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  1. Fuchs
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    [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #1
    Mitreisende: Wafer
    Ein weiterer Beitrag aus dem beliebten Zyklus "Wafer's Schlemmerreisen" - diesmal mit dem Kapitel "Algarve"

    Reiseart: Weitwanderung
    Region / Land: Süd-West-Europa / Portugal / Algarve und Westküste
    Zeitraum: Winter

    Prolog
    Der erste Anstoß war ein einfaches Bild im Rätselfaden von „Wo bin ich?“ kurz vor Weihnachten. Ich hatte mich mit diesem Rätsel intensiv beschäftigt und hatte mir daher in Google-Earth, Wikipedia und co einiges zu dem Thema Portugal und Algarve angesehen. Und was ich da sah gefiel mir! Geriet aber vorerst in Vergessenheit. Als dann im neuen Jahr die Wanderstiefel im Schrank und meine Füße unruhig wurden und begannen sich zu melden schaute ich eher halbherzig herum, wo man denn aktuell etwas wandern könnte. Schnell kam ich wieder auf die Region Südliches Portugal. Wanderkarten für Portugal zu bekommen ist wohl ein größeres Problem. Also muss es ohne gehen. Das muss ich eh mal üben, wenn ich auf dem E1 weiter nach Norden will ...
    Bei der Recherche stoße ich auf den Rad- und Wanderweg Ecovia. Mithilfe diverser GPX- und KML-Tracks sowie Opentopomap bastle ich mir selber eine Strecke zusammen. Wo mir der Weg zu strassenlastig scheint suche ich nach Wanderwegen an der Küste entlang, bleibe aber immer nahe an der Ecovia. Wie ich mich kenne gibt es später eh noch Abweichungen genug. Mit diesem Track erstelle ich mir mit OpenTopoMap eine Karte, in der der GPX-Track drauf ist. Diese lade ich in JPG-Files mit jeweils ca. 10 MB (4.000 * 4.000 Pixel) und schiebe sie auf mein Handy. Ähnlich verfahre ich mit der Rota Vincentina. Diese ist allerdings schon mehr für Wanderer geeignet. Somit habe ich ca. 10 Karten mit dem eingezeichneten Weg von Ecovia und Rota Vicentina in digitaler Form. Das muss reichen. So viel Zeit habe ich vermutlich eh nicht. Bis wohin ich komme, muss die Zeit zeigen.
    Der Wetterbericht sagt ab der zweiten Januarwoche bei uns schlechtes Wetter voraus – für den Süden Portugals aber ist eine Schönwetterphase vorausgesagt. Die Wandersachen sind schnell gepackt und ein Direktflug von Stuttgart nach Faro gibt es am Samstag auch.
    Geändert von Wafer (16.04.2019 um 23:51 Uhr)

  2. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #2
    Oh - Algarve! Meine Lieblingsgegend! Bist du in Tavira gestartet? Schreib schnell weiter, bitte!

    LG,
    Babs

  3. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #3
    Wunderbar, ein Portugal-Bericht.... Freude =)

  4. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #4
    1. Tag: Anreise und Stadtbesichtigung Faro
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    Samstag, 5. Januar 2019
    Strecke: 6 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 50 m, ↓ 50 m
    Gehzeit: 3 h

    Der Flieger geht am Vormittag in Stuttgart unpünktlich weg, fliegt über schneebedeckte Alpen- und Pyrenäen-Gipfel und 3 Stunden später bin ich im Landeanflug auf Faro.


    Links: Stuttgart – Rechts: Der Hafen von Albufeira – Noch Fragen zur Motivation?

    Die Verspätung durch das Schneechaos in Stuttgart sorgt dafür, dass ich gerade so den geplanten Zug verpasse als ich in Faro am Bahnhof ankomme.


    Die Lagune direkt hinter dem Bahnhof mit dem Flughafen am Horizont

    Und da habe ich natürlich genau das Mittagsloch erwischt – der nächste fährt erst in über 2 Stunden. War ja irgendwie klar! Aber 2 Stunden Zeit in einer Stadt wie Faro tot zu schlagen ist nun nicht wirklich eine Herausforderung! Faro hat eine tolle Altstadt! In dieser Richtung ziehe ich in aller Ruhe durch die Straßen los.


    Es geht auf das Zentrum von Faro zu

    Mit der Ruhe ist es allerdings ein paar Straßen weiter schnell vorbei: Es findet ein Stadtlauf statt. Ein Teil der Fußgängerzone ist für die Läufer abgesperrt. Hier unten kann man solche Events nur im tiefsten Winter veranstalten. Sonst ist es zu warm!
    Am Hafen ist das Meiste los. Hier muss wohl Start und Ziel liegen.


    Am Yachthafen von Faro

    Ich schlage mich frei Schnauze durch die Innenstadt und ziehe weite Kreise. Gefällt mir, die Stadt: Natürlich gewachsen und wenig touristische Einflüsse. Mit meinem Rucksack bin ich zwar mal wieder der Exot aber das kenne ich schon. Alle Geschäfte haben offen und die Innenstadt ist gut belebt. Faro ist schließlich die Hauptstadt des Distrikts. Mit 64.000 Einwohnern (Stand: 2011, Quelle: Wikipedia) ist Faro zwar deutlich kleiner als Reutlingen, verfügt aber über einen internationalen Flughafen, IC-Bahnhof und 2 Universitäten. In Portugal ist Faro untern den 20 größten Städten des Landes.


    Faro-Impressionen

    In den Randbezirken der Stadt wird es etwas ruhiger. Faro liegt an einer Lagune des Atlantiks. Hier gibt es ausgiebige verkehrsberuhigte Zonen und etliche Fußgängerzonen.


    Die Promenade zur Lagune hin

    Was ich ganz neckisch finde: Einige haben noch die Weihnachtsdeko stehen. Für mich, der Weihnachten mit Schnee verbindet, irgendwie komisch!


    Ein Bummel durch Faro

    Aber so richtig begeistert schaut dieser Weihnachtsmann auch nicht aus der Wäsche. Aber dafür steht er den ganzen Tag in der prallen Sonne! Frieren muss er hier nicht.
    Die Altstadt ist toll gemacht! Vieles ist Autofrei. Gefällt mir!


    Flanieren um die Altstadt herum
    Ein letzter Schlenker führt mich mitten rein in die Altstadt. Dort steht die Igreja da Sé, die Kathedrale von Faro. Leider mal wieder geschlossen. Die hätte ich mir gerne mal von innen an gesehen.


    Die Igreja da Sé, die Kathedrale von Faro

    In der Altstadt gibt es winzige Gassen, wo maximal ein Auto durchpasst. Wenn da einer parkt ist ein Durchkommen nicht mehr möglich. Früher wurden die Häuser bewusst dicht aufeinander gebaut, damit zwischen den Häusern der Schatten die Gassen etwas kühlt.


    Schön unstimmig

    Durch einige Gassen führt auch der Stadtlauf. Aber da sind jetzt nur noch Nachzügler unterwegs und man darf hier auf den Gassen laufen. Von hinten komme ich an den Arco da Vila.


    Der Arco da Vila - Das Winterquartier vieler Störche

    So komme ich wieder zum Hafen zurück. Die Massen, die vorhin den Stadtlauf angefeuert haben, haben sich verzogen.

    Am Hafen von Faro

    Ich lasse mich in einem Kaffee nieder und genieße den warmen Nachmittag. Immerhin 21°C. Für Anfang Januar eigentlich nicht schlecht!
    Direkt neben mir, auf einem Poller der Hafenbeckenabsperrung, lässt sich eine Seemöwe nieder. Frech beobachtet sie genau was ich esse und trinke. Sobald was runterfällt wird es geholt.


    Erstaunlich, dass die nicht gleich auf den Tellerrand sitzt ...

    Dabei sollen die gar nicht so ungefährlich sein. Wenn die grantig werden, dann wird es nicht mehr lustig.
    Irgendwann wird es Zeit mich wieder in Richtung Bahnhof zu begeben. Dort steht mein Zug schon am Bahngleis und wartet. Die Regionalzüge hier sind schon ein paar Tage alt und wurden mit Grafity reicht verziert.


    Der Zug nach Vila Real de Santo Antonio

    Kurz nach 17 Uhr zuckelt er los. So richtig schnell fährt er nicht. Er muss auch ständig anhalten. So habe ich viel Zeit mir die östliche Algarve anzusehen. Nach deutlich über einer Stunde komme ich in Vila Real de Santo Antonio an. Es ist zwischenzeitlich stockdunkel. Wir sind halt doch erst ein paar Tage nach dem kürzesten Tag. Und hier gibt es kaum Dämmerung. Es wird so ziemlich auf einen Schlag dunkel.
    Von hinten komme ich in die Stadt rein denn der Bahnhof liegt etwas abseits. Als ich mich der Innenstadt nähere komme ich in eine Fußgängerzone. Die ist auch etwas besser beleuchtet als die normalen Straßen. Ich muss mir noch eine Unterkunft suchen. Ich habe nichts reserviert. Ich hoffe, ich finde was! Im Dunkeln in einer fremden Stadt auf der Straße zu sitzen fände ich nicht zu prickelnd. Die erste Pension hat geschlossen. Jetzt ist absolute Nebensaison. Da sind viele mal selber im Urlaub. Ein kleines Hotel hat aber ein Zimmer für mich. Ich checke ein und drehe noch eine Runde durch die Stadt. Zuerst geht es an den Hafen am Fluss, der schon fast am Mündungsdelta liegt.


    An der Hafenpromenade von Vila Real de Santo Antonio

    Auf der anderen Flussseite liegt Spanien. Damit bin ich am östlichsten Punkt meiner Reise. Die Stadt ist durch ein Netz von geraden, rechtwinklig zueinander stehende Straßen in Rechtecke aufgeteilt. So ist die Orientierung einfach. Ein Teil dieser Blöcke liegt in der recht großen Fußgängerzone. Touristenbunker gibt es hier keine. Und was auch sehr angenehm ist: Man spricht hier Französisch! Ich kann bisher noch kein Wort Portugiesisch. Da muss ich die nächsten Tage noch was tun!
    An der Hafenpromenade finde ich ein kleines Restaurant, das mir zusagt. Ich bleibe gleich bei den Vorspeisen hängen und vertilge 4 verschiedene davon. Total Lecker: Eine Fischsuppe; eine Portion Muscheln, die ich noch nicht kenne; Garnelen in Weißwein und Knoblauch und Jakobsmuscheln mit Pilzen. Dazu eine Flasche Grünen Wein - Grandios! Desserts sind hier recht überschaubar und sehr Süß. Den Namen von Lokalen soll man hier ja nicht nennen weil keine Werbung gemacht werden soll, ich werde aber di mit dem guten Vino so schnell nicht vergessen!
    Gut gesättigt rolle ich heimwärts.


    Auf dem Weihnachtsmarkt von Vila Real de Santo Antonio

    Ich komme noch an dem Weihnachtsmarkt vorbei, der gerade am Schließen ist. Irgendwie recht ungewohnt so mitten im Frühling über einen Weihnachtsmarkt zu flanieren. Kurz vor Mitternacht bin ich im Bett. Und morgen geht der erste richtige Wandertag los. Da bin ich ja mal gespannt was da auf mich zukommt!
    Gute Nacht!
    Geändert von Wafer (29.05.2019 um 21:54 Uhr)

  5. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #5
    Seit 3 Jahren haben wir diese Gegend jetzt für uns entdeckt und es ist voll schön, deine Fotos aus einer (noch) ruhigeren Zeit zu sehen. Villa Real haben wir schon zweimal besucht - die Hauptstadt der Tischwäsche - und Faro kennen wir ebenfalls gut. Wir waren Ende September/Anfang Oktober auch in der Kirche drinnen und sogar oben auf dem Turm. Für längere Wanderungen war es uns aber jedesmal noch viel zu warm.

    Ich warte gespannt auf die Fortsetzung!

    LG,
    Babs

  6. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #6
    2. Tag: Von Vila Real de Santo Antonio nach Tavira
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    Sonntag, 6. Januar 2019
    Strecke: 30 Km – Ecovia Gesamt: 36 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 150 m, ↓ 150 m – Ecovia Gesamt: ↑ 200 m, ↓ 200 m
    Gehzeit: 7 h – Ecovia Gesamt: 10 h

    Der Morgen begrüßt mich mit Sonnenschein. Wie kann es anders ein: Heute sind ja die Könige unterwegs! Ein Blick aus dem Fenster offenbart noch nicht sehr viel von dem, was heute noch kommen soll – außer Sonnenschein pur!


    Der Morgen über den Dächern von Vila Real de Santo Antonio

    Das sieht ja schon mal vielversprechend aus. Ich packe meine Sachen und gehe runter zum Frühstück. Der Chef drückt mir einen kleinen Zettel in die Hand und schickt mich 10 Häuser weiter. Da gäbe es Frühstück. Da ist aber keiner. Außerdem steht auf dem Zettel ein Frühstück für Zwei und eine falsche Zimmernummer. Also wieder zurück. Der Chef spricht zum Glück sehr gut Französisch. Da gibt es keine Probleme. Also wieder zum Frühstücksraum. Der macht Frühstück für alle umliegenden Hotels und Pensionen. Die scheinen hier zu einer Gruppe zu gehören.
    Gegen 8 Uhr bin ich startbereit und verlasse das Hotel in Richtung Osten. Zuerst nochmal an die Ostgrenze von Portugal. Da kann man nach Spanien rüber schauen.


    Ayamonte über den Grenzfluss Guadiana gesehen

    Im Hafen ist noch nicht viel los. So mache ich mich auf in Richtung Süden. Immer am Wasser entlang und durch den kleinen Park. Im Internet stand, der Leuchtturm am Südrand von Vila Real de Santo Antonio hätte 24 h geöffnet. Das hört sich nach guter Aussicht an. Also schlage ich den Weg dorthin ein. Ein gekacheltes Schild bedankt sich in vielen Sprachen für den Besuch der Stadt – mit reichlich Rechtschreibfehlern. Vielleicht sollten die bei solchen Dingen mal einen Native-Speaker kontaktieren?


    Der Farol de Vila Real de Santo Antonio mit seinem Kiefernwald

    Am Leuchtturm gibt es erstmal ein langes Gesicht: Der Turm mag zwar offen sein aber ein Zaun sorgt dafür, dass man gar nicht erst bis hin kommt. Wirklich schade! Aber vielleicht bin ich für die Portugiesen auch einfach nur zu früh unterwegs? Das will ich aber nicht verifizieren und schlage mich bei nächster Gelegenheit wieder weiter nach Süden durch.
    An der letzten Strasse, die ich Richtung Strand verlasse steht ein Schild der Ecovia. Die führt aber an der Strasse entlang. Klar, ist ja auch eigentlich ein Fahrradweg. Durch den Kiefernwald führt mich ein kleines Strässchen in Richtung Strand. Als der Teer aufhört lädt ein Bohlenweg ein die paar Meter bis zum Strand noch zu gehen.


    Praia de Santo Antonio - mit Blick auf Monto Gordo

    Das riskiere ich. Aber lange am Strand laufen will ich nicht. Das letzte Mal, als ich im Sand gewandert bin gab es einen geschwollenen Knöchel und es war extrem anstrengend. Das war vor ca. anderthalb Jahren auf dem E1 zwischen Kiel und Eckernförde. Da musste ich am nächsten Tag die Tour abbrechen.
    Am Strand bin ich fast alleine. Nur ein Radfahrer gurkt da rum. Und das nicht zu langsam. Die Flut geht gerade zurück und der freigelegte Sand ist sehr stabil. Wo dünne Fahrradreifen kaum eine Spur hinterlassen und überhaupt nicht einsinken kann man es mit dem Wandern ja mal probieren. Und das geht richtig gut! Und man kommt auch zügig voran.
    Der Radler hat sein Rad am Strand abgestellt und zieht jetzt mit einem Sieb durch das flache Wasser. Er sammelt eine bestimmt Muschelart, die im Sand lebt und das zurückweichende Wasser an die Oberfläche spült.
    Bis auf ein paar Muschelsammler und Angler bin ich so gut wie alleine am Strand. Der führt mich in einem langen Bogen in Richtung Monte Gordo.


    Der endlose Strand von Monte Gordo

    Ich lege die Hosenbeine meiner Wanderhose ab und bin im T-Shirt unterwegs. Ein paar Einheimische kommen mir allerdings im Stepp-Mantel entgegen. So empfindet jeder die Temperatur anders. Aber damit oute ich mich natürlich als Nordländer. Aber an meiner Sprache erkennt das eh jeder. Macht also nix!
    Monte Gordo ist nicht ganz so prickelnd. Ein wirklich toller Strand aber die Betonburgen ein paar Meter hinter dem Strand ... naja! Schön geht anders! Also lasse ich den Ort mal da, wo er ist und bleibe am Wasser.


    Strandimpressionen rund um Monte Gordo

    Ein paar Möven zanken sich um einen Fisch. Und plötzlich ist der Strand ganz aufgewühlt. Fette Reifenspuren führen zum Strand. Die gehören da aber auch nicht hin. Des Rätsels Lösung hupt mich von hinten an: ein großer Traktor fährt auf das Wasser zu. Rückwärts fährt er bis zu einem Fischerboot ran, das gerade den Motor abschaltet und ihn anhebt. Das Boot kommt an die Leine hinter dem Traktor und wird über den Strand gezogen.


    Einfahrt in den Hochseehafen von Monto Gordo

    Die Fischer bleiben praktischerweise gleich im Boot sitzen bis sie im „Hafen“ angekommen sind. Dort werden sie schon sehnsüchtig erwartet – von ihren Kollegen und von den Seemöwen. Andere Länder – andere Lösungen!
    Die Ecovia führt zwar auf am „Hafen“ vorbei aber zieht dann wieder ins Landesinnere. Bei mir läuft es gerade so schön am Strand. Da bleibe ich noch etwas hier am Strand.
    Der wird auch langsam etwas voller. Allerdings nicht mit Badegästen. Auf der Höhe von Altura stehen zig Angler am Strand. Man könnte fast meinen, da findet ein Wettkampf oder etwas Derartiges statt.


    Hier wird geangelt

    Auf der Höhe von Manta Rota (wohnen hier die Fahrer roter Mantas? ) wird es dann schon fast voll. Beim Blick zurück sind die Hotelburgen von Monte Gordo am Horizont kaum zu übersehen.


    Monte Gordo bleibt in der Ferne zurück

    Ab und zu kommen wir jetzt sogar Wanderer entgegen. Ein Paar mit Hund spreche ich an. Und ich habe richtig vermutet: Alles mit Hund kann man hier deutsch ansprechen. Hier habe ich Holländer erwischt. Etwas weiter könnte ich zu der Landzunge vor der Lagune von Cabanas de Tavira hinüber. Aber das geht nur bei komplettem Niedrigwasser. Sonst kommt man durch den Zufluss in die Lagune nicht hinüber. Aber bis ich dort bin könnte es wohl schon zu spät sein. Das Paar erklärt mir einen alternativen Weg: Ich kann mich von hieraus in Richtung Norden durchschlagen und direkt am Nordrand der Lagune einen Wanderweg nehmen, der durch die kleinen Ortschaften an der Lagune führt. Das hört sich gut an!


    Ich halte auf die Wege hinter der Lagune zu

    Hinter der ersten kleinen Düne wird es sofort schon grüner. Man kann gut erkennen bis wohin das Wasser bei Flut geht. Aktuell ist aber das Wasser noch sehr weit weg. So kann ich direkt auf ein Haus zuhalten, das mitten im Grünen liegt.
    Ich komme auf einen Weg, der am Fuß der Anhöhe, auf der das Haus steht entlangführt. Erstaunlich, wie grün hier alles ist! Die spanische Küste kenne ich nicht so grün - ohne Bewässerung. Auf einer kleinen Pfadspur geht es durch saftige Wiesen mit blühenden Blumen und Kakteen.


    Großartige Wanderwege am Rande der Lagune westlich von Tavira

    Laut einem GPX-Track, den ich gefunden habe, verläuft die Ecovia auch auf diesen kleinen Wegen. Keine Ahnung, wie die Fahrradfahrer auf diesem Weg vorrankommen wollen, denn der Weg ist schon meistenteils sehr sandig. Das soll jetzt aber mal nicht mein primäres Problem sein. Ich erfreue mich lieber an der vielfältigen Flora und wandere gen Westen.


    Agaven und Kakteen bereichern die Flora

    Häufig habe ich die Wahl zwischen verschiedenen Varianten des Weges. Mal verläuft ein Weg etwas höher an der Flanke, ein anderer Weg bleibt näher am Wasser. Leider gibt es auch das eine oder andere Stück, das als Privat ausgewiesen ist und umgangen werden muss. So muss man häufiger mal zwischen den Wegen wechseln.
    Überall blühen kleine gelbe Blumen. Und auf ihnen sind etliche Bienen unterwegs. Hier scheint die Natur noch in Ordnung zu sein! Die Vegetation ist hier teilweise mannshoch, so dass man nicht immer überblicken kann, wie es rundherum aussieht. Aber ab und zu kommt man mal etwas höher hinauf, so dass man trotzdem sehen kann wie es an der Lagune weiter geht.


    Genusswandern mit Blick auf die Lagune

    Irgendwo hier wurde das Rätselfoto gemacht, dass mich letztendlich in diese Gegend gelockt hat. Und ganz unberechtigt war es nicht: Das was ich bisher gesehen habe gefällt mir ausgesprochen gut!
    Ich wandere weiter auf den kleinen Wegen und komme an Relikte aus vergangenen Zeiten.


    Dieser alte Wasserbrunnen ist wohl nicht mehr in Betrieb

    An der Stange links hat man früher wohl Esel oder anderes Getier angebunden, der dann während den Bewässerungszeiten im Kreis laufen musste. Hoffentlich zumindest keine Kinder!
    Der Brunnen steht eigentlich fast direkt neben dem salzigen Lagunenwasser. Die Filterfunktionen des Erdreichs scheint aber ausreichend gut zu, dass hier so dicht am Atlantik Süßwasser hochgepumpt werden kann.


    Das Süßwasser ist nicht weit

    Nach genauer Inspektion des Reliktes ziehe ich weiter. So langsam meldet sich der Mittagshunger. In einem der nächsten Dörfer werde ich wohl Mittagspause einlegen. Und wie gerufen taucht schon das nächste Dorf, es ist Cacela Celha, am Horizont auf.


    Es geht auf Cacela Velha zu

    Das ist nicht mehr weit. Nur wenige Minuten – so denke ich. Was ich übersehen habe ist der Bach der noch zu überwinden ist. Sieht auf den ersten Blick reicht einfach aus. Ist es beim zweiten Blick dann aber gar nicht!


    Der Ribeira de Cacela muss noch gefurtet werden

    Entweder sind die Steine im Bach sehr glitschig oder das Ufer ist so sumpfig, dass man gar nicht erst zu den Steinen kommt. Ein paar Meter den Bach hinauf geht es. Aber danach geht es durch wildes Gestrüpp. Vielleicht wäre weiter unten noch eine Möglichkeit gewesen? Jetzt bin ich aber schon auf der anderen Seite und schlage mich durch das Dickicht.
    Leicht zerkratzt komme ich an den ersten Häusern an. Zuerst drehe ich zur Orientierung mal eine Runde durch das Dorf.


    Der Brunnen von Cacela Velha

    Und das gefällt mir ausgesprochen gut! Eine kleine Bar hat draußen bestuhlt und alle Tische sind brechend voll. Aber es gibt nur was zu trinken. Also weiter. Die Kirche steht direkt am Rand des Dorfes oberhalb von der Lagune. Die Sonne scheint, es geht kein Wind, ... kurz: Es ist richtig warm!


    An der Kirche von Cacela Velha

    Und hier ist kein Mensch unterwegs. Die sitzen nach der Kirche alle beim Frühschoppen an der Bar. Aber so viele wohnen in diesen klapp 10 Häusern eh nicht. Und Touristen sind hier Fehlanzeige. Da kennt keine diesen Flecken Erde.


    Da hinten liegt Monte Gordo

    Die sollen mal ruhig da hinten in ihren Bettenburgen bleiben. Und ich werde mir jetzt erstmal was zum Mittagessen suchen.


    In den Gassen von Cacela Velha

    Ein Restaurant hat geöffnet. Und hat auch eine Dachterrasse. Mit einem großartigen Blick nach Osten.


    Beim Mittagessen geht der Blick über blühende Wiesen

    Der Wirt erklärt mir das mit dem Frühling in Portugal: Die Portugiesen sprechen ab Januar, wenn die Tage wieder länger werden von ihrem ersten Frühling. Da blühen Blumen und das Wetter ist in der Regel recht stabil. Irgendwann im Januar setzt dann die Regenzeit ein. Die geht bis Ende Februar. Und dann kommt der zweite Frühling Portugals. Bis April blühen völlig andere Blumen und die Vegetation sei ganz grün. Also wenn ich mich an Spanien auf diesen Breiten zurückerinnere, dann war das bei weitem nicht so Grün und blühend. Die scheinen hier deutlich mehr Wasser ab zu bekommen.
    Nach einer Flasche Wasser und einem Apfelwein sowie 3 Vorspeisen (Oliven, hausgemachte Fischpastete, ein Salat, frittierte Fischstangen, geschmorte Muscheln mit Pilzen, ...) versuche ich wieder in die Gänge zu kommen. Mühsam! Aber bis zur Kirche hinauf schaffe ich es nochmal.


    Der Abschied von Cacela Velha fällt mir schwer

    Über viele Stufen geht es wieder hinunter an die Lagune. Die ist zwischenzeitlich etwas voller geworden. Ein schöner Weg führt knapp oberhalb des Strandes durch die grünen Wiesen. Als ich endlich einigermaßen im Tritt bin stehe ich schon wieder im nächsten Ort. Der ist aber ähnlich überschaubar wie der letzte. Und auch hier gefällt es mir ausgesprochen gut!


    Auch Fabrica hat einiges zu bieten

    Laut Gezeitenplan müsste jetzt demnächst dann wieder Höchstwasserstand herrschen. So ist der Strand auch nicht sehr breit und ich muss ab und zu in die Wiesen ausweichen. Manchmal begrenzt auch ein Mäuerchen die Möglichkeiten. Wegweiser gibt es hier keine. Eigentlich gibt es hier ja auch keinen offiziellen Wanderweg. Aber die Wegspuren, die in OSM eingetragen sind gibt es alle. Ich staune immer wieder, wie genau diese Karten zwischenzeitlich selbst in solchen abgelegenen Gegenden wie hier sind.


    Auf dem Weg nach Cabanas de Tavira

    Der nächste Ort, Cabanas de Tavira, wird mit einer alten Burg eingeläutet, dem Forte de São João da Barra. Hier hat sich ein 3-Sterne-Hotel niedergelassen. Leider hat es geschlossen. Das sieht gut aus!
    Das ist das Problem an dieser Nebensaison: Von Dezember bis Februar machen die Portugiesen Urlaub. Viele Hotels, Pensionen und Läden haben zu dieser Zeit geschlossen. Sowas hatte ich im Vorfeld schon vermutet, aber dass hier so viel zu hat, war mir nicht klar.


    Cabanas de Tavira hat leicht touristische Tendenzen

    Cabanas de Tavira hat eine richtige Promenade. Sehr gepflegt. Und die Straßen stehen mit Englischen und Niederländischen Autos voll. Das ist hier wohl der Platz zum Überwintern für diese beiden Nationen.
    So halte ich mich hier nicht lange auf und wandere nach einem Flüssigkeitsstopp gleich weiter.
    Hinter Cabanas fangen die Salinen an. Weitläufig angelegte Wasserbecken, in denen Wasser verdunsten soll um Salz zu gewinnen. So muss ich mir meinen Weg etwas weiter im Inland suchen. Die Brücke über den Ribeiro de Almargem stellt mich dann vor eine Herausforderung!


    Bei der Brücke über den Ribeira do Almargem hat man die Kräfte wohl etwas unterschätzt

    Die Brücke hat sich total verzogen. Was man auf dem Bild nicht so gut sieht: Die hat sich auch schon kräftig zur Seite geneigt. Und gesperrt ist sie auch. Aber die Absperrungen sind aus stabilem Eisen gemacht. Daran kann man gut drübersteigen.
    Die Salinenbecken und die Ausläufer von Tavira sind jetzt nicht wirklich so der Knaller. Also sehe ich zu, dass ich hier durch komme. Die Innenstadt ist dann wieder richtig schick! Schöne alte Brücken und alte Häuser. Nur sehr wenige Bausünden neuerer Zeit. Die Altstadt zieht sich um eine leichte Erhebung rum, auf der eine Kirche steht.


    Die Igreja de Santa Maria do Castelo in Tavira

    Die Quartiersuche gestaltet sich hier etwas schwierig. Einige B&Bs sind schon ausgebucht und viele Hotels sind entweder geschlossen oder voll. Was ist hier los? Ich finde aber noch ein Zimmer. Die ganze Verwandtschaft des Hotels braucht zwar ein wenig bis die Heizung in meinem Zimmer funktioniert – nachts wird es richtig kalt und gut isoliert sind die Häuser hier nicht – aber dann ziehe ich beruhigt zum Abendessen nochmal los.
    Und hier ist abends richtig was los! In dem kleinen Park am Fluss haben sich die Einwohner versammelt und feiern den Abschluss des Weihnachtsmarktes, der hier bis zum 6. Januar geht. Es werden Lieder gesungen und es wird auch getanzt.
    In einem kleinen Restaurant in den verwinkelten Gassen finde ich ein Plätzchen. Was die Chefin da aus der kleinen Küche zaubert ist sensationell! Es wird zwar auf einfachstem Geschirr aufgetragen aber die Speisen sind schlicht weg der Hammer! Knoblauchgarnelen, eine Fischsuppe, eine mir unbekannte Muschelart in Weißwein, ... Bilder lasse ich mal weg. Davon habe ich heute eh schon sehr viele hier mit reingestellt.


    Weihnachtlich geschmückte Fußgängerzone von Tavira

    Nach dem festlichen Mahl rolle ich nochmal über die Fußgängerbrücke um die Pracht der weihnachtlichen Beleuchtung Taviras fest zu halten und falle dann müde ins Bett.


    Festliche Ponte Romana de Tavira

    Das war ein sensationeller Tag mit sehr unterschiedlichen Wegen und vielen tollen und vor allem verschiedenen Landschaften. Hier unten gefällt es mir richtig gut! Da bin ich mal sehr gespannt auf Morgen!
    Geändert von Wafer (11.03.2019 um 12:27 Uhr)

  7. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #7
    Ha, Wafer in Portugal! Sehr schön. Weil ich bis auf die Strecke Tavira-Faro vermutlich sehr viel wiedererkennen werde, freue ich mich wie Bolle - besonders bei dem grauen Himmel hier. Keine Sorge, ich werde nicht jeden Abschnitt mit Kommentaren zumüllen.

    Eins möchte ich aber los werden, weil es grad so schön passt, und die "vergeblichen?" Mühen eines OSM-Mappers beschreibt.

    Und hier ist der Aufhänger:

    Zitat Zitat von Wafer
    So kann ich direkt auf ein Haus zuhalten, das mitten im Grünen liegt.

    Das ist ja zwischen Manta Rota und der Schimäre* Cacela Velha. *mal leer, mal übervoll, Parkplatz größer als der Ort.

    Sei froh, dass du nicht auf den privaten Wegen geblieben bist, denn hinter dem Haus auf der Anhöhe werden Zitrusfrüchte angebaut. Geht man weiter rein in die Plantage, lernt man vielleicht den pferdgroßen Hund kennen, der dort frei herumläuft und zum Bauernhof vorne an der Straße gehört. Nach vorne raus kommt man eh nicht, weil alles zu Straße hin abgesperrt ist.

    Aus diesen Gründen und aus diesem ...

    Zitat Zitat von Wafer
    Leider gibt es auch das eine oder andere Stück, das als Privat ausgewiesen ist und umgangen werden muss. So muss man häufiger mal zwischen den Wegen wechseln.
    Ich nehme an, du meinst den Zaun mit dem Schild quer über den Weg auf der nächsten Anhöhe. Im November habe ich mir deshalb die Mühe gemacht, den Weg bei OSM zu unterbrechen (ist ja tatsächlich nicht mehr da), den Zaun auf dem Restweg einzutragen (der den Weg blockiert), den neuen Umleitungstrampelpfad einzutragen und zusätzlich den Wirtschaftsweg, der zur Straße führt, als Privatweg zu taggen. Das alles auch in der Hoffnung, dass zukünftige Wanderer dann direkt den richtigen Weg nehmen ... tja.
    In OpenStreetMap ist das alles schön zu sehen.

    OpenTopoMap hängt Monate zurück! Du beschreibst, du hast dir mehrere digitale "Papierkarten" daraus erstellt, warum keine digitale Karte, die Zäune Hindernisse, Privatwege (okay, da unten eigentlich für die Katz', weil fast alles privat und nie so gemappt), etc. anzeigt? Openandromaps vielleicht?
    Geändert von Werner Hohn (08.03.2019 um 21:38 Uhr) Grund: Rechtschreibung
    .

  8. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #8
    Hallo Werner.

    Du scheinst dich da ja gut aus zu kennen! Respekt! Du scheinst nach deiner Reise, aus der dein Reisebericht von 2012 entstanden ist, noch öfter dort gewesen zu sein.
    Vielen Dank für die Info. Ich hatte irgendwo gelesen, dass OpenTopMap auf OSM basiert. Naiv wie ich bin ging ich davon aus, dass die sehr zeitnah oder sogar online Zugriff auf die OSM-Daten haben und diese eigentlich nur anders darstellen. Das scheint deiner Ausführung nach nicht wirklich so zu sein. Dann werde ich mich mal nach was anderem umsehen. Und das mit den Offline-Karten mit Locus & co werde ich mir wohl auch mal wieder ansehen. Das habe ich zwar vor Jahren mal gemacht. Aber da scheint sich seither doch einiges weiterentwickelt zu haben. Danke für den Anstoß!

    Gruß Wafer
    Geändert von Wafer (11.03.2019 um 21:58 Uhr)

  9. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #9
    3. Tag: Von Tavira nach Faro
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    Montag, 7. Januar 2019
    Strecke: 37 Km – Ecovia Gesamt: 73 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 175 m, ↓ 175 m – Ecovia Gesamt: ↑ 375 m, ↓ 375 m Gehzeit: 8 h 30 – Ecovia Gesamt: 18 h 30

    Für den heutigen Tag habe ich keine so schönen kleinen Pfade gefunden, wie für gestern. Also werde ich mich mal eher etwas näher an der Ecovia orientieren als gestern. Ein Frühstück gibt es in dieser Pension nicht. Also ziehe ich mit leerem Magen los. Da wird sich schon was finden ...
    Zunächst muss ich Tavira erstmal verlassen. Auf dem Weg nach Westen komme ich an einer Kirche vorbei.


    Die Igreja do antibo convento de San Francisco

    Die Ecovia wird hinter Tavira auf einem recht breiten Schotterweg geführt. Die landwirtschaftliche Nutzung ist hier kaum zu übersehen. Hinter Zäunen wachsen Orangen und Zitronen. Aber nicht jeder Hof sieht aus wie das blühende Leben.


    Ein alter Torbogen, leider nicht mehr in Gebrauch

    Am Horizont kann man die Bergkette erkennen, die die Provinz Faro im Norden abschließt. Manche Hügel zieht es bis ans Meer hin. Und wieder staune ich, was auf diesen Breiten alles ohne künstliche Bewässerung wächst.


    Bewaldete Hügel - leider teilweise hinter Zäunen

    Etwas im Hinterland geht es an Padras d’El Rei vorbei nach Torre D’Aires.


    Blühende Blumen sorgen für Farbe auf den Wiesen

    Torre D’Aires ist ein Örtchen von ein paar wenigen Häusern, die an der Lagune stehen.


    Bescheidene Anwesen ducken sich hinter die Büsche

    Und diese Büsche oder Hecken haben es teilweise in sich: Riesige Rosmarinbüsche grenzen die Grundstücke nicht nur optisch ab. So groß wird der bei uns gar nicht. Wenn man da mit der Hand entlangstreicht duftet alles sehr intensiv.


    Diese Hecke besteht aus Rosmarin

    Eine Möglichkeit mit dem Boot an zu reisen gibt es auch. Aber die ist nicht immer nutzbar.


    An diesen Stegen kann gerade kein Schiff anlegen

    Da muss man wohl erst auf die Flut warten. So lange habe ich heute aber nicht Zeit. Eigentlich suche ich immer noch nach einer Frühstücksmöglichkeit. Aber in diesen kleinen Orten gibt es nichts derartiges.


    Ferienhaus zu vermieten

    Die Ecovia zieht hier wieder auf kleinen Wegen dahin. Meist kann man mit dem Rad gerade noch fahren. Sie schlängelt sich teilweise zwischen den Salinebecken entlang.


    Die Wege zwischen den Salinebecken

    Schmucke kleine Häuschen stehen hier herum. Man sieht ihnen allerdings an, dass nicht jedes für strenge Winter geeignet ist. Die meisten stehen aktuell auch leer.


    Kleines Strandhaus

    Langsam knurrt der Frühstückshunger recht vernehmlich in der Magengegend. Zum Glück ist der nächste größere Ort nicht mehr weit weg: Fuseta taucht im Blickfeld auf.


    Es geht auf Fuseta zu

    Eine kleine Stadt, die sogar 2 Bahnhöfe hat. Das waren wohl mal zwei Dörfer, die mit der Zeit zusammengewachsen sind. In der Gassen der Altstadt gibt es diverse Cafés. Es ist erstaunlich wie viele Portugiesen am Vormittag da schon in der Sonne sitzen und sich den Wein schmecken lassen. Ich halte mich vorerst noch eher an Heißgetränke und Süße Stückchen. In der Sonne ist es richtig warm. Trotzdem bin ich wiedermal der Einzige, der kurzärmelig hier rumsitzt.
    Nach dem zweiten Kaffee breche ich wieder auf. Am zweiten Tag ist das Starten nach einer Pause immer noch etwas zäh. Im Süden von Fuseta liegt ein kleiner Campingplatz mit Blick auf die Lagune.


    An der Promenade von Fuseta

    Und wieder geht es hinter dem Ort an Salinen vorbei.


    Endlose Salinebecken

    Aber verlaufen kann man sich bei den vielen Wegen zwischen den Becken nicht.


    Über die Wanderwegmarkierungen kann man nicht meckern

    Teilweise verschwindet die Ecovia wieder etwas im Landesinneren. Ich bleibe aber auf den kleinen Pfaden, die es hier wieder gibt.


    Kleine Pfade zwischen Bahnlinie und Lagune

    Die nächste Ansammlung von Häusern hat keinen Namen. Sie liegt aber direkt an der Lagune, die in diesem Bereich sogar recht gut schiffbar ist.


    Am Canal de Marim

    Die Inseln, die den Abschluss der Lagune zum Atlantik hin bilden, sind teilweise bewohnt. Auf diese kommt man aber nur mit dem Boot. Da es aber keine Verbindungen zwischen den Inseln gibt sondern immer nur zu den nächsten Orten und pro Insel meist nur eine Verbindung macht es keinen Sinn, diese Inseln in die Wanderung mit ein zu beziehen. Schade eigentlich. Vielleicht klappt das aber später noch. Mal sehen ...
    Ich überschreite den Ribeiro de Marim und komme in einen Pinienwald mit tollen Wegen.


    Der Weg führt mich durch Pinienwälder

    Hier macht sich bemerkbar, dass ich im Parque Natural da Ria Formosa unterwegs bin. Das Naturschutzgebiet erstreckt sich entlang der Küste schon seit Manta Rota. Und ich werde noch ein paar Kilometer darin zubringen.
    Zwischen den Bäumen wächst hier sowas wie Ginster.


    Eine Ginsterart

    Die Vororte von Olhao sind nicht ganz so der Knaller. Die Stadt wächst wohl in letzter Zeit recht stark. Ich schlage mich am Industriehafen vorbei durch zur Altstadt. Hier ist es zwar schon nach 15 Uhr aber ich bekomme noch ein einfaches Mittagessen.


    Spätes Mittagessen

    Eigentlich wollte ich heute nach hier bleiben. Aber jetzt ist es mir noch zu früh. Und Faro ist jetzt nicht mehr weit. So beschließe ich, die 9 Kilometer noch dran zu hängen. Am Yachthafen zieht sich eine schöne Promenade entlang.


    Der Yachthafen von Olhao

    Anstelle von Wandermarkierungen sind kleine Wegweiser im Boden eingelassen.


    Es ist nicht mehr weit

    Was allerdings in 1,5 Km liegen soll steht nirgends.
    Die Ecovia wird jetzt auf einer 4-spurigen Straße entlang geführt. Das ist als Fußgänger jetzt nicht so prickelnd. So halte ich mich lieber an die Bahnlinie. Meist führt hier ein kleiner Pfad daneben entlang. Und die kleinen Bäche kann man gut auf den Eisenbahnbrücken überwinden. Da muss man nicht nach Furten suchen.


    Tief ist das Wasser hier nicht

    So langsam neigt sich der Tag dem Ende zu.


    Die Saline vor den Toren von Faro

    An der Bahnlinie entlang komme ich nach Faro hinein. Zum Glück habe ich die Stadtbesichtigung schon vor ein paar Tagen gemacht. Heute hätte ich da keinen Nerv mehr dazu. Als ich in der Altstadt ankomme, ist es schon recht dunkel.


    Abends in Faro

    Ich suche mir ein Hotel und beziehe ein Zimmer. Mit Badewanne! Herrlich! Nach einem ausgiebigen Bad sind die Lebensgeister zurückgekehrt. So erkundige ich mich an der Rezeption nach einem guten Restaurant. Mir werden gleich 2 empfohlen. Das eine ist ein von zwei Brüdern geführtes Fischrestaurant, das das Beste der Stadt sein soll. Und das andere liegt direkt an der Stadtmauer in der Altstadt. Das hat aber heute leider Ruhetag. So wird es dann das Fischrestaurant 2 Irmãos (2 Brüder). Ein Besuch, der sich absolut lohnt!


    Abendessen bei den Zwei Brüdern

    Den Hauptgang, den ich hier gegessen habe, gibt es überall eigentlich nur ab 2 Personen. Da ich als Alleinwanderer aber dann nie in den Genuss dieser Spezialität kommen würde macht man mir ausnahmsweise eine Portion für eine Person. Großartig! Ein spezieller Reis mit Meeresfrüchten satt!
    Müde rolle ich zurück ins Hotel und schnell wird es dunkel um mich.

  10. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #10
    4. Tag: Von Faro nach Vilamoura
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    Dienstag, 8. Januar 2019
    Strecke: 30 Km – Ecovia Gesamt: 103 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 150 m, ↓ 150 m – Ecovia Gesamt: ↑ 525 m, ↓ 525 m
    Gehzeit: 9 h 00 – Ecovia Gesamt: 27 h 30

    Der Tag beginnt mit einem ausgiebigen Frühstück bei Sonnenschein auf der Dachterrasse meiner Unterkunft. Die haben hier oben sogar einen Pool. Aber gerade nicht in Betrieb. Sch... Nebensaison!
    Aber der Blick vom Dach der Dachterrasse auf die Stadt hat was!


    Morgendlicher Blick von der Dachterrasse auf Faro

    Irgendwann ist der Magen voll und ich mache mich vom Acker – oder vom Dach, wie es hier richtig heißen müsste. Am Hafen treffe ich auf die Ecovia.


    Start am Yachthafen von Faro

    Ein paar Meter weiter sitzt immer noch die eiserne Lady am Wasser und friert.


    Die Meerjungfrau von Faro

    Auf der mir bekannten Strecke geht es zunächst zum Bahnhof. An der Lagune dahinter kann man gut erkennen, dass gerade Ebbe ist. Als ich hier vor ein paar Tagen vorbeikam war hier alles voll mit Wasser.


    Ohne Wasser sieht die Lagune hinter dem Bahnhof so aus

    Immer zwischen Wasser und Bahnlinie geht es nun entlang. Eine Grünanlage wird durchquert. Sieht auf jeden Fall besser aus, als die alten Lagerhallen direkt hinter dem Bahnhof. Nach ein paar Salzbecken geht es nach Montenegro hinüber. Ich hatte das zwar immer wo anders verortet aber man lernt ja bereitwillig dazu.
    Über Felder geht es auf den Flughafen zu. Hier hat man die Wahl zwischen Pest und Colera: Entweder mitten durch das Gelände mit Parkhäusern und dergleichen oder außen rum. Ich entscheide mich für zweiteres. Vor der Landebahn wurde aufgeschüttet um die Befeuerung auf zu nehmen. Da muss man komplett drumrum. Streckt sich etwas. Aber für mich als alten Segelflieger gibt es so nah an Flugplätzen immer was interessantes zu sehen.


    Eine Ryanair-Maschinen donnert direkt über mich hinweg

    Hinter dem Ostende der Landebahn geht es dann gen Westen. Immer am Zaun entlang. Etwas weiter südlich wird es schon wieder durch Salinebecken unübersichtlich. Da gibt es sicher auch noch ein paar nette Wege aber die sind hier nicht markiert oder im OSM verzeichnet. Daher bleibe ich mal direkt am Zaun. Hier stehen erstaunlich viele Maschinen von Ryanair herum.


    Eine der 7 Ryanair-Maschinen hebt gerade ab

    Ein paar Meter weiter liegt ein Campingplatz. Direkt neben der Landebahn. Wäre jetzt nicht meine erste Wahl.
    Die Ecovia will mich hier auf einem Holzsteg entlang der Salinebecken am Innenrand der Lagune entlangführen. Das hatte ich die letzten Tag reichlich. Daher entscheide ich mich für die Landzunge, auf der auch der kleine Ort Ilha de Faro liegt.


    Ilha de Faro

    Der Ort ist gar nicht so groß. Er streckt sich auf der kleinen Landzunge dahin. Ich ziehe durch ein paar Strassen und halte mich dann aber Richtung Strand.


    Eindrücke von Ilha de Faro

    Die Häuser sind eher kleinere Hütten. Die Siedlung hat wohl auch schon bessere Zeiten gesehen. Aber der Strand ist sehr schön!


    Der Atlantik auf der Landzunge vor Faro

    Es ist kurz vor 12 und der Planet brennt windstill vom Himmel. An einer Bar stelle ich auf kurz um. Von dem einen oder anderen werde ich etwas ungläubig gemustert. Die Einheimischen sind hier mit Wintermänteln unterwegs.


    Wie unterschiedlich doch die Temperatur empfunden wird

    Aber heute klappt das irgendwie gar nicht mit dem Wandern am Strand! Der Sand ist recht tief und das Laufen ist sehr anstrengend. Was ist hier anders als vorgestern? Aber es gibt ja noch die Möglichkeit auf der Innenseite der Landzunge zu wandern. Ich klettere über die Düne und komme auf der anderen Seite in eine recht sumpfige Lagune. Alle paar Schritte versinkt der Fuß bis zum Knöchel im Schlick. Also auch nicht viel besser als am Strand. Ich kämpfe mich wieder auf die Düne zurück. Vielleicht klappt es zwischen dem Dünengras?


    Wandern auf der Halbinsel vor Faro

    Geht aber auch nicht wirklich gut. Ich gehe wieder an den Sand zurück und laufe direkt im flachen Wasser. Da geht es noch am besten. Aber so komme ich heute kaum voran. Langsam überlege ich, ob es nicht vielleicht doch besser gewesen wäre der Ecovia zu folgen.


    Wo Holzstege verlaufen ist das Gehen deutlich einfacher

    Am nächsten Holzsteg, der von einem Restaurant zum Strand führt, gehe ich vom Strand wieder weg. Aber das Restaurant hat zu. Eine Fahrspur zieht durch den Sand zum nächsten. Der folge ich – sehr anstrengend! So lasse ich den Strand dann mal Strand sein und ziehe mich auf feste Wege zurück. Die werden immer größer und führen zu einem kleinen Restaurant hinauf, das sogar offen hat. Ich lasse mich nieder und werde wegen meinen Wanderstöcken angemacht. Wo denn meine Ski seien und ob ich Dünensurfen würde ... Wanderstöcke scheint man in England, wo die ganzen Leute hier herkommen wohl noch nicht zu kennen. So ziehe ich nach meinem Salat gleich wieder weiter.


    Vale do Lobo kommt in Sicht

    Die Siedlungen sehen hier schon sehr touristisch geprägt aus. Deutlich anders als östlich von Faro! Sieht auch alles recht neu aus. Einen Strandnahen Weg scheint es aber nicht zu geben. Und durch die Siedlung will ich auch nicht gurken. Also wieder zurück an den Strand.
    Da wird es eh auch interessanter: Hier gibt es die ersten Sandklippen!


    Die ersten Sandklippen tauchen auf

    Das Wandern wird dadurch aber nicht einfacher. Aber am Fuß der Klippen gibt es Grün. Endlich auch wieder ein paar Farben.


    Strandvegetation bei Vale do Lobo

    Wenn man sich hier aber einmal für den Strand entschieden hat, kann man nicht mehr zurück. Die Klippen sind recht hoch und werden von Vögeln bewohnt. Sieht richtig gut aus! Gefällt mir hier!


    Die Sandklippen werden steiler

    Und am Stand ist wieder kein Mensch unterwegs. Die Engländer vorhin im Restaurant waren auch eher fürs Shoppen und Golfspielen gekleidet als zum Baden oder Wandern. So ziehe ich mal wieder an völlig leeren Stränden entlang. Laut Karte sind die Siedlungen hier recht weitläufig. Am Sommer wird hier also alles voll sein.


    Steilwände aus Sand

    Es folgen ein Golfplatz und ein kleiner See. Der Golfplatz geht an der einen Seite bis an den See heran. Da darf man schon gar nicht mehr wandern. Ich habe es probiert – da wird man ganz scheel angeschaut. Aber es zeigt doch immerhin eines: Da sind doch wirklich ein paar Menschen unterwegs!


    Der Golfplatz von Vale do Lobo

    Es folgt ein kleiner Kiefernwald, der bis zum Strand reicht. Und in dem Wäldchen wurde ein Campingplatz angelegt. Je nachdem wie viel Schatten man gerne möchte kann man dann entweder etwas weiter hinten unter den Bäumen logieren oder eben etwas weiter vorne und dafür dichter am Stand. Also wenn ich mit so einem Mobil unterwegs wäre, solche Plätze würde ich suchen. Deutlich besser als der am Flughafen von Faro.


    Grandioser Campingplatz kurz vor Quarteira

    Hier verlieren sich ein paar Fahrzeuge. Vorrangig Belgier, Niederländer und Deutsche. Ein letzter See trennt mich noch von Quarteira, dem nächsten Ort.


    Der letzte kleine See direkt vor Quarteira

    Die Holzstege von dem Ort ziehen sich bis an den See heran. So wird das Gehen wieder einfacher. Das war heute extrem anstrengend und ich bin nicht wirklich zügig vorangekommen. Wirklich komisch: Am Stand von Monto Gordo war es ein Genuss zu wandern! So plane ich hier in Quarteira zu übernachten. Das gestaltet sich aber als überraschend schwierig. Das einzige Hotel hat zu und der Rest besteht aus Ferienwohnungen oder Eigentumswohnungen. Denn die Bauweise ist hier wieder eher hoch als schön. So ziehe ich auf der recht eintönigen Promenade weiter. Der nächste Ort wird schon besser werden.
    Wird er nicht! Vilamoura entpuppt sich dann als Nobelhafen mit jede Menge Boutiquen und teuren Läden. Hotels gibt es hier auch aber die sprechen mich nicht wirklich an. Hinter Vilamoura kommt dann aber eine Weile lang nix mehr. Also muss ich am Ende des Ortes umkehren und mir hier doch was suchen.


    In Vilamoura wird es nicht wirklich schöner

    Ca. 3/4 der Hotels hier hat geschlossen. Ich entschließe mich dann irgendwann für eines, das Google für eines der 10 Besten hier anpreist. Der Pool ist ja noch ganz nett. Aber die Klimaanlage steht auf 24°C. Ich regle sie herunter und gehen esse. Und über das Essen schweige ich lieber an dieser Stelle! Hat sich ausgeschlemmert hier! Als ich zurück komme zeigt das Thermometer 26°C. Ich telefoniere mit der Rezeption. Hier wird mir gesagt, es sei Winter und deswegen würde das ganze Haus ab heute auf 27°C geheizt. Das seien sie ihren Gästen schuldig. Wenn ich es kühler haben wolle, solle ich doch das Fenster aufmachen!


    Sonnenuntergang über dem Casino von Vilamoura

    Ich glaube hier bin ich falsch! Aber heute kann ich es nicht mehr ändern. So ist das eben: Auch wenn die Lose größer und teurer werden, können immer noch Nieten dabei sein! So findet ein schöner, abwechslungsreicher aber anstrengender Tag ein weniger schönes Ende. Aber das werde ich auch überleben! Morgen wird’s wieder besser! Versprochen!
    Geändert von Wafer (25.03.2019 um 08:02 Uhr)

  11. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #11
    5. Tag: Von Vilamoura nach Armação de Pera
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    Mittwoch, 9. Januar 2019
    Strecke: 33 Km – Ecovia Gesamt: 136 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 350 m, ↓ 350 m – Ecovia Gesamt: ↑ 875 m, ↓ 875 m Gehzeit: 8 h 30 – Ecovia Gesamt: 36 h 00

    Der Tag geht los, wie der letzte aufgehört hat: Sonnig! Der Blick auf den Yachthafen gibt immer noch nicht viel her. Also Frühstücken und los. Hier hält mich nix!
    Nochmal geht es durch den hässlichen Hafen. Alles ist still und geschlossen. Eine tote Stadt – für mich ohne jeglichen Charme. Nach dem geschlossenen Luxushotel hinter dem Hafen geht es noch über einen menschenleeren Parkplatz und dann ändert sich die Landschaft wiedermal schlagartig: Ich komme an einen tollen Strand. Ein Holzsteg führt über eine karge Vegetation hinweg.


    Der Strand hinter Vilamoura

    Vielleicht hat die Gegend hier ja doch etwas, was die Leute dazu bringt hierher zu reisen?
    Der Steg endet an einem Restaurant. Dahinter steigt der Weg leicht an. Der Sand nimmt einen ockerfarbenen Ton an. Der Strand davor liegt immer tiefer und ist wieder menschenleer. Aber wirklich schön!


    Der Praia da Rocha Baixinha Nascente

    Die Abbruchkante hat skurrile Felsformationen gestaltet. Der Weg zieht immer weiter hinauf und die Klippen werden immer höher. Aus der Höhe kann ich vereinzelte Menschen erkennen, die heute Vormittag am Strand unterwegs sind.


    Ockerfarbene Klippen am Strand vor Olhos de Água

    Tolle Wege führen am Rand der Klippen entlang. Erstaunlicherweise wächst hier oben doch einiges. Bei dem sandigen Boden hätte ich damit gerechnet, dass Regenwasser sofort abfließt aber dem scheint nicht so zu sein. Büsche, Bäume, Stauden und Blumen haben sich hier oben angesiedelt.


    Auf den Klippen blüht der 1. Frühling Portugals um die Wette

    Ich kriege kaum den Finger vom Auslöser. An diesem Tag habe ich fast 250 Bilder gemacht. Hier gefällt es mir richtig gut! Langsam verstehe ich, dass die Leute gerne hierher kommen! Ich wandere mit kurzen Hosen und kurzem Hemd bei ca. 20°C am Rande der Klippen entlang und genieße den Ausblick.


    So sehen Traumstrände aus

    Als es auf einen der vielen Vororte von Olhos de Água zu geht blockiert mal wieder ein Zaun zu einem Golfplatz das Weiterwandern. Hier geht der Vorort aber auch bis an die Klippen heran und es wurde ein Weg hinunter an den Strand gebaut. Den nehme ich. So kann ich mir die Klippen wenigstens auch mal von unten ansehen.


    Die Sandklippen vor Olhos de Água

    Ich könnte mir vorstellen, dass es hier im Sommer geringfügig voller ist. Ich habe ja nur die erste Reihe der Hotels gesehen, die hinter den Sandklippen wuchern. Aber wenn es dahinter wie üblich weitergeht dann ist der dieser Strandabschnitt in der Hochsaison sicher gut besucht – nur um es mal vorsichtig aus zu drücken.


    Pinien halten sich noch am Rande der Sandklippen

    Am Strand kann man hier wieder sehr gut gehen. Was hatte ich da gestern nur wieder für Probleme? Der Sand ist hier fest und geht teilweise schon in Stein über. Ab und zu liegen auch ein paar Felsen am Strand oder im Meer. So ändert sich die Landschaft langsam wieder.


    Vielfalt aber auch direkt am Wasser

    Wenn man genau hinschaut kann man auf den Sandklippen eine Unmenge an Seemöwen sitzen sehen. Aber immer wenn ich näher rangehe um sie ab zu lichten verschwinden sie. Ihre Spuren, die sie hinterlassen verraten sie aber.


    Seemöwen verzieren die Zinnen der Klippen mit weißen Spuren

    Das Wasser kommt immer näher. Der Strand wird immer schmaler. Und so muss ich immer öfter auch mal auf steinigen Untergrund ausweichen.
    Ich nähere mich Olhos de Água. Der Ort zieht sich schon eine Weile hinter den Klippen dahin. Scheint also was Größeres zu sein. Aber viel sehe ich von dem Ort nicht. Hier reicht er mal direkt bis ans Wasser heran.


    Am Praia dos Olhos de Água

    Und man kann gut erkennen: Ein Großteil der Häuser ist aktuell nicht bewohnt. Eine Rollladensiedlung. Also kein Grund sich das näher an zu schauen. Und Hunger habe ich eigentlich auch keinen. Hier am Wasser gefällt es mir eh ausgesprochen gut. Also bleibe ich eher hier unten.
    Die Häuser oben auf den Felsen sehen hier weniger nach Harz IV aus. Auf Satellitenbildern sieht man, dass die erste Reihe da oben aus privaten Villen mit Pool besteht und in der zweiten Reihe Hotels liegen. Irgendwie reizt mich das jetzt nicht in so einer Villa ein zu ziehen!


    Höhlendurchgang im Sandstein von Olhos de Água

    Und wieder nur sehr wenige Menschen unterwegs – trotz der Nähe zu dieser Touristenmetropole. Ein Privileg des Winters.
    Der Untergrund bestand heute Morgen ausschließlich aus Sand. Daraus wuchsen die Sandklippen immer höher hinauf. Der Sand wurde immer fester und zu Sandstein. Der hier nun vorherrschende Stein dürfte nicht mehr nur aus Sand bestehen. Aber auch an ihm hat der Atlantik hier ganze Arbeit geleistet: Höhlen und Felsentore laden zur Erkundung ein. Ein Traum!


    Da nagt der Zahn der Zeit - oder doch eher der Atlantik?

    In den Felsen der Klippen hat die Erosion ihre Spuren hinterlassen – faszinierende Zeugen der Zeit. Leider hängen an vielen Stellen Schilder herum, die auf die Gefahr von herabfallendem Gestein aufmerksam machen. Wie kann man nur ...
    Ich wandere auf einem immer enger werdenden Raum zwischen Wasser und Felswänden unterhalb von Olhos de Água entlang weiter. Der Weg ist nicht mehr so gerade wie direkt am Strand. Aber immer wieder gibt es zwischen den Felsen kleinere Strandabschnitte, die zum Baden einladen.


    Wegweisung in die Wüste?

    Ab und zu gibt es Strandzugänge von der oberhalb liegenden Ortschaft. Bis direkt ans Wasser geht die Bebauung hier aber nicht mehr. Meist werden die letzten Meter zum Wasser mit Holzstegen und Treppen erleichtert. Die Tidenunterschiede scheinen hier recht groß zu sein und die Erosion ist gewaltig. So gestaltet sich der Weg aber auch recht abwechslungsreich.


    Vielseitige Wegführung

    Langsam lasse ich Olhos de Água hinter mir und ich wandere weiter am Wasser entlang. Aber lange geht das nicht mehr gut. Das Wasser kommt immer näher. Bevor man hier gezielt an bestimmten Strandabschnitten wandern will sollte man sich die Gezeitenpläne ansehen. Aber das lohnt sich!


    Die Natur baut einfach schöner - hier bei Olhos de Água

    An einem geschützten Strandabschnitt hat sich ein Künstler im Sand verewigt. Ich habe ihn gerade noch gesehen, bevor er gegangen ist. Mit einem einfachen Sandelset für Kinder hat er Ornamente in den Sand gezaubert. Sieht toll aus! Leider ist diese Art der Kunst hier sehr vergänglich.


    Vergängliche Kunst im Sand

    Auf dem aktuellen Stück nach Albufeira gibt es zum Glück auch weniger Meter über dem Strand eine Möglichkeit entlang zu gehen. Sonst würde ich nicht mehr trockenen Fußes nach Albufeira kommen. Auf einem Felssims geht es recht problemlos und ohne Hindernisse entlang. Am Wasser müsste ich jetzt schon jedes Mal peilen wann ich durch einen Lücke zwischen den Felsen komme ohne vom Wasser überrascht zu werden.


    Bei Ebbe kann man auch unten rum - ich bin oben entlang

    Albufeira hat, anders als Olhos de Água, einige Stadtteile, die bis zum Strand reichen. Aber die Strandbars sind geschlossen und es treibt sich auch niemand am Strand herum. Die Hotels sehen meist auch recht geschlossen aus. Also weiter am Wasser entlang.


    Der Hauptstrand von Albufeira

    So langsam knurrt der Magen. Es ist schon deutlich nach Mittag. So passt es ganz gut, dass am Hauptstrand die Stadt etwas dichter ans Wasser kommt. Hier stehen auch eher etwas ältere Häuser. Die finde ich deutlich schöner als die Betonburgen des Massentourismus.


    Ältere Teile von Albufeira sind noch nicht so touristisch verbaut

    An der Mole hat dann sogar ein Imbiss offen. Hier mache ich verspätete Mittagspause. Außer ein paar Niederländern ist aber auch hier nicht viel los. Mit einem Eis in der Hand geht es weiter.
    Um den Hafen muss ich leider etwas großräumiger herum. So ersteige ich auf einem kleinen Steig die Höhe um auf eine Straße zu kommen. Weiter vorne hätte es zwar auch Treppen gegeben, aber der Steig gefällt mir besser. Von oben habe ich dann einen schönen Blick auf den Hafen. Sowohl auf den alten Hafen, der nun eher ein Durchgangsbecken zum neuen ist.


    Der alte und der neue Hafen von Albufeira

    Leider lasse ich mich dazu verleiten etwas zu lange durch die Siedlung dahinter zu tapern. Später wird mir klar, dass es sinnvoller gewesen wäre sofort nach dem Hafen die kleinen Pfade am Wasser wieder auf zu suchen. So aber geht es durch eine Siedlung mit haufenweise verschlossenen Häusern und reichlich Hotels. Als ich wieder ans Meer komme führt ein kleiner Weg immer oben an den Klippen entlang.


    Kleine Wege führen an den Klippen entlang

    Teilweise sind hier auch Wanderzeichen zu finden. Ab und zu kann man zu einem der kleinen Strände hinunter, die teilweise recht versteckt an der verwinkelten Küste liegen.


    Verwinkelte Atlantikküste mit traumhaften Badebuchten

    Hier sind dann sogar vereinzelt ein paar Menschen an zu treffen. In einer Bucht wird sogar gebadet. Respekt! Denn das Wasser ist schon recht kalt. Es ist ja schließlich doch Winter!
    Ich wandere auf den Pfaden weiter und bin schlicht weg begeistert! Kein Wunder, dass Hundertschaften hierher in den Urlaub fahren.


    Der Praia da Ponte Grande wie aus einem Reiseprospekt

    Ab und zu kann man an den Strand hinunter. An manchen Buchten liegt auch ein kleines Restaurant. Jetzt im Winter sind leider alle zu. Also gehe ich gar nicht erst runter sondern genieße die Wege an den Klippen entlang.


    Das Wandern an dieser Küste ist ein Traum

    Die Höhe der Klippen nimmt immer mehr ab. Der Schönheit des Weges tut das keinen Abbruch.


    Bridge Over Troubled Water - Kleines Brückle über wildes Wasser

    So langsam reicht es mir für heute. Auch macht sich bemerkbar, dass die Tage noch recht kurz sind. Die Sonne nähert sich langsam dem Horizont und die Schatten werden langsam länger.


    Felsensäule mitten am Strand in der Nachmittagssonne

    Hier ist die Besiedelung nicht ganz so dicht. Schöne Häuser stehen hier direkt am Rande der Klippen.


    Vereinzelte Häuser entlang der Küste

    Aber hinter der nächsten Ecke taucht Armação de Pera am Horizont auf. Das sind aber noch ein paar Meter. Da kommt mir eine geöffnete Strandbar bei Galé ganz gelegen. Hier treffe ich 2 Schotten wieder, die ich in einer der Buchten schon mal getroffen habe. So viele sind hier aktuell eben nicht unterwegs.
    Nach einer kleinen Pause breche ich wieder auf. Es geht noch ca. 6 Km am Strand entlang bis ich in Armação de Pera bin. Von einer rauen Felsküste oder Sandklippen ist hier plötzlich keine Spur mehr. Wie schnell sich hier doch die Landschaft ändert!


    Am Lago dos Salgados

    Wenigstens hier bin ich nicht alleine am Strand unterwegs: Eine ganze Schaar kleiner Vögel hat sich am Strand niedergelassen. Sie spielen mit dem Wasser. Auch als ich näher komme fliegen sie nicht weg, sondern rennen weg.


    Kleine Vögel rennen mit dem Wasser um die Wette

    Nach einem langen Tag komme ich in Armação de Pera an. Genau zu dem Zeitpunkt, als die Sonne untergeht.


    Sonnenuntergang in Armação de Pera

    Ich suche mir ein Zimmer und gehe was Essen. Aber so richtig Zeit zum Genießen habe ich heute irgendwie nicht. Ich bin recht müde und will ins Bett. Also wird es nur ein Italiener mit Holzofenpizza. Sehr lecker! Ein Glas Wein sorgt dafür, dass ich heute Nacht gut schlafen werde.


    Der Tag geht auf der Terrasse einer Pizzeria zu Ende

    Das war wieder ein richtig großartiger Wandertag! So darf es gerne weiter gehen! Dann bis Morgen.

  12. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #12
    6. Tag: Von Armação de Pera nach Alvor
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    Donnerstag, 10. Januar 2019
    Strecke: 33 Km – Ecovia Gesamt: 169 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 400 m, ↓ 400 m – Ecovia Gesamt: ↑ 1.275 m, ↓ 1.275 m Gehzeit: 8 h 30 – Ecovia Gesamt: 44 h 30

    Heute Morgen lacht die Sonne wieder zum Fenster herein. Die haben hier einen tollen Winter! Schnell bin ich fertig und sitze am Frühstückstisch.
    Was soll ich heute machen? Soll ich an der Küste bleiben und den kleinen Pfaden folgen oder soll ich mir lieber auch mal das Hinterland ansehen? Beides hat seine Vor- und Nachteile. Ich entscheide mich heute mal eher der Ecovia zu folgen und den Ort Lagoa an zu steuern. Also für das Hinterland. An der Küste werde ich noch lange genug unterwegs sein.
    Aber ganz ohne Strand kann ich hier nicht unterwegs sein. Also starte ich am Hotel und ziehe noch eine Weile am Strand entlang.


    Start in Armação de Pera am Strand entlang

    Hier kann man teilweise auch bei Ebbe nicht komplett am Strand bleiben. Ein wunderschöner Weg zieht hinauf auf die Klippen. Und wieder fasziniert mich diese Küste aus Strand und Sandsteinklippen!


    Felsige Algarvenküste bei Armação de Pera

    Aber man kommt immer wieder an die kleinen Strände hinunter. Und die Wege sind hier teilweise schon fast zu gut ausgebaut. Das liegt an den Bettenburgen, die zum Glück etwas zurückversetzt nicht direkt am Klippenrand liegen.


    Touristisch erschlossene Küste

    Zu meinen Füßen liegen großartige, menschenleere Strände. An einem hat sich ein Schwarm Seemöwen niedergelassen. Völlig ungestört genießen sie die Sonne.


    Menschenleere Traumstrände wie aus dem Bilderbuch

    Ein paar Meter weiter verlasse ich dann diese Traumküste. Ich werde heute Nachmittag vermutlich wieder an die Küste zurückkommen. Aber jetzt will ich auch mal das Hinterland sehen.
    Ich nehme einen Pfad, der von der Küste weg führt. Und komme zuerst zu einem 5-Sterne-Hotel, dahinter liegen diverse Häuser eine Kategorie niedriger. Es folgen Ferienhäuser und zuletzt dann Eigenheime der Bediensteten. Das geht eine Weile so. Wenn die da alle an den Strand wollen wird es voll! Aber irgendwann hört der Ort auch auf und ich wandere auf Feldwegen in nördliche Richtung.


    Ein paar Meter im Hinterland sieht die Welt dann ganz anders aus

    Ich staune wieder, wie grün hier alles ist – im Vergleich zu der Region um Tarifa, die ich vor Jahren auf meinem Pilgerweg über die Via de la Plata kennengelernt habe. Damals war alles über Hüfthöhe künstlich bewässert. Hier gibt es kaum künstliche Bewässerungen. Leicht gewelltes Land erstreckt sich von der Küste bis zu den Bergen am Horizont.


    Wandern über offene Flächen mit Blick auf die Bebauung an der Küste

    Kleine bist kleinste Orte liegen in der Landschaft verstreut. Man erkennt klar, dass sie nicht vom Tourismus leben. Die Wanderwege, auf denen ich hier unterwegs bin, sind meist breitere Feldwege. Aber ganz wenig Teer.


    Das Hinterland um Lagoa

    Ich treffe keinen Menschen. Weder Einheimische noch andere Wanderer oder Radler. Und das obwohl die gelben Markierungen der Ecovia hier omnipräsent sind.
    Die landwirtschaftliche Nutzung der Region etwas weiter entfernt der Strände vermittelt einen ganz eigenen Charakter. Gefällt mir sehr gut! Ist ein klarer Kontrast zu dem Programm der letzten Tage!


    Korkeichen stehen am Weg

    An den Stämmen der Korkeichen steht mit weißer Farbe in welchem Jahr sie das letzte Mal geschält wurden. Meist nur mit einer Zahl. Daher dauert es etwas, bis ich dahinterkomme, was diese Zahl bedeutet.
    Auf einigen Feldern werden auch Zitrusfrüchte angebaut. Auf dem nächsten Hügel kann ich dann das erste Mal die Stadt Lagoa liegen sehen.


    Lagoa taucht am Horizont auf

    Das ist nicht mehr weit. Die Ecovia zieht an einzelnen Industriebetrieben vorbei zum Ortseingang von Lagoa.


    Einlauf in Lagoa

    Die alte Innenstadt ist verkehrsberuhigt. Die Einwohner von Lagoa lieben es wohl bunt: Die Häuser sind in allen möglichen Farben gehalten. Selbst der Boden der Fußgängerzone ist in Rot gehalten.


    Bunte Vielfalt in Lagoa

    Ich lasse mich bei einem Café nieder und genieße die Ruhe, die dieser Ort ausstrahlt. Hektik haben die Lagoaner nicht erfunden! Ich ziehe noch zu der Kirche oben auf dem höchsten Punkt des Ortes hinauf. Da ist aber gerade Baustelle. Sie wird wohl in die verkehrsberuhigte Zone eingebunden.
    So hält es mich dann aber auch nicht sehr lange dort und ziehe weiter in Richtung Portimão zu.


    Unterschiedliche Eindrücke von Lagoa

    Auch hier ist wieder alles sehr grün. Neben Wein wächst hier allerdings auch ein neuer Golfplatz und eine neue Siedlung. Überall werden Häuser am Golfplatz angeboten. Aber zum Glück betreiben die Portugiesen nicht diese Bauwut wie ihre spanischen Nachbarn.


    Grünes Hinterland zwischen Lagoa und Portimão

    So gestaltet sich der Weg zurück an die Küste mit Portimão etwas langwierig. Eindeutig zu viel Baustelle!
    Der nächste Ort Ferragudo empfängt mich dann mit interessanten Einblicken.


    Künstliches Angebot am Ortsrand von Ferragudo

    Der Ort fällt auch durch die Abstinenz jeglicher touristischer Infrastruktur auf. Gefällt mir! Ich ziehe durch die Straße und nehme einen Duft nach Grill wahr. Da meldet der Magen, dass es auch Zeit für die Mittagspause sei. An der nächsten Ecke steht ein kleines Restaurant bei dem der Chef des Hauses am Grill steht. Sieht gut aus! Und gut besucht ist es auch. Also lasse ich mich nieder. Ich wähle das Tagesessen: Schwertfisch mit Gemüse, Kartoffeln und einer scharfen Soße. Total lecker! Neue Gäste informieren sich am Kühlschrank und nicht in der Karte was gerade da ist und wählen dann ihr Gericht. Das wird dann auf dem Grill zubereitet.


    Mittagspause in Ferragudo

    Selbst eine Nachbarin kommt mit einem Teller voll mit Fisch und lässt sich das grillen während sie mit dem Chef plaudert.
    Mit vollem Bauch rolle ich dann mühsam wieder an.


    Ferragudo gefällt mir besser als Portimão (im Hintergrund)

    Durch die Ortsmitte geht es nochmal etwas nach Norden. So viele Brücken gibt es hier nicht über den Rio Arade. Die Vororte von Portimão, durch die ich da komme sind nicht so der Brüller. Aber mangels Alternativen ... Sie bereiten mich aber auf das vor, was dann auf mich zukommt: Portimão. Der Ort hat eine ausgeprägte Hochhauskultur. Das ist schon von weitem zu sehen. Über die viel befahrene Straßenbrücke komme ich zum Hafen.


    Wirtschaftliche Infrastruktur von Portimão

    Eine Innen- oder gar Altstadt finde ich nicht. Gäbe es die, würden mich die Wegweiser der Ecovia da vermutlich hinführen. So aber geht es am Hafen und an endlosen Hochhäusern entlang. Bis ich im Süden der Stadt wieder an den Strand komme. Seit Ferragudo war das heute richtig viel Teer. Aber ab hier wird es gleich wieder schöner! Die Häuser werden wieder etwas niedriger und manche sind auch ausgesucht schick!


    Eines der schöneren Häuser von Portimão

    Und der Strand mit seinen Sandklippen ist einfach wieder toll! So bleibe ich wiedermal direkt an der Küste und ziehe gen Westen. Eine Landzunge muss obenrum umgangen werden. So geht es etliche Stufen auf- und dahinter wieder abwärts. Der Strand wird zunehmend kleiner. Und das Wasser kommt auch immer weiter herauf. So mancher Weg bleibt mir dadurch leider verwehrt.


    Wunderschöne Strände mit Sandsteinportalen

    Als ich mal wieder obenrum ausweichen muss hat da doch tatsächlich ein Café offen. Und da ist sogar mächtig was los. Wo kommen auf einmal dies Menschen alle her? Na, macht nix! Jetzt eine Pause – das passt! Eine nette Schottin sorgt für Kurzweile.
    Ich ziehe weiter und bleibe mal wieder etwas am Strand. Und da liegt sogar einer auf seinem Handtuch! Beachtlich!


    Das Strandwandern hat mich wieder ...

    Aber lange geht das nicht gut und ich muss wieder auf die Klippen hinauf.


    Grandiose Wanderwege mit Rastanlagen

    Zum Glück wird irgendwann auch die Besiedelung an den Klippen dünner.
    Die Sonne steht schon recht niedrig – die Schatten werden immer länger. Ist halt doch Winter! Aber der Weg ist hier einfach wieder traumhaft.


    Genusswandern an den Klippen hinter Portimão

    Man hat jetzt auch öfter mal die Wahl zwischen verschiedenen Wegspuren. Das ist aber auch ganz gut. Denn manche Spur führt schon recht verwegen direkt am Rande der Klippen entlang. Und die Klippen selber sind hier nicht das einzige Risiko!


    Trittsicherheit und Schwindelfreiheit sind unbedingt erforderlich

    Die Klippen senken sich wieder dem Strand etwas mehr zu. Ich kann den nächsten Ort – Alvor – am Horizont liegen sehen. Der hat zwar in Strandnähe auch ein paar touristische Auswüchse aber der alte Ortskern erscheint mir weniger touristisch geprägt zu sein. Dort werde ich mir eine Übernachtung suchen.


    Der Tag neigt sich kurz vor Alvor seinem Ende zu

    Im Abstieg erwischen mich dann einige Ausläufer dieser genannten Auswüchse: Leer, geschlossen, unpersönlich. Durch eine Anlage muss ich durch weil diese sich bis zu den Klippen zieht. So komme ich auch wieder zum Strand hinunter, hinter dem sich ein Holzsteg bis zum alten Ortskern entlangzieht.
    Die Sandsteinklippen hören hier wiedermal schlagartig auf. Der Strand scheint sich endlos bis Lagos hin zu ziehen. Dem ist aber nicht so. Ribeira da Torre und Ribeira de Odiáxere bilden hier eine Art See, der einen kleinen Ausgang zum Meer hin hat. Da wird man eh nicht durch kommen.


    Alvorimpressionen

    Recht spät komme ich im alten Ortskern an. Der zieht sich ein wenig einen Hügel hoch. Völlig ohne Betonburgen. Ich wandere durch die Straßen und suche mir eine Unterkunft. Ein einfaches B&B mit einer Dachterrasse inklusive Blick auf die Lagune. Nachdem ich die Heizung angeworfen habe – Abends wird es recht kühl und Nachts empfindlich kalt – ziehe ich los und suche mir was zum Abendessen.


    In Alvor klappt das mit dem Schlemmen wieder ...

    Man, war das wieder ein Tag! Sehr abwechslungsreich und richtig gut! Man könnte fast schon sagen: Ich bin begeistert!
    Geändert von Wafer (04.04.2019 um 23:44 Uhr)

  13. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #13
    Selbst im Herbst und damit schon etwas außerhalb der Saison ist es oft schon so, wie du es beschreibst: in den kleinen Orten ist eigentlich nichts los, aber die Einheimischen sitzen immer in ihren kleinen Cafés und zur Mittagszeit kommen sie von überallher. Auf Madeira war das auch so zu beobachten. Schön, wenn man das dann schon kennt und weiß, wo es was zu essen gibt. An unserem letzten Sonntag auf Madeira konnten wir so nach unserer Levada-Wanderung noch in einer netten und gut besuchten Bar einkehren, wo wir schon 3 Jahre zuvor einen besonders leckeren Kuchen gegessen hatten. Und es gab ihn wieder! Beim nächsten Mal lasse ich mir dann das Rezept geben!

    LG,
    Babs

  14. Fuchs
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #14
    7. Tag: Von Alvor nach Burgau
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    Für mehr Informationen, fahre mit der Maus über das Höhenprofil.
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    Freitag, 11. Januar 2019
    Strecke: 28 Km – Ecovia Gesamt: 197 Km
    Höhenunterschiede: ↑ 400 m, ↓ 400 m – Ecovia Gesamt: ↑ 1.675 m, ↓ 1.675 m Gehzeit: 8 h – Ecovia Gesamt: 52 h 30

    Nachdem ich die Heizung gestern Abend nochmal leeren musste, weil sie wegen zu viel Wasser (?) abgeschaltet hatte, passierte das heute Nacht nochmal. So war es heute Morgen dann saukalt im Zimmer. Da bringt die beste Aussicht aus dem Fenster nix! Ich packe meine 7 Sachen und freue mich, dass ich gestern schon bezahlt habe. So kann ich zu sehr früher Stunde aufbrechen. Frühstück gab es hier eh keines. Das werde ich in bekannter Manier später nachholen.
    Das Dorf liegt noch ruhig da und ich verlasse es gen Norden über Feldwege.


    Morgendlicher Blick in Richtung Lagos

    Auf der anderen Seite der Lagune kann ich Lagos schon liegen sehen. Den Ort peile ich als nächstes an. Leider muss ich dazu einen recht großen Bogen nach Norden machen. Noch ist es recht kalt. Die Sonne ist so gerade mal eben am Himmel aufgetaucht und wirft sehr lange Schatten.


    Ich bin heute sehr früh unterwegs

    Auf Feldwegen und kleinen Pfaden geht es auf der Höhe oberhalb der Lagune entlang. Schön zu gehen – inklusive großartiger Ausblicke.


    Die Lagune zwischen Alvor und Lagos am Morgen

    Über einen Damm geht es zu der Landzunge zwischen den Flüssen Ribeira da Torre und Ribeira do Farelo hinüber. Die Landzunge ist von vielen Wassergräben durchzogen. Aber nach Salinen sieht das hier nicht aus. So ist der Weg recht klar vorgegeben. Verlaufen kann man sich hier also nicht.


    Klare Wegführung ohne Option sich zu verlaufen

    Aber wie überquert man nun diese Flüsse? Die Ecovia schlägt einen großen Bogen um das Problem. Ich bin aber nicht bereit diese mit zu machen. Ein Blick in den Fahrplan löst das Problem! Ein Zug zeigt mir, wie man über das Wasser kommt.


    Es gibt Brücken über die Flüsse

    Die etwas längere Brücke weiter hinten hat sogar einen eigenen Fußweg.


    Eine Brücke mit Fussgängersteg – aber nur solange kein Zug kommt!

    Auf meist sandigen Feldwegen und kleinen Trampelpfaden wandere ich zwischen Bahnlinie und Lagune auf Lagos zu. Auf der anderen Seite der Lagune kann ich den touristischen Ortsteil von Alvor erkennen. Da gibt es ein paar von denen Betonburgen.


    Rückblick auf Alvor hinter der Lagune

    Eigentlich gar nicht so weit. Warum habe ich dazu Stunden gebraucht?
    Am Ende der Lagune taucht rechter Hand schon wieder ein Golfplatz auf. Er kommt auch über die Bahnlinie herüber und drängt mich immer weiter in Richtung Meer ab. Und da spielen sogar schon einige Leute am frühen Vormittag. Die Spuren der Spieler (und meine) sind im Tau auf dem Rasen noch gut zu sehen.


    Der Golfplatz von Lagos reicht bis ans Meer

    So probiere ich auch heute mein Glück am Strand. Und auch hier ist das Wandern im Sand problemlos. Am Strand wandere ich auf Lagos zu.


    Der Strand von Lagos

    Ich teile mir diesen riesigen Strand mit älteren Semestern.


    Eine altersschwache Seemöwe

    Zuerst denke ich, sie wäre verletzt. Aber bei ihr geht es wohl auf das Ende ihres Lebens zu.
    Ich hoffe, dass mich Lagos nicht auch so enttäuscht wie Portimao. Der Aufbau der Stadt scheint fast identisch zu sein. Zuerst muss ich über eine Brück hinüber zum Hafen. Der gefällt mir schon mal ganz gut. Und dahinter schließt sich gleich eine Fußgängerzone an. Na also! Geht doch! In einem Café mache ich Frühstückspause in der Sonne. Um mich herum blüht das Leben. Wo kommen diese Menschen auf einmal her?


    Die belebte Fußgängerzone von Lagos

    Nach einer ¾h reiße ich mich los. Ich lege die langen Klamotten ab und bummle noch durch die Stadt. Die Fußgängerzone ist recht weitläufig. Die Stadt hat auch noch eine alte Stadtmauer mit alten Wehrtürmen und einem großen Park direkt dahinter. Am Horizont kann man noch das Meer sehen. Gefällt mir, die Stadt!


    Schöne Stadt Lagos

    Leider ist kein durchgängiger Wanderweg um die Südspitze der Landzunge vor Lagos auf den Karten eingezeichnet. Und auf Straßen das aus zu laufen habe ich wenig Lust. So nehme ich den kürzesten Weg durch den Vorort Santa Maria und wende mich wieder dem Strand zu.


    Der Strand von Santa Maria

    Eine der Strandkneipen hat geöffnet. Eine Seltenheit – leider! Und sie ist gut voll. Der Großteil sind wohl Portugiesen. Ein gutes Zeichen, wie ich finde. Ich lasse mich nieder und nehme das Tagesessen: Eine Fischsuppe und dann Reis mit Meeresfrüchten in Currysauce – total lecker!


    Mittagspause am Strand von Santa Maria

    Mühsam geht es nach dem Mittagessen aufwärts weiter. Am Strand kann man hier nicht wandern. Der geht in Felsen über. Ein richtig schöner Weg führt am Rande der Klippen aufwärts.


    Hinter Lagos geht es aufwärts

    Heute ist es etwas windig. So sieht das Meer gleich viel interessanter aus. Immer weiter geht es hinauf. Der Weg führt teilweise recht nahe an der Abbruchkante entlang. So hat man einen tollen Blick hinunter.


    Die Klippen bei Santa Maria sind nur für Schwindelfreie geeignet

    Meist gibt es aber auch einen Weg etwas weiter weg vom Abbruch. Schon recht schnell kann ich den nächsten Ort – Luz – unten am Meer liegen sehen.


    Luz mit dem Berg Atalaia

    Der Berg ist immerhin 109 Höhenmeter hoch. Da hat man eine tolle Aussicht. Auch auf die Stadt Luz.


    Luz präsentiert sich in Bestform

    Oben am Gipfel steht sogar sowas wie ein Gipfelstein.
    Über kleine Pfade geht es dann hinunter zu dem Städtchen. Und eines muss man den Portugiesen lassen: Markiert haben die ihre Wege gut!


    Gute Wegweisungen nach Luz

    Aber was ist das? Was macht die Rota Vicentina hier? Die habe ich hier noch gar nicht auf dem Zettel. Nach meinen Recherchen geht die vom Süd-Westlichsten Zipfel von Portugal nach Norden. Das ist noch etwas weg. Auf einem Schild am Weg wird später dann erklärt, dass die Pfade, die hier im Süden auf den Klippen entlang führen als Verlängerung der Rota Vicentina benannt wurden. Mir ist das egal – Hauptsache ein schöner Weg – egal wie er heißt!
    Derselbe führt mich dann nach Luz hinunter an den Strand. Komischerweise ist hier das Laufen im Sand wieder recht anstrengend. Aber es geht nicht lange und ich bin auf festem Boden. Die Promenade von Luz gibt schon was her!


    Der Strand von Luz

    Eigentlich hatte ich hier übernachten wollen. Aber der Tag ist noch nicht zu Ende und mir ist noch nicht nach aufhören. So ziehe ich weiter. Zunächst an der Promenade entlang und dann noch etwas durch die Ausläufer der Stadt.


    Ein letzter Boxenstopp in Luz

    Ein traumhaft gelegenes Café verleitet mich zu einer letzten Pause für heute. Es lohnt sich!
    Auf einer kleinen Straße geht es aus dem Städtchen hinaus. Sie geht wieder in einen schönen Pfad über, auf dem ich etwas weiter weg vom Wasser gen Westen wandere. Schön hier - auch ohne Sandstrand!


    Die Küste wird nun deutlich felsiger - Strände werden seltener

    Auf den Felsen muss man ein paar Hindernissen ausweichen. So geht es immer im leichten Zick-Zack an der felsigen Küste entlang.


    Auf dem Weg nach Burgau

    Es ist nicht mehr weit bis zum nächsten Ort. Die Landschaft strengt sich nochmal richtig an mir den Tag schön zu machen.


    Wunderschönes Küstenwandern zwischen Luz und Burgau

    So komme ich nach Burgau. Und damit auch in den Naturpark Südwest-Alentejo und Costa Vicentina oder auch Parque Natural do Sudoeste Alentejano e Costa Vicentina wie es auf Portugiesisch heißt. Die ersten Restaurants und Hotels haben geschlossen. Aber so groß ist Burgau gar nicht. In einem Café frage ich nach und werde zur Casa Grande, einem B&B geschickt.


    Die Casa Grand - Meine Unterkunft in Burgau

    Ein schönes, altes Haus mit viel Charme und Katzen unter dem Baum vor der Tür. Ich bekomme ein Zimmer und richte mich ein. Eine Dorfbesichtigung ist schnell abgeschlossen. Viel gibt es hier nicht. Aber das was da ist, gefällt mir gut.


    Der kleine Strand von Burgau am Abend

    In einem Restaurant bekomme ich wiedermal ein hervorragendes Essen mit reichlich Fisch aufgetischt. Es ist erstaunlich, wie gut hier das Essen ist. Und das obwohl hier der Tourismus so weit verbreitet ist. Aber auch hier bin ich wieder der einzige Ausländer beim Abendessen.
    Müde falle ich später ins Bett. Auch heute war das wieder ein großartiger Tag! So abwechslungsreich darf es gerne weitergehen!

  15. Anfänger im Forum

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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #15
    Hab mir heute mal die Zeit genommen den bisherigen Verlauf deiner Route anzuschauen. Ich glaub das würd mir auch gefallen.

  16. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #16
    Jetzt bin ich mal gespannt, wie der Weg weiter markiert ist ... das mit der Rota Vicentina ist mir auch neu. Btw: bisher toller Bericht, fühle mich fast wie zu Hause =)!

    Daumen hoch!

  17. Anfänger im Forum
    Avatar von lieger
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #17
    Schoener Bericht, gefaellt mir und inspiriert mich mal nach der nord -> sued tour, auch mal west -> ost 'an der Kueste' dranzuhaengen.
    Eine Etappe kenn ich ja schon Quarteira - Faro.

  18. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #18
    Zitat Zitat von basstardo Beitrag anzeigen
    Jetzt bin ich mal gespannt, wie der Weg weiter markiert ist ... das mit der Rota Vicentina ist mir auch neu.
    Auch ich habe gestutzt, als ich Wafers Foto mit der Markierung gesehen habe. Er war wohl ungewollt der erste Wanderer auf der neuen Verlängerung bis Lagos, oder auf einem der neuen Rundwege der Rota unterwegs. Es wurde auch Zeit die Rota Vicentina bis Lagos zu verlängern. Die Küste ist nicht viel verbaut und Pfade gibt es auch genug.

    http://de.rotavicentina.com/newsitem...eady-2973.html

    Zitat Zitat von Wafer Beitrag anzeigen
    Hallo Werner.

    Du scheinst dich da ja gut aus zu kennen! Respekt! Du scheinst nach deiner Reise, aus der dein Reisebericht von 2012 entstanden ist, noch öfter dort gewesen zu sein.
    In Portugal sind wir seit 2008 jedes Jahr mindestens einmal. Früher meist mit Ryanair (fliegt praktisch von der Haustür auch im Winter nach Faro), die letzten Jahre mit dem Auto, bzw. nun mit dem kleinen Grauen. Da kommst du bestimmt auch noch vorbei. Von deinem Bett in Burgau keine Stunde zu Fuß.
    Geändert von Werner Hohn (09.04.2019 um 08:46 Uhr)
    .

  19. Fuchs
    Avatar von Wafer
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    AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #19
    Zitat Zitat von adriano Beitrag anzeigen
    Hab mir heute mal die Zeit genommen den bisherigen Verlauf deiner Route anzuschauen. Ich glaub das würd mir auch gefallen.
    Hallo Adriano.

    Das freut mich, dass er dir gefällt. Mich hat er auch gleich angesprochen. Zudem ist der Wanderweg entlang der Algarvenküste in Ost-West-Richtung (oder andersrum) bisher recht wenig begangen. Ich verstehe das zwar nicht ganz denn mir hat der Weg ausgesprochen gut gefallen: Sehr abwechslungsreich und sehr schön zu wandern. Es gibt auch genug Unterkunftsmöglichkeiten. Da sollte für jeden was dabei sein.

    Gruß Wafer

    Zitat Zitat von basstardo Beitrag anzeigen
    Jetzt bin ich mal gespannt, wie der Weg weiter markiert ist ... das mit der Rota Vicentina ist mir auch neu. Btw: bisher toller Bericht, fühle mich fast wie zu Hause =)!

    Daumen hoch!
    Hallo Bastardo.

    Ich hatte ab Lagos sowohl Rota-Vincentina- als auch Ecovia-Markierungen. Bei der Rota-Vicentina gibt es unterschiedliche Markierungen: Einmal die Hauptroute oder Historischer Weg wie er auch genannt wird (Weiß-Rot), dann die Rundwege (Gelb-Rot) und noch die Fishermen's Trails - also die Küstenwege (Grün-Blau). Und der Weg nach Lagos läuft demnach nicht als Hauptroute sondern als Fishermen's Trail.
    Und: Danke! Liest man immer wieder gerne! OT: Fast wie zuhaus? Im Profil steht Zürich. Das kriege ich jetzt nicht wirklich zusammen. Ich denke da wohnst du nur und bezeichnest etwas anderes als "Zuhause". Oder?

    Gruß Wafer

    Zitat Zitat von lieger Beitrag anzeigen
    Schoener Bericht, gefaellt mir und inspiriert mich mal nach der nord -> sued tour, auch mal west -> ost 'an der Kueste' dranzuhaengen.
    Eine Etappe kenn ich ja schon Quarteira - Faro.
    Hallo Lieger.

    Dann solltest du dir den Rest unbedingt mal in Natura ansehen - es lohnt sich!!!!

    Gruß Wafer

    Zitat Zitat von Werner Hohn Beitrag anzeigen
    Auch ich habe gestutzt, als ich Wafers Foto mit der Markierung gesehen habe. Er war wohl ungewollt der erste Wanderer auf der neuen Verlängerung bis Lagos, oder auf einem der neuen Rundwege der Rota unterwegs. Es wurde auch Zeit die Rota Vicentina bis Lagos zu verlängern. Die Küste ist nicht viel verbaut und Pfade gibt es auch genug.

    http://de.rotavicentina.com/newsitem...eady-2973.html


    In Portugal sind wir seit 2008 jedes Jahr mindestens einmal. Früher meist mit Ryanair (fliegt praktisch von der Haustür auch im Winter nach Faro), die letzten Jahre mit dem Auto, bzw. nun mit dem kleinen Grauen. Da kommst du bestimmt auch noch vorbei. Von deinem Bett in Burgau keine Stunde zu Fuß.
    Hallo Werner.

    Die Neuigkeiten über den Weg haben die auch auf ihrer Homepage gut versteckt! Jetzt im April wurden weitere Details bekannt gegeben. Zumal da in Natura schon einiges zu sehen ist. Ich könnte mir auch vorstellen, dass der Wanderweg irgendwann mal noch weiter gezogen wird. Potential dazu wäre da - wie man hier lesen kann.
    Was ich nicht gefunden habe: Ist eine Verlängerung nach Norden geplant? Ich denke darüber nach in den nächsten Jahren in Richtung Lissabon weiter wandern. Gibt es da auch schöne Wege? Ist da an der Küste lang besser oder eher im Inland?
    Ab dort soll es dann ja den Portugisischen Jakobsweg geben. Auch wenn die meisten erst in Porto einsteigen soll er ab Lissabon markiert sein. Gibt es da noch Alternativen? Wenn ich das richtig verstanden habe sind das genau die Wege, auf denen der E9 verläuft.

    Gruß Wafer
    Geändert von Wafer (09.04.2019 um 22:08 Uhr)

  20. AW: [PT] Winterwandern auf Ecovia und Rota Vicentina durch Portugals 1. Frühling

    #20
    Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Rota Vicentina nach Norden verlängert wird. Die Binnenroute endet in Santiago do Cacém, ab da gibt es den GR11, der ungefähr vier Etappen weit nach Norden geht.

    Santiago do Cacém -Grândola 52 km
    http://www.walkingportugal.com/z_dis..._Grandola.html

    Grândola - Alcácer do Sal 52 km (das scheint mir etwas viel)
    http://www.walkingportugal.com/z_dis...acerdoSal.html

    Nördlich von Grândola bin ich vor Jahren ein bisschen davon gewandert. Die Markierung war miserabel. Heute sieht es vielleicht besser aus. Im Binnenland weiter nach Norden ist nicht zu empfehlen. Die Landschaft wird dann schnell langweilig und der Großraum Lissabon ist keine Wanderung wert.

    Letzten Herbst habe ich mir die Landschaft zwischen Alcáser do Sal und Comporta (am Meer) genauer angesehen, auch ob es die Möglichkeit gibt, das als Wanderung zu machen. Grob im Verlauf der ER 253. Das ist eine leicht wellige Landschaft mit lichtem Kiefernwald auf sandigem Boden. Eine ideale Winterwanderung. Leider ist vieles eingezäunt, oder es stehen Verbotsschilder in der Gegend rum. Die Landstraße ist aber ziemlich einsam. Als Zubringer für einen Tag zumutbar.

    Die einfachste Variante ist die, die wir vor 11 Jahren gewandert sind. Ab Sines könntest du entweder der Straße nach Tróia (Halbinsel südl. Setúbal) folgen, oder du lässt die Straße rechts liegen und machst eine 60 km lange Strandwanderungen bis Tróia. Jedoch hapert es an Infrastruktur. Bis auf 2 Campingplätze gibt es keinen Tourismus. Dörfer sind auch Mangelware.

    Ab Setúbal gibt es nur eine Empfehlung: Zug nach Lissabon. Von da auf den Jakobsweg. Das Stück GR 11 an der Küste bringt nicht wirklich viel; und unsere Strecke von 2009 die Küste hoch bis Porto läuft auch heute noch immer aufs Straßenwandern hinaus. Die wenigen lokale Wanderwege, die seitdem entstanden sind, fallen nicht ins Gewicht.
    Geändert von Werner Hohn (10.04.2019 um 17:26 Uhr)
    .

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