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  1. Anfänger im Forum

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    Stiefel für Alpenüberquerung

    #1
    Hallo ihr,

    ich bin unsicher bzgl. meiner Schuhe. (Und bitte steinigt mich nicht, ich wohne hier im bergfernen Gebiet und bin z.T. etwas unwissend.)
    Für den kommenden Sommer habe ich (über einen Reiseveranstalter, geführt mit Gepäcktransport) eine der weniger anspruchsvollen Alpenüberquerungen gebucht. Garmisch - Sterzing, es klingt alles nach Wegen und Pfaden, höchster Punkt dürfte auf ca. 2230 m sein. Der Reiseveranstalter gibt Knöchelhohe Wanderschuhe vor, Alpinschulen empfehlen aber für Alpenüberquerungen generell Bergschuhe, mindestens Kategorie B, besser B/C.

    Meine Füße sind Problemfüße und mit denen möchte sich in der Millionenstadt Berlin kaum ein Verkäufer befassen. Weder im Alltagsschuh- noch im Wanderschuhbereich. Best of: „Damenschuhe in 43? SO ETWAS haben wir hier nicht. Auf Wiedersehen!“ –"Wenn Ihnen diese tollen, superschmalen Herrenschuhe nicht passen, müssen Sie halt barfuß wandern."

    Mit viel Geduld und Bettelei habe ich in einem kleinen Geschäft den Hanwag Lhasa, baugleich mit Tatra in der Damenvariante bekommen, eine bessere Alternative gab es damals nicht:
    Kategorie B, Geröllschutz vorne und hinten, stabil. Trotz dicker orthopädischer Einlagen und dicker Socken (Rohner original) grenzwertig weit und da sich Vollleder „ganz toll dem Fuß anpasst", weitet der Schuh sich beim Wandern.
    Folge: Blasen unter den Fersen, Blasen unter den großen Zehen, offene Blasen an den Fingern (vom ständigen Nachschnüren).
    Mein Eindruck ist, dass der Schuh sich im Laufe der Zeit in sich noch mehr weitet: Letztes Jahr auf dem Lechweg bin ich irgendwann nur noch nach vorne gerutscht, es war nicht mehr enger zu schnüren. Ich hatte mehrere "Ganzzehenblasen", denen auch mit vielen Blasenpflastern und Gewebeklebeband nicht mehr zu helfen war.

    Die Verzweiflung trieb mich humpelnd in ein Sportgeschäft im Lechtal. Dort wurden mir ein Lowa (B/C) und ein Aku Slope micro GTX zur Auswahl gegeben als schmale Herrenschuhe.
    Da der Slope meinen Blasen mehr Platz ließ, bin ich mit dem den Lechweg zu Ende gelaufen. Er wurde mir als Kategorie B („leichtester Bergschuh der Welt“) verkauft, hat aber keinen Geröllschutzrand, Sohle ist so steif wie die vom Lhasa, aber dünner, der Schaft ist bisschen weniger steif. Der Schuh sitzt, ich fühle mich darin wohl und auch bei warmem Wetter hatte ich keine Blase darin.

    Die alles entscheidende Frage: Reicht der Slope für die o.g. Alpenüberquerung?

    Ich überlege, ob ich den Lhasa zusätzlich einpacke, nur ist das Gepäckgewicht begrenzt wegen des Transports.


    Vielen Dank für's Lesen und angenehme Woche
    Schwefelfell

  2. Fuchs

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    AW: Stiefel für Alpenüberquerung

    #2
    Ein ganz klares ja!!!
    Der Schuh von dem du weißt, dass du damit zurecht kommst, ist der Richtige. Der Lechweg dürfte auch nicht so anders sein als der jetzt geplante Weg.

    Der fehlende Geröllschutz führt auf Geröll dazu, dass der Schuh schneller verschleißt ... das ist doch deutlich besser als wenn der Fuß schneller zerschleißt.

  3. Gerne im Forum

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    AW: Stiefel für Alpenüberquerung

    #3
    Wenn du dich in dem Schuh wohlfühlst, ist das grundsätzlich schon mal gut.

    Was du nicht möchtest, ist dass dir am ersten Tag in Garmisch die Mitnahme wegen ungeeignetem Schuhwerk verwehrt wird. Soll schon vorgekommen sein. Sprich die Eignung für die geplante Tour daher besser im Vorfeld mit dem Veranstalter ab, er kennt den Weg im Detail (hoffentlich) und kann dir da am besten Auskunft geben.

    Allgemein gesprochen ist das Anforderungsprofil eines Schuhs für einen bestimmten Weg ist nicht in Stein gemeißelt, sondern abhängig von vielen Faktoren wie deiner Fitness, dem Zustand deines Bandapparats (trainiert/untrainiert/Verletzungsgeschichte) und den gewünschten Sicherheitsreserven für "Überraschungen" unterwegs (Regen, Schnee, Bachüberquerungen, abgerutschte Wege). Der eine ist da risikobereiter, der andere geht lieber auf Nummer sicher.

    Wenn du regelmäßiger in die Berge gehen und vielleicht auch etwas anspruchsvollere Sachen möchtest, würde ich mich mit deinem Problem mal perspektivisch an einen wirklichen Fachhändler für Bergschuhe wenden. Damit meine ich weniger den kleinen Outdoorladen an der Ecke und auch nicht ein Outdoorkaufhaus wie Globetrotter, sondern so was wie Schuh Keller in Ludwigshafen, der eine riesige Auswahl an Wander-, Trekking- und Bergschuhen inkl. Sondergrößen, Spezialleisten usw. bietet und v.a. Erfahrung mit Problemfüßen und individueller Anpassung von Schuhen an Kundenfüße hat. Berlin-Ludwigshafen ist ne Ecke, aber die Leute dort beraten m.W. auch am Telefon und dann kannst du dir aus deren Onlineshop ja mal zwei oder drei Paar bestellen und anprobieren.

  4. Dauerbesucher

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    AW: Stiefel für Alpenüberquerung

    #4
    hoi,

    schon mal mit stöcken gelaufen? da macht es weniger, wenn die schuhe etwas unterdimensioniert sind, weil du dich mit den stöcken abfangen kannst, wenn du rutscht. sollte auch dem veranstalter gefallen, falls er deine schuhe für unterdimensioniert hält.
    mit stöcken laufe ich mit wandersandalen-ähnlichen schuhen aus crocs-material in form von keens (halten also recht fest am fuss) auch auf berggraten von 1500m herum ohne probleme. sohlenprofil: quasi keins weil abgelaufen. das wäre ohne stöcke etwas heikler. habe aber auch gute bänder.

    falls du mal wieder neue schuhe brauchst: ich hatte mal schmale lowa-trekker in 43 als damenversion.
    italienische bergschuhe sind auch sehr schmal: zamberlanes oder so ähnlich, scarpa.

    viel spass in den alpen und spür den untergrund, bevor du mit gewicht belastest!

  5. Anfänger im Forum

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    AW: Stiefel für Alpenüberquerung

    #5
    Vielen Dank für eure Antworten.

    Auskunft des Reiseveranstalters ist, dass für die Reise ein A/B-Stiefel reicht.

    Zitat Zitat von qwertzui Beitrag anzeigen
    Der Lechweg dürfte auch nicht so anders sein als der jetzt geplante Weg.
    Genau, so drückte es die Mitarbeiterin des Veranstalters auch aus.

    Ich rechne damit, dass ich aufgrund der o.g. Ausschreibung der Reise nicht diejenige mit dem instabilsten Schuh dort sein werde.
    Der Schwierigkeitsgrad soll ungefähr der Tegernsee-Sterzing-Route entsprechen, z.T. aber mit noch etwas kürzeren Tagesetappen.

    Es sind eher so meine eigenen Zweifel. Bei meiner allerersten Gruppenwanderreise hatte der (damals andere) Reiseveranstalter im Katalog untertrieben bzgl. Schwierigkeitsgrad, Kilometerzahl und Gehzeit. Ich war das erste Mal im steinigen Gelände wandern und die Reise war auf jeden Fall anspruchsvoller (lange Auf- und Abstiege, Wegbeschaffenheit, Probleme mit Höhenschwindel) als der Lechweg. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich diese Reise nicht gebucht, weil ich mich ja realistisch einschätzen konnte. Das steckt mir noch "in den Knochen", ein großer Teil meiner Unsicherheit kommt daher, obwohl mein derzeitiger Reiseveranstalter realistische Angaben macht.

    Ich bin nicht übermäßig fit, neige allerdings auch nicht zum Umknicken und habe keine Verletzungsgeschichte.
    Ob ich noch anspruchsvollere Touren machen möchte, weiß ich noch nicht. Daher wäre es mir lieber, erst einmal mit vorhandenen Schuhen diese Reise auszuprobieren und ggf. später nachzurüsten.

    Ein Besuch bei Keller oder ein Telefonat sind eine gute Idee und notiert, die scheinen wirklich viel Auswahl zu haben.
    Die haben sogar den Slope und führen ihn in der gleichen Kategorie wie den Lhasa. (3 – Trekking)
    https://www.schuh-keller.de/outdoors...slope-gtx.html
    Geändert von Schwefelfell (19.03.2019 um 17:22 Uhr)

  6. Anfänger im Forum

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    AW: Stiefel für Alpenüberquerung

    #6
    Zitat Zitat von faule socke Beitrag anzeigen
    schon mal mit stöcken gelaufen?
    Ja, ziemlich viel sogar. Wegen der Stabilisierung an rutschigeren Stellen und auch weil mir gerne die Hände anschwellen.

    Vielen Dank für die Tipps!
    (Bei Lowa bin ich mir nicht sicher, ob die 43 noch reicht oder es eine 43,5 sein muss.)

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    AW: Stiefel für Alpenüberquerung

    #7
    prima, mit stöcken kann schon mal weniger passieren, da kannst du dich besser entspannen. und hilft auch den knien, rund um berlin werden die ja weniger berg-ab-geh-gewöhnt sein.

    damenmodelle gehen dzt. nur bis 43. allerdings war mein 43er lowa zu lang und der jetzige hanwag hat auch 43 und die länge passt. aber da habe ich das männermodell genommen, ich habe entenfüsse, vorne breit, ferse schmal. da sind herrenschuhe viel besser. (dafür hab ich dann gerne ein problem mit ballerinas.)
    halt bloss nicht zu klein nehmen: meine bergschuhe sind 1 nr. grösser als meine sportschuhe wegen bergab-gehen. zu lang sollen sie aber auch nicht sein, das nervt dann bei schmalen tritten bergauf.

    wahrscheinlich ist das beste, du läufst mit deinen bewährten schuhen und stöcken. so schlecht schauen deine nicht aus, etwas weich im knöchel evt., aber dafür könntest du ja mit stöcken ausgleichen. aku ist glaub ich auch italienisch, das passt ja zu meiner italiener-theorie für dich.

    falls du doch mal was suchst: neben aku, scarpa könnten auch etwas für dich sein, oder diese italiener gibts auch noch, sollen auch eher schmäler schneiden:
    http://andrewshoes.com/en/#
    Geändert von faule socke (19.03.2019 um 17:46 Uhr)

  8. Anfänger im Forum

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    AW: Stiefel für Alpenüberquerung

    #8
    Stimmt! Knie - da war was. Mein Berliner "Hausberg" hat ca. 15 bis 18 Höhenmeter, mein Navi kann es nicht ganz genau sagen. Immerhin habe ich im Mietshaus viele Treppen zum Auf- und Abgehen, auch wenn die Nachbarn sich wundern.

    Ja, Aku ist auch eine italienische Marke und nicht so weit verbreitet. Vielen Dank für den Tipp bzgl. der anderen Italiener.

    Ich glaube, die Schuhe fallen auch bei gleichem Hersteller unterschiedlich aus. Ich habe mal irgendwann einen Hanwag anprobiert, der mir in der 43 zu kurz war. Bei Meindl hatte ich eine Damen-43 an, die prinzipiell lang genug war, aber nur für Menschen, bei denen der große Zeh kürzer ist als der zweite.


    Beim Betrachten meiner Schuhe ist mir noch ein Land eingefallen, in dem schmale Schuhe produziert werden: China. Ich habe hier ein paar Halbschuhe von Decathlon für den Alltag, denn auch im normalen Schuhladen bekomme ich kaum Schuhe und die "Übergrößen-Schuhe" sind meist an der Ferse zu weit. Die sind jedenfalls auch schmal, nur ich traue da der Qualität nicht so sehr. (Von den Herstellungsbedingungen mal ganz abgesehen.)

  9. Gerne im Forum

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    AW: Stiefel für Alpenüberquerung

    #9
    Jetzt muss ich doch noch mal in den Klugscheißer-Modus schalten

    Decathlon ist eine französische Firma, die Produkte werden in Frankreich entwickelt und weltweit verkauft, dass die Schuhe irgendwie einen speziellen "chinesischen Schnitt" haben, glaube ich nicht.

    Es ist auch nicht die einzige Firma, die in China fertigen lässt, die Sport- und Freizeitschuhe praktisch sämtlicher großer Marken wie Adi, Nike usw. kommen aus Fernost. Auch Meindl usw. lassen ihre "einfachen Schuhe" in China herstellen.

    Wegen der Qualität hätte ich keine Bedenken, solange die Schuhe Vibramsohlen haben.

    Die sozialen und ökologischen Aspekte der Produktion aber sind etwas völlig anderes. Leider ist das ein komplexes Thema.

    Immerhin veröffentlicht Decathlon einen Nachhaltigkeitsbericht (gibt's von der bayerischen Traditionsfirma Meindl z.B. nicht) und es sind Bemühungen erkennbar, aber Vorreiter sind sie bei diesem Thema sicherlich nicht. Wenn dir das Thema wichtig ist, dann bist du mit Aku nach meiner Einschätzung besser bedient, die produzieren in Italien bzw. in einer eigenen (!) Fabrik in Rumänien und versuchen zumindest einen Großteil ihrer Rohstoffe lokal zu beziehen.

    Leider ist es so, dass ein "Made in EU" oder "Made in Europe" Label nicht automatisch bedeutet, dass die Schuhe unter besseren ökologischen oder sozialen Standards produziert werden als in Asien, denn gerade die Schuhproduktion in Osteuropa hat nicht den besten Ruf, was z.B. Arbeitssicherheit aber auch die gezahlten Löhne betrifft. Die gezahlten Löhne in der Schuhindustrie dort liegen z.T. noch unter denen in China. Autsch. Hier kommt es also sehr auf den einzelnen Hersteller an.

  10. Anfänger im Forum

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    AW: Stiefel für Alpenüberquerung

    #10
    Vielen Dank für's Klugscheißen.
    Ich war der festen Überzeugung, dass das eine chinesische Firma ist, wie komme ich nur drauf?
    Naja, wenn ich dann nicht nachlese und hier solchen Quatsch schreibe...

    Ok, also habe ich Decathlon immer falsch ausgesprochen und eigentlich müsste man es auf dem o betonen und das n hinten wie in "mon" oder "Bonbon" sprechen. Wenn ich das Wort das nächste Mal unter Freunden ausspreche, werde ich sicher Aufsehen erregen.

    Du hast Recht damit, dass man die Produktionswege und -bedingungen nur selten nachvollziehen kann.

  11. Anfänger im Forum

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    AW: Stiefel für Alpenüberquerung

    #11
    Zitat Zitat von Schwefelfell Beitrag anzeigen
    Ok, also habe ich Decathlon immer falsch ausgesprochen und eigentlich müsste man es auf dem o betonen und das n hinten wie in "mon" oder "Bonbon" sprechen.
    Also gar nicht aussprechen

    Stöcke für Bergab sind tatsächlich seeeehr erleichternd für die Knie, ansonsten sind sie aber m.M. mit Vorsicht zu genießen, bzw. finde ich, sollte man sie selektiv/bewusst einsetzen. Das blinde nutzen von Stöcken führt meines Erachtens nämlich nur dazu, dass das ohnehin bei (uns) Stadtmenschen nicht sehr ausgeprägete Gleichgewichtsgefühl nicht besser wird, sondern im Gegenteil noch verschlechtert. Nämlich dann wenn man so unterwegs ist: Ich bin zwar total unsicher, aber wenn ich mich schön abwechselnd links rechts auf meine Stöcke stütze, dann kann ich schon vorwärtswanken. Bergauf kann man damit ein paar Körner sparen, Bergab das Knie entlasten. Gerade bei Mehrtagestouren durchaus sinnvoll. Den ganzen Tag damit laufen würde ich aber nicht. Und: immer im Doppelstock gehen wenn man Entlastung möchte. Mit jedem 3. Schritt stocken, dann kann man gezielt links/rechts gleichmäßig schonen. Spätestens wenn man die Hände braucht, kommen die Dinger weg!
    Gib jedem Tag die Chance, der schönste deines Lebens zu werden. (Mark Twain)

  12. Anfänger im Forum

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    AW: Stiefel für Alpenüberquerung

    #12
    Vielen Dank für eure Tipps. Da möchte ich euch glatt noch eine Rückmeldung geben.

    Meine Aku (A/B) sind in den Fersen schön stabil, aber vorne ist natürlich die Sohle für einen A/B-Stiefel angemessen dünn und die Steine drücken sich auf steinigen Wegen durch. Das ist für einen halben Tag ok, aber ich finde es auf Dauer ermüdend. Außerdem habe ich mich an potenziell rutschigen Stellen (feuchter Waldboden) mit geringer Auftittsfläche darin unsicher-rutschig gefühlt. Daher war ich mir einfach zu unsicher bzgl. der Alpenüberquerung und bin nochmal nach Schuhen schauen gegangen.

    Decathlon half nicht weiter, da die dortigen Bergschuhe zu weit / viel zu hoch am Spann für mich in meiner Größe sind.
    Dann fiel mir ein Geschäft ein, in dem ich vor 20 Jahren zum letzten Mal war. Es stand eine Weile leer, sodass ich es vergaß. Seit ein paar Jahren ist ein neuer Inhaber drin und ich war vom Schuhangebot für meine Problemfüße angenehm überrascht, auch wenn der Verkäufer eine weniger große Hilfe war.

    Ich bekam 4 prinzipiell passende Stiefel zum Anprobieren: Lowa Camino, Hanwag Ferrata, Salewa Crow, Salewa Rapace (einziger Damenschuh). Letztlich war die Gesamtsumme aus Passform, Abrollverhalten auf geraden Flächen und Bodenhaftung an der Schräge bei den Salewas am besten. Der Rapace war im Angebot, also habe ich den gekauft und sie haben auch den Realitätstest bestanden.
    Nach ein paar Stunden tun mir die Füße ein wenig weh, besonders wenn es lange über Forststraßen ging, aber sie sitzen sehr gut, lassen sich fest schnüren und Blasen und massive Druckstellen bekomme ich mit Rohner-Socken nicht. (Mit meinen Wrightsocks, denen ich noch eine Chance geben wollte, habe ich es allerdings geschafft, Blasen zu bekommen, das schaffe ich mit den Dingern in jedem Schuh.)
    Direkt nach dem Kauf habe ich ein paar negative Bewertungen gelesen, keines der Probleme aber bisher selber gehabt.

    Die "Alpenüberquerung für Gebrechliche" war schon ein tolles Erlebnis. Ja, ein A/B-Stiefel hätte durchaus gereicht. Am ersten Tag fühlte ich mich überausgestattet (Mittelgebirgswanderung), ab dem 3. Tag fand ich meine Wahl richtig gut: Wir sind überwiegend rote Bergwege gelaufen, viel steinig / wurzelig / geröllig, also eher Oberkante des Lechwegcharakters und darüber. Ein paar sehr schmale, sehr aufgeweichte, schwammig-rutschige Stellen gab es, auf denen ich in den Schuhen absolut nicht rutschte. Eine für die Gruppe knifflige Stelle (Weg teilweise weggespült, Seil gerissen) gab es, auf der ich die festere Sohle im Vorfuß und die Bodenhaftung auf Schrägen auch hilfreich fand. Nicht zuletzt war es beruhigend, einen richtig festen Stiefel anzuhaben, als die Teilnehmerin hinter mir ihren Wanderstock kurz hinter meinem Fuß in den Boden setzte und dabei einen Mini-Steinschlag auf meine Füße auslöste. (Die konnte nichts dafür, der Kalkstein war so aufgeweicht, dass er anfing zu "platzen" und wir alle regelmäßig Steine wegtraten, weil die einfach locker saßen.)

    Jetzt denke ich darüber nach, nächstes Jahr den Meraner Höhenweg zu gehen, damit die schönen Bergschuhe auch genug Auslauf bekommen.
    Geändert von Schwefelfell (23.07.2019 um 23:55 Uhr)

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