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  1. formerly known as curzondax Erfahren
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    [Tag 041 & 042] Eisack & Brennerautobahn

    #41
    Mitreisende: vergissminet
    Auf den letzten beiden Tagen vor meinem Kurzurlaub in Meran mit Fräulein A wechselte ich von den Südtiroler Dolomiten in die Sarntaler Alpen.

    Die Wanderung von Völs nach Klobenstein ist beim ersten Hinschauen nicht sehr beeindruckend - die beiden Orte sind Luftlinie vielleicht 3 Kilometer voneinander entfernt, und man sieht daher schon beim Startpunkt ganz gut von der einen Dorfkirche zur anderen. Allerdings steckt der Teufel für Wanderer im Detail: Dazwischen schlängelt sich unten im Graben die Eisack zwischen den beiden Orten durch - und ein paar Meter weiter darüber, auf mächtigen Betonpfeilern, die Brennerautobahn. Das bedeutet in anderen Worten: 600 Höhenmeter runter, und nach dem Bach 800 Höhenmeter wieder rauf. Uffz!

    Das Wetter war eher bescheiden, was der erste Grund ist, warum es diesmal keine Fotos gibt. Der zweite, weitaus schmerzlichere: Keine drei Tage, nachdem meine Speicherkarte mit den Fotos der Dolomitenquerung den Geist aufgab, verabschiedete sich vorgestern mit einem leisen "Puff" auch gleich mein Smartphone dazu. Völliges Knockout, keine Chance, das Gerät wieder zum Laufen zu bringen (auch die Speicherkarte ist übrigens hinüber, keine chkdsk, kein RAW File Reader etc. konnte mir noch helfen).

    Egal, dafür habe ich heute wieder einmal ein Video - es ist ein kleiner Ausschnitt von unserer Begehung des Sentiero Astaldi ein paar Tage vorher. Der Sentiero ist ein aussichtsreicher, jedoch praktisch eben verlaufendem Klettersteig am Fuße der Tofane.

    Die besten Tiefblicke kommen im letzten Drittel - viel Spaß!
    https://www.youtube.com/watch?v=ksBOJComDHI
    Geändert von vergissminet (12.04.2019 um 08:49 Uhr)

  2. Anfänger im Forum

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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #42
    Jetzt bist du endlich in meiner Heimat angekommen . Bin geboren und aufgewachsen in Meran, meine Mutter ist aus Klobenstein und meine Tante lebt in Völs. Ich hab mich als Kind bei Autofahrten vom Eisacktal nach Völs meist übergeben wegen der ganzen Serpentinen.

  3. formerly known as curzondax Erfahren
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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #43
    Zitat Zitat von adriano Beitrag anzeigen
    vom Eisacktal nach Völs
    Der Fußweg hinunter war dafür sehr gemütlich - breite Serpentinen bis zum "Steg", der alten Holzbrücke über den Eisack. Hinauf nach Klobenstein war's dafür wieder knackig! Ich könnte mir vorstellen, dass Deine Mutter und Deine Tante sehr genau abgewogen haben, bei welcher Gelegenheit sie sich auf einen Kaffee treffen

  4. formerly known as curzondax Erfahren
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    [Tag 043 & 044] Zu Tode g'furchten ...

    #44
    ... is a g'storben, sagt man daheim. Einen wahren Kern hat die Sache: Dass ich wegen der angekündigten Gewitterfront einen Tag länger in Meran geblieben bin, erwies sich als zu übervorsichtig - schade drum!

    Dabei hätte ich einfach nur ein bisserl besser aufpassen müssen, denn: Die Bergwetter-Info, die ich außerhalb von Österreich verwende, stellt der Deutsche Alpenverein zur Verfügung. Hier kann man sich durch alle Gebirgsgruppen der Ostalpen klicken, was ich sehr praktisch finde.

    Die Prognosen werden allerdings von der österreichischen ZAMG erstellt, die die Wolken am Gebirgshimmel gerne ein wenig schwärzer malt, als sie dann tatsächlich über den Wanderer hinwegziehen. Nach jahrelanger treuer Nutzung der Prognosen erlaube ich mir so ein Urteil, jawoll.

    Was also tun, wenn Innsbruck das Jüngste Gericht verkündet? Im Tal Richtung Mittelmeer weiterzugehen bringt nicht viel, da ich ja wegen den Höhenwegen hier bin, und nicht wegen der - eh schönen - Vinschgauer Straße Richtung Reschenpass.

    Option 2 - in Meran bleiben? Bei Zimmerpreisen jenseits der 150 Euro pro Nacht auch kein Wunschkonzert für einen mittelmäßig bemittelten Mittelmeerwanderer, der diesen Sommer noch 70 Auswärts-Übernachtungen mit unsicherem Preisgefüge vor sich hat.

    Doch wie schon so oft hilft mir mein liebes Basislager in Wien aus der Patsche und zaubert eine Bleibe zu wohlfeilen 66 Euro aus dem Nichts. Das klingt zwar immer noch viel, ist aber ein Glücksfall, denn um das Geld schläft man in Meran - das nötige Münzgeld vorausgesetzt - bestenfalls am Bahnhofsklo.

    Apropos Fräulein A. Der letzte Tourenbericht endete weit oben am Rittner Horn, denn ich hatte eine Verabredung! Ausgerechnet von dort oben lassen sich die Zentren Südtirols sehr angenehm erreichen: Mit Seilbahn, Wanderbus, Schmalspurbahn und 'Wui-haut-die-sich-schnell-den-Berg-runter!'-Gondel kommt man vom Horn direkt in die Stadtmitte von Bozen. Die Talstation befindet sich nämlich unmittelbar neben dem Hauptbahnhof.

    Zurück zum Wiedereinstieg am Rittner Horn ging es dann sogar noch bequemer, weil wir mit dem Auto die Höhenmeter wieder gut machten, und vom Wandererparkplatz gemeinsam zum Gipfel aufgestiegen sind. Um uns dort, inmitten der prächtigen Bergkulisse Südtirols, für ca. 2 Monate Lebewohl zu sagen. Fräulein A hat diesen Sommer beruflich ein Mörderprojekt abzuwickeln, und die heiße Phase hat jetzt im Juli begonnen. Bis September sind daher gemeinsame Unternehmungen nicht nur wegen der Distanz, sondern auch wegen der blockierten Wochenenden nicht drinnen.

    Weshalb ich recht wehmütig nachgeschaut habe, als sich der türkise Punkt Richtung Süden verabschiedete ...



    ... während mein weiterer Weg nach Westen ins Sarntal führte. Nicht nur dort, sondern immer wieder - an verschiedensten Orten der Alpen - treffe ich auf Hinweisschilder, wo sich mir nicht so recht erschließen will, welches Verhalten von mir erwartet wird, nachdem ich den Inhalt zur Kenntnis genommen habe.

    Hier belasse ich es bei einem anerkennenden "Aso."



    Von meinem Etappenziel Bundschen im Sarntal wird mir nicht viel mehr in Erinnerung bleiben, als dass ich mich im gleichnamigen Gasthof einen Abend lang gefragt habe, wofür ich denn nun genau knapp 50 Euro für ein simples Zimmer bezahle. Die Wirtsleut' dort sind freundlich, die Zimmer pikobello sauber. Wohlgefühlt habe ich mich auch, aber das hab ich mich bei gleichwertigen Zimmern um 30 Euro ebenfalls, zumal in Bundschen bittschen nicht einmal ein Frühstück dabei war.

    Zum Vergleich: Die Unterkunft nahe Bozen, in der ich mit Fräulein A das Wochenende verbrachte, bot jeden Schnickschnack, den man sich von einem Haus, das sich Wellneshotel nennt, erwartet. Und im Gegenzug erwartete man sich von uns ebenfalls 50 Euro pro Nacht. In Bundschen hingegen gab es nicht einmal WLAN. Das halte ich heutzutage in einer talnahe gelegenen Herberge für genauso anachronistisch wie umgekehrt die bei manchen Häusern immer noch angebrachte Werbung "Fremdenzimmer mit Dusche".

    Aber wurscht, kurz vor sechs Uhr morgens ging es frisch geduscht für mich wieder auf den Berg, 1200 Höhenmeter waren der Preis fürs selbstgemachte Frühstücksfernsehen (ich trage Nescafe, Milchpulver, M&M und Müsli mit mir herum, damit kann man schon was machen!).

    Ich war flott unterwegs, denn für Nachmittag waren Gewitter prognostiziert. Weshalb ich danach trachtete, noch am Vormittag über den Grat zu kommen, wo das Gestüt Sarntal den einzigen Tisch (wo ich mir mein zweites Frühstück machen wollte - in der Bildmitte zwischen Brown Beauty und Iltschi) belagerte.



    Also beschloss ich, die Jausenpause auf das Wesentlichste zu beschränken.



    Unterwegs gab's zwar nirgends Trinkwasser, aber viele Tümpel, in denen sich dicke fette Quappies tummelten (Maßstab: ca. 0,7 cm lang) ....



    Und um ca. 14 Uhr erwies sich der frühmorgendliche Start als PERFEKT. Ich erreichte genau mit den ersten Regentropfen eine sehr sympathische Hütte und erbat Vitaminzufuhr.



    Wenige Minuten später ging es ordentlich nieder, und mir hüpften - obwohl unter Dach - die Hagelkörner aufs Essen.



    In der Hütte drinnen war's auch fein, die sympathische Wirtin spendierte mir sogar einen Schnaps. Ich glaub' das war deshalb, weil ich der fescheste war.

    Come rain, come shine

    Ich nutzte ein kurzes Sonnenfenster, um den Talabstieg zu wagen, Wie man am folgenden Foto sieht, hat man hier keine Mühen gescheut, ansonsten lebensgefährliche Abschnitte durch eine Seilsicherung zu entschärfen.



    Doch während ich noch feixte, zog die nächste (von der ZAMG geschickte?) schwarze Wolke über mein Haupt und hörte nicht auf, auf mich niederzuwettern, bis ich hoch und heilig geschworen habe, nie mehr voreilig die Bergwetterprognosen aus Innsbruck in Zweifel zu ziehen!

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    [Tag 045 & 046] So a haaßa Summa!

    #45
    Mein Gastspiel auf dem Meraner Höhenweg dauerte nur eineinhalb Tage - und fand seine Fortsetzung am nicht minder schönen Vinschger Höhenweg.

    Früh morgens, beim Start in Meran, musste ich mich zu allererst einer Herausforderung stellen, die Fräulein A für mich zwischen den Landkarten versteckt hat: Anhand kurzer Textzeilen gilt es zu beweisen, dass das heimische Kulturgut - also lange nicht mehr gehörte Beispiele aus dem Genre "Austropop" - bei mir nicht in Vergessenheit geraten ist:



    Laufmaschin', sinnliche Lippen & Alpenglüh'n! Da kenn ich mich aus, und so durfte ich nach einer lobenden Bestätigungs-SMS von dannen ziehen.

    Nach mehreren Tagen auf der Sarntaler Alpentraverse bin ich endlich auf dem Meraner Höhenweg angelangt, von dem ich nur Gutes gehört habe. Vor lauter Freude entscheide ich mich am Startpunkt gleich einmal für den falschen (von zwei) Felsenwegen. Egal, nix was man mit ein paar Extra-Höhenmetern nicht wieder gut machen kann.

    Die Aussicht ist ... wow:



    Der Weg ist meist breit, manchmal etwas schmäler. Doch nirgends so schmal, dass man sich mit dem Gegenverkehr nicht irgendwie ausreden könnte.



    Gefühlte 1000 Fotos entstehen ...



    Am Ende des Meraner Höhenweges hieß es für mich ins Tal abzusteigen, denn eine steile Felswand trennt die Texelgruppe vom Südtiroler Anteil an den Ötztaler Bergen. Und genau dort, zwischen Texel und Ötz, steht ein gut sortierter Bauernladen und buhlt mit frischem Obst (Südtiroler Erdbeeren!), Tomaten, Biospeck und Schüttelbrot um Kundschaft.



    Beim Studium des weiteren Wegverlaufes ein Aha-Erlebnis: Die gemütliche Waalwege-Wanderung, die ich mir in meinem Geiste bei den gerade vorherrschenden 33 Grad ausgemalt hatte, entpuppt sich als knapp 1300 Höhenmeter schwerer Nachmittagssonnen-Aufstieg.

    Nur die erste Stunde verlief entlang des Jahrhunderte alten Wasserversorgungsnetzes. Ihr könnt Euch gar nicht vorstellen, wie fein das ist! Schattige Laubwälder, daneben plätschert ständig gemütlich das Wasser, Vögel singen, und alles ist gut, Pulsschlag irgendwo zwischen 20 und 40.



    Daran kann auch die Staatsanwaaltschaft nicht rütteln, denn das einzige, was hier ins Wasser hineinkommt, ist meine Trinkflasche:



    Am Ende eines schweißtreibenden Aufstieges die Belohnung - ein Rückblick auf den unteren Teil des Oberen Etschtales, also auf den Vinschgau:



    Zum Abschluss gibt es heute ein Rätsel für die Rucksackträger ... und ja, wir bleiben beim Austropop (wie auch schon bei der heutigen Überschrift). Also ... um welches Lied handelt es sich hier?



    Für Christen ist das nix!

    --
    [OT]PS: .... hier geht's zur Lösung)[

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    [Tag 47 & 48] Segway to Hell

    #46
    Wie am Meraner Höhenweg waren mir am Vinschger Höhenweg auch nur zwei Tage beschieden - die hatten es allerdings in sich. 56 Kilometer und 3100 Höhenmeter - und das im Juli. Im heißesten Tal Italiens.

    Die Vinschgauer Berge stehen so hoch in den Himmel, dass sich selten eine Regenwolke in die Region zwischen Reschenpass und Reinhold Messners Schloß Juval verirrt. Die Meteorologen meinen sogar, dass es in Sizilien über das Jahr gesehen kälter ist als hier. Glaub ich ihnen sofort.

    Die Übernachtung auf knapp 1800 m Seehöhe war allerdings sorgenfrei. Urlaub am Bauernhof für eine Nacht - und die sympathische Familie am Gehöft Oberkaser versorgte die anwesende Wanderschar am nächsten Morgen mit einem großartigen Frühstück aus eigener Produktion.

    Wie's dann ums Bezahlen ging, übernahm die Chefin selbst die Geschäfte ...



    ... und nachdem ich schuldenfrei war, durfte ich losziehen. Eine Hofwanderung stand heute auf dem Programm - auf Höhen rund um 2000 m kann man im Vinschgau von (Ganzjahres-)Hof zu Hof ziehen - unglaublich eigentlich. Und das in steilem Wiesengelände. Und ich habe gedacht, ich hätte im Mölltal schon alles gesehen ...

    Etliche Anwesen am Weg ließ man im 20. Jahrhundert verfallen - schwierige Lage, die Bewässerung ein Lotteriespiel, aufkommende Monokultur in den begünstigten Lagen, ehschowissen. Man fragt sich unweigerlich, wer überhaupt auf die Idee gekommen ist, ausgerechnet da oben im 50Grad-Winkel mit dem Bau eines Hofes anzufangen.

    Auf den schmalen, jedoch heute mountainbiketauglichen Wegen inmitten der Steilwiesen finden sich im 10-Minuten-Takt Gedenktafeln an abgestürzte Bergbauern, die daran erinnern, dass die Wege zwischen den Höfen nicht immer so großzügig ausgebaut waren, wie sie sich heute zeigen.

    400 Höhenmeter tiefer ist wieder alles viel einfacher ...



    ... und heißer! Auf einem längeren Bergstraßenhatscher ist mir doch tatsächlich wegen dem beinahe kochenden Asphalt der Kleber der Einlegesohlen aufgeweicht! Die ganze Zeit denke ich mir schon "was ist denn heute mit den Socken los, eine derart innige Verbindung mit den Schuhen ist mir neu". So war schon zu Mittag, als ich auf dem einzigen Schattenbankerl Südtirols den Kleber aus der Sockenferse kletzelte, irgendwie klar, dass ich nun wohl definitiv im Süden angekommen bin.

    Abwechslungsreiche Steige mischen sich zwischen die schönen Hofwege, so wie hier, wo es aussichtsreich rund um eine Felsnase ging.



    Unterwegs Hinweise auf die historischen Wurzeln des Segways ...


    Der Weg zum letzten Quartier am Vinschger Höhenweg, dem GH Paflur in Tanas, hat sich ungefähr genauso gezogen wie der Kleber in der Sockenwolle. Gefühlte 10 Mal habe ich geglaubt, der Alpengasthof ist nur mehr eine Fichtenwipfelgruppe entfernt, doch hinter den Wipfeln standen noch erstaunlich viele andere Fichtenwipfel ...

    Und markieren tut hier offenbar die Autobahnmeisterei ("nur mehr 2 km bis zum Ende der Fichtenwipfelstrecke")



    Bevor jedoch an diesem gewitterverdächtigen Abend der Vinschgauer Anteil an der Welt unterging, waren alle Vinschgauer Höhenwipfelpilger wohlbehalten in Tanas angekommen. Ganz ohne Segway.

    Mahlzeit!

    PS: Tag 48 diente der Querung des Etschtales und ist eine reine Verbindungsetappe, die wegen anhaltenden Regens auch eher foto-arm ausfiel.

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