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  1. Erfahren
    Avatar von vergissminet
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    [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km)

    #1
    Mitreisende: vergissminet
    Ein paar Worte zur Planung

    In jüngerer Vergangenheit, also in den letzten paar Jahrzehnten, gab es gar nicht so viele Alpendurchquerer, wie man angesichts der vielen (inzwischen entstandenen) Langstrecken glauben möchte. Von den frühen Abenteurern sind wohl Fritzi und Karl LUKAN die bekanntesten. Was die Tour der beiden so besonders macht, ist die Zeit, in der sie stattgefunden hat: Ihr Alpenspaziergang - so der Titel eines von über 50 Büchern der 2014 verstorbenen Wiener Bergsteigerlegende Karl Lukan - liegt bereits mehr als drei Jahrzehnte zurück, und fällt daher in eine Epoche ohne Open Streetmap, Outdooractive und anderem Schnickschnack. Lang ist's her: Als Lukan mit seinen Karten am Wohnzimmerboden saß, rauften sich gerade Limahl, Nena und Laura Branigan um die vorderen Plätze der Hitparaden.


    LUKAN, Karl: Alpenspaziergang

    Die österreichischen Landkarten waren schon damals nicht so übel - doch wie sich auch heute noch zeigt, wird die Datenqualität am Weg in den Süden immer grauslicher. Gerade deshalb ist ihre Tour (wie auch ihre Routenwahl) bemerkenswert und inspirierend. Doch auch wenn heute alles viel einfacher erscheint, sind sich alle Fernwanderer, mit denen ich bislang plaudern konnte, in einem Punkt einig: Viele der transalpinen Wege, die in den letzten zwei Jahrzehnten aus dem Boden sprießten, sind zwar am Papier perfekt dokumentiert, in der Natur jedoch nur schwer - oder gleich gar nicht - zu finden. Da wird geschimpft über lange Wegabschnitte, die es in der Wirklichkeit gar nicht gibt. Und Wanderkarten verflucht, die mit der Realität nicht im Entferntesten etwas zu tun haben. Der einfache Grund: Soooo viele Leute interessieren sich dann doch wieder nicht dafür, wie man zu Fuß am g'scheitesten von Österreich ans Ligurische Meer kommt. Und wie überall halt bestimmt die Nachfrage das Angebot.

    Nach den Lukans hörte man lange nichts mehr von erfolgreichen Alpendurchquerungen. Das sollte sich erst in den 2000ern ändern. Was aber auch daran liegen könnte, dass man es inzwischen einfach eher mitbekommt, wenn sich jemand auf die Socken macht. Da war zum Beispiel Rudolf, der Ex-Banker, der sich rechtzeitig vor der großen Pleite der Lehman Brothers ein Paar Wanderschuhe kaufte und seine Abfertigung in die Besteigung von über 30 Viertausendern investierte. Oder Alwin, von dem ich auch nach wiederholtem Studium seines Reiseberichtes nicht weiß, welcher Teufel ihn so zur Eile trieb, dass er sich nach etwas über 70 Tagen und überglücklich darüber, dass seine Tortur ein Ende hat, in den französischen Sand fallen ließ. Oder der Berliner Thomas, dessen Route ich ebenfalls schon genau studiert habe. Oder Jörg, der Mur und Meer miteinander verband, und auf den Monaten dazwischen sein Leben als IT Manager hinter sich ließ. Oder Brigitte und Gernot, die ihre Alpentour auf alle Urlaubstage der letzten Jahre verteilten. Erst unlängst gab es wieder einen Neuzugang am Buchmarkt, auch wenn die Tour selbst schon einige Jahre zurückliegt: Hans folgte seiner Partnerin Anita von der Donau an die Küste - und lässt uns in einem (hier vorgestellten) Bildband an der Tour teilhaben.

    Der Weg

    Als ich damit begann, die Wege zwischen daheim und Mittelmeer genauer anzusehen, habe ich eine interessante Entdeckung gemacht: Es gibt zwar inzwischen eine Fülle an Möglichkeiten, monatelang im Alpenraum herum zu strawanzen - doch wer von Österreich nach Monaco will, muss weite Umwege auf sich nehmen. Viel einfacher hat man es, wenn man die Alpen einfach nur durchqueren möchte - also eine möglichst günstige Strecke sucht, um einmal in Nord-Süd-Richtung drüber zu marschieren. Hier gibt es einige sogar sehr attraktive Routen, die Paradestrecke München - Venedig zum Beispiel. Oder der Alpenabschnitt des Fernwanderweges E5. Dazu kommen nagelneue Ideen wie die Verbindung Salzburgs mit Triest oder von der Tourismusbranche getragene Projekte wie der Alpe Adria Trail mit seiner Südalpen-Überquerung.

    In Ost-West-Richtung sieht das Angebot gleich etwas schütterer aus. Is' ja auch viel länger. Die meisten Möglichkeiten finden sich im Bereich der Zentral- und Nordalpen, die beide über einen (österreichischen) Weitwanderweg der Länge nach abspaziert werden können - und im angrenzenden Ausland sogar eine Fortsetzung finden. Teile dieser Strecke gehören zum Wegenetz der Via Alpina. Diese Via Alpina ist ein aus EU Fördermitteln gespeistes Projekt, alle acht Alpenstaaten über ein Wanderwegenetz miteinander zu verbinden. Das ist gelungen, allerdings haben auch hier die Nord-Süd-Wanderer die besseren Karten.



    Nach einem Blick auf das Wegenetz stellte sich mir während der Planung auch eine ganz andere Frage: Wann genau wurde denn Vorarlberg zum Mittelpunkt der Weitwander-Welt? Es scheint, als hinge im Sekretariat der Via Alpina ein Gebot auf der Wand: "Was immer Euch einfällt - schaut's dass d' Leut' auch nach Vorarlberg kemman!" Insgesamt bildet das Wegenetz - dem natürlichen Verlauf des Alpenbogens folgend - eine Kurve, die bei den Seealpen beginnt, und im Dinarischen Gebirge endet. Während es auf der Nordseite des Alpenkammes gute Möglichkeiten für eine Durchquerung gibt (zwei - natürlich zufällige - Beispiele wären Wien-Vorarlberg oder Hainburg-Vorarlberg), wird von den Südländern etwas mehr Kreativität abverlangt. Was bis heute fehlt, ist ein eine Strecke, die durchgehend auf der Südseite der Alpen verläuft. Oder, um es mit obiger Karte zu verdeutlichen: Eine etwas direktere Verbindung insbesondere im Bereich zwischen Triglav und Aoste im NP Gran Paradiso.

    Unterwegs auf der Sonnenseite - und dabei immer oben bleiben.

    Also machte ich mich auf die Suche nach einer solchen, möglichst attraktiven Verbindung. Eine Längsdurchquerung, die ausschließlich durch die Südhälfte des Alpenbogens führt und damit das Wegenetz der Via Alpina ergänzt. Für einen Weitwanderer wie mich geht damit ein Traum in Erfüllung - das Entwerfen meines eigenen Fernwanderweges ...!
    Geändert von vergissminet (26.03.2019 um 11:54 Uhr)

  2. Erfahren
    Avatar von vergissminet
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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): ERSTE SCHRITTE

    #2
    Da ich beim ruhig Herumsitzen nicht besonders gut bin, beginnt jetzt und sofort die Zeit der "Probetouren". Egal, ob es gerade etwas zum Proben gibt oder nicht.

    Apropos Herumsitzen. "In die Monat' ohne "r" kannst' am Boden sitz'n, ohne dass'd di verkiahlst", habe ich in Kärnten gelernt. Also ging es letzte Woche erstmals mit dem ganzen Hausrat in die Berge. Eine kurze Tour mit Zelt soll's werden, einfach nur um zu sehen, ob etwas Kriegsentscheidendes fehlt in der aktuellen Packliste. Denn wenn's dann wirklich losgeht, will man ja ordentlich ausgerüstet sein.

    Meine Sommertour hätte ursprünglich in Graz beginnen sollen. Mittlerweile habe ich den Startpunkt nach Wien verlegt. Erstens, weil mir die eigene Haustüre als Startpunkt einfach saugut gefällt. Und zweitens, weil Fräulein A und ich so die Möglichkeit haben, das Stück von Wien bis Kärnten gemeinsam abzuwandern, bevor das wegen der immer größer werdenden Anfahrtswege nicht mehr so einfach ist.

    Diese Vorbereitungsphase hat auch noch einen zweiten Grund: Während der Großteil der Tour inzwischen durchgeplant ist, bin ich mir immer noch nicht sicher, welche die schönste Verbindung zwischen Wien und Graz ist. Da gibt es mehrere Möglichkeiten, und die möchte ich mir ansehen. Eine davon ist der Weg über den Semmering - Astrid nennt das passenderweise die "Kyselak-Variante", was ich sofort übernommen habe. Und die stelle ich hier vor.

    Am "01er"

    Im Wienerwald darf man ein wenig früher am Boden sitzen. Denn auf den Hügeln zwischen Wien und Schneeberg ist es bald nach Weihnachten mehr oder weniger grün. Weshalb ich für die erste Probetour das Wiener Anfangszipferl vom Österreichischen Weitwanderweg 01 gewählt habe, welches vom Stadtrand Richtung Schneeberg verläuft.

    Begonnen wird also am Westrand von Perchtoldsdorf - einem beliebten Einstiegspunkt in das Abenteuer Wienerwald.



    Ohne besonders erwähnenswerte Steigungen, die sich jedoch am GPS auf erstaunliche 700 Höhemeter hinauflizitieren, durchquert man etwa einen halben Tag lang bärlauchschwangere Laubwälder ...



    ... um dann irgendwann in Heiligenkreuz vom Wald ausgespuckt zu werden. Am Ortsfriedhof liegt Mary Vetsera, doch auch Theodor von Tannbruck, der gleich dahinter zur letzten Ruhe gebettet wurde, kann die Phantasie eines einsamen Wandersmannes gehörig beflügeln.



    Nach Mayerling geht's ein letztes Mal - und ausnahmsweise etwas steiler - bergauf, bevor bei der Ruine Arnstein die ersten berühmten Peilsteiner Kletterfelsen aus dem Boden sprießen.



    Mein Tacho zählt bereits 30 Kilometer. Zu blöd, dass das Peilsteinhaus gleich zwei Tage die Woche geschlossen hat, aber da ich ein Zelt im Rucksack habe, lasse ich kurz vorher eine alternative Herberge hinter mir ...



    ... und freue mich recht, trotz Ruhetag die Wirtsleute anzutreffen, die mir mit Bier und Wasser aushelfen. Wasser gibt's beim Peilsteinhaus übrigens immer (gleich neben der Eingangstür - ein Service, an dem sich andere Hütten ohne Versorgungsprobleme gerne ein Beispiel nehmen können ...!) (Anmerkung: Zwischen Wien und Puchberg haben Montag/Dienstag alle Hütten entlang des Nordalpenweg geschlossen, das sind neben der Peilsteinhütte namentlich die Kammersteiner Hütte, das Waxeneckhaus sowie die Gauermannhütte. An diesen Tagen gibt es bei keiner der drei Hütten Wasser oder eine Nächtigungsmöglichkeit. Das Peilsteinhaus sowie die nahe gelegene Teufelsteinhütte sperren zudem mitten im Hochsommer für etliche Wochen zu. Der Starttermin am Nordalpenweg will also gut gewählt sein!)



    Am Peilsteingipfel, oder besser gesagt, ein wenig darunter, lerne ich Andi kennen, und auch Harald, der mir beim ersten Sichtkontakt aus der Wand ein "Klar kannst fotografieren, aber lass mi g'schwind noch mein Hauberl zurecktzupfen, damit i auch was gleichschau!" zuruft.



    Zweidrei Mal pro Abend gehen die beiden rauf und runter, je nachdem, wie viel Zeit der Job in Wien bzw. die tägliche Pendlerei erlaubt. Während ihres zweiten Ganges richte ich mir das Nachtlager her - mein nagelneues 1-Personen-Zelt, ein Hilleberg Akto, wird heute feierlich eingeweiht. Der Platz ist genial ...



    ... weil ich gerade einmal drei Meter von den Peilsteinwänden entfernt der Sonne dabei zusehen kann, wie sie sich von mir verabschiedet.



    Auf dem (aber wahrscheinlicher auf der) Hohen Mandling stand einst die Berndorfer Hütte - und zwar genau dort, wo ich auch heute meine Zelt-Heringe in den Boden stecken würde, WENN ich nicht schon wieder seit in der Früh keine Möglichkeit mehr gehabt hätte, an Frischwasser zu kommen. So macht Spaghettikochen keinen Spaß! Also steige ich nolens volens nach Reichental zur Gutensteiner- (auch Piestingtal-)bahn ab, die mich zu einem Quartier bringt.

    Auf der Hohen Mandling lasse ich vorher noch 45 Minuten liegen - das musste einfach sein, hatte ich doch genau dort, bei diesem schönen Rastplatz'l, das einzige Sonnenfenster des Tages.



    Hätte ich 43, und nicht 45 Minuten gerastet, wäre sich auch der erste Zug nach Piesting ausgegangen. So wurde es halt der nächste, der mich eine verschmerzbare halbe Stunde später ins Quartier brachte. Die Fahrt mit der Piestingtalbahn entlang der vergleichsweise kurvigen Strecke war (um günstige 1,30 Euro) sowieso eine Aufwertung dieses Tourentages.

    Am nächsten Morgen setze ich meine Tour beim Bahnhof Reichental fort, wo sich gleich nach Erklimmen eines ersten, kleinen Hügels der zweite, etwas größere Hügel auf dieser Etappe zeigt: Über die linke Bildhälfte erstreckt sich die Dürre Wand, die es heute von links nach rechts zu überqueren gilt.



    So ein Überquerungs-Projekt bedarf einer sorgfältigen Vorbereitung ...



    ... deren Energiegehalt es mir ermöglicht, in etwa 2,5 Stunden zur Gauermannhütte aufzusteigen. Auch dort ist unter der Woche leider chiuso, doch die Aussicht ist großartig. Der Ort am linken Bildrand ist Pernitz, in der Bildmitte steht das soeben besuchte Schnitzelparadies von Waidmannsfeld.

    Mit dieser Aussicht beende ich diesen Bericht, denn der Abstieg vom Katharinenschlag nach Puchberg verlief am Forstweg und dementsprechend ereignislos.


  3. Erfahren
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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): TAG 001-004

    #3
    Die Aufwärmtour ist zu Ende: Zwei lange und ein kurzes Wochenende sind es schlussendlich geworden, um von der Wiener Wohnung zu Fuß in die Steirische Landeshauptstadt Graz zu gelangen. Mit von der Partie: Fräulein A, die mich bis zu den Karnischen Alpen begleiten wird.


    Meine neue Heimat Wien Nord ist über weite Strecken nahe am Wasser gebaut. Schon bald überqueren wir die Donau, um durch die wenig fotogene Heiligenstadt nach Grinzing zu gelangen.



    Dort nämlich beginnt nahe an der Stadtgrenze der Wiener Verbindungsweg 444, den ich heuer im Frühjahr bei einer Zweitagestour von Mödling nach Grinzing dazu auserkoren habe, in umgekehrter Richtung den Auftakt am Weg nach Graz zu bilden. Für diesen ca. 60 km langen Abschnitt gibt es bereits zwei (also mindestens zwei) gute Beschreibungen im Netz, weshalb ich es hier auch bei obiger Kurzvorstellung belasse.



    Wir haben Glück mit dem Wetter und freuen uns - denn das Glück ist - wie man weiß - ein Vogerl ...



    Überall riecht es nach Frühling, auch die Österreichischen Bundesforste räumen "ihren" Wald auf - der wohl noch ein Jungwald war, als dieser "15er" seinen Dienst aufnahm. In Kärnten hatten wir so einen, und wenn ich in Wien nur ein wenig mehr Platz hätte, bräuchte ich mir nie mehr ein Ticket für die Wiener Linien kaufen. Schade!



    In den unendlichen Weiten des Bärlauchs sprießen auch schon die ersten Schwammerl hervor ...



    .. die man von etwas weiter oben gleich noch viel besser sieht.



    Unterwegs begegnen uns immer wieder nette Gesichter - auch diese junge Artistin zog fürs Foto die Mundwinkel freundlich nach unten.



    Seit einige Forums-User ihre Liebe zur Thematik "Baum frisst Schild" öffentlich machten, muss auch ich aus meinem Fetisch kein Geheimnis mehr machen und sammle seitdem eifrig Bilder wie dieses.



    Und während ich knipse, ist Fräulein A schon wieder weißgottwo ...



    ... doch die Bankerl am Weg geben mir immer wieder Gelegenheit, verlorene Meter aufzuholen.



    Ist das ein Braunkehlchen? Schüchtern ist es jedenfalls nicht ...



    ... immerhin hat es sich die Terrasse des Schutzhauses beim Eisernen Tor als Rastplatz ausgesucht.



    Über Pottenstein kommen wir nach Berndorf, einem weiteren Nächtigungsstopp auf unserer Dreibundesländertour.



    Mir gefällt, was hier auf den Äckern bereits los ist ...



    ... auch im Wald stößt man auf (bereits ausgestorben geglaubte) Erntetechniken - viele Bäume zeigen kerben-ähnliche Spuren, wie sie üblicherweise von Pechern hinterlassen werden.



    Zwei Tage sind für die "Traverse" über die Hohe Wand und weiter zur Semmeringbahn veranschlagt - eine Strecke, die mangels passendem Wetter eher foto-arm geblieben ist. Einzig die tiefe Verbundenheit, die Fräulein A zu jeder Art von nach unten durchsichtigen Steigen zur Schau trägt, darf hier (mit Genehmigung!) nicht fehlen:



    Am nächsten Morgen Regen in Grünbach - der sich jedoch erfreulicherweise bald verabschiedet und uns einen recht angenehmen Anstieg zur Waldburg-Anger-Hütte bescherte. Zu sehen hier übrigens der einzige Ausrüstungsgegenstand, den ich heuer nach Monaco mitnehme, der bisher noch nicht in irgendeiner ähnlichen Form Teil des Standard-Weitwander-Inventars war. Doch ich verspreche mir von der reflektierenden Außenbeschichtung einen großen Komfortgewinn unter der italienischen Mittagssonne. Dass er gleichzeitig auch als Regenschirm zu gebrauchen ist, ist zumindest einmal kein Nachteil für die Frisur.



    Ab Payerbach folgen wir bis auf den Semmering dem historisch spannenden Bahnwanderweg, dessen etwas in die Jahre gekommene Markierung für den einen oder anderen Umweg sorgte. Man möchte meinen, es wäre so einfach - im Zweifelsfall einfach immer der Leitschiene nach ...



    ... doch das ist tückisch, denn der Weg verläuft oft fernab der Bahngeleise. Unterwegs sorgen gut gemachte Infotafeln für eine Zeitreise zurück ins Industriezeitalter, da man von den Tafeln, die immer wieder einen Schnappschuss des Baufortschrittes zeigen, direkt zum Ort des Geschehens sieht.

    Auch die Bevölkerung hängt an "ihrer" Ghega-Bahn und zeigt das durchaus gerne - wie hier auf der Fassade eines Einfamilienhauses:



    Wir beschließen, eines der Semmeringbahn-Viadukte mit der Linie Payerbach-Mürzzuschlag zu überqueren. Im Regionalverkehr kommen ältere Garnituren zum Einsatz, außerdem bleibt die Bahn bei jedem noch so kleinen Bahnhof stehen, sodass man im Unterschied zur RJ-Verbindung tatsächlich Zeit hat, sich ein wenig umzuschauen.

    Die kurze Bahnfahrt bringt uns darüber hinaus zum (meiner Meinung nach) besten Einstieg ins Abenteuer Fischbacher Alpen, wo wir darauf hoffen, einen guten Platz für unser Zelt zu finden. Nach 3 Stunden weithin hörbarem Schnaufen ist der höchste Gipfel erreicht, auf dem das bekannte, und dank der Zufahrtsstraße meist auch gut besuchte Alois-Günther-Haus thront. Ich habe hier heroben noch nie zweimal hintereinander bei den selben Pächtern gegessen, mal sehen, wie lange sich die aktuellen Wirtsleute mit einer Nudelsuppe um 4,20 Euro halten.

    Das Schnitzel, das selbst für den Gegenwert von vier Nudelsuppen noch nicht zu kriegen war, schlug ich aus, wir zogen Richtung Westen weiter und fanden am Steirischen Stuhleck einen perfekten Zeltplatz. Im Rucksack wieder viel Zeug, mit dem man bei wenig Gewicht ganz tolle Sachen machen kann - wie zum Beispiel Senfpulver:



    Nicht allzu lange nach dem Abendessen bricht die Nacht herein, und um halb 10 ist es schon wieder sehr sehr ruhig auf den Fischbachern ...



    Der nächste Tag beginnt - für ein Weitwanderherz - eher traurig: Wegen der Großbaustelle des Windparkes Amundsenhöhe wurde der ehemals aussichtsreiche Kammwanderweg in den Wald hinein verlegt. Auf morastigen Pfaden stapft man eine dreiviertel Stunde durch fades Gehölz, anstatt oben die Aussicht ins Joglland links bzw. rechts zu Hochschwab, Veitsch und Schneeberg zu genießen.

    Entschädigt hat uns die freundliche Bewirtung bei den Naturfreunden auf der Pretul. Obwohl wir recht zeitig in der Tür des Roseggerhauses standen, bekamen wir ein wahrlich großzügiges Frühstück und waren so mit der Welt wieder im Reinen.

    Ein großes Hallo auch am Weg Richtung Hauereck, wo uns etwa 20 herauspolierte "15er" entgegenkamen.



    Nach soviel Aufregung rührte sich alsbald wieder der kleine Hunger, so war es nur gut, dass wir am frühen Nachmittag beim Schlagobersbauern eintrafen, wo ich schon vor Jahren auf einer Wintertour mein Quartier bezog. Auch diesmal sorgte Tom dafür, dass wir nicht hungrig weiterziehen mussten. Freitag ist Backhendltag (... wie auch am Samstag. Oder am Sonntag.)



    Unser ursprünglicher Plan, die zweite Nacht auf der Herrnalm zu verbringen, war nach dem Backhendlschmaus nicht mehr seriös aufrechtzuerhalten. Also disponierten wir um und machten (bei der inzwischen vierten Fischbacher-Überquerung) zum ersten Mal beim Alpengasthof auf der Schanz Station, wo sich Rosie sofort ein Herz nahm und uns die zwei letzten Lagerplätze überließ. Wie sich herausstellte, bestand dieses "Lager" aus exakt zwei Betten - wir hatten also - bei vollem Hause - noch ein eigenes Zimmer bekommen - was im Kreise sympathischer Mehrtageswanderer bei einem (...) Bier gebührend gefeiert wurde. Am Nebentisch eine militärisch organisierte Abordnung an Mariazeller-Pilgern, die nach Verlesen der am nächsten Tag einzuhaltenden Zwischenzeiten um Punkt 20 Uhr in die Schlafstuben entschwand.

    Am nächsten Tag die immer wieder tolle Wanderung zur Sommeralm ...



    ... auch diesmal nur grauslich und furchtbar und überhaupt.



    Etwa 3,5 Stunden sind für den Weg von der Schanz zum weithin bekannten, Ziehharmonika-spielenden Stroßeggwirt zu veranschlagen. Mittlerweilen sehr vertraut die (bei Weitwanderern Kultstatus genießende) Stroßegger Südwand.



    Einige Kuhfladen später war klar, dass auch auf der Sommeralm bereits reger Betrieb herrscht.



    Nun trennten uns nur mehr etwa 60 Gehminuten von unserer letzten Übernachtung - einer kleinen Selbstversorgerhütte, die ich im Vorjahr bei einer spätwinterlichen Tour auf die verschneite Teichalm kennengelernt habe. Inmitten einer weitläufigen Almwiese gelegen, schaut man von dort kerzengerade in die Weizklamm ...



    Den ganzen Abend über ist uns die Aufmerksamkeit der versammelten Jungs und Mädels gewiss.



    Nach einer entspannten Nacht stehen wir zeitig mit den Singvögeln auf, die sich ab etwa 04:45 erstaunlich viel zu erzählen hatten. So kamen wir rechtzeitig zum Frühstück in die Ortsmitte von Passail, wo wir in der Hex'nstubn noch vor dem Kirchenläuten zwei dampfende Spiegeleier nebst rauchendem Kaffee vor uns stehen hatten, und so dem gemütlichen Treiben am Hauptplatz zusahen, bevor wir uns wieder aufmachten, um dem Schöckl zu Leibe zu rücken ...



    Wie man sieht, meinte es das Wetter erneut gut mit uns, sodass wir recht lange oben blieben, am Hausberg der Grazer. Und uns passte das - wir waren rundum zufrieden mit dem Verlauf unseres langen Wanderwochenendes, sodass wir beschlossen, es auch gar nicht mit aller Gewalt in den Stadtkern von Graz zu verlängern - wozu auch, die letzte Stadtwanderung ist gerade einmal ein Jahr her. Wie ich ja auch überhaupt heuer vorhabe, meine Wanderkilometer nicht über Gebühr in für jedermann erreichbare Asphaltstrecken zu investieren, wenn ich doch in halb Europa die Möglichkeit habe, stattdessen etwas Schöneres zu machen - irgendwo, wo ich ohnehin zu Fuß wohl nicht so oft hinkomme.

    Wie eben das altehrwürdige Stubenberghaus, mit dem der Steirische Gebirgsverein damals im Jahre 1889 Zeugnis davon ablegte, dass das Jahr ja doch für irgendetwas gut war.



    Knapp fünf Stunden waren danach für die Rückfahrt mit Gondel, Bus, Bahn, S-Bahn und Straßenbahn zu veranschlagen, um an jenen Punkt zurückzukehren, wo die Tour nach Süden ihren Ausgang nahm. Zwei Wochen sind es nun noch bis zur Non-Stop-Tour ab Graz ... große Vorfreude!
    Geändert von vergissminet (20.03.2019 um 08:08 Uhr)

  4. Erfahren
    Avatar von Voronwe
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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #4
    Oh, das klingt spannend, und die Bilder machen auch Lust zu folgen.

    Gleich mal markieren...

    Hast du auch GPS-Daten?

  5. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #5
    Das klingt nach einem tollen Projekt!
    Ich bin dabei!
    Kalender *Papageitaucher 2019*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  6. Dauerbesucher

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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #6
    Super.
    Den Verweis aufs Charly Lukan find ch wunderbar.
    Allerdings top das Senfpulver allen. Auch wenn es aus der neuen Dose mit Plastikdeckel kommt. Was bitte habt ihr mit dem Pulver gemacht? Nur? Eine delikate Sauce? Oder geschnupft?

    Schreibt bitte bald weiter.

  7. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #7
    Hallo VergissMi.net.

    Das liest sich ja sehr vielversprechend! Ich freue mich auf eine Fortsetzung! Ich bin gespannt auf deine genaue Routenführung. Vielleicht erkenne ich ja was.

    Bis hoffentlich bald! Gruß

    Wafer

  8. Erfahren
    Avatar von vergissminet
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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): PACKLISTE

    #8
    So, mit dem Eintreffen des letzten Zubehörteils, das für den Aufbruch noch fehlte, kann ich auch einen kurzen Blick in den Rucksack anbieten.

    So sieht das Rucksack-Innenleben aus. In schwarz Wohnen und Schlafen, in grün die Kleidung, in rot die Technik und in blau das Kramuri:



    Im Detail ist folgender Hausrat drinnen:



    V.o.n.u: Zelt, Isomatte, Schlafsack, Kochzeug.

    Weiter geht's mit der Elektronik:



    Links oben Eingabegeräte und Speichermedien, daneben ein Haufen Akkus und diverse Kabel. Darunter noch das Kartenmaterial bis zum Nassfeld (@Wafer !) und mein selbst entworfener Ultralight-Smartphoneständer.

    Im Grünsack Nummer 1 ist das Regenzeug, gleichzeitig Hardshell bei Wetterstürzen und Isolierschicht bei nicht so lauen Zeltnächten:



    In Grünsack 2 die Wechselwäsche für die abendliche große Sause. Schwarz macht schlank:



    Bleibt noch der blaue Kramuri-Sack mit Waschzeug, abgespeckter Apotheke, Reserve-Ohrstoppel und Reparatur-Geocache, GPS-Gerät sowie mein Selbstverteidigungslöffel.



    Fehlt noch das Werktagsg'wand:



    Details findet man in meiner (einigermaßen aktuellen - März 2019) Packliste - alles (und nur), was dort mit einem X markiert ist, ist mit dabei.

    PS: Beim Rucksack habe ich mich für ein Modell entschieden, das genau für meine Packlast ausgelegt ist (ca 9 kg ohne Speis' und Trank). Herausgekommen ist der Osprey Exos 58, der nicht wie sein Vorgänger 2,5 kg wiegt, sondern mit 1,1 kg das Auslangen findet. Er ist für eine Maximalbeladung von 16 kg bestimmt.
    Geändert von vergissminet (20.03.2019 um 06:00 Uhr)

  9. Fuchs

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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #9
    Mit einem Selbstverteidigungslöffel kann ja gar nichts mehr schief gehen!

    Ich freue mich auf die Fortsetzung!

  10. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #10
    Hallo VergissMe.net.

    Jetzt wage ich doch mal zu fragen: Wie darf ich eigentlich den Begriff "Epilog" bei dir im Titel deines Reiseberichtes verstehen? Erscheint der eigentliche Reisebericht dann in einem anderen Post? Oder ist der gar schon erschienen? Oder ist es weil du deine Reise schon hinter dir hast und das aus deiner Sicht 'nur' ein Nachwort ist? Bisher liest sich das eher wie ein Prolog zu etwas wirklich großem!
    Ich bin ja echt gespannt auf deine Reise - aber diese Begrifflichkeit verwirrt mich noch ein wenig! Klär mich bitte auf!

    Leicht verwirrte Grüße Wafer

  11. Fuchs
    Avatar von blauloke
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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #11
    Klasse Tour die du vorhast.

    Gibt es von unterwegs Zwischenberichte oder müssen wir bis zum Herbst auf deinen Reisebericht warten?
    Du kannst reisen so weit du willst, dich selber nimmst du immer mit.

  12. Dauerbesucher
    Avatar von Igelstroem
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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #12
    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Hallo VergissMe.net.

    Jetzt wage ich doch mal zu fragen: Wie darf ich eigentlich den Begriff "Epilog" bei dir im Titel deines Reiseberichtes verstehen? Erscheint der eigentliche Reisebericht dann in einem anderen Post? Oder ist der gar schon erschienen? Oder ist es weil du deine Reise schon hinter dir hast und das aus deiner Sicht 'nur' ein Nachwort ist? Bisher liest sich das eher wie ein Prolog zu etwas wirklich großem!
    Ich bin ja echt gespannt auf deine Reise - aber diese Begrifflichkeit verwirrt mich noch ein wenig! Klär mich bitte auf!

    Leicht verwirrte Grüße Wafer
    So ging es mir auch. Da ich sehr wortgläubig bin, habe ich beim Lesen immer gedacht: »Er muss die Tour schon gemacht haben. Er MUSS die Tour schon gemacht haben. Warum schreibt er hinterher so, als ob er sie noch vor sich hätte? Das ist doch wieder ein ganz abgefeimter literarischer Trick.«

    Und in der Hoffnung, dass der TO es nicht übelnimmt, könnte man das Problem auch mit Lothar Matthäus kommentieren:

    »Epilog oder Prolog – Hauptsache Himalaya!«
    Geändert von Igelstroem (20.03.2019 um 13:44 Uhr)
    Lebe Deine Albträume und irre umher

  13. Gerne im Forum

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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #13
    Toller Bericht, sehr schöne Fotos
    Bin gespannt, wie es mit Fräulein A und dem Schreiberling weitergeht.

    Die Tour hätte man aber im Kahlenbergerdorf beginnen müssen, da hochkraxeln zum Leopoldsberg, hin zum Hermannskogel und im Bogen nach Perchtoldsdorf

    In den letzten 10 Jahren gibt es aber zig Leute, die ihre Touren von Wien nach Nizza bzw. dem Alpenbogen entlang einer eigenen Strecke im Internet verewigt haben.
    Ich kenne da eine Barbara, Johanna, Anne, einen Alwin, Martin, Alex+Freundin, Günter, Judith+Nik, ein Red Bull-Team und einige andere mehr

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    [Tag 011] Von Graz nach Söding

    #14
    So, der Anfang ist gemacht, die ersten 25 Kilometer sind geschlagen. Das Einstandswetter war durchwachsen ... aber wurscht! Vier Monate Alpenleben vor sich zu haben, fühlt sich einfach gut an!

    Heute ging es am Steirischen Mariazellerweg auf bekanntem Terrain aus der Hauptstadt raus Richtung Berge. Von denen sahen wir heute noch nicht viel, aber das kommt ja noch.

    Obligatorisch und unverzichtbar (Copyright: Monsieur Peter): Das Startfoto beim Schloss Eggenberg:



    Weitgehend ereignislos ging es über viele Höhen und Tiefen nach Söding, wo wir beim bekannt-grossartigen Pichlingerhof (südautobahn-pendelnde Kärntner schätzen die versteckte 'Raststätte' seit Jahrzehnten) Kost und Logis genossen.

    Zum Abschluss des Tages kamen wir mit viel Glück zu einem kostenlosen Waschgang - die gesamte Ausrüstung wie neu!

    https://youtu.be/9nImoM3gbbc

    Wollsocken trocknen übrigens am besten, wenn man sie nach dem Waschen wieder anzieht.

    So, der Reinischkogel wartet, schönen Tag allerseits!

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    [Tag 012&013] Von Söding auf die Hebalm

    #15
    Der Weg zum Meer führt für uns erst einmal bergauf. Am Beginn der Reise steht die Überquerung der Koralpe auf der Speisekarte.

    Erst jedoch müssen wir überhaupt einmal hinkommen zu den Bergen. Entlang der Kainach findet man unschwer nach Ligist.




    Dort verlassen wir die steirische Tiefebene und bohren uns Richtung Reinischkogel hinauf. Noch vor Erreichen der Südautobahn findet Fräulein A die ersten Eierschwammerl der Saison - na das war ein Hallo!



    Mit einem solcherart geschärftem Blick bekomme ich einen Reiseglücksbringer überreicht - ein fünf(!)blättriges Kleeblatt!



    Im Urwald der Reinischkogel-Ostflanke wird zum ersten Mal der Gleichgewichtssinn geprüft...



    ... bevor wir uns in den rustikal-gemütlichen Zimmern des Gasthofes Klugveitl fallen lassen können.



    Nicht vorenthalten möchte ich Euch den Braten, der den Abschluss des Tourentages krönte:



    Am nächsten Tag gaben uns die Nächtigungsmöglichkeiten eine kurze Etappe vor - nur die Gipfelkuppe des Reinischkogels sowie ein ca. 15kilometriger Waldspaziergang lagen zwischen uns und dem Schulsportheim auf der Hebalm, in dem man im Sommer günstig zu einer Bleibe für die Nacht kommt.



    Und weil der Tag ansonsten ohne geschichtsträchtige Ereignisse blieb, schließe ich den Bericht mit einem Bild aus der Freiländer Hütte.



    Derart gestärkt sollte dem Aufstieg auf den Großen Speikkogel nichts im Wege stehen. Mahlzeit!

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    echo {Pro,Epi}log

    #16
    Danke für die vielen netten ersten Rückmeldungen - die Antworten folgen noch (... es war eine harte Woch'n).

    Nur eines vorab: Welch hanebüchenen Spekulationen muss ich da hören! Natürlich ist das alles LIVE!

    LG aus dem Himalaya

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    [Tag 014 & 015] Über die Koralm zur Drau

    #17
    Oben auf der Koralpe wartete typisches Juniwetter auf uns. Muss nicht jeden Tag sein, aber ein paar Regenstunden halten wir schon aus.

    Endlich eine Gelegenheit, der Welt mein Fred Astaire Outfit vorzuführen...



    ... doch zum Posen bleibt nicht viel Zeit, will ich mit Fräulein A mithalten.



    Und so dauerte es auch nicht allzulange, um über die Weinebene ins "schönste Bundesland Kärntens" vorzudringen.



    Einem plötzlichen Wetterwechsel ist es geschuldet, dass wir am Weg zum Koralpenhaus in der Nachmittagssonne noch ordentlich viel Zeit vertrödelten. Hier der letzte Kilometer, der dem Bergrücken entlang quer durchs Bild verläuft. Die Fotos für den Blog kommen zwar alle vom Telefon, unterwegs bekam aber auch die grosse Kamera genug zu tun.



    Am nächsten Morgen zogen wir auf bekanntem Wegen Richtung Soboth weiter. Am Morgen war's noch haarsträubend frostig:



    Doch schon bald kommen wir unter die Nebelgrenze und es wird wärmer. Unterwegs kommt man an der "Knieenden Maria" vorbei...



    ... die mich schon beim letzten Besuch zum Nachdenken anregte...



    Wie oft ist Maria (auf ihrem Weg von Bethlehem nach Nazareth!) hier wohl vorbeigekommen und hat sich, gezeichnet von der langen Reise, an dieser Stelle erschöpft auf alle drei Knie fallen lassen?
    Während ich meinen Glauben prüfe, zieht Fräulein A unbeeindruckt weiter...



    ... ein halber Tag vergeht, und wir gelangen an die Soboth-Landesstraße, von wo es bald verhältnismäßig steil, aber auf sehr schönen Wegen zum tiefstgelegenen Ort Kärntens hinunter geht.



    Kurz vor Lavamünd thront die einsame Kapelle am Felsen ...



    ... und um die Ecke dann endlich, nach einem letztendlich recht langen, sehr schönen Tourentag der Blick aufs Tagesziel...



    ... wo dem Vernehmen nach ein großer Teller Spaghetti auf uns wartet.



    Mahlzeit!

  18. Erfahren
    Avatar von vergissminet
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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #18
    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Oh, das klingt spannend, und die Bilder machen auch Lust zu folgen.
    Danke! Unverschämt viel Glück mit dem Wetter auch.

    Zitat Zitat von Voronwe Beitrag anzeigen
    Hast du auch GPS-Daten?
    Nicht für überall. Wenn Du Dich für einen bestimmten Abschnitt interessierst, schick' mir eine Nachricht, dann schau ich, was ich hab.

  19. Fuchs

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    AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #19
    Maria mit den drei Knien

    Dein Schreibstil ist wundervoll. Ich warte voll Vorfreude auf die Fortsetzung

  20. AW: [AT|SI|IT|CH|F] Wien - Monaco (2000 km): EPILOG

    #20
    Ich schließe mich meiner Vorrednerin an und wünsche euch weiter bestes Wetter und gute Beinchen!

    LG,
    Babs

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