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  1. Alleinwandern für Angsthasen

    #1
    Hallo zusammen!

    Ich bin Wanderanfänger und habe mich bisher auf Tageswanderungen beschränkt. Im nächsten Jahr würde ich gerne eine mehrtägige Wanderung planen, entweder hier in Deutschland oder in Norwegen.
    Wie bisher werde ich allein unterwegs sein und habe festgestellt, dass das je nach Tagesform und Wetter eine ziemlich gruselige Angelegenheit sein kann, was zumindest mir oft den Spaß an der Sache nicht nimmt, aber doch einschränkt.

    Damit werde ich sicher nicht die Einzige sein, auch wenn man von sowas (vermutlich auch aus erzählerischen Gründen) normalerweise nicht viel hört

    Gibt es hier ein paar Profis, die Tipps haben, wie man eine solche Tour allein "durchsteht"?


    LG,
    Ella

  2. Erfahren

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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #2
    Wenn Dir das keinen Spaß macht, wieso wanderst Du dann alleine?
    Es ist immer zu früh, um aufzugeben.

  3. Neu im Forum

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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #3
    Hi!

    geht mir auch so, ich wandere gerne alleine, hab auch niemanden mit dem ich gehen könnte.

    Ich hab mir jetzt erstmal kürzere Zweitageswanderungen in Deutschland vorgenommen. Und denn seh ich mal weiter. Und hoffe das ich mich einfach dran gewöhne an gelegentlich "gruselige" Gefühle.

    Ich schlaf ab und an im Auto irgendwo an der Strasse. Oh je was hatte ich zu Anfang Bammel, jetzt finde ich es ganz normal.

    Also werd ich mich auch ans alleine wandern gewöhnen. Nächste Stufe ist draussen übernachten.

    Grüßle

  4. AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #4
    Zitat Zitat von Waldlaeuferin Beitrag anzeigen
    Wenn Dir das keinen Spaß macht, wieso wanderst Du dann alleine?
    Ich wandere ja gerne und es macht mir auch Spaß unterwegs zu sein.
    Nur schleicht sich ab und an das Gefühl ein, etwas würde nicht stimmen und man kann die Tour nicht mehr wirklich genießen. Das finde ich dann meistens sehr ärgerlich, besonders, wenn es eine Tour ist, auf die man sich lange gefreut hat, und man seine Zeit dann mit Blicken über die Schulter verbringt. Davon möchte ich mich nicht ausbremsen lassen. Es gibt zu viele Orte, die ich gerne sehen würde.

    Meistens fahre ich bisher mit dem Bus oder Zug zu verschiedenen Zielen, die ich mir im Vorfeld ausgesucht habe um eine Tagestour oder bei einem langen Wochenende auch 2 zu unternehmen. Momentan hat das vorwiegend Zeit und Geld-Gründe, dass es nur im Inland und über kurze Strecken geht, aber ich möchte das gerne ausbauen.
    In Zukunft fände ich es schön mal nach Grönland, auf die Faroer oder eben in den Norden Norwegens zu fahren. Irland wäre auch eine Option. Da gibt es im Vergleich auch mal mehr Menschen

    Alleine fahre ich bei so etwas, weil ich in der Vergangenheit meist innerhalb meiner Bekannten keine verbindlichen Zusagen bekommen habe. Sei es ein Urlaub oder eine Wanderung. Bis ich dann begonnen habe alleine zu reisen sind die Pläne dann immer geplatzt, manchmal sehr kurzfristig.

  5. Erfahren

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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #5
    Entscheidend dürfte sein vor was du dich fürchtest.
    Menschen,Tiere,Dunkelheit,Einsamkeit,Unfälle ?

  6. Fuchs
    Avatar von wilbert
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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #6

  7. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #7
    Zitat Zitat von EllaOntheRoad Beitrag anzeigen
    Nur schleicht sich ab und an das Gefühl ein, etwas würde nicht stimmen und man kann die Tour nicht mehr wirklich genießen. ...und man seine Zeit dann mit Blicken über die Schulter verbringt.
    Da hilft nur mehr Touren machen.

    Das gefährlichste am Wandern in Deutschland ist immer noch die An- und Abreise. Im Wald lauert kein Räuber hinter den Bäumen.
    Wenn du mit Mehrtagestouren anfängst übernachte erst mal in Pensionen oder einen Campingplatz. Danach schläfst du in oder bei Schutzhütten und irgendwann ist das alles ganz normal für dich.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  8. Dauerbesucher
    Avatar von ApoC
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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #8
    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    [...]

    Das gefährlichste am Wandern in Deutschland ist immer noch die An- und Abreise. Im Wald lauert kein Räuber hinter den Bäumen.
    [...]
    DOCH! Die ZECKE!!!! ;)

    Nein im Ernst! Gefahren im Wald gibt es auf den Wegen kaum. Ich weiß jetzt nicht genau wovor du dich fürchtest aber ich denke die Angst hat etwas damit zutun, dass Du auf einmal viel weniger Reizen ausgesetzt bist. Mich überkommt auch gelegentlich ein mulmiges Gefühl. Ich "weiß aber", dass nix passieren kann und versuche dann auch einfach der aktiv zu lauschen und die Umgebung anzuschauen. Man muss sich ein wenig auf die "Stille" einlassen denn so Still ist es nicht und wenn man genau hinhört gibt es in den Waldgräuschen sehr viel Spannendes zu entdecken weswegen die "Stille" garnicht so still ist.

  9. AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #9
    Zumindest bei mir konnte ich feststellen, dass ich bei Touren alleine noch genauer als sonst darauf schauen muss, dass ich ausgeschlafen und satt bin und genug getrunken habe. Gerade letzteres kann mich sehr unruhig machen. Ansonsten habe ich mir angewöhnt mein Handy immer an der gleichen Stelle griffbereit zu tragen. Das gibt mir ein gewisses Gefühl der Sicherheit. Ich gebe außerdem am Tagesbeginn meine geplante Route daheim bekannt.

    Die Frage ist ja immer, ob man sich vor anderen Leuten fürchet oder davor sich alleine zu verletzten und nicht gefunden zu werden. Meiner Erfahrung nach kann eine einzelne Person, die einem unheimlich ist viel schlimmer sein als komplette Einsamkeit.

    Edit: Nicht unterschätzen darf man hier auch die Komponenten einer gewissen anerzogenen Grundangst. Zumindest mir wurde schon als Kind vermittelt, dass man als Mädchen besonders aufpassen muss und man nicht allein sein sollte. Ich denke schon, dass Frauen hier anders geprägt werden.

  10. Erfahren

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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #10
    Ich bin auf Wanderungen und Radtouren zu 90% allein unterwegs. Ich mag das. Da kann ich mich dahin wenden, wohin ich will. Kann rasten, wann ich will. Ich werde oft gefragt, ob ich als Frau dabei keine Angst hätte. Warum sollte ich? Niemand wird mir auf einem einsamen Weg gezielt auflauern. Der müsste ja lange warten. Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich einem abnorm veranlagten Menschen in der Einsamkeit begegne? Wovor sollte ich sonst in Mitteleuropa Angst haben? (Außer vor Zecken. Und die habe ich in meinem Garten.)
    Mulmig wird mir, wenn ich in einer Stadt abends allein durch die Straßen laufe. Da besteht doch wohl die größere Wahrscheinlichkeit, dass jemand lauert und mich in einen Hauseingang zieht.
    edit: Handy brauche ich bei Tageswanderungen von zu Hause aus nicht mitzunehmen. Habe sowieso kaum Empfang.

  11. Fuchs

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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #11
    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Danach schläfst du in oder bei Schutzhütten und irgendwann
    ... kommt der Wolf
    "Als wir fertig waren mit Reflektieren war es schon zu windig, um das Zelt aufzustellen."

  12. Vorstand
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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #12
    … so ungefähr?



    ... es stellte sich heraus, dass sein Name "Julius" war


    @Ella: Man gewöhnt sich an’s Alleine-Wandern. Und ja, Hunger und Müdigkeit können die Stimmung ganz schön beeinträchtigen. Wenn man das weiß, kann man es zuordnen, und dann ist es wieder weniger irritierend.

    Singen hilft auch :-)

  13. AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #13
    Das ging ja fix, bei euch

    Zitat Zitat von findkfn Beitrag anzeigen
    Entscheidend dürfte sein vor was du dich fürchtest.
    Menschen,Tiere,Dunkelheit,Einsamkeit,Unfälle ?
    Ich glaube vor Menschen tatsächlich am wenigsten. Zumindest ist mir bisher niemand gruseliges begegned. Hoffentlich bleibt das auch so. Im Gegenteil fand ich es gerade in solchen Situationen eher erleichternd andere Leute zu treffen.
    Persönlich ist es glaube ich das Gefühl beobachtet zu werden. Muss mich meistens dann dauernd nach möglichen Gefahren umsehen, wobei ich nicht genau festlegen kann, worum es dabei genau geht. Hatte das in Abschnitten von mehreren Wanderungen, sowohl im Sommer als auch im Winter bei Nieselregen und Nebel, der zugegeben extra fies war. Diese habe ich nach etwa 4h von 6h dann auch abgebrochen, weil dort die (erste) Möglichkeit bestand über eine Zufahrtstraße zu einem Bahnhof zu gelangen und zurück in die Stadt zu fahren.


    Danke auf jeden Fall für die Antwort.
    Das tut mir leid, wenn das Thema doppelt ist. Werde mir die beiden noch genauer durchlesen, aber vom Überfliegen haben die beiden zumindest andere Schwerpunkte. Dunkelheit und Übernachtungen sind für mich bisher kein Thema. Da weiß ich schon von daheim auf der Couch, dass das momentan noch nicht drin ist


    Zitat Zitat von blauloke Beitrag anzeigen
    Da hilft nur mehr Touren machen.

    Das gefährlichste am Wandern in Deutschland ist immer noch die An- und Abreise. Im Wald lauert kein Räuber hinter den Bäumen.
    Wenn du mit Mehrtagestouren anfängst übernachte erst mal in Pensionen oder einen Campingplatz. Danach schläfst du in oder bei Schutzhütten und irgendwann ist das alles ganz normal für dich.
    Naja, von einem Wildschwein, oder im Norden von einem Bär, gegessen werden möchte ich trotzdem nicht D:
    Hattest du ähnliche Probleme oder war es für dich etwas "natürliches" einfach ein Camp aufzuschlagen?

  14. AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #14
    Singen hilft auch :-)
    Da würden bestimmt viele schon von Weitem Reisaus nehmen xD

  15. Erfahren

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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #15
    Wer soll Dich beobachten, wenn nicht Menschen? Wildschweine könnten gefährlich werden, wenn Du Ihnen unbeabsichtigt zu Nahe kommst. Passiert aber meist nur, wenn man weglos unterwegs ist.

    Ach ja, Sch... habe ich, wenn ich in der Dämmerung unterwegs bin und meine rote Jacke nicht an habe: vor Jägern.

  16. Vorstand
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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #16
    Kenne ich von früher. Geht aber weg, wenn man oft genug die Erfahrung gemacht hat, dass wirklich nix passiert. Taschenlampe mitnehmen hilft auch (für den Fall mit den Jägern, sonst nicht notwendigerweise).

  17. Moderator
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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #17
    Du hast einfach zu viel Kopfkino. Das kann man (weg)trainieren. Oder Du hast Angst, dich mit deinen Gedanken zu beschäftigten, was die Beschäftigung Nr. 1 bei allein wandern ist . Dabei kann das aufsaugen der Umgebung mit allen Details so unglaublich entspannend sein .
    "Niemand hört den Ruf des Meeres oder der Berge, nur derjenige, der dem Meer oder den Bergen wesensverwandt ist" (O. Chambers)

  18. Vorstand
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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #18
    Es kann auch sein, dass man Dunkelheit und Nebel in Städten gewöhnt ist, Dunkelheit und Nebel im Wald aber nicht. Da schaltet der Körper schon von ganz alleine auf "Achtung" (bis die Erfahrung irgendwann mal gegenhalten kann und sagt: alles ok).

  19. Fuchs
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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #19
    Ich denke, und das hilft mir, dass das einfach natürliche Urängste sind. Als wir uns zum Homo sapiens entwickelten, war ein Mensch allein wirklich in Gefahr und die Umwelt in der Tat gefährlich. Wenn ich das so sehe, kann ich meine Ängste verstehen und gelassen sehen. Denn ja, ich kenne das auch, allerdings nie so stark bisher, dass es mir den Tag verdorben hätte. Am stärksten war es im Fjäll, wo man gelegentlich das Gefühl haben kann, der erste oder letzte Mensch zu sein... Aber auch hier immer noch angenehmer Grusel.

    Hinzu kommt nach meiner Erfahrung, dass alleine alle Eindrücke und Gefühle intensiver sind, im Guten wie im Schlechten. Kleinigkeiten die schief laufen, über die man zu zweit lachen würde, stürzen solo in die Krise. Orte die „komisch“ sind, können alleine regelrecht bedrohlich wirken. Andrerseits beeindruckt mich Naturschönheit alleine mehr. Überhaupt durchlaufe ich alleine intensiveren Stimmungen, zu zweit ist das alles etwas nivelliert. Hat Vorteile und Nachteile.

    Nimm es gelassen und lass es zu, wäre mein Rat. Vertraue Dir und Deinen Gefühlen, sie wollen Dich einfach zur Vorsicht mahnen! Der Urmensch in Dir versteht nicht, dass Du ein Handy in der Tasche hast. Im Fjäll oder Grönland, ohne Empfang, mahnt er durchaus zu recht zu Vorsicht vor Wetterverschlechterung, Verlaufen, Fußbrechen, Erschöpfung und doch dem einen oder anderen Raubtier...

    Gruß,

    Claudia
    Mein Blog zum Draußensein mit allen Sinnen: www.wanderluchs.de

  20. Fuchs
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    AW: Alleinwandern für Angsthasen

    #20
    Zitat Zitat von EllaOntheRoad Beitrag anzeigen
    Hattest du ähnliche Probleme oder war es für dich etwas "natürliches" einfach ein Camp aufzuschlagen?
    Anfangs hatte ich natürlich auch Bedenken wie das mit dem Zelten im Wald ist. Am meisten "Angst" hatte und habe ich immer noch dass mich ein Förster oder Jäger findet und weiter schickt.
    Wobei ich mit der Zeit immer weniger versteckt zelte, mich würde einfach interessieren was die dann sagen.

    Ich hatte auch schon mal Fußspuren im frischen Schnee neben meinem Zelt als ich Morgens heraus gekrochen bin. Ob das nun ein Jäger oder Spaziergänger war weiß ich nicht, jedenfalls hat mich niemand gestört.
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

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