Klettern nach der Geburt

    #58
    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    Ich bin auch die Art von Person, die sagt, das Leben muss nicht zwangsweise vorbei sein, nur weil man Nachwuchs hat .
    Das hängt auch wesentlich von der Art des Nachwuchses ab. Verbindliche Bestellzettel werden leider immer noch nicht vorher ausgeteilt. (Ich hätte gerne mal mein Kreuzchen bei "ganz normales Kind ohne Extras" gemacht.) Manchmal hat man dann wirklich das Gefühl, dass einen das Leben sehr, sehr lange in die Zwangspause schickt.

    Zitat Zitat von Enja Beitrag anzeigen
    Ich fand übrigens das erste Babyjahr immer noch relativ entspannend. Da schlafen die Kleinen noch stundenlang.
    Dann hattest du großes Glück.

    Das zweite Jahr fand ich jeweils viel anstrengender. Dann sind sie mit Affenzahn auf eigenen Füßen unterwegs und steuern mit erstaunlicher Zielsicherheit ununterbrochen die nächsten Abgründe an. Laufställe und ähnliche Zwangsmaßnahmen gehen natürlich gar nicht. Da ist man dann, in der halben Kniebeuge wie ein Hockeyspieler, immer hinterher, um sie noch im letzten Moment von hinten an den Trägern der Latzhose zu erwischen. Das ganze kombiniert mit dem Schlachtruf "selber". Selber laufen, selber essen, alles selber machen. Muss auch sein. Aber ist ein echter Zeitfresser.
    Wie sagte ich immer: 16 Stunden am Tag Squash spielen und parallel dazu Fluglotsendienst in Frankfurt. Aber warum nur im zweiten Jahr?

    Wenn man sich irgendwann mit den Kiddies unterhalten kann, fand ich es jeweils erheblich leichter.
    Seit dem rennen und kraxeln sondern quasseln und disskutieren einen auch noch um den Verstand (und letzteres will bei mir schon was heißen) Das sorgt für Ausgleich.

    Trotzdem. Gerade im Laufe dieses Threads habe ich mich gefragt, ob ich es eigentlich anders hätte haben wollen. Meine Kinder sind jetzt um die 30. Resultat meiner Überlegungen ist ganz klar "nein". Ja, es gab mega-anstrengende Phasen. Drei kranke Kinder zum Beispiel, die einem abwechselnd ins Bett kotzen. Wäscheberge. Am schlimmsten klar in Führung: 19 Jahre Schule. Und vieles fiel natürlich aus. Zumindest phasenweise. Karriere-Einbruch natürlich auch. Trotz Dauer-Schufterei.
    Irre irgendwie, aber ja, so ist es.

    Trotzdem. Manches fiel weg. Anderes kam dazu. Mit den Kindern outdoors brachte phantastische Momente und Erfahrungen.
    Definitiv. Aber eben ganz anders als vorher.

    "Kinder erhöhen die Angriffsfläche des Schicksals" sagt man bei uns in der Gegend.


    Zitat Zitat von Vegareve Beitrag anzeigen
    OT: Es gibt hier im Forum aber mehr Eltern als Du und nicht alle machen 90% weniger Touren, würde ich spekulieren. Und Männer sind generell besser gestellt, ausser opa, natürlich . Klar, es ist nicht mehr wie vorher, aber einbisschen was geht immer, wenn man es wirklich will. Es gitb sogar Eltern, die mit Kindern ganze Weltreisen machen (mein Ding wäre das aber nicht).
    Die meisten machen erheblich weniger und erheblich weniger spektakuläre Touren. Für alles andere brauchen nicht nur die Eltern ein ganz spezielles Naturell, sondern auch die Kinder.
    Wenn man wirklich will, geht immer ein bisschen, das stimmt. Aber manchmal fehlt einfach die Kraft zum wirklich wollen, weil man sie für wichtigeres braucht.
    Das letzte was man dann braucht, ist jemand, der einen deshalb für ein doofes Muttertier hält.
    Und das vorletzte was man braucht, ist jemanden, der einem Vorwürfe macht, weil man das bisschen unbedingt will und fordert, auch wenn das Kind dadurch mal etwas zurück stecken muss.

  19. Liebt das Forum
    Avatar von Vegareve
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    AW: Klettern nach der Geburt

    #59
    Opa, Du hast vielleicht einen seltsamen Bekanntenkreis.... Versteht sich doch von selbst, dass man das, was an für sich beanspruch (Zeit für Hobbies), auch dem anderen zugesteht. Ich jedenfalls kenne keine Hausmänner.
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

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    #60
    Zitat Zitat von nunatak Beitrag anzeigen
    Ich finde, es bringt wenig, über den prozentualen Rückgang zu jammern, so lange das, was an Berg- und sonstigen Outdooraktivitäten übrig bleibt, nicht Null oder allzu schmerzhaft wenig ist und man im Gesamten damit leben kann. Vielleicht war man früher auch einfach öfter in den Bergen als unbedingt nötig war
    [...]
    Ich behaupte mal, wenn man in die Berge möchte, wird jeder, der nicht aus irgendwelchen speziellen Gründen permanent nie weg kann, 1-2 Wochenenden im Jahr finden, um das zu tun. Dafür reicht als Minimallösung schon ein Tag während des Urlaubs, wenn man mal früh aufsteht, eine Wanderung macht und abends zufrieden zurückkehrt zur Familie. Praktisch finde ich auch, wenn zwei Familien sich zusammentun im Urlaub, meistens was zusammen gemacht wird, dann aber auch mal möglich ist, dass (in einer gerechten Aufteilung...) mal ein Teil der Erwachsenen zusammen klettern o.ä..geht und die anderen die Kinder hütet. An anderen Tagen wird dann gewechselt.
    jup. und kinder sind defintiv was schönes! aber man muss schon sagen, dass ich zu anfang schon damit beschaftigt war, im kopf diverse planungen durchzuspielen, wie man das ganze organisiert bekommt, ohne dass das kletter- und skipensum großartig darunter leiden. und da sollte man evtl. nachahmern schon mal sagen: erstens komt es anders... besser, man kann sich anhand der erfahrungswerte von so ein paar alten säcken schon mal darauf einstellen. oder vielleicht auch nicht, wer weiß...

    und wenn man viele jahre daran gewöhnt war, ich sage jetzt mal ein bisschen übertrieben, die freizeit mehr oder weniger vollumfänglich kletternd oder auf ski zu verbringen (ob das jetzt mehr als notwenidg ist, sei dahingestellt), dann ist es halt schon eine gehörige umstellung, die, auch das muss man sagen, nicht immer leichtfällt.

    nichtdestotrotz, ein bisschen was geht immer (noch), wobei deine 1-2 wochenenden sogar fü jemanden wie mich, der fast gar nicht mher rauskommt, schon eher eine horrorvorstellung sind. in deinem fall kann man da wahrscheinlich wenigstens eine null dranhängen....

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