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  1. Fuchs

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    [FR] [ES] Kurztouren in den Pyrenäen

    #1
    Mitreisende: qwertzui
    Vorwort: Kurztouren und Reiseberichte ist ja eigentlich ein Widerspruch in sich, aber in mehreren Surf-Campingurlauben am Atlantik haben mein Mann und ich jetzt schon fast eine Reise-in-der-Reise-Tradition entwickelt. In den Nordalpen schreibe ich natürliche keine Reiseberichte über 1- und 2- Tagestouren, aber soweit weg fühlt es sich für mich wie eine Reise an und zusammen ergeben die Touren schon eine kleine Reise

    1. (Halb)tagestour Lac du Tech - Lac du Suyen - Lacs de Remoulis
    5.9.2016

    Von Vieux-Boucau am Atlantik kann man an klaren Tagen Spanien und die Pyrenäen sehen. Nähe ist aber relativ und so sind wir doch eine zeitlang unterwegs, bis wir am Wanderparkplatz Lac du Tec stehen. Die kleine D105 schlängelt sich durch das gave d'Arrens und endet für PKW kurz nach dem Stausee auf 1400 m Höhe. Schilder weisen darauf hin, was man im Nationalpark nicht darf (Feuer machen, Hunde mitführen, Gleitschirmfliegen) aber auch was man darf. Man darf über Nacht sein Zelt aufschlagen, sobald man eine Stunde vom Parkplatz gelaufen ist. Gut zu wissen ... nächstes Jahr dann.

    Vom Parkplatz ist der Weg erstmal breit, flach, schattig und komfortabel


    Hier dürfen nur die ganz Fußlahmen übernachten, in normalem Wandertempo ist der Lac du Suyen in 15 Minuten erreicht. Hier haben die Familien ihr Tagesziel erreicht und lassen sich zum ausgiebigen Picnic nieder.


    Es geht nach links weiter in Richtung Spanien und zwar der Weg nach Port de la Peyre Saint-Martin. Ab hier wird der Weg schon steiler und schmaler. Wir befinden uns auf dem Jakobsweg.


    Erstmal geht es noch durch ein grünes und wasserreiches Tal. Eine Ziegenherde kommt uns entgegen. Ohne Hütehund und Schäfer. Wir sehen, dass die Herde weiter unten von einem Mann erwartet wird. Offensichtlich sind die Tiere dort mit ihm verabredet. Auch zahlreiche Murmeltiere bevölkern dieses paradiesische Tal. Die Murmeltiere hier sind aber deutlich scheuer als ihre Alpenkollegen, so dass wir sie nicht fotografieren können.




    Danach wird es schnell deutlich trockener und unwirtlicher



    und steil und heiß



    Gut, dass bald die lacs de remoulis in Sichtweite kommen




    So eine Abkühlung muss man sich erst noch erkraxeln



    Aber es lohnt sich



    eiskalt und nass



    Wie schade, dass wir keine Übernachtungssachen dabei haben. So müssen wir nach einem ausgiebigen Picnic und einem sehr kurzen Bad wieder zurück. Auch wenn es auf dem gleichen Weg zurück geht ist der Abstieg nicht langweilig. Die Ausblicke sind auch in Gegenrichtung großartig.







    Nach 5,5 Stunden (Gehzeit vermutlich 4 bis 4, 5 Stunden) erreichen wir den Parkplatz. Die Füße machen sich mit lautem Aua bemerkbar. Wir haben für unseren Surf- und Badeurlaub keine geeigneten Wanderschuhe dabei. Deshalb haben wir auf der Fahrt beim Decathlon sehr leichte Trailrunner für 12,99 € das Paar erstanden. Die Halbschuhe bieten zwar einen guten Grip, aber die grobkantigen Steine bohren sich schmerzhaft durch die dünnen weichen Sohlen. Das Argument mit leichten Schuhen könnte man weiter laufen, will sich mir gerade nicht so wirklich erschließen. In meinen schwereren Tretern habe ich nach einer Halbtagestour jedenfalls keine wehen Füße.

    Die Suche nach einem Essen und einer Unterkunft gestaltet sich schwieriger als gedacht. Bis wir die ersten Ortschaften erreichen ist es 19.00 Uhr und alle braven Pilger sitzen schon beim gemeinsamen Abendessen.

    Aber dank Auto finden wir am Ende des Tages noch eine Bleibe für die Nacht.
    Geändert von qwertzui (09.03.2019 um 17:51 Uhr) Grund: kleine Korrekturen, nichts Neues

  2. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #2
    Das Tal gefiel mir auch gut.
    Ich kam von Spanien (gleich hinter dem Pass kann man auf dem Campoplano zwischen Respomuso-Hütte und Col de la Fache herrlich zelten) und musste hier absteigen, weil oben zu viel Schnee lag.
    Die Seen sind wirklich schön und kalt!
    Aber dass da auch ein Jakobsweg durch das Tal führt, ist mir gar nicht aufgefallen.

    Ich bin gespannt, wo ihr noch überall wart!
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  3. Fuchs

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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #3
    @Meer Berge
    Danke! Ich versuche, dieses Wochenende noch weiter und fertig zu schreiben. Wenn es jemanden interessiert, ist das ja doch ein Ansporn. Auch, wenn ihr Fernwanderer bestimmt alle meine Spaziergänge kennt.

    Vielleicht täusche ich mich ja mit dem Jakobsweg, aber ich meine schon die Muscheln an Wegweiser und Rasthäusern gesehen zu haben. Auch Einzelwanderer mit identischem T-Shirt sahen mehr nach Pilger als nach GR10 aus.

  4. Gerne im Forum
    Avatar von FatmaG
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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #4
    Zitat Zitat von qwertzui Beitrag anzeigen
    Wenn es jemanden interessiert, ist das ja doch ein Ansporn. Auch, wenn ihr Fernwanderer bestimmt alle meine Spaziergänge kennt.
    Die Pyrenäen interessieren immer ;)
    Viele Wege kreuzen sich, eröffnen dennoch neue Perspektiven und verlaufen anders.
    Der GR10 zB verläuft tiefer als eure Wanderroute.
    Oder das Wetter verändert alles. Die Gegend von Arrens-Marsous zB habe ich nur bei dichtem Nebel und Regen erlebt...


    Die Gegend ist durchzogen von Jakobswegen, bzw Alternativrouten, die die Pyrenäen überqueren.
    Hier noch ein Link zu einer Karte:

    http://vppyr.free.fr/vpp-index-transversales.php

    Bis zur Fortsetzung !

  5. Fuchs

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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #5
    @ Fatmhttps://www.outdoorseiten.net/fotos/showphoto.php?photo=216128&title=img-20160906-133313&cat=500aG
    Noch eine echte Expertin hier. Danke fürs verlinken, der Jakobswege, wahrscheinlich gibt es in den Pyrenäen überhaupt keine Wege, die überhaupt nicht Jakobsweg sind.

    Mit dem Wetter und den Perspektiven hast du natürlich recht. Das ist der Vorteil von Kurztouren, man kann sich das Rosinenwetter rauspicken.

    Aber, bei Interesse aus so fachkundiger Richtung schreibe ich natürlich gleich weiter:

    6.9.2016, Cirque de Gavarnie, ca. 850 hm rauf und wieder runter, ca. 14 km gesamt

    Am Vorabend am Blick auf die Karte, fällt mir ein Name auf: "Cirque de Gavarnie" der berühmte Wasserfall. Das ist ja nah hier, der würde mich schon interessieren, ist aber sicher zu touristisch und keine richtige Wanderung, oder? Gleich mal ein wenig Recherche: da gibt es Tourbeschreibungen zum Wasserfall. Die meisten sagen 1 bis 1,5 Stunden Gesamtgehzeit auf einem breiten Weg, mit Touritransport auf Eseln, hört sich nach der einsamen Bergwanderung zu den Lacs de Remoulis eher nach Kontrast an, aber es gibt ja auch Tourbeschreibungen, die sagen 5 bis 6 Stunden Gehzeit, Kondition und Trittsicherheit erforderlich. Also was denn nun? Lassen wir uns überaschen.

    Die Fahrt durch Lourdes und vorbei an vielen romanischen Burgbergkirchen ist zeitaufwendig aber nicht uninteressant.







    Gavarnie ist deutlich auf mehr Betrieb ausgelegt. Auf dem riesigen leeren Parkplatz entrichten wir unseren Beitrag und laufen los. Sind wir irgendwo falsch abgebogen? Hier sieht es ja genauso aus wie auf dem Weg vom Parkplatz zum Bootsanleger Königsee. Pfeifende Murmeltiere aus Plüsch, Postkarten, billige Bergausrüstung für denjenigen der sich für den beschwerlichen 1 Stunden Spaziergang mit Stöcken bewaffnen will, Eis und sonstige Stärkung, oh Gott, schnell hier weg.

    Der Weg ist auch ohne Wurzelholzstöcke gut zu schaffen





    Sehr schnell sind wir an der Stelle, an der für die meisten die Tour schon endet. Das bisserl Rinnsal da weit weg, soll der irgendwie größte, schönste, was weiß ich, Wasserfall Europas sein?



    Entäuschend, naja da kann man sich ein wenig an den Bach setzen, wenn man schon mal hier ist ... vielleicht noch auf diesem schmalen Pfad ein wenig weg vom Hotel?

    Erstmal am und im klaren Bach abkühlen und erfrischen. Eine Vielzahl kleiner Pfade führt über eine blühende Almwiese immer näher zum Wasserfall.



    Am Ende geht es dann über steiles, von der Gischt nasses Geröll in Richtung Wasserfall. Die anderen Wanderer beäugen unsere leichten Halbschuhe mit Mitleid oder Argwohn. Der Wasserfall wird ausschließlich aus dem schmelzenden Altschnee 1000 m weiter oben gespeist. Entsprechend kalt ist die Gischt und der Fallwind. Noch ein wenig Zähne zusammenbeißen, es lohnt sich





    Für Kletterer würde es hier hochgehen. Nichtkletterer stehen vor einer beeindruckenden Wand



    Nach einer Überquerung des Wasserfall gespeisten Flusses geht es auf der anderen Seite landschaftlich noch eindrucksvoller, dafür menschenleer zurück







    Das war ja doch noch eine lohnende Tour, die Schatten werden lang und die Fußsohlen brennen wieder



    und wir freuen uns nach 4,5 Stunden zurück am Königssee oder so ähnlich zu sein

    Geändert von qwertzui (09.03.2019 um 17:56 Uhr)

  6. Fuchs
    Avatar von Meer Berge
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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #6
    Königsee

    Ich war zwar noch nie am Königsee, kann mir das Szenario aber gut vorstellen ...
    So extrem überlaufen sieht das auf deinen Bildern aber nicht aus.

    In Gavarnie war ich über ein klein wenig Infrastruktur sehr erfreut.
    Nein, nicht über Wurzelholzstöcke und Plüschmurmels.
    Aber darüber, dass die Post mein Care-Paket aufbewahrt hat,
    und darüber, dass der Sportladen alle Arten von Gaskartuschen bereit hielt, dazu für meinen Kumpel Ersatz für seine kaputte wasserdichte Schlafsacktüte und alles, was man an Kartenmaterial brauchen könnte. Der ist nicht schlecht, der Laden.
    Die Lebensmittelversorgung ließ dagegen Wünsche offen ...

    Den Wasserfall habe ich nicht besucht, habe ihn nur von Weitem gesehen.
    Der Cirque an sich ist schon toll!
    Die Breche de Roland soll einen Ausflug wert sein ...
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  7. Gerne im Forum

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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #7
    Zitat Zitat von Meer Berge Beitrag anzeigen
    Königsee

    Die Breche de Roland soll einen Ausflug wert sein ...
    Ist sie. Das geht gut als langer Tagesausflug von Gavarnie aus.
    Der Aufstieg über die echelle des sarradets ist für den halbwegs geübten Bergwanderer gut machbar und sieht von unten deutlich wilder aus als es ist. Vieleicht ne halbe Stunde im T4 Bereich, viele gute Griffe und Tritte, nie knallhart am Abgrund und kaum bis kein Geröll. Oberhalb dann wandern. Breche ist beeindruckend und gut besucht. Die Hütte Als Rundtour über den Col des Sarradets schönen Ausklang über Murmeltierweiden und Bilderbuchaussichten. Machen.

  8. Freak Moderator
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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #8
    Breche de Roland ist kürzer vom Col des Tentes zu erreichen (machen dann wohl auch die meisten), allerdings sieht man dann den Wasserfall allenfalls aus der Ferne. Dafür liegt dann noch einer der Abstauber-3000er mit drin --> Breche de Roland / Taillon
    Die Gavarnie-Bilder hier im Faden sind wohl zu den extremen Tages-Randzeiten entstanden oder aber massiv gephotoshoppt anders kann ich mir das fehlende Gewimmel nicht erklären...
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  9. Fuchs

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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #9
    Das Dorf ist leider nicht so schön- und im Sommer völlig Überlaufen und auch sonst recht Reizlos. Manche meiden daher Gavarnie. Der Cirque ist jedoch toll- und so groß das die Menschen sich dort doch verlaufen.

    Der Aufstieg über die echelle des sarradets ist für den halbwegs geübten Bergwanderer gut machbar
    Die Echelle macht Spaß.

    Am lohnenswertesten ist es Gavarnie und die Schluchten von Ordesa, Pineta und Anisclo als Tour zu verbinden. Vielleicht noch auf den Perdido ... Scharte Tucarroya.... .... Cirque de Troumouse. Das ist eine klasse Tour....

    LG Folko
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  10. Fuchs

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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #10
    Die Gavarnie-Bilder hier im Faden sind wohl zu den ....
    6. September.... da ist schon viel weniger Betrieb...
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  11. Freak Moderator
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    Avatar von Flachlandtiroler
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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #11
    OT:
    Zitat Zitat von Nicki Beitrag anzeigen
    Cirque de Troumouse. Das ist eine klasse Tour....
    ACK

    Sorry für's Kapern des Themas... wir hoffen auf Fortsetzung durch den Threadopener
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  12. Fuchs

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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #12
    Anfang September würde ich jetzt nicht als extreme Randzeit bezeichnen, aber die Franzosen haben natürlich alle gleichzeitig Ferienende Anfang September. Photoshop definitiv nein, auch nicht abgewartet oder positioniert. Ich knipse nur planlos mit der Handykamera.
    Der Parkplatz in Gavarnie war im August ganz sicher noch deutlich ausgelasteter.

    Mein Eindruck war allerdings der, dass am Ende der großen Straße beim Hotel maximal 10 % der Leute weiter gehen. Das erste Stück des Weges ist wohl bewusst schmal gehalten und mit Warnhinweisen versehen, dass alpine Erfahrung erforderlich sei.

    Was ich gerne mal sehen würde, wäre Cirque de Gavarnie im Mai, wenn er von den gesamten Schneemassen des Winters rund um gespeist wird. Das dürfte dann selbst vom Hotel aus schon spektakulär sein.

  13. Fuchs

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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #13
    Mein Eindruck war allerdings der, dass am Ende der großen Straße beim Hotel maximal 10 % der Leute weiter gehen.
    Ja- das ist auch meine Eindruck, außerdem Stoppt da das Pferdetaxi. - Eigentlich Schade für die Leute- mit jedem Schritt in den Cirque wird es schöner.
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  14. Fuchs

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    AW: Kurztouren in den Pyrenäen

    #14
    @ Nicki und FLT
    vielen Dank für Eure Beiträge
    Wird nicht als kapern empfunden, sondern als Anregung für weitere Ausflüge gerne entgegen genommen.

    Ich schreibe trotzdem bald weiter, versprochen,
    wenn ich am heimischen Rechner sitze, allerdings ist die Anziehungskraft des Rechners oft geringer als die Draußenverlockungen

  15. Fuchs

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    AW: [FR] [ES] Kurztouren in den Pyrenäen

    #15
    Die Draußenverlockungen haben mich lahmgelegt. Wenn ich schon gezwungenermaßen die Füße hochlege, kann ich hier weiter schreiben:

    Sommerurlaub 2017 musste leider ohne Pyrenäenausflug auskommen, da unsere Mehrtagestour im Friaul https://www.outdoorseiten.net/forum/...29er-Dolomiten, die wir wenige Tage vor Reisebeginn machten, noch Spuren hinterließ

    Aber letztes Jahr hatten wir dann unsere fertig gepackten Bergrucksäcke und die Bergschuhe mit im Gepäck als es zum Atlantik-Bade-Surf-Campingurlaub ging. Tourideen waren mit dem Finger auf der Landkarte entwickelt, wir mussten nur noch abwarten, bis die Wetterprognosen stabil waren und dann stand unserer ersten (und es wird bestimmt nicht die letzte bleiben) Pyrenäenübernachtungstour nichts mehr im Weg:


    Samstag, 01.09.2018, Pont d`espagne, gave du Marcadau, lac des cambalés


    Nachdem am gebührenpflichtigen Parkplatz Pont d'espagne eine Schranke ist, aber nicht da steht, was es kostet und ob mehrtägiges Parken erlaubt ist, fahren wir die Straße wieder ein Stück runter, bis dahin, wo die anderen geizigen Bayern parken. Das verlängert den Aufstieg noch ein wenig, aber deshalb sind wir ja hier.

    Der Parkplatz ist riesig und gut besucht und es geht eine Bergbahn. Sollte unsere Routenwahl doch nicht so gut sein?

    Schon nach einem kurzen sehr moderaten Aufstieg, erreichen wir die Berg(!)station, die Wasserfälle, das Restaurant und damit den Zielpunkt der Hauptmassen.

    Hier fließen Gave du Marcadau und Gave du Gaube jeweils ein paar Meter fallend zusammen. Weil das gar so hübsch ist, hat man eine Brücke drüber gebaut und die Hotelerie de Pont d'espagne dran gebaut, ich habe auch pflichtschuldig ein Foto geschossen bevor ich die Flucht ergriffen habe, aber ich finde es nicht.

    Im breiten Tal an der gave du Marcadau kommen wir schon bald am refuge du clot vorbei.

    Hier herrscht absoluter Hochbetrieb, aber für Fußlahme gibt es hier schon reichlich Platz zum erlaubten Wildzelten.



    Ab hier gehen die meisten mit riesigen Rucksäcken weiter. Man könnte meinen, vorbei am Refuge du Clot ende die Zivilisation und man sei wochenlang autark unterwegs. Vor uns zwei sportliche Frauen hinter uns eine größere Gruppe von jungen Partybiwakern (große Weinflaschen baumeln gut ekennbar außen am Rucksack, aktive und passive Musikerzeuger etc.). Hier offenbart sich gleich mal eine typische Gefahr von viel begangenen Wegen. Als der Weg im rechten Winkel abzweigt, bildet sich gerade aus eine deutlich sichtbare Trittspur. Diese ist dann erstmal so offensichtlich, dass man ihr automatisch weiterfolgt und den Abzweig übersieht. Die beiden Frauen vor uns drehen um und fragen uns, ob das der richtige Weg sei. Wir folgen der falschen Fährte noch kurz und holen dann die Karte heraus. Die Partybiwaker ziehen unbeeindruckt weiter. Wir kehren um und folgen den Frauen, die inzwischen den richtigen und gut erkennbaren Weg gefunden haben.



    Die Partybiwaker werden uns erst kurz vor dem Refuge Wallon, während wir eine Pause machen, wieder einholen. Ob die Partybiwaker mit den großen Rucksäcken dort durch unwegsame Gelände weiter sind oder ob sie irgendwann viel später noch umkehrten und den komfortablen Weg nahmen wissen wir nicht. Für uns ging der Weg jedenfalls komfortabel und doch schön weiter. Die Marcadau hat sich ein breites flach ansteigendes Tal geschaffen. Zirbenwald und ein kräftig sprudelnder Trinkwasserfluss, der Anfang September keine Tendenz zeigt zu versiegen. Der Fluss ist übrigens auch sehr fischreich, der Begriff Paradies drängt sich förmlich auf. Der komplette Weg vom Refuge du Clot zum Refuge Wallon ist eine Aneinanderreihung perfekter Zeltplätze.





    So schön gelegen das Refuge Wallon auch ist und auch wenn der Wein dort billiger ist, als das Trinkwasser auf so mancher AV-Hütte, sind wir doch froh, dass unsere Wanderung nicht hier endet. Am Fluss haben sich schon Zeltlager mit lauter Musik und viel Party gebildet. Hier haben viele Leute offenhörlich viel Spaß, sollen sie ... unser Tagesziel ist noch fast 2 Stunden entfernt.

    Jetzt zweigt der Weg vom hier-kann-man-überall-Hauszelte-aufbauen-Gelände ins typische Berggelände ab. Hoffentlich erreichen wir unser Ziel vor Sonnenuntergang und hoffentlich finden wir dort einen Platz um unser Zelt aufzubauen.
    Wie immer, wenn wir in den Bergen mit Zelt unterwegs sind, werden wir von den entgegenkommenden gewarnt, dass keine Hütte mehr vor Sonnenuntergang käme. Unsere Rucksäcke schauen einfach nicht nach Campingausrüstung aus

    Der Weg ist so richtig nach meinem Geschschmack, einsam und schön. Zunächst noch durch einen Zirben(?)zauberwald. Wie alt mögen diese Baumriesen wohl sein?

    Links neben dem Baum ich for scale. Für alle, die mich nicht kennen, ich bin weder besonders klein noch besonders schlank





    Und man gewinnt schnell an Höhe. Das flache Gave du Marcadau liegt schon nach kurzer Zeit tief unter uns.



    Die Schatten werden schnell länger und es wird Zeit nach einem Zeltplatz Ausschau zu halten



    Leider sind die beiden einsamen Seen, die K. als Zeltplatz ausgespäht hatte schon besetzt. K.s Laune sinkt in den Keller. Da aber auch die Sonne schnell verschwindet, müssen wir uns mit einem Zeltplatz mit fließend Wasser, Wasserfalldusche und Badegumpen begnügen. Schnell das Zelt aufgebaut und eingerichtet, kurzes aber um so kälteres Bad genommen, und schon verabschiedet sich die Sonne.





    Es wird sehr schnell sehr kalt. Beim Kochen ziehen wir alles an, was wir dabei haben, einschließlich Buff und Fäustel. Unser Experiment mit 3-Minutennudeln und Packerltomatensauce überzeugt uns nicht. Nächstes Mal gibt es wieder Bergziegenkäse zum Rotwein. Kurz den Sternenhimmel bewundert, beschlossen, dass beim nächsten Ausflug an die spanische Grenze im Hochsommer die Daunenjacke auch mit muss und schnell ins Zelt. Ich liebe unser Daunenquilt und unsere Downmat. Als K. um 3.00 Uhr zum Nachtspaziergang antritt, denke ich es dämmere schon. Es ist ganz hell im Zelt. Was ich durch den Eingang sehe, lockt mich auch aus den Daunen: Mondlicht lässt die Berge leuchten, das ist so schön! Wie schon bei den letzten Zeltübernachtungen in den Bergen gemerkt habe: auch wenn man nicht muss, muss man nachts einmal aus dem Zelt!

    Ist das kalt da draußen, schnell zurück unter die warmen Daunen!
    Geändert von qwertzui (15.04.2019 um 17:22 Uhr) Grund: Hatte das Vorwort versehentlich weggeschnitten

  16. Fuchs

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    AW: [FR] [ES] Kurztouren in den Pyrenäen

    #16
    Sonntag, 02.09.2018, Vom großen und kleinen lac de cambalés, über lac Nère, lac de Bassia, lac du Pourtet, die lacs de l'Embarrat und eine Vielzahl namenloser Lackerl zurück zum Parkplatz

    Wer Bergseen nicht mag, sollte nicht weiterlesen. Dieser Tag wird sehr, sehr seenreich.

    Wolltest du nicht zum Sonnenaufgang aufstehen? Wie, was schon dreiviertel Acht. Schnell raus und gerade noch rechtzeitig:

    Da kommt sie wieder die Sonne



    Gar nicht so schlecht unser privates Badezimmer





    Dieser Privatsee wäre noch zu haben gewesen, den hatten wir gestern Abend übersehen



    Aber die haben ein viel größeres Badezimmer



    Und das wäre der Hauptgewinn gewesen



    Aber egal, solange Reif auf Zelt und Gras liegt, ist es sowieso zu kalt zur Nutzung der unterschiedlich großen Badewannen.
    Trotz Sonne und Wind dauert es fast 2 Stunden und 4 Kaffee bis das Zelt abgetaut und trocken ist und ich auf Betriebstemperatur bin.



    Da nach dem Großen Lac de Cambalés noch sowas wie ein Weg zu ein paar kleineren Seen eingezeichnet ist, kraxeln wir erst mal durch das Geröllfeld. Einen Weg gibt es nicht, aber dafür eine Steinmanndlmarkierung. Von den kleineren Seen ist jetzt am Ende des Sommers allerdings nicht mehr viel zu sehen.

    Der Blick zurück und runter ist da schon schöner



    Erstaunlich was so alles aus dem kargen Fels wächst





    Nach dem Aufstieg lockt das kalte Wasser deutlich mehr



    Jetzt kommen die ersten Wanderer von unten, es ist Mittag und Zeit endlich unsere Wanderung zu starten. Erst ein Stück zurück, auf dem Weg den wir gekommen sind hinunter. Uns kommen viele Wanderer entgegen, die meisten haben wir gestern schon getroffen. Da ist unser Wegweiser (große Seenrunde), links geht es wieder bergauf und es wird wieder ruhig und alpin.



    Wenn ich das richtig in Erinnerung habe, ging es von den lacs des Cambalés bis zum Abzweig so ca. 700 hm runter und zu lac Nère dann wieder fast 1000 hm hoch. Hat sich aber gelohnt

    von unten gesehen



    von oben



    Es geht weiter bergauf. Steinmanndl weisen die Richtung. Müssen wir hier wirklich übers Geröll?



    Ja, da sind schon die nächsten Seen



    So geht es weiter mit Seen, Steinböcken, bizarren Felsen, schmalen Pfaden, Blaubeeren, Seen, Seen, die Seen sprudeln als Wasserfall über die nächste Kante, der Weg wird solange von einem klaren Bach begleitet, bis sich wieder ein See bildet. Es ist Sonntag, das Wetter ist herrlich, Spanier und Franzosen nutzen das letzte Wochenende der Ferien in Scharen ... aber auf diesem schönsten Weg treffen wir nur eine überforderte Alleinwanderin mit großem Rucksack, hochrotem Kopf und und Panik im Blick. Nun ja die Passage am See entlang, die sie gerade hinter sich hatte, ist nicht nur für nicht schwindelfreie, sondern auch für wasserscheue ein bisschen gruselig.















    Viele Seen gesehen, viele Höhenmeter in den Beinen ist es spät geworden. Eine nette Familie fragt uns, ob wir ein Parkticket zum öffnen der Parkplatzschranke bräuchten. Als wir erzählen, dass wir weiter unten parken, werden wir bis zu unserem Auto mitgenommen und sind recht froh uns die Asphaltstrecke ersparen zu können.

    Das hervorragende Essen (vive la France) ist auf jeden Fall sehr willkommen. Das Hotelzimmer ist wie immer nach einer Nacht mit Minusgraden zu warm aber der Ausblick vom Balkon kann sich sehen lassen.



    Das Wochenende war mal wieder exakt das, was ich unter einem Wellnesswochenende verstehe

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