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  1. Fuchs
    Avatar von Waldhexe
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #21
    Egal ob Trekking-, Rad- oder Kajaktour, wenn irgendwie möglich, wasche oder dusche (und sei es mit der Flasche) ich mich zumindest Abends. Und möglich ist es fast immer. Ich fühle mich sonst nicht wohl und habe das Gefühl eher zu frieren, als wenn die Schweiß- und Dreckschicht runter ist.

    Gruß,

    Claudia
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    Avatar von elbspitze
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #22
    Zitat Zitat von codenascher Beitrag anzeigen
    Ich kenne sogar Wanderer, die eine Woche lang die selbe Unterhose tragen.
    ganz ehrlich, auf einer Woche Radtour wechsele ich die Tagesklamotten genau null mal. Auf Wandertouren ähnlich. Warum frische Klamotten anziehen, wenn sie sowie so wieder eingesaut werden. Es wird erst gewaschen oder gewechselt, wenn ich mich selbst nicht mehr riechen kann. Dafür ist es halt dann aends umso schöner, in frische Klamotten zu schlüpfen.
    .................www.taeve-supertramp.de..................
    .....coming soon: 1750km neufundland mit rad......

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    Avatar von Pielinen
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #23
    Gerade in Zivilisationsnähe, was bei Radtouren (meist) der Fall ist, spricht doch nichts dagegen jede Waschgelegenheit und Dusche in Anspruch zu nehmen und Abends sein Shirt, oder zumindest die Unterhose durchzuspülen.
    Die Sachen sind doch sowieso durchgeschwitzt.
    Fernab handhabe ich das wenn möglich auch so, früh sind die Sachen wieder trocken.
    Wer nichts weiß muss alles glauben...

  4. AW: Hygiene während Radreisen

    #24
    Zitat Zitat von puhee Beitrag anzeigen
    Ich habe noch folgendes vergessen: groessere oeffentliche gebaeude und warenhaeusern haben oft auch eine behindertentoilette. Da kann man sich meistens in ruhe waschen.
    Oh, da ist Skandinavien natürlich das Paradies! Da gibt's teils mehrere Toiletten (eigener Raum mit richtiger Tür, Klo, Waschbecken, Wickeltisch etc. auf 5-10 m²) in jedem Supermarkt. Nicht bloß so ein Sammel-WC mit 1 m² großen Kabinen für die Kloschüssel, am Boden 20 cm Spalt und oben komplett offen).

    Zitat Zitat von codenascher Beitrag anzeigen
    Unterhosen sind auch hinderlich, wenn man (Frau) sich einfach mitten auf den Weg kniet und laufen lässt. Hab ich nur so gehört, von wegen Zeitersparnis und so....
    Wieso haben sich Assless-Pants eigentlich noch nicht outdoors durchgesetzt?

    Ich habe auf Tour 1-2 U-Hosen, T-Shirts und Paar Socken in Reserve, bei der Hose keine Reserve (nur ggf. eine kurze als Alternative), einen Satz leichte, lange U-Wäsche für den Schlafsack (ersetzt das Inlet und man muß somit nicht sackhüpfen gehen, wenn man nachts mal raus muß und dies nicht nackt tun will). Regenkleidung, Windjacke, Mütze, Handschuhe und spezielle Kleidungsstücke je nachdem noch zusätzlich.
    Aber generell stinkt die Tagsüberkleidung eben ein wenig bzw. ist noch sauber im Rucksack (für die Rückreise) oder trocknet noch vom letzten feldmäßigen Waschen. Nachts gibt's dann die einigermaßen frische Schlafsackwäsche.
    Wandern in Ísland?
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  5. Erfahren

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    AW: Hygiene während Radreisen

    #25
    Zitat Zitat von Auk Beitrag anzeigen
    Hallo liebe Outdoorler,

    inspiriert durch tolle Radreisevideos überlege ich so etwas auch einmal zu machen bzw. mich darauf vorzubereiten.
    Allerdings gibt es hierbei eine Sache, die mir etwas Sorgen bereitet.

    Wie macht ihr das mit der Hygiene während tagelanger Touren?

    Je nachdem wo man unterwegs ist wird teilweise Nacht für Nacht nur im Zelt übernachtet, am Tag ist man dem Wetter ausgesetzt und wird dementsprechend nicht nur dreckig sondern auch nass und/oder verschwitzt.
    Im Gepäck ist nur so viel dabei wie nötig, sodass nicht täglich das Oberteil gewechselt werden kann.

    Ich kann mir vorstellen, dass Zähneputzen das geringste Übel ist. Aber die anderen Körperteile?
    Z.B. so.

  6. Fuchs
    Avatar von Mus
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #26
    Wirklich für die Hygiene (also im gesundheitlichen Sinne) muss man streng genommen die Zähne putzen und nach dem Stuhlgang die Hände reinigen. Das reicht notfalls, zumindest auf kürzeren Touren. Wenn man dort ist, wo andere Menschen sind, ist auch Hände waschen vor den Mahlzeiten wichtig. Dort gibt es aber i.d. Regel auch Wasser also kein Problem. Viel wichtiger ist es mindestens einmal täglich am gesamten Körper nach Zecken zu sehen, auch wenn man nicht duscht.

    Der Rest ist eine Frage des Wohlfühlens und der Höflichkeit (falls überhaupt andere Menschen da sind, die es stören könnte). Ja es ist definitiv schöner abends zu duschen und die Unterwäsche/ das T-Shirt/die Socken durchzuwaschen. Für mich ist das einer der beiden Hauptgründe auf einem CP zu übernachten. Und man friert definitiv nachts weniger als ungewaschen.

    Aber wie auch schon andere schrieben: Es geht auch mal ein paar Tage ohne.
    Und man sollte flexibel sein, wo und wann man sich wäscht. Wir haben uns angewöhnt, Gelegenheiten am Weg zu nutzen. Also wenn ein passender See/Bach auftaucht (manchmal auch nur ein Brunnen oder Wasserhahn, manchmal sogar ein kleines Freibad), dann ist Waschtag für Mensch und ggf. auch Material. Dies tagsüber zu erledigen hat den Vorteil, dass die Klamotten i.d.Regel schnell trocken werden und verpackt werden können. Lässt sich ja gut mit Mittagspause und Kochen verbinden.

    Nützliche Untensilien sind (je nach Tour):
    • Eine kleine, leichte (Falt)schüssel, um keine Seife ins Gewässer zu bringen / um sich etwas abseits des Wasserhahns "in Deckung" waschen zu können. Notfalls muss der Kochtopf herhalten, den man anschließend gut ausspült.
    • Einen kleinen, leichten Packsack als "Waschmaschine".
    • Einen langen Riemen/Gürtel um die Klamotten durch Arm- und Beinlöcher aufgefädelt direkt in den Fluss zu hängen (ohne Seife!!!). Während die Strömung die Walkarbeit übernimmt, hat man selber Pause.
    • Eine Flasche um sich zu "duschen". Um Wasser zu sparen kann man einen "Nuckelverschluss" verwenden oder einen zweiten Deckel, in den man Löcher gebohrt hat oder der Deckel wird nicht ganz zugeschraubt.
    • Ein kleines Mikrofasertuch als "Waschlappen". Das hilft, wenn mal ganz wenig Wasser zur Verfügung steht oder in der kälteren Jahreszeit. Einfach mit dem angefeuchteten Tuch Gesicht und Oberkörper abreiben. Fühlt sich auch schon viel besser an. Find ich persönlich aus vielen Gründen besser als die viel zitierten Feuchttücher.
    • Noch weniger Wasser braucht ein kleines Sprühfläschchen in dem man Wasser mit einem Tropfen Seife mischt. Aufsprühen, mit der Hand etwas reiben und mit dem Mikrofasertuch abwischen.
    • Ein kleines Fläschchen Handreinigungsgel für den Notfall.

    Weitere Tipps:
    • Eine taunasse Wiese hilft die Füße wieder auf Vordermann zu bringen. Härtner wälzen sich gleich ganz auf der Wiese. Aber Achtung Zecken!
    • Hände (und Waden) kann man auch notfalls mit Sand/trockener Erde (vor)waschen. Lohnt sich auf jeden Fall bei groben Verschmutzungen wie Kettenfett und spart Wasser und Seife.
    • Lange Haare zu zwei festen Zöpfen flechten und täglich nur aufmachen, glattstreichen und neu flechten. Sieht auch ohne größere Haarpflegeaktionen einigermaßen ordentlich aus. Die Oberfläche wirkt kaum fettig, da sie durch Sonne, Wind und Regen etwas ausgetrocknet wird und die Haare sind aus dem Nacken, werden also nicht so verschwitzt. (Außerdem hat man nie schönere Haare, als in der Zeit nach so einer "Nicht-waschen-Kur".)


    Die Idee, man müsste (für die Gesundheit) täglich duschen und Haare waschen, ist relativ neu. Noch mein Opa hat samstags gebadet und ansonsten für die tägliche Hygiene nur ca.einen Dreiviertelliter Wasser verbraucht (waschen, rasieren, Zähne putzen). Meine Urgroßmutter hat sich ihr ganzes Leben lang nicht ein einziges mal die Haare gewaschen. Beide sind bei bester Gesundheit sehr alt geworden und waren gesellschaftlich geschätzte ordnungsliebende Menschen.
    Geändert von Mus (22.03.2019 um 09:42 Uhr)
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  7. AW: Hygiene während Radreisen

    #27
    Zitat Zitat von Mus Beitrag anzeigen
    [*]Eine kleine, leichte (Falt)schüssel, um keine Seife ins Gewässer zu bringen / um sich etwas abseits des Wasserhahns "in Deckung" waschen zu können.
    Weder die Haut noch die Umwelt mögen Seife, auf die kann man im Normalfall gut verzichten. Nur wenn schwarzes Kettenfett oä beseitigt werden soll, macht Seife Sinn.
    Der Mikrofaserlappen ist eine gute Idee, den hab ich immer im Boot und nehme ihn auch zum Waschen.

  8. Fuchs
    Avatar von Mus
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #28
    Aber manches lässt sich nur mit Seife entfernen (unterm Arm z.B. hilft waschen ohne Seife nur sehr bedingt).
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  9. Dauerbesucher

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    AW: Hygiene während Radreisen

    #29
    Mus macht ein paar gute Punkte. Hygiene und Sauberkeit sind nicht zu verwechseln. Das Händewaschen mit Seife nach dem großen Gang ist ein Muss (oder eine andere Art der Desinfizierung der Hände). Alles andere hängt von den Umständen ab. Man gewöhnt sich schnell an alles. Außerdem muss man ja auch irgendwie merken, dass man was besonderes macht, oder???

    Wenn immer es geht, springe ich Abends in den Bach, See oder Meer und wasche mir den Schweiß mit Wasser aber ab. Dann kommt Deo unter die Arme und ab in die sauberen und trockenen Sachen. Sich in den Bach zu stellen und abzuseifen, finde ich daneben.

    Richtig genießen kann ich die erste warme Dusche zu Hause nach einer Tour im Winter, wo man jeden morgen in die nassen und müffelnden Kleider schlüpfen musste und sich abends mit eiskalten Wasser gewaschen hat. Solche Touren machen einem doch immer bewusst wie bequem man es hat!

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    Avatar von lina
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #30
    Zitat Zitat von Waldhexe Beitrag anzeigen
    Ich (...) habe das Gefühl eher zu frieren, als wenn die Schweiß- und Dreckschicht runter ist.
    Zitat Zitat von Mus
    Und man friert definitiv nachts weniger als ungewaschen.
    Warum eigentlich?

  11. Fuchs
    Avatar von Waldhexe
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #31
    Gute Frage! Ist hier jemand Arzt?

    Vielleicht hat es auch einfach mit der besseren Durchblutung nach dem Waschen zu tun, meist wäscht man sich ja mit kaltem Wasser. Wenn ich mein Waschwasser etwas erwärme, dann ist es draußen kalt oder regnet. In jedem Fall also eine ordentliche Kneippkur!

    Gruß,

    Claudia
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  12. Dauerbesucher

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    AW: Hygiene während Radreisen

    #32
    Zitat Zitat von Waldhexe Beitrag anzeigen
    Gute Frage! Ist hier jemand Arzt?

    Vielleicht hat es auch einfach mit der besseren Durchblutung nach dem Waschen zu tun, meist wäscht man sich ja mit kaltem Wasser.
    Also ich stehe auf dem Campingplatz abends meist eine Viertelstunde unter der heißen Dusche (aber auch das fördert sicherlich die Durchblutung und wärmt auf).

    Ich vermute, dazu kommt noch, dass ich nach dem Duschen das T-Shirt wechsele und ein trockenes, komplett schweißfreies anziehe.

    MfG, Heiko

  13. Fuchs
    Avatar von Mus
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #33
    Ist echt interessant, was den Effekt wirklich ausmacht. Denn es gibt ja ganz viele, die beschreiben, dass sie verschwitzt nachts leichter frieren als gewaschen.

    Die Idee mit der besseren Durchblutung klingt sehr nachvollziehbar. Aber dann müsste der Unterschied genau so deutlich auch vorhanden sein, wenn man sich tags nicht verschwitzt hat und da bin ich mir nicht so sicher.

    Was wäre noch denkbar?
    • Schweiß/Dreck kleben an den feinen Körperhärchen und verschlechtern deren Wärmeleistung. (Ein verdreckter Schlafsack wärmt ja auch weniger als ein sauberer.)
    • Der Effekt ist psychologisch. Man fühlt sich unwohler, wenn man nicht gewaschen ist und friert deshalb leicher. (Dann würde der Effekt aber nicht auch bei Leuten auftreten, die sich dreckig gar nicht unwohler fühlen.)
    • Das Waschen fördert die Regeneration in den Muskeln. (Ist jetzt etwas diffus gesprochen und überzeugt mich selbts nicht.)
    • Das Salz auf der Haut wirkt hygroskopisch, die Feuchtigkeit des Nachtschweißes verbleibt also auf der Haut und kühlt diese. (Die Idee würde ich wirklich gerne noch mal weiter verfolgen.)
    • Der Zeltnachbar traut sich näher heran, wenn man nicht so müffelt (Nicht ernst gemeint, schließlich gibt es den Effekt auch bei Einzelzeltern.)
    • Der veränderte ph-Wert /die veränderte Oberflächenspannung der Haut führt zu anderen Signalen an die Temperaturregelungssysteme des Körpers. (Das ist jetzt arg ins Blaue gesprochen aber vielleicht kann ja jemand mit Ahnung über diese Idee etwas nachdenken.)
    • Der Dreck/Schweißrückstand "steckt" in den Poren und verhindert, dass sie sich ordentlich schließen können und so der Körper vom Wärmeüberschuss-ausgleichen-Modus in den Wärme-halten-Modus wechselt. (Fällt auch erst mal in den Bereich "krasse Ideen". Vielleicht ist ja trotzdem was dran.)


    Ich würde mich auch sehr freuen, wenn da noch jemand mitdiskutiert, der etwas mehr Ahnung von den Hintergründen hat. Aber wir sind schon echt arg OT geworden. Vielleicht mag ja ein Mod die Beiträge ab Linas Post in einem Extrafaden unterbringen mit dem schönen Titel "Warum friert man nachts ohne Schweiß und Dreck auf der Haut weniger?"
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  14. Dauerbesucher
    Avatar von danobaja
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #34
    in den usa wird immer auf das salz verwiesen. von dreck war nie die rede. wenn dann das thema salz aufkommt, dann heisst es zu gleichen teilen elektrische leitfähigkeit und restfeuchte im salz verursachen das fröstelgefühl. keine ahnung was der grund ist. fest steht waschen hilft bei mir gegen s frieren.

    übrigens benutze ich seife seit 10 jahren nicht mehr. nur bei völlig dreckigen hände greif ich dann schon mal zum spüli.
    danobaja
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  15. Fuchs
    Avatar von Mus
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #35
    Ich hab noch ein schönes:
    • Das Waschen ändert die Flora und Fauna auf der Haut. Diese anderen Hautbakterien erzeugen Wärme. (O.K., nicht sehr wahrscheinlich, aber mir gefällt die Vorstellung, dass da viele kleine Bakt(i)erchen auf mir sitzen und mich warmhalten.)
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  16. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #36
    Zitat Zitat von Mus Beitrag anzeigen
    [*]Der Effekt ist psychologisch. Man fühlt sich unwohler, wenn man nicht gewaschen ist und friert deshalb leicher. (Dann würde der Effekt aber nicht auch bei Leuten auftreten, die sich dreckig gar nicht unwohler fühlen.)
    Dann wird es wohl DAS sein.
    Sowohl bei Trekkingtouren wie auch bei (selteneren) Radtouren zelte ich am liebsten wild und bin dabei nicht so der Reinlichkeitsbenötiger. Und habe mich dabei noch nie unwohl gefühlt.
    Gebadet/gewaschen wird, wenn a) genug Wasser dazu einlädt + b) das Wetter schön warm ist + c) ich dazu genug Zeit und Lust habe + d) die Umgebung mich insgesamt dazu einlädt. Das ist überwiegend tagsüber an einem hübschen Bach oder See.
    Direkt danach ist das schon ein herrliches Gefühl. Der Effekt ist ja auch größer als bei den täglich-Waschern Etwa so wie wenn man nach einem langen Winter das erste mal im Frühling die dreckigen Fenster putzt Wer das jede Woche macht, bringt sich um das sensationelle Wow-Erlebnis

    Ich habe noch nie das Gefühl gehabt, nachts zu frieren, weil ich ungewaschen bin.
    Ich meine eher, der Dreck isoliert ganz gut
    Mir geht es eher andersrum. Wenn ich mich abends noch im kalten Bachwasser wasche, kühle ich ziemlich aus und brauche lange, um wieder richtig warm zu werden. Richtig in den See springen geht bei mir sowieso nur, wenn es draußen ziemlich heiß ist, damit ich anschließend wieder auftaue.

    Ich bin also auf Seiten des psychologischen Ansatzes.
    Dreck abschaben wird völlig überbewertet.

    Das Waschen ändert die Flora und Fauna auf der Haut. Diese anderen Hautbakterien erzeugen Wärme. (O.K., nicht sehr wahrscheinlich, aber mir gefällt die Vorstellung, dass da viele kleine Bakt(i)erchen auf mir sitzen und mich warmhalten.)
    Bei mir vermehren sich die Thermo-Baktierchen scheinbar erst so richtig in angemessen kultiviertem Nährboden
    Kalender *Papageitaucher 2019*
    Das Wetter, das man jeden Morgen in sich selber macht, ist viel wichtiger als das Wetter draußen. Fynn

  17. Lebt im Forum
    Avatar von Chouchen
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #37
    Ich dusche unterwegs längst nicht jeden Abend vor dem Einsacken, mache auch oft bestenfalls eine Katzenwäsche (= einmal Wasser ins Gesicht spritzen), u.U. nicht einmal die. Bei mir bringt ganz subjektiv das Wechseln der Kleidung mehr für das Wärmegefühl im Schlafsack, ggf. auch ganz ohne Klamotten, aber dafür mit Inlett in den Sack. Die Kombination aus (warmer!) Dusche und einem Satz Wechselklamotten ist natürlich besser, aber wenn ich zwischen beiden wählen müsste, dann würde ich die Wechselklamotten nehmen.
    "I pity snails and all that carry their homes on their backs." Frodo Baggins

  18. AW: Hygiene während Radreisen

    #38
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Dann wird es wohl DAS sein.
    Sowohl bei Trekkingtouren wie auch bei (selteneren) Radtouren zelte ich am liebsten wild und bin dabei nicht so der Reinlichkeitsbenötiger. Und habe mich dabei noch nie unwohl gefühlt.(...)

    Ich habe noch nie das Gefühl gehabt, nachts zu frieren, weil ich ungewaschen bin.
    (...)
    Ich bin also auf Seiten des psychologischen Ansatzes.
    Ich bin fast jeden Tag in der Turnhalle oder draussen beim Sport treiben und schwitze. Wenn ich danach nicht dusche, dann friere ich ganz klar. Schon öfters bin ich daheim aus dem Bett wieder aufgestanden und habe geduscht, weil ich nicht einschlafen konnte, weil mir kalt war. Das waren TAge, wo ich gedacht habe "ich habe ja kaum geschwitzt, war ja nur Trainierin, ich dusche Morgen früh". Ist bei mir klar nicht nur ein psychologischer Effekt.
    Woran es liegt, weiss ch aber auch nicht.

  19. AW: Hygiene während Radreisen

    #39
    Zitat Zitat von Mus Beitrag anzeigen
    Schweiß/Dreck kleben an den feinen Körperhärchen und verschlechtern deren Wärmeleistung.
    Wärmeleistung!? Hä!? Die Haare isolieren zwar, erzeugen aber selbst keine Wärme, das geschieht durch Stoffwechselprozesse im Körper.
    Die zwischen aufgestellten Haaren "gefangene" Luft minimiert zwar die Konvektion, sobald man Kleidung trägt oder im Schlafsack liegt, werden die Haare jedoch plattgedrückt, so daß eigentlich nur noch die im Gewebe/Isolationsmaterial von Kleidung/Schlafsack gefangene Luft zur Isolation beiträgt.

    Zitat Zitat von Mus Beitrag anzeigen
    Das Salz auf der Haut wirkt hygroskopisch, die Feuchtigkeit des Nachtschweißes verbleibt also auf der Haut und kühlt diese.
    Hmmm... der Körper muß also erst die nötige Energie aufbringen um die hygroskope Wirkung zu überwinden und dann das Wasser zu verndunsten. Andererseits reden wir hier von ein paar Gramm Salz, die ein paar ml bis cl Wasser binden und innerhalb weniger Minuten verdunsten.

    Zitat Zitat von danobaja Beitrag anzeigen
    in den usa wird immer auf das salz verwiesen. von dreck war nie die rede. wenn dann das thema salz aufkommt, dann heisst es zu gleichen teilen elektrische leitfähigkeit und restfeuchte im salz verursachen das fröstelgefühl.
    Gebundene Feuchte meinetwegen, aber die elektrische Leitfähigkeit hat ziemlich wenig mit der Wärmeleitfähigkeit zu tun.
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    Avatar von Sternenstaub
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    AW: Hygiene während Radreisen

    #40
    also mir ist des alles ein bisschen zu theoretisch, vor allem die verschiedenen Theorien verwirren mich

    Aber bei mir ist das eher kein Problem, ich habe das Gefühl, dass ich, wenn ich aktiv in frischer Luft unterwegs bin eh viel weniger "stinke" als zB in der Stadt nach einem Tag auf Arbeit und dann unterwegs.
    Wenn ich irgendwo im Busch übernachte, was bei einer Radtour in Skandinavien doch recht oft vorkommt, habe ich mich noch nie "schmutzig" gefühlt. Zähne putzen und vielleicht ein, zwei Feuchttücher an meinem Körper austoben lassen und ich fühle mich nach einem guten Schlaf (den ich draußen immer! habe) gewappnet für den Tag. Wenn ich irgendwann an einem Campingplatz vorbei komme und dort übernachte, liebe ich die heiße Dusche zwar sehr, aber wirklich lebensnotwendig war sie nie für mich.
    Ich denke, es ist teilweise ein zivilisatorischer Gimmick oder eine Saga, dass man immer und jederzeit jeden Tag mindestens einmal duschen muss, um als Zivilisationsmensch durch zu gehen und nicht als Dreckschwein, das kann man aber durchaus und berechtigt zu einer Mär erklären, dem ist nicht so.
    Two roads diverged in a wood, and I—
    I took the one less traveled by,
    And that has made all the difference (Robert Frost)

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